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Thema: Tim & Struppi Jubiläumsschuber

  1. #501
    Mitglied Avatar von OK.
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    Zitat Zitat von Clint Barton Beitrag anzeigen
    Wenn du oben richtig gelesen hättest, wäre dir aufgefallen, dass ich das auch nicht behauptet habe. Mir ging es um Leone und so was wie die Anfangssequenz von "Spiel mir das Lied vom Tod" wirst du heute wohl kaum noch in einem modernen Studiofilm vorfinden - weil nach 30 Sekunden die ersten Leute anfangen würden, auf ihr Schmachtphone zu gucken, weil Facebook interessanter ist oder gleich aus dem Kinosaal gehen (das war ja das grosse "Problem" von BR2049, weil der eben so ähnlich aufgezogen war und daher von vielen als langweilig abgetan wurde). Auch sowas wie Leones Balkonszene, wo er wirklich minutenlang nur eine Einstellung verwendet, ist heute praktisch nicht mehr vorzufinden.
    Nochmal Mumpitz: Der von mir genannte Studiofilm Driver (2011) ist nicht hektischer als der Studiofilm Driver (1978). Mir kam er sogar ruhiger vor. Your Name, Wenn der Wind sich hebt und Die rote Schildkröte sind die Ruhe selbst, es wird in allen drei Filmen teils mit sehr langen Einstellungen gearbeitet. Neulich im Kino war‘s bei Your Name bis auf die wenigen humorvollen Momente mucksmäuschenstll, alle der überwiegend jungen Zuschauer (ich war einer der Ältesten) waren auf den Film fokussiert, niemand hat sein Smartphone gezückt. Die meisten der Studiofilme, die heute Nacht zur Oscar-Disposition stehen, sind traditionell ruhig, langsam und mit wenigen Schnitten erzählt, wie‘s die Academy seit Jahrzehnten gern hat. Wie hätte auch sonst Meryl Streep 78x nominiert werden können. Am "hektischsten" bzw. turbulentesten waren Hollywood-Studiofilme übrigens in den Jahrzehnten des Stummfilms, der Screwball-Komödien und des Musicals (ich weiß ihr meint die Filmschnitte, aber ich betrachte das Erzähltempo eines Films insgesamt, und da sind die heutigen Action-Blockbuster vergleichsweise lahm erzählt).

    So sehr ich auch die Werke von Leone und anderer Schnitt- und Erzähltempo-Langatmer wie Kubrick, Coppola oder (mit Einschränkungen) Cimino schätze:
    Wenn ich in meinen Familien-, Bekannten- und Freundeskreis eine spontane Umfrage machen würde, ob sie lieber einen der wohl besten Filme der 4 vorgenannten Regisseure sehen würden (Spiel mir Tod, 2001, Der Pate 2, ...Hölle gehen) oder irgendeinen aus einer Klassiker-Auswahl an turbulenten und bisweilen äußerst hektischen Komödien (z.B. Der rote Korsar, Arsen und Spitzenhäubchen, Die Nacht vor der Hochzeit, Der Hofnarr, Das große Rennen rund um die Welt, Brust oder Keule, Is was Doc), würden sich samt und sonders alle, egal ob alt oder jung, für einen der Letzteren entscheiden. Die leichte, gut gemachte und leicht verdauliche Muse war schon immer beliebter, das hat nichts mit der heutigen Jugend zu tun, die sich angeblich nicht mehr konzentrieren will.
    Geändert von OK. (04.03.2018 um 12:54 Uhr)

  2. #502
    Mitglied Avatar von franque
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    "Drive" war ja ebenfalls von dem von Clint genannten Nicolas Winding Refn inszeniert und ohnehin eher verwandt mit der minutiösen Bresson/Melville-Schule. Walter Hills "The Driver" aber auch durchaus, wenn auch etwas weniger deutlich.

