Logo Beez, drei kleine Bienchen

Pfad: Home Forum

 
Seite 1 von 6 123456 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 25 von 147
  1. #1
    Junior Mitglied Avatar von Harry Monroe
    Registriert seit
    05.2016
    Beiträge
    11

    comic-zukunft die x-te: the future is unwritten?

    aus einem anderen thread und schon ne weile her, aber einen eigenen thread wert, wie ich meine:
    Zitat Zitat von efwe Beitrag anzeigen
    Das ganze Albenmodell ist über kurz oder lang obsolet bzw. wird zum absoluten Nischenprodukt. Man muss doch nur ein wenig die anderen Medien populärer (Jugend)Kultur beobachten. Wer seine Musik über Spotify, Napster und Co. streamt, Filme bei Netflix oder Amazon Prime anschaut und Fernsehen zeitlich ungebunden über Mediatheken schaut, der wird sich ganz sicher keine Alben mehr kaufen und ins Regal stellen. Unterhaltung ist mittlerweile nicht mehr mit dem Begriff "Besitz" verbunden. Wenn es den Comicschaffenden und -verlegern nicht gelingt, die Ware Comic mobil und immer und überall zugänglich zu machen, wird es der Comic im allgemeinen schwer haben.
    Dem Comic geht es nicht gut, auch wenn das niemand offiziell zugeben wird. Mittlerweile rechnet sich ein Comic nicht mehr über die Auflage allein, die - sicher mit wenigen Ausnahmen - stetig zurückgeht, sondern über Maßnahmen wie Preiserhöhungen, Personaleinsparungen - und damit einhergehend Outsourcing -, Kostenreduzierung (Lettering im Ausland wie Indien oder Philippinen, Bündelung des Drucks etc). Das alles sind keine Anzeichen eines prosperierenden Geschäftes.
    Und Marks ständiges Gesülze von einem Magazin ist Quatsch. Wenn er recht hätte - Alben verkaufen sich, wenn man ein Magazin im Rücken hat -, hätte sich die ZACK Edition wie geschnitten Brot verkaufen müssen und die deutschen Comicverlage müssten bei uns Schlange stehen und um die Vorveröffentlichung ihrer Alben in ZACK betteln. Aber das Gegenteil ist der Fall. In ZACK veröffentlichte Storys haben sich als Album überhaupt nicht mehr verkauft, und die Verlagskollegen untersagen ausdrücklich eine Vorveröffentlichung im Magazin, wenn sie Alben veröffentlichen wollen.
    Die "Hethkesierung" des franko-belgichen Comics hat bereits begonnen: Klassiker in immer neuen, immer kleineren Auflagen mit irgendeinem Bonus, damit auch die xte Veröffentlichung wieder gekauft wird.

    EfWe
    der reihe nach:

    a.) alben sind obsolet, wegen neuer technologien: ja, kann sein. aber auch bei musik hat die schon totgesagte vinyl-scheibe wieder zu völlig unerwarteten umsatzzuwächsen (über 30%) geführt.

    b.) dem comic geht es nicht gut, auch wenn es niemand zugeben wird: wurde hier schon seit jahren kassandrat, dass ein markt, der immer mehr titel in immer kleineren auflagen hervorbringt, nicht gesund sei. das wurde bislang nicht nur nicht zugegeben, sondern im gegentum von bestimmten leuten bestritten - die in letzten jahren in diesem markt ne persönliche erfolgsstory hingelegt haben.

    c.) magazin-vorveröffentlichung schadet den alben: ja, liest man immer wieder, ist aber logisch oft nicht erklärbar. sollte wirklich mal wissenschaftlich untersucht werden, woran es liegt. ebenso schwer erklärbar, dass sich das erste album eines zweiteilers trotz vorveröffentlichung im magazin besser verkauft als der zweite abschliessende band, der nicht vorveröffentlicht wurde. eigentlich nur über qualitativ miese story zu erklären, die eben einen grossteil der leser des ersten teils nicht animieren konnte, den schluss erfahren zu wollen. aber war silbermond über provience so mies?

    d.) hethkesierung: ja, hat nicht nur bereits begonnen, sondern läuft schon ne ganze weile. kombiniert mit punkt c lässt sich daraus eigentlich nur schliessen, dass ein zack heute nicht in der lage ist, den enthaltenen serien den klassiker-status zu verleihen, wie es das zack damals getan hat. was vielleicht schlicht daran liegt, dass das zack heute sich nicht an die jugend und damit die kunden von morgen wendet, während die hethkesierung eben dank derer funktioniert, die gestern die kunden des koralle-zacks waren. - ergo hätte mark ein stück weit recht: magazin bringt neue kunden für alben, aber I.) nur wenn damit heute die jugend erreicht wird, die dann II.) zeitversetzt morgen die alben kauft - wenn sie nicht mehr jugend ist. daher funktioniert das mosaik-zack in dem prinzip nicht, weil es eben jetzt schon das eigentliche alben-alt-herren-segment bedient, statt die jugend und damit den kunden der zukunft anzufixen. letztlich wurscht, denn es gibt heute keinen axel springer mehr, der es sich aus ner laune leisten kann, über 8 jahre ein magazin zu subventionieren, dessen früchte dann 30 jahre später von anderen verlagen geerntet werden. investitionen in die (weitere) zukunft kann keiner und will auch kaum jemand machen.

  2. #2
    Mitglied Avatar von Pickie
    Registriert seit
    07.2015
    Beiträge
    1.210
    Zitat Zitat von Harry Monroe Beitrag anzeigen
    (...) statt die jugend und damit den kunden der zukunft anzufixen. (...)
    investitionen in die (weitere) zukunft kann keiner und will auch kaum jemand machen.
    Dass jemand, der Alben an Erwachsene verkaufen will, nicht schon die Jugendlichen und Heranwachsenden mit einem Magazin zu Fans macht (weil er kein Erfolgsrezept hat oder es wirtschaftlich nicht stemmen kann), heißt ja nicht, dass es für die Jugend von heute überhaupt kein erfolgreiches Magazin geben kann.

    Zum Erfolgsrezept könnte gehören, die Jugend nicht zu unterschätzen (erst recht sollte man sie nicht beleidigen, z. B. mit notorischen Gimmicks oder ähnlich anspruchslosem Zeug).

