szmtag MOSAIK 443 "Die versunkene Dschunke" - Seite 2
Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte
Ergebnis 26 bis 50 von 64
  1. #26
    Mitglied Avatar von Möhrenfelder
    Registriert seit
    07.2003
    Ort
    Speckgürtel
    Beiträge
    8.459
    Nachrichten
    0
    Zitat Zitat von Pats Reiseabenteuer Beitrag anzeigen
    Vielleicht solltest du peinlich genau schreiben, was für dich ein guter Autor ist.
    Ok, "guter Autor" ist natürlich relativ. Ein David Mitchell oder gar Heinrich Mann muss es nicht sein :-)
    Man kann aber, mit ein wenig Erfahrung, zumindest "fühlen", ob eine Geschichte diesen Namen zumindest verdient. Gut finden muss man sie deswegen ja auch nicht unbedingt, das wäre sicher auch vermessen, zu glauben, man könne etwas produzieren, was jeden anspricht. Da stellt sich aber dann sowieso die Frage, was Comic nun eigentlich sein will. Entweder ist es wirklich eine Gattung der Kunst, die ernstzunehmen ist, oder eben all das, was man dem Genre früher mehr als heute, aber dennoch hartnäckig, vorwirft.
    Das Mosaik hat da alle Optionen, zumindest beim Kernprojekt.
    "Im Grunde genommen wollen die Leute, dass es morgen nicht schlimmer wird als heute" Lord Vetinari, Patrizier von Ankh-Morpork

  2. #27
    Moderator Comicwerk Forum
    Registriert seit
    07.2000
    Beiträge
    2.560
    Nachrichten
    0
    Wobei David Mitchell und Heinrich Mann ja keine Comicautoren sind.
    Beschreibungen sind mir noch zu diffus. Ich wüsste nicht, in welche Richtung es gehen soll. Mehr Spannung? Mehr durchgängige Handlung zwischen den Geschichten? Was erwartet ihr konkret?
    PR empfiehlt: Rückkehr von "der drei" auf www.comicwerk.de. Außerdem unterstützt "der drei" im Wettbewerb bei www.mycomics.de.

  3. #28
    Mitglied Avatar von Möhrenfelder
    Registriert seit
    07.2003
    Ort
    Speckgürtel
    Beiträge
    8.459
    Nachrichten
    0
    Ich erkenne an, dass ein gewisses Verständnis für Comics beim Autor da sein sollte. Allerdings würde ich den Begriff "Comicautor" nicht zementiert sehen wollen. Neil Gaiman wäre ein wunderbares Beispiel dafür.

    Wir drehen uns auch etwas im Kreise. Dummerweise gibt jedes neue Heft der Diskussion auch - aus meiner Sicht - erneut Nahrung. Ich denke schon, dass eine zu komplexe Geschichte gar nicht gewollt wäre, obwohl es mMn kaum einen Unterschied machte für Quereinsteiger. Wenn man die spaßigen Tumulte usw. haben möchte, kein Problem. Man würde auf zwei verschiedenen Ebenen bedienen. Die kleinen Kioskkinder haben ihrem Spass am Slapstick, der Dauerleser freut sich über eine schlüssige Fortsetzung. Geht doch beides! Aber eine Dschunke sehen, ein erklärendes Bildchen zur geschichtlichen Einordnung dazu und weg ist der ganze Zinnober. Dann taucht der verlauste Dauersegler wieder auf und kreuzt nach Wochen und Monaten der offenbar wenig fettverbrennenden lustigen Rumsegelei auch zielsicher die Route vom Frog, der dann wiederum mit einem kleinen Kahn sofort wieder zielsicher seinerseits .- selbstredend im Bruchteil der Zeit, die der Zottelbart gebraucht hat, um irgendwo hinzukommen - dem Flinders am Popo hängt. Nee, Leute verscheißern kann ick mia selber.
    Geändert von Möhrenfelder (30.10.2012 um 13:41 Uhr)
    "Im Grunde genommen wollen die Leute, dass es morgen nicht schlimmer wird als heute" Lord Vetinari, Patrizier von Ankh-Morpork

