Die Sprechblase 237

August 2017
€ 9,90
42. Jahrgang
Nr. 237


INHALT
3 Vorwort, Abos, Impressum
5 Die Comics des M. Deix
11 Comicfestival München
12 Buffalo Bill
21 HARRY-Magazin: Rezensionen,
News, Generation Lehning
32 Nachrufe: Achim Danz, Harry Messerschmidt, Jidéhem, Pierre Seron, Gotlib, Jirō Taniguchi, Bernie Wrightson, Dan Spiegle, Rich Buckler, Darwyn Cooke, Adam West, Herbert Karbaumer
48 DAMPYR
50 Fletcher Hanks' irre Welten
54 DC Rebirth
58 ASH - Das große Interview
64 CAPTAIN BERLIN
65 Buch über Denis Kitchen
66 Frank Frazettas WHITE INDIAN
68 Wer ist Professor van Dusen?
69 JULIE WOOD (Artikel und Comic)
78 HERNAN, DER KORSAR
79 KARL, DER WIKINGER
82 PEGGY, Lehning-Mädchenserie
86 Wiechmans TEX AND MEX
88 Hommage an CLEVER & SMART
90 Das ital. Fachmagazin FUMETTO
91 Taschens Disney-Prachtband
92 Leserbriefe
96 Jahnckes Archiv: rare Piccolos


Leserbriefe:
Gerhard Förster
[email protected]

Bestellungen und Abonnements:
Stefan Schlüter
[email protected]

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Die Sprechblase - Das offizielle Diskussionsforum

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  1. #1
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    Eine Zäsur im Leben eines Comic-Fans

    Ich eröffne hier mal ohne besonderes Konzept einen Thread mit ein paar Gedanken, die mir in den letzten Tagen gekommen sind und die teilweise an ältere Überlegungen anknüpfen. Wenn der Thread als störend empfunden wird, mag er gelöscht werden.

    Du bist Comic-Fan. Du magst mehrere Zeichner/Serien. Manche Zeichner/Szenaristen schätzt Du als "Unterhaltungskünstler" - Du bewunderst das Werk sogar -, aber Du hast auch einen speziellen Lieblingszeichner, mit dem Du besondere Erfahrungen verbindest, mit dessen Stories Du - sehr - viel Zeit verbracht hast, mit dem Du vielleicht besondere, gemeinsame Gedankenwelten bereist hast. Das mag oft derjenige Zeichner sein, der Dich überhaupt erst mit dem "Comic-Virus" infiziert hat. Du magst damals Jugendlicher gewesen sein.

    Einer Deiner "Unterhaltungskünstler" stirbt oder war schon tot, als Du seine Sachen entdeckt hast. Das ist nicht schön, aber nicht zu ändern.

    Dein "Lieblingszeichner", der Dich seit Jahrzehnten begleitet hat, der auch im sehr hohen Alter immer noch beruflich aktiv ist, der Deine Muttersprache spricht, den Du auf Comic-Veranstaltungen treffen konntest, stirbt. Das ist ebenfalls nicht zu ändern, dürfte ansonsten aber mehr als nur traurig, sondern regelrecht ein persönlicher Verlust im eigenen Leben sein. Das bisherige Schaffen des Zeichners ist plötzlich zum "Nachlass" geworden. Es kommt nichts mehr hinzu. Eine Korrespondenz ist nicht mehr möglich. Das ist sicherlich eine Zäsur.

    Aber wie einmalig war das über Jahrzehnte Erlebte!

    Welche Fans anderer Zeichner-Idole konnten/können eine solch jahrzehntelange gemeinsame Liebhaberei - zusammen mit dem aktiven Künstler selbst - erfahren? Mir fällt derzeit nichts Vergleichbares ein.

    Du hast ein "Comic-Zimmer". Gestaltest Du es jetzt irgendwie um? Ist es - spätestens jetzt - gar kein Hobby-Raum mehr, sondern eher ein Privat-Museum?

    Das Werk dieses Comic-Künstlers ist jetzt ein Nachlass/Vermächtnis. Wer kümmert sich darum? Wer kümmert sich um die Veröffentlichungen anderer Comic-Macher im deutschsprachigen Raum? Ein wirkliches öffentliches Comic-Museum gibt es nicht. Obwohl Zeichner-Nachwuchs da - und erfolgreich - ist. Immer noch zu geringes öffentliches Interesse/nicht finanzierbar.

