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Ergebnis 26 bis 31 von 31

Thema: Moriarty the Patriot (Ryosuke Takeuchi & Hikaru Miyoshi)

  1. #26
    Sicherer Kauf

  2. #27
    Zitat Zitat von Kulturkerbe Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    wie Kai Schwarz richtig sagt, ist diese Serie in keiner Weise mit der BBC-TV-Serie "Sherlock" verknüpft. Sowohl TV-Serie als auch diese Manga-Serie nehmen sich Doyles bekanntes Universum als Grundlage und bauen sich aus dem Gerüst dieser Welt ihre eigenen Adaptionen.

    Im Gegensatz zu der modernen TV-Serie spielt dieser Manga im viktorianischen England, ganz klassisch und erzählt eben die Geschichte vom Aufstieg des Mastermind der Londoner Unterwelt, Moriarty. Aber auch Sherlock Holmes hat hier seinen Auftritt, wenn auch nicht in der Prominenz, wie in seinen zahlreichen anderen, titelgebenden Umsetzungen.

    Die Serie ist sehr düster und bisweilen auch kompromisslos - für einen Shōnen-Titel sowieso - und mit seinen moralisch ambivalenten Figuren und der stilvollen Ästhetik ergibt sich für mich hier eine doch sehr interessante Lektüre. Ich lese den Titel sehr gerne.
    Hast du denn auch die Bücher gelesen? Wie passend ist denn die Darstellung von Moriarty? Und wie weit bist du? Wirkt der Charakter in der Reihe eher realistisch düster oder eher ein bisschen überzogen, wie gerne mal in Mangaserien?

    Falls das jetzt nicht zu viel spoilert :'D

  3. #28
    Ich bin kaum für Krimis zu begeistern außer es sind ganz besondere Zusatzelemente enthalt. Der Titel kann mich entsprechend auch nicht reizen zumal ich nicht einmal Sherlock Holmes gelesen habe.

    Meine Mangawünsche:
    Dragonball Kanzenban, Shishunki Bitter Change, Kokoro Connect, Futari no Himitsu, Haikyuu!, Ani-Imo, Log Horizon,
    Kuroko no Basket, Ame Nochi Hare, Dungeon ni Deai o Motomeru no wa Machigatte Iru Darou ka,
    Charlotte,
    Lovely Complex, Kiseijuu - Sei no Kakuritsu, Higurash no Naku Koro ni, Dou Danjo?!
    , Gyakuten Honey

  4. #29
    Hallo Shuichiakai,
    Hast du denn auch die Bücher gelesen? Wie passend ist denn die Darstellung von Moriarty? Und wie weit bist du? Wirkt der Charakter in der Reihe eher realistisch düster oder eher ein bisschen überzogen, wie gerne mal in Mangaserien?
    ich habe die Sherlock Holmes-Geschichten (zumindest die von Doyle) alle gelesen, aber das ist einige Jahre her. Ich kann mich ehrlich gesagt auch nicht an viele Auftritte von Moriarty erinnern, ich glaube nicht, dass es viele gab. Darum habe ich gerade auch noch einmal Wikipedia befragt, um die Biographie des originären Moriarty mit dem Titel hier abzugleichen. Zumindest die groben Daten (zwei Brüder, Mathematikprofessor, etc.) stimmen mit dem Manga überein.

    Der größte Unterschied ist die Motivation von Moriarty. Frei nach dem Titel "Moriarty, der Patriot", liegen den Verbrechen von Moriarty und seinen Gefolgsleuten ein streitbar ehrvolles, die ganze Nation betreffendes Motiv zugrunde. Er will die starre und brutale Klassengesellschaft des damaligen Englands zerschlagen. Um dies zu erreichen, wird er zu dem "kriminellen Mastermind", das sich dem Kampf gegen den verdorbenen Adel verschrieben hat, dabei aber Mittel und Wege zur Hilfe nimmt, die ihn zu einem ethisch durchaus ambivalenten Charakter machen, wenn nicht sogar zu einem verbrecherischen Rächer.

    Moriarty selbst ist stilvoll und ruhig, kalkulierend, er ist aber nicht wirklich düster, wenn man ihn in Relation zu "wirklich düsteren" Figuren anderer Werke stellt. Jedoch die teils vermittelte Stimmung ist düster, vor allem im Kontext des Veröffentlichungshintergrunds, finde ich. Es ist ohne Frage an mehreren Stellen oft ein wenig zu sehr vereinfachtes "arme Leute gut, reiche Leute schlecht"-Konzept, was die verarbeiteten Nebenfiguren angeht, aber abseits davon sind die Gedanken und Taten, die Moriarty antreiben, fragwürdig und teilweise auch verstörend für mich und machen primär den Reiz der Geschichte aus. Er ist ohne Frage überzogen in seiner Darstellung, so ist es aber auch Holmes und der Rest der Figuren. Alle diese Figuren sind "hübsche, junge Männer", die die Rollen der im Original alten und oft durchlebten Figuren annehmen. Am Ende ist das hier eben noch immer ein Manga. Dagegen ist der Manga zur BBC-Serie eine typisch westliche, recht bodenständige Erzählung, ist im Grunde nur der Comic einer westlichen (der Originalvorlage wesentlich näheren) TV-Adaption.