  4. #29
    Mitglied
    Registriert seit
    10.2007
    Beiträge
    40
    Nachrichten
    0
    Ich erwarte konkret: spannende Geschichten, heißt mit nem Aufhänger, mit einem oder mehreren Spannungsbögen, unerwarteten Wendungen, einem ordentlichen Schurken, keinen anonymen Erzähler. Also das Gegenteil von den 3 letzten Zyklen. Da gab es nur Themen... ein bissel Wikipedia in Bunt , ich erwarte einfach Geschichten, welche man nach Jahren noch lesen kann (obwohl man der Zielgruppe täglich wegaltert) und immer wieder gern liest... und dazu gehören die Zyklen seit denen ich wieder als Abonnent (Templer) dabei bin nicht...

  5. #30
    Mitglied
    Registriert seit
    01.2012
    Ort
    Dessau
    Beiträge
    838
    Nachrichten
    0
    Es wäre möglicherweise nicht verkehrt, wenn man keine Zielgruppe hätte, der man, wie mosaundich so schön schreibt, täglich wegaltert, sondern wenn als Zielgruppe die Generation(en) Ü30 anvisiert würde. Die meisten hier im Forum scheinen dieser Gruppe anzugehören. Dass man dann auch in jüngeren Jahren seine Freude am Mosaik haben kann, steht außer Frage. Ich halte es jedenfalls für besser, zum Mosaik hinzureifen und es Jahrzehnte lang zu lesen, als es im recht kurzen Kindesalter zu lesen und dann von ihm wegzualtern.

  6. #31
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
    Registriert seit
    07.2000
    Ort
    Wald
    Beiträge
    4.896
    Nachrichten
    0
    Zitat Zitat von Pats Reiseabenteuer Beitrag anzeigen
    Vielleicht solltest du peinlich genau schreiben, was für dich ein guter Autor ist.
    Zitat Zitat von Möhrenfelder Beitrag anzeigen
    Ok, "guter Autor" ist natürlich relativ.
    So relativ, bzw. so abstrakt, wie man vielleicht denkt, ist das Erzählen einer guten Geschichte gar nicht. Es gibt durchaus objektive Kriterien dafür. Wir alle haben das vor vielen, vielen Jahren mal in der Schule gelernt, als es um den klassischen Aufbau einer Novelle ging:
    Am Anfang steht ein "unerhörtes Ereignis", welches direkt zum "zentralen Konflikt" einleitet, dann steigert sich die Spannung bis zum dramaturgischen Höhepunkt, anschließend flacht sich der Spannungsbogen ab, um schließlich in der Auflösung der Geschichte zu münden.

    Das klingt vielleicht recht theoretisch, aber wenn wir in der MOSAIK-Historie stöbern, finden wir erstklassige Beispiele. Nehmen wir den Jahrgang '81: Das Ereignis war die Entdeckung und Befreiung des Gefangenen Alfonso und dessen kryptische Botschaft: "Schatz, Meer, Dreieck, Saturnius". Dirket wurde zum "zentralen Konflikt" (Alfonso vs. Ferrando) geleitet, fortan steigerte sich sie Spannung bis zum dramaturgischen Höhepunkt, der Bergung des Schatzes. Sodann flachte der Bogen ab, bis es in Heft 1/82 schließlich zur Auflösung und dem Happy End kam. Wir können übrigens beinahe jedes Dräger-Abenteuer dahingehend aufdröseln. Probiert's mal, es funktioniert.

