Die Sprechblase 236

Mai 2016
€ 9,90
40. Jahrgang
Nr. 235


INHALT
3 Vorwort, Abos, Impressum
5 "Asterix erobert Rom"
6 Der neue MICHEL VALLIANT
10 Der unbekannte M. VALLIANT
26 M.-VALLIANT- Werbecomic
30 Der bekannte M. VALLIANT
45 CORTO MALTESE ist zurück!
46 Rückblick: Erlangen 2016
48 Interview: Martin Frei
50 Comic von Heinz Wolf
52 ROBIN AUSDEMWALD
53 HARRY-Magazin: Rezensionen, News, Generation Lehning
66 Nachruf auf G. Ferri (ZAGOR)
70 Nachruf auf Luke Haas
72 Russ Mannings TARZAN
74 SIGURD-Comic: Das Finale!
93 Leserbriefe, SIGURD-Umfrage, Heiner Jahnckes Archiv


Leserbriefe:
Gerhard Förster
[email protected]

Bestellungen und Abonnements:
Stefan Schlüter
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Ergebnis 851 bis 875 von 889
  1. #851
    Ergänzung zum gestrigen Déjà-vu: hatte bereits ein Poster zum Thema "Helden auf dem Schachbrett" gescannt. Hier isses nochmal.

    Ein Update zum Post 500 ist fällig.
    In der aktuellen Comic Book Creator-Ausgabe 14 erscheint ein E-Mail-Austausch zwischen Roy Thomas (muss ich nicht vorstellen) und Alan Brennert, einem der besten US-Superhelden-Autoren der ausgehenden 1970er.

    Zunächst weist Brennert darauf hin, dass der Ursprung zur Watchmen-Idee in der Serie selbst offengelegt wird: die Folge Architects of Fear der TV-Serie Outer Limits (hatte ich bereits verlinkt).

    Thomas erinnert daran, dass er glaubt, dass die Outer Limits-Episode von einem um 1950 im Radio gesendeten Hörspiel inspiriert sei und ihm die Bemerkung von Brennert daher nicht weiterhelfe.

    Brennert antwortet, er habe durch etwas googeln einen 1948 erschienenen Roman von Bernard Newman ausfindig gemacht - The Flying Saucer -, in dem eine Gruppe von Wissenschaftlern einen Alien-Angriff vortäuscht, um die Menschen zu einen und Weltfrieden herzustellen.
    Wie diesem Link zu entnehmen, soll dies zudem das erste Buch sein, in dem Fliegende Untertassen thematisiert werden.

    Thomas bedankt sich für den Hinweis und will nachforschen, ob der Roman je für das Radio adaptiert wurde, bemerkt aber, dass der Inhalt auch schlicht von Newman abgekupfert worden sein kann.

    Von 1948 ist allerdings auch die Story, die ich im Wiki-Eintrag zu Outer Limits gefunden hatte. Ich zitiere aus Post 500:
    Vielleicht kann ich helfen, denn das Hörspiel könnte eine Vertonung einer Theodor Sturgeon-Geschichte gewesen sein. Im englischen Wiki-Eintrag zu der Outer Limits-Folge wird auf zwei ähnliche Geschichten des SF-Schriftstellers hingewiesen, von denen die erste – Unite and Conquer – 1948 erstveröffentlicht wurde.
    So ist die Forschung einen kleinen Schritt weiter, da nun ein weiterer Kandidat für den Ursprung der Idee gefunden wurde.

    Ganz ohne neue eigene Funde will ich den Post nicht beenden: John Byrne gewann Dave Gibbons höchstselbst als Zeichner seiner Hommage an die Serie, erschienen in She-Hulk 50.

    Und die Frage Who watches the Watchmen wurde bereits im Oktober 1980, Jahre vor Erscheinen der Watchmen-Serie, gestellt, zumindest so ähnlich: "Who watches the Watcher" hieß es in der in Creepy 122 erschienenen Geschichte The Watcher.
    Mit einem "s" hintendran gab's das auch bei Star Trek.
    Der alte Juvenal - wenn das Zitat wirklich von ihm ist - hätte sich gefreut!

    MORGEN:
    Ei(s)zeit!

  2. #852
    Mitglied Avatar von franque
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    Weiteres Cover mit Helden auf einem Schachbrett - Excalibur 47:

    http://vignette4.wikia.nocookie.net/...20080806040526

    Sowie Iron Man 163:

    http://vignette1.wikia.nocookie.net/...20081001054821

  3. #853
    Danke für die Ergänzung!

    Wenn wir die Superhelden dazu nehmen, lässt sich das Thema ganz wesentlich erweitern, da das Schachspiel eine besonders für Superhelden-Comics geeignete Symbolik hat.

    Da wäre zum einen der überlegene Gegner, der die Züge der Helden voraussieht und sie wie Schachfiguren auf seinem Spielfeld, dem Schachbrett, hin und her bewegt oder die gottgleichen Mächte, die ihr Spiel mit den Menschen (hier: Supermenschen) treiben.
    Manche Superhelden spielen aber auch einfach nur mit ihren Kollegen, doppeldeutig gemeint. Hier das Cover der JLA 1, das an diesem Ort nicht fehlen darf.

    Und nun zu heute: Frohe Ostern!
    Hab ein extra großes Ei fürs Fest gesucht. Kein Straußenei, quatsch, nicht so einen "kleinen Fisch", ein wirklich großes!

    Das Ei von oben stammt aus dem Spirou-Abenteuer Ein eisgekühlter Gast taut auf.
    René Goscinny scheint an diesem Abenteuer die Idee mit dem Wissenschaftler (hier: Graf Champignac), der im Unterhemd arktischen Temperaturen trotzt, gefallen zu haben, denn er nutzt sie für eine eigene Geschichte, ja, er setzt sogar noch einen drauf, denn seiner ist mit Shorts und nacktem Oberkörper zu sehen.
    Die Szene ist 1964 in Tintin, sieben Jahre nach dem "eisgekühlten Gast", erschienen, doch die Story hat ansonsten nichts mit dem Spirou-Abenteuer gemein. Die Geschichte Kasimir bei den Eskimos hat Berck gezeichnet, auch bekannt durch seine Mischa-Folgen in Primo und FF (wenngleich das eher Studio Berck-Arbeit war) und es ist Berck der die Szene noch einmal zeichnen sollte, 1978 für seine Serie Sammy und Jack. In Le grand frisson (= Das große Zittern) wird der Plot von Kasimir bei den Eskimos ein Jahr nach dem Tod Goscinnys mit neuen Helden noch einmal aufgewärmt, Texter ist Cauvin.

    MORGEN: das große Nichts!

    Denn das war das vorerst letzte Déjà-vu. Hab ja in Post 822 angekündigt: "zumindest bis Ostern" und bei dem "zumindest" muss es dann auch bleiben, da ich derzeit an einem Artikel schreibe und das Scannen und Daten raussuchen für die viereckigen Bilder, besonders aber das lahme Hochladen der Scans, zeitaufwändiger ist als geplant … hält mich derzeit zu sehr von der Arbeit ab.

    Aber es wird weitergehen, sobald ich wieder Luft und Lust habe.
    Bis dahin haltet’s mit dem Motto der Donaldisten:

    MAKE COMICS GREAT AGAIN!
    Geändert von felix da cat (17.04.2017 um 10:19 Uhr)

  4. #854
    "Wie hieß nochmal dieser Comic-Zeichner, der Wein angebaut hatte?"
    "Winzer McCay."
    "Ah, Danke!"

  5. #855
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    Len Wein konnte es nicht sein. Der ist ja Autor.

  6. #856
    Albert Weinberg wäre ein heißer Kandidat gewesen.

  7. #857
    NEWSTICKER – NEWSTICKER – NEWSTICKER FÜR DEN MEGA-FAN – NEWSTICKER - NEWSTICKER

    Ihr denkt Batman oder Spider-Man sind die populärsten Comicfiguren in den Staaten?
    Weil jeden Monat mindestens ein halbes Dutzend Comichefte mit ihren Konterfeis locken?
    Doch ihr wisst: Alle Hefte von Spider-Man erscheinen bei Marvel, alle von Batman bei DC, von den gelegentlichen Company-Crossovers abgesehen. Es gibt aber eine Comicfigur, die es derzeit in die Hefte und auf die Cover der unterschiedlichsten Verlage schafft. Sie heißt Trump!
    Im Preview-Katalog des letzten Monats warben allein vier Verlage mit dem sensiblen Tycoon und gönnerhaften Philanthropen auf ihren Titelbildern. Wählt Euren Favoriten!

    Schon etwas länger her, aber eigentlich was für meine Rubrik "Déjà-Vu" ist ein Trump-Comic mit einem Cover, das mich stark an ein Titelbild der Reagan's Raiders erinnert, annodunnemals von dem jüngst verstorbenen Rich Buckler anlässlich der Präsidentschaft des Ronald gezeichnet.

    Wenn das in der Geschwindigkeit weiter geht, kann Obama schon bald einpacken.

    ITEM

    Diesen Monat macht der Präsident im Previews Katalog Platz für den König, den KING.
    Und er wird sich hoffentlich nicht an ihm vorbeischieben wie an einem montenegrinischen Staatsoberhaupt. Denn im August wird der 100. Geburtstag von Jack KING Kirby gefeiert und es erscheint massig altes und neues Material! Wäre er katholisch gewesen, hätte man Saint Jack längst heiliggesprochen!

    ITEM

    War letzten Monat Shakespeare-Gedenkmonat? Sowohl Blake und Mortimer (Das Testament des William S.) als auch Micky Maus (im Cosey-Disney-Band) hetzten hinter dem letzten Skript des englischen Barden her.
    Seltsamer Zufall!

    ITEM

    Apropos Blake und Mortimer.
    Mit dem neusten Band dürfen wir die Schlüssigkeit des Juillard-Comic-Universums bestreiten.
    In B&M wird behauptet, die Zweifel an der Urheberschaft Shakespearescher Stücke setzten im 19. Jahrhundert ein. In Wie eine Feder im Wind, das bereits im 17. Jahrhundert spielt, wollte er uns den Bären aufbinden, man habe bereits damals gewusst, dass Shakespeare nicht Shakespeare sei und kenne den echten Verfasser seiner Stücke. O.k. es liegt nicht an Juillard, sondern seinen Autoren, aber trotzdem irgendwie drollig.

    ITEM

    Apropos Coseys Micky.
    Dessen Story spielt 1927 und in ihr sehen wir astronomische Karten auf denen Pluto bereits eingezeichnet ist, ja, es wird sogar eine Reise nach dort unternommen … obwohl der sträflich unterschätzte Ex- und jetzt nur noch Zwergplanet doch eigentlich erst 1930 entdeckt wurde und folglich erst danach einen Namen erhielt.
    Immerhin, Cosey hat den Zusammenhang erkannt, der jedem astronomisch interessierten Comic-Fan schon lange klar war: Pluto, der Hund ist sehr wahrscheinlich nicht nach dem römischen Gott der Unterwelt benannt worden, sondern nach dem Himmelskörper, der nach dem römischen Gott der Unterwelt benannt wurde: denn Pluto hatte 1931 seinen ersten Auftritt, die Entdeckung des (Zwerg-)Planeten war zu dieser Zeit noch in aller Munde.

    ITEM

    QRN ruft Bretzelburg wird im Winter 2018 erneut aktuell.
    Nicht nur, dass die Story im Februar im Rahmen der Spirou GA 8 wieder erscheint, die neue Carlsen –Reihe Clever & Smart wird uns bereits im Monat zuvor mit einigen Bildern daraus erfreuen. Im Startband der Brachialhumor-Reihe finden sich ein paar Anleihen aus dem Franquin/Greg-Meisterwerk. Herr Ibanez hat ja gern bei den Frankobelgiern geklaut.
    Wer um diese Zusammenhänge nicht weiß und die beiden Carlsen Comics in der Reihenfolge lesen wird, in der sie in die Läden kommen, könnte vermuten, Franquin habe von Ibanez abgekupfert.

    ITEM

    Der Kult Verlag hat einmal das Ende eines Buddy Longway-Abenteuers auf dessen Backcover verraten. Aber die Nacherzählung einer ganzen Geschichte … das ist neu. Das hat jetzt der Erko Verlag geschafft! Auf dem Backcover des Alfonso Font-Albums Blume einer neuen Welt wird auf einer halben Seite der gesamte Inhalt der Geschichte wiedergegeben … alle Wendungen bis hin zum Schluss der Geschichte … womit ich wieder am Anfang wäre, denn Präsident Trump verrät ja auch hin und wieder Dinge, die besser geheim bleiben sollten …


    In DEN NÄCHSTEN TAGEN:


    Delapsus resurgam – Wie man eine Comic-Story beginnt, die vom Publikum und/oder der Kritik geliebt werden soll! DAS GEHEIMREZEPT! ENDLICH GELÜFTET!

  8. #858
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Apropos Coseys Micky.
    Dessen Story spielt 1927 und in ihr sehen wir astronomische Karten auf denen Pluto bereits eingezeichnet ist, ja, es wird sogar eine Reise nach dort unternommen … obwohl der sträflich unterschätzte Ex- und jetzt nur noch Zwergplanet doch eigentlich erst 1930 entdeckt wurde und folglich erst danach einen Namen erhielt.
    Das kann nun wirklich nicht überraschen in einem Mickey-Mouse-Comic, der ein Jahr vor Erfindung der Mickey Mouse spielt. Und knüpft damit an Konstantin Wecker an (der gerade 70 wurde) und der in seinem "Hexeneinmaleins" formulierte:

    sacco und vanzetti, keiner rothaarig, nie mischten sie zaubertränke um mitternacht. auch des nachbarn kühe gediehen vortrefflich. trotzdem wurden sie niedergemetzelt von den schergen der mickey mouse.
    Wo sollten am 23. August 1927 die "Schergen der Mickey Mouse" herkommen (zum Tode verurteilt wurden Sacco und Vanzetti sogar schon 1921)? "Steamboat Willy" wurde am 18. November 1928 uraufgeführt, "Plane Crazy" zwar schon am 15. Mai 1928, wurde dann aber erst 1929 landesweit in die Kinos gebracht.
    Geändert von Mick Baxter (06.06.2017 um 05:00 Uhr)
    Das ICOM-Heft zum Gratis Comic Tag 2012 jetzt herunterladen (7,3 MB)!