    Werden diese Dinge also weiterhin nur in der verstreuten Insel-Welt der Sammler bewahrt und weitergegeben werden und nur vereinzelt und auf persönlichen Kontakt zugänglich sein? Ich sehe es so. Sollte man deshalb mehr Kontakte knüpfen? Kann nicht schaden.

    Ist das alles überhaupt wichtig?

    Bist Du Comic-Fan oder was?!


    PS: Dies bitte nicht als persönlichen Erlebnisbericht verstehen. Es sind, wie Gerhard Förster in Beitrag 2 auch gleich schreibt, eher allgemeine Gedanken.
    Geändert von Pickie (11.01.2016 um 17:06 Uhr) Grund: PS eingefügt.

  2. #2
    Moderator Sprechblase Forum
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    Um die Frage zu beantworten, wie´s mit Wäschers Werk weitergeht, ist es glaube ich noch zu früh.

    Ansonsten gefällt mir dieser Thread, der Wäschers Tod zum Anlass für ein paar allgemeinere "philosophische" Gedanken nimmt. Aber ich kann da im Moment nichts dazu beitragen, da die Arbeit ruft und alles mögliche erledigt gehört.
    Tipp: Auf www.die-neue-sprechblase.at findet ihr sehr detaillierte Inhaltsangaben zu allen unseren SPRECHBLASE-Ausgaben!

  3. #3
    Ich denke, der Tod ist uns fremd geworden - das ist in gewissem Sinn das Problem.

    Die Leute sterben anonym im Krankenhaus. Ihre Angehörigen haben damit nichts zu tun, sie gehen hinterher vielleicht nicht mal auf den Friedhof. Man neigt ja ohnehin dazu, den Tod zu verdrängen. Wenn man niemanden mehr sterben sieht, glaubt man, man wäre unsterblich oder so ähnlich.

    Früher haben die Menschen mit ihrem Tod gerechnet - vielleicht auch schon mit 50. Ich weiß, ich verallgemeinere sträflich, und ich weiß auch nicht, wie Leute in Zeiten niedrigerer Lebenserwartung, vieler unheilbarer Krankheiten und eines generell unsichereren Lebens mit dem Gedanken umgegangen sind. Aber generell hatten sie wohl ein "normaleres" Verhältnis zum Tod.

    Das führt auch dazu, daß man vom Ableben von Leuten schockiert ist und sie betrauert, die man überhaupt nicht kennt. Vor allem Leute aus dem Unterhaltungsbusiness. Lemmy Kilmister. Hansrudi Wäscher.

    Ich habe über Wäscher zwei Bücher gelesen, das von Gerhard Förster und das von Andreas C. Knigge. Das bedeutet aber nicht, daß ich ihn kenne. Von meinen Kulturgewohnheiten her stand mir Lemmy näher. Ich wachte morgens auf und hörte die Nachricht von seinem Tod im Radio. Es war eher etwas bizarr, weil da eine ziemlich lange Meldung verlesen wurde, fast wie wenn es sich um einen Staatsmann gehandelt hätte (weil zwischen den Jahren sonst nichts los war). Ich gebe zu, es ging mir nahe. Aber ich glaube, man trauert in so einem Fall weniger um den berühmten Kulturschaffenden (auch Lemmy habe ich nicht gekannt), sondern man erschreckt über den Tod selbst. Man hat doch gedacht, auch Lemmy (auch Hansrudi) würde ewig leben, denn seinen Kram hat man nun schon mehrere Jahrzehnte konsumiert.