    Ein Beispiel aus neuerer Zeit ist Griechenland/Ägypten. Hier gab es zunächst strukturelle Probleme zu Beginn der Serie, ein "unerhörtes Ereignis" lässt sich nicht klar erkennbar definieren. Es gibt derer mehrere, zum einen der verschwundene Odyssos, dann der gestohlene Stein der Athene und noch andere, die aber alle nicht miteinander in Verbindung stehen. Ein "zentraler Konflikt" fehlt noch. Die Handlung war zu Beginn folgerichtig etwas holperig. Dann erst kam der eigentliche Bogen richtig in Fahrt mit Heft 227 und dem mysteriösen Obelisken. Was dann folgte, war ein wunderbares Beispiel für einen guten Spannungsbogen. Der Konflikt entfaltete sich (Skrotonos vs. Abrafaxe), der Höhepunkt war der Tod des Skrotonos am höchsten Punkt seiner Macht, sodann Spannungsabfall und Auflösung aller Fäden (Obelisk) in Heft 254.

    Amerika und Japan lassen sich genau so aufdröseln. Hier kommen noch unterschiedliche Fäden dazu, die sich erst am Ende zu einer stimmigen Geschichte verweben. Wunderbare Erzählkunst!

    Betrachten wir nun die letzten Abenteuer, seit Johanna, so besteht die Konzeption wie folgt:
    Johanna: Reise durchs mittelalterliche Deutschland und Kennenlernen der damaligen Lebensumstände
    Barock: Reise durchs barocke Europa und Kennenlernen vieler historischer Persönlichkeiten
    Australien: Reise rund um den Kontinent und Kennenlernen möglichst vieler australischer Besonderheiten.

    Es gab kein "unerhörtes Ereignis" und der "zentrale Konflikt" war nur am Rande erkennbar und alles andere als zentral. Die Konfliktparteien trafen nur hin und wieder unmotiviert aufeinander und trennten sich wieder.
    Ein Aufbau eines Spannungsbogens anhand eines klassichen Musters findet also nachweislich seit Jahren nicht mehr statt. Das mag sich auf die Wissensvermittlung nicht negativ auswirken, aber ohne Spannung funktioniert keine Geschichte, die über Jahre geht. Unbestritten, dass man derlei Konzeptionen mal ausprobieren kann, aber derzeit wird sie zum Standard erhoben, und das geht schief.

    Und um zur Frage zurückzukommen: Ein guter Autor kreiert einen ebensolchen klassischen Aufbau und variiert ihn natürlich gekonnt. Allerdings verliert er niemals das Ziel aus den Augen und bringt die Geschichte zu Höhepunkt und Auflösung. In den letzten Jahren scheint es dem Leser manchmal so, als wüsste der Schöpfer selber nicht, wie's weiter geht, und lässt sich von der Geschichte genau so überraschen.
    Geändert von CHOUETTE (31.10.2012 um 06:14 Uhr)

  7. #32
    Mitglied Avatar von Möhrenfelder
    Registriert seit
    07.2003
    Ort
    Speckgürtel
    Beiträge
    8.459
    Nachrichten
    0
    Diesen klassischen Aufbau kenne ich natürlich auch. Wenn allerdings das Wissen dieser Grundkonzeption reichen würde, gäbe es wohl noch mehr gute Geschichten, oder? Gleichwohl hat Choui natürlich absolut recht. Wenn eine Geschichte gar kein sichtbares Grundgerüst hat, kann sie kaum unspannender sein, als das Mosaik zurzeit.
    "Im Grunde genommen wollen die Leute, dass es morgen nicht schlimmer wird als heute" Lord Vetinari, Patrizier von Ankh-Morpork

  8. #33
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
    Registriert seit
    07.2000
    Ort
    Wald
    Beiträge
    4.896
    Nachrichten
    0
    Zitat Zitat von Möhrenfelder Beitrag anzeigen
    Diesen klassischen Aufbau kenne ich natürlich auch.
    Wie gesagt: Schulwissen.

    Zitat Zitat von Möhrenfelder Beitrag anzeigen
    Wenn allerdings das Wissen dieser Grundkonzeption reichen würde, gäbe es wohl noch mehr gute Geschichten, oder?
    Freilich reicht das allein noch nicht. Aber Schubert ist meines Erachtens ein guter Erzähler mit einem glücklichen Händchen für treffsichere Pointen. Wenn er sich mal wieder an die klassische Struktur halten würde, wäre schon viel gewonnen. Dann läuft der Rest von selbst, da bin ich mir sicher.

