Ergebnis 1 bis 3 von 3
  1. #1

    Eindrücke von Ant Man (RTL)

    Gestern habe ich mir bei der Free TV Premiere erstmals „Ant Man“angesehen. In meinen Augen weist der Film in seiner Grundstruktur starke Parallelen zu „Iron Man 3“ auf. Beide Mal geht es um die Konfrontation eines guten, an Verantwortung orientierten, mit einem bösen Wissenschaftler, der mit seiner Arbeit nur reich und mächtig werden möchte. Bei „Iron Man“ wurde der Gute von Tony Stark (Robert Downey jr.) repräsentiert, der Böse von Aldrich Killian (Guy Pearce). Die Beziehung wurde dadurch etwas relativiert, daß Stark Killian herablassend behandelt hatte. Hier nun ist der Gute Hank Pym (Michael Douglas), der seine Experimente mit dem Schrumpfen von Organismen geheim hält, als er das militärische Potential erkennt (das sich mir allerdings nicht so ganz vermittelt). Darren Cross (Corey Stoll) übernimmt hier die Position des Bösen, denn er forscht als Pyms Assistent auf eigene Faust weiter, weil er mit der Schrumpftechnik nur Geld verdienen will. In beiden Filmen setzt sich das Verantwortungsbewußtsein letztlich durch.

    Man hatte etwas Mühe, die Konstellationen des klassischen „Ant Man“-Comics wiederzuentdecken. Hope (Evangeline Lilly) knüpft an Janet van Dyne aus den Comics an, damals Freundin und später Ehefrau von Hank, jetzt seine Tochter. Sie ist deutlich zeitgemäßer angelegt als die mondäne Janet, ist auch gewohnt, sich gegen Männer durchzusetzen. Das Interessante an Scott Lang (PaulRudd), dem neuen Ant Man, ist, daß er die Kräfte seiner Figur eindringlicher und auf anrührendere Weise kennenlernt als Hank – er hatte als Wissenschaftler oft das erwartet, was er als insektengroßer Mensch erlebte. Allerdings: Für Hank war die erste Begegnung mit Ameisen ein Schock – das habe ich im Film vermißt.

    Gut fand ich das Duell von Ant Man und Yellowjacket (dieser Name hat in den alten Comics auch eine andere Bedeutung) in Spielzeuglandschaften. Da war die Trickabteilung wirklich kreativ. Auch die Sache mit dem Regulator, die dazu führt, daß Ant Man wie einst die Fantastic Four in Subatomica landet, war eine gelungene Zutat. Er kann sich allerdings für meinen Geschmack etwas zu leicht aus dieser Klemme wieder befreien. Dies ist im übrigen nicht der einzige Effekt, der für mich etwas zu schnell verpufft – daß es Schlag auf Schlag geht, ist generell ein Markenzeichen des heutigen Actionkinos. Scott Langs südamerikanische Kumpel aus dem Knast sind recht gut eingesetzt. Da hatte ich allerdings immer das große Vorbild „Ocean’s Eleven“ vor Augen (die neue Fassung von Steven Soderbergh), wo allerdings Einbrüche in extrem gesicherte Gebäude nicht nur eine kleine Nebenhandlung bilden.

    Also insgesamt gab es an dem Film wenig Herausragendes, aber gute Ansätze. Bei „Ant Man 2“ würde ich eventuell auch ins Kino gehen, um das zu überprüfen. Letzte Anmerkung: Mir war klar, daß RTL den Abspann abschneidet, aber das war tatsächlich so abrupt und lieblos gemacht, daß ich es ärgerlich fand.

    Geändert von Peter L. Opmann (12.03.2018 um 15:01 Uhr)

  2. #2
    Mitglied Avatar von franque
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    Hope war offenbar die Tochter von Pym und Janet in irgendeiner kurzlebigen Serie in einem Paralleluniversum, dort bekannt als Red Queen.
    Janet wird jetzt in dem Sequel auftauchen, wo sich Hope als Ersatzwespe auf die Suche nach ihr macht. In der Mikrokosmos-Sequenz war angeblich ein kaum wahrnehmbarer Miniauftritt von Janet (ähnlich wie von Clea in dem "Doctor Strange"-Film).

  3. #3
    Ich gebe zu, daß die Janet aus den 60er Jahren in einen heutigen Film nicht mehr so recht passen würde. Aber andere Marvel-Figuren wurden ja auch nicht wegen Unzeitgemäßheit weggelassen, sondern eben neu interpretiert. Hope van Dyne war allerdings, abgesehen davon, daß sie ultrahart ist, eine recht eindimensionale Figur.

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