    Was ist eigentlich mit den Manga-Magazinen? In diesem Bereich kenne ich mich überhaupt nicht aus, aber ich stelle fest, dass deutsche jugendliche Fans sogar japanische Ausgaben kaufen und die Sprache lernen, um Spaß zu haben. Was machen diese Magazine anders?
    Geändert von Pickie (15.06.2016 um 08:05 Uhr)

  3. #3
    Wieso hier wieder ein neuer Thread notwendig ist erschließt sich mir nicht. Alle Fragen wurden doch x-fach beantwortet. Auch Manga-Magazine sind schon mehrfach gescheitert. An ein Magazin glauben nur Weltfremde, die seit Jahrzehnten ihr Haus nicht verlassen haben, hier im Forum besonders vertreten durch MOF, Zaktuell und Frank1960.

  4. #4
    Mitglied Avatar von zaktuell
    Registriert seit
    05.2000
    Ort
    Nothing Gulch
    Beiträge
    19.249
    Blog-Einträge
    10
    Neuer Thread scheint mir insofern 'notwendig', weil Leute wie Du aus den angeblich 'x-fach beantworteten Fragen' offensichtlich immer noch nicht kapiert haben, dass mindestens ich weder weltfremd bin, noch an ein Magazin glaube - und so'n Scheiß, wie 'seit Jahrzehnten ihr Haus nicht verlassen haben' kannste Dir mal komplett schenken, das sind persönliche Unterstellungen die so gar nichts zur Sache tun, mit den Realitäten rein gar nichts zu tun haben und von jemandem, der nicht mal die Positionen begriffen hat (s.o.) noch mal doppelt unangebracht sind.
    Wenn Du nix Substantielleres beizutragen hast, dann vergegenwärtige Dir doch einfach den Nuhrschen Imperativ.
    Gruss!,liver
    - Bitte beachten Sie auch den Hinweis zu Rechtsthemen -
    Support your local dealer.
    -Unterstütz Deinen örtlichen Kleingewerbetreibenden-
    - © 2000-2016 by: Oliver Manstein [Disclaimer] -

  5. #5
    Mitglied Avatar von Schreibfaul
    Registriert seit
    09.2011
    Ort
    Schlaraffenland
    Beiträge
    4.209
    Zitat Zitat von Pickie Beitrag anzeigen
    Was ist eigentlich mit den Manga-Magazinen? In diesem Bereich kenne ich mich überhaupt nicht aus, aber ich stelle fest, dass deutsche jugendliche Fans sogar japanische Ausgaben kaufen und die Sprache lernen, um Spaß zu haben. Was machen diese Magazine anders?
    Die Mangaverlage haben mehrere Versuche gestartet und es sind alle gefloppt.

  6. #6
    Mitglied Avatar von zaktuell
    Registriert seit
    05.2000
    Ort
    Nothing Gulch
    Beiträge
    19.249
    Blog-Einträge
    10
    Daisuki erschien von 2003 bis 2012. 9 Erscheinungsjahre und 24.000 Auflage würd ich jetzt nicht als 'gefloppt' bezeichnen...
    Geändert von zaktuell (15.06.2016 um 09:53 Uhr)
    Gruss!,liver
    - Bitte beachten Sie auch den Hinweis zu Rechtsthemen -
    Support your local dealer.
    -Unterstütz Deinen örtlichen Kleingewerbetreibenden-
    - © 2000-2016 by: Oliver Manstein [Disclaimer] -

  7. #7
    Mitglied Avatar von Schreibfaul
    Registriert seit
    09.2011
    Ort
    Schlaraffenland
    Beiträge
    4.209
    Wir haben aber nicht mehr 2012 sondern 2016.
    Ich wiederhole nur die Aussage von Kai Schwarz, und der muss es wohl wissen.

  8. #8
    Moderator Finix Comic Club
    Registriert seit
    11.2000
    Ort
    Deutschland, Wiesbaden
    Beiträge
    2.933
    Zitat Zitat von Harry Monroe Beitrag anzeigen
    aus einem anderen thread und schon ne weile her, aber einen eigenen thread wert, wie ich meine:

    der reihe nach:

    b.) dem comic geht es nicht gut, auch wenn es niemand zugeben wird: wurde hier schon seit jahren kassandrat, dass ein markt, der immer mehr titel in immer kleineren auflagen hervorbringt, nicht gesund sei. das wurde bislang nicht nur nicht zugegeben, sondern im gegentum von bestimmten leuten bestritten - die in letzten jahren in diesem markt ne persönliche erfolgsstory hingelegt haben.
    Ich denke ein differenzierter Blick auf den Comicmarkt heute und früher wäre sinnvoll, bevor man pauschal sagt, dem Comicmarkt geht es „gut“ oder „schlecht“.

    Sieht man sich die Top-100 der in Frankobelgien erschienen Titel an (hier verweise ich mal auf die Jahreslistung von bdgest), so kann man feststellen, dass allein 2014, 81 der 100 dort gelisteten Titel auf dem dt. Markt erschienen sind (weitere mögen sogar noch dazu kommen) auch wenn man die anderen Jahre betrachtet kann man generell feststellen, dass mehr als ¾ des jährlichen Outputs an Top-Serien in D erscheint.

    Von der Vielfalt (frankobelgier) her leben wir derzeit also schon mal in Goldenen Zeiten. Die gab es früher in dieser Kontinuität nicht!

    Richtig ist wohl, dass die Verkäufe vieler Top-Seller im Laufe der Jahre zurückgegangen sind.
    Als Beispiel nehme ich mal Spirou und Fantasio.
    Richtig ist aber auch, dass fast jede! Serie, die im Laufe der Jahre Fortsetzungen generiert, mit jedem neuen Titel Käufer verliert, umso so sicherer, wenn sie denn bei über 50 Bänden angekommen ist (und da sind sie Spezialbände bei Spirou noch gar nicht mitgerechnet).
    Das heisst aber nicht, dass da ein Markt „einbricht“ (oder kleiner wird), zumal Titel, die sich in den 80er und frühen 90er Jahren sehr gut verkauft haben, ganz sicher nicht dem Wettbewerb dieser Vielzahl verschiedener Titel von heute ausgesetzt waren.
    Nur, weil ein Kunde heute vielleicht keine große Titelserie mehr kauft, heisst das im Gegenzug ja nicht, dass er gar keinen Comic mehr erwirbt, sondern möglicherweise nur andere Titel.

    Richtig ist auch, dass in den 80ern und 90ern größere Auflagen per se gedruckt wurden, dass hatte zum einen etwas mit den Marktteilnehmern (und ihren Kalkulationen) aber auch mit der Produktion zu tun.
    Wieviel von der Auflage dann tatsächlich verkauft wurde, steht auf einem ganz anderen Blatt.
    Der Denkfehler scheint mir, dass bis heute immer von der reinen Druckauflage auf Verkaufszahlen geschlossen wird. Man erinnere sich nur an die riesigen Mengen von Altpapier des Splitter-Alt Verlages, die regelmäßig in Erlangen zum Comicsalon auftauchten und das ist nur ein Beispiel von vielen.
    Hunderte abgebrochenen Serien ein anderes.