  9. #34
    Mitglied Avatar von Möhrenfelder
    Registriert seit
    07.2003
    Ort
    Speckgürtel
    Beiträge
    8.459
    Nachrichten
    0
    Ich denke auch, die momentan seit längerer Zeit gewählte Erzählstruktur ist eher Ergebnis einer Diskussion beim Mosaik. Sprichwörter wie "Viele Köche verderben den Brei." sind eben nie aus der Luft gegriffen. Man sieht es immer wieder...deswegen sollte es auch nicht so aussehen, als wäre Schubert nun derjenige, der hier reihenweise die Handlungen versemmelt. Das ist vielleicht ungerecht. Mir gehts bei aller Kritik auch nicht darum, einen Schuldigen zu finden, zumal allein das Wort "Schuldiger" ja impliziert, dass was schief lläuft. Kann durchaus sein, dass man das beim Verlag gänzlich anders sieht (Sagt ja keiner was dazu.). Andererseits kommt ja durch das Forum genau das, was man auch erwarten darf, das Feedback einer überschaubaren Gruppe von Personen, die Mosaik teilweise seit Jahrzehnten kennen und lesen aber eben nicht zur wie auch immer anvisierten Zeilgruppe gehören. Lustigerweise stimmt beim Mosaik auch seit Jahrzehnten die Zielgruppe nicht mit der tatsächlichen Käufer- und Lesergruppe überein. Da bin ich mir sehr sicher.
    "Im Grunde genommen wollen die Leute, dass es morgen nicht schlimmer wird als heute" Lord Vetinari, Patrizier von Ankh-Morpork

  10. #35
    Moderator Comicwerk Forum
    Registriert seit
    07.2000
    Beiträge
    2.560
    Nachrichten
    0
    Was die vielen Erzähltexte angeht, ist er zumindest kein eleganter Comicautor. Da kann man mehr bildlich, grafisch erzählen.
    PR empfiehlt: Rückkehr von "der drei" auf www.comicwerk.de. Außerdem unterstützt "der drei" im Wettbewerb bei www.mycomics.de.

  11. #36
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
    Registriert seit
    07.2000
    Ort
    Wald
    Beiträge
    4.896
    Nachrichten
    0
    Geschmackssache. Das hat mich noch nie gestört. Im Gegenteil, ich mag das.

  12. #37
    Mitglied Avatar von Möhrenfelder
    Registriert seit
    07.2003
    Ort
    Speckgürtel
    Beiträge
    8.459
    Nachrichten
    0
    Das wechselt ja von Fall zu Fall, war früher auch immer mal so und mal so. Sozialisiert wurde ich ja sowieso in der Digedags-Zeit, als man die Sprechblase generell ausgemerzt hatte. Auch das hatte Charme. Die Erzähltexte sehe ich daher auch nicht als problem.
    "Im Grunde genommen wollen die Leute, dass es morgen nicht schlimmer wird als heute" Lord Vetinari, Patrizier von Ankh-Morpork

  13. #38
    Moderator Comicwerk Forum
    Registriert seit
    07.2000
    Beiträge
    2.560
    Nachrichten
    0
    Zitat Zitat von CHOUETTE Beitrag anzeigen
    Geschmackssache. Das hat mich noch nie gestört. Im Gegenteil, ich mag das.
    Elegant ist es trotzdem nicht.
    PR empfiehlt: Rückkehr von "der drei" auf www.comicwerk.de. Außerdem unterstützt "der drei" im Wettbewerb bei www.mycomics.de.