    Die Serie um Moriarty hier ist, ehrlich gesagt, am Ende doch viel spürbarer ein "typischer Manga", was die Charakterisierung und die Bildsprache, den Erzählton angeht. Aber das macht für mich die Geschichte nicht schlechter, denn ich lese Manga, weil ich die Markenzeichen dieses Mediums sehr gerne mag. Es ist ein Manga, der sich aus Doyles Welt etwas freimütig bedient und den Fokus besonders am Anfang auf den schlauen Moriarty setzt, ihm eine moralisch fragwürdige Intention andichtet und sich mit diesem Konzept durch das Universum von Doyle hangelt.

  5. #30
    Mitglied Avatar von Nicole Ebenhöch
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    Hannover
    Beiträge
    4.620
    den manga habe mir gewünscht als kaufe ich den manga

    ich mag große Großformate

  6. #31
    Zitat Zitat von Kulturkerbe Beitrag anzeigen
    Hallo Shuichiakai,


    ich habe die Sherlock Holmes-Geschichten (zumindest die von Doyle) alle gelesen, aber das ist einige Jahre her. Ich kann mich ehrlich gesagt auch nicht an viele Auftritte von Moriarty erinnern, ich glaube nicht, dass es viele gab. Darum habe ich gerade auch noch einmal Wikipedia befragt, um die Biographie des originären Moriarty mit dem Titel hier abzugleichen. Zumindest die groben Daten (zwei Brüder, Mathematikprofessor, etc.) stimmen mit dem Manga überein.

    Der größte Unterschied ist die Motivation von Moriarty. Frei nach dem Titel "Moriarty, der Patriot", liegen den Verbrechen von Moriarty und seinen Gefolgsleuten ein streitbar ehrvolles, die ganze Nation betreffendes Motiv zugrunde. Er will die starre und brutale Klassengesellschaft des damaligen Englands zerschlagen. Um dies zu erreichen, wird er zu dem "kriminellen Mastermind", das sich dem Kampf gegen den verdorbenen Adel verschrieben hat, dabei aber Mittel und Wege zur Hilfe nimmt, die ihn zu einem ethisch durchaus ambivalenten Charakter machen, wenn nicht sogar zu einem verbrecherischen Rächer.

    Moriarty selbst ist stilvoll und ruhig, kalkulierend, er ist aber nicht wirklich düster, wenn man ihn in Relation zu "wirklich düsteren" Figuren anderer Werke stellt. Jedoch die teils vermittelte Stimmung ist düster, vor allem im Kontext des Veröffentlichungshintergrunds, finde ich. Es ist ohne Frage an mehreren Stellen oft ein wenig zu sehr vereinfachtes "arme Leute gut, reiche Leute schlecht"-Konzept, was die verarbeiteten Nebenfiguren angeht, aber abseits davon sind die Gedanken und Taten, die Moriarty antreiben, fragwürdig und teilweise auch verstörend für mich und machen primär den Reiz der Geschichte aus. Er ist ohne Frage überzogen in seiner Darstellung, so ist es aber auch Holmes und der Rest der Figuren. Alle diese Figuren sind "hübsche, junge Männer", die die Rollen der im Original alten und oft durchlebten Figuren annehmen. Am Ende ist das hier eben noch immer ein Manga. Dagegen ist der Manga zur BBC-Serie eine typisch westliche, recht bodenständige Erzählung, ist im Grunde nur der Comic einer westlichen (der Originalvorlage wesentlich näheren) TV-Adaption.

    Die Serie um Moriarty hier ist, ehrlich gesagt, am Ende doch viel spürbarer ein "typischer Manga", was die Charakterisierung und die Bildsprache, den Erzählton angeht. Aber das macht für mich die Geschichte nicht schlechter, denn ich lese Manga, weil ich die Markenzeichen dieses Mediums sehr gerne mag. Es ist ein Manga, der sich aus Doyles Welt etwas freimütig bedient und den Fokus besonders am Anfang auf den schlauen Moriarty setzt, ihm eine moralisch fragwürdige Intention andichtet und sich mit diesem Konzept durch das Universum von Doyle hangelt.
    Hallo Kulturkerbe,

    Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort. Das klingt tatsächlich ziemlich gut. Denn im Gegensatz zu vielen mag ich die Holmesserie auch nicht wirklich, sodass ich da vorsichtig geworden bin. Gerade bei Werken, die an sich tiefgründig sind und dann interpretiert werden, driften diese dann doch des öfteren in eine ungute Richtung ab.

    Jetzt muss ich dann nur ggf. Einen anderen Titel wieder aus der Liste kicken, damit es nicht zu viel und zu teuer wird. ;"D

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