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Thema: Meine liebsten FF-Hefte

  1. #51
    fuxiger Teilzeit-SysOp Avatar von Markus
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    das Problem um die "Brutalität" der Geschichten scheint mir kein spezifisches FF-Problem zu sein, sondern eine allgemeine Entwicklung, in der hysterische Kinderschutzapostel das gesellschaftliche Klima so beeinflussen, dass die Macher von entsprechenden Produkten die Zensurschere schon längst im Kopf haben wenn sie Geschichten entwickeln oder spätestens von ihrem Auftraggeber ein "NoGo" bekämen. Konzerne und Verlage, die Produkte für Kinder entwicklen, möchten schlicht keine Negativkampagnen oder Angriffsflächen bieten. Deshalb sind heutige Kindergeschichten in Comic oder TV nicht mehr mit den Geschichten von vor einigen Jahrzehnten vergleichbar.

  2. #52
    Lieber Fixundfertig, ich muss Dir schon ein bißchen Recht geben. Von der story her ist die Grauenfels-Geschichte nicht wirklich spannend. Dazu laufen die Versuche der "Bösen" Pauli und Mausi auszuschalten zu sehr immer nach dem gleichen Schema ab und scheitern immer gleich. Aber mich hat bei Kara trotzdem immer das Zeichnerische angesprochen, so auch hier. Er hat sich einfach viel Mühe gemacht, auch bei den Hintergründen, im Gegensatz zu manch anderen FF-Zeichnern. Und bei den Pauli-Geschichten ist außerdem oft der Wald im Spiel, die Natur, Blumen, Flüsse... Das ergab bei Kara eine schöne Atmosphäre, mit besonderen Farben. Es stimmt, es sind kindlichere Figuren als wahrscheinlich früher, aber dennoch (oder deswegen) haben mich seine Geschichten immer angesprochen, auch etwa die mit dem neuen Hund Beppo. Die Figuren-Entwicklung bei Kara wäre mal eine eigene Untersuchung wert, am besten mit den schönsten Geschichten von ihm durch die Zeiten.(Das würde dann m.M.n. beim 22. Jahrgang enden, weil dann seine Zeichnungen irgendwie fließbandartig werden.)
    Die Frage, warum es eigentlich keine richtig Bösen im Kauka-Kosmos meiner Zeit gibt, hat mich auch schon beschäftigt. Einerseits ist es wahrscheinlich dem Zeitgeist geschuldet, der dachte, dass man es bekämpft, indem man es nicht zeigt... Das hat ja dann auch zu verrückten Erscheinungen geführt: In der Disney-Geschichte "Der Gegenspieler" von Gatto wurden in der deutschen Fassung die Pistolen und anderen Waffen wegretuschiert, sodass Donald völlig ohne Grund um sein Leben fürchtet, als der falsche Dagobert ihm seinen Finger an den Kopf legt (LTB 16,S.117). Andrerseits ist es wohl auch Kauka-Philosophie gewesen, die kleine heile Welt zu zeigen, das Dörfliche. Bei Disney gab es ja eine Unmenge von Bösewichtern, mehrere Hexen, Verbrecher usw. Und das war natürlich immer faszinierend für mich als Kind. So z.B. die Geschichte mit dem Schwarzen Phantom, der aus dem Gefängnis heraus sich mit den Panzerknackern verbündet, gerade neu abgedruckt im DTGDD.
    Aber abonniert hatte ich nur FF, vom Ende des 19. bis Ende des 20. Jahrgangs, und das hat mich geprägt. Wobei ich ehrlicherweise sagen muss, dass mich damals alles Bunte faszinierte, und die Comics waren unfassbar bunt. Denn Anfang der 70-er waren die Kinderbücher ansonsten mit einfachsten Schwarz-Weiß-Bildern ausgestattet, so z.B. die Enid-Blyton-Bücher.

  3. #53
    Mitglied Avatar von Fax
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    Ein ähnliche Beispiel kann ich hier auch bei einer anderen Figuren - Gruppe feststellen , nämlich den Pichelsteinern:

    von Mitte bis Ende der 60er Jahre hatten diese nämlich zwei, nicht gerade freundliche Gegenspieler.