  14. #39
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
    Registriert seit
    07.2000
    Ort
    Wald
    Beiträge
    4.896
    Nachrichten
    0
    Warum nicht? Der Schreibstil gefällt mir und ist in meinen Augen allemal eleganter als der in anderen, vergleichbaren Produktionen. Außerdem verlängert derlei das Lesevergnügen. Wenn da steht, dass die Investigator, getragen von einer leichten Brise, sanft in ruhigem Fahrwasser dahingleitet, dann mag es schon sein, dass man selbiges auch auf dem entsprechenden Panel erkennt und dass es an und für sich überflüssig erscheint. Ich mag es aber. Ein MOSAIK von Ulf K., den ich für einen der größten Geschichtenerzähler halte, obwohl er (oder gerade weil er) ganz ohne Worte auskommt, mag ich mir nicht vorstellen wollen.
    Deine persönliche Präferenz sei dir unbenommen. Das aber als "unelegant" abzutun, finde ich etwas anmaßend. Deswegen, ich wiederhole mich, nennen wir das gerne "Geschmackssache". Da gehe ich mit. Ich persönlich habe nichts gegen ein bisschen Poesie im MOSAIK.
    Geändert von CHOUETTE (01.11.2012 um 18:42 Uhr)

  15. #40
    Moderator Comicwerk Forum
    Registriert seit
    07.2000
    Beiträge
    2.560
    Nachrichten
    0
    Das ist keine Geschmackssache, sondern eine Sache, ob man mit dem Medium Comic umgehen kann, begriffen hat, wie es funktioniert. Man muss nicht noch einmal erzählen, was man eigentlich auf dem Bild erkennen sollte und was man genauso gut grafisch darstellen kann. Text, der nicht zwingend notwendig ist, sollte man eben vermeiden. Poesie kann man auch nonverbal mit den Bildern ausdrücken.
    Wenn es eine Bild/Text-Schere gibt, ist es wieder etwas anderes, aber das ist hier nicht der Fall.
    PR empfiehlt: Rückkehr von "der drei" auf www.comicwerk.de. Außerdem unterstützt "der drei" im Wettbewerb bei www.mycomics.de.

  16. #41
    Mitglied
    Registriert seit
    01.2012
    Ort
    Dessau
    Beiträge
    838
    Nachrichten
    0
    Zitat Zitat von Pats Reiseabenteuer Beitrag anzeigen
    Man muss nicht noch einmal erzählen, was man eigentlich auf dem Bild erkennen sollte.
    Deshalb halte ich die Erfindung des Tonfilms nach wie vor für überflüssig.

  17. #42
    Moderator Comicwerk Forum
    Registriert seit
    07.2000
    Beiträge
    2.560
    Nachrichten
    0
    Zitat Zitat von Meinrath Beitrag anzeigen
    Deshalb halte ich die Erfindung des Tonfilms nach wie vor für überflüssig.
    Im Filmbereich gilt der anonyme Erzähler aus dem Off auch nicht als elegant, der dir noch einmal erzählt, was man auf dem Bild sieht. (Beim Tonfilm kommt ja auch die Musik hinzu, die gibt dem Film noch einmal eine ganz andere, emotionalere Stimmung.)
    Gegen Dialoge oder Monologe, Sprechblasen, habe ich mich nicht ausgesprochen. Nur die Erzähltexte sollte man knapp halten.
    PR empfiehlt: Rückkehr von "der drei" auf www.comicwerk.de. Außerdem unterstützt "der drei" im Wettbewerb bei www.mycomics.de.

  18. #43
    Mitglied Avatar von Rookie
    Registriert seit
    07.2000
    Ort
    Germany,10247 Berlin
    Beiträge
    2.094
    Nachrichten
    0
    Diese prosaischen Ergüsse im Mosaik haben doch eine lange Tradition. Und immerhin war das Mosaik mal als Bildroman konzipiert worden. Zugegeben es entspricht nicht mehr ganz dem, was man von einem modernen Comic erwartet, aber das die Texte genau das wiedergeben, was auf den Bild zu sehen ist, stimmt auch nicht. Vielmehr dienen sie dazu eine bestimmte Atmosphäre beim Leser zu erzeugen. Ich würde das jetzt nicht als Makel betrachten, sondern einfach als eine Eigenart von Mosaik.