    Das Werk bleibt - auch wenn nichts Neues mehr hinzugefügt wird. Trauer wäre meiner Meinung nach eher angesagt, wenn meine Comicsammlung mit zahllosen Lehning-Originalen (wahlweise meine Platten- und CD-Sammlung) vernichtet würde. Wobei man bedenken sollte: Auch davon kann ich am Ende nichts mitnehmen. Mir fällt hier "Blankets" von Craig Thompson ein: In der Schule sagte ihm doch mal seine Lehrerin, im Himmel werde er nicht mehr zeichnen. Ich kann nachvollziehen, daß Thompson da vom Glauben abfiel, aber letztlich - hat die Lehrerin recht.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
    Das führt auch dazu, daß man vom Ableben von Leuten schockiert ist und sie betrauert, die man überhaupt nicht kennt. Vor allem Leute aus dem Unterhaltungsbusiness. Lemmy Kilmister. Hansrudi Wäscher.
    Und jetzt auch noch David Bowie. Auch sein Tod hat mich ziemlich getroffen – besonders wegen dieser Plötzlichkeit (aus der Sicht des Außenstehenden), wo Bowie doch noch vor wenigen Tagen ein neues, gefeiertes Album vorstellte.

    Zitat Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
    Aber ich glaube, man trauert in so einem Fall weniger um den berühmten Kulturschaffenden (auch Lemmy habe ich nicht gekannt), sondern man erschreckt über den Tod selbst. Man hat doch gedacht, auch Lemmy (auch Hansrudi) würde ewig leben, denn seinen Kram hat man nun schon mehrere Jahrzehnte konsumiert.
    Vielleicht trifft beides zu. Und was mich betrifft, ich glaub ja sowieso bei jedem an die immerwährende Lebendigkeit und falle dann aus allen Wolken, wenn der Gevatter anklopft... seufz...

    Vielleicht kommen Comicfans ja besonders schlecht mit dem Tod zu Rande, denn in den klassischen Serien altern Helden schließlich nie und alles geht sich stets noch um Haaresbreite irgendwie aus... Naja, ist nur so ein Gedanke...

    Genug mit dem tiefschürfenden Geplauder, die Arbeit ruft!
    Geändert von Gerhard Förster (11.01.2016 um 16:09 Uhr)
    Tipp: Auf www.die-neue-sprechblase.at findet ihr sehr detaillierte Inhaltsangaben zu allen unseren SPRECHBLASE-Ausgaben!

  5. #5
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    Rockstars und große Comic-Schaffende.
    Führen uns Dinge vor, die man selbst nicht erleben kann.
    (Ob man es sollte, ist eine andere Frage.)

  6. #6
    Vor einigen Tagen habe ich, anläßlich des Todes Ian Fraser 'Lemmy' Kilmister, folgendes im Musikforum geschrieben und ich finde, es passt gut in diesen Thread:

    Zitat Zitat von moriturus Beitrag anzeigen
    ...Mir ist da eine Konstante weggebrochen und mir bleibt nichts anderes, als mich wieder und wieder durch die 23 Studioalben zu hören und in Erinnerungen zu schwelgen. Es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn plötzlich etwas nicht mehr da ist, was mich seit meiner Jugend begleitet und nicht unwesentlich geprägt hat....

  7. #7
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    Zitat Zitat von Peter L. Opmann Beitrag anzeigen
    Mir fällt hier "Blankets" von Craig Thompson ein ...
    Musste ich googeln (war an mir vorbeigegangen; hatte und habe nicht die Zeit, alle Neuerscheinungen zu verfolgen - geht wohl den meisten so): Mehrfach preisgekrönter Comic-Roman. Werde ich mal reinschauen. Wieder was gelernt/entdeckt, danke!
    Geändert von Pickie (12.01.2016 um 10:36 Uhr)

  8. #8
    Moderator Sprechblase Forum
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    "Blankets" von Craig Thompson: saugut, die dicke Schwarte! Unbedingt lesen! Und danach gleich: "Heute ist der letzte Tag vom Rest Deines Lebens" von Ulli Lust. Zwei moderne Klassiker, die irgendwie schon fast zur Allgemeinbildung gehören, würde ich mal sagen – so wie "Persepolis" Teil 1 und 2 von Marjane Sartrapi (wobei die Verfilmung, die von ihr selbst stammt, sogar noch besser ist, da detailreicher) und natürlich (aber das gehört jetzt wirklich zur Allgemeinbildung) "Maus" von Art Spiegelman. Soviel zur Grundausstattung für Graphic Novels, die auch jeder Wäscher-Fan daheim stehen haben sollte.

    Und welche Wäscher-Bände sollte der Graphic-Novel-Fan unbedingt besitzen???? Schwierig, nicht? Was ratet Ihr jemanden, der sich das Wichtigste von HRW zulegen möchte?
    Tipp: Auf www.die-neue-sprechblase.at findet ihr sehr detaillierte Inhaltsangaben zu allen unseren SPRECHBLASE-Ausgaben!

  9. #9
    Zitat Zitat von Gerhard Förster Beitrag anzeigen
    "Blankets" von Craig Thompson: saugut, die dicke Schwarte! Unbedingt lesen!
    Blankets fand ich auch klasse! Maus sollte man nicht Lesen wenn man Depris hat, der Inhalt zieht einen ganz schön runter (zumal der Comic ja wahre Tatsachen beschreibt).
    Das wichtigste von Wäscher? Für mich Sigurd Großband ab 125, Nick Großband 1-121 und Falk Großband 1-84 (und den Nachdruck der rot/schwarz Sigurd Piccolos 1-12,wie alles anfing...)

  10. #10
    Mitglied Avatar von Zyklotrop
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    Aber Thompsons "Habibi" war leider ein kolossaler Schmarren. Im Regal schön anzusehen, aber unsagbar wirr und dröge zu lesen.

    Zitat Zitat von Gerhard Förster Beitrag anzeigen
    Und welche Wäscher-Bände sollte der Graphic-Novel-Fan unbedingt besitzen???? Schwierig, nicht? Was ratet Ihr jemanden, der sich das Wichtigste von HRW zulegen möchte?
    Sehr gute Frage. Um optische Berührungsängste abzubauen, würde ich Fenrir 1-5 empfehlen, ganz einfach weil es stilistisch Wäschers modernste und detailreichste Serie ist. Diese Bände werden Nicht-Wäscherianer am ehesten nicht verschrecken.

    Zu den gelungensten Werken würde ich neben den von Manfred G. genannten unbedingt noch die 90 Tibors aus den Piccolo-Großbänden empfehlen.

    Einzelne Geschichten bzw. Zyklen zu wählen ist deshalb schon sehr schwierig weil die Storys für Lehning meist über dutzende Hefte gingen und relativ nahtlos ineinander übergingen. Wenn man einzelne Erzählungen herauslöst, geht die epische Breite verloren, die fürs Verständnis von Wäschers Werk so dringend nötig ist.

  11. #11
    Moderator Sprechblase Forum
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    Also Fenrir würde ich nicht nehmen. Bei aller Qualität (der erste Fenrir-Zyklus gehört sicher zu den besten Spätwerken), das Herzstück von HRWs Karriere ist nun mal die Lehning-Zeit. Und wenn jemand nach dem Wichtigsten von Wäscher fragt, dann geht´s auch nicht darum, ihn nicht zu verschrecken, sondern darum, seine Frage zu beantworten und das Beste zu empfehlen. Deshalb scheiden für mich auch Sigurd Piccolo 1-12 aus, denn da war Hansrudi ja noch am üben und suchen, auch was das Storytelling betrifft (und die Texte stammen weitgehend von Gerhard Adler). Für mich ist die ganze Sigurd-Piccoloserie noch nicht so ausgereift (wobei es natürlich schon immer wieder Highlights gibt, keine Frage, und die Serie auch wie keine andere HRWs Entwicklung zeigt).

    Okay, ich weiß, was aus meiner Sicht alles NICHT zur Auswahl steht, aber damit bin ich mit meiner Weisheit auch schon (fast) am Ende. Denn nun kann ich nur noch riesige Trümmer empfehlen, wie die komplette Falk-Piccoloserie, fast den kompletten Nick, sowohl Piccolos wie Großbände, das gleiche gilt für Tibor, und dann natürlich nicht zu vergessen: Sigurd Großband 125 bis... ja, bis wohin? Bis 201, dem Ende der Laban-Zykluses? Sogar da kann ich nicht Schluss machen, denn die nachfolgende Graf-Luca-Story ist bis etwa Nr. 212, als die Freunde in die Berge reiten, irre spannend (und z.T. auch lustig), und sie wird zum Ende hin auch wiederum erstklassig. Aus diesem riesigen Berg das beste auszuwählen finde ich sehr schwer. Sicher, "Der Große Wolf" ist die berühmteste Falk-Story, aber "Der Seeadler" oder "Der Reiter ohne Kopf" sind genauso gut, oder die ersten Geschichten um Graf Armin... Wie will man da eine Auswahl treffen?

    Meine Frage an Euch war, wie Ihr seht, im Grunde ziemlich gemein. Meine Hintergedanken gingen dabei aber auch in eine andere Richtung: Ich wollte aufzeigen, dass es sehr schwer ist, einem interessierten Newcomer ein paar Gustostückerln zu empfehlen, HRWs Werk andererseits aber auch nicht preisgünstig zu erhalten ist (und das, obwohl Hethke seine Comics unzählige Male nachgedruckte). – Wäscher wurde ja schon öfters mit Karl May verglichen. Wer Karl May will, dem steht ein übersichtliches Angebot zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung. Im Fall von HRW ist weder Übersichtlichkeit noch Erschwinglichkeit gegeben! Falls daher in den nächsten Jahren nicht eine "Volksausgabe" entsteht (aus meiner Sicht könnten das auch Paperbacks in s/w sein), dann wird vermutlich keine Sammlergeneration nachwachsen, die noch Wäscher liest. Gut, es meinen sowieso viele, dass sich jüngere Leser dafür nicht begeistern lassen, doch das ist nicht meine Meinung. Für mich hat HRW eine zeitlose Qualität, so wie die frankobelgischen Klassiker. Doch Blueberry oder Buck Danny sind in wunderbaren, relativ preisgünstigen Gesamtausgaben erhältlich, Hansrudi nicht!

    Oder doch? Es gibt ja den doch recht drastischen Preisverfall bei Lehning- und Hethke-Produkten (den ich aber nicht im Detail verfolgt habe). Vielleicht geben mir die Fakten also nicht wirklich recht, oder nur teilweise. Mir geht´s allerdings auch nicht darum, recht zu haben, sondern darum, diese Dinge zur Diskussion zu stellen.
    Geändert von Gerhard Förster (13.01.2016 um 06:30 Uhr)
    Tipp: Auf www.die-neue-sprechblase.at findet ihr sehr detaillierte Inhaltsangaben zu allen unseren SPRECHBLASE-Ausgaben!

  12. #12
    Mitglied Avatar von Zyklotrop
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    Zitat Zitat von Gerhard Förster Beitrag anzeigen
    Und wenn jemand nach dem Wichtigsten von Wäscher fragt, dann geht´s auch nicht darum, ihn nicht zu verschrecken, sondern darum, seine Frage zu beantworten und das Beste zu empfehlen.
    Das war aber nicht Deine Frage. Die lautete:

    Zitat Zitat von Gerhard Förster Beitrag anzeigen
    Und welche Wäscher-Bände sollte der Graphic-Novel-Fan unbedingt besitzen????
    Nicht, was wir für die besten Storys halten war gefragt, sondern was einem anderen Zielpublikum am ehesten gefallen könnte.

    Und da ist es einfach unrealistisch, ganze Serien mit hunderten Heften zu nennen. Kein Mensch kauft das zum Reinschnuppern.

    Will ich mir das Gesamtwerk von Karl May zulegen, wird das alles andere als günstig. Einzelbände hingegen sind wie bei HRW oft günstig erhältlich.

    Von Übersichtlichkeit kann bei May wie bei Wäscher keine Rede sein. Sogar der May-Kenner verliert rasch den Überblick über all die verschiedenen Textfassungen und Bearbeitungen, z.T. von May selbst vorgenommen.

  13. #13
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    Zitat Zitat von Gerhard Förster Beitrag anzeigen
    Und jetzt auch noch David Bowie.
    Dessen Fans es ähnlich ergehen dürfte... Well, take your protein pills and put your helmet on. That's what he did.
    Geändert von Pickie (13.01.2016 um 11:42 Uhr)

  14. #14
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    An diese Frage schloss sich aber noch eine weitere an, Zyklotrop:

    Zitat Zitat von Gerhard Förster Beitrag anzeigen
    Was ratet Ihr jemanden, der sich das Wichtigste von HRW zulegen möchte?
    Aber ich hab ja selbst gar keine Antwort auf meine Frage, wie ich auch geschrieben habe, da ich es nicht schaffe, aus den vielen Top-Storys das beste auszuwählen. Du kannst das also ruhig so sehen, dass Fenrir das richtige Ding zum Empfehlen ist. Fenrir ist ein tolles, sehr durchdachtes Spätwerk, vor allem der erste Zyklus. Obendrein vereinigt Fenrir Wäschers wichtigste Genres in sich.

    Aber selbst wenn Fenrir Deine Empfehlung ist: Was willst Du konkret empfehlen? Die lausig kolorierten Alben von Hethke, die auseinanderbrechen? Ein Genuss ist das kaum. Oder empfielst Du die solide Toni-Rohmen-Kolorierung? Die kriegst Du aber nur, wenn Du Dir unzählige SB-Ausgaben zulegst. Vielleicht kommt ja mal eine ansprechende Ausgabe, aber das steht in den Sternen.

    Also auch mit Deiner Empfehlung ändert sich nichts an meiner Botschaft: Es gibt keine preisgünstige "Volksausgabe" der Wäscher-Werke, trotz unzähliger Nachdrucke.

    Außer natürlich, man verläßt sich auf den Preisverfall bei Lehning- und Hethke-Produkten... aber davon verstehe ich zu wenig. Und das geht wohl auch nur in begrenztem Rahmen.
    Geändert von Gerhard Förster (13.01.2016 um 11:52 Uhr)
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  15. #15
    Zitat Zitat von Gerhard Förster Beitrag anzeigen
    Deshalb scheiden für mich auch Sigurd Piccolo 1-12 aus, denn da war Hansrudi ja noch am üben und suchen, auch was das Storytelling betrifft.... Außer natürlich, man verläßt sich auf den Preisverfall bei Lehning- und Hethke-Produkten... aber davon verstehe ich zu wenig. Und das geht wohl auch nur in begrenztem Rahmen.
    Die Sigurd Piccolos 1-12 finde ich wichtig da dies die Origin-Story von Sigurd ist und er seinen späteren Weggefährten Bodo kenennenlernt! (Origin-Storys sind immer wichtig)
    Bei den Hethke Nachdrucken bekommt man mittlerweile die Buch-Nachdrucke sehr preisgünstig,die ganzen Heft-Nachdrucke bekommt man zwischen 3€-5€! Eine Ausnahme sind die oberen Sigurd-Gb´s ab ca. 260 und die oberen Tibor-Gb´s ab 95 die ca. 7€-9€ je Heft kosten.
    Fenrir ist wirklich schwierig,hier würde ich mir eine Buch-Ausgabe wünschen in der Colorierung von Toni Rohmen!

  16. #16
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    Danke für die Info, Manfred! Gut zu wissen.

    Was Sigurd 1-12 betrifft: Bei meiner Frage ging´s ja um das Wichtigste, das man einem Newcomer empfehlen könnte und dafür sind diese Hefte wohl nicht so ein guter Tipp, meiner Meinung nach.
    Tipp: Auf www.die-neue-sprechblase.at findet ihr sehr detaillierte Inhaltsangaben zu allen unseren SPRECHBLASE-Ausgaben!

  17. #17
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    Aus der Besprechung von Craig Thompsons neuem, erstmals farbigen Comic-Band ("Weltraumkrümel") in der heutigen Süddeutschen:

    "Mit 'Blankets' (...) wurde er 2003 weltbekannt." (okay, schon gut ...)

    "Dass er zum ersten Mal Farbe einsetzt, hat eine etwas zwiespältige Wirkung. (...) Andererseits hat die Farbgebung etwas Nostalgisches (...)." Oh? Seit wann ist Farbe out?

  18. #18
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    Zitat Zitat von Gerhard Förster Beitrag anzeigen
    "Zwei moderne Klassiker, die irgendwie schon fast zur Allgemeinbildung gehören, würde ich mal sagen – so wie "Persepolis" Teil 1 und 2 von Marjane Sartrapi (wobei die Verfilmung, die von ihr selbst stammt, sogar noch besser ist, da detailreicher).
    Persepolis war sowohl als Film als auch als Comic wirklich klasse. Gibt es von der Comicfassung mittlerweile einen Sammelband?