    Zum einen die: Queen
    und zum anderen: König Gol und sein Volk die Gallensteiner.

    Wobei ich persönlich fand, das die Queen immer eine gewisse Ähnlichkeit mit Winston Churchill hatte und Gol eine Ähnlichkeit mit dem französischen Ministerpräsidenten, De Gaulle ( ich hoffe ich hab seinen Namen richtig geschrieben. )
    Gewisse politische Inhalte kamen dann teilweise ebenfalls vor.
    Dabei ging es zwischen beiden Parteien ( Pichelsteiner u. Gallensteiner ) nicht gerade sehr friedlich ab.
    Später, nachdem ein ganz Reihe von Jahren von den Pichelsteinern nichts mehr zu lesen war, tauchten sie dann in den 70er Jahren in Prima Comic wieder auf. Dort bekamen sie dann das Volk der Muffel als Gegenspieler, die aber, im Gegensatz zur Queen und Gol als solche viel zu friedlich und auch dümmlich waren. Diese beiden ( Queen u. Gol ) fielen dann auch komplett weg und tauchten auch nie wieder auf. Der Stil des Pichelsteiner - Comics wurde so komplett verändert.
    Es hat sich also in dieser Zeit auch bei einigen anderen Serien aus dem FF -Verlag so Einiges verändert und nicht nur bei Pauli.

    P. S. Ich fand die beiden ersten Gegenspieler ( Gol und die Queen ) viel interessanter und diese alten Abenteuer auch sehr viel spannender. Habe mich dann auch sehr über diese Veränderung geärgert.

    Wie schon gesagt, man könnte auch bei den anderen Figuren ähnliche feststellen:
    Hatte Knox nicht z. B. auch einen verrückten Professor als Gegenspieler in den 60 er Jahren?
    Fix und Foxi selber waren in den 60 er Jahren auch nicht immer die friedlichen Füchse, Lupo wurde teilweise ganz schön gequält.
    Tom und Bieber hatten den Indianer: Schmutzfuß, als Gegenspieler.
    Mischa, Connie und Professor Turbino den Verbrecher Diabolus.
    Die Storys wurden also allgemein zum Ende der 60er und Beginn der 70er Jahre wesentlich "zahmer".
    Geändert von Fax (26.06.2015 um 13:34 Uhr)

  4. #54
    Ob die Gegenspieler freundlich, lustig, unbeholfen oder gruslig, gemein und richtig böse sind, spielt für mich keine Rolle.
    Ich lege Wert auf die Geschichten, mir gefällt ein früher Pauli oder ein Pauli aus dem 20. Jg in Schloss Grauenfels, wenn die Geschichte stimmig ist.
    Nach dem 20. Jg bietet Pauli allerdings wenig neues und stagniert (zugegebenermaßen auf hohem Niveau).


    Mein persönlicher empfehlenswerter Bereich der Fix und Foxi Hefte:

    Pauli bis einschließlich 20. Jg
    Tom und Biber bis einschließlich 22. Jg
    Fix und Foxi, Lupo, Eusebia, Knox... bis einschließlich 24. Jg
    Mischa bis einschließlich Heft 469 (verhandelbar)
    Lizenz-Comics bis einschließlich 25. Jg

    Wenn man nur Fix und Foxi, Lupo, Eusebia betrachtet ohne die restlichen Kauka Comics wie Pauli, Tom und Biber, Mischa...,
    dann gefällt mir der Nummernbereich ca. 164 bis 200 am Besten.

    Wenn man alle Kauka Comics nimmt, wird es für mich schwierig den Zeitraum für die besten Hefte einzugrenzen:
    Mischa von 291 bis 263 muß unbedingt dazu, Tom und Biber aus dem 21. und 22. Jahrgang unverzichtbar, Pauli z.B. "Die Piraten" 371-373 und Pauli im 20. Jg keine Frage usw., also ich kann mich nicht entscheiden.