  19. #44
    Mitglied
    Registriert seit
    07.2009
    Beiträge
    109
    Nachrichten
    0
    Und gerade zur Verfolgung der allgemein als fehlend anerkannten Metastory bzw. komplexerer Erzählstränge empfinde ich das teils als erforderlich. Das zeigen die alten, immer wieder genannten Highlights wie Österreich-Ungarn oder Griechenland-Ägypten.
    Zugegeben, als Kind habe ich darüber hinweggelesen. Aber genau das war es, was mich auch in zunehmenden Alter die Hefte immer wieder lesen und neu entdecken ließ. Auch wenn letzteres für den Verlag aus heutiger wirtschaftlicher Sicht uninteressant ist.
    Ich frage mich immer wieder ernsthaft und besorgt, ob es neben uns "Wegalternden" überhaupt noch eine Zielgruppe gibt, die die Existenz des geliebten Mosaik dauerhaft sichern wird, ohne dass man völlig vom ursprünglichen Charakter wegeht.
    Das Dilemma ist doch, dass sich dann der größte Teil abwenden würde, der das Mosa so schätzt, wie es immer war. Und der Zugewinn ist fraglich.
    Also macht uns alte Säcke glücklich, so lange wie es geht Wir halten Euch auch am Leben so lange WIR können.

  20. #45
    Mitglied Avatar von Möhrenfelder
    Registriert seit
    07.2003
    Ort
    Speckgürtel
    Beiträge
    8.459
    Nachrichten
    0
    Zitat Zitat von Pats Reiseabenteuer Beitrag anzeigen
    Das ist keine Geschmackssache, sondern eine Sache, ob man mit dem Medium Comic umgehen kann, begriffen hat, wie es funktioniert.

    Das finde ich jetzt vermessen. Wenn ein Zeitraum von mehr als 50 Jahren nicht Beweis genug ist, dass Mosaik eine der erfolgreichsten Comicpublikationen der Welt ist, dann weiß ich auch nicht. Wer macht denn diese "Regeln"? Doch nur die Leute, die alles analysieren, interpretieren, einordnen wollen. Nö, mein Lieber, das ist mir dann doch zu langweilig. Deine Standards stellen für mich keinen Kaufanreiz dar. Es gibt gute Comics mit viel Text, schlechte mit sehr wenig Text und umgekehrt. Natürlich kann man "Poesie" nonverbal ausdrücken, aber zum Gesetz gemacht will ich das nicht sehen.
    Geändert von Möhrenfelder (02.11.2012 um 18:14 Uhr)
    "Im Grunde genommen wollen die Leute, dass es morgen nicht schlimmer wird als heute" Lord Vetinari, Patrizier von Ankh-Morpork

  21. #46
    Moderator Comicwerk Forum
    Registriert seit
    07.2000
    Beiträge
    2.560
    Nachrichten
    0
    Zitat Zitat von Möhrenfelder Beitrag anzeigen
    Das finde ich jetzt vermessen. Wenn ein Zeitraum von mehr als 50 Jahren nicht Beweis genug ist, dass Mosaik eine der erfolgreichsten Comicpublikationen der Welt ist, dann weiß ich auch nicht. Wer macht denn diese "Regeln"? Doch nur die Leute, die alles analysieren, interpretieren, einordnen wollen. Nö, mein Lieber, das ist mir dann doch zu langweilig. Deine Standards stellen für mich keinen Kaufanreiz dar. Es gibt gute Comics mit viel Text, schlechte mit sehr wenig Text und umgekehrt. Natürlich kann man "Poesie" nonverbal ausdrücken, aber zum Gesetz gemacht will ich das nicht sehen.
    Ich finde die meisten Texte im aktuellen Heft eben nicht poetisch, weil doch zu sehr Standard, also keine neuen, originellen Sprachbilder, kein Sound.
    Ich glaube, das Mosaik wirst du auch dann lesen, wenn jemand visueller und szenischer erzählt.
    Ich habe auch Ausnahmen gemacht: Text-Bild-Schere. Man sieht auf dem Bild etwas anderes und der Text sagt etwas anderes. Oder es gibt eine Figur als Erzähler. Die Abrafaxe erzählen wieder das ganze Heft hindurch. Dann bekommt so ein Text auch mehr Emotionen.

