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Thema: FAQs

  1. #1
    KAZÉ Marketing Avatar von Andrea Baumgarten
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    Lightbulb FAQs

    Ihr wolltet schon immer wissen, wie eigentlich eine DVD / Blu-ray entsteht oder warum es so lange dauert, bis eine Lizenz nach Deutschland kommt? Kein Problem, in unseren FAQ geben wir eine Menge Antworten.

    Und zwar zu diesen Themen:

    • Lizenzen
    • Design und Extras
    • Bild und Ton
    • Synchronisation
    • Produktion
    • Unsere Preise
    • Sonstiges


    Viel Spaß beim Lesen! (^_^)

    Habt ihr andere Fragen, die hier nicht geklärt werden? Kein Problem! Wendet euch einfach per Kontaktformular an uns. Wir freuen uns auf eure Nachrichten!
    Geändert von Ruth Papacek (26.11.2014 um 14:44 Uhr)

  2. #2
    KAZÉ Marketing Avatar von Ruth Papacek
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    LIZENZEN

    1. Fanwünsche


    Eure Film- und Serienwünsche sind uns immer willkommen. Diese könnt ihr persönlich auf Conventions an uns herantragen oder auch online kommunizieren; entweder per Kontaktformular oder in den entsprechenden Threads unserer Foren. Einen Wunsch mehrfach zu äußern führt aber nicht zwangsläufig zu seiner Umsetzung. Denn natürlich müssen wir, bevor wir einen Anime oder Manga auf den Markt bringen, alle kritischen Faktoren prüfen, so zum Beispiel Zeit, Kosten, Umsetzbarkeit und natürlich an erster Stelle den voraussichtlichen Erfolg am Markt. In Abhängigkeit vom Ergebnis dieser Prüfung entscheiden wir, ob wir eine Lizenz einkaufen oder nicht. Deshalb können wir für die Umsetzung eurer Vorschläge keine Garantie geben. Aber sie sind natürlich eine wichtige Orientierung und Unterstützung für uns.

    2. Titelanfragen zu neuen Lizenzen

    Zu Titeln, die wir nicht offiziell per Pressemeldung angekündigt haben, können wir uns nicht äußern. Bitte habt daher Verständnis dafür, dass wir zu neuen Lizenzen und Veröffentlichungsterminen keine Aussagen treffen. Die Pressemitteilung ist die frühestmögliche Erwähnung einer geplanten Veröffentlichung. Selbst bei Filmen und Serien, über die wir derzeit verhandeln, kann und darf aus verhandlungsrechtlichen Gründen nichts gesagt werden. Wir wissen, dass dieses Schweigen für Fans sehr unbefriedigend ist, aber internationale Verhandlungen erfordern dieses Vorgehen.

    3. Der Weg einer Lizenz nach Deutschland

    Der Weg einer Anime-Lizenz nach Deutschland besteht im Grunde genommen aus fünf Schritten:

    1. Laufende Marktforschung
      Wir informieren uns auf verschiedenen Wegen über neue Titel. Das geschieht z. B. bei Vor-Ort-Recherchen, dem Besuch spezieller Lizenz-Messen oder über Internetrecherche.
    2. Evaluation der Serie
      Haben wir Interesse an einem bestimmten Titel, müssen wir sein Marktpotenzial für das deutschsprachige Lizenzgebiet einschätzen. Hierzu ist unter anderem die Beantwortung folgender Fragen notwendig:
      - Wie sieht die Fanbase in Japan, den USA oder Frankreich aus? Wie erfolgreich ist der Titel dort?
      - Gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein entsprechendes Publikum, das für diesen Titel Geld ausgeben würde?
      - Ist die Lizenz überhaupt noch verfügbar und wie hoch wären die geschätzten Kosten des Lizenzerwerbs?
      - Gibt es bereits einen Manga zu dem jeweiligen Anime und wie erfolgreich ist dieser in Deutschland sowie im Ausland (Japan, USA, Frankreich)?
      - Eignet sich der Film bzw. die Serie als Kandidat für ein großes Filmfestival?
      - Wie sieht die Verbreitung des Titels auf illegalen Downloadportalen aus und schmälert diese die Marktchancen in Deutschland?
      Die Antworten auf diese Fragen helfen uns, eine erste Einschätzung vorzunehmen, ob das Umsatzpotenzial eines Titels hoch genug ist, um ihn (mindestens kostendeckend) für den deutschsprachigen Raum einzukaufen.
    3. Kontaktaufnahme zum Lizenzgeber
      Wenn uns ein Titel lohnenswert erscheint, wenden wir uns an den Lizenzgeber, um ein erstes Interesse an dem Titel zu zeigen. Dies geschieht meist persönlich auf Publikumsmessen wie zum Beispiel der Comic-Con in San Diego, der Japan Expo in Paris, die Anime Japan in Tokyo oder spezielle Lizenzmessen, wie der MipTV und MipCom in Cannes.
    4. Lizenzverhandlung
      Bei Interesse des Lizenzgebers an einer Lizensierung steigen wir in die Lizenzverhandlungen ein. In der Regel gibt es mehr als einen Bieter für eine Lizenz. Ausschlaggebend für den Zuschlag ist allerdings nicht immer die Gebotshöhe. Auch die Qualität der Arbeit des Lizenznehmers und der Respekt vor dem Werk der Künstler spielt eine große Rolle, da die Japaner Wert auf persönliche und langfristige Geschäftsbeziehungen legen.
      Eine Lizenzverhandlung kann unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen. Der Grund für lang andauernde Verhandlungen liegt häufig in Japan. So kann es vorkommen, …
      - dass verschiedene Komitees an der Entscheidung über eine Lizenzvergabe beteiligt sind.
      - dass die Rechtesituation unklar ist (z. B. können die Lizenzrechte für bestimmte Gebiete oder selbst für Japan gesperrt sein). Auch das Thema Musikrechte ist oftmals kompliziert.
      - dass sich das Animationsstudio mit dem Kreativen überworfen hat (wie z. B. Captain Future, Sailor Moon), was eine Lizenz blockieren kann.
    5. Aufsetzung des Vertrags und Unterzeichnung
      Wenn sich Lizenzgeber und Lizenznehmer einig sind, kommt es zur Vertragsaufsetzung. Auch hier gibt es meist mehrere Änderungsdurchläufe, bis der finale Vertrag unterzeichnet wird.
      Der Vertrag beinhaltet folgende Dinge:
      - eine Aufstellung aller Rechten und Pflichten seitens Lizenzgeber und -nehmer
      - die Höhe der Lizenzgebühr, bestehend aus: der Lizenzgebühr pro Folge und einem bestimmten Prozentsatz vom Umsatz
      - das Lizenzgebiet
      - die Lizenzdauer
      - die Art der Auswertung, also die erlaubten Medienformen (Simulcast, TV, DVD/Blu-ray, Kino, VoD, Video-Verleih, Merchandise)
      - den Umfang des zur Verfügung stehenden Materials
      - …

    Sind diese fünf Schritte absolviert und der unterzeichnete Vertrag liegt uns vor, dürfen wir den neuen Titel offiziell ankündigen. Danach geht es an die Planung der Veröffentlichung.
    Wichtig bei der Veröffentlichung ist, dass der Erwerb der Lizenz noch lange kein Freibrief ist, mit einem Titel zu machen, was man möchte. Alle einzelnen Produktionsschritte, die Gestaltung (Design, Inhalte, Extras) der Produkte sowie die Werbung für den Titel, zum Beispiel Anzeigen, Poster oder Messestand-Aktionen, müssen einzeln mit dem Lizenzgeber abgestimmt und von diesem genehmigt werden. Erst wenn der Lizenzgeber mit der Gestaltung und Inhalt von Boxen, Texten, Bonusmaterial usw. restlos zufrieden ist, darf ein Produkt und die dazugehörigen Werbematerialien produziert werden und in den Vertrieb gehen.

    4. Warum dauert eine Veröffentlichung manchmal so lange?

    Viele von euch wünschen sich, dass eine Serie möglichst schnell nach der Ausstrahlung in Japan auch nach Deutschland kommt. Oft ist dies leider nicht möglich.
    Dies liegt einerseits daran, dass die Japaner einen Titel nach der TV-Ausstrahlung zunächst für die Veröffentlichung auf DVD / Blu-ray vorbereiten müssen, denn der DVD-/Blu-ray-Release unterscheidet sich in der Regel von der TV-Ausstrahlung. Diese Adaption benötigt Zeit. Und wir in Deutschland können – mit Ausnahme von Simulcast – nur mit dem fertigen DVD-/Blu-ray-Material der Japaner arbeiten. Die Arbeitsschritte, die dann in Deutschland noch durchgeführt werden müssen, um am Ende das fertige Produkt bei MediaMarkt oder Saturn zu finden, nehmen natürlich ebenso Zeit in Anspruch.
    In der Regel ist es auch so, dass ein Titel in Deutschland erst erscheinen darf, wenn er in Japan veröffentlicht wurde. Darüber hinaus gibt es in den meisten Fällen noch einen sogenannten „Hold-Back“ auf die Titel. Das heißt, der Lizenzgeber verlangt, dass ein Titel erst einige Monate (teilweise sogar bis zu einem Jahr) nach Veröffentlichung in Japan bei uns erscheinen darf. Dies, weil die japanischen Lizenzgeber billigen Re-Importen aus dem Ausland einen Riegel vorschieben wollen, um die in Japan viel teureren DVDs und Blu-rays an den Mann bzw. die Frau zu bringen.

    5. Was ist ein Simulcast?

    Der Begriff Simulcast setzt sich aus den englischen Wörtern „simultaneous“ (zeitgleich) und „broadcast“ (ausstrahlen / senden) zusammen. In Japan werden jedes Quartal neue Anime-Serien im japanischen Fernsehen veröffentlicht. Pro Serie erscheint jede Woche eine neue Episode. Wird die Episode zeitgleich bzw. zeitnah in einem anderen Land in japanischer Sprache mit Untertiteln in einer anderen Sprache veröffentlicht, so spricht man von einem „Simulcast“. Unsere Simulcast-Serien veröffentlichen wir auf der Online-Plattform Anime on Demand. Da die hiesige Aufbereitung des Materials auch noch einiger Arbeitsschritte bedarf – Encoding, Übersetzung, Timing, Untertitelung, Encoding – ergeben sich von Serie zu Serie unterschiedliche Zeitabstände zwischen Erstausstrahlung und deutschem Simulcast. Wir sind wie jeder andere Simulcast Anbieter von der jeweiligen Liefermentalität des Lizenzgebers in Japan abhängig und bemühen uns, euch die Serien zeitnah zur Verfügung stellen zu können.

    6. Warum erscheint ein Titel bei KAZÉ Frankreich aber nicht bei KAZÉ Deutschland?

    Auch wenn beide Firmen der gleichen Mutterfirma angehören, agieren sie autark, also unabhängig voneinander. Wenn KAZÉ Frankreich einen Titel lizenziert, erscheint der nicht automatisch in Deutschland.
    Deutschland und Frankreich besitzen ganz unterschiedliche Anime- und Manga-Märkte. Ein Titel, der in Frankreich sehr populär ist, wie z. B. Die geheimnisvollen Städte des Goldes, erlebt in Deutschland keinen solchen Boom. Außerdem gehören die beiden Länder zwei getrennten Lizenzgebieten an, sodass eine Lizenz für Frankreich nicht für Deutschland gilt.

  3. #3
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    DESIGN UND EXTRAS

    1. Coverdesign

    Die Japaner sind sehr genau, um nicht zu sagen penibel, wenn es um die korrekte Darstellung ihrer Lizenz geht. Das heißt, ob die Helden in einer Weise dargestellt sind, die das Flair der Serie oder des Films trifft, ob das Logo bzw. Copyright korrekt ist, ob der Klappentext dem Inhalt entspricht und nicht zu viel (oder zu wenig) verrät … In Japan gibt es oft viele Personen (in allen an der Produktion beteiligten Unternehmen, z. B. TV-Sender, Manga-Verlag), die bei der Adaption einer Lizenz für den deutschen Markt ein Wörtchen mitzureden haben. Manchmal haben diese bestimmte Änderungswünsche, die wir dann bei der Umsetzung befolgen müssen. Letztendlich entspricht das Endresultat, also die DVD/BD im Laden, zu 100% dem, was der Lizenzgeber wünscht und abgesegnet hat.

    2. Titelanfragen zu neuen Lizenzen

    Zu Titeln, die wir nicht offiziell per Pressemeldung angekündigt haben, können wir uns nicht äußern. Bitte habt daher Verständnis dafür, dass wir zu neuen Lizenzen und Veröffentlichungsterminen keine Aussagen treffen. Die Pressemitteilung ist die frühestmögliche Erwähnung einer geplanten Veröffentlichung. Selbst bei Filmen und Serien, über die wir derzeit verhandeln, kann und darf aus verhandlungsrechtlichen Gründen nichts gesagt werden. Wir wissen, dass dieses Schweigen für Fans sehr unbefriedigend ist, aber internationale Verhandlungen erfordern dieses Vorgehen.

    3. Das FSK-Logo …

    … muss sein. Der Gesetzgeber sieht vor, dass alle Bildträger ab dem 1. Juli 2008 mit der neuen FSK-Kennzeichnung zu versehen sind. Das Erste Gesetz zur Änderung des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) regelt sowohl die Größe als auch die Positionierung der Kennzeichnung auf dem Trägermedium. Der verbleibende gesetzliche Spielraum ist eng: Wendecover sind beispielsweise möglich, andere Lösungen nicht. Die detaillierten gesetzlichen Regelungen könnt ihr auf der Hompage der FSK nachgelesen werden.

    4. Bonusmaterial

    Bonusmaterial wird nicht nur von euch oft gewünscht. Auch wir möchten unsere DVDs und Blu-rays mit tollen Extras auf den Markt bringen. Das ist allerdings nicht immer möglich. Voraussetzung ist, dass überhaupt Bonusmaterial vorhanden ist und uns vom Produzenten/Lizenzinhaber zur Verfügung gestellt wird. Leider darf auch nicht jedes in Japan vorhandene Extra in Europa angeboten werden. Wie auch bei den Animes selbst ist dabei ein kompliziertes Geflecht aus lizenzrechtlichen Hintergründen zu berücksichtigen. So kann es möglich sein, dass zum Beispiel für ein Extra die Nutzung in Japan erlaubt ist, in Europa aber nicht – weil der Urheber die Verwertungsrechte für die Region nicht abgetreten hat. Darüber hinaus wägen wir ab, ob der Mehrwert des Bonusmaterials seinen Preis rechtfertigt. Nicht nur das Material an sich ist kostspielig, auch der erhöhte Produktionsaufwand für die Übersetzung, Qualitätssicherung und sämtliche anderen Produktionsbereiche ist hier zu berücksichtigen. Am Ende bedarf es noch einer klugen Einschätzung, ob die Kunden bereit sind, etwas mehr Geld in eine DVD bzw. Blu-ray mit Bonusmaterial zu investieren.

  4. #4
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    BILD UND TON

    1. Wie entstehen Phantombilder?

    Das Ausgangsmaterial aus Japan liegt in der Videonorm NTSC vor. Um dem überwiegend europäischem Standard PAL zu entsprechen, wird eine Normwandlung vorgenommen. Diese ändert sowohl die Auflösung als auch die Bildwiederholrate. Dabei kann es zu kaum augenscheinlichen Doppelbildern kommen, insbesondere bei sehr bewegungsreichen Sequenzen. Durch die grundsätzlich unterschiedlichen Videostandards lässt sich dies leider nicht vermeiden. In der Regel fallen diese „Ghosts“ aber nicht auf.

    2. Warum ist das Bild verpixelt?

    Der bisherige europäische Standard für TV-Geräte ist PAL. Neuere HD-Geräte dagegen haben eine sehr viel höhere Auflösung. Ein grobkörniges, verpixeltes Bild tritt in der Regel dann auf, wenn DVDs in Standard Definition (SD), also in der gängigen PAL-Auflösung, auf High-Definition-(HD)Geräten wiedergegeben werden, ohne dass eine Interpolation (Anpassung) durch das Fernsehgerät oder beispielsweise einen Blu-ray-Player vollzogen wird.

    3. Warum gibt es nicht immer eine 5.1-Tonspur?

    5.1-Tonspuren werden in der Regel nur für Kinofilme und sehr hochwertige, neue Serien produziert. Ältere Filme und reine TV-Produktionen verfügen im Normalfall nur über eine Stereospur (2.0) –für wenige Produktionen existieren überhaupt Surroundspuren. Zwar besteht die Möglichkeit, den 2.0-Ton künstlich „aufzublasen“, das entspricht aber nicht mehr dem Original und liefert nur sehr unbefriedigende Ergebnisse. Außerdem lassen die japanischen Produzenten das oft nicht zu. Sofern 5.1-Spuren verfügbar sind und uns vom Lizenzinhaber zur Verwendung überlassen werden, bieten wir diese natürlich an.

    4. Warum ist die Farbe der Untertitel gelb?

    Bis zum Jahr 2001 waren unsere Untertitel weiß mit schwarzer Umrandung. Da es aber immer wieder kritische Stimmen hinsichtlich der Lesbarkeit der Untertitel gab, baten wir die Fans in unserem Forum um eine Abstimmung. Dabei hat sich eine große Mehrheit für gelbe Untertitel ausgesprochen und wir haben die Farbe entsprechend angepasst.

  5. #5
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    SYNCHRONISATION

    1. Wer sind unsere Übersetzer?

    Für uns arbeiten qualifizierte Übersetzer, die ein Studium der Japanologie abgeschlossen und meistens mehrere Jahre in Japan gelebt haben. Dadurch sind sie nicht nur in der Lage, die Originalskripte einwandfrei zu transkribieren, sondern versorgen die Redaktion auch regelmäßig mit nötigem Hintergrundwissen zu Anspielungen, Wortneuschöpfungen und Differenzen zwischen gesprochenem und geschriebenem Wort.

    2. Wer sind unsere Synchronstudios?

    Wir arbeiten mit etablierten und renommierten Studios zusammen. Das wichtigste Kriterium bei der Wahl des Studios ist die Qualität, gefolgt von der Erfahrung bei der