  5. #55
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    Das war mir jetzt nie so aufgefallen, Carl Cnolle

    Ich habe nur gemerkt, dass ab dem Ende der 60er Jahre und dem Begin der 70er Jahre, friedlichere Inhalte in die einzelnen Storys ( egal ob Pauli, Mischa, Fix und Foxi, Lupo u.s.w. ) Einzug hielten. Die Geschichten der frühen 60er warnen nun einmal ein wenig "brutaler".
    Das zeigt ja auch, dass z. B. in den frühen 70ern auch Märchen aus dem Kinderfernsehen. verbannt wurden, weil sie angeblich zu brutal seien.

    Wirklich schlechter wurde die FF erst ab Anfang der 80er Jahre. als die Storys und Charaktere immer flacher wurden.
    Geändert von Fax (06.07.2015 um 16:24 Uhr)

  6. #56
    Zitat Zitat von Fax Beitrag anzeigen
    Das war mir jetzt nie so aufgefallen, Carl Cnolle
    Ich vermute mit diesem Satz sprechen Sie meine Bemerkung zu den Pauli Geschichten an.
    Da Sie ein Pauli-Fan sind, werden wir uns nicht einig werden aber ich möchte meine Aussage etwas genauer begründen.

    Nehmen wir den 25.Jg Nummer 9-13 die Pauli Geschichte "Die Fänger vom Doppelgänger", eines vorweg mir gefällt die Geschichte.
    Aber vergleicht man nun diese Geschichte mit "Grauenfels" fällt folgendes auf, Pauli hat sich seit 5 Jahren nicht weiterentwickelt die "Doppelgänger" Geschichte hätte man auch im 20. Jg veröffentlichen können und die Geschichte ist eine Klasse schwächer als "Grauenfels".

    Auch arbeitet man verstärkt mit Variationen bei Pauli z.B:
    1) Pauli braucht Geschenk für Mimi, aufgrund Mimis Geburtstag
    2) Pauli braucht Geschenk für Mimi, aufgrund Mimis Party
    3) Pauli braucht Geschenk für Mimi, aufgrund Mimis Picknick

  7. #57
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    Ja gut, die Geschichten von Pauli und auch Mausi haben sich im Laufe der Jahre eben auch stark verändert.
    Ich kann mich an die alten Storys von Pauli ab Mitte der 60er Jahre erinnern:
    z. B. die wo Pauli und Mausi von einem verrückten Professor in so etwas wie eine "Reisemaschine" gesteckt und dann kreuz und quer durch die Welt geschickt wurden oder Pauli als Aladin. Das sind jetzt nur zwei Beispiele.
    Durch das Auftauchen von Mimi in den Pauli - Storys und dem Hund Beppo wurden die Pauli -Abenteuer gemächlicher, da sich Pauli jetzt nur noch mit Egon und Mecki herumärgern musste. Alles spielte sich jetzt nur noch rund um Maulwurfshausen herum ab.
    Es ist natürlich auch immer irgendwo Geschmackssache, welche Pauli Geschichten man nun für die Besseren hält. Mir gefallen beide Arten, die spannenden und auch die eher friedlichen.
    Was die anderen Figuren der FF angeht, gab es da auch immer mal wieder Phasen, wo die Storys mal Besser und dann mal wieder Schlechter wurden. Bis zum Beginn der 80er Jahre gab es da aber, meiner Meinung nach, keine allzu großen Verschlechterungen. Erst danach sackte das Niveau dann extrem stark ab.
    Aber, wie schon gesagt, hat da jeder sicherlich auch eine andere Sichtweise.
    Geändert von Fax (13.07.2015 um 12:20 Uhr)

  8. #58
    Zitat Zitat von Fax Beitrag anzeigen
    Ich kann mich an die alten Storys von Pauli ab Mitte der 60er Jahre erinnern:
    z. B. die wo Pauli und Mausi von einem verrückten Professor in so etwas wie eine "Reisemaschine" gesteckt und dann kreuz und quer durch die Welt geschickt wurden
    Ja, Sie haben mich erwischt, die Geschichte gab es auch damals schon als Variation:
    Fix und Foxi 362 und 363 noch ohne Mausi und dann 541 bis 552 mit Mausi.

  9. #59
    Auf die Frage nach den liebsten FF-Geschichten kann man verschieden antworten. Man kann, wie immer wieder geschehen, scheinbar objektive Maßstäbe heranziehen. (Zeichnungen, spannende Geschichte, interessante Charaktere...).Viel wichtiger sind wahrscheinlich die subjektiven Maßstäbe, also das, was bei uns als Kinder im Kopf abging, als wir die Comics zum ersten Mal lasen. Ich erinnere mich da an einen früheren Beitrag von nc-schmitt, der auf der Suche nach seiner Lieblings-FF-Geschichte, die er in seinem Kinderzimmer im Bett las, endlich im 18. Jahrgang fündig wurde - und ziemlich enttäuscht war von der objektiv schlechten Qualität der Zeichnungen. Aber dann wurde ihm klar, dass er diese Zeichnungen einfach im Kopf ergänzt hat und dass die Stimmung und das Gefühl in seinem Kopf lebten, wofür die Comics nur der Auslöser waren.
    Ich kann eigentlich ganz gut vergleichen: Ich bin als Kind sowohl FF-Fan wie auch Disney-Fan gewesen. FF gibt es nicht mehr, Disney-Produkte überschwemmen den Markt. Kann ich deswegen meine alte Begeisterung in den neuen Disney-Heften wiederfinden? Im Grunde genommen nicht. Ich lese zwar weiterhin gerne bestimmte Disney-Comics oder die Leserbriefe der Altfans in Bahnhofsbuchhandlungen…, aber kehre doch immer wieder zu Barks und den alten LTBs zurück, ohne auch dort ganz das zu finden, was ich erhoffe.
    Wie schrieb mal HungerHabIchT im Disney-Forum: „Überall in der Wohnung Stapel von alten MMs, neben den wohltuenden, entspannenden Erfahrungen mit guten Comics auch immer wieder diese Leseattacken, die einen völlig verstört zurücklassen…“ Und nur so sind auch die unglaublich emotionalen Streitereien in manchen Foren zu erklären, welcher Zeichner nun gut ist oder nicht (Rosa, van Horn, LTBs usw.) oder welches Papier: Es geht letztlich nicht um objektive Dinge, sondern um die Verteidigung der eigenen Kindheits-Gefühle. Die aber kann uns ja sowieso keiner nehmen, die sind ganz unser Eigentum – und deswegen sollten wir Anderen ihre Gefühle eben auch lassen.
    Und sollten allerdings auch darauf vertrauen, dass unsere Phantasie immer noch ein höchst kreatives Potential ist, was in uns wohnt, in jedem Alter, und jederzeit in der Lage ist, mit neuen Erfahrungen belebt zu werden. Neue Erfahrungen mit Menschen, in der Natur, beim Lesen von Büchern, beim Einsatz für eine bessere Welt… Neben der Welt in unserem Kopf, die aus unserer Kindheit stammt (und für die ich sehr dankbar bin), gibt es doch noch eine ganze Menge anderer, sehr realer Welten direkt jetzt in der Gegenwart…
    Geändert von Timpauli (19.07.2015 um 13:13 Uhr)

  10. #60
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    Da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen Timpauli.

    Ich werde niemals die Gefühle vergessen die ich z. B. damals beim Lesen der FF -Weihnachtssonderhefte hatte. Oder der Ostersonderhefte.
    Es ist ein ganz spezielles Gefühl, das man wohl nur als Kind hat und dann später für immer verloren geht, leider.
    Da interessiert dann auch nicht die Qualität der Zeichnungen, höchstens vielleicht noch die Qualität der Storys selber. Wie lustig oder spannend sie eben waren.

    Wie Gut oder hochwertig das Papier oder die Zeichnungen waren oder ob die Füchse besser rote oder weiße Innenohren haben( ähnliche Diskussionen gab es hier ja schon) ist doch vollkommen unwichtig, zumindest damals als Kind wäre mir das ziemlich egal gewesen.

    Die alten Zeiten kann man leider nicht mehr zurückholen, eine gewisse Qualität in Hinblick auf die Handlung der Story und die Charakterisierung der Figuren in einer zukünftigen FF aber schon.
    Und da könnte man sich teilweise durchaus an den alten FF - Storys aus den 60er und 70er Jahren ein Beispiel nehmen.
    Geändert von Fax (21.07.2015 um 00:48 Uhr)

  11. #61
    Zitat Zitat von Fax Beitrag anzeigen
    Wie Gut oder hochwertig das Papier oder die Zeichnungen waren /.../ ist doch vollkommen unwichtig, zumindest damals als Kind wäre mir das ziemlich egal gewesen.
    Sehe ich nicht so. Damals, nach FF und MM und den Wäscher-Comics, fiel mir das gute Papier der Bessy- und Superman-Hefte sehr angenehm auf! Auch der dicke, glänzende Umschlag der Donald-Duck-Sonderhefte machte Eindruck auf mich. Ich rieche ihn noch heute. Auch habe ich sehr wohl bemerkt, dass Bessy und Superman zeichnerisch eine andere Liga waren als Sigurd, Tibor und Falk. Das hat mir zwar den Spaß an letzteren keineswegs genommen, aber dass der Unterschied "egal" gewesen wäre, kann ich wirklich nicht behaupten.
    Die alten Zeiten kann man leider nicht mehr zurückholen, eine gewisse Qualität in Hinblick auf die Handlung der Story und die Charakterisierung der Figuren in einer zukünftigen FF aber schon.
    Und da könnte man sich teilweise durchaus an den alten FF - Storys aus den 60er und 70er Jahren ein Beispiel nehmen.
    Hier widersprichst Du Dir aber selber und auch dem Timpauli. Warum sollten sich neue Produktionen gerade an den 60ern und 70ern ein Beispiel nehmen, wo es doch keine objektiven Kriterien für gute Geschichten gibt? Ich meine, gerade weil wir heute keine Kinder mehr sind, kann man abseits aller Nostalgie die alte Begeisterung gnadenlos überprüfen. Und da ist es nun mal so, dass ich die Geschichten der 60er, die mich damals umgeworfen haben, heute unter "analytischem" Blick immer noch gut finde: vom Storyaufbau, von den Zeichnungen, den Charakteren und dem Setting her betrachtet. Da jede Beurteilung Maßstäbe braucht, ist das Naheliegende, die Geschichten untereinander zu vergleichen: Es würde hier zu weit führen, aber eine frühe Pauli-Geschichte lässt sich im Vergleich mit einer späteren durchaus als "besser" erkennen. Wobei eines klar sein muss. Wir sprechen hier von Comics, also Literatur, also Kunst im weitesten Sinn. Mathematisch-naturwissenschaftlich kann eine Bewertung und Beschreibung da nicht ablaufen. Über Geschichten zu sprechen, ist etwas anderes als den Blutkreislauf zu referieren.

  12. #62
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    1. Mir kam es auch immer mehr auf die lustigen Geschichten an, aber gut, jeder ist nun mal anders "gestrickt"

    2. Aber es ist doch hier schon mehrfach festgestellt worden, das im Großen und Ganzen betrachtet, das Niveau der Storys und auch die Charakterisierung der Figuren ab etwa Mitte der 80er Jahre deutlich nachließ. Als Beispiel: Lupo der 60er und 70er Jahre und im vergleich dazu, was aus der Figur in der heutigen Zeit gemacht wurde.
    Also der verfressene Lupo von heute und der gewitzte Lupo von damals. Und dies färbt sich ja auch auf die Storys ab.
    Niemand kann doch bestreiten, das die FF - Storys ab Mitte der 80er Jahre immer platter und phantasieloser wurden. Natürlich mag es da auch Ausnahmen gegeben haben und jeder hat ja auch einen anderen Geschmack, aber allgemein hat sich da doch vieles zum Nachteil hin entwickelt.
    Mit "sich ein Beispiel nehmen" meine ich ja nun nicht die FF -Storys der 60er und 70er Jahre 1 : 1 zu kopieren, sondern sich lediglich Anregungen für eine neue FF holen.