    Das Mosaik hat andere Vorzüge, gerade die HBO-hafte Erzählweise.
    PR empfiehlt: Rückkehr von "der drei" auf www.comicwerk.de. Außerdem unterstützt "der drei" im Wettbewerb bei www.mycomics.de.

  22. #47
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
    Registriert seit
    07.2000
    Ort
    Wald
    Beiträge
    4.896
    Nachrichten
    0
    Um noch mal auf das Problem der fehlenden Grundstruktur zurückzukommen:
    Zitat Zitat von Möhrenfelder Beitrag anzeigen
    Ich denke auch, die momentan seit längerer Zeit gewählte Erzählstruktur ist eher Ergebnis einer Diskussion beim Mosaik. Sprichwörter wie "Viele Köche verderben den Brei." sind eben nie aus der Luft gegriffen.
    Das sehe ich im hiesigen Fall nicht so. Die Geschichten der letzten zwei Dekaden, an denen zwei Autoren federführend beteiligt waren, sind die besseren. Und auch gegen solche "Aussetzer" wie die Bunyip-Story, die laut Info auf dem Mist der Zeichner gewachsen sein soll, hätte ich wahrscheinlich wenig, wenn die Struktur drumherum passen würde. Soll heißen: So lange es ein klares Gerüst gibt, kann man gerne mal mitten im Abenteuer variieren und eine zusätzliche Geschichte einbauen. Man löst sich dazu vom starren Zwei-Jahres-Rhythmus und schon ist der extra-Twist kein strukturelles Problem mehr.

    Zitat Zitat von Möhrenfelder Beitrag anzeigen
    ...deswegen sollte es auch nicht so aussehen, als wäre Schubert nun derjenige, der hier reihenweise die Handlungen versemmelt. Das ist vielleicht ungerecht.
    Vielleicht sind die Strukturen im Verlag anders, als wir vermuten, aber wenn es stimmt, dass Schubert allein für die Grundkonzeption verantwortlich ist, dann - sorry - ist er tatsächlich derjenige, der es "versemmelt", wie du dich ausdrückst.

    Zitat Zitat von Möhrenfelder Beitrag anzeigen
    Mir gehts bei aller Kritik auch nicht darum, einen Schuldigen zu finden, zumal allein das Wort "Schuldiger" ja impliziert, dass was schief lläuft.
    Meines Erachtens läuft seit Johanna was schief. Und da kann es nicht schaden, die Ursache zu ergründen. Also auch einen Schuldigen zu finden, so leid mir das tut. Und wenn es schon reicht, dem Autor einen Co-Autor zuzuweisen, der den Bogen im Auge behält, wäre mit einfachen Mitteln viel gewonnen. Irgendwo war mal zu lesen, dass Schubert außerhalb arbeitet und nur im Verlag auftaucht, um die fertigen Stories im Block von mehreren Heften vorzutragen. Das ist vielleicht nicht die beste Lösung. Ein Autor, der direkt vor Ort arbeitet, kann ohne Zweifel besser mit dem Rest des Teams zusammen arbeiten.

    Zitat Zitat von Möhrenfelder Beitrag anzeigen
    Kann durchaus sein, dass man das beim Verlag gänzlich anders sieht (Sagt ja keiner was dazu.).
    Vermutlich ist das so. Und es wird immer Leute geben, die alles supi finden. Die wird man dann selbsttäuschenderweise als Rechtfertigung heranziehen.

