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Thema: Franquin – Meister des Humors

  1. #1
    Mitglied Avatar von Schock
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    Franquin – Meister des Humors

    folgendes ist mir bei der Lektüre des Buches aufgefallen:

    Gekürzte Seite aus „Auf dem Rummelplatz geht´s rund“:
    Auf Seite 109 ist unten rechts die gekürzte Seite aus „Auf dem Rummelplatz geht´s rund“ abgebildet. Hierzu ist anzumerken, dass die Seite gar nicht in dieses Kapitel (Goldminen und Gorillas) gehört und zudem die Bildunterschrift (No. 1033 anstelle 1045) falsch ist.
    Die gleiche Abbildung ist noch mal auf Seite 139 rechts unten zu sehen, diesmal im richtigen Kapitel (Das Nest im Urwald), allerdings ohne Bildunterschrift.
    Mir stellt sich daher die Frage, welche Abbildung richtigerweise auf Seite 109, rechts unten hätte sein sollen.


    Titelbildentwürfe für „QRN ruft Breztelburg“
    Auf Seite 197 sind rechts übereinander drei Entwürfe abgebildet. Auf den ersten Blick sehen alle drei ziemlich gleich aus. Bei genauerem Hinsehen merkt man, dass sich der zweite deutlich vom ersten unterscheidet. Der erste und der dritte Entwurf hingegen ist bis auf Spirous Käppi nahezu identisch. Da frage ich mich, warum Franquin hiervon zwei fast identische Versionen gezeichnet hat.

    Titelbildentwürfe für „Katastrophen ohne Ende“
    Auf Seite 226 sind rechts drei Entwürfe abgebildet. Der dritte wurde für das Album verwendet. Die ersten zwei schafften es nicht auf das Album und sind wieder mal nahezu identisch, bis auf geringe Farbabweichungen. Auch hier frage ich mich, warum der Meister diese Version zweimal zeichnete.

  2. #2
    Mitglied Avatar von Fagen
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    Was mir vor allem aufgefallen ist, dass die Sache mit dem doppelt verwendeten Bildmaterial kein Einzelfall ist!
    Noch ein paar Beispiele? Gerne.
    Auf Seite 196 sind zwei Titelbilder der Zeitschrift Spirou, auf denen man jeweils zwei Streifen der zum dort besprochenen Band "QRN ruft..." sieht.
    Auf Seite 234 gibt es exakt die gleichen Bilder. Nur geht es auf dieser Seite um die Geschichte "Schnuller und Zyklostrahlen"!
    Blättert man einmal um, sieht man auf Seite 237 oben zwei s/w-Panels aus dem "Schnuller"-Band mit Zyklotrop im Kinderwagen. Nochmal umblättern und schwupps sieht man die gleichen beiden Panels ein weiteres Mal.
    Die Sache mit den Titelbildern gibt es an einer anderen Stelle nochmal, hab aber jetzt keine Lust, das rauszusuchen. An anderer Stelle ist eine Bildunterschrift mal eben nicht übersetzt worden, sondern wurde einfach copy & paste aus dem französischen Original übernommen.
    Schlampig, schlampig, liebes Carlsenteam.
    Sowas ärgert einen einfach, wenn man 80,- € zahlt und sich über den schönen Prachtband freut und dann nicht nur einen, sondern diverse vermeidbare Flüchtigkeitsfehler entdeckt.
    Eigentlich soll so etwas doch sicher auch als Prestigeobjekt verstanden und nicht vom Praktikanten Korrektur gelesen werden, oder sehe ich das falsch?
    Und jetzt? Werden die fehlenden Bilder, die eigentlich anstelle der doppelt abgedruckten sein sollten, in einem kleinen Extraheft nachgedruckt? À la "Der ganze Gaston"?
    Man darf gespannt sein...

  3. #3
    Mitglied Avatar von Schock
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    ups, ich dachte das sei ein Einzelfall...
    Wirklich schade, dass es noch mehr Doppelabbildungen und somit fehlende Abbildungen gibt.
    Bin ja gespannt, ob Carlsen der Sache nachgeht und die fehlenden Abbildungen wenigstens digital zur Verfügung stellt.

