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Thema: DIGEDON Nr. 15

  1. #51
    Zitat Zitat von pteroman Beitrag anzeigen
    ... Königsteinreise und -artikel fanden übrigens nur statt, weil (das kaffeepausierende) Ramönchen mich mit dem Ausflug nach Bad Schandau überraschte, darum war ich auch gar nicht für die Festung mit MOSI-Pix präpariert und Ralle musste sie mir nachsenden...
    Gut ... das erklärt schon mal einiges, denn dazu habe ich mir folgende Gedanken gemacht:

    Hegens Tricksereien – oder stand die Festung Königstein früher anders herum?

    Es ist doch immer wieder eine Freude zu erfahren, wie zweckgebunden unsere Steuergelder in das Reisekostenbudget einfließen. Leider hat Pteroman so rein gar nichts davon und der Digedon wirft als Gewinn „nur“ die Freude an der Sache ab. Umso beachtlicher sind die unermüdlichen Recherche-Touren, die er im Dienste der digedonischen Ermittlungsarbeiten auf sich nimmt. Gerade noch im meckpommischen Outback hockend, erobert er nun (dank Ramönchen) im Handstreich die Festung Königstein auf seine ganz eigene Art. Und es passiert, was sich ein wackerer Hegenianer überhaupt nicht wünscht, er meint einen kurzen Einblick in die geografische Trickkiste von Hannes Hegen erhalten zu haben. Aber Halt, so schnell schießen die Preußen nicht! Bleiben wir bei den erwiesenen bzw. überlieferten Tatsachen.


    • Als die Digedags von ihrem Weltraumabenteuer auf die Erde zurückkehrten, war ihre Lust auf neue Abenteuer auf dem Nullpunkt. Das erfahren wir auf dem Rücktitel von Heft 73. Sie erzählen also wie schon zuvor ihre alten Geschichten, aufgezeichnet im Buch ihrer Abenteuer. Hannes Hegen hat sich also nur an die Vorlagen gehalten, die ihm zugänglich waren. Kann man angesichts seines täglichen Arbeitspensums erwarten, dass er jede Kleinigkeit überprüft – vielleicht gar durch Recherchen vor Ort? – Wohl kaum!
    • Gehen wir mal einen kleinen Moment davon aus, die Elbe hätte zwischenzeitlich ihren Lauf nicht – oder nur unwesentlich geändert…, … Türme können verschwinden und an anderer Stelle (jeweils im Winkel von 90 oder 180° wieder auftauchen, das weiß doch jeder Schachspieler.
    • Außerdem verweise ich auf Seite 23 von Heft 79. Es wäre doch naiv zu glauben, dass der Festungskommandant seine Verteidigungs- und Spionageabwehrmaßnahmen auf das Vertreiben von Raben von den Türmen beschränkte. Die strategische Bedeutung dieser Türme machte er schließlich mehr als deutlich und nachdem auch noch der Schlüssel der Festung von den Raben gemopst wurde, sind bauliche Veränderungen an der Festung mehr als wahrscheinlich.

    All das zeigt uns, dass die aufgeworfene Frage „… oder stand die Festung Königstein früher anders herum?“ zumindest in Betracht gezogen werden sollte.

    Apropos Mosa-X… Das Thema Festung Königstein geben sie offensichtlich ganz gerne in ortsfremde Hände. Ich verweise auf Mosa-X Nr. 2 (April 2006), thematisch passendes Heft-Umlaufcover und der reich bebilderte Beitrag „Der Handstreich auf dem Königstein“ stammen aus der vorpommerschen Feder von Rainer Schlewitt (alias Wonderworld, alias Reni …). Die dort veröffentlichten Enthüllungen zeigen deutlich das ganze Ausmaß des Skandals. Im Beitrag lieferte Reni auch einen Foto-Vergleich, der Pteros Artikel gut ergänzt. Nachfolgend konzentriert er sich jedoch auf andere, rabenschwarze Aspekte dieser Ereignisse.
    Es grüsst
    Uhrviech aus Passow, wo die Digedags ein Zuhause haben

  2. #52
    abseitige, aber interessante gedanken ; )

    zu these 1: die dixe haben ihre abenteuer dem meister direkt in den stift diktiert? na, wer weiß ...
    falls nicht: hegen hat sicher nicht geschlampt, sondern sich eher die pittoreskesten blickwinkel aus allen vorlagen zusammengesucht und kombiniert. entweder dachte er, dass das eh niemand kontrollieren würde. oder es war ihm schlicht wurscht, weil die königsteiner ja ohnehin froh sein konnten, so für umme beworben worden zu sein.

    zu these 2: hier wird dann die ganze welt zum spiel und dies setzt dann den (oder die) großen spieler voraus, welche die türme (etc.) auch setzen. filmtipp dazu: "zufällig allmächtig" mit simon pegg.

    zu these 3: festungsumbau der tarnung halber. tja, hmmm. militärs ist ja manchmal 'ne menge zuzutrauen ...

  3. #53
    apropos mosa.x: in der nr. 2 hat reni wohl eher eins seiner e ntsprechenden frühwerke anmoderiert ohne sich groß um die türmchen und mäuerchen auf der festung zu scheren. reni hat da eher das große rad gedreht und sich nicht wie wir kleingeistigen digedonen in erbsenzählereien verloren.

  4. #54
    Ausschuss oder seltene Sammlerobjekte? – Ein erster Nachtrag

    Hier handelt es sich offensichtlich auch um ein Thema, das ganz bequem Sammelbände füllen könnte. Und ganz ohne Frage, was da allein beim MvHH an Ausschuss freiwillig oder unfreiwillig zum Sammlerobjekt wurde, ist schon enorm! Aber schon beim 1. Artikel von 2016 habe ich mich gefragt ob Smoky diese Frage nur rhetorisch in den Raum stellen wollte, denn so wirklich wurde auf die Frage ja gar nicht eingegangen. So oder so – wir erhielten schon in diesem Beitrag für wenig Geld einen Blick auf eine Vielzahl der bekannten Fehldrucke und dazu auch noch sachkundige technische Erläuterungen, wie diese Fehler entstanden sind. Nun haben wir in Digedon 15 einen (ersten) Nachtrag … das lässt also auf eine Serie hoffen. Doch die Beantwortung der Frage „Ausschuss oder seltene Sammlerobjekte?“ steht noch immer auf wackligen Füßen.
    Freilich könnte man mit dem alten plattdeutschen Sprichwort daherkommen und sagen: „Èn'n sin Ûl is 'n Annern sîn Nachtigall“.

    Aber was macht denn nun einerseits Ausschuss und andererseits ein seltenes Sammlerobjekt aus? Für den Ausschuss betrachte ich mal die neuere MvHH-Geschichte. Als Band 8 des TaschenMosaiks mit einem Seitenfehler S. 77/78 daherkam wurde dies erst bemerkt, als schon eine große Anzahl des betroffenen Bandes in der Hand der Leser/Sammler waren. Ich sah es als meine vornehmste Aufgabe alle, die den Band über mich bezogen hatten, umgehend zu informieren sowie die Umtauschformalitäten beim Verlag anzubieten. Interessant ist, dass trotzdem und obgleich die Betroffenen den Fehldruckband (ohne Seite 77/78) behalten konnten und selbst die Portokosten übernommen wurden, nur eine geringe Anzahl der Leser/Sammler an der korrigierten Ausgabe interessiert waren. Gespräche ergaben, dass es nicht etwa die Magie des Fehldrucks war – es war den Käufern schlichtweg nicht so wichtig, ob da nun die Seite 77 fehlte oder nicht. Der Wunsch beide Varianten zu besitzen war die absolute Ausnahme. Obwohl dieser Fehler objektiven Informationsverlust bedeutet, wurde er weitestgehend toleriert. Es war ein “sauberer“ Fehler, der beim Durchblättern kaum auffällt. Qualitätsmängel wie hier (Band 12, Seite 2) habe ich gleich aus dem Verkehr gezogen wenn sie über meinen Tisch liefen. Aber ich gehe davon aus, dass trotzdem noch genügend Ausschuss in den Umlauf gekommen ist um spätere Sammlergenerationen zufrieden zu stellen ;-) Aber grundsätzlich meine ich, dieses Beispiel gehört eher in die Kategorie „Pfuschwerk“ (also Ausschuss) als dass ein Hingucker für den Sammler sein könnte.

    Für Ausschuss als seltenes Sammlerobjekt verlasse ich mal kurz das Mosaik und wende mich hin zur Briefmarke. Nicht etwa die 26 noch bekannten ersten zwei Marken von Mauritius (ersch. 1847 und waren die ersten britischen Briefmarken die außerhalb GB herausgegeben wurden) sind mit einem Wert von mehr als 1 Mio. Euro die begehrtesten Marken, sie werden von einer Marke mit einem Farbfehler (gelb statt blau-grün) getoppt. „The Treskilling Yellow“, von der wohl nur noch 1 Exemplar existiert, schlägt derzeitig mit 2,1 Mio. € zu Buche und steigt bei jedem weiteren Verkauf im Wert. Ist es nun der Fehler (Gelb sollte nicht auf dem 3-Skilling, sondern nur auf dem 8-Skilling-Wert Verwendung finden), oder die Seltenheit dieses Fehldruckes, die diese Marke zum absoluten Mittelpunkt einer jeden Briefmarkensammlung machen würde?
    Die Antwort gibt uns die derzeitig wertvollste Briefmarke der Welt, die „British Guiana 1c Magneta“ mit einem Wert von 9 Mio. €. Es handelt sich um keinen Fehldruck, aber diese Marke von 1856 hat eine besondere Entstehungsgeschichte und ist gleichzeitig auch nur noch als einmaliges Exemplar bekannt.

    Nun müssen sicher noch einige hundert Jahre vergehen und sich in dieser Zeit das Mosaik von Hannes Hegen zu einem weltweit heiß begehrten Sammelgebiet gemausert haben, um in dieser Regionen vorstoßen zu können. Aber das macht gar nichts, denn der moderne AAP-Mosaik-Sammler ist bekannter Weise sehr bescheiden und mit Recht stolz auf seine selten zu findenden Fehldruck-Schätzchen. Andere AAP-Mosaik-Extremsammler schrecken vielleicht nicht einmal davor zurück, Zeitungstexte und billigste Werbung in ihre Sammlung aufzunehmen – vorausgesetzt es kommen Worte wie „Hannes Hegen“, „Mosaik“ oder „Digedags“ darin vor. Auch dagegen ist natürlich nichts zu sagen, vor allem wenn gerade dies zum eigenen Interessengebiet erkoren wurde.
    Ich selbst habe mich über Jahrzehnte von so manchem Gegenstand oder ungeordneter Sammelleidenschaft nicht ganz freimachen können, vor allem im technischen Bereich. Auf meine alten Tage habe ich doch schon sehr viel reduziert und bemühe mich später etwas „Überschaubares“ zu hinterlassen. Zu groß ist sonst die Gefahr, dass der folgenden Generation etwas tatsächlich Bewahrens-wertes verloren geht.

    Mein persönlichen Fazit:
    Handelt es sich um Ausschuss? Ein eindeutiges „JA“! Vom Mosaik-Kollektiv und vom Herausgeber waren diese Fehldrucke nicht geplant und das Zusammenstellen von Ausschussbögen zu ganzen Heften (warum auch immer) macht aus Ausschuss-Seiten lediglich ganze Ausschuss-Hefte. Zum seltenen Sammlerobjekt wird der Ausschuss erst durch und in den Augen des Sammlers. Natürlich ist ein Glück, dass es diese Spezies gibt – zeigt es uns doch so viel über den mühsamen Herstellungsprozess und den Kampf um jedes Heft unter den damalig herrschenden Bedingungen.
    Handelt es sich also um seltene Sammlerobjekte? Sammlerobjekte sind es zweifelsohne! Wie selten sie nun wirklich sind und ob der ideelle Wert sich auch im materiellen Wert widerspiegelt entscheidet allein Angebot und Nachfrage.
    Es grüsst
    Uhrviech aus Passow, wo die Digedags ein Zuhause haben

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