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  1. #1

    Meinung: Meine Hauptdarsteller altern lassen?

    Hallo, ich zeichne seit über 2 Jahren meinen Webcomic Toni & Charlie (https://www.toniundcharlie.de). Dabei handelt es sich um eine humorvolle Serie (vgl. Gaston, Kid Paddle), die als Einseiter konzipiert ist.

    Hauptdarsteller sind zwei Mädchen, etwa im Alter 4 und 7 Jahre. Hauptaufgabe der Mädchen ist es, die Eltern in den Wahnsinn zu treiben oder über das Leben, Großwerden o.ä. zu philosophieren. Seit zwei Jahren habe ich das Glück, dass unsere Regionalzeitung die Serie (konzipiert als Einseiter) einmal im Monat abdruckt. Die beiden Mädchen sind inspiriert von unseren Töchtern, die Serie ist aber nicht autobiographisch.

    Im Moment holt mich eine Frage ein, die mir schon zu Anfang durch den Kopf ging, die ich aber bisher immer offen gelassen habe: "Lasse ich die beiden Mädchen altern?" oder sind sie ewig jung, so wie das in 99% der Comics der Fall ist?

    Im Sinne einer Wiedererkennbarkeit wäre sicherlich, dass Toni & Charlie nicht altern.

    Im Sinne von Abwechslung, ja vielleicht Alleinstellungsmerkmal könnte ich mir gut vorstellen, dass die beiden Mädels auch größer werden. Nicht in Echtzeit, ein bisschen langsamer schon. Unsere Kleine kommt nächstes Jahr in die Schule. Von dem Mädchen, das vor zwei Jahren für Charlie als Patin diente, hat sie sich schlicht weiter entwickelt.

    Mir gefällt die Vorstellung, dass aus den Mädels in den nächsten Jahren Teenager werden, die sich mit ganz andere Themen herumschlagen, als Toni & Charlie heute.

    Was ist Eure Meinung zu Hauptdarstellern, die in einer Serie altern?

    Danke für Feedback :-)

    Gruß
    Marcus

  2. #2
    Moderator Künstlerbereich Avatar von Maidith
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    Hallo Marcus,
    warum nicht In vielen Mangas ist das ja schon so, ich denke da z.B. an Dragon Ball.

  3. #3
    Das ist doch eine gute Idee, bringt jede Menge neuen Stoff mit rein, und es gibt viele Leser die dadurch eine noch größere Verbindung zu den Figuren aufbauen können.
    Muss aber natürlich von Anfang an gut überlegt sein, denn in Comics ist zwar nichts unmöglich aber wenn du dann plötzlich doch wieder zurück gehn willst, kann das einen unschönen Bruch im Lesevergnügen bedeuten.

    Künstler wie Terry Moore oder Hernandez begleiten ihre Figuren auch über viele Jahre hinweg und zeigen ihre Entwicklung durch die verschiedenen Lebensabschnitte.

  4. #4
    Hallo Maidith, hallo Ray.

    Danke für Eure Gedanken zu dem Thema :-) Ich bin froh, dass mir kein "das geht gar nicht" entgegenschallt. Mit dieser Beruhigung im Hinterkopf werde ich mir überlegen, ob ich das mache bzw mit der Zeitung sprechen, ob sie eine solche Entwicklung gutheissen würden.

    Lieben Dank :-)

  5. #5
    Mitglied
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    Auf jeden Fall würde ich die Figuren altern lassen! Ich glaube das viele Leute gerne Figuren beim Aufwachsen beobachten. Wenn ich da an meine Oma denke, die seit Jahren Lindenstrasse guckt und immer vom Heranwachsen von Hans Beimer berichtet!
    Man is born naked, wet and hungry and screaming.
    Then everything gets worse (Autor unbekannt).

  6. #6
    Mitglied Avatar von Rookie
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    Im Comic ist eigentlich fast alles möglich. Bestes Beispiel für die Alterung einer Comicfigur ist aktuell wahrscheinlich der Carl aus "The Walking Dead". Ich persönlich finde es spannend eine Figur mit allen Auf und Ab's zu begleiten und deren Entwicklung mitzuerleben.

  7. #7
    Mitglied Avatar von Jot
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    Kommt drauf an, wie lange du den Comic zeichnen willst. Wenn dir die Themen ausgehen, lass sie altern. Die Simpsons-Gören Altern beispielsweise nicht und die Serien-Themen auf diese Famile runterzubrechen wirkt heute arg konstruiert bis langweilig. Die einzige langfristige Serie, dich ich kenne, wo die Kinder-Charektere nicht altern und sie dennoch den Themendreh schafft, ist SouthPark.
    Ich hab auch so'n Zwitscher Zeugs
    https://twitter.com/SheJot

  8. #8
    Mitglied Avatar von dino1
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    Ich finde es kommt drauf an, wenn du es zeitlos halten willst lass sie nicht altern, klappt eigentlich super bei Peanuts oder auch Calvin und Hobbes, Simpsons etc.
    Allerdings nimmst du du dir eben Potential das jetzt zu transportieren, das musst aber du entscheiden. Beim Fortschreiten ist ebne die Gefahr, dass alte Sachen nicht mehr gelesen werden, was ja auch schade ist.

  9. #9
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    Seit zwei Jahren habe ich das Glück, dass unsere Regionalzeitung die Serie (konzipiert als Einseiter) einmal im Monat abdruckt.
    die Serie ist aber nicht autobiographisch.
    dazu im Gegensatz:

    Unsere Kleine kommt nächstes Jahr in die Schule. Von dem Mädchen, das vor zwei Jahren für Charlie als Patin diente, hat sie sich schlicht weiter entwickelt.

    Mir gefällt die Vorstellung, dass aus den Mädels in den nächsten Jahren Teenager werden, die sich mit ganz andere Themen herumschlagen, als Toni & Charlie heute.
    Die ersten beiden Zitate sehe ich als Argumente dafür, sie nicht altern zu lassen.
    Mit dem dritten Zitat fängst du an zu schwanken.

    Würdest du sie altern lassen, wäre das zwar noch keine Biographie, aber es wäre biographisch.
    Und wer weiß, wie die Leserschaft der Zeitung auf diese schleichenden Veränderungen reagieren würde?

    Zudem würde es irgendwann darin münden, dass pubertierende Jugendliche kein großes Interesse mehr an den Eltern hätten. Das Grundkonzept deiner Geschichten wäre somit gefährdet.

    Ich würde sie so lassen, wie sie sind.

  10. #10
    Eine Woche nicht auf der Seite hier, jetzt erneut aufgerufen und überrascht über die weiteren Kommentare :-)

    Vielen Dank in die Runde!

    @Catalano - eine gute Analyse mit Punkten, die ich so noch nicht bedacht habe. Danke dir!

  11. #11
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Zitat Zitat von Riana Beitrag anzeigen
    Auf jeden Fall würde ich die Figuren altern lassen! Ich glaube das viele Leute gerne Figuren beim Aufwachsen beobachten. Wenn ich da an meine Oma denke, die seit Jahren Lindenstrasse guckt und immer vom Heranwachsen von Hans Beimer berichtet!
    Hans ist der Vater. Der mittlerweile nicht mehr ganz so kleine Junge heißt Klaus ("Klausi") Beimer.

    Im übrigen gibt es das Altern von Comicfiguren nicht erst seit "The Walking Dead" oder den Manga. Schon 1919 wurde das in "Gasoline Alley" eingeführt. Und die Serie erscheint noch heute.
    Geändert von Mick Baxter (08.11.2017 um 10:14 Uhr)
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  12. #12
    Mitglied Avatar von charlie brown
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    Hallo Marcus
    ich zeichne meine Serie (POPEL) jetzt schon seit 14 Jahren und das Kerlchen mit seiner Bande erscheint in diversen Zeitungen. Meine Figuren (Grundschulalter) habe ich nicht altern lassen. Außer das Baby "Bohne", das jetzt im Kleinkindalter angekommen ist und dort stehen bleibt. Überwiegend werden die Strips von Grundschülern gelesen. Ich will diesen Grundschul-Charme für meine Figuren beibehalten und denke dabei an die nächste Generation Grundschüler. Wenn ich bedenke, dass die Leserschaft der ersten Zeit heute erwachsene Leute sind, glaube ich nicht, es wäre gut gewesen, meine Figuren mit altern zu lassen. Auch über die Teenie-Phase hinweg. Und da die Leserschaft von "gestern" heute im Alter meist keine große Interesse an Popel mehr hätten, vemutlich
    Geändert von charlie brown (08.11.2017 um 12:38 Uhr)

  13. #13
    Mitglied Avatar von einbilder
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    Hey Marcus. Gefallen mir deine Comics und die Idee, die Figuren altern zu lassen, finde ich wirklich sehr reizvoll und interessant
    Das sieht man leider sehr selten in Comics. Ich erinnere mich nur an den FAZ-Comic "Strizz". Auch wenn ich absolut kein Freund davon war...aus Gründen.. fand ich die Idee, die Kinder quasi altern zu lassen toll.
    Das Problem bei Strizz war - neben viiielem anderen - leider nur, dass die Kinder bereits für ihr Alter altklug und extremst unsympathisch auf erwachsen getrimmt angefangen haben. Wo sollen diese noch erwachsen werden, wenn sie mit Stofftieren prätentiös von "Kant" fabulieren und aktuelle politische Ereignisse besprechen? In den Jahren danach hat sich dann nur die Optik geändert.
    Calvin aus "Calvin&Hobbes" ist für mich ein Beispiel, wie man eine Kinderfigur sympathisch "große" Gedanken haben lässt und sie als Kinderfigur trotzdem beibehält, mit allen Schwächen; Selbstsucht, Unaufmerksamkeit, Trägheit, Nihilismus, aber dennoch grundsympathisch. Bei deinem Comic haben die Figuren auch noch etwas schön kindliches, das wäre dann wirklich interessant, wie diese altern und sich verändern. Ich bin gespannt
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