    Vielleicht sollte man in Betracht ziehen, dass die kleineren Auflagenmengen auch eine realistischere und gesündere Situation des Marktes widerspiegeln, auch dank der nun verbesserten Produktionsparameter und den geänderten Kostenstrukturen.
    Es ist richtig, dass es heute mehr Wettbewerber, sprich Verleger gibt, dank der schon angesprochenen veränderten Produktionsbedingungen, dass heisst aber eben auch, dass heute quantitativ mehr Alben für den Markt hergestellt werden, die sich auch tatsächlich verkaufen lassen. Die Auswahl an Serien an sich ist lediglich größer geworden und damit für den Kunden wirklich goldene Zeiten angebrochen.
    Auch der Fachhandel profitiert davon, wenn er sich entsprechend aufstellt.

    Ein Problem scheint mit zu sein, dass es zu Beginn recht einfach war einen Fachhandel zu führen.
    Ein Händler hat es mir mal so beschrieben.
    „Da habe ich in den 80ern einfach mal 200 neue Spirou-Alben und 100 neue Yoku-Tsuno Alben auf den Auslagentisch gelegt und innerhalb von 2-3 Wochen waren die weg.
    Sprich der Händler hat mit wenig Aufwand und wenig Platz einen maximalen Umsatz erzielt.
    Heute muss er, um diesen Umsatz zu erzielen 20-40 Serien auf den Tisch legen.
    Andererseits kann er nun aber auch 60 Serien/Titel anbieten und ein viel breiteres Kundenpublikum erreichen und theortisch einen viel höheren Umsatz erwirtschaften.
    Der Kunde wiederum hat nichts vom Angebot, wenn er die Titel nicht vorfindet, weil die entsprechende Infrastruktur (Platz) nicht da ist.
    Insofern boomt der Markt für einige Händler (Stichwort Nürnberg) für andere weniger.
    Fakt ist aber leider auch, dass der Comic trotz aller Marketingmaßnahmen wie der „Graphic Novel“ & Co immer noch sehr schwer einen Fuss in den Buchhandel bekommt.
    Hier gäbe es in der Tat noch ein enormes Wachstum, gemessen am heutigen Stand der Dinge.
    Bitte nicht falsch verstehen, damit meine ich nicht den Massenmarkt der Belletristik.
    Ich spreche vielleicht von einer Verdoppelung oder max. Verdreifachung (ausgehend von jetzt 1000 bis 2000 Stück) für Teile der Standardserien jenseits eines Asterix/Spirou/Lucky Luke oder Tim).
    Für den Comicverlag (jenseits der Konzerne) wäre das dann gesundes Business.
    Daher wäre jeglicher Kisokversuch auch für die Frankobelgier zum scheitern verurteilt (schon wegen der Grundkalkulation), wichtiger wäre es die „Literatur-Wand“ der Buchhändlerinnen als Schnittstelle zum Buchhandel zu erschüttern und entsprechende Vertriebswege zu entwickeln.
    Das wäre ein Ansatz, leider seit Jahren nicht so erfolgreich, wie man sich das wünschen würde.


    Kurzum, es stellt sich die Frage, ob tatsächlich die heutigen Verlage und ihr Programm für den „angeblichen immer kleineren Markt“ verantwortlich sind oder nicht auch die „Infrastruktur“ einen maßgeblichen Anteil dafür hat, dass der Markt nicht im größeren Maße wächst.

    Ein hausgemachtes Problem der Verlage sehe ich derzeit aber schon.
    Nämlich die Versuchung über die leichter zu kalkulierenden Gesamtausgaben und vor allem durch „Luxusausgaben“ Einnahmen zu erzielen, die kurzfristig gute Gewinne abwerfen mögen, aber mittel- und langfristig zu einer Kaufkraftbindung beim Kunden führen werden, die zu Lasten der Vielfalt des jetzigen Angebots gehen wird. Der Markt besteht zwar nicht nur aus Sammlern, aber so mancher Kunde kauft eben doch beides, neue Serien und altes in bibliophiler Neuedition.
    Und da ist das Budget nun mal endlich. Das ist aber eine Momentaufnahme, wie sich dieses Phänomen in den kommenden Jahren entwickeln wird, bleibt abzuwarten, auch weil nicht jede Serie als Gesamtausgabe zu kalkulieren ist.
    Insofern warte ich schon auf den Abbruch der ersten Gesamtausgabe in D
    Geändert von Ollih (15.06.2016 um 11:29 Uhr)

  9. #9
    Zitat Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
    Neuer Thread scheint mir insofern 'notwendig', weil Leute wie Du aus den angeblich 'x-fach beantworteten Fragen' offensichtlich immer noch nicht kapiert haben, dass mindestens ich weder weltfremd bin, noch an ein Magazin glaube - und so'n Scheiß, wie 'seit Jahrzehnten ihr Haus nicht verlassen haben' kannste Dir mal komplett schenken, das sind persönliche Unterstellungen die so gar nichts zur Sache tun, mit den Realitäten rein gar nichts zu tun haben und von jemandem, der nicht mal die Positionen begriffen hat (s.o.) noch mal doppelt unangebracht sind.
    Wenn Du nix Substantielleres beizutragen hast, dann vergegenwärtige Dir doch einfach den Nuhrschen Imperativ.
    Jetzt mal Hand aufs Herz, was war der letzte aktuelle Comic, den Du gelesen hast?

