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  1. #1

    Spider-Man früher und heute: Eure Meinung

    Ich dachte mal, nach der interessanten Diskussion am Ende in dem anderen Thread (Spider-Man: Homecoming Official International Trailer #1 (2017) ) über die alten Spiderman Comics, fange ich mal ein neues Thread an.
    Animiert durch die alten wie neuen Spiderman Filme, habe ich mich sehr mit Comics beschäftigt. Ich habe im Keller einige Hefte gefunden (viele Condor Hefte und Taschenbücher an die ich mich gar nicht mehr erinnern konnte.
    Ich hatte mir vor kurzem ein Band von Panini (Marvel Klassiker) mit Spiderman gekauft und war sehr angetan.
    Daraufhin habe ich Unmengen alte Spiderman Williams Hefte bei Ebay ersteigert. Ein Großteil mit 60 Heften müsste die Tage kommen und ein kleines Paket von 12 Heften ist gerade angekommen.
    Fazit: die alten originalen Hefte, die ich eben bekommen hatte stinken muffig. Ich glaube ich hätte mich mit Nachdrucken beschäftigen sollen.

    Ich habe mir letztens auch am Kiosk ein aktuelles Spiderman Comic gekauft und war ziemlich verwirrt. Die modernen Comics sind merkwürdig.
    Ich habe mir sogar einige Batman Hefte der aktuellen Rebirth Reihe gekauft und war noch verwirrter.

    Eine Frage in die Runde, bin ich jetzt zu alt (51 Jahre) und kapiere die neuen Comics nicht mehr? hat sich die Welt komplett verändert und ich habe es nicht mitbekommen?
    Ich empfand die Geschichten früher leicht verständlich, heut nicht mehr. Auch die Zeichnungen haben sich krass verändert.
    Ich muss dazu sagen, ich bin selbst auch Künstler und zeichne selbst. Die heutigen Zeichnungen gefallen mir persönlich nicht mehr so sehr, obwohl ich ein Fan von realistischen Zeichnungen bin.

    Früher fand ich die Geschichten mit Zeichnungen von Steve Ditko besser, aber aus heutiger Sicht sind sie etwas zu einfach. Ich mag viel mehr John Romita.

    Hat jemand von euch vielleicht die ganze Entwicklung bis heute ohne Unterbrechung durchlebt?

    Jedenfalls befinde ich mich zurzeit auf einer Entdeckungsreise in die Welt von Marvel nach langer Abstinenz und würde mich sehr über eure Meinung zu früher und jetzt hören.

  2. #2
    Also meine Williams- und Condor-Hefte riechen noch nicht muffig. Der, von dem Du die Sachen gekauft hast, hat die offenbar auch im Keller aufbewahrt.

    Nachdrucke gibt's - außer gelegentlich mal Sammelbände wie der, den Du erwähnt hast, und die Schuber-Reihe, die es mal bei Marvel Deutschland gab - eigentlich kaum. Man muß halt zusehen, daß man die alten Hefte in möglichst gutem Zustand bekommt.

    Marvel auf Deutsch ging übrigens nicht mit Williams los; da gab es vorher noch die HIT-Comics aus dem Bildschriften-Verlag (ab 1966). Über diese Ausgaben gehen allerdings die Meinungen auseinander. Sie haben zweifellos häufig schöne Cover (besser gedruckt und mit leuchtenderen Farben als bei Williams), sind innen aber anfangs schwarz-weiß, und die Übersetzung ist teilweise haarsträubend schlecht. Und nur Williams hat die Marvelserien mal chronologisch herausgegeben (allerdings Sonderausgaben wie Annuals fast immer ausgelassen)..

    Zu Ditko würde ich sagen: Natürlich sind seine Storys aus heutiger Sicht etwas naiv. Aber ich finde sie nach wie vor gut. Schau Dir zum Beispiel mal "Spinne" # 27 (Williams) an ("Gefangen von J. Jonah Jamesson"). Spannend, witzig, mit zwischenmenschlichen Verwicklungen. Und Ditko hat wohl in der Frühzeit von Marvel am meisten seine Storys selbst geschrieben. Ich muß sagen, ich finde das beachtlich.

  3. #3
    Mitglied Avatar von dino1
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    Comics haben sich eben auch entwickelt. Dass du nach 50 Jahren durchaus mal Veränderungen siehst dürfte normal sein, wobei die ja gerade im Superhelden Bereich minimal sind.
    Was dich bestimmt stört ist das sogenannte 'decompressed storytelling'. Die Geschichten sind oft nicht mehr in einem Heft abgehandelt, sondern ziehen sich über 'Storyarcs', meist von 6 Heften, zur besseren Verwertung als 'Tradepaperback'.

    Ich persönlich finde das auch nicht immer so gelungen, da man manche Hefte wirklich in knapp 30 Sekunden durch hat, wer nicht auf dem Laufenden ist Probleme beim Einstieg hat und mir das zu gewollt an Filme anlehnt.
    Dazu kommt noch ein ständiger Neustart von Reihen, gefühlt ist jeder 3 Monat mit einer neuen Nummer 1 am Start.

    Mir machen die alten Sachen auch oft mehr Spaß, aber ich will nicht alles schlechtreden. Manches gefällt mir auch gut, z.B. finde ich die Guardians of the Galaxy von Bendis ganz gelungen, oder auch X-Men Blue. Bei Batman gibt es durchaus gute Ansätze mit sehr guten Zeichnern.

  4. #4
    Schade, daß hier keiner mehr was reinschreibt.

    Ich möchte nichts gegen die neueren Superheldencomics sagen, aber ich finde es schade, daß die Sachen aus dem Silver Age so abqualifiziert werden. Wie ich schon sagte, kenne ich mich hauptsächlich mit Marvel aus. In der ersten Phase, etwa 1961 bis 1966, gibt es viel schlecht gezeichnete Dutzendware, aber auch einige Sachen, die bis heute Maßstäbe gesetzt haben. Man darf nicht übersehen, daß damals in kurzer Zeit die gesamte Ikonografie entwickelt wurde, die bis heute gilt. Die besten Zeichner haben nicht einfach DC kopiert, sondern einen ganz anderen Stil dagegengesetzt. Natürlich muß man da Kirby nennen, aber in erster Linie ist da für mich Steve Ditko wegweisend.

    Zwischen etwa 1967 und 1972 sind die Zeichnungen vieler Marvel-Künstler richtig gut. Das einzige Manko ist: Sie hatten keine Computereffekte zur Verfügung, sondern oft nur schwarze Linien. Aber die Computereffekte lenken eher ab und blenden. Leute wie Romita, Buscema oder Colan reichen nach meiner Einschätzung beinahe an die großen Zeitungsstrip-Meister heran. Jüngere Leute, die Superheldencomics lesen, sagen jedoch gleich: "Ach, alles schlecht gezeichnet."

    Über die inhaltliche Seite habe ich ja an anderer Stelle schon was gesagt. Das Superheldenuniversum war in den 60ern und Anfang der 70er noch nicht so groß und verzweigt. Man konnte noch Neues ausprobieren, und das wurde auch gemacht. Finde ich wesentlich interessanter als Storylines heute, die immer im festgelegten Korridor des Markenimages bleiben müssen - selbst wenn man vermeintlich alles resettet. Meine Hochachtung, wenn dabei immer wieder mal doch etwas Lesenswertes herauskommt - wie gesagt, ich möchte die heutigen Comics nicht niedermachen.

  5. #5
    Mitglied Avatar von Mayaca
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    Aber das schöne ist doch, daß heute alles verfügbar ist.

  6. #6
    Klar, wer will, kann auch die Silver-Age-Sachen lesen. Aber ich beobachte halt, daß viele Superhelden-Leser die heute von vorneherein abtun, ohne sich mal richtig damit zu beschäftigen. Deshalb weise ich darauf hin.

  7. #7
    Nicht alle. Ich bin erst über die schwarze Hachette Kollektion zum älteren Material gekommen, lese dieses aber sehr gerne. Um mal wieder einen Schlenker zum ursprünglichen Threadthema zu machen, mir persönlich gefällt der Spiderman von Romita am besten.

  8. #8
    Mitglied Avatar von dino1
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    Ich kann nicht erkennen, dass Altmeister wie Buscema, Romita und Co. abgewertet werden, eher das Gegenteil, jeder der sich ein wenig im Comicbereich auskennt weiß um die herausragende Bedeutung und das Können der Zeichner.

    Allerdings gibt es eben auch sehr gute Zeichner der heutigen Generation, die viel freier sind und eben aus der Erfahrung der Alten schöpfen können. Was Leute wie Bryan Hitch, Jim Lee, Adam Kubert Greg Capull oder andere Starzeichner aufbieten ist schon beeindruckend.

    Dazu kommt eben auch eine gewisse Frische in den Geschichten, und gerade scheint man ja bei DC und Marvel erkannt zu haben, dass der hunderste Neustart nicht das Allheilmittel sind.

  9. #9
    Ja, das Thema war eine weile zum Stillstand gekommen, aber ich konnte selbst nichts dazu beitragen.
    Ich muss gerade sehr, sehr viel nach holen. Wie gesagt, ich habe gerade an die 70 alte Marvel Williams Comics gekauft. Die meisten sind Spinne, aber auch einige wenige Rächer, Hulk und Fantastischen Vier sind auch dabei.
    Gerade habe ich mir mit meinem Filmprojektor den zweiten Spiderman aus den 70igern (Spiderman schlägt zurück) auf der großen Leinwand angeschaut. Vorher hatte ich bei Youtube reingeschaut und war verunsichert, aber als Film Kopie ist er einigermaßen erträglich. Aber nur, weil es Kindheitserinnerung weckt, denn mit dem Comic Spiderman hat es nicht die geringste ähnlichkeit.
    Ein Glück gab es die neuen Filme.
    Ich versuche das Zeitgefühl von Heute zu spüren, dafür war ein Besuch Gestern auf der Comic Con hier in Berlin eine tolle Sache. Hier auf dem Bild bin ich zwischen Kostümierten Cosplayer
    http://www.chapter-x.com/wp-content/uploads/2017/10/comiccon.jpg

    Ich muss schon sagen, der Geist von Früher ist noch vorhanden. Natürlich mit einer Mischung des neuem auch. Ein Glück habe ich die Entwicklung bei Kult Filmen wie Star Wars nicht wie bei Comics verpasst und kann mich mit dem neuen und dem Klassischen sehr gut arrangieren.

    Zu den Comics kann ich noch nicht viel sagen, da ich noch sehr viel lesen muss. Paralel kaufe ich mir ab und zu auch neue Comics.
    Was ich mit Verpasst meine bezieht sich nur auf Superhelden Comics. In den letzten Jahren habe ich sehr wohl einige Comics gelesen, aber fast ausschließlich nur Alben aus Frankreich, Italien und Spanien von Künstlern wie jean pierre gibrat, francois bourgeon, Vittorio Giardino, Manara etc.
    Aber jetzt beschäftige ich mich mit Marvel und DC
    Ach übrigens habe ich mir ein Mega großes Buch geholt, kennt das jemand von euch?
    https://www.amazon.de/Years-Comics-M...ears+dc+comics

  10. #10
    Hallo Chapter X,

    was meinst Du mit "der Geist von früher ist noch vorhanden"? Das meiste, was Du schreibst, klingt so, als würdest Du die Williams-Hefte nicht von früher kennen. Oder hast Du Dir diese 70 Ausgaben doch noch einmal besorgt, nachdem Du sie als Kind/Jugendlicher schon mal hattest?

    Worin siehst Du Vor- und Nachteile von alten und neuen Superheldencomics? Und wie sind die im Vergleich zu frankobelgischen Alben?

    So ein dickes Coffeetable-Buch gibt es übrigens auch zu "75 Jahre Marvel Comics".
    Geändert von Peter L. Opmann (01.10.2017 um 23:53 Uhr)

  11. #11
    Nein, Spinne von Williams kenne ich nur Lückenhaft.
    Mein Taschengeld war damals gering und an erster Stelle kam Superman / Batman, da blieb nicht mehr viel für Spinne übrig.
    Ich dachte ich hatte damals etwa 40% gelesen, aber so wie ich es jetzt sehe, wahrscheinlich eher nur 20%.
    Die anderen Serien wie Rächer, Fantastischen vier etc. hatte ich mir nie gekauft.
    Vereinzelt nur Hulk und Dracula.
    Aber trotzdem war ich damals immer auf dem Laufenden, da ich mich mit einem guten Freund, der sich die Spinne regelmäßig kaufte, austauschte.
    Ich kann mich noch genau erinnern, wie er erschrocken mir Erzählte das Gwenn Stacy gestorben ist. Damals war ich 12 Jahre alt und ich denke die Liebschaften von Peter Parker hätten mich noch mehr interessiert, wenn ich noch drei oder vier Jahre älter gewesen wäre.
    Auf jeden Fall waren wir beide sehr traurig, als Spiderman eingestellt wurde und wir hatten auf dem Wochenmarkt, bei einer Tante, die gebrauchte Romane und Comics verkaufte uns mit älteren Ausgaben eingedeckt.
    Den Unterschied zu Alben brauche ich ja nicht näher beschreiben. Die, die ich erwähnte, sind in meinen Augen Literarisch wertvoll und die Zeichnungen sind echte Kunst. Ich will Amerikanischer Künstler nicht herab werten, aber man kann sie nicht direkt mit Zeichnern aus Europa vergleichen.
    Für mich ist ein "Kunstvoll gestaltetes Album", "Superhelden Comics" und "Manga" drei verschiedene Schuhe.
    Zu dem Geist von früher:
    Wir in Deutschland bekamen in den frühen 70igern viele alte Geschichten aufgetischt. Bei Superman und Batman wurden noch viele Comic Geschichten aus den 40iger – 60iger Jahre gedruckt.
    Da waren dann z.B. die Neil Adams Batman Geschichten sehr modern und der Zeit angepasst und ich mochte sie.
    Viele sehr alte US Comic Fans, die als Kind in den 40igern die Superhelden erlebten, hatten in den 70igern ähnliches erlebt, was ich und andere ältere Comic Leser heute durchmachen. Ihre Helden waren nicht mehr die alten, wie aus ihrer Kindheit.

    Eine kleine Anekdote: Als der Superman Film Ende der 70iger in die Kinos kam, hatte ich ihn mir im Kino neun Mal angeschaut. Ich war so begeistert, dass ich jeden damit genervt hatte. Weil ich schwarze Haare habe und eine Brille trage, wurde ich von Mittschülern als Clark Kent aufgezogen. Dann war Fasching und es gab eine Faschingsparty in der Schule. Meine Mutter ist Schneiderin, ich bat sie mir ein Kostüm zu nähen. Ich bin dann mit diesem Kostüm zur Faschings Party gegangen, da wir schon in der 7. Klasse waren, hatte sich kaum noch einer wirklich verkleidet.
    Erst wollten mich einige auslachen, aber da das Kostüm so cool war, bekam ich nur Lob und keiner hatte mich danach mehr veräppelt.
    Und letztes Wochenende habe ich auf der Comic Con ganz viele Leute gesehen, die ähnlich denken wie ich damals.
    Und da hat sich im Kern nicht viel verändert, man nutzt nur heutige Möglichkeiten aus und versucht alles der neuen Mode anzupassen.
    Geändert von Chapter-X. (02.10.2017 um 16:50 Uhr)

  12. #12
    @ Chapter X:
    Ich glaube, wir sind in einem ähnlichen Alter. Das heißt ja, Superheldencomics sind nicht etwas ganz Neues für Dich - nicht mal Marvel-Comics.
    Wenn Du so aussiehst wie Christopher Reeves, dann ist natürlich klar, daß Du Superman/Batman gelesen hast. Kleiner Scherz. Also ich konnte den Ehapa-Heften nie viel abgewinnen, hab' mir nur sporadisch mal einen Superman gekauft. Sehr gut fand ich mal das Heft 9 von 1972 (war eigentlich ein "Lois Lane"-Heft, wie ich heute weiß). Der ruhige Zeichenstil von Werner Roth hat mich sehr angesprochen, und ich mochte auch die Art, wie Superman da Lois beschützt. Ich habe mir das natürlich nicht neu gekauft, sondern später mal auf dem Flohmarkt. Aber "später" heißt: etwa zwischen 1980 und 1985. Gut fand ich auch den 9. Batman-Superband wegen der beiden Neal-Adams-Comics - da ging's mir also ähnlich wie Dir.
    Aber insgesamt konnte ich Ehapa nie viel abgewinnen. Ich fand DC immer etwas langweilig, auch die deutsche Übersetzung war eigenartig, eine sehr gewollte Umgangssprache, und auch das Glanzpapier mochte ich nicht. Chronischen Geldmangel gab's bei mir natürlich auch, aber er hinderte mich erstmal daran, die ganze Williams-Monatsproduktion zu erwerben. An "Superman/Batman" hätte ich erst viel später gedacht. Die großen Vorteile der Williams-Marvels waren die direkte Ansprache der Leser (wie im Original), also die Herstellung einer Leser-Community, zumindest gefühlt, und die Fortsetzungen - man konnte und mußte die Entwicklung der Figuren weiterverfolgen. Daß sich nie etwas wirklich änderte, wie Stan Lee fordert, was zumindest bis zum Tod von Gwen Stacy galt, habe ich damals nicht gemerkt. Heute beschäftigt mich die Frage: Was hat mich genau an diesen Comics fasziniert?
    Die Williams-Marvels waren auch schon um die zehn Jahre alt, also zehn Jahre der US-Veröffentlichung hinterher. Ich denke, auch das hat man nicht so gemerkt, weil in USA vieles anders ist als in Deutschland. Mich hat das, soweit ich es doch mal mitbekam, nie gestört.
    Die "Superman"-Filme fand ich auch toll, also jedenfalls I und II, ebenso später dann die "Batman"-Filme von Tim Burton. Marvel habe ich lange für unverfilmbar gehalten. Die "Spider-Man"-Filme der 70er Jahre habe ich mir nur angesehen, um auf Parallelen zu den Comics zu lauern. Ab und zu tauchten die mal auf. Aber mir war klar, daß der "echte" Spider-Man sich ganz anders bewegt und anders kämpft. Nicholas Hammond sah zwar kaum aus wie Peter Parker, aber war als Darsteller schon okay.
    Mich haben die Williams-Marvels dazu gebracht, selbst Comics zu zeichnen (siehe "Fanzines").

  13. #13
    Hallo Peter, hast Du einen Link zu Deinen Zeichnungen? würde mich sehr interessieren.
    Zurück zu Spiderman: Ich habe ein Heft am Kiosk durchgeblättert, aber nicht gekauft. Die Geschichte handelte von den Clon Geschichten, wo ja Gwen Stacy wieder lebt. Was meint ihr, bereut Marvel, dass sie damals Gwen sterben ließen?
    Welche der Frauen ist euer Favorit Gwen, M.J., Betty oder gar Liz ?

  14. #14
    Das ist mein aktuelles Werk: http://comicforum.de/showthread.php?...chmal-auf-quot Mit Google findet man auch Comicseiten im Internet.

    Williams beendete ja "Die Spinne", bevor die Klon-Geschichte startete. Die ersten Spuren davon findet man in "Das fehlende Jahr", einem Schuber von Marvel Deutschland, in dem die Ausgaben zwischen "Spinne" # 137 und Condor-"Spinne" # 1 enthalten waren. Für die Story war Gwen nicht gut; sie war so engelsgleich, daß sie damit als Partnerin disqualifiziert war. Deshalb mußte sie weg - sehe ich ein. Ich müßte vielleicht die alten Hefte nochmal lesen, um zu sehen, ob ich Gwen heute noch gut finde.

    Alles war in den Anfängen sehr aus der Perspektive von Peter Parker erzählt. Frauen waren nur dazu da, schön auszusehen und später möglichst geheiratet zu werden. Das war natürlich in den 70er Jahren nicht mehr zeitgemäß. Peter hatte trotzdem mit Frauen irgendwie immer Probleme - und das konnte ich damals sehr gut nachempfinden.
    Geändert von Peter L. Opmann (03.10.2017 um 22:17 Uhr)

  15. #15
    Mitglied Avatar von Horatio
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    Zitat Zitat von Chapter-X. Beitrag anzeigen
    Zurück zu Spiderman: Ich habe ein Heft am Kiosk durchgeblättert, aber nicht gekauft. Die Geschichte handelte von den Clon Geschichten, wo ja Gwen Stacy wieder lebt. Was meint ihr, bereut Marvel, dass sie damals Gwen sterben ließen?
    Der klassische dramaturgische Kniff, dass Totgeglaubte zurückkehren, wird ja bei Comics geradezu regelmäßig zelebriert.

    Der Marvel Database zufolge hat Gerry Conway (der die Story mit Gwens und des Original-Kobolds Tod geschrieben hat) das auch gewusst und mit dem Gwen-Klon versucht zu verhindern, dass ein anderer Autor Gwen Stacy später zurückholt. Und zumindest bis heute scheint auch bei Marvel die Ansicht vorzuherrschen, dass es besser ist, es zu lassen, wie es ist.

    Wie man in der Marvel Database nachlesen kann, ist die spätere Klon-Saga inhaltlich und auch in der Herstellung eine reichlich konfuse Angelegenheit gewesen. (Ich gehe mal davon aus, dass die Hintergrund-Infos der Marvel Database stimmen.)
    Überhaupt ist es diese inhaltliche Konfusion, die mich heute generell eher von Superhelden-Comics abhält. Ich kaufe mir dann und wann einzelne Geschichten und schere mich nicht mehr um größere Zusammenhänge. Das Wissen um Hintergründe intensiviert bestimmt die Leseerfahrung, aber so wichtig ist mir das bei Superhelden einfach nicht mehr.

    Heute ziehe ich bei Spider-Man die Ditko-Stories den Romita-Stories vor (damals war’s umgekehrt), mag sie aber letztlich beide. Aus meiner heutigen Sicht war bei Ditko inhaltlich und optisch alles weniger glatt, bei Romita wurden die Protagonisten zu wunderschönen Menschen und der Seifenoper-Charakter dadurch immer stärker. Dabei war es – soweit ich mich erinnere – gerade der realistische Touch (mit eben nicht idealisierten Figuren), weshalb Lee sich bei Spider-Man ursprünglich für Ditko statt Kirby entschied.

    Auch die charakterlichen Ecken und Kanten, die die Figuren in der Ditko-Ära noch hatten, wurden mMn in der Romita-Ära geglättet, die Figuren „gefälliger“. Man sehe sich in Bezug auf Peters Leben an, in welch düsterer Tonlage die letzte Ditko-Story endet, und wie in der nächsten Nummer plötzlich Optimismus in Peters Leben und in seinen Charakter einkehrt.
    Bei Ditko war Peter ein grüblerischer Eigenbrötler und Außenseiter mit Phasen der Verzweiflung und Niedergeschlagenheit (vielleicht sogar Depressionen?), eine sehr starke Charakterisierung. In der ersten Romita-Nummer wurde Peters Charakter dann von Stan Lee „weichgespült“.
    Man vergleiche Peters Verhalten in Relation zu seiner Umwelt (z. B. seinen Studienkollegen) in der letzten Ditko-Nummer und in der ersten Romita-Ausgabe.

    Aber all das hat der Popularität der Serie nicht geschadet, sondern sie wohl sogar noch gesteigert. Und kommerziell betrachtet war dieser „Entwicklungsschritt“ vielleicht sogar unausweichlich?

    *
    Zum Tod von Gwen Stacy empfehle ich übrigens die Lektüre von Marvels „What If …?“ #24: „What if … Spider-Man had SAVED Gwen Stacy?“
    (Ist das eigentlich mal auf Deutsch erschienen?)
    Geändert von Horatio (04.10.2017 um 17:23 Uhr)
    Horatio

  16. #16
    "What if" # 24 ist gerade kürzlich auf deutsch erschienen, im Hachette-"What if"-Band.

    Horatio, ich gebe Dir unbedingt recht, daß Peter Parker bei Ditko dunkler angelegt ist und so vielleicht auch der interessantere Charakter war als zu Romitas Zeiten. Aber Spider-Man war immer ein höchst optimistischer Abenteurer, immer mit einem lockeren Spruch und nicht kleinzukriegen. Das mag ein Widerspruch sein, den die Serie vielleicht längerfristig nicht ausgehalten hätte.

    Bei Romita kam alles etwas mehr in die Balance. Und Peter Parker blieb ja auch da von Schicksalsschlägen nicht verschont. Zudem waren die Zeichnungen von Romita moderner. Bei ihm war Peter ein Jugendlicher, bei Ditko ein junger Erwachsener - wobei die Zeiten damals auch noch so waren. Ditko hatte doch Mühe, die gesellschaftlichen Veränderungen der 68er Zeit umzusetzen, denke ich.

  17. #17
    Was mich ein wenig stört ist, dass Peter Parker am Anfang ein Mauerblümchen ist und nach und nach zum begehrtesten Typen wird. Mag sein, dass seine neu erlangten Superkräfte auch sein Selbstbewustsein stärken und das der Grund dafür ist, aber irgendwie ist es übertrieben. Bei Romita sehen die Figuren wirklich hübscher aus und da ist es wohl beabsichtigt, dass man auf eines der beiden Mädesl abfährt und um das logisch einzutüten, musste Peter naürlich atraktiver werden.

  18. #18
    Also in der klassischen Phase ist Peter Parker immer ein Außenseiter und kein typischer Frauenschwarm. Man könnte meinen, daß dieses Außenseitertum ihn für Frauen attraktiv macht.

    Was auch auffällt, ist, daß er sich bei seinen Frauen immer in einer langen Annäherungsphase befindet. Das ist aber wohl den Comic-Seriengesetzen geschuldet. Sex durfte da nicht vorkommen; deshalb datet Peter Gwen nicht dreimal, sondern immer und immer wieder. Bei Betty Brant macht er das sogar so lange, bis sie schließlich entnervt einen anderen heiratet. Innerhalb der Serie wird das so erklärt, daß er immer zwischen seinem Hingezogensein zu der Frau und seiner Sorge, er könne sie durch sein Leben als Spider-Man in Gefahr bringen hin und her schwankt (die Furcht war ja im Falle von Gwen auch nicht unbegründet).

    Man muß immer bedenken, daß sich an den Grundkonstellationen der Serie nichts ändern durfte. Auch deshalb blieb Peter mit Gwen immer so halb-befreundet.

    Romita hat, bevor er "Amazing Spider-Man" übernahm, lange Romance-Comics gezeichnet. Im Vergleich dazu war Peter Parker bei Ditko eine kafkaeske Figur.

  19. #19
    Ich habe mich bei meinem anderen Hobby, "Filme sammeln" (echte 35mm Kino Kopien), in letzter Zeit auch ziemlich viel mit Spiderman beschäftigt. Ich hatte mir erst "The Amazing Spiderman", dann den ersten von Sam Raimi und vor wenigen Tagen schließlich "Spiderman schlägt zurück" mit Nicholas Hammond gekauft.
    Ein glück verhält es sich hier umgekehrt, dass die alten Filme aus den 70igern nichts taugen und die neueren Spiderman Filme die alten Comics sehr gut wieder spiegeln. Bei dem dritten Rami Film erahnt man, wie es hätte sein können, wenn MJ und Gwen in Konkurrenz um Peter buhlen.
    Aber leider kommt Gwen erst bei den beiden anderen Filmen richtig zu Geltung. Daher muss man beide Reihen voneinander getrennt betrachten.
    Spiderman Homecoming ist leider für ein neueres Publikum gedacht und kommt mir genauso fremd vor, wie in den Comics das Thema mit den Clonen.
    Als ich Spiderman schlägt zurück mir angesehen hatte, fand ich das ganze Flair und die Mode der 70iger Jahre ganz cool, aber leider haben diese Filme nichts mit den Comics zu tun, es war wie ein 70iger Jahre Krimi Serie und hätte auch ohne das Auftreten von Spiderman funktioniert.
    Die hätten mal einen Spiderman Film drehen sollen, der Ende der 60iger Jahre spielt. Wie z.B. Peter Jacksons Version von King Kong, er hatte das Ganze in die 30iger Jahre verlegt wie das Original und nicht wie die 70iger Jahre Version, einfach in die jetzt Zeit damals, also in die 70iger Jahre.
    Als ich mir letztens mal den Dracula Film "Dracula jagt Minimädchen" angesehen hatte, musste ich bei der Jugend Clique an Spiderman denken. Die blonde Enkelin von Professor Van Helsing könnte Gwenn Stacy sein und Caroline Munro die perfekte Mary Jane Watson.

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