  3. #503
    システムオペレーターの鬼 | SysOp no oni Avatar von Clint Barton
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    Musste jetzt erst mal nachschauen, was "Driver" sein sollte, bis ich rausfand, dass "Drive" gemeint war (eben vom von mir genannten Refn, wie Franque bereits angemerkt hat). Und "hektisch" ist eben nicht "hektisch geschnitten". Irgendwo hab ich mal einen Vergleich gesehen (find das leider aber nicht mehr), wo es hiess, dass früher ca. alle 5-6 Sekunden ein Schnitt kam und heute halt durchschnittlich alle 2-3 Sekunden. Und einige Leute kommen damit klar (ich z.B.), andere halt nicht. "Vidoq" ist da halt die Ausnahme, aber da kommt auch gefühlt alle 1,5 Sekunden ein Schnitt.

    Und japanische Anime (Your Name., Rote Schildkröte) als Vergleich zu nehmen, ist auch etwas merkwürdig (gerade die Japaner haben ein ganz anderes Pacing als fast alle westliche Filme). "Three Billboards" und "The Shape of Water" sind auch ruhig erzählte Filme und nicht hektisch geschnitten und auch da haben sich die Leute zurückgehalten, dauernd ihr Smartphone während des Films anzumachen. Aber die richten sich auch an ein anderes Publikum mit anderen Erwartungen. Die Filme von Villeneuve aber z.B. rangieren irgendwo zwischen Arthaus und Blockbuster und das wurde BR2049 zum Teil zum Verhängnis. "Arrival" hat's wiederum nicht geschadet.

    Und mit "Studiofilm" meinte ich gerade die Blockbuster, die die grossen Filmstudios nach allen Kommerzregeln zusammenbasteln. Das war vermutlich unglücklich formuliert. Aber "Drive" ist unter diesem Gesichtspunkt wohl kaum ein "Studiofilm".
    Geändert von Clint Barton (04.03.2018 um 13:28 Uhr)

  4. #504
    Mitglied Avatar von OK.
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    Ach ja stimmt, der neue heißt Drive, hab ihn immer unter Driver abgespeichert.

  5. #505
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Die schönste lange Einstellung ist doch der Schluß von "Der dritte Mann". Da kommt Leone auch längenmäßig nicht gegen an. Und wenn es um Szenen ohne Schnitt (allerdings mit Kamerafahrten) geht, ist "Rope" ("Cocktail für eine Leiche") unübertroffen (8 X 10 Minuten am Stück), aber auch "The Player" und "Grüße aus Hollywood" haben je eine beindruckende Szene mit kompliziertester Choreographie.

    Zum ersten mal vom Turboschnitt genervt war ich in "The Rock – Fels der Entscheidung", der ist von 1996.
    Geändert von Mick Baxter (04.03.2018 um 16:57 Uhr)
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  6. #506
    Mitglied Avatar von PhoneBone
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    Abseits vom Mainstream gibt es auch heute noch mehr als genug großartige Filme. Shape of Water sei hier aus aktuellem Anlass als Beispiel erwähnt. Den ganzen Marvel Quatsch kann ich mir mittlerweile auch nicht mehr antun. Die ersten 5 Filme waren ja noch witzig, jetzt nervt's nur noch. Die dunkelste Stunde - großartig, Three Billboards... - außergewöhnlich, Coco - zauberhaft...es gibt sooo viele Filme die sich zu sehen lohnt. Zum Glück kann man nicht alle über einen Kamm scheren und sagen, heute wären alle Filme zu schnell. Das stimmt einfach objektiv gesehen nicht.

  7. #507
    Zitat Zitat von OK. Beitrag anzeigen
    Zuletzt Civil War auf Netflix gesehen, was fürn Scheiß.
    Na,so eine Diskussion wollte ich hier gar nicht anstoßen..Ich fand es aber bezeichnet das der Black Panther Film selbst im "Heute Journal" erwähnt wurde weil es nur dunkelhäutige (neue,korrekte Ausdrucksweise) Menschen waren die daran mitgewirkt haben.
    @OK. Wenn diese Aussage zu Civil War Deine ernsthafte Meinung war hast Du die Aussage des Films wohl nicht Verstanden!Ich gebe aber gerne zu,dieses Comic Ereignis geht in den Comics selbst wesentlich tiefer und trifft den Kern besser (Stichwort: Überwachungsstaat)
    Ich war Heute übrigens in Düsseldorf auf der Comic/Manga Börse und finde diese wegen dem Manga-Zeugs wirklich gut,auch wenn ich nur bei den ca.5 "normalen" Händler mein Geld ausgebe.Aber einigen Jung-Zeichnern ein wenig zuzuschauen hat schon was.
    Geändert von Manfred G (04.03.2018 um 18:41 Uhr)

  8. #508
    Mitglied Avatar von OK.
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    Jedesmal, wenn mir jemand erzählen will, dass ich die gesellschaftskritische oder gar zutiefst humanitäte Aussage eines modernen Hollywood-Blockbusters nicht verstanden habe, verspüre ich den Drang, eine Billy Wilder-DVD oder Element of Crime-CD einzulegen. Gleich kommt Columbo im Fernsehen, der tut‘s heute auch.

  9. #509
    Mitglied Avatar von franque
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    Zitat Zitat von Mick Baxter Beitrag anzeigen
    aber auch "The Player" und "Grüße aus Hollywood" haben je eine beindruckende Szene mit kompliziertester Choreographie.
    Die lange Plansequenz in "The Player" sollte wohl eine Hommage an die berühmte Eröffnung von Orson Welles' "Im Zeichen des Bösen" ("Touch Of Evil") sein.
    Apropos lange Einstellungen: Manche Filme von Theo Angelopoulos oder auch Miklos Jancso bestehen nur aus gigantischen, langen Plansequenzen. Die komplexe Kamerafahrten-Choreograpie haben wir auch ansonsten häufiger bei F.W. Murnau (v.a. "Sunrise"), Max Ophüls ("La Ronde", "Le Plaisir" und "Lola Montès" etwa) oder auch Stanley Kubrick, der nach eigener Aussage stark von Ophüls beeinflusst war.

  10. #510
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    Ich empfehle Bela Tarr. Der macht abendfüllende Spielfilme aus zehn bis fünfzehn Einstellungen. Ein brillanter, quasi ungesehener Regisseur.

    Hier die Eröffnungssequenz aus den Werckmeister-Harmonien, für mich persönlich die definitive Zusammenfassung von Schönheit im Film:
    https://www.youtube.com/watch?v=_d5X2t_s9g8

    Die längste durchlaufende Einstellung in einem Film dürfte "Paint drying" sein.
    http://www.imdb.com/title/tt5375100/

    Und Sergio Leone hatte immer wieder damit zu kämpfen, dass seine Filme geschnitten und gekürzt wurden. Allerdings hatte er den Vorteil, dass lange Filme zur Zeit des Entstehens ganz gut im Trend lagen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_...0%E2%80%931969

  11. #511
    Mitglied Avatar von franque
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    Bela Tarr bin ich bisher aus dem Wege gegangen, aber außer "Werckmeister" sind mir auch "Das Turiner Pferd" und "Satanstango" immer wieder nahegelegt wurden. Ein Freund von einem Freund ist von dem Zeug völlig begeistert. Muss ich mich mal irgendwann mit beschäftigen. Wenn ich viiiel Zeit habe...

    "Paint Drying" hat dann immerhin den Rekord von Andy Warhols "Empire" mit ca. 8 Stunden (eine Einstellung, müsste aber durch Rollenwechsel zigmal unterbrochen sein) geknackt. Prima.

  12. #512
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    Bela Tarr ist super, wenn man Tarkovsky für einen hektischen Action-Regisseur hält.

    Satantango ist doch etwas arg lang für den Einstieg, aber die zwei Stunden für das Turiner Pferd oder die Werckmeister Harmonien hat man. Problem: man sollte auf ungarische Filme mit englischen Untertiteln stehen, anders kriegt man die nicht.