  13. #63
    Zitat Zitat von Fax Beitrag anzeigen
    2. Aber es ist doch hier schon mehrfach festgestellt worden, das im Großen und Ganzen betrachtet, das Niveau der Storys und auch die Charakterisierung der Figuren ab etwa Mitte der 80er Jahre deutlich nachließ.
    Wir sind ja einer Meinung, darum habe ich Deine Zustimmung zu Timpauli nicht verstanden, der einer kompletten Subjektivität das Wort geredet hat. Ich vermute, dahinter steckt das Bedürfnis, zu allen Fans aus allen Generationen nett sein zu wollen, und ihnen den Spaß an "ihrer" FF-Epoche zu lassen. Den Spaß will ihnen keiner wegnehmen, bloß, finde ich, verrät diese Freundlichkeit die Sache. Nämlich Fix und Foxi. Die Serie hat, wie Du auch feststellst, eine deutliche Entwicklung. Und man muss kein Marcel Reich-Ranicki sein, um einen alten Pauli oder Lupo von deren jüngeren Varianten zu unterscheiden und ... diesen Unterschied zu bewerten. Natürlich hat diese Bewertung, wie jede, auch etwas Subjektives. Aber sie ist argumentierbar und nachvollziehbar begründbar. Widersprechen lässt sich da nur, wenn man etwa die Auffassung vertritt, Lupo auf die Eindimensionalität des Tortendiebs zu reduzieren, sei das Beste, was der Figur passieren konnte.

  14. #64
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    An fixundfertig

    Ich möchte es hier nicht allen Fans aus allen Generationen recht machen. Sondern ich habe nur geschrieben, das mir, um bei dem Beispiel Pauli zu bleiben, wirklich so ziemlich alle Pauli Storys gut gefallen. Nicht nur die alten und spannenden aus den 60er Jahren, sondern auch die anderen aus den 70ern oder später, die etwas bedächtiger sind. Das ist meine ehrliche Überzeugung und kein Schönfärben um bei den anderen Fans hier beliebt zu sein. Das dem Timpauli die spanenden Storys aus den 60ern besser gefallen ist doch in Ordnung, mir gefallen eben beide Arten und selbstverständlich kann man die Unterschiede zwischen Beiden auch aufzeigen.
    Gerade Pauli hat die FF noch einigermaßen positiv beeinflusst. Auch zu einer Zeit, in den 80ern, als die andern FF Storys schon auf dem Abstieg waren. Weil seine Geschichten blieben immer irgendwie lustig und einfallsreich ( so verschieden die beiden Arten, die spannenden und lustigen, dann auch waren).
    Bei Lupo ist dies etwas vollkommen anderes, zumindest meiner Meinung nach. Ich erinnere mich noch an den alten gewitzten und verschlagenen Lupo aus den 60er und 70er Jahren sehr und ziehe dann den Vergleich zu dem primitiven Tortendieb, zu dem er schließlich gemacht wurde. Und die Füchse selber, waren dann nur noch mit Knox auf großer Entdeckungsreise oder mussten die Welt retten. Einfallsloser konnte man die FF- Storys wirklich nicht mehr entwickeln. Es mag ja vielleicht Fans geben, denen das gefällt, mit jedenfalls nicht. Und das ist jetzt wirklich meine ehrliche Meinung.
    Geändert von Fax (26.07.2015 um 13:07 Uhr)

