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  1. #26
    Zitat Zitat von Silly Symphony Beitrag anzeigen
    Eine simple Behauptung, die keiner belegen kann. Fix und Foxi, Felix & Co. waren auch kein kurzlebigen Produkte, und die hatten keine Dr. Erika Fuchs.


    Und kauft auch gleich Dickens und Zola im Original und übersetzt sie selbst!
    Neuübersetzungen sind durchaus sinnvoll, bei Barks aus den von mir in Beitrag 18 genannten Gründen. Die Neuübersetzungen aus dem DDSH habe ich auch gelesen, die fand ich nicht wirklich gelungen. Da müsste ein wirklich guter Uebersetzer her, sonst wird das natürlich nichts.
    Ja und? Das habe ich auch schon getan. Hier und da ein wenig Shakespeare, Krieg der Welten u.a. klassisches Zeug übersetzt, einfach der Neugierde halber, was Profis im Vergleich zu mir daraus gemacht haben. Und was die Barks-Neuübersetzungen angeht, bist Du halt in der Minderheit. Die Mehrheit will das einfach nicht! Sonst hätte Ehapa ja reagiert und die letzte Barks Gesamtausgabe ("Donald von Carl Barks") neu übersetzen lassen. Es ist aber immer noch der alte Text, nur moderat verändert.

  2. #27
    Zitat Zitat von Unca $crooge Beitrag anzeigen
    Es ist aber immer noch der alte Text, nur moderat verändert.
    Was überhaupt nichts damit zu tun hat, dass die Mehrheit das nicht will, sondern eine reine Kostenfrage ist.
    Indiana Goof aka Maja Müller

  3. #28
    Zitat Zitat von Indiana Goof Beitrag anzeigen
    Was überhaupt nichts damit zu tun hat, dass die Mehrheit das nicht will, sondern eine reine Kostenfrage ist.
    Das sowieso und ich bin mir dennoch sicher, daß die Mehrheit so etwas nicht will, sonst hätte die DDSH-Redaktion den Spaß ja nicht abgebrochen. Aber wieso überhaupt etwas verändern, was nicht mehr besser zu machen ist? Sind die Rosa-Neuübersetzungen etwa besser, als die Daibenzeiher-Versionen? Vielleicht näher am Original, aber nicht besser.

  4. #29
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    Ich kann ja nur für mich sprechen, aber ich sehe das Projekt "Neuübersetzung" tatsächlich etwas zwiespältig.

    Auf der einen Seite reizt mich ja schon, ein wenig genauer zu erfahren, was Carl Barks eigentlich wirklich getextet hat. Einiges weiß ich zwar, und die gröbsten Probleme der freien oder ungenauen Übersetzungen glaube ich zu kennen. Es gibt ja auch durchaus entsprechende Sekundärliteratur als Buch oder im Netz.

    Aber klar - mein Englisch sollte gut genug sein, dass ich einfach die Originaltexte lesen könnte. So oder so stellt sich aber das Problem, dass das Werk von Carl Barks immerhin (in der Ausgabe, die ich habe) 43 Hardcover-Bände umfasst und über, wenn ich das richtig sehe, 13 Jahre (!) von 2001 bis 2014, erschienen ist. Ich wage nicht zu rechnen, wie viel Bindfaden das gekostet hat. Ich bezweifle, dass es mir das noch einmal wert wäre. Und die 70 cm Buchregal kann ich bei der Masse an LTB-Neuerscheinungen auch nicht mal eben frei schaufeln.
    Nichtsdestotrotz fände ich eine zweisprachige Ausgabe mit ausgewählten Geschichten mal interessant.

    Das andere Problem sehe ich in etwas, was die Verhaltungsforschung mit Entenvögeln wohl als "Prägung" bezeichnen würde. Nicht genug damit, dass mir einige der Geschichten so vertraut sind, dass eine deutlich andere Übersetzung einfach merkwürdig wirken würde - das ist mir ja schon bei Janos Komplettneuübersetzung des Rosasches Gesamtwerkes so gegangen. Nichtsdestotrotz finde ich es spannend, eine textnähere Übersetzung lesen zu können und die beiden Übersetzungen zu vergleichen.

    Aber wer als erstes eine der Fuchs-Fassungen gelesen hat, für den ist diese erst mal sein gefühlter Originaltext. Über die Sprachkraft und die Wirkung haben ja schon einige was gesagt. Wenn Dr. Erika Fuchs nicht Übersetzerin, sondern Autorin gewesen wäre (und auf dem Barks-Werk nicht noch zig andere Geschichten aufbauen würden), würden wir den größten Teil der Diskussion gar nicht führen. In der Schweiz mag die Rezeption von Comics (als vermeintlicher Schund) eine andere als in Deutschland gewesen sein, möglicherweise verklären wir auch einiges in der Rückschau (zumal die meisten von uns in den Frühzeiten des Micky-Maus-Magazins ja noch gar nicht geboren waren, ich auch nicht). Und vielleicht ist es so, dass die Kombination aus Disney-Comics und Zitaten aus der Bildungsbürgertum bei uns ganz andere Kreise erschlossen hat (z.B. die FAZ-Redakteure PaTrick Bahners und Andreas Platthaus), als wenn die Comics textnäher übertragen worden wären. Wir wissen halt nicht, ob der Erfolg sich sonst genau so, anders oder gar nicht eingestellt hätte. Aber unbestritten ist, dass Micky-Maus-Comics zeitweilig sehr erfolgreich waren und das LTB es bei allen Abstrichen bis heute noch ist.

    Von daher: Ich vermute, dass eine Neuübersetzung wenig bis nichts an den angesprochenen Problemen ändern würde. Im deutschsprachigen Raum ist Dr. Erika Fuchs prägend und Kanon, das ändert man nicht mal eben so einfach, wie man eine Hose wechselt (...und selbst das hat an Mickys Rezeption bei weitem nicht so viel verändert, wie Egmont wollte und wir es diskutiert haben...).

    Lange Rede, kurzer Sinn: Mir wäre tatsächlich wichtiger, dass Egmont die angesprochenen Probleme zumindest wahrnimmt und vor allem im Bereich LTB sorgsamer mit den Übersetzungen umgeht. Bei allen Verdiensten von Frau Dr. Fuchs ist ihre Adaption eben eine zweischneidige Sache und sollte nicht in einem völlig anderen Umfeld sorglos kopiert werden.
    Geändert von NRW-Radler (24.08.2018 um 23:37 Uhr)

  5. #30
    @ NRW-Radler: Dem ist kaum etwas hinzuzufügen, außer, daß auch in Deutschland Comics in den 1950er Jahren definitv als Schund galten. Ich habe da Zeug von "Pädagogen" aus dem Jahrzehnt gelesen, da sträuben sich einem die Haare. Die hätten ihre Lizenz sofort verlieren müssen. Was Barks betrifft, sollte man sich erstmal schlau machen, was für einen die Top-Geschichten sind und danach dann die Originalversionen kaufen. Die sind nämlich nicht teurer, als manch deutsche Disneybücher und sogar günstiger, wenn man alte Bücher bei ebay ergattert.

  6. #31
    Mitglied Avatar von mathepauker
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    Zitat Zitat von NRW-Radler Beitrag anzeigen
    Ich habe es mal abgetrennt, auch wenn ich sicher bin, dass es ein ähnliches Thema schon gibt.
    Auf die Schnelle habe ich diese drei Themen gefunden:
    »Die Lage ist bitterernst! Wir sind in der Verteidigung ganz auf uns selbst gestellt!« (Dagobert Duck in Kampf um Duckland)

  7. #32
    Zitat Zitat von Unca $crooge Beitrag anzeigen
    @ NRW-Radler: Dem ist kaum etwas hinzuzufügen, außer, daß auch in Deutschland Comics in den 1950er Jahren definitv als Schund galten. Ich habe da Zeug von "Pädagogen" aus dem Jahrzehnt gelesen, da sträuben sich einem die Haare. Die hätten ihre Lizenz sofort verlieren müssen. Was Barks betrifft, sollte man sich erstmal schlau machen, was für einen die Top-Geschichten sind und danach dann die Originalversionen kaufen. Die sind nämlich nicht teurer, als manch deutsche Disneybücher und sogar günstiger, wenn man alte Bücher bei ebay ergattert.
    Pädagogen halt, viele von denen haben so ganz spezielle Ansichten. Damals erachteten sie Comics als Teufelszeug, und heute möchten manche (kein Witz, ich kenne nämlich solche) im Deutschunterricht keine literarischen Werke mehr unterrichten, sondern nur noch Unterhaltunskultur. Wahrscheinlich ist es eh am besten, Barks Werke sowohl in der Fuchsübersetzung als auch im englischen Original zu lesen, da ich denke, dass Fuchs tatsächlich, auch wenn sie nicht immer originalgetreu übersetzt hat, Werke ganz eigener Art geschaffen hat. Allerdings sind so Eindeutschungen von Halloween in Karneval schon seltsam. Mich hatte als Jugendlicher schon damals gewundert, was für ein komisches Karneval mir da vorgesetzt wurde. Da ist die Verwendung des Originalbegriffs doch wesentlich sinnvoller.

  8. #33
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    @ mathepauker: Danke für die Links. Tatsächlich finde ich den 14 Jahre alt, ob Barks neu übersetzt werden soll, spannend. Ebenso den externen Link, wobei ich die Diskussion auch schon mal gelesen hatte. Interessant, dass am Ende doch wieder im Prinzip die gleichen, aber zahlreichen und ausgewogenen Argumente genannten werden, obwohl größtenteils ganz andere Diskussionsteilnehmer am Werk waren.