  10. #10
    Moderator Zack-Forum Avatar von efwe
    Registriert seit
    03.2000
    Ort
    in bad dürkheim.
    Beiträge
    8.599
    Man kann nun so viel argumentieren, wie man will, aber dem Comicmarkt geht es nicht gut. Das lässt sich schon alleine an der Preisgestaltung feststellen. Selbst wenn man die VK-Preise nicht in DM umrechnet, stellt sich die Frage, wo die 9,80 oder 12,80-Alben sind. Wo sind die Manga für 5,-? Gerade in diesem Segment war der günstige Preis immer das Argument für den wachsende Markt. Man muss sich neben dem Umsatz auch die verkauften Stückzahlen anschauen, um zu verstehen, ob der Markt wirklich gesund ist. Und diese sind nun mal rückläufig. Egal, ob ich mir den Massenmarkt oder den Albenmarkt anschaue.
    Es ist doch verwunderlich, dass sinkende Produktionspreise - in den 1990ern Druckfilme für ca. 50,- DM/Seite gegen heute 500 Euro für digitale Daten für ein komplettes Album, unveränderte Lizenzsätze, günstigere Druckpreise etc. - nicht zu sinkenden VKs führen.
    Man muss sich mal vorstellen, dass die Serie "Alex" vom Carlsen Verlag zum Reiner-Ferst-Verlag gewandert ist, weil die verkauften 4.000 Ex. für Carlsen zu wenig waren. Ehapa hat im Grosse Serien eingestellt, wenn diese weniger als 30.000 Ex. verkauften. Die Ehapa Comic Collection hat Serien abgebrochen, wenn der Verkauf nicht mehr bei 3.000 Ex. lag. Das sind Zahlen, danach würden viele Comic-Verleger sich die Finger lecken.
    Buchhandlungen schließen oder verkleinern ihre Comic-Abteilungen ja nicht, weil ihnen die Comics aus der Hand gerissen werden.
    Das Gerede vom wachsenden Markt ist für mich so lange Quatsch, so lange mir nicht dargelegt wird, ob daran die Stückzahlen, die gestiegenen Preise oder die schiere Menge der Titel "Schuld" sind.
    Auch das "Abenteuer" Graphic Novel war doch eher - obwohl die Verlage es hochgejazzt haben - ein Schuss in den Ofen. Reproduktiv muss seinen "Reproduktclub" neu auflegen, um die Bücher finanziert zu bekommen. Ehapa verabschiedet sich auf Raten nicht nur von den Graphic Novels sondern auch vom franko-belgischen Comic. Und auch Carlsen tritt bei den Graphic Novels kürzer.
    Und bei Splitter würde ich gerne mal sehen, ob da wirklich unter Vollkosten kalkuliert wird.

    EfWe

  11. #11
    Moderator Finix Comic Club
    Registriert seit
    11.2000
    Ort
    Deutschland, Wiesbaden
    Beiträge
    2.933
    Was die Preisgestaltung anbelangt, die könnte problemlos bei unter 10 € pro Einzeltitel liegen, wenn die Verlage die entsprechenden Top-Lizenzen der drei großen Konzerne hätten

  12. #12
    Moderator Finix Comic Club
    Registriert seit
    11.2000
    Ort
    Deutschland, Wiesbaden
    Beiträge
    2.933
    Ansonsten, die Zeiten und das Marktgefüge ändert sich eben. Dem müssen sich die Verlage anpassen und wenn sie das nicht können oder wollen, muss vielleicht ein Schlussstrich gezogen werden. Nur weil Verlage vielleicht vom Markt verschwinden, heisst das ja noch nicht zwangsläufig, dass es dem Markt nicht gut geht, sondern nur, dass sich einzelne Marktteilnehmer dort nicht mehr positionieren können.
    Wenn es einmal soweit kommt, dass alle dt. Comicverlage von indischen Firmen geführt werden, dann könnte man sich vielleicht mal anfangen von einer Krise der dt. Verlagslandschaft zu sprechen

  13. #13
    Mitglied Avatar von zaktuell
    Registriert seit
    05.2000
    Ort
    Nothing Gulch
    Beiträge
    19.249
    Blog-Einträge
    10
    Zitat Zitat von Hans-Herbert1925 Beitrag anzeigen
    Jetzt mal Hand aufs Herz, was war der letzte aktuelle Comic, den Du gelesen hast?
    Jetzt mal kein Blatt vor den Mund: Das geht Dich erstens n Scheißdreck an, tut zweitens nichts zur Sache, definiere drittens, was ein 'aktueller' Comic ist und viertens sind allein schon in meinem monatlichen ZACK 'relativ' aktuelle Comics...

    Im Übrigen schau ich durchaus zuweilen auch über den FB-Tellerrand, spontan fällt mir zB dies ein, was nicht nur relativ 'aktuell' ist, sondern ich auch noch ziemlich gut fand...

    Anyway: Ich weiss, mein Fokus und mein Nickname legt ein einseitiges Bild von mir bei Leuten wie Dir nahe, aber ich bin interessemässig deutlich breiter aufgestellt als 'ZACK-only', allein auch durch (fast) alles, was es an aktueller, regelmässiger Fachliteratur gibt. Und im Zuge des GCT greife ich meist NICHT zu den Sachen, aus meinem 'engeren' Gebiet, die ich eh schon kenne, sondern bewusst zu den Sachen, die da 'exklusiv' erscheinen, eben nicht sowieso als Album kommen werden oder schon da sind. Die Holzhof-Sachen zB. Und das GA-Modell 'alter Wein in neuen Schläuchen', würde auch nicht funktionieren, wenn alle mein Kaufverhalten hätten, denn ich kauf mir tatsächlich kaum GAs von Sachen, die ich bereits in früheren Editionen habe, von 'Herzenssachen' wie Comanche und Green Manor mal abgesehen, die ich tatsächlich in mehr als jeder deutschen Ausgabe habe (bzw. Green Manor-GA noch nicht, ist aber bestellt...).

    Kurz: Das Vorurteil mir gegenüber ist verständlich, nichtsdestoweniger unzutreffend, wie ich aber auch immer mal wieder versucht habe, klarzustellen. Wär schön, wenn das mal ankäm.

    Und auch schön, wenn mal ankäme, dass das persönliche Kauf- und Leseverhalten von egal wem, keinen etwas angeht und auch keinen 'Berechtigungsschein' oder 'Qualifikationsnachweis' für Foren-Beiträge darstellt. Auch wenn das mancher gern durch entsprechende Bemerkungen suggerieren würde, um die Kompetenz von Mitdiskutanten in Zweifel zu ziehen. Das ist unlauterer Unsinn.
    Gruss!,liver
    - Bitte beachten Sie auch den Hinweis zu Rechtsthemen -
    Support your local dealer.
    -Unterstütz Deinen örtlichen Kleingewerbetreibenden-
    - © 2000-2016 by: Oliver Manstein [Disclaimer] -

  14. #14
    Mitglied Avatar von zaktuell
    Registriert seit
    05.2000
    Ort
    Nothing Gulch
    Beiträge
    19.249
    Blog-Einträge
    10
    PS: @Ollih: Was Du da wortreich ausführst ist im Grunde die ewig gleiche, ewig alte Leier, die zwei Dinge miteinander vermischt, die deutlich getrennt gehören und die man auch kurz auf den Punkt bringen kann:
    1.) Weniger Titel in höheren (verkauften) Auflagen sind gut für Verleger (aber die Zeiten sind vorbei und kommen wohl auch nicht wieder).
    2.) Titelvielfalt in sinkenden Auflagen sind gut für den Kunden (aber kein Indiz für einen 'gesunden' Markt).