    Zitat Zitat von Möhrenfelder Beitrag anzeigen
    Andererseits kommt ja durch das Forum genau das, was man auch erwarten darf, das Feedback einer überschaubaren Gruppe von Personen, die Mosaik teilweise seit Jahrzehnten kennen und lesen aber eben nicht zur wie auch immer anvisierten Zeilgruppe gehören.
    Vor allem schreiben hier wenig Blödis, sondern Lehrer, Journalisten, Bibliothekare, Germanisten, Sozialarbeiter, Grafiker, Ärzte und, und, und ...
    Die könnte man eigentlich ernster nehmen, als man es derzeit tut.

    Zitat Zitat von Möhrenfelder Beitrag anzeigen
    Lustigerweise stimmt beim Mosaik auch seit Jahrzehnten die Zielgruppe nicht mit der tatsächlichen Käufer- und Lesergruppe überein. Da bin ich mir sehr sicher.
    Fakt. Und ich bin kurz davor zu unterstellen, dass man diese tatsächliche Käufer- und Leser(!)schicht als ohnehin gesichert klassifiziert, ohne dass man sich in irgendeiner Weise um diese kümmern muss, um stattdessen in völlig artfremden Gewässern zu fischen (Kleinkinder im Vorschulalter, Mädchen ).
    Geändert von CHOUETTE (03.11.2012 um 09:30 Uhr)

  23. #48
    Mitglied Avatar von Tomasius
    Registriert seit
    10.2000
    Ort
    18273 Güstrow
    Beiträge
    179
    Nachrichten
    0
    Zitat von CHOUETTE:

    "Vor allem schreiben hier wenig Blödis, sondern Lehrer, Journalisten, Bibliothekare, Germanisten, Sozialarbeiter, Grafiker, Ärzte und, und, und ...
    Die könnte man eigentlich ernster nehmen, als man es derzeit tut."


    Deiner Meinung nach sind also Lehrer, Journalisten, Biblothekare, Germanisten, Sozialpädagogen, Grafiker, Ärzte und, und, und... per se keine "Blödis"? Wie war das mit dem "ernster nehmen"?

  24. #49
    Mitglied Avatar von CHOUETTE
    Registriert seit
    07.2000
    Ort
    Wald
    Beiträge
    4.896
    Nachrichten
    0
    Sorry, wenn ich deinen Berufszweig nicht explizit erwähnt habe. Vielleicht findest du dich in einem der drei "und" wieder?

    Spaß beiseite: Was an meiner Formulierung zweifelhaft sein soll, erschließt sich mir nicht. Ich kenne in der Tat etliche der hier Schreibenden seit vielen Jahren persönlich und kann das durchaus einschätzen. Dich kenne ich freilich nicht.
    Und um auf deine Frage zurückzukommen: Ja, eine solche Mischung von Berufen (ich habe Chemiker, Mathematiker und Physiker vergessen, früher war sogar ein Theologe dabei) halte ich, wenn auch nicht "per se", wie von dir interpretiert, so doch in ausreichendem Maße für eine recht anspruchsvolle Mischung, die meiner Meinung nach durchaus Rückschlüsse auf das Bildungsniveau der Rezipienten zulässt.
    Und jetzt erspare mir bitte, bitte Argumentationen à la "da gibt's auch Blödis" oder "auch andere sind schlau" etc.pp.
    Das setzen wir als gegeben voraus.
    Geändert von CHOUETTE (03.11.2012 um 13:26 Uhr)

  25. #50
    Mitglied Avatar von Tomasius
    Registriert seit
    10.2000
    Ort
    18273 Güstrow
    Beiträge
    179
    Nachrichten
    0
    Es ging um dein Menschenbild, das du auf diesem Wege vermittelst. Und das auch an Individuen, die dich nicht persönlich kennen. Trotzdem interessant, danke und viele Grüße von mir. (mein Beruf: Sozialpädagoge )
    Geändert von Tomasius (03.11.2012 um 13:58 Uhr)

Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •