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  1. #1451
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    Danke.

  2. #1452
    Mitglied Avatar von JeffBär
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    Blueberry Hommage von Sfar und Blain war klasse, modern erzählt, ohne die Figuren unglaubwürdig werden zu lassen

  3. #1453
    Mitglied Avatar von Corto.M
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    Nach langem hin und her und für und wieder habe ich mir heute als Ur Blueberry Fan (seit Zack) Band 1 und Band 2 der Collector's Edition bestellt!
    Jetzt stehen die GA und die Collectors Edition gemeinsam im Regal.


    Letztlich den Ausschlag gegeben hat dieser Artikel:

    http://comicgate.de/rezensionen/blue...ors-edition-1/
    Geändert von Corto.M (01.05.2020 um 11:21 Uhr)

  4. #1454
    Mitglied Avatar von Huckybear
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    Danke für den link, Das US Lettering sieht ja gut aus, wow
    Ein
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  5. #1455
    Mitglied Avatar von Corto.M
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    yep das US-Lettering ist bei weitem das schönste......
    Ein echter Traum!

  6. #1456
    Mitglied Avatar von frank1960
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    Hä? Bei dem US- Gekrakel kann man ja kaum die einzelnen Wörter auseinanderhalten. Die Albummversion von '89 gefällt mir am besten. Das vertraute 'Bei Allen ...' Sehr schön. Das Problem is jetzt, dass mir die Neueinfärbung der Chronicles nich mehr gefällt.
    Ach wär Ich doch ein Junge noch wie einst
    Mit Bastei-Gruß,
    Euer Frank

    Ganz neu: Jetzt auch mit Lehning-Gruß!




    Dieser Beitrag wird sich in wenigen Sekunden selbst löschen.

  7. #1457
    Mitglied Avatar von Corto.M
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    Alles Geschmacksache! Das US- Lettering gefällt dem einen, da es seiner Ansicht nach ganz gut mit den Zeichnungen harmoniert. Dem anderen missfällt das als Gekrakel. Tja...
    Am Ende kann man fast ironisch sagen das fast jeder glücklich werden kann, da es ja seit 60 Jahren nun verschiedene Alben/ Ausgaben mit verschiedenen Einfärbungen und Letteringstilen gibt.

  8. #1458
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    Zitat Zitat von Zeerookah Beitrag anzeigen
    Steht denn der 7.Mai als Erscheinungstermin für die Collector's Edition 03 noch oder ist der auch verschoben worden?
    Band 3 ist aktuell für Anfang Juni, Band 4 für Anfang September angekündigt.

  9. #1459
    Mitglied Avatar von Huckybear
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    Zitat Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen

    Zu den Chefs im Fort:
    Zunächst ist da im ersten Band Colonel Dickson, der von nem Schlangenbiss außer Gefecht gesetzt wird und de facto von Bascom abgelöst wird. Im weiteren Verlauf des ersten Zyklus' wird das Fort zeitweise aufgegeben, Blueberry trifft nach einem 'Außeneinsatz' bei seiner Rückkehr ins Fort nur noch Crowe (Das Halbblut) an. Irgendwann wird das Fort aber offenbar wieder bezogen, denn im Silberstern-Album (und der Kurzgeschichte 'Jagd in der Sierra', die ungefähr zur selben Zeit spielt, wie der Silberstern) ist es das wieder, jetzt mit eben Tom Clark als Befehlshaber. Dieser bleibt dem Fort bis zum Album 'Chihuahua Pearl' erhalten. Danach taucht es meiner Erinnerung nach nicht mehr auf. Lediglich 'Gebrochene Nase' beginnt in einem Fort (das aber ohne Blueberry, der da bei den Indianern untergetaucht ist), ich bin aber grade nicht sicher, ob das 'unser' Fort Navajo ist oder ein anderes Fort, und wenn mit welchem Kommandanten. Für die Einordnung der Sfar/Blain-Story ist das aber auch unwichtig, weil es eben kein Fort ist, in dem Blueberry Dienst tut. Nachdem im Verlauf von 'Gebrochene Nase' klar wird, dass der totgeglaubte Blueberry eben doch nicht tot ist, nimmt er seinen Dienst in der Armee nicht (bzw. nur kurz) wieder auf, sondern kümmert sich erst um seine Rehabilitation, dann um seine 'Arizona Love' und wird dann Privatier und zieht -s.o.- von Pokertisch zu Pokertisch. Deshalb heißt die Hauptserie ja dann auch nicht mehr 'Leutnant', sondern 'Mister', weil Blueberry eben keinen Bezug zur Armee mehr hat.
    Ich glaube Sfar und Blain kam es nicht so sehr auf die Chef-Kontinuität im Fort Navajo oder der Chonologischen akkurat stimmingen Einordnung bei Blueberry an, sondern mehr "ein in etwa passt schon" um dann dort ihre Filmzitate und Anspielungen unterzubringen
    Entdeckt auf Highlightzone :
    Der Colonel Benjamin Tyreen und Blueberrys Chef aus Fort Navajo im Trauma Band ist eine Figur aus dem Peckinpah Western Major Dundee
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sierra_Charriba
    Das könnte eine doppelte Anspielung auf die Rolle von Richard Harris Figur in dem Film als Tyreen sein, aber auch gleichzeitig eine Hommage auf Captain Finlay sein , dessen Aussehen ja Richard Harris einst entlehnt war bei Giraud und der in dem Film so ausah wie Finley
    https://www.walmart.com/ip/Major-Dun...rint/187629807

    ausserdem Woody Strode , Claudia Cardinale usw.
    http://comic.highlightzone.de/tag/joann-sfar/


    Interessant übrigens auch andere Kritiken , hier auch besonders die Kommentarspalten
    https://www.welt.de/kultur/article20...en-wieder.html

    http://www.comicleser.de/?p=8509

    und eine kritische zwiegspaltene die den Autoren vorwirft das Blueberry nicht so handelt wie er eigentlich als Person handeln müsste ...
    https://www.tagesspiegel.de/kultur/c.../25755126.html
    Geändert von Huckybear (02.05.2020 um 12:25 Uhr)
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  10. #1460
    Mitglied Avatar von amicus
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    Zitat Zitat von Bad Company Beitrag anzeigen
    Band 3 ist aktuell für Anfang Juni, Band 4 für Anfang September angekündigt.
    Ein ganzer Monat verschoben.

  11. #1461
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    Nicht ungewöhnlich in COVID- Zeiten, betrifft ja aktuell so manchen Verlag ( Carlsen, Kult, All...)

  12. #1462
    Mitglied Avatar von amicus
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    Leider.

  13. #1463
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    Zitat Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
    Öh, nein! Der fünfte Band spielt Mai 1868, der Silberstern Sommer 1868. Da ist nur ein Zeitfenster von wenigen Wochen.
    Das sehe ich anders. Der erste Apachen-Zyklus spielt 1867, der Sioux-Zyklus 1868 (etwa ab Frühjahr), die Silberstern-Story irgendwann dazwischen, vielleicht noch 1867, vielleicht schon 1868.
    Wie Blueberry nach dem Apachen-Zyklus wieder nach Fort Navajo gelangt, wird nirgends beschrieben. Der markante weißhaarige Kommandant (der zu Charlier-Zeiten noch namenlos war, wenn ich mich nicht irre) taucht erstmals in der Silberstern-Story auf. Für das aktuelle Trauma-Abenteuer ist also 1867 noch reichlich Platz.

  14. #1464
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    @zaktuell: Auch meines Erachtens gibt der Navajo-Zyklus nicht einen so langen Zeitraum her. Wie kommst du darauf? Über die 100-Jahre-Regel?
    Fasse dich kurz! Nimm Rücksicht auf Wartende!

  15. #1465
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
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    Hab’s gerade selber noch mal auf der Blueberry-Diskussionsseite der MosaPedia nachgelesen. Alles klar. Aber ein bisschen Interpretationsspielraum bleibt ja noch.
    Fasse dich kurz! Nimm Rücksicht auf Wartende!

  16. #1466
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Naja, die Chronologie ist ja immer ein bissl schwierig...

    Aber wenn man den diversen Timelines, dem Charlier-Vorwort usw. folgt, dann bleibt zwischen Band 5 (Ende Navajo-Zyklus, ca. Mai 1868) und dem Silberstern (Band 6, Sommer 1868) nur ein kurzes Zeitfenster. Je nachdem, über einen wie langen Zeitraum sich die Handlung des Hommage-Zweiteilers erstreckt und ob der darin enthaltene Tyreen die Story überlebt, könnte er der erste Colonel sein, der das Fort wieder bezogen hat, dann aber nur für kurze Zeit, so dass Tom Clark dann sein Nachfolger wird. Vielleicht lösen Sfar/Blaine das ja im zweiten Band auf...!?!
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  17. #1467
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Zitat Zitat von echnamoc Beitrag anzeigen
    (...) Der markante weißhaarige Kommandant (der zu Charlier-Zeiten noch namenlos war, wenn ich mich nicht irre) taucht erstmals in der Silberstern-Story auf. (...)
    Jein. Bei Charlier war er namenlos, aber in der ersten Taschenbuch-Story 'Jagd in der Sierra', die nicht von Charlier, sondern von Gir getextet wurde, taucht er auch auf und wird dort mit 'Tom' angesprochen. Dann über Jahrzehnte ohne Namen, bis Gir den Marshall-Dreiteiler textet, sich offenbar an die ganz frühe Nennung in der Kurzgeschichte erinnert und einen Nachnamen ergänzt.
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  18. #1468
    Mitglied Avatar von Grubert
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    Zitat Zitat von Huckybear Beitrag anzeigen
    Entdeckt auf Highlightzone :
    Der Colonel Benjamin Tyreen und Blueberrys Chef aus Fort Navajo im Trauma Band ist eine Figur aus dem Peckinpah Western Major Dundee
    Aussehen und Name stammen zweifellos aus dem Peckinpah Film, aber der Charakter selber ist ein anderer. Außerdem ist auch noch der Prediger R.G. Dahlstrom demselben Film entlehnt, denn in Major Dundee gibt es einen Reverend Dahlstrom der von dem Schauspieler R.G. Armstrong verkörpert wird.

    Und Claudia Cardinale, ist mir gar nicht aufgefallen, aber ja, stimmt, eindeutig. Und Brigitte Bardot darf auch kurz mitmischen. Woody Strode kommt natürlich von John Ford (nicht von Leone), dem Aussehen nach direkt aus Sergeant Rutledge, den Namen Jenkins kann ich allerdings momentan nicht zuordnen. Illustre Besetzung also ...

    Vielleicht gibt es ja noch mehr Vorbilder, zumindest Mr Kleinman wirkt auch irgendwie vertraut.

  19. #1469
    Mitglied Avatar von Grubert
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    Zitat Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
    Eine weitere Parallelität beider Serien(helden) ist, dass deren Protagonisten zunächst gar nicht als Serienhelden konzipiert waren, sich erst aus ihnen heraus kristalisierten und zum Titelhelden wurden. Wir erinnern uns: Corto begann mit der Südseeballade, einer so betitelten Geschichte mit einer ganzen Reihe von Figuren, Corto ist nur einer davon. Erst als Pratt (für das Magazin Pif) eine neue Serie machte, erkor er Corto zum Titelhelden eben dieser Serie. Blueberry startete in einer Westernserie, die zunächst "Fort Navajo" betitelt war. Auch hier gibt es neben Blueberry weitere Akteure
    Weiter Akteure gibt es sicherlich, wie in fast allen anderen Comics auch, aber es ist schon von der 1. Seite an klar daß Blueberry der Held der Geschichte ist, und da lässt der Rest des Comics auch nie einen Zweifel dran. Daß der Comic zunächst Fort Navajo hieß lässt lediglich den Schluß zu, daß wahrscheinlich ursprünglich alle Abenteuer Blueberrys in und um das Fort herum spielen sollten.
    Ab wann ist denn eigentlich der Titel dann in Leutnant Blueberry abgewandelt worden?

    Und bei Corto Maltese war das ähnlich, auch wenn Pratt da mit der Salzseeballade einen abgeschlossenen Band im Sinn hatte, der Held bzw Protagonist der Geschichte ist eindeutig der gute Corto, er ist nicht einer von mehreren Hauptfiguren. Auch wenn es natürlich bei Pratt noch sehr viel mehr wichtige (und vielschichtige) Charaktere gibt, im Gegensatz zu dem einfacher konstruierten Fort Navajo.

  20. #1470
    Mitglied Avatar von JRN
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    @Grubert :

    Die Helden der Salzmeerballade sind sowohl auf der Titelseite [die in allen späteren Ausgaben weggelassen wurde], als auch laut Aussagen von Hugo Pratt selbst Pandora und Cain Grovesnore. Pratt hatte vor, eine im 20. Jahrhundert spielende Schatzinsel zu schreiben, also eine Erzählung über Heranwachsende, die vor dem Hintergrund des heraufziehenden ersten Weltkriegs in die Fänge von Freibeutern geraten. Einer der Freibeuter: ein gewisser Corto Maltese.
    Ins Zentrum von Pratts Interesse gerät Corto erst, als er ganz schnell einen Serienhelden braucht, nachdem die Pif-Redaktion ihn Ende '69 um "etwas Neues" bittet.