    Allerdings gut, dass Du ansprichst, dass gedruckte Auflage von früher nicht verkaufte Auflage ist. Dazu zwei Dinge: Ja, früher wurden Teilauflagen verramscht. Das ist aber nicht so 'böse', wie oft dargestellt, denn auch darüber kommt man an 'neue' Kunden: Die freuen sich in karger Studentenzeit über ne Möglichkeit 'billig' an Comics zu kommen und n paar Jährchen später, ausstudiert und gut verdienend, kauft sie dann die und andere Sachen in neu.
    Zweitens: Ja, für Verleger scheints zur Zeit ne gute Strategie zu sein, auflagenmässig knapp unter dem voraussichtlichen Bedarf zu liegen, ggf. auch mittels 'Limitierung'. Dadurch gibts keine Restbestände, zügige Abverkäufe, weniger Lagerkosten und eher 'Wertsteigerung' ihrer Produkte als 'Preisverfall'. Aber auch diese Medaille hat eine Kehrseite und wenn es Verleger nötig haben, mit solchen 'Tricks' zu arbeiten, um überhaupt noch über die Runden zu kommen, dann deutet auch das nicht grade auf einen, guten, gesunden, stabilen, wachsenden(!) Markt hin. Sondern riecht eher nach einem 'letzten Aufbäumen' vor dem Zusammenbruch...
    Gruss!,liver
    - Bitte beachten Sie auch den Hinweis zu Rechtsthemen -
    Support your local dealer.
    -Unterstütz Deinen örtlichen Kleingewerbetreibenden-
    - © 2000-2016 by: Oliver Manstein [Disclaimer] -

  15. #15
    Moderator Zack-Forum Avatar von efwe
    Registriert seit
    03.2000
    Ort
    in bad dürkheim.
    Beiträge
    8.599
    Wir reden hier aber nicht vom Marktgefüge und den Zeiten, sondern von der Krise des Comic. Und die hat m. E. nichts mit der Zeit oder dem Marktgefüge gleichzusetzen. Das Marktgefüge ist in einem permanenten Wandel, und dass die Zeit voranschreitet ist nun kein Geheimnis. Die Kunst ist es doch, sich in diesem Wandel zu behaupten.

    EfWe

  16. #16
    Mitglied Avatar von zaktuell
    Registriert seit
    05.2000
    Ort
    Nothing Gulch
    Beiträge
    19.249
    Blog-Einträge
    10
    Unumstritten ist aber, denk ich, dass -und da verneine ich jetzt mal das 'unwritten' im Threadtitel- absehbar ist, wer der erste 'Verlierer' in der Kette Verlag-Händler-Kunde sein wird: Der Händler.

    Der hatte früher mit fast 50% vom VK einen guten Schnitt. Wie oben von Ollih ausgeführt: Früher hat der 100 Yoko Tsuno auf den Tisch gelegt, in 3-4 Wochen abverkauft und hat das Grinsen nicht aus dem Gesicht gekriegt.

    Absehbare Zukunft: Die Auflagen sinken soweit, dass ein Titel gar nicht mehr flächendeckend ausgelegt werden kann. Die Verlage präsentieren ihre Sachen im Netz, statt im Fachhandel, verkaufen auch übers Netz direkt an den Kunden und sacken die ehemalige Händlerspanne selbst ein. Nicht etwa, weil sie dem Handel den Gewinn nicht gönnen, sondern weil sie kalkulatorisch auf diese 'Zusatzeinnahme' angewiesen sind, um überhaupt noch auf schwarze Zahlen zu kommen. Und deshalb, efwe, ist es auch nicht 'verwunderlich', dass die Umstände heute nicht zu sinkenden VKs führen, sondern es ist die schlichte Notwendigkeit im Überlebenskampf. Aber auch da gibt es ein 'Ende der Fahnenstange'. Nach dem 'ersten Verlierer', dem Händler, wird es weitere geben: Die Verlage werden weniger werden, damit die Titelanzahl und dann ist am Ende eben auch der Kunde der Verlierer und hat-sich-was-mit-Titelvielfalt.

    NB: Nicht, dass ich missverstanden werde: Ich hab den Vertrieb nicht vergessen, sondern nur der Einfachheit halber unter 'Händler' mit subsummiert.
    Gruss!,liver
    - Bitte beachten Sie auch den Hinweis zu Rechtsthemen -
    Support your local dealer.
    -Unterstütz Deinen örtlichen Kleingewerbetreibenden-
    - © 2000-2016 by: Oliver Manstein [Disclaimer] -

  17. #17
    Moderator Epsilon Forum Avatar von Mark O. Fischer
    Registriert seit
    06.2001
    Ort
    D-25785 Nordhastedt
    Beiträge
    3.308
    Zitat Zitat von Ollih Beitrag anzeigen
    Kurzum, es stellt sich die Frage, ob tatsächlich die heutigen Verlage und ihr Programm für den „angeblichen immer kleineren Markt“ verantwortlich sind oder nicht auch die „Infrastruktur“ einen maßgeblichen Anteil dafür hat, dass der Markt nicht im größeren Maße wächst.
    Zitat Zitat von efwe Beitrag anzeigen
    Buchhandlungen schließen oder verkleinern ihre Comic-Abteilungen ja nicht, weil ihnen die Comics aus der Hand gerissen werden.
    Es ist immer dasselbe Spiel von Angebot und Nachfrage. Ohne Angebot keine Nachfrage, ohne Nachfrage kein Angebot. Wenn ein Verlag etwas anbieten will, ist er trotz Internet immer noch abhängig von der Präsenz im Einzelhandel. Wenn der Handel nicht mitspielen will, hat der Verlag ein Problem, ganz unabhängig davon, ob es sich um Zeitschriften-, Buch- oder Fachhändler handelt.
    Der Abbau der Drehständer im Buchhandel war der Todesstoß. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn die Zeitschriftenhändler auf dieselbe Idee kommen würden. Dann gäbe es überhaupt keine Bestseller mehr.

    Zitat Zitat von Ollih Beitrag anzeigen
    Daher wäre jeglicher Kioskversuch auch für die Frankobelgier zum scheitern verurteilt (schon wegen der Grundkalkulation), wichtiger wäre es die „Literatur-Wand“ der Buchhändlerinnen als Schnittstelle zum Buchhandel zu erschüttern und entsprechende Vertriebswege zu entwickeln.
    Das wäre ein Ansatz, leider seit Jahren nicht so erfolgreich, wie man sich das wünschen würde.
    Das kann man versuchen, würde aber nach deiner eigenen Aussage nicht viel bringen. Ich weiß auch gar nicht, woher dafür der Optimismus kommen soll, nachdem die Comics aus den Buchhandlungen schon rausgeflogen waren und durch Graphic Novels ersetzt werden sollten, die sich dann doch nicht als Bestseller erwiesen haben. Die besten Vertreter sind immer noch die nachfragenden Kunden und die werden ja schon bedient. Bestenfalls landet man mit der Strategie beim Status Quo.

    Zitat Zitat von Pickie Beitrag anzeigen
    Zum Erfolgsrezept könnte gehören, die Jugend nicht zu unterschätzen (erst recht sollte man sie nicht beleidigen, z. B. mit notorischen Gimmicks oder ähnlich anspruchslosem Zeug).
    Qualität war das Erfolgsrezept von ZACK! Das Rezept gilt zwar heute auch noch für die Alben, aber praktisch nur, um die immer höheren Ansprüche von immer weniger Lesern zu befriedigen. Wenn man sich dagegen das heutige Kiosk-Angebot anschaut, ist Qualität eine echte Marktlücke. Schon der Vergleich vom lustigen Taschenbuch mit der Micky Maus zeigt, welches Produkt das bessere und auch wesentlich erfolgreichere ist. Letztlich wurde das alte ZACK ja auch aus qualitativen Gründen eingestellt, weil die Zeichner unter dem vorgegebenen Zeitdruck die Qualität nicht mehr halten konnten. Interessanterweise ging die Qualtät der ZACK-Serien, die danach noch als Alben fortgesetzt wurden, ja auch wieder nach oben. Ich sehe kein Indiz dafür, warum ein qualitativ hochwertiges Magazin, dass auch für Jugendliche attraktiv und jeden Monat neu überall zu haben ist, nicht nur selbst erfolgreich sein sollte, sondern den Markt insgesamt stärken könnte.
    Alle Angaben ohne Gewähr

    www.epsilongrafix.de

    Aufgeben ist keine Option. (Supergirl)

  18. #18
    Mitglied Avatar von zaktuell
    Registriert seit
    05.2000
    Ort
    Nothing Gulch
    Beiträge
    19.249
    Blog-Einträge
    10
    Und vielleicht noch kurz aus nem anderen Blickwinkel:

    Es gibt ja den alten Grundsatz in der Werbung, demzufolge der letzte Kunde der teuerste ist. (Heisst: Man muss mehr Geld investieren, um auch den letzten, poteztiellen Kunden zu erreichen, als man an diesem noch verdient.)

    Logische Konsequenz daraus: Man versucht gar nicht erst den 'letzten Kunden' zu erreichen, sondern konzentriert sich auf die 'sicheren, bekannten' Kunden, die man mühelos direkt erreichen kann. So vermeidet man 'Streuverluste' und hat 'ne sichere Bank'. Nachteil: Es gibt auch keine 'Streugewinne' mehr. Wenn man nur noch 'sichere' Kunden direkt anspricht und beliefert - und darauf läufts zugespitzt raus - gewinnt man aus 'uninteressierten' auch keine 'potenziellen' Kunden mehr. Man brät nur noch im eigenen Saft und das Stück Fleisch schrumpelt zusehens zusammen. Letztlich implodiert die Sache und dann ist aus-die-maus.


    Und nochmal: Bitte nicht missverstehen: Das alles ist lediglich meine Sicht, wie 'die Zeichen der Zeit' sind und wie es, diese logisch weitergedacht, weiter gehen wird. Ich sage nicht, dass ich diese Entwicklung gut finde. Ich sage nicht, dass dieser oder jener daran Schuld ist. Ich fordere nicht, dass daraus irgendjemand eine wie auch immer geartete Konsequenz ziehen sollte (und erst recht nicht, dass ein Magazin, das Allheilmittel wäre, mit der man die Entwicklung ändern könnte). Also bitte nicht wieder irgendeine Absicht oder sonstwas unterstellen. Und natürlich auch: Meine 'Zukunftsvision' ist mittel- bis langfristig düster. Aber ich seh eben jetzt schon, dass 'dunkle Wolken' aufgezogen sind. Und ich glaube nicht, dass man die auflösen oder 'umleiten' kann. Und wie die 'Sonne' aussieht, die vielleicht danach wieder zum Vorschein kommt, weiss ich auch nicht...
    Gruss!,liver
    - Bitte beachten Sie auch den Hinweis zu Rechtsthemen -
    Support your local dealer.
    -Unterstütz Deinen örtlichen Kleingewerbetreibenden-
    - © 2000-2016 by: Oliver Manstein [Disclaimer] -

  19. #19
    Zitat Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
    Jetzt mal kein Blatt vor den Mund: Das geht Dich erstens n Scheißdreck an, tut zweitens nichts zur Sache, definiere drittens, was ein 'aktueller' Comic ist und viertens sind allein schon in meinem monatlichen ZACK 'relativ' aktuelle Comics...

    Im Übrigen schau ich durchaus zuweilen auch über den FB-Tellerrand, spontan fällt mir zB dies ein, was nicht nur relativ 'aktuell' ist, sondern ich auch noch ziemlich gut fand...

    Anyway: Ich weiss, mein Fokus und mein Nickname legt ein einseitiges Bild von mir bei Leuten wie Dir nahe, aber ich bin interessemässig deutlich breiter aufgestellt als 'ZACK-only', allein auch durch (fast) alles, was es an aktueller, regelmässiger Fachliteratur gibt. Und im Zuge des GCT greife ich meist NICHT zu den Sachen, aus meinem 'engeren' Gebiet, die ich eh schon kenne, sondern bewusst zu den Sachen, die da 'exklusiv' erscheinen, eben nicht sowieso als Album kommen werden oder schon da sind. Die Holzhof-Sachen zB. Und das GA-Modell 'alter Wein in neuen Schläuchen', würde auch nicht funktionieren, wenn alle mein Kaufverhalten hätten, denn ich kauf mir tatsächlich kaum GAs von Sachen, die ich bereits in früheren Editionen habe, von 'Herzenssachen' wie Comanche und Green Manor mal abgesehen, die ich tatsächlich in mehr als jeder deutschen Ausgabe habe (bzw. Green Manor-GA noch nicht, ist aber bestellt...).

    Kurz: Das Vorurteil mir gegenüber ist verständlich, nichtsdestoweniger unzutreffend, wie ich aber auch immer mal wieder versucht habe, klarzustellen. Wär schön, wenn das mal ankäm.

    Und auch schön, wenn mal ankäme, dass das persönliche Kauf- und Leseverhalten von egal wem, keinen etwas angeht und auch keinen 'Berechtigungsschein' oder 'Qualifikationsnachweis' für Foren-Beiträge darstellt. Auch wenn das mancher gern durch entsprechende Bemerkungen suggerieren würde, um die Kompetenz von Mitdiskutanten in Zweifel zu ziehen. Das ist unlauterer Unsinn.
    In der Zeit, in der Du hier rumtrollst könntest Du mal ein paar gute aktuelle Comics lesen. Da gibt es so viel: Comics von Manu Larcenet, Joan Sfar, Daniel Clowes, Chris Ware, … um nur einige zu nennen, die über Deine Kinnercomics wie "Comanche" hinausgehen.
    Wenn ich in Deinem Alter noch den Keyboardwarrior im Internet machen sollte, dann gebe ich mir die Kugel.
    Geändert von Der Nostalgiker (15.06.2016 um 17:15 Uhr)

  20. #20
    Mitglied Avatar von Pegasau
    Registriert seit
    09.2008
    Ort
    Föritz
    Beiträge
    3.729
    Zitat Zitat von Hans-Herbert1925 Beitrag anzeigen
    In der Zeit, in der Du hier rumtrollst könntest Du mal ein paar gute aktuelle Comics lesen. Da gibt es so viel: Comics von Manu Larcenet, Joan Sfar, Daniel Clowes, Chris Ware, … um nur einige zu nennen, die über Deine Kinnercomics wie "Comanche" hinausgehen.
    Wenn ich in Deinem Alter noch den Keyboardwarrior im Internet machen sollte, dann gebe ich mir die Kugel.
    Was soll denn diese persönliche Anmacherei immerzu?
    Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

  21. #21
    Mitglied Avatar von Bastos
    Registriert seit
    06.2005
    Ort
    wieder in Berlin :-))
    Beiträge
    1.630
    Zitat Zitat von Pegasau Beitrag anzeigen
    Was soll denn diese persönliche Anmacherei immerzu?
    Nimm Rücksicht. Wenn sich hinter der Zahl 1925 im Nickname das Geburtsjahr verbirgt, steht der unter Artenschutz …

  22. #22
    Moderator Zack-Forum Avatar von efwe
    Registriert seit
    03.2000
    Ort
    in bad dürkheim.
    Beiträge
    8.599
    Der Abbau der Drehständer, Zahnregale etc. ist doch das Ergebnis betriebswirtschaftlicher Überlegungen, da mittlerweile auch die Buchhändler genau prüfen, wie viel Umsatz sie pro Quadratmeter/Woche oder Monat machen. Und wenn sie bei den Comics nichts tut, fliegen die raus. Aber genau dasselbe geschieht auch mit Büchern.

    Und den Verlagen bleibt an sich nicht viel übrig, als selbst online zu verkaufen, weil die Spannen, die etwa Amazon fordert, weit über 50% hinausgehen. Auch die bekannten Comic-Vertriebe sind nicht unbedingt mit 50% Rabatt zufrieden.
    Hinzukommen sog. WKS (Werbekostenzuschüsse), die Amazon und großen Buchhandelsketten gefordert werden. Wenn man das alles richtig auf die einzelnen Produkte umbricht, bleibt immer weniger übrig, um die Produktionskosten zu bezahlen.


    EfWe

  23. #23
    Mitglied
    Registriert seit
    05.2000
    Beiträge
    14.633
    Blog-Einträge
    8
    Zitat Zitat von Ollih Beitrag anzeigen
    Ich denke ein differenzierter Blick auf den Comicmarkt heute und früher wäre sinnvoll, bevor man pauschal sagt, dem Comicmarkt geht es „gut“ oder „schlecht“.

    Sieht man sich die Top-100 der in Frankobelgien erschienen Titel an (hier verweise ich mal auf die Jahreslistung von bdgest), so kann man feststellen, dass allein 2014, 81 der 100 dort gelisteten Titel auf dem dt. Markt erschienen sind (weitere mögen sogar noch dazu kommen) auch wenn man die anderen Jahre betrachtet kann man generell feststellen, dass mehr als ¾ des jährlichen Outputs an Top-Serien in D erscheint.

    Von der Vielfalt (frankobelgier) her leben wir derzeit also schon mal in Goldenen Zeiten. Die gab es früher in dieser Kontinuität nicht!

    Richtig ist wohl, dass die Verkäufe vieler Top-Seller im Laufe der Jahre zurückgegangen sind.
    Als Beispiel nehme ich mal Spirou und Fantasio.
    Richtig ist aber auch, dass fast jede! Serie, die im Laufe der Jahre Fortsetzungen generiert, mit jedem neuen Titel Käufer verliert, umso so sicherer, wenn sie denn bei über 50 Bänden angekommen ist (und da sind sie Spezialbände bei Spirou noch gar nicht mitgerechnet).
    Das heisst aber nicht, dass da ein Markt „einbricht“ (oder kleiner wird), zumal Titel, die sich in den 80er und frühen 90er Jahren sehr gut verkauft haben, ganz sicher nicht dem Wettbewerb dieser Vielzahl verschiedener Titel von heute ausgesetzt waren.
    Nur, weil ein Kunde heute vielleicht keine große Titelserie mehr kauft, heisst das im Gegenzug ja nicht, dass er gar keinen Comic mehr erwirbt, sondern möglicherweise nur andere Titel.

    Richtig ist auch, dass in den 80ern und 90ern größere Auflagen per se gedruckt wurden, dass hatte zum einen etwas mit den Marktteilnehmern (und ihren Kalkulationen) aber auch mit der Produktion zu tun.
    Wieviel von der Auflage dann tatsächlich verkauft wurde, steht auf einem ganz anderen Blatt.
    Der Denkfehler scheint mir, dass bis heute immer von der reinen Druckauflage auf Verkaufszahlen geschlossen wird. Man erinnere sich nur an die riesigen Mengen von Altpapier des Splitter-Alt Verlages, die regelmäßig in Erlangen zum Comicsalon auftauchten und das ist nur ein Beispiel von vielen.
    Hunderte abgebrochenen Serien ein anderes.

    Vielleicht sollte man in Betracht ziehen, dass die kleineren Auflagenmengen auch eine realistischere und gesündere Situation des Marktes widerspiegeln, auch dank der nun verbesserten Produktionsparameter und den geänderten Kostenstrukturen.
    Es ist richtig, dass es heute mehr Wettbewerber, sprich Verleger gibt, dank der schon angesprochenen veränderten Produktionsbedingungen, dass heisst aber eben auch, dass heute quantitativ mehr Alben für den Markt hergestellt werden, die sich auch tatsächlich verkaufen lassen. Die Auswahl an Serien an sich ist lediglich größer geworden und damit für den Kunden wirklich goldene Zeiten angebrochen.
    Auch der Fachhandel profitiert davon, wenn er sich entsprechend aufstellt.

    Ein Problem scheint mit zu sein, dass es zu Beginn recht einfach war einen Fachhandel zu führen.
    Ein Händler hat es mir mal so beschrieben.
    „Da habe ich in den 80ern einfach mal 200 neue Spirou-Alben und 100 neue Yoku-Tsuno Alben auf den Auslagentisch gelegt und innerhalb von 2-3 Wochen waren die weg.
    Sprich der Händler hat mit wenig Aufwand und wenig Platz einen maximalen Umsatz erzielt.
    Heute muss er, um diesen Umsatz zu erzielen 20-40 Serien auf den Tisch legen.
    Andererseits kann er nun aber auch 60 Serien/Titel anbieten und ein viel breiteres Kundenpublikum erreichen und theortisch einen viel höheren Umsatz erwirtschaften.
    Der Kunde wiederum hat nichts vom Angebot, wenn er die Titel nicht vorfindet, weil die entsprechende Infrastruktur (Platz) nicht da ist.
    Insofern boomt der Markt für einige Händler (Stichwort Nürnberg) für andere weniger.
    Fakt ist aber leider auch, dass der Comic trotz aller Marketingmaßnahmen wie der „Graphic Novel“ & Co immer noch sehr schwer einen Fuss in den Buchhandel bekommt.
    Hier gäbe es in der Tat noch ein enormes Wachstum, gemessen am heutigen Stand der Dinge.
    Bitte nicht falsch verstehen, damit meine ich nicht den Massenmarkt der Belletristik.
    Ich spreche vielleicht von einer Verdoppelung oder max. Verdreifachung (ausgehend von jetzt 1000 bis 2000 Stück) für Teile der Standardserien jenseits eines Asterix/Spirou/Lucky Luke oder Tim).
    Für den Comicverlag (jenseits der Konzerne) wäre das dann gesundes Business.
    Daher wäre jeglicher Kisokversuch auch für die Frankobelgier zum scheitern verurteilt (schon wegen der Grundkalkulation), wichtiger wäre es die „Literatur-Wand“ der Buchhändlerinnen als Schnittstelle zum Buchhandel zu erschüttern und entsprechende Vertriebswege zu entwickeln.
    Das wäre ein Ansatz, leider seit Jahren nicht so erfolgreich, wie man sich das wünschen würde.


    Kurzum, es stellt sich die Frage, ob tatsächlich die heutigen Verlage und ihr Programm für den „angeblichen immer kleineren Markt“ verantwortlich sind oder nicht auch die „Infrastruktur“ einen maßgeblichen Anteil dafür hat, dass der Markt nicht im größeren Maße wächst.

    Ein hausgemachtes Problem der Verlage sehe ich derzeit aber schon.
    Nämlich die Versuchung über die leichter zu kalkulierenden Gesamtausgaben und vor allem durch „Luxusausgaben“ Einnahmen zu erzielen, die kurzfristig gute Gewinne abwerfen mögen, aber mittel- und langfristig zu einer Kaufkraftbindung beim Kunden führen werden, die zu Lasten der Vielfalt des jetzigen Angebots gehen wird. Der Markt besteht zwar nicht nur aus Sammlern, aber so mancher Kunde kauft eben doch beides, neue Serien und altes in bibliophiler Neuedition.
    Und da ist das Budget nun mal endlich. Das ist aber eine Momentaufnahme, wie sich dieses Phänomen in den kommenden Jahren entwickeln wird, bleibt abzuwarten, auch weil nicht jede Serie als Gesamtausgabe zu kalkulieren ist.
    Insofern warte ich schon auf den Abbruch der ersten Gesamtausgabe in D
    werner bei ehapa war die erste abgebrochene gesamtausgabe


    was meinst du mit es gäbe eine enorme wachstumsmöglichkeit???

    du brauchst du nur die einwohnerzahl deutschlands und die zahl der comickäufer zu vergleichen, dann weißt du wieviele menschen noch comics kaufen könnten


    die kriegen aber nichts davon mit.

    ihr verkauft doch immer nur an die gleiche clientel und die kann, wie du so schn selber sagst, nicht alles kaufen, weil ihr budget endlich ist, bei dem einen mehr, beim anderen weniger.

    @efwe,

    mobile comics schön und gut, wenn mosaik das ganze zackeditionsprogramm plus alle zackhefte bei itune reinstellt, ist es damit noch nicht getan. nur zufallskäufer würdet ihr erstmal haben und die, wieder selbe clientel, comicnerds, die zielgerichtet mal nach ecomics suchen. auch deren zahl wird überschaubar sein und für euch nicht reichen.

  24. #24
    Moderator Finix Comic Club
    Registriert seit
    11.2000
    Ort
    Deutschland, Wiesbaden
    Beiträge
    2.933
    Zitat Zitat von Lola65 Beitrag anzeigen
    was meinst du mit es gäbe eine enorme wachstumsmöglichkeit???

    du brauchst du nur die einwohnerzahl deutschlands und die zahl der comickäufer zu vergleichen, dann weißt du wieviele menschen noch comics kaufen könnten


    die kriegen aber nichts davon mit.

    ihr verkauft doch immer nur an die gleiche clientel und die kann, wie du so schn selber sagst, nicht alles kaufen, weil ihr budget endlich ist, bei dem einen mehr, beim anderen weniger.
    Mit enormes Wachstum, zugegeben etwas unglücklich formuliert , meinte ich den Buchhandel (nicht Fachhandel), wo der Comic sich quasi (Asterix mal ausgenommen) im "Promillebereich" bewegt, gemessen am Gesamtmarkt. Steigerungen dort von nur 1% wären demnach schon "enorm".
    Ich meinte damit auch nur, dass das abschöpfen eines solchen Kundenpotentials für Alben jedenfalls realistischer ist, als die ständig wiederkehrende Ansicht, man könne das über Comic-Magazine am Kiosk realisieren.
    Geändert von Ollih (15.06.2016 um 20:32 Uhr)

  25. #25
    Mitglied
    Registriert seit
    05.2000
    Beiträge
    14.633
    Blog-Einträge
    8
    dafür müssen die verlage aber etwas tun und das ne ganze menge, dann sind auch 2 und mehr % drin.

Seite 1 von 6 123456 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •