Die Sprechblase 236

Mai 2016
€ 9,90
40. Jahrgang
Nr. 235


INHALT
3 Vorwort, Abos, Impressum
5 "Asterix erobert Rom"
6 Der neue MICHEL VALLIANT
10 Der unbekannte M. VALLIANT
26 M.-VALLIANT- Werbecomic
30 Der bekannte M. VALLIANT
45 CORTO MALTESE ist zurück!
46 Rückblick: Erlangen 2016
48 Interview: Martin Frei
50 Comic von Heinz Wolf
52 ROBIN AUSDEMWALD
53 HARRY-Magazin: Rezensionen, News, Generation Lehning
66 Nachruf auf G. Ferri (ZAGOR)
70 Nachruf auf Luke Haas
72 Russ Mannings TARZAN
74 SIGURD-Comic: Das Finale!
93 Leserbriefe, SIGURD-Umfrage, Heiner Jahnckes Archiv


Leserbriefe:
Gerhard Förster
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Bestellungen und Abonnements:
Stefan Schlüter
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Abo-Preise für Deutschland und Österreich:
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Web-Site:
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Die Sprechblase - Das offizielle Diskussionsforum

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  1. #1

    Im Land der viereckigen Bilder

    Ariadne-Faden:

    Déjà-vu 235-269, 449-502, 821-860
    Jules Verne-Spezial 438-447


    Episodenführer durch das unbekannte Frankobelgien
    Cirque Spirou 424-426
    Dan Hardin 416-423
    Mathurin le Pirate 413-415
    Rouly-la-brise 410-412


    Fiktive Comic-Länder

    1. Staffel: Europa 594-811

    Arakistan (Marc Dacier) 746
    Braslavien (im Original: Braslavie; Patrouille des Castors = Blaue Panther) 784
    Bretzelburg/Maquebasta (Spirou) 595
    Courbelance/Marcalance (Zig & Puce) 711
    Esturien (im Original: Esturie; Patrouille des Castors = Blaue Panther)/Westlande 780
    Frittland (Evariste Confus) 726
    Hymenopteria (Luc Orient) 689
    Mocano (Suske & Wiske) 659
    Monte San Sone (Benoit Brisefer = Benni Bärenstark) 806
    Moumagnien (im Original: Moumagnie; Harry & Platte) 772
    Rocca-Negro (Barelli) 623
    Zôtrland/Ringarde (Achille Talon = Albert Enzian) 798


    Latex-Figuren 270-313


    Leserbriefe aus der Vergangenheit:
    Tintin (belgische Ausgabe) 863-


    Posterama:
    Poster der Zeitschrift Spirou 32- 150, 315-352


    Präsentation:
    Félix Intégrale 314
    Jean Graton et Michel Vaillant - L'aventure automobile 353
    QRN sur Bretzelburg - kommentierte Ausgabe 353
    Véritable Histoire du Spirou 2 (1947-1955) 353


    Sprechblasen, kuriose 3-29

    Unveröffentlichtes:
    Gaston 154-168

    Weihnachtskalender:
    Weihnachten im Spirou-Magazin 173-228






    Comic-Rekorde:

    Anmerkung:
    Die Rekorde sind nach bestem Wissen und Gewissen aufgestellt. Kennt ein Leser dieser Liste eine "Leistung", die über die aufgeführte hinausgeht, bitte ich um Benachrichtigung.



    Der Comic als Kunstform:

    Cover:
    die meisten Köpfe auf einem (Umlauf-)Cover findet man auf den Umschlagseiten von Ausgabe Nummer 1.000 der Zeitschrift Spirou. Hier die unverstellte Fassung. (Post 171)

    Gastauftritt:
    Der erste Gastauftritt im Comic fand am 08.12.1901 statt. In einem Sunday Comic der Serie Katzenjammer Kids sind Happy Hooligan und Alphonse & Gaston die Gäste. (Post 429)

    Heft:
    das kleinste Comic-Heft erschien in der Reihe "Ü-Ei Comic" in den Überraschungseiern von Ferrero. Entgegen den Angaben der Webseite wurden die Hefte im Format 3,3 cm x 2,4 cm herausgegeben. Von den sieben aufgeführten Titeln sind jedoch nur sechs Comics (die Ausgabe "Herr der Ringe" zeigt Filmszenen). Getextet sind die "Minis" von Gabriel Nemeth und gezeichnet von Florian Julino.(Post 174 + 185))

    Noch kleiner, nämlich 1,5 cm x 2,2 cm groß, ist der "kleinste Mini-récit der Welt", erschienen in der Spirou-Weihnachtsnummer 1963 (Nr. 1339).
    Er hat einen Umfang von 32 Comic- und 4 Umschlagseiten.
    Hier ein Scan vom oberen Rand zweier Seiten des genannten Hefts.
    Zwar ist das Format des Comics kleiner als die o.g. Ü-Ei-Comics, doch handelt es sich hierbei um kein eigenständiges Heft. Damit der Comic dazu wird, müsste er erst ausgeschnitten und gebunden werden wie auch andere Mini-récits. Ähnlich könnte man mit sog. "Daumen-Kinos", z.B. in Fix und Foxi-Extra, verfahren und sie so zu möglicherweise noch kleineren Heften machen. Andererseits sind Daumen-Kinos im Gegensatz zum "kleinsten Mini-récit der Welt" nicht zum Ausschneiden gedacht.

    Panel:
    die meisten Panels auf einer A4-Seite in einem von einem Verlag herausgegebenen Comic: In Rork 6: Descente (dtsch. Schreiber & Leser-GA Band 2: Abstieg): 300 Panels. Text und Zeichnungen: Andreas (Post 169)

    Sprechblase:
    Die erste Sprechblase:
    Nach der englischen Wikipedia hat es in Mittelamerika bereits zwischen den Jahren 600 und 900 n. Chr. Sprechblasen in Form von Spruchbändern gegeben.
    Das wäre zur Zeit der Maya und Zapoteken. Leider finden sich für diese Behauptung keine Beispiele im Netz.
    Die deutsche und französische Wikipedia sehen die Anfänge im Mittelalter. Die im Mittelalter übliche "Sprech-Banderole" ist ein Vorläufer der Sprechblase. Hier ein Bildbeispiel aus dem Jahr 1175.
    (Post 30-31)

    Superheld:
    Der erste Superheld im Comic ist Hugo Hercules, getextet und gezeichnet von Wilhelm Heinrich Detlev Körner, erschienen vom September 1902 bis Januar 1903 in der Chicago Tribune. (Post 429)



    Der Comic als Sammelobjekt:

    größte Comic-Sammlung: Bob Bretall besitzt mit 94.268 Ausgaben die größte Comic-Sammlung. Stand: September 2014.
    Hier ein kurzes Video. (Post 169)



    Der Comic als Wertgegenstand:

    teuerster Comic: Action Comics 1, verkauft für 3,2 Mio. Dollar (= 2,4 Mio. Euro). (Post 169)

    teuerste Original-Cover-Zeichnung: Hergés erstes Tintin-Cover zum Album "Tim in Amerika" erzielte einen Preis von 1,3 Mio. Euro. (Post 169)

    teuerstes Original-Vorsatzpapier: ebenfalls von Hergé: 2,65 Mio. Euro wurden bezahlt für das Original-Vorsatzpapier der ersten Tim-Alben. (Post 169)
    Geändert von felix da cat (18.06.2017 um 22:27 Uhr)

  2. #2
    Der ein oder andere wird den Gastauftritte von Zackhelden-Thread im Zack-Forum verfolgt haben. In den vergangenen drei Monaten habe ich dort täglich Comic-Seiten, -Halbseiten und -Panels zum genannten Thema verlinkt. Nach einem Vierteljahr geht mir zwar noch nicht das Material, wohl aber die Luft aus. Luftveränderung ist daher angeraten. Ich überlasse das Feld im dortigen Thread nunmehr anderen, werde aber hin und wieder drüben vorbeischauen.

    In diesem Thread will ich mich etwas breiter aufstellen und mich den unterschiedlichsten Themen widmen. Dabei werde ich mich gar nicht erst bemühen, ein Thema nach dem anderen erschöpfend abzuhandeln, sondern hin und her pendeln, wie’s mir grad in den Sinn kommt. Das Chaos versuche ich mit Hilfe eines Inhaltsverzeichnisses in Post 1 in den Griff zu bekommen. Sollte irgendjemand auch nur irgendetwas, das ich hier schreibe oder zeige so interessant finden, dass er später darauf zurückgreifen will, wird er es mit Hilfe dieses Verzeichnisses leichter finden.

    Ich habe bereits mehr als ein Dutzend Themen oder Rubriken für diesen Thread im Kopf, von Niemals nicht! bis Posterama, von Episodenführer durchs unbekannte Frankobelgien bis Buch der Comic-Rekorde. Manche Titel sind selbsterklärend, andere nicht. Wartet’s einfach ab, nach und nach lüftet sich der Schleier. Täglich werde ich den Thread nicht beliefern können, da ich für manche Einträge ganze Alben lesen muss, aber mit steter Zufuhr darf gerechnet werden.

    Warum im Sprechblase-Forum?
    Erstens, weil die SB ein Sekundärmagazin ist und alles, was ich hier verhackstücke, auch prima dort hinein passen würde (theoretisch ).
    Zweitens weil ich gelegentlich für die SB schreibe und einige meiner veröffentlichten Beiträge in diesem Thread insbesondere durch Bildbeispiele zu ergänzen beabsichtige. Für alle, die’s noch nicht wissen: In der SB bin ich unter dem Pseudonym Bernd Weckwert unterwegs (felix da cat ist mein bürgerlicher Name).
    Und drittens, weil ich darf (Pontifex Gerhard hat sein "urbi et orbi" erteilt.

    Im Übrigen soll dies keine One-Man-Show sein. Ich werde in der einen oder anderen Frage auf Eure Mitwirkung angewiesen sein, ich denke dabei z.B. an die Comic-Rekorde. Aber auch sonst: Einwände, Anmerkungen, Anregungen usw. … alles willkommen.

    Wie es sich für einen Sprechblase-Sekundär-Thread gehört, wird mein erstes Thema kein geringeres sein als die Sprechblase selbst. Nicht das Magazin, vielmehr die weiße, kalligraphisch aufgeladene Wolke, die einen kurzen Blitz in Richtung unserer oft knollnasigen Freunde ausschickt. Also das Ding, was einer Rauchwolke ähnlich sieht und uns zu Indianern macht, weil wir aus ihr zu lesen vermögen.

    LOS GEHT'S in Post 3:

  3. #3
    Sprechblasen können nicht nur zur Wiedergabe von Text eingesetzt werden. Auch Tonfall (z.B. Eiszapfen am unteren Rand der Blase), Übertragungsweg (z.B. zackige Darstellung der Blase – die dann keine mehr ist - bei Funkverkehr) oder Krankheitssymptome uva mehr lassen sich mit der Sprechblase darstellen.

    Moment mal … Krankheitssymptome?
    Ja, wie in folgendem Beispiel von Stan Lee und Jack Kirby demonstriert.

    Superschurken wie Magneto (X-Men) leiden unter Logorrhoe, das ist krankhafte Geschwätzigkeit.
    Vor dem Gnadenstoß alle Pläne und Weltherrschafts-Fantasien offenbaren? Würde doch kein gesunder Mensch machen, also … Logorrhoe.
    Der Logorrhoetiker wird nicht als Mensch sondern als einziger Wortschwall wahrgenommen. Und genau das wollten uns Lee und Kirby mit dieser Sprechblase zeigen ... vermutlich.


    Morgen: hochschwangere Sprechblasen

    Bis dahin gilt: Ich lese Comics, also bin ich!

  4. #4
    Mitglied Avatar von frank1960
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    Die Sprechblase: Mit Maschinenschrift einst ein Hort der Vertrautheit und des verlässlichen. Heutzutage schwer zu entziffern durch umfallende Buchstaben und mondäne Kritzeleien.
    Ach wär Ich doch ein Junge noch wie einst

  5. #5
    Mitglied Avatar von franque
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    Bei Williams-Marvels (außer mal ganz kurz am Anfang) nicht, daher war das Kinderauge gleich dran gewöhnt und für zukünftige Maschinenschrift versaut...

  6. #6
    Mitglied Avatar von frank1960
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    ...wo neue, in Deutschland unbekannte Schmuckbilder der lizensierten FF-Helden wieder herkommen, das weiß ich.

    Warte, warte noch ein Weilchen, dann kommt der Felix mit den schmucken Teilchen!

    (siehe in einigen Tagen im Land der viereckigen Bilder)
    Wir sind gespannt!
    Ach wär Ich doch ein Junge noch wie einst

  7. #7
    Ich sage nur Posterama, also: "Posterama!"

    Vorerst aber:

    Zitat von frank1960:
    Die Sprechblase: Mit Maschinenschrift einst ein Hort der Vertrautheit und des verlässlichen.
    Hm, hm ...
    Dazu hätte ich ne richtig interessante Frage, geht in die Bereiche Massenpsychologie und Völkerkunde (darunter machen wir’s nicht ).
    Ich habe den Eindruck, dass im Bereich der Comics in keinem Land so viel mit Maschinenlettering gearbeitet wurde wie in Deutschland.
    Aber
    a) stimmt das überhaupt?
    und
    b) wenn ja, warum?

    Ist’s unsere "Ordnungsliebe", die uns ein klares Schriftbild als erstrebenswert erscheinen ließ, eine gewisse "Aufgeräumtheit", die wir ersehnten; galten wir Deutschen nicht mal als unterkühlt und spiegelt sich das in einem "kalten" Schriftbild?
    In den letzten Jahren, da wir lockerer geworden sind, hat sich das Handlettering endgültig durchgesetzt ...

    Fragen über Fragen … mit denen könnte der Silver Surfer einen ganzen Abend verbringen.



    Und jetzt muss ich eine Überleitung finden. Ah, ja:

    Aber eines ist gewiss, mit Maschinenschrift sähe das mehr nach Buch als nach Comic aus.
    Die vielen Worte ins Bläschen gefüllt hat Maurice Tillieux , alles in Handarbeit und ohne Trichter.
    Dass er seinem Helden Félix (da détective, nicht da cat) so eine Presswurst von Sprechblase vors Gesicht setzt, hat seinen Grund: Tillieux ist in Eile; in Eile, noch alles in die Story reinzuquetschen, was zu deren befriedigender Auflösung nötig ist.
    Und warum ist er in Eile? Garantiert weil der Schlumi kein Drehbuch angefertigt und nicht gemerkt hat, wie er sich rasch der letzten Seite seiner Geschichte näherte und diese husch-husch zum Abschluss bringen musste.
    Eine Idee haben und loszulegen, ohne ein Szenario zu verfassen, war in den 1950ern gang und gäbe. Anders wäre es für so manch einen Zeichner nicht möglich gewesen, seine Baguettes zu verdienen.

    Erstaunlich, aber manchmal sieht man einer Sprechblase sogar an, dass ihr Schöpfer unter Zeitdruck stand.

    Ein anderer Maurice, Maréchal mit Familienname, wurde in seinem ersten längeren Oma Pfiffig (Prudence Petitpas)-Abenteuer von einer ähnlichen Art der Torschlusspanik befallen. Husch-husch ein paar Erklärungen und schon sind ganze zwei Seiten mit Sprechblasen tapeziert.
    Wie es dazu kam?
    Maréchal über die 30-Seitige Geschichte: "Ich war davon überzeugt, dass man 36 Seiten bei mir bestellt hat. Auf Seite 28 angekommen, unterrichtet mich der Chefredakteur, dass ich nur noch zwei Seiten habe, um meine Geschichte zu beenden. Aus diesem Grund wird das Ende von Prudence Petitpas von einer Flut von Erklärungen erdrückt. Mea culpa!"
    Auch eine Art von "Erklärungs-Not".

    Aber zumindest bei Goscinny kann man sicher sein. Wenn bei dem viele Worte gemacht werden, steht ein Plan dahinter.
    Text bitte auswendig lernen, morgen Klassenarbeit!




    Nö, morgen: Mann, sind die dick, Mann!
    Geändert von felix da cat (12.10.2015 um 19:34 Uhr)

  8. #8
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    (...)
    Ich habe den Eindruck, dass im Bereich der Comics in keinem Land so viel mit Maschinenlettering gearbeitet wurde wie in Deutschland.
    Aber
    a) stimmt das überhaupt?
    und
    b) wenn ja, warum?
    (...)
    a.) Weiß ich nicht, dazu kenn ich zuwenig anderssprachige Ausgaben, aber
    b.) Angeblich hat mal irgendeine Umfrage/Untersuchung ergeben, dass hierzulande Maschinensatz bevorzugt wird. Genaueres dazu hab ich nirgendwo gefunden, aber die Begründung kam mir immer mal wieder unter. Vor allem Ehapa hat daran dann lange festgehalten und erst extrem spät auf Handlettering umgestellt. Selbst als in der ECC eigentlich längst schon Handlettering der normale Standard war (wenn auch zum Teil mit fürchterlichen Ergebnissen, ich sag nur Blueberry-Ballade), hielt man für Kiosk-Alben (Asterix/Lucky Luke) noch am Maschinensatz fest und sogar die Asterix GA erschien noch damit - für mich ein Grund, die nicht zu kaufen.
    Gruss!,liver
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  9. #9
    Mitglied Avatar von frank1960
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    Die umfangreichen Abhandlungen in Oma Pfiffigs Sprechblasen hätten keine weiteren 6 Seiten sondern eine Fortsetzung benötigt.
    Anfang der 80er las ich die ersten Carlsen-Alben von Spirou, Johann und Pfiffikus sowie Blake & Mortimer. Ich weiß gar nicht, wie Ich das beschreiben soll, aber durch die fehlende Maschinenschrift wollte sich zumindest kein Pit und Pikkolo, Edelhart und Kukuruz-Gefühl einstellen. Es blieb irgendwie eine ungewohnte Distanz zu den Geschichten.
    Zum Glück hat sich das dann allmählich geändert und die Gewohnheit hat die Krakeleien erträglich gemacht.
    Zu bemerken ist noch, daß der erste Band von Tag X eigentlich auf meinem Einkaufszettel stand, aber das Lettering sieht wie die Druckschrift-Bemühungen eines Kinderschülers aus. Grund genug für mich, zu verzichten.
    Ach wär Ich doch ein Junge noch wie einst

  10. #10
    zu a)

    In amerikanischen und frankobelgischen Comics war Maschinenschrift keinesfalls so verbreitet wie in Deutschland (in den USA gab es mit den EC Comics eine weltbekannte Ausnahme).
    Über die Comicszene von Ländern wie England, Niederlande, Spanien, Italien wage ich basierend auf entsprechende Sekundärliteratur und meine Erfahrungen (Durchstöbern auch des "Altpapiers" in Comicshops vor Ort usw.) die gleiche Aussage.

    Ich weiß nicht wie eigenständig die Comichistorie in einer mir weitgehend unbekannten Comicnation wie Argentinien ist, aber gut möglich, dass die aus sprachlichen Gründen eng mit der spanischen verknüpft ist. Dann sprechen mehrere Gründe dafür, dass die Maschinenschrift in Argentinien ähnlich zurückhaltend genutzt wurde wie in Spanien (Export spanischer Comics ohne die Notwendigkeit von Bearbeitungen usw.).
    Aber über viele Länder weiß ich gar nichts. Die Philippinen sollen ja auch comic-verrückt sein. Und wie ist das mit den japanischen Schriftzeichen in den Mangas?

    Das einzige mir bekannte Land außer Deutschland, in dem in nennenswertem Umfang Maschinenschrift benutzt wurde, scheint mir Portugal zu sein. Ich habe ein zweibändiges Sekundärwerk über die dortige Comic-Geschichte in dem u.a. viele portugiesische Klassiker nachgedruckt werden. In denen ist der Anteil von Maschinenlettering relativ hoch. Ob diese Klassiker allerdings repräsentativ für die gesamte Landeshistorie sind?
    Keine Ahnung.

    zu b)
    Ich meine, das mit der Umfrage im alten ZACK gelesen zu haben.
    In einem Leserbrief wurde gefragt, warum in Zack Maschinen- und nicht Handlettering benutzt wird und die Redaktion antwortete, dass man sich aufgrund einer Umfrage für ersteres entschieden hat (für den Namen "Zack" soll sich ja ebenfalls eine Testgruppe ausgesprochen haben).

    Dass sich eine Mehrheit positiv dazu äußerte, klärt allerdings nicht die Frage "warum?".
    Aber das wird ohnehin im spekulativen Bereich bleiben.

  11. #11
    frank1960:
    Ich gebe zu, dass ich mich nach meiner Kauka- und Zack-Comicsozialisierung auch erst einmal an Handlettering gewöhnen musste (vielleicht hätte ich mehr Bessy lesen sollen ). Aber das ging bei mir relativ schnell, auch wenn der eine oder andere Letterer mich zum Weinen brachte.

  12. #12
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    (...)
    zu b)
    Ich meine, das mit der Umfrage im alten ZACK gelesen zu haben. (...)
    Ja, mir deucht da dunkel auch sowas, meine aber auch, dass sich mal irgendein Ehapa-Verantwortlicher hier im Forum auch mal dahingehend geäußert hat. Während, so weit ich weiß, die Piccolos in den 50ern wohl handgelettert waren, fing Maschinensatz mWn mit der Micky Maus (eben: Ehapa) an. Ich vermute(!!!) das diese ominöse und immer mal wieder angeführte Umfrage aus dieser frühen Zeit des 'Nebeneinanders' stammt (oder sogar im Vorfeld der Micky Maus-Produktion gemacht wurde) und man sich darauf dann 40 Jahre später immer noch berufen hat, ohne zu berücksichtigen, dass sich die 'allgemeine Meinung' dazu mittlerweile geändert haben könnte... - Vielleicht ist die Umfrage aber auch noch nicht ganz so alt und entstand im Umfeld des 'Nebeneinanders' bei Williams/Koralle in den 70ern.

    Jedenfalls find ich den heutigen 'Standard' des 'Handlettering nachempfundenen Computer-Fonts' einen auch nur suboptimalen Kompromiss: Mir ist zwar klar, dass das kostengünstiger und einfacher ist, aber ich würde 'echtes Handlettering' weiterhin bevorzugen.
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  13. #13
    Mitglied Avatar von franque
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    Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen. Williams (Marvels "und 2 von DC"). War Handlettering. War man damit gewohnt. Fertig. Alle Probleme beseitigt.

  14. #14
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    (...) Dass sich eine Mehrheit positiv dazu äußerte, klärt allerdings nicht die Frage "warum?".
    Aber das wird ohnehin im spekulativen Bereich bleiben.
    Möglicherweise auch ein Zugeständnis an die 'Comic-Hatz': Mit Maschinensatz waren Comics etwas näher an 'dem guten Buch'.
    Gruss!,liver
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  15. #15
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    A propos 'suboptimaler Kompromis': Zuweilen gab es ja auch Schablonenschriften, auch wenn mir aktuell nur 'Asterix und das Atomkraftwerk' und ähnliche Raubdrucke als Beispiel einfallen...
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  16. #16
    Mitglied Avatar von franque
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    Zitat Zitat von zaktuell Beitrag anzeigen
    Vielleicht ist die Umfrage aber auch noch nicht ganz so alt und entstand im Umfeld des 'Nebeneinanders' bei Williams/Koralle in den 70ern.
    Vielleicht ist diese Umfrage ja auch nur frei erfunden, oder man hat beim Sohn des Schwippschwagers vom Chefredakteur kurz nachgefragt, was er lieber hätte. Da außer der bereits erwähnten W-Ausnahme alles andere (jener Ära, Piccolos interessierten damals ja nur noch am Rande, um es vorsichtig auszudrücken) maschinengelettert war, ist es nachvollziehbar, dass sich ein Verlag bei einem Massenprodukt für das "Altbewährte" entscheidet.

    Edit: Ich meine natürlich "in Maschinenschrift" war, nicht "maschinengelettert" (obwohl das für den Schriftsetzer vielleicht erst mal dasselbe ist).
    Geändert von franque (13.10.2015 um 15:38 Uhr)

  17. #17
    Mitglied Avatar von frank1960
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    War für mich kein Thema. Haben da tatsächlich einige Trottel nach Handgekritzel gefragt. Bei ZACK jetzt
    Ach wär Ich doch ein Junge noch wie einst

  18. #18
    Mitglied Avatar von franque
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    Man darf deine Worte so deuten, dass du die Marvels verachtetest? Du böser Bub, du...

  19. #19
    Mitglied Avatar von frank1960
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    Zitat Zitat von frank1960 Beitrag anzeigen
    Bei ZACK jetzt
    Mit jetzt mein Ich damals
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  20. #20
    Mitglied Avatar von frank1960
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    Nein nein, Ich habe einige Einser-Nummern und noch mehr. Da störte es mich gar nicht...Hm...seltsam...
    Ach wär Ich doch ein Junge noch wie einst

  21. #21
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Zitat Zitat von franque Beitrag anzeigen
    Vielleicht ist diese Umfrage ja auch nur frei erfunden, oder man hat beim Sohn des Schwippschwagers vom Chefredakteur kurz nachgefragt, was er lieber hätte. (...)
    Ja, kann auch sein. Mir ist wie gesagt immer nur die Formulierung untergekommen "eine Umfrage hat ergeben". NIE ne weitergehende Info, wer die Umfrage gemacht hat, wann, wo, mit welchen Fragen, mit wievielen Befragten, deren Altersstruktur oder was der Dinge mehr sind.
    Gruss!,liver
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  22. #22
    Mitglied Avatar von franque
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    Dass es für Koralle/Springer eine Option gewesen wäre, die Hefte mit Handlettering rauszubringen, dafür fehlt mir ehrlich gesagt die Phantasie. Wissen tue ich's offensichtlich auch nicht.

  23. #23
    Mitglied Avatar von Zyklotrop
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    Ich habe den Eindruck, dass im Bereich der Comics in keinem Land so viel mit Maschinenlettering gearbeitet wurde wie in Deutschland.
    Aber
    a) stimmt das überhaupt?
    Nein. In der Comic-Nation schlechthin setzt man auf Maschinenlettering: Japan. Ginge auch schwerlich anders. Handgeschriebene Kanji... brrr.
    Geändert von Zyklotrop (13.10.2015 um 17:27 Uhr) Grund: Ergänzung eingefügt

  24. #24
    Auch wenn ich einige Otomos, Taniguchis und Nakazawas zwischen meinen Wänden beherberge, ich bin und bleibe Manga-Analphabet!



    Gestern Asterix und Descartes, heute Boule & Bill und Pascal. Werden da die Philosophen verulkt? Oder ihre etwas hochtrabende Sprache? Oder gar beides?

    Aber nicht jeder, der viel zu sagen hat, ist ein Philosoph, obwohl man sich bei ihm streiten kann.

    Und das der so ausschweifend erzählende Charlier (links im Bild, mit Baguette) mal mit seinen eigenen Waffen geschlagen wurde, kam auch nicht alle Tage vor (rechts: Goscinny).

    Tja, adipöse Sprechblasen, die nicht aus reiner Not geboren sind, sollen den Wortschwall zum Witz machen. Ich fürchte nur, wenn man an der Blase rechts unten angelangt ist, hat man bereits ausgekichert. Es muss wohl bei der ersten Sichtung zünden, sonst ist's vorbei.


    Eigentlich würde sich die Kategorie "größte Sprechblase" für ein Comic-Buch der Rekorde anbieten, wenn da nicht ein paar Probleme wären:
    Ist die Größe der Blase wirklich interessanter als die Anzahl der darin stehenden Worte? Beredtes Schweigen kann man mit einer Riesenblase darstellen, in der nicht ein Buchstabe steht.
    Ist die Größe der Blase in cm² oder in Relation zur Seite (9/10 einer Taschenbuchseite: ist auf die eine Weise mehr, auf die andere weniger als 3/4 einer A4-Seite) entscheidend.
    Wenn ein Fassadenmaler eine Sprechblase auf eine Häuserwand zeichnet, zählt das?
    usw.

    (Für alle, die von der Fassade angefixt sind)



    Morgen: Wie lerne ich Sprechblasisch?
    Geändert von felix da cat (13.10.2015 um 20:52 Uhr)

  25. #25
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Zitat Zitat von felix da cat Beitrag anzeigen
    (...) Beredtes Schweigen kann man mit einer Riesenblase darstellen, in der nicht ein Buchstabe steht. (...)
    Nicht Sprech- sondern Denkblase: Gabs mal in irgendnem Sekundärbuch, keine Ahnung aus welcher Daily-Stripserie: Ein großes Panel mit einem im Garten stehenden Mann mit Harke und riesiger leerer Denkblase. Dazu die Frau, die aus der Tür zum Garten ruft: "Are you going to waste the whole day, just standing around?" - Worauf er im zweiten, deutlich kleineren Bild antwortet: "Thinking big isn't 'just standing around', Gladys!" - Herrlicher Gag!
    Gruss!,liver
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