    Auf den ersten Charakterstudien zur Salzmeerballade sieht Corto nicht gerade vertrauenserweckend aus.
    Ein weiteres, nicht unwichtiges Indiz: Auf den Covern von Sgt. Kirk, dem Magazin, für das Pratt die Salzmeerballade ursprünglich gezeichnet hat, repräsentiert erst einmal nur Pandora die neue Serie ... gern auch mal mit Sgt. Kirk und Capitan Cormorant im Arm, aber immer ohne Corto.

    Ein besonderes Talent Pratts zeigt sich darin, unter Termindruck aus seinem Fundus bereits existierender Figuren die eine ausgewählt zu haben, die perfekt zum von Pif um 1970 bedienten Markt gepasst hat.
    Bei Blueberry und Fort Navajo dürfte der Fall anders liegen. Hier wäre in die Überlegungen miteinzubeziehen, inwieweit Giraud oder die Pilote-Redaktion [oder auch nur der Redaktionsalltag] Charliers Pläne zu einer Serie ohne Helden möglicherweise torpediert haben.

    Mit 1000 Grüßen,
    JRN

  21. #1471
    Mitglied Avatar von Grubert
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    Zitat Zitat von JRN Beitrag anzeigen
    @Grubert :

    Die Helden der Salzmeerballade sind sowohl auf der Titelseite [die in allen späteren Ausgaben weggelassen wurde], als auch laut Aussagen von Hugo Pratt selbst Pandora und Cain Grovesnore. Pratt hatte vor, eine im 20. Jahrhundert spielende Schatzinsel zu schreiben, also eine Erzählung über Heranwachsende, die vor dem Hintergrund des heraufziehenden ersten Weltkriegs in die Fänge von Freibeutern geraten. Einer der Freibeuter: ein gewisser Corto Maltese.
    Ins Zentrum von Pratts Interesse gerät Corto erst, als er ganz schnell einen Serienhelden braucht, nachdem die Pif-Redaktion ihn Ende '69 um "etwas Neues" bittet.

    Auf den ersten Charakterstudien zur Salzmeerballade sieht Corto nicht gerade vertrauenserweckend aus.
    Ein weiteres, nicht unwichtiges Indiz: Auf den Covern von Sgt. Kirk, dem Magazin, für das Pratt die Salzmeerballade ursprünglich gezeichnet hat, repräsentiert erst einmal nur Pandora die neue Serie ... gern auch mal mit Sgt. Kirk und Capitan Cormorant im Arm, aber immer ohne Corto.

    Sicher das mag alles sein, trotzdem hatte ich beim ersten Lesen nie den geringsten Zweifel daß Corto die Hauptfigur ist. Dann hat Pratt hier sich vielleicht schon von Corto verzaubern lassen bevor ihm das bewußt wurde.

    In der Salzmeerballade ist er zwar etwas weniger im Zentrum als in allen späteren Geschichten, zwischendurch ist auch mal für 20 Seiten ganz verschwunden, aber er steht stärker im Erzählfokus als alle anderen Charaktere. Das widerspricht auch nicht dem daß es, wie du sagst, als eine Erzählung über Heranwachsende betrachtet werden kann. Und Corto ist halt der klassische Held, der all die Dinge tut, die der Held halt so tut. Klar auf den ersten Seiten mag er noch etwas zwielichtig wirken, aber es wird schnell klar, daß er der der letztendlich typische individualistische rauhe Schale/weicher Kern Held ist. (Und nein, er ist kein Anti-Held, aber auch natürlich ebenfalls nicht der edle reine Held a la Winnetou und Old Shatterhand, dieser Typus ist ja auch vollkommen langweilig)

    An Charliers mögliche Pläne einer Serie ohne festen Helden dagegen glaube ich nicht wirklich. Dafür ist Charlier ein viel zu konventioneller Erzähler, möglich daß das mal eine vage Idee war, aber ich nehme an, daß das zum Start von Fort Navajo dann schon längst nicht mehr Thema war. Das klingt für mich eher nach Legendenbildung im Nachhinein.
    Ach ja, und Blueberry ist natürlich noch viel weniger ein Anti-Held als Corto, auch wenn er für die jugendliche Tintin/Spirou/Pilote Leserschaft eine interessante Modifikation des damals möglichen darstellte. Also im noch stärker zensierten Kindercomic, nicht in der Literatur oder im Film.

  22. #1472
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    Zitat Zitat von Grubert Beitrag anzeigen
    An Charliers mögliche Pläne einer Serie ohne festen Helden dagegen glaube ich nicht wirklich. Dafür ist Charlier ein viel zu konventioneller Erzähler, möglich daß das mal eine vage Idee war, aber ich nehme an, daß das zum Start von Fort Navajo dann schon längst nicht mehr Thema war. Das klingt für mich eher nach Legendenbildung im Nachhinein.
    Eher nicht. Siehe hier.

  23. #1473
    Mitglied Avatar von Grubert
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    Ja, habe ich gelesen. Das meine ich mit Legendenbildung im Nachhinein. Das klingt für mich sehr seltsam in Anbetracht von Fort Navajo und im Anbetracht anderer bekannter Charlier Serien. Davon ist jedenfalls dann zum Start der Serie nicht mehr viel übrig. Blueberry ist am Ende doch ein insgesamt sehr konventioneller Held, und alles was Charlier sich da als Hintergrund für ihn erdacht hat, das ist für mich im Comic nicht spürbar.

    Also, das sind so Aussagen, klar, kann sein daß das genau so war, kann aber auch sein daß da vieles stark überhöht wird. Ich lese solche Dinge mit Interesse, bin aber immer vorsichtig alles als eine gesicherte Wahrheit zu betrachten.

  24. #1474
    Mitglied Avatar von JRN
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    @Grubert :

    Da ich keinen Überblick über die Charlier-Literatur habe, halte ich mich mit weiteren Spekulationen über ihn lieber zurück.
    Ich finde es lediglich beklagenswert, dass die kollektiven Arbeitsprozesse in einer Magazinredaktion noch nicht wirklich im Fokus derjenigen gestanden haben, die über Comics geschrieben haben, als es noch möglich gewesen wäre, die Beteiligten danach zu fragen.
    Die Idee zu einer Serie mit "multifokaler Erzählperspektive" [also mehreren Blickführerfiguren] zu haben, ist eine Sache [und sie könnte Charlier zum Beispiel über Harvey Kurtzmans Iwo-Jima-Zyklus bekannt geworden sein] - sie auch praktisch umzusetzen, eine andere.

    Was Corto angeht, scheinen wir nicht so weit auseinanderzuliegen.
    Die These von der "Neuen Schatzinsel" [Tezuka-pun intended] als annehmbar vorausgesetzt, käme Corto die Rolle des John Long Silver zu - also desjenigen, der sich Pandora und Cain als "nicht vertrauenswürdige Vertrauensperson" anbietet.
    Dass eine solche Figur ihren Autor [und sein Publikum] früher oder später in ihren Bann zieht, musste ja auch schon Stevenson erleben.
    Ich wollte in meinem Post oben nur noch einmal bekräftigen, was Hannes Grote und ich schon 1994 in unserem Eintrag zu Pratt im Lexikon der Comics festgestellt hatten: dass nämlich alle Selbstaussagen Pratts über sich und sein Werk mit äußerster Vorsicht zu genießen sind [und zu genießen sind sie sicherlich] und darum auch fast alles, was zu Lebzeiten über ihn geschrieben worden ist [als "Hofberichterstattung", die unkritisch besagte Selbstaussagen wiederholt hat].
    Die Art und Weise, wie er selbst die Salzmeerballade in Sgt. Kirk [als "Art Director" des Magazins] angelegt und präsentiert hat, scheint mir dagegen belastbare Annahmen über den Entwicklungsprozess der Erzählung und ihrer Figuren [also auch Cortos] zuzulassen.

    Mit 1000 Grüßen,
    JRN

    Edit: Cross-Posting mit echnamoc und Grubert III.

  25. #1475
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    Nehmen wir mal das:
    Zitat Zitat von Grubert Beitrag anzeigen
    An Charliers mögliche Pläne einer Serie ohne festen Helden dagegen glaube ich nicht wirklich. Dafür ist Charlier ein viel zu konventioneller Erzähler, möglich daß das mal eine vage Idee war, aber ich nehme an, daß das zum Start von Fort Navajo dann schon längst nicht mehr Thema war. Das klingt für mich eher nach Legendenbildung im Nachhinein.
    und das
    Zitat Zitat von JRN Beitrag anzeigen
    @Grubert
    Die Idee zu einer Serie mit "multifokaler Erzählperspektive" [also mehreren Blickführerfiguren] zu haben, ist eine Sache [und sie könnte Charlier zum Beispiel über Harvey Kurtzmans Iwo-Jima-Zyklus bekannt geworden sein] - sie auch praktisch umzusetzen, eine andere.
    zusammen, ergibt sich folgende These:
    Charlier wolltie vielleicht wirklich eine Serie mit einem festen Schauplatz und mehreren gleichberechtigten (Haupt-)Charakteren schaffen - aber weil er sich von seinen eigenen Erzählkonventionen nicht lösen konnte, wurde dann doch eine klassische Heldenserie daraus...
    Bitte beachtet meinen Verkaufsthread.

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