  15. #65
    Zitat Zitat von Fax Beitrag anzeigen
    Ich möchte es hier nicht allen Fans aus allen Generationen recht machen.
    Dieser Verdacht richtete sich auch nicht gegen Dich, sondern in erster Linie gegen Timpauli, der relativ ausführlich für den subjektiven Standpunkt eine Lanze gebrochen hat. Weil Du dann geantwortet hast "Da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen, Timpauli", habe ich Dir widersprochen, wobei es im Grunde aber die ganze Zeit um Timpaulis Subjektivitätsposition ging. Von Dir hat mich die Zustimmung nämlich gewundert, schließlich findest Du - zu Recht - dass die Entwicklung Lupos in der Serie alles andere als eine "subjektive" Sache ist, die halt dem einen gefällt und dem anderen nicht. Zwar kannst Du Dir vorstellen (ich auch), dass der Tortendieb seine Fans hat, aber ich gehe doch davon aus, dass Du in einer Diskussion mit so jemandem ...... okay, ich geb's hier auf, das wird mir zu verwickelt. Ich hoffe, Du erkennst meinen Standpunkt, aber auch, dass Timpauli wohl einen anderen hat als Du. Daher meine Verwirrung zu Deiner Zustimmung ihm gegenüber.

    Jedenfalls finde ich nichts langweiliger als die subjektivistische Position, die so tut, als wäre alles gleich gut, weil es für jeden - Verzeihung - Scheiß Fans gibt. Ich will niemandem seine Begeisterung nehmen, aber wer den Tortendieb Lupo für einen Geniestreich der Comic-Kunst hält, kennt entweder den 60er-Jahre-Lupo nicht und hält bestimmt Barks für eine Fischart und/oder er ist ein ... hm ... noch eher junger Leser. Gefühle sind außerdem nicht heilig und adeln nicht notwendig die Sache. Stichwort Fundamentalismus. So, jetzt ist das Ganze aber genug ausgebreitet.

  16. #66
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    An fixundfertig

    Dann hast du da anscheinend etwas falsch verstanden oder ich habe mich falsch ausgedrückt. Ich meinte:
    Das ich seine Gefühle und Empfindungen beim Lesen der alten Geschichten ganz allgemein sehr gut nachempfinden kann, aber mehr auch nicht. Also die Gefühle und Gedanken, die er vielleicht damals als Kind hatte.
    Jeder hat da doch wohl seine eigenen Erinnerungen an die damalige Zeit ob dies nun beim lesen der Weihnachsonderhefte, der Ostersonderhefte oder den anderen Veröffentlichungen aus dem FF -Verlag war.
    Geändert von Fax (26.07.2015 um 20:01 Uhr)

  17. #67
    "der einer kompletten Subjektivität das Wort geredet hat"
    Nee, fixundfertig, das ist nicht meine Position. Aber ich habe mich auch nicht klar genug ausgedrückt. Ich finde es ja durchaus spannend, wenn wir uns hier über gute und schlechte Comics streiten. Das ist ja auch der Sinn von solchen Foren. Und ich finde einiges an FF nicht gelungen, könnte sofort einige Zeichner und Serien nennen, was ich ja auch schon getan habe. Es gibt schon objektive Kriterien für Comics, also hätte ich das Wort "scheinbar" weglassen sollen. Und danach besser geschrieben: "Interessant sind für mich auch die subjektiven Kriterien..."
    Eigentlich ging es mir um zwei Dinge: Zu erklären, warum sich in manchen Foren (hier weniger) so übertrieben emotional gestritten wird. Und zweitens meiner eigenen Nostalgie Grenzen aufzuzeigen, was ich im letzten Abschnitt versuchte.

  18. #68
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    Um meine Einstellung gegenüber der Entwicklung der FF und Pauli noch einmal deutlich zu machen:

    Mir war und ist damals wie heute eine FF wichtig, die mich mit lustigen, spannenden aber auch stimmungsvollen Geschichten unterhält.
    Natürlich sind und waren mir auch gut gezeichnete Storys wichtig, aber wichtig war mir noch viel mehr die Handlung der jeweiligen Geschichte.
    Um es mal simpel auszudrücken, was nützt mir eine gut gezeichnete Story, wenn die Handlung nur die ist, das Lupo, Eusebias Torten stiehlt und verschlingt, und dafür von ihr mit dem Nudelholz verprügelt wird. Und in der nächsten Geschichte befinden sich dann die Füchse mit Knox auf großer Abenteuerfahrt oder retten mal gerade eben die Welt.
    Langweiliger geht's doch wohl nicht mehr. Wem dies gefällt bitte, ich will niemanden seinen Spaß nehmen, aber mein "Ding" sind solche Storys nicht.
    Und daher finde ich, das nur die Pauli Abenteuer ihre Qualität bis zuletzt behielten. Ob man da nun mehr die Abenteuer Storys von ihm mag oder die eher Bedächtigen.
    Mir haben beide Arten sehr gut gefallen.
    Daher meine ich das FF Story - Schreiber in der heutigen Zeit sich ruhig hin und wieder einmal Anregungen von den alten FF und Lupo Storys der 60er und 70er Jahre holen könnten, sie aber nun sicher nicht 1:1 kopieren sollten.
    Geändert von Fax (27.07.2015 um 12:12 Uhr)

  19. #69
    @Timpauli: Okay, das hab' ich missverstanden. Für mich klang es sehr nach "egal, wie eine Geschichte gemacht ist, irgendwem gefällt sie, und daher kann/soll man sie nicht wirklich kritisieren. Ja, ich finde auch, das ist doch der Zweck aller Foren und Buchbesprechungen usw., dass man nämlich erklärt, warum einem etwas gefällt, und man so in der Diskussion entdeckt, was man gemeinsam als wertvoll erachtet. Diese Wertzuschreibungen sind, wie gesagt, keine absolut gültigen, sind keine naturwissenschaftlichen "Wahrheiten". Trotzdem entstehen immer wieder sog. Kanons von Film-, Literatur oder Comics-Klassikern, die bei aller Umstrittenheit von den einschlägigen Fans doch auch weitgehend akzeptiert sind.

    @Fax: Natürlich hast Du Recht, wenn Du sagst, eine ganz tolle Zeichnung bringt nichts, wenn die Geschichte zum Sterben langweilig ist. Das Gegenteil gilt aber auch. Ein Comic ist halt kein Buch und muss auch visuell wirken. Eine noch so beeindruckende Geschichte kann durch schlechte, unpassende Zeichnungen zerstört werden. Das Auge isst mit! Welche Gefühle eine Figur in einer bestimmten Situation hat, kann sehr wichtig für die gesamte Geschichte sein. Und dieses Gefühl wird vielleicht hauptsächlich durch die Mimik zum Ausdruck gebracht. Was, wenn der untalentierte Zeichner hier einfach versagt ...?

  20. #70
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    @fixundfertig: Du hast ja auch irgendwo recht, was die Zeichnungen angeht. Ein guter Zeichenstil ist sicherlich auch wichtig.

    Nur nach dem Scheitern der letzten FF -Serie im Jahre 2010 las ich dann hier im Forum irgendwo, das ein Grund für den Misserfolg mit, wohl der sei, dass die Füchse, rote statt weiße Innenohren hätten. Ich glaube kaum das diese Tatsache einen wirklich interessierten Leser vom Kauf der Zeitschrift abhalten würde, denn das ist "Erbsenzählerei"

    Meiner Meinung nach, ist ein gute, witzige und vielleicht auch spannende Story um Einiges wichtiger. Der Zeichenstil hat sich im laufe der Jahrzehnte je nach Zeichner immer wieder einmal geändert, aber die Storys blieben bis ende der 70er Jahre noch einigermaßen spannend und lustig. Erst dann ging es abwärts mit der FF und dies lag meiner Meinung nach weniger am Zeichenstiel als vielmehr am Handlungsablauf der Geschichten( viele waren einfach zu flach und zu hohl)
    Ich denke die Zeitschrift hätte kein Problem damit, wenn bei der einen oder anderen Ausgabe, die Zeichnungen mal nicht so 100% perfekt wären. Wenn aber die Handlung der Storys in mehren Heften langfristig den "Bach" hinunter geht, ist das weitaus schlimmer. Und das ist dann ja auch in den 80er Jahren geschehen.
    Geändert von Fax (28.07.2015 um 20:36 Uhr)

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