    Ich stimme im Wesentlichen der Linie zu, die sich aus Joachims Haltung ergibt ("so nah wie möglich, so frei wie nötig"), mit der Konsequenz, als Reduckteur genau zu prüfen, welchem Übersetzer man welche Geschichte gibt. (Mit der Konsequenz, dass Jano bereits die Erstübersetzung von "Ein Brief von daheim" bekommen hat, weil er erkannt hat, dass diese Geschichte - schon unabhängig von Don Rosas eigenem Anspruch - eine sensible und keine sprachgewaltig-lustige Übersetzung benötigt hat).
    Aber auch Janos Hinweis im Fieselschweif-Forum, dass es genug Fließbandgeschichten gibt, die keinen eigenen textllichen Anspruch lassen und dem Übersetzer damit Freiräume lassen, finde ich wichtig. Im "Geschichte-gesucht"-Thread geht es ja gerade um "Guru des Unglücks" (aus LTB 372) mit den schwäbischen Eingeborenen. Das ist genau so eine Fließbandgeschichte, der der zusätzliche Witz sogar gut tut. (Einschränkung: Sollte es je eine Fortsetzung geben, muss die auch ein Schwäbischsprachiger übersetzen.)

    Das ist dann eben ein schmaler Grat. Der Rütlischwur bei der Neffenwäsche passt da einfach. Genau so wird Schiller in "Asterix auf Korsika" zitiert ("Alles rennet, rettet, flüchtet" - aus der "Glocke"), und es passt zum Bild. Das Original hingegen lautet sicher anders. In "Asterix in Italien" findet man die Gratwanderung sogar im gleichen Bild (Seite 32): Einer der Sarmaten mit deutlich sowjetischen Anklängen verspricht den Genossen, "den Weg frei zu machen" (=Werbung der deutschen Genossenschaftsbanken), während der andere mit dem Holzhammer den Gott Marx anruft (was wohl schon im Original so steht). Der Werbeslogan ist hier aber so passend und unauffällig untergebracht, dass er nicht stört, wenn man die Anspielung nicht direkt versteht. Die mit dem Holzhammer passend gehauenen Gags in "Asterix und Latraviata" haben dagegen zu Recht für Empörung gesorgt.

    Die Übersetzung von "Doktor Duckenfaust" (LTB Spezial 45) ist dagegen zu bemüht - die Schule der Frau Dr. Fuchs bestand ja eben nicht darin, mit Gewalt Anspielungen und klassische Zitate in einen Text zu quetschen, sondern einen großen Schatz passender Zitate parat zu haben und gezielt einzusetzen. Indem aber bei "Doktor Duckenfaust" fast jedes bekannte Goethe-Zitat irgendwie in den Text gepresst wird (plus diverse andere Klassiker), geht die optische Lesbarkeit verloren (viel zu kleine Schrift!), der Textfluss gleich hinterher, und von Bottaros Original bleibt streckenweise auch nicht mehr viel übrig.

    Kurz und gut: Egmont beherrscht die ganze Bandbreite von "angemessen genau" über "angemessen frei" bis hin zu "zu frei" und "total vermurkst". Ich glaube, dass die Linie im DDSH und im Buchhandelsbereich grundsätzlich richtig ist. Für das LTB würde ich mir allgemein mehr Sorgfalt wünschen, sowohl bei der Übersetzung/dem Lektorat als auch bei der redaktionellen Arbeit. Fehler passieren, werden im Optimalfall aber korrigiert, bevor es der Leser merkt. Aber das habe ja bestimmt schon das eine oder andere Mal gesagt.

    Und es gibt eine Menge Geschichten, die weit nach Frau Dr. Fuchs übersetzt wurden, die ich liebend gerne noch einmal in "angemessen genau übersetzt" lesen würde. Präzise: Für die LTB-Ware gilt das vermutlich prozentual deutlich mehr als für Fuchs'sche Barks-Übersetzungen...

  9. #34
    Zitat Zitat von Thomas K124 Beitrag anzeigen
    Allerdings sind so Eindeutschungen von Halloween in Karneval schon seltsam. Mich hatte als Jugendlicher schon damals gewundert, was für ein komisches Karneval mir da vorgesetzt wurde. Da ist die Verwendung des Originalbegriffs doch wesentlich sinnvoller.
    Da muß man Frau Dr. Fuchs wohl ebenfalls verteidigen. Sie dachte sich wohl, daß sie "Halloween" niemals am Redakteur vorbeibekommt und machte deshalb "Karneval" daraus. In den 1950/60ern kannte dieses Fest hierzulande ja kaum einer, weshalb diese Änderung zu verzeihen ist. In den neuen Versionen (z.B. MM 45/2003) ist es jetzt aber eine "Halloween-Hektik".

  10. #35
    Mitglied Avatar von Ṡṕèċťãcûĺúš
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    Zitat Zitat von Luk Beitrag anzeigen
    Gab es wirklich Rosa-Übersetzungen von Bregel? Die Muhmacher-Übersetzung, also die von „The Cowboy Captain Of The Cutty Sark“, ist jedenfalls von Daibenzeiher.
    Tatsächlich! Da hat er aber einen schlechten Tag gehabt. Sogar die Namen (Düsentriebs) haben ja nicht mehr gestimmt.

    Zum Rest äußere ich mich vielleicht später. Vielleicht.
    "Sehen Sie? Nicht alles, was rot ist, ist eine Tomate!"

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