  4. #4
    Mitglied Avatar von Fagen
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    Um das nochmal zu relativieren:
    Der Band lohnt sich schon, es sind viele schöne Illustrationen, Fotos und Artikel drin, und ich bin Carlsen sehr dankbar, dass sie ihn rausgebracht haben.

    ABER:
    Diese beträchtliche Liste an Fehler hinterlässt auf jeden Fall einen äußerst faden Beigeschmack.

  5. #5
    Zitat Zitat von Fagen Beitrag anzeigen
    ABER:
    Diese beträchtliche Liste an Fehler hinterlässt auf jeden Fall einen äußerst faden Beigeschmack.
    Diese beträchtliche Liste an Fehlern hält mich vom Kauf mit fehlerfreiem Echtgeld ab!

  6. #6
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    Ich muss hier mal für Carlsen in die Bresche springen (und das obwohl ich sonst auch sehr kritisch bin...). Ich besitze die französische Ausgabe (noch) und die deutsche Ausgabe.

    Was tatsächlich sonderbar ist, dass es wohl ein paar Bild-Dopplungen gibt und dass im Vergleich zum Original das Layout verändert wurde. Dies betrifft recht krass die Größen der Bilder (sie sind oft viel größer als im Original, selten mal kleiner) und auch krass ihre Position im Text: Sie hat sich auch immer wieder verändert, manchmal wohl auch die Reihenfolge der Abbildungen. Es scheint mir jedoch selten, dass etwas fehlt (bisher nur 1x bemerkt siehe oben).

    Aber: Man muss Carlsen zugute halten, dass durch diese Bildvergrößerungen die Seitenzahl tatsächlich exakt (!) verdoppelt wurde von 192 Seiten auf 384 Seiten! Das ist insofern schön, da man nun die Abbildungen sehr genießen kann. Das Papier ist auch grandios.
    Ich würde jetzt keine Panik schieben wegen fehlendem Materials, es ist eine sehr schöne Ausgabe.

  7. #7
    Zitat Zitat von niko Beitrag anzeigen
    Ich muss hier mal für Carlsen in die Bresche springen...
    Derartiger Murks müsste eigentlich eine fehlerfreie Neuauflage und den Abverkauf der Erstauflage als "Mängelexemplare" mit erheblichem Preisnachlaß nach sich ziehen, einschliesslich Kompensation für die bisherigen Käufer. Carlsen ist ja nicht gerade ein Kleinstverlag, dessen Existenz dadurch gefährdet würde. Ich als Käufer erwarte jedenfalls einwandfreie Produkte und nicht derartige Schlamperei, die eigentlich nur auf massive Einsparungen im Produktionsprozess zurückzuführen sein kann. Ich habe mich schon über die Erstauflage des "Ganzen Gaston" massiv geärgert und die Kompensation in Form des Zusatzheftes auch nur zähneknirschend hingenommen. Das mach ich aber nicht noch einmal.

    Ein Roman, in dem einige Seiten doppelt, andere dafür gar nicht im Buch enthalten sind, wäre absolut unverkäuflich bzw. hätten eine Reklamationsquote von nahezu 100%! Ich verstehe die Toleranz der meissten Comic-Käufer nicht - ohne diese Toleranz würde es solche Schlamperei gar nicht erst geben!

  8. #8
    Mitglied Avatar von Comic_Republic
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    Zitat Zitat von CO-MIChel Beitrag anzeigen
    ... hätten eine Reklamationsquote von nahezu 100%! Ich verstehe die Toleranz der meissten Comic-Käufer nicht - ohne diese Toleranz würde es solche Schlamperei gar nicht erst geben!
    Richtig! Weil die Verlage dann wahrscheinlich solche Titel gar nicht erst lizenzieren würden, wenn Fehler solche Aktionen nach sich ziehen würden!