  9. #859
    Zitat von Mick Baxter:
    Das kann nun wirklich nicht überraschen in einem Mickey-Mouse-Comic, der ein Jahr vor Erfindung der Mickey Mouse spielt.
    Wobei ich diese Idee schon klasse finde. Quasi die "Origin Story" von Mickey Mouse. Sie musste einfach vor Steamboat Willie spielen.

  10. #860
    Immer wieder redet man von den "famous last words", den berühmten letzten Worten. Das ist ein bisschen unfair, denn die "famous first words", die berühmten ersten Worte, sind nicht minder wichtig.
    Eine gute Geschichte beginnt links oben auf Seite 1.

    Ein paar literarische Einstiege gefällig?

    Nennt mich Ismael.

    Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte …

    Kennst Du das Land wo die Zitronen blühen …

    Die Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf das Nichts des Neuen.

    Freude schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium …


    Und wer bis jetzt noch keinen Treffer gelandet hat, wird nun seinen ersten Punkt erwerben:

    Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde …



    Auch Comicautoren wissen um die Wichtigkeit eines guten Einstiegs. Mir ist aufgefallen, dass einige der bedeutenderen Werke auf eine doch zumindest ähnliche Weise eingeleitet werden.
    Das erlaubt mir Grundsatz 1 der Leitlinien für angehende Super-Autoren zu formulieren:

    Wollt Ihr im Ansehen Eurer Leser aufsteigen, beginnt Eure Geschichte mit einem Fall.



    Aber Vorsicht!
    Was für den Comic gilt, sollte nicht auf das reale Leben übertragen werden. Fensterstürze, zumal in Prag, leiten oft Katastrophen ein!


    Demnächst: Leserbriefe aus der Vergangenheit!

  11. #861
    Mitglied Avatar von Schock
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen

    QRN ruft Bretzelburg wird im Winter 2018 erneut aktuell.
    Nicht nur, dass die Story im Februar im Rahmen der Spirou GA 8 wieder erscheint, die neue Carlsen –Reihe Clever & Smart wird uns bereits im Monat zuvor mit einigen Bildern daraus erfreuen. Im Startband der Brachialhumor-Reihe finden sich ein paar Anleihen aus dem Franquin/Greg-Meisterwerk. Herr Ibanez hat ja gern bei den Frankobelgiern geklaut.
    Wer um diese Zusammenhänge nicht weiß und die beiden Carlsen Comics in der Reihenfolge lesen wird, in der sie in die Läden kommen, könnte vermuten, Franquin habe von Ibanez abgekupfert.
    Mit Tom Tiger hat Ibanez den Vogel dann vollends abgeschossen:

    http://www.comicguide.de/index.php/c...=long&id=51414

    Gaston mit Spirou-Uniform! - Franquin war auch noch sehr angetan, als man ihn auf das Plagiat hinwies... *seufz*

  12. #862
    Dupuis fand das nicht witzig.
    Näheres dazu in Post 162.

  13. #863
    Die neue Rubrik:

    Leserbriefe aus der Vergangenheit

    Sofern ihr zu den Lesern von Comicfachzeitschriften gehört und/oder die redaktionellen Teile von diversen Gesamtausgaben studiert habt, wisst ihr wahrscheinlich um die Verdienste Gregs hinsichtlich der Modernisierung der Zeitschrift Tintin. Weniger bekannt sein dürfte, dass er das Heft in gewisser Weise demokratisierte.

    1965 wurde er zum Chefredakteur des seit 1946 erscheinenden Comicmagazins. Nie zuvor hatte es so etwas wie eine Leserbrief-Seite in Tintin gegeben. Das sollte sich ab der vierten Ausgabe des Jahres 1966 ändern.

    Wenngleich sich die Inhalte der Leserbriefe im Wesentlichen nicht von denen unterscheiden, die wir von deutschen Comicfans kennen, könnte den einen oder anderen doch interessieren, was die Tintin-Fans bewegte. In meiner Auswahl von Leserbriefen beschränke ich mich auf die, deren Inhalt auch für die Leser der viereckigen Bilder interessant sein könnten. Aussortiert habe ich z.B. Fragen nach hierzulande unbekannten Serien.

    Grafisch gibt das Thema nicht viel her. Dennoch hier eine Montage der ausgewählten Leserbriefe aus den Ausgaben 4/1966 und 6/1966.

    Leserbriefe aus der 4/1966:

    Ab und an waren Porträts der Tintin-Helden auf den Backcovern der Hefte zu sehen.
    Mireille aus Charleroi fragt nach Minipostern von Dan Cooper und Michel Vaillant. Ihr wird zugesagt, dass Bilder der beiden genannten Helden in Arbeit sind. Schon bald erwarte sie ein Porträt des Capitan (Serie der Geschwister Funcken).

    Jean-Louis hat das Abenteuer von Andy Morgan (=Bernard Prince) und seinem Hindu-Freund (gemeint ist Ali; im Original Djinn) in Heft 1/1966 sehr gut gefallen (gemeint ist sein erstes Abenteuer überhaupt, "K.O. für Morales").
    Er fragt, ob Andy zuvor schon im Heft war und ob er wiederkehrt. Da er den Eindruck hat, dass die Geschichte in den USA spielt, fragt er, ob der Zeichner Amerikaner ist.
    "Aber nein!" antwortet Tintin, "Hermann stammt aus unseren Reihen", sein Held arbeite bei Interpol und dort müsse man halt viel reisen. Jean-Louis wird versichert, dass Andy zurückkommt (in der bereits erschienenen Nummer 3 schon geschehen). Tintin informiert den Leser, dass Ali sein Mündel ist und Hermann uns eines Tages erzählen wird, wie sich die beiden trafen.

    Und dann ist da noch ein Leser mit nicht identifizierbarer Unterschrift. Er erinnert daran, dass den Lesern zugesagt wurde, dass diese Tintin jede Frage stellen könnten, sie würden eine Antwort erhalten. Also, will er/sie wissen: wieviel Uhr es ist. Antwort: Zehn nach fünf – ob vor- oder nachmittags wird nicht verraten.

    Leserbrief aus der 6/1966:

    Viviane aus Brüssel bemerkt, dass das neue Blake & Mortimer-Abenteuer Die Diamanten-Affäre mit lediglich einer Seite pro Folge in Tintin erscheint und fragt, ob dessen Autor Jacobs erkrankt sei.
    Tintin versichert, dass er sich bester Gesundheit erfreue. Die kleinen, wöchentlichen Dosen seiner Geschichte werden mit dem Perfektionismus Jacobs' erklärt. Seine Recherche nehme nun mal viel Zeit in Anspruch. Daher müsse man die Seitenzahl pro Folge vorläufig rationieren. Das werde Blake und Mortimer aber nicht daran hindern, die Affäre mit der ihnen eigenen Hartnäckigkeit aufzuklären.

    Beruhigend zu wissen!



    Demnächst: Die Geburtsdaten der Tintin-Helden
    Geändert von felix da cat (18.06.2017 um 22:26 Uhr)

  14. #864
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    QRN ruft Bretzelburg wird im Winter 2018 erneut aktuell.
    Nicht nur, dass die Story im Februar im Rahmen der Spirou GA 8 wieder erscheint, die neue Carlsen –Reihe Clever & Smart wird uns bereits im Monat zuvor mit einigen Bildern daraus erfreuen. Im Startband der Brachialhumor-Reihe finden sich ein paar Anleihen aus dem Franquin/Greg-Meisterwerk. Herr Ibanez hat ja gern bei den Frankobelgiern geklaut.
    Ich dachte, "Mortadelo y Filemón" startete bereits 1958. Was ist denn dann im Startband drin, das eine Comic von 1961 (Veröffentlichung im Magazin) zitiert?
    Das ICOM-Heft zum Gratis Comic Tag 2012 jetzt herunterladen (7,3 MB)!

  15. #865
    Stimmt, seit 1958.
    Die ersten albumlangen Geschichten gab es aber erst 1969.
    El sulfato atomico war die erste lange Geschichte, das ist die mit Bretzelburg-Elementen, und sie stellte das erste Album 1971. Und das wird das erste Carlsen-Album.

  16. #866
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Dupuis fand das nicht witzig.
    Näheres dazu in Post 162.
    Jessas stimmt - Tom Tiger hatten wir ja schon!

    Übrigens gibt es auch einen Band mit Clever und Smart in Deutschland (Mortadelo y Filemón en Alemania) mit dem tollen deutschen Titel "Das muss man feiern – wir sind in Bayern" als Condor-Album 58.
    In der Geschichte jagen Clever und Smart durch halb Westdeutschland und müssen sich mit den Eigenarten der verschiedenen Regionen oder Städte herum quälen – vom Fingerhackeln bis Kölner Karneval.
    Unter anderem kommen sie auch zu den sparsamen Schwaben. Da befindet sich z. B. ein Seil im Aufzugschacht, damit man raufklettern kann, oder es gibt Züge wo die Fahrgäste je nachdem welches Ticket sie lösen (Zug oder Schub) den Zug dann ziehen oder schieben müssen. Das erinnert uns doch an etwas…

  17. #867
    Jepp, die Pedal-Busse der BVG (= Bretzelburger Verkehrsgesellschaft).

    (für die QRN-Fans gibt's noch dieses Jahr eine ganz spezielle Checkliste)

  18. #868
    Hab gerade einen interessanten Leserbrief gefunden, der mich gedanklich etwas herumschweifen ließ, daher nehme ich den hier auf:

    Sind Leser der Marvel-Comic books der 1960er/1970er-Jahre im Publikum?
    Ich meine nicht der Hit Comics, sondern der amerikanischen Originale.
    Wer diese Schätze gelesen hat, wird sich an den Marvel No-Prize erinnern. Ein Preis (oder besser kein Preis, es ist kompliziert), der an die Leser vergeben wurde, die einen Fehler in einem Marvel Comic entdeckt hatten.
    Einen Fehler in der Kontinuität der Marvel Comics (z.B. wenn eine Figur in einer Story Links-, in der nächsten Rechtshänder ist) oder in der Logik der Erzählung (also nichts, was sich auf die naturwissenschaftliche Unmöglichkeit von Superhelden bezog).
    Später vergab man diesen No-Prize nur noch, wenn man auch gleich eine Erklärung dafür mitlieferte, dass der Fehler eigentlich gar keiner ist (z.B.: dass die Figur zum Rechtshänder geworden ist, liegt daran, dass seine linke Hand verletzt war).
    So jedenfalls die Kurzfassung.
    Hier lest ihr, dass alles viel komplizierter war. Und dass sich über die 1970er hinaus Spuren des No-Prizes in den Marvel-Heften erhalten hatten.


    Der erste Leserbrief in Tintin 7/1966 erinnert mich etwas daran:

    René schreibt, dass er aufschreckte als er in einer Folge der Serie Capitan las, dass die Figur des Kardinal (gemeint ist de Richelieu, bekannt aus Die drei Musketiere) sagte: "Was Sie mir da erzählen, ist haarsträubend" – wobei die Funckens im französischen Original das Wort "rocambolesque" für "haarsträubend" gewählt haben.
    Rocambolesque leitet sich von Rocambole ab, dem Namen einer von Pierre Ponson du Terrail 1857 erfundenen Romanfigur, die genau solche, nämlich haarsträubende Abenteuer, erlebte.
    Wie also konnte der im 17. Jahrhundert lebende Kardinal einen Begriff benutzen, der von einer Figur abgeleitet wurde, die erst zwei Jahrhunderte später erfunden wurde?

    Tintin antwortet scherzhaft, dass der Kardinal wohl eine Vorahnung hatte.
    Dann aber: Unsere Freunde Fred und Liliane Funcken überschütten ihr Haupt mit Asche und wollten René um Pardon bitten, doch hätten Wassertropfen seine Adresse unleserlich gemacht.
    Die Antwort endet mit der Versicherung: "Denk bitte nicht, dass das eine haarsträubende – rocambolesque – Ausrede wäre!"

    Das erinnert mich an einen Leserbrief aus der frühen Sprechblase.
    Dieser bezog sich auf eine Episode der Serie Savage Sword of Conan , die in der vorhergehenden Ausgabe in deutscher Übersetzung abgedruckt wurde.
    Der Barbar habe hierin das Wort "Mesmerismus" benutzt. Ein Begriff, der von dem Gelehrten Franz Anton Mesmer abgeleitet wird, der im 18./19. Jahrhundert gelebt hat. Conan hingegen erlebe seine Abenteuer im hyperboreischen Zeitalter. Das ist zwar zeitlich nicht so genau zu bestimmen*, aber verdammt lang her und auf jeden Fall viel länger her als das Leben des Herrn Mesmer.

    *= nach Robert E. Howard ca. 10.000 Jahre vor Christus.

    Solche Anachronismen sind nicht selten.
    Sind sie bei Funnys wahrscheinlich meist Absicht und spaßig gemeint, sieht das bei Realistics etwas anders aus.
    Mal kommt es komisch rüber, mal findet man es ärgerlich, in jedem Fall befremdlich.
    Wenn in Kwaidan, einem im mittelalterlichen Japan spielender Comic, ein Pfeil ins Ziel trifft und der Schütze darauf erfreut "Bingo" sagt oder ein Soldat im alten Rom … ach, seht selbst. Sucht den Fehler!

    Fragt sich, ob der Anachronismus so im Original stand und vom Übersetzer übernommen wurde oder der Übersetzer selbst eine schwache Minute hatte.
    Nun ja, irren ist menschlich!




    Eric lobt in seinem Leserbrief einige Serien, die wir auch hierzulande kennen, wobei Marc Franval Sven Janssen und Ric Hochet Rick Master ist.
    Geändert von felix da cat (21.06.2017 um 20:12 Uhr)

  19. #869
    Mitglied Avatar von Mayaca
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Hab gerade einen interessanten Leserbrief gefunden, der mich gedanklich etwas herumschweifen ließ, daher nehme ich den hier auf:

    Sind Leser der Marvel-Comic books der 1960er/1970er-Jahre im Publikum?
    Ich meine nicht der Hit Comics, sondern der amerikanischen Originale.
    Wer diese Schätze gelesen hat, wird sich an den Marvel No-Prize erinnern. Ein Preis (oder besser kein Preis, es ist kompliziert), der an die Leser vergeben wurde, die einen Fehler in einem Marvel Comic entdeckt hatten.
    Einen Fehler in der Kontinuität der Marvel Comics (z.B. wenn eine Figur in einer Story Links-, in der nächsten Rechtshänder ist) oder in der Logik der Erzählung (also nichts, was sich auf die naturwissenschaftliche Unmöglichkeit von Superhelden bezog).
    Später vergab man diesen No-Prize nur noch, wenn man auch gleich eine Erklärung dafür mitlieferte, dass der Fehler eigentlich gar keiner ist (z.B.: dass die Figur zum Rechtshänder geworden ist, liegt daran, dass seine linke Hand verletzt war).
    So jedenfalls die Kurzfassung.
    Hier lest ihr, dass alles viel komplizierter war. Und dass sich über die 1970er hinaus Spuren des No-Prizes in den Marvel-Heften erhalten hatten.


    Der erste Leserbrief in Tintin 7/1966 erinnert mich etwas daran:

    René schreibt, dass er aufschreckte als er in einer Folge der Serie Capitan las, dass die Figur des Kardinal (gemeint ist de Richelieu, bekannt aus Die drei Musketiere) sagte: "Was Sie mir da erzählen, ist haarsträubend" – wobei die Funckens im französischen Original das Wort "rocambolesque" für "haarsträubend" gewählt haben.
    Rocambolesque leitet sich von Rocambole ab, dem Namen einer von Pierre Ponson du Terrail 1857 erfundenen Romanfigur, die genau solche, nämlich haarsträubende Abenteuer, erlebte.
    Wie also konnte der im 17. Jahrhundert lebende Kardinal einen Begriff benutzen, der von einer Figur abgeleitet wurde, die erst zwei Jahrhunderte später erfunden wurde?

    Tintin antwortet scherzhaft, dass der Kardinal wohl eine Vorahnung hatte.
    Dann aber: Unsere Freunde Fred und Liliane Funcken überschütten ihr Haupt mit Asche und wollten René um Pardon bitten, doch hätten Wassertropfen seine Adresse unleserlich gemacht.
    Die Antwort endet mit der Versicherung: "Denk bitte nicht, dass das eine haarsträubende – rocambolesque – Ausrede wäre!"

    Das erinnert mich an einen Leserbrief aus der frühen Sprechblase.
    Dieser bezog sich auf eine Episode der Serie Savage Sword of Conan , die in der vorhergehenden Ausgabe in deutscher Übersetzung abgedruckt wurde.
    Der Barbar habe hierin das Wort "Mesmerismus" benutzt. Ein Begriff, der von dem Gelehrten Franz Anton Mesmer abgeleitet wird, der im 18./19. Jahrhundert gelebt hat. Conan hingegen erlebe seine Abenteuer im hyperboreischen Zeitalter. Das ist zwar zeitlich nicht so genau zu bestimmen*, aber verdammt lang her und auf jeden Fall viel länger her als das Leben des Herrn Mesmer.

    *= nach Robert E. Howard ca. 10.000 Jahre vor Christus.

    Solche Anachronismen sind nicht selten.
    Sind sie bei Funnys wahrscheinlich meist Absicht und spaßig gemeint, sieht das bei Realistics etwas anders aus.
    Mal kommt es komisch rüber, mal findet man es ärgerlich, in jedem Fall befremdlich.
    Wenn in Kwaidan, einem im mittelalterlichen Japan spielender Comic, ein Pfeil ins Ziel trifft und der Schütze darauf erfreut "Bingo" sagt oder ein Soldat im alten Rom … ach, seht selbst. Sucht den Fehler!

    Fragt sich, ob der Anachronismus so im Original stand und vom Übersetzer übernommen wurde oder der Übersetzer selbst eine schwache Minute hatte.
    Nun ja, irren ist menschlich!




    Eric lobt in seinem Leserbrief einige Serien, die wir auch hierzulande kennen, wobei Marc Franval Sven Janssen und Ric Hochet Rick Master ist.
    Für Übersetzer wohl eine Gratwanderung, denn im Grunde stellt jedes Wort einen Anachronismus da.
    Weiß jemand ob Hitler selber auch "Heil Hitler" gesagt hat oder ob ihm Stan Lee (in SGT. Fury and his Howling Commandos #1)den Gruß untergeschoben hat?

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  20. #870
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    Der Unterschied zwischen Conan dem Barbaren und Kardinal Richelieu ist folgender:

    Conan spricht eine prähistorische Fantasiesprache (Hyperboreanisch?). Was wir in den Sprechblasen lesen, ist eine Übersetzung in eine moderne Sprache.

    Dagegen spricht Kardinal Richelieu französisch, genau wie in den Sprechblasen. Es ist keine Übersetzung dazwischen.

    Das "Rocambolesque" bei Richelieu ist ein echter Fehler, das "Mesmerismus" bei Conan ist nur eine Geschmacksfrage.

  21. #871
    Zitat von Mayaca:
    Weiß jemand ob Hitler selber auch "Heil Hitler" gesagt hat oder ob ihm Stan Lee (in SGT. Fury and his Howling Commandos #1)den Gruß untergeschoben hat?
    Die Frage ist längst geklärt. Für die Antwort siehe das Ende dieses Ausschnitts.

    Zitat von hate:
    Der Unterschied zwischen Conan dem Barbaren und Kardinal Richelieu ist folgender:

    Conan spricht eine prähistorische Fantasiesprache (Hyperboreanisch?). Was wir in den Sprechblasen lesen, ist eine Übersetzung in eine moderne Sprache.

    Dagegen spricht Kardinal Richelieu französisch, genau wie in den Sprechblasen. Es ist keine Übersetzung dazwischen.

    Das "Rocambolesque" bei Richelieu ist ein echter Fehler, das "Mesmerismus" bei Conan ist nur eine Geschmacksfrage.
    Kann man so sehen, aber ich empfinde solche Stellen im Text wie Sand im Getriebe, ein Rausschmeißer. Wenn ich von einer Geschichte so aufgesogen werde, dass ich die Welt um mich herum vergesse und eine imaginäre im Kopf habe, holt mich so ein Fremdkörper-Begriff zuverlässig wie ein klingelndes Telefon umgehend in die Realität zurück.

    Es stimmt natürlich, dass ein unpassendes Wort bei Comics, die den Anspruch erheben, historisch (einigermaßen) akkurat zu sein, schwerer wiegt als bei Fantasy. Doch stelle man sich für Conan mal folgende Szene vor:
    Der Barbar beobachtet eine Gruppe von Leuten, die eine Furt überschreitet, dabei die Beine bis zu den Knien im Wasser.
    Darauf ruft er ihnen scherzhaft zu: "Besser als eine Kneipp-Kur!"

    Kuren mag es in seiner Welt ja gegeben haben. Es gab Hochkulturen wie die von Aquilonia, es gab Ärzte, warum sollen die zumindest den Reichen keine Kuren verschrieben haben? Aber einen Sebastian Kneipp hatte Conans Welt bestimmt nicht.

    Genauso sehe ich das mit dem Mesmerismus. In der Welt des Barbaren mag es durchaus jemanden gegeben haben, der eine Theorie zum tierischen Magnetismus entwickelt hat, aber wenn, dann hieß der wahrscheinlich nicht Mesmer.
    Deswegen wirft mich so etwas immer aus der Story raus.

    Aber das mag jeder anders empfinden.

    Darauf einen Tee.
    Geändert von felix da cat (22.06.2017 um 15:59 Uhr)

  22. #872
    Mitglied Avatar von Schock
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen

    Kuren mag es in seiner Welt ja gegeben haben. Es gab Hochkulturen wie die von Aquilonia, es gab Ärzte, warum sollen die zumindest den Reichen keine Kuren verschrieben haben? Aber einen Sebastian Kneipp hatte Conans Welt bestimmt nicht.
    Das ist aber auch schon wieder ein Anachronismus… zu Conans Zeiten hätte man die Kur wohl verordnet, statt verschrieben.

  23. #873
    Da kennst du die Sitten im alten Aquilonien aber schlecht. Da gibt es doch diese Story in der Conan zum Arzt geht (wehleidig wie er ist wegen einer kleinen Schnittwunde vom Kopf bis zur Ferse) und mit einem Rezept für Sarsaparille zum Apotheker geschickt wird.


    Du hast natürlich recht, "verschrieben" klingt in diesem Zusammenhang auch etwas zu modern.

  24. #874
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    ich empfinde solche Stellen im Text wie Sand im Getriebe, ein Rausschmeißer. Wenn ich von einer Geschichte so aufgesogen werde, dass ich die Welt um mich herum vergesse und eine imaginäre im Kopf habe, holt mich so ein Fremdkörper-Begriff zuverlässig wie ein klingelndes Telefon umgehend in die Realität zurück.
    Mich störte bereits bei einer "Rick Master"-Geschichte ein Wortspiel mit Niki Lauda, während alle Autos rundherum zeigten, dass die Geschichte Mitte der 60er Jahre spielte.

  25. #875
    Nicht so sehr Anachronismus, doch hab ich ein schönes Beispiel für den Gebrauch eines völlig unpassenden Prominenten-Namens bei der Eindeutschung eines Marvel-Heftes, ich glaube des Williams Verlags, könnte aber auch Condor gewesen sein, jedenfalls 1970er oder frühe 1980er-Jahre.

    Stell dir vor: die Straßen von New York.
    Ich weiß nicht mehr, ob sich gerade Superhelden in Aktion oder Passanten unterhalten haben, jedenfalls sprach man über einen Show- oder Talkmaster.
    Im Original wird das jemand wie Johnny Carson gewesen sein, den in den Staaten jeder, hier vor 40 Jahren niemand kannte.

    Also kommt der Übersetzer auf eine geniale Idee: in seiner Fassung unterhält man sich über Wim Thoelke ... auf den Straßen von New York.

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