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Thema: Reale Preise für Mosaik-Hefte – eine Auflistung

  1. #176
    Mitglied Avatar von gbg
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    Zitat Zitat von Sinus_Cosinus Beitrag anzeigen
    Das klingt mir sehr unwahrscheinlich. Oder gibt es dafür Belege?

    Mark Lehmstedt: Die geheime Geschichte der Digedags. © Lehmstedt Verlag, Leipzig, 2010
    Wenn nun Hegenbarth und seine Frau ausstiegen – mußte deshalb auch Dräger aufhören? Konnten nicht er und
    die Zeichner und Farbgrafiker des MOSAIK-Kollektivs die Zeitschrift auch ohne
    Hegenbarth und seine Frau fortsetzen?

    .... Die entscheidende Schlußfolgerung, zu der Glücksmann in seinem Gutachten kam, lautete:
    »Es gibt kein rechtliches Hindernis, jährlich 12 Mosaikhefte ohne Herrn
    Hegenbarth zu veröffentlichen, wenn a) der Verlag jemanden findet, der ihm mit den
    mitmachenden Mitgliedern des Mosaikkollektivs die notwendigen Bildgeschichten in
    der notwendigen Qualität innerhalb der notwendigen Zeit liefert und dabei b) für Herrn
    Hegenbarth urheberrechtlich geschützte Figuren nur insoweit verwendet, wie dieser zustimmt.
    « Februar 1974

    ...Solange die Möglichkeit zur eigenständigen Fortführung des MOSAIK »nicht real gesichert« sei, sollte
    man mit Hegenbarth »über eine Verständigung« verhandeln. Möglicherweise könne
    man dazu kommen, »daß ein künstlerischer Leiter mit dem Mosaikkollektiv im Hause
    des Verlages arbeitet und Herr Hegenbarth die Bildgeschichten weiter vorbereitet


    ....

    Er wußte, dass seine Ära vorüber geht, denn mit dem Abdruckrecht von 18 Heften der Runkelserie, hätte er ahnen können, dass der Verlag sich Zeit verschaffen wollte.
    (Johannes Hegenbarth an Anselm Glücksmann, Berlin 10.7.1974. In: MOSAIK-Archiv)
    aus GGdD Mark lehmstet:
    Überblickt man die zwölf Hefte der Orient-Reihe, so wird deutlich,
    daß erst mitten im letzten Heft ein völlig unmotivierter Bruch im Erzählfluß und Erzähltempo
    dazu führt, daß die Serie innerhalb von wenigen Heftseiten zu einem abrupten
    Ende gebracht werden kann – wobei sich Hegenbarth und Dräger nicht besonders viel
    Mühe gaben, den Bruch zu kaschieren. Berücksichtigt man den sechsmonatigen Produktionsvorlauf,
    dann muß die Entscheidung über die Einstellung der Serie (und mit ihr
    des gesamten MOSAIK) zum Jahresende 1974 gefallen sein. Aus der gleichmäßigen
    und ungestörten Entwicklung der Geschichte bis zu diesem Zeitpunkt aber ist zu schließen,
    daß Hegenbarth dieses Ende nicht von langer Hand vorbereitet hatte, sondern noch
    bis in den Spätherbst 1974 überzeugt war, daß sich eine Lösung des Konfliktes finden
    lassen würde.
    Geändert von gbg (13.02.2017 um 23:47 Uhr)

  2. #177
    Mitglied Avatar von Tilberg
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    Zitat Zitat von ML Beitrag anzeigen
    Aus der gleichmäßigen und ungestörten Entwicklung der Geschichte bis zu diesem Zeitpunkt aber ist zu schließen, daß Hegenbarth dieses Ende nicht von langer Hand vorbereitet hatte, sondern noch bis in den Spätherbst 1974 überzeugt war, daß sich eine Lösung des Konfliktes finden lassen würde.
    Ob er überzeugt davon war? Denkbar wäre es bei seiner Persönlichkeit und bei seinem Glauben, alle Trümpfe in der Hand zu halten, und bei seiner Erfahrung in Vertragsverhandlungen mit dem Verlag aus den letzten 20 Jahren.

    Aber zwingend ist das nicht. Genausogut kann man sagen, daß er es einfach nur vermeiden wollte, sich irgendwas zu verbauen, indem er die Orientserie zügig zum Abschluß bringt. Er hatte ja schon mehrfach auf des Messers Schneide getanzt.
    Geändert von Tilberg (14.02.2017 um 20:51 Uhr)
    Wir pfeifen immer noch darauf, wenn es der Story dienlich ist!

    Die MosaPedia - das dufte Mosaik-Lexikon im Internet!

  3. #178
    Mitglied Avatar von Bruno
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    Zitat Zitat von gbg Beitrag anzeigen
    ... dass also die selben Zeichner und der derselbe Texter, es nicht unbedingt schlechter machen würden, nur eben ohne Digedags. Eine damalige Erklärung im Heft, hätte vielleicht Verständnis gebracht.
    So aber ging man von einem Ersatz aus!
    War es ja auch.
    Klar waren dieselben Zeichner und auch der gleiche Autor am Werk. Es fehlte aber die von allen akzeptierte ordnende Hand, wie es die Lona so schön formulierte. Lothar Dräger wurde nie als künstlerischer Leiter so wie Hegenbarth akzeptiert. Horst Boches Schraffierwut schon in den ersten Heften der Abrafaxe ist ein deutlicher Beleg dafür. Hegenbarth hätte das nie durchgehen lassen. Jetzt aber ignorierte er auch die kritischen Stimmen der Kollegen. Igendwie machte damals jeder seins. Mir gefiel die Mimik vieler Lona-Figuren auch nicht besonders. Ich fand sie zu übertrieben.
    Paradox ist daran nur, dass gerade dieser Umstand als Beleg für Eigenständigkeit immer wieder herhalten muss.
    Schlussendlich würde ich es so wie Chouette formulieren:
    Zitat Zitat von CHOUETTE
    Trotzdem käme ich nie auf die Idee, die Faxe von damals nicht als Plagiat zu sehen. Dass sie sich wesentlich weiterentwickelt haben, muss nicht diskutiert werden.

  4. #179
    Mitglied Avatar von gbg
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    Wir sind zwar kein "Gericht" hier, denn nur dieses könnte ein Plagiat oder Urheberrechtsverletzung feststellen;
    Aber wer geht denn von einem Plagiat aus?
    Gern auch anonym, wenn das hier überhaupt möglich ist, es gibt doch so ein schönes Tool, könnte das jemand bezüglich Umfrage hier mal einpflegen?
    Also: Die Abrafaxe sind ein Plagiat der Digedags!
    und

    Die Abfrafaxe sind kein Plagiat der Digedags!

    Ist sicher, da unter 1000 Stimmen, nicht repräsentativ, aber eine Tendenz sollte sich abzeichnen?

  5. #180
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    1000 Stimmen? Sei froh wenn du zehn bekommst!

  6. #181

  7. #182
    Mitglied Avatar von Sinus_Cosinus
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    Zitat Zitat von gbg Beitrag anzeigen
    .... Die entscheidende Schlußfolgerung, zu der Glücksmann in seinem Gutachten kam, lautete:
    »Es gibt kein rechtliches Hindernis, jährlich 12 Mosaikhefte ohne Herrn
    Hegenbarth zu veröffentlichen, wenn a) der Verlag jemanden findet, der ihm mit den
    mitmachenden Mitgliedern des Mosaikkollektivs die notwendigen Bildgeschichten in
    der notwendigen Qualität innerhalb der notwendigen Zeit liefert und dabei b) für Herrn
    Hegenbarth urheberrechtlich geschützte Figuren nur insoweit verwendet, wie dieser zustimmt.
    « Februar 1974

    ...Solange die Möglichkeit zur eigenständigen Fortführung des MOSAIK »nicht real gesichert« sei, sollte
    man mit Hegenbarth »über eine Verständigung« verhandeln. Möglicherweise könne
    man dazu kommen, »daß ein künstlerischer Leiter mit dem Mosaikkollektiv im Hause
    des Verlages arbeitet und Herr Hegenbarth die Bildgeschichten weiter vorbereitet


    ....
    Nun ja, nach einem PLAN (wie kathleen es behauptete) klingt das aber nicht.
    Und mal ehrlich, mit Passus b) war doch klar, dass das auch nie Realität werden würde.

  8. #183
    Mitglied Avatar von gbg
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    da wirst Du keine Akte finden wo genau das drinnen steht: Hannes Hegen kann gehen und lässt alles beim Alten?
    An Hand der Unterlagen, hat es dazu eine Äußerung gegeben, aber direkt nachweisen lässt sich sowas nicht!
    Im Endeffekt auch egal, die Geschichte ist eben gelaufen, so wie wir sie kennen.

  9. #184
    Mitglied Avatar von gbg
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    Ja die Akten habe ich jetzt gelesen:
    In Kurzform:

    Interessent, das der Mosaikbeirat, wie von Hegen mal gefordert, zumindest auf dem Papier vorgeschlagen wurde: Akte 10.10.1974
    Sommerfeld, Rühle, Kirner, Altenburger, Hambach, Lahr, Pfaff, Dräger, Turra, Wehner, Gliege

    Konzeptionsentwurf 30.1.1974, eindeutig, auch nach Textduktus vom Altenburger, inwieweit Dräger da schon eine Rolle spielte, lässt sich nicht ermitteln. Ich vermute, dass die Geschichte der Spaßmacher demzufolge eine Idee Altenburgers war. Daran hat ja bisher niemand gedacht, immer das nur das Mosaik-Kollektiv um Dräger da zu Gange war. Sie haben aber noch bis fast 1975 beim Hegen gearbeitet. Altenburgers Vorlage wurde dann, als es "ernst" wurde einfach aufgenommen und ausgeweitet?
    Altenburger musste sehr früh in die Hegengeschichte involviert gewesen ein, er war schließlich der Redakteur von Mosaik und Atze.

    Neue Mosaik-Reihe Exposé für Heft 1-3 (undatiert) deckt sich mit einigen bekannten Archiv-Unterlagen, ich würde aber auch sagen, stammt vom Altenburger.
    Da er dort immer vom Spaßmacher, Held und Söldner (damit ist später Abrax gemeint) spricht.

    Plan der Weiterentwicklung von Mosaik (Altenburger 1.9.1977

    Geschichte der Spaßmacher 2. Abschnitt (undatiert) es wird aber von Harlekin und seinen drei Kobolden gesprochen, was darauf hindeutet, dass es vor der Namensgebung war, also 1974/75 Historie Harlekin, Hans Wurst etc. da an der Akte handschriftliche Ergänzungen und Anmerkunden, nach Handschrift zu urteilen, vom Altenburger, könnte das vom Dräger stammen.

    Hauptfiguren für Heft 1 (undatiert) hier werden die Abrafaxe schon explizit genannt und mit den Charaktereigenschaften vorgestellt
    Ich vermute stark, das kam vom Dräger.

    Mosaik Neue reihe - Heft 225

    Die Galeere von Venedig (undatiert) beschreibt detailiert pro Seite (24) das Heft 2 und 3 der Abrafaxe) Dort kommt auch schon der Name der Abrafaxe als A. B. C. vor.
    Interessant dabei, man wollte doch nahtlos anknüpfen, denn das zweite Heft wäre die 225 gewesen und es sollten 24 Seiten sein!!!

  10. #185
    Moderator Mosaik-Forum Avatar von Bhur
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    Zitat Zitat von gbg Beitrag anzeigen
    Hegen hatte zeitlebens irgendwie keine guten Anwälte, das geht bis in die Zukunft weiter. Zwar hat er immer gute Verträge gemacht, aber die Durchsetzung scheiterte dann im Detail.
    Er sah sich als Urheber, was er auch ist, aber um sein Recht sicher durchzusetzten, setzte er auf Glücksmann und Co.
    Leider haben sie ihn in der DDR, also 1976/77 irgendwie auch beschwatzt, er solle doch Ruhe geben und er wird beratender Mosaik-Abrafaxe-Oberguru oder sowas, auf alle Fälle wollte die Verlagsleitung, bei dem Bekanntheitsgrad des Mosaik, keinen Rechtsstreit.
    Gerade weil doch einige Prominente involviert waren, z.B Tübke. Wenn der sagt, das ist wahrscheinlich ein Plagit, und er hat es als Gutachter bestätigt, dann hätte das für die Kulturabteilung der SED und auch FDJ nicht gut ausgesehen.
    Ob Tübke als Hegens Studienfreund ein unabhängiger Gutachter gewesen wäre?

    Jedenfalls war die DDR kein Rechtsstaat. Unabhängig von seiner tatsächlichen Rechtsposition (ich glaube nicht, dass die Abrafaxe platte Plagiate sind, aber es wurden natürlich bewusst Elemente übernommen, um den Lesern keinen zu großen Bruch zuzumuten), hätte Hegen gegen einen Verlag der FDJ geklagt. Das war die Jugendorganisation der SED. Mittelbar hätte er also gegen die Staatspartei der DDR geklagt. So gute Anwälte hätte er gar nicht haben können, dass er da gewinnen konnte. Gut also, dass er sich bequatschen ließ. So konnte er wenigstens mit seinen Sammelbänden und Dia-Filmen weiter Geld verdienen. Und am Ende war das doch sein Grund, nur noch 6 Hefte im Jahr machen zu wollen: kürzer zu treten (mit gerade mal 50!). Das hatte er erreicht.

    Wenn er wirklich neue Geschichten mit den Digedags hätte machen wollen, wären ihm noch gute 20 Jahre geblieben, bis die Zeichenkraft bei den meisten Comiczeichnern üblicherweise nachlässt – hat er aber nicht. Klar, die Umstände, Kränkungen, DDR-Umstände ect. Aber auch nach der Wende ist nichts mehr gekommen, obwohl er grundsätzlich keine Berührungsängste mit seinen Figuren gehabt zu haben scheint, wie die neuen Zeichnungen für die Sammelbände beweisen.

    Nachdem er seine Mitarbeiter über Jahrzehnte nicht mal namentlich im Impressum erwähnt sehen wollte, gab es eben auch auf der anderen Seite verletzte Eitelkeiten. Kein Wunder, dass sie in der Situation 1974/75 alle von ihm abgerückt sind …

  11. #186
    Mitglied Avatar von gbg
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    Tübke Studienfreund, sie waren gemeinsam auf der Hochschule HGF in Leipzig, ob sie Freunde waren?
    1976 war das 20 Jahre her. Aber die Befindlichkeiten mit den Mitarbeitern waren gegenseitig, das stimmt schon.
    Sicher hatte er nach 20 Jahren auch eine gewisse Mosaik-Müdigkeit.
    Aber wie schon oben gesagt, dass ist alles Geschichte.

  12. #187
    Mitglied Avatar von phönix
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    Zitat Zitat von kathleen Beitrag anzeigen
    ...zu 2. Das ist doch auch ein Märchen mit dem halben Gehalt...
    @kathleen: Wie Recht du hast!
    (Foto ist aus einer alten Galerie von Thowi)

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