  13. #513
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    Da steh ich jetzt nicht drauf. So viel Lebenszeit war dafür nicht eingeplant.

  14. #514
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Zitat Zitat von L.N. Muhr Beitrag anzeigen
    Die längste durchlaufende Einstellung in einem Film dürfte "Paint drying" sein.
    http://www.imdb.com/title/tt5375100/
    Laut IMDB-Bewertung einer der besten Filme aller Zeiten: 9,4 Punkte (der beste Film in der offiziellen Liste hat 9,3, allerdings auf Basis von 10.600 Mal so viel Bewertungen).
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  15. #515
    Mitglied Avatar von franque
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    Ist er wahrscheinlich auch, jedenfalls für Leute, die sich auch Aquarium- oder Kaminfeuer-DVDs kaufen.*
    Ich halte mich lieber an den 87-stündigen, wohl sehr treffend betitelten "The Cure For Insomnia" (der offenbar wirklich existiert, dachte früher, das sei ein Hoax).


    *oder betreffs Musik seinerzeit "Keine Platte" von Padeluun
    Geändert von franque (06.03.2018 um 14:23 Uhr)

  16. #516
    Mitglied Avatar von Dekaranger
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    Wer noch einen Schuber sucht, im Thalia Eastgate Berlin Marzahn, da steht noch einer rum. Setzt schon Staub an.
    Tokusō Sentai Dekarenjā - Investigation Squadron Detective Ranger - S.W.A.T. Mode

  17. #517
    Mitglied Avatar von OK.
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    Ich nutze diesen Thread kurz, um eine themenverwandte Frage zu stellen.

    Kann jemand was zu diesen Atomax-Bänden sagen? Sind die empfehlenswert?
    https://www.ppm-vertrieb.de/advanced...&search=Suchen

  18. #518
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    Zitat Zitat von OK. Beitrag anzeigen
    Kann jemand was zu diesen Atomax-Bänden sagen? Sind die empfehlenswert?
    https://www.ppm-vertrieb.de/advanced...&search=Suchen
    Ich besitze die ersten Beiden Bände. Die Ausgabe ist vor allem deshalb interessant, weil sie sehr viel Material abseits von Tim und Struppi enthält.

    Es handelt sich dabei aber eher um ein Artbook, weil das Bildmaterial klar im Vordergrund steht, meiner Meinung nach. Die meisten Doppelseiten sind so aufgebaut, dass eine Seite komplett mit einem Artwork ausgefüllt ist und die andere Seite kleinere Illustrationen mit einem kurzen Begleittext enthält.

    Ich würde deshalb primär zu Michael Farr's "Auf den Spuren von Tim und Struppi" greifen und "Die Kunst von Hergé" erst dannach ergänzend kaufen, wenn man noch mehr braucht.

    Hier findet man ein Youtube-Video, in dem jemand einmal durch das ganze Buch blättert. (Band 2 der englischen Ausgabe). Da kann man sich selbst einen Eindruck von der Ausgabe machen, denke ich:

    -> https://www.youtube.com/watch?v=0QkkTVC7rCo
    Geändert von kyôdai (12.04.2018 um 16:37 Uhr)

  19. #519
    Mitglied Avatar von OK.
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    Vielen Dank kyôdai. Ich werde mir das Video und den anderen Band mal anschauen, tendiere aber tatsächlich eher zu den "Artbooks".

  20. #520
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    Hallo liebe Menschen aus dem Comicforum,

    ich hätte ebenfalls eine Frage an die T+S Profis unter euch. Gibt es jemand der die alte Werksausgabe von Hergé besitzt und diese mit den aktuellen Softcover / der gebundenen Schuberausgabe vergleichen könnte? Gibt es Unterschiede in Druck- / Papierqualität? Lohnt es sich, wenn man die alte Werksausgabe besitzt, sich die neueren Ausgaben zu besorgen? Wäre sehr dankbar für eine kritische Betrachtung der beiden Ausgaben, ich besitze „leider“ nur die Werksausgabe.

    Vielen Dank!
    LG.
    Aran

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