    Und welche Wäscher-Bände sollte der Graphic-Novel-Fan unbedingt besitzen???? Schwierig, nicht? Was ratet Ihr jemanden, der sich das Wichtigste von HRW zulegen möchte?
    ich persönlich, als Fan von old-school-Horrorliteratur, würde gern mal die Gespenstergeschichten von HRM lesen. Gibt es davon einen Sammelband? Und hat HRW die eigentlich selbst getextet oder nur gezeichnet?
    Von Blutbäumen und Weltraumgärtnern: Neue Horrorkracher von mir demnächst irgendwann bei Weissblech.

    Bitte beachtet auch meinen Verkaufsthread.

  19. #19
    Zitat Zitat von FilthyAssistant Beitrag anzeigen
    ich persönlich, als Fan von old-school-Horrorliteratur, würde gern mal die Gespenstergeschichten von HRM lesen
    Norbert Hethke hat diese Storys in 8 Alben veröffentlicht,steht in meiner Checkliste im Hansrudi Wäscher-Lehning und Nostalgie-Forum Eintrag 21:

    http://www.comicforum.de/showthread....rudi-W%E4scher

  20. #20
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    Und er hat die GG-Storys selbst entwickelt und sicher auch getextet. Doch es ist bei Bastei immer möglich gewesen, dass der zuständige Redakteur textliche Eingriffe vornahm.
    Tipp: Auf www.die-neue-sprechblase.at findet ihr sehr detaillierte Inhaltsangaben zu allen unseren SPRECHBLASE-Ausgaben!

  21. #21
    Mitglied Avatar von Zyklotrop
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    Zitat Zitat von FilthyAssistant Beitrag anzeigen
    Und hat HRW die eigentlich selbst getextet oder nur gezeichnet?
    Für Bastei hat HRW stark anders arbeiten müssen als für Lehning (die ganz frühen Buffalo Bills ausgenommen, die er auch selbst gelettert hat). Er hat die Zeichnungen sprechblasenlos abgeliefert, und das Manuskript separat dazu. Die Sprechblasen wurden bei Bastei eingeklebt. Leider wurden die Texte dabei nicht 1:1 übernommen, sondern "jugendgerecht" überarbeitet, oft gekürzt und simplifiziert.

    Auch bei Lizenzcomics verfuhr Bastei so ähnlich, nur noch krasser - auch z.B. beim "Roten Korsaren" wurden die Original-Sprechblasen entfernt, die Stellen an denen sie sich befanden "fertiggezeichnet" und die Bastei-Sprechblasen wurden drübergeklebt. Ein irrwitziger Aufwand, dessen Sinnhaftigkeit man bezweifeln darf.

  22. #22
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    hmm, auf Albenformat vergrößert UND überarbeitete/gekürzte Texte? Wird Zeit für eine Gesamtausgabe
    Von Blutbäumen und Weltraumgärtnern: Neue Horrorkracher von mir demnächst irgendwann bei Weissblech.

    Bitte beachtet auch meinen Verkaufsthread.

  23. #23
    Mitglied Avatar von Zyklotrop
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    Och, die acht GG-Hethke-Alben sind durchaus empfehlenswert und schön gestaltet. Und günstig zu bekommen. Aber es sind natürlich die Bastei-Bonbon-Farben und die Bastei-Texte.
    Die Originalmanuskripte für BB und GG dürften wohl nicht mehr existieren.

    Seltsam? Aber so steht es geschrieben...

  24. #24
    Mitglied Avatar von frank1960
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    Zitat Zitat von FilthyAssistant Beitrag anzeigen
    ich persönlich, als Fan von old-school-Horrorliteratur, würde gern mal die Gespenstergeschichten von HRM lesen.
    Oh ja, die Geschichten von Hansrudi Michel würd Ich auch gern lesen. Bestimmt ein Höhepunkt: 'Das Grauen von Wembley'!
    Ach wär Ich doch ein Junge noch wie einst
    Mit Bastei-Gruß,
    Euer Frank

  25. #25
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    Gratulation, du hast eine Fipptehler gefunden.
    Von Blutbäumen und Weltraumgärtnern: Neue Horrorkracher von mir demnächst irgendwann bei Weissblech.

    Bitte beachtet auch meinen Verkaufsthread.

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