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  9. #9
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    Zitat Zitat von Schock Beitrag anzeigen
    folgendes ist mir bei der Lektüre des Buches aufgefallen:

    Gekürzte Seite aus „Auf dem Rummelplatz geht´s rund“:
    Auf Seite 109 ist unten rechts die gekürzte Seite aus „Auf dem Rummelplatz geht´s rund“ abgebildet. Hierzu ist anzumerken, dass die Seite gar nicht in dieses Kapitel (Goldminen und Gorillas) gehört und zudem die Bildunterschrift (No. 1033 anstelle 1045) falsch ist.
    Die gleiche Abbildung ist noch mal auf Seite 139 rechts unten zu sehen, diesmal im richtigen Kapitel (Das Nest im Urwald), allerdings ohne Bildunterschrift.
    Mir stellt sich daher die Frage, welche Abbildung richtigerweise auf Seite 109, rechts unten hätte sein sollen.


    Titelbildentwürfe für „QRN ruft Breztelburg“
    Auf Seite 197 sind rechts übereinander drei Entwürfe abgebildet. Auf den ersten Blick sehen alle drei ziemlich gleich aus. Bei genauerem Hinsehen merkt man, dass sich der zweite deutlich vom ersten unterscheidet. Der erste und der dritte Entwurf hingegen ist bis auf Spirous Käppi nahezu identisch. Da frage ich mich, warum Franquin hiervon zwei fast identische Versionen gezeichnet hat.

    Titelbildentwürfe für „Katastrophen ohne Ende“
    Auf Seite 226 sind rechts drei Entwürfe abgebildet. Der dritte wurde für das Album verwendet. Die ersten zwei schafften es nicht auf das Album und sind wieder mal nahezu identisch, bis auf geringe Farbabweichungen. Auch hier frage ich mich, warum der Meister diese Version zweimal zeichnete.
    Ich will hier nichts beschönigen, aber die drei vom User Schock genannten Fehler sind keine Carlsen-Fehler:

    a) auch im französischen Original wurde die Rummelplatz-Seite zweimal an den genannten Stellen mit der fehlerhaften Bildunterschrift abgedruckt.
    b) die fast identischen Abbildungen sind so gewollt. Wenn man genau hinschaut, sind nämlich die Einfärbungen etwas anders. Im Original ist das nicht anders.
    c) die fast identischen Titelbilder sind ebenfalls so gewollt. Auch andere Einfärbungen und identisch mit dem frz. Original!

    Klar ist es ärgerlich, wenn was nicht 100% stimmt, aber man sollte auch nicht übertreiben.

  10. #10
    Zitat Zitat von niko Beitrag anzeigen
    Ich will hier nichts beschönigen, aber die drei vom User Schock genannten Fehler sind keine Carlsen-Fehler:
    Aber warum wurden dann der Fehler nicht von Carlsen berichtigt, wo schon derart massiv ins Layout eingegriffen wurde, wie oben geschildert? Und warum äussert sich niemand von Carlsen dazu, wenn hier etwas als Fehler dargestellt wird, was gar keiner ist?

    Komisch, dass mir ausgerechnet immer wieder Carlsen Irritationen bezüglich den Produkten/der Produktqualität verursacht (gerade bei den doch höherpreisigen Produkten erwarte ich eher besondere Sorgfalt - 80 € sind für mich kein Pappenstiel, da muss ich auch länger für stricken); bei anderen Verlagen läuft es irgendwie besser, kann das sein? Wird bei Carlsen schon zuviel an Maschinen delegiert?
    Geändert von CO-MIChel (27.09.2017 um 22:20 Uhr)

  11. #11
    システムオペレーターの鬼 | SysOp no oni Avatar von Clint Barton
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    Zitat Zitat von CO-MIChel Beitrag anzeigen
    Ein Roman, in dem einige Seiten doppelt, andere dafür gar nicht im Buch enthalten sind, wäre absolut unverkäuflich bzw. hätten eine Reklamationsquote von nahezu 100%! Ich verstehe die Toleranz der meissten Comic-Käufer nicht - ohne diese Toleranz würde es solche Schlamperei gar nicht erst geben!
    Vermutlich weil der Vergleich hinkt - durch das Fehlen eines Bildes wird der Band nicht unlesbar. Wenn in einem Roman Seiten fehlen, dann fehlt ein essentiell wichtiger Teil.

    Naja und was andere Verlage betrifft: Die Kompaktausgabe der "Schlümpfe" hat ähnliches vorzuweisen (fehlendes Bild im Vorwort) und etliche Rechtschreibfehler (wohl ein "Bielefelder Problem"). Komischweise ging da keiner auf die Barrikaden (weil: Ist ja der "gute Verlag", da schaut man auch schon mal weg). Und bei Egmont werden Teile nicht übersetzt (Luc Orient) oder Sprechblasen sind leer (Peter Pan). Insofern nehmen sich die Verlag da jetzt nicht soooo viel, nur bei zweien wird das hlt tage- und wochenlang im Forum ausdiskutiert, bis der nächste Makel gefunden wird.

  12. #12
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    Wird auch bei Splitter diskutiert, dort sogar als eigenes Thema. Solltest Du als Forums Koryphäe eigentlich wissen. Da ist man zumindest mit den Verantwortlichen im Dialog.
    Bei Carlsen war das ausnahmsweise bei den oberpeinlichen Fehlern in der Gaston GA der Fall und da wurde mit dem Extra Heft wenigstens mal eine Lösung angestrebt, sonst wird ja alles totgeschwiegen und ausgesessen.

    Ich sehe es hier aber auch als verzeihbar und verdirbt mir nicht die Freude an diesem ausgezeichneten Werk über Franquin.
    Im Gegenteil,
    ich bin Gottfroh das Carlsen immer mal wieder Sekundärbände bringt. Die unterschiedlichen interessanten Veröffentlichungs Formen vieler neuer Veröffentlichungen machen mir richtig Spaß.
    Und ja, Fehler machen außer bei Finix alle Verlage!

  13. #13
    Ich finde es nur besonders ärgerlich, dass auffällig oft in den eher hochpreisigen Ausgaben bei Carlsen diese vermeidbaren Fehler auftauchen. Es gibt halt Leut, die sparen auf solch eine Investition - und wie gesagt, Carlsen bekommt ja auch fehlerfreies Geld dafür!

    Und es soll mal keiner so tun, als ob Carlsen aus reiner Nächstenliebe Comics und Sekundärbände veröffentlicht - würden die damit keinen Gewinn erzielen, würden sie es bleiben lassen. Wetten?
    Caritative Motive könnte man vielleicht Finix vorwerfen, aber ausgerechnet die liefern gewöhnlich 1A-Qualität ab.

    Mir wäre es lieber, ein Verlag leistete sich gerade für diese höherpreisigen Sammlerausgaben einen wirklich guten Menschen, der vor der Freigabe zum Druck wirklich alles nochmal überprüft, und dann wirklich nur fehlerfreie Produkte ausliefert, die dann gerne ein paar € teurer sein dürfen. Denn lieber 85 für ein perfektes Sammlerstück als 80 für eins, über dessen Fehler man sich immer wieder ärgert wie über ein Steinchen im Schuh.

  14. #14
    Mitglied Avatar von idur14
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    Wie man von anderen Verlagen hört hilft sowas auch nichts, da wird x-mal drübergelesen und trotzdem fällt sowas durch den Rost.

    Ich möchte aber die Diskussion versachlichen und nicht pauschalisieren, weil es mir nicht ganz klar ist was da falsch ist und es auch unterschiedliche Aussagen dazu gibt und zu den Gründen.

    1)Falsche Bildunterschrift: falsch aber aus dem Original übernommen
    2)Bild doppelt: falsch?, auch übernommen
    3)Seite doppelt: falsch oder nicht oder gewollt wegen unterschiedlicher Farbgebung?

  15. #15
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    Zitat Zitat von CO-MIChel Beitrag anzeigen
    Ich finde es nur besonders ärgerlich, dass auffällig oft in den eher hochpreisigen Ausgaben bei Carlsen diese vermeidbaren Fehler auftauchen. Es gibt halt Leut, die sparen auf solch eine Investition - und wie gesagt, Carlsen bekommt ja auch fehlerfreies Geld dafür!

    Und es soll mal keiner so tun, als ob Carlsen aus reiner Nächstenliebe Comics und Sekundärbände veröffentlicht - würden die damit keinen Gewinn erzielen, würden sie es bleiben lassen. Wetten?
    Caritative Motive könnte man vielleicht Finix vorwerfen, aber ausgerechnet die liefern gewöhnlich 1A-Qualität ab.

    Mir wäre es lieber, ein Verlag leistete sich gerade für diese höherpreisigen Sammlerausgaben einen wirklich guten Menschen, der vor der Freigabe zum Druck wirklich alles nochmal überprüft, und dann wirklich nur fehlerfreie Produkte ausliefert, die dann gerne ein paar € teurer sein dürfen. Denn lieber 85 für ein perfektes Sammlerstück als 80 für eins, über dessen Fehler man sich immer wieder ärgert wie über ein Steinchen im Schuh.
    Das wäre der Optimalfall.
    Der ganze Eifer und Ärger wird schlussendlich umsonst sein, der Beweis das sich das nicht verbessert wird ja seit Jahren abgeliefert.

  16. #16
    システムオペレーターの鬼 | SysOp no oni Avatar von Clint Barton
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    Zitat Zitat von jellyman71 Beitrag anzeigen
    Wird auch bei Splitter diskutiert, dort sogar als eigenes Thema. Solltest Du als Forums Koryphäe eigentlich wissen. Da ist man zumindest mit den Verantwortlichen im Dialog.
    Bezog sich nur auf die "Schlümpfe" und ich hab das damals im Toonfish-Forum angesprochen und gejuckt hat das da zumindest niemanden. Bei Carlsen und Egmont wären bei einem vergleichbaren Fehler innerhalb einer halben Stunde wieder 3-5 Seiten Verbalergüsse über den Verlag niedergegangen.
    Das Thema im Splitter-Forum selbst, habe ich natürlich wahrgenommen (das kam aber auch erst viel später).

    Und ja, das mit dem Sekundärband ist natürlich ärgerlich und auch ich bin froh, dass solche Sachen überhaupt kommen, da sowas ja hierzulande meistens niemanden interessiert abseits von ein paar hundert Extrem-Fans. Was sehr, sehr schade ist, weil Sachen ÜBER einen Comics oftmals interessanrter sind als der entsprechende Comic selbst.

  17. #17
    Dann will ich (in Absprache mit Klaus Schikowski) gerne versuchen, eure Fragen zu beantworten und einige Missverständnisse aufklären.

    Zuerst mal die gute Nachricht: Es fehlt in der deutschen Ausgabe gegenüber der französischen Ausgabe nichts. Die doppelt gezeigten Abbildungen sind (vermutlich) eine Folge der Überarbeitung des Buches von der Erstauflage (2007) mit 192 Seiten auf die erweiterte Neuauflage von 2015 mit 384 (!) Seiten, auf der auch die deutsche Ausgabe basiert.

    Ich war als (Text-)Redakteur darum bemüht, die deutsche Ausgabe gegenüber der französischen Ausgabe weniger fehlerbehaftet zu machen. Und auch wenn es sicherlich nie eine perfekte Ausgabe in den Augen aller Leser geben wird, ist Franquin – Meister des Humors von Carlsen eines der umfangreichsten und erschöpfendsten Bücher über den Zeichner.

    Nun ist es aber immer noch so, dass die Rechteinhaber der Originalwerke das letzte Wort haben. Im Falle Franquins ist es zwar noch nicht so gravierend wie bei Hergé, und trotzdem ist Carlsen an die Möglichkeiten und Vorgaben von Dupuis und Isabelle Franquin gebunden. Vorschläge und Wünsche für Änderungen und/oder Ergänzungen stoßen dort nicht immer auf offene Ohren, und dazu kommt, dass ein neues Approval, also die Genehmigung durch den Lizenzgeber, erheblich Zeit kostet. Die ist nicht immer gegeben, und irgendwann will das angekündigte Buch oder Album mal produziert werden (nicht zuletzt, um einen angekündigten Erscheinungstermin einzuhalten).
    In diesem konkreten Fall heißt das, dass Carlsen die angemerkten Änderungen/Ergänzungen (mein Überarbeitungsprotokoll zum Stand der Abbildungen und Bildunterschriften war fast vier Manuskriptseiten lang) durchaus hätte umsetzen wollen, aber nicht alle wurden bei der Bereitstellung der Druckdaten berücksichtigt. (Dasselbe »Problem« gibt es übrigens auch bei der Spirou-Gesamtausgabe, die durchaus kompletter und sorgfältiger ausfallen könnte, wenn Carlsen so machen dürfte, wie sie wollten).

    Und bevor hier gleich (wieder) Stimmen laut werden, das würde bei anderen Verlagen ja auch klappen: Richtig, es betrifft nicht alle Produktionen, aber je populärer und damit wirtschaftlich interessanter ein Werk ist, umso zahlreicher sind diejenigen, die daran Geld verdienen und mitreden wollen bzw. umso aufmerksamer wird auf Lizenzausgaben geschaut. Auch hier sind die Spitze des Eisbergs die Rechteinhaber des Werks von Hergé, die selbstverständlich bestimmen können, ob es eine Tim und Struppi-Gesamtausgabe geben wird und wie die dann auszusehen hat.

    Nun zunächst zu den angemerkten »Fehlern« im Einzelnen:

    Zitat Zitat von Schock Beitrag anzeigen
    folgendes ist mir bei der Lektüre des Buches aufgefallen:
    Gekürzte Seite aus „Auf dem Rummelplatz geht´s rund“:
    Auf Seite 109 ist unten rechts die gekürzte Seite aus „Auf dem Rummelplatz geht´s rund“ abgebildet. Hierzu ist anzumerken, dass die Seite gar nicht in dieses Kapitel (Goldminen und Gorillas) gehört und zudem die Bildunterschrift (No. 1033 anstelle 1045) falsch ist.
    Die gleiche Abbildung ist noch mal auf Seite 139 rechts unten zu sehen, diesmal im richtigen Kapitel (Das Nest im Urwald), allerdings ohne Bildunterschrift.
    Mir stellt sich daher die Frage, welche Abbildung richtigerweise auf Seite 109, rechts unten hätte sein sollen.
    Titelbildentwürfe für „QRN ruft Breztelburg“
    Auf Seite 197 sind rechts übereinander drei Entwürfe abgebildet. Auf den ersten Blick sehen alle drei ziemlich gleich aus. Bei genauerem Hinsehen merkt man, dass sich der zweite deutlich vom ersten unterscheidet. Der erste und der dritte Entwurf hingegen ist bis auf Spirous Käppi nahezu identisch. Da frage ich mich, warum Franquin hiervon zwei fast identische Versionen gezeichnet hat.
    Titelbildentwürfe für „Katastrophen ohne Ende“
    Auf Seite 226 sind rechts drei Entwürfe abgebildet. Der dritte wurde für das Album verwendet. Die ersten zwei schafften es nicht auf das Album und sind wieder mal nahezu identisch, bis auf geringe Farbabweichungen. Auch hier frage ich mich, warum der Meister diese Version zweimal zeichnete.
    Die doppelt gezeigte Seite mit der gekürzten Halbseite aus dem Spirou-Magazin Nr. 1033 auf den Seiten 109 und 139: Diese doppelte Verwendung ist auch in der frz. Ausgabe enthalten, was vermutlich auf die oben erwähnte Umfangerweiterung zurückzuführen ist. Mein Vorschlag war nun, auf Seite 109 auf die Abbildung des Spirou-Covers 1026 zu verzichten und damit Platz zu erhalten, um die gekürzte Halbseite entsprechend größer (und in dt. Übersetzung) zu zeigen. Dasselbe war mein Vorschlag für Seite 139, auf der die doppelte Spirou-Seite aus Nr. 1033 hätte entfallen sollen, und dafür die Halbseite mit der Ankündigung für die Rummelplatz-Geschichte entsprechend größer. Weshalb das nicht geklappt hat, siehe oben.

    Die Sache mit den Entwicklungsstufen der Coverabbildungen beantwortet sich meiner Meinung nach von selbst. Natürlich ging es darum, alle verschiedenen Versionen von Franquin zu zeigen, allein deshalb, um zu dokumentieren, mit welcher Sorgfalt und Akribie ein Zeichner hier zu Werke geht.

    Zitat Zitat von Fagen Beitrag anzeigen
    Was mir vor allem aufgefallen ist, dass die Sache mit dem doppelt verwendeten Bildmaterial kein Einzelfall ist!
    Noch ein paar Beispiele? Gerne.
    Auf Seite 196 sind zwei Titelbilder der Zeitschrift Spirou, auf denen man jeweils zwei Streifen der zum dort besprochenen Band "QRN ruft..." sieht.
    Auf Seite 234 gibt es exakt die gleichen Bilder. Nur geht es auf dieser Seite um die Geschichte "Schnuller und Zyklostrahlen"!
    Blättert man einmal um, sieht man auf Seite 237 oben zwei s/w-Panels aus dem "Schnuller"-Band mit Zyklotrop im Kinderwagen. Nochmal umblättern und schwupps sieht man die gleichen beiden Panels ein weiteres Mal.
    Die doppelt gezeigten Abbildungen auf den Seiten 196 und 234 sind auch so eine Sache, die aufgrund der Umfangerweiterung des Buches schon in der frz. Ausgabe fehlerhaft ist. Die für die entsprechende Stelle auf Seite 234 vorgesehenen Abbildungen finden sich auf Seite 236 (Spirou 1439 und 1539), dafür sind die Abbildungen aus Spirou 1205 und 1237 doppelt. Hier wäre eine Streichung möglich gewesen, allerdings nicht gewünscht, da eine Lücke entstanden wäre, die aufgrund fehlender Alternativen auch nicht zu stopfen gewesen wäre.

    Ebenso verhält es sich mit den doppelt gezeigten Originalpanel auf den Seiten 237 und 239. Auch hier ist das eine 1:1-Übernahme der frz. Ausgabe. Klar wäre es wünschenswert gewesen, Dupuis hätte aus dem Fundus an Originalzeichnungen eine Alternative angeboten, aber … s.o.

    Zitat Zitat von Fagen Beitrag anzeigen
    Und jetzt? Werden die fehlenden Bilder, die eigentlich anstelle der doppelt abgedruckten sein sollten, in einem kleinen Extraheft nachgedruckt? À la "Der ganze Gaston"?
    Man darf gespannt sein...
    Dazu besteht kein Anlass, wie nun hoffentlich jeder selbst nachvollziehen kann.

    Zitat Zitat von CO-MIChel Beitrag anzeigen
    Ich finde es nur besonders ärgerlich, dass auffällig oft in den eher hochpreisigen Ausgaben bei Carlsen diese vermeidbaren Fehler auftauchen.
    Nun ja, vielleicht liegt es daran, dass hochpreisige Bücher auch aufgrund ihres Umfangs und der inhaltlichen Tiefe anfälliger für »Fehler« sind als niedrigpreisige? ;o)

  18. #18
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    Anständig erläutert, für mich akzeptabel.
    Ist auch klar, je populärer die Serie umso mehr Wichtigtuer gibt es die Ihren Senf dazugeben um nur ncht bei der Geldverteilung vergessen zu werden. Das hat man so in allen Branchen.
    Der Band ist toll und ich bin sehr froh das er für uns Deutsch Leser gebracht wurde.
    Danke - weitermachen!

  19. #19
    Mitglied Avatar von Fagen
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    Volker, vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen. Dadurch sind die "Fehler" absolut nachvollziehbar, auf jeden Fall, was die deutsche Ausgabe betrifft (warum die Franzosen darauf bestanden haben, zB den doppelten Zyklotrop zu übernehmen, ist nun nicht wirklich klar, aber wurscht).
    Es fehlt nichts, es ist alles drin, ich bin beruhigt und ja, kann ich ruhig sagen, begeistert von dem Wälzer!

  20. #20
    Vielen Dank für die Erläuterungen.

    Und einen schönen Gruß an die Rechteinhaber, die wegen Ihrer Sturheit, auf der Übernahme von offensichtlichen Fehlern zu bestehen bzw. jeden Furz abzeichnen wollen, jedenfalls auf mein Geld verzichten müssen. Jemand, der seine Mitspracherechte soweit gestaltet, dass er sogar auf der Mitsprache beim Layout besteht und so die Beseitigung offensichtlicher Fehler erschwert oder gar verhindert, der kriegt mein Geld nicht. Denn die Rechteinhaber sind ja nicht die Künstler selbst, sondern deren Erben, die das Maximum an Gewinn aus der Leistung des Erblassers ohne eigene Leistung erzielen wollen. Dem Künstler selbst kann man seine Eitelkeiten und Sichtweisen sein Werk betreffend nicht vorwerfen, den Ausschlachtern des Werks nach dessen Tod aber sehr wohl.

    Sorry, aber bei sowas spiel ich nicht mit. Dann kauf ich lieber Zeug von weniger bekannten Künstlern, die noch leben und meine Kohle deren Arbeit erst möglich macht.
    Geändert von CO-MIChel (29.09.2017 um 14:31 Uhr)

  21. #21
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    Hätte mich auch gewundert, wenn Volker nur 08/15-Arbeit abliefert.

  22. #22
    Mitglied Avatar von Horatio
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    Zitat Zitat von Volker Hamann Beitrag anzeigen
    Ich war als (Text-)Redakteur darum bemüht, die deutsche Ausgabe gegenüber der französischen Ausgabe weniger fehlerbehaftet zu machen.

    [...] ein neues Approval, also die Genehmigung durch den Lizenzgeber, erheblich Zeit kostet. Die ist nicht immer gegeben, und irgendwann will das angekündigte Buch oder Album mal produziert werden (nicht zuletzt, um einen angekündigten Erscheinungstermin einzuhalten).
    Dem ist also zu entnehmen, dass die Einhaltung eines Veröffentlichungstermins Vorrang hat vor der inhaltlichen Qualität. Das ist sehr traurig.

    Ist irgendwie peinlich, wenn man einerseits gezwungen ist, die erkannten Mängel der Originalausgabe zu übernehmen, und andererseits scheinbar sogar drauf verzichten muss, diese wenigstens irgendwie zu kennzeichnen. Weil man dann letzten Endes selbst als Depp dasteht.
    Horatio

  23. #23
    システムオペレーターの鬼 | SysOp no oni Avatar von Clint Barton
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    Zitat Zitat von CO-MIChel Beitrag anzeigen
    Jemand, der seine Mitspracherechte soweit gestaltet, dass er sogar auf der Mitsprache beim Layout besteht
    Layout ist doch fast schon Gang und Gäbe. Gibt Rechteinhaber, die moppern, wenn das gewählte Papier eine Spur zu hell/dunkel ist.
    Oder VIZ musste damals "Neon Genesis Evangelion" in zwei Versionen bringen (gespiegelt und ungespiegelt), damit sie eine gespiegelte Version bringen durften. Dark Horse durfte bei "Blade of the Immortal" die Seiten nicht spiegeln (also haben sie jedes Panel gedreht) und die deutsche Version wäre fast daran gescheitert, weil der Zeichner Egmont nicht erlauben wollte, die Swastika auf dem Rücken des Protagonisten zu retuschieren. "Akira" darf ungespiegelt nur in schwarz-weiss erschienen, die Farbausgabe muss gespiegelt werden (weswegen Kodansha USA die ungespiegelte Schwarz-Weiss-Version der Gesamtausgabe bringt, Carlsen aber die gespiegelte Farbausgabe gebracht hat - für uns Deutsche also Win-Win, wenn man beide Ausgaben in schönen Versionen möchte). Kodansha USA hat aber auch "Ghost in the Shell" mal wieder um die Sex-Szene erleichtert veröffentlicht, weil angeblich der Autor diese nicht mehr lizensieren möchte (Egmont hat diese nur knapp ein halbes Jahr vorher noch in ihrer Version drin gehabt, klingt also auch ein bißchen nach Bullshit, um den Amerikanern Zensur verkaufen zu können).

    Und das die französischen und auch amerikanischen Lizenzgeber mittlerweile so rigide vorgehen, haben wir sicherlich Verlagen wie Bastei, Condor, Ehapa und Kauka zu verdanken, die oftmals doch recht selbstherrlich an die Werke gingen (hier eine Seite raus, da ein Panel weg, hier die Szene entschärft, dort ein wenig "kreativ" übersetzt).

    Kann ich irgendwie nachvollziehen. Die Knallchargen bei molinsart gehen natürlich viel zu weit. Aber generell finde ich es gut, dass die Lizenzgeber drauf achten, dass die Lizenznehmer auch kein Schindluder treiben.

  24. #24
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    Danke Volker, für die Erläuterungen.
    Ich finde den Band auch toll.

  25. #25
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    Zumindest wurde erreicht, dass ich mir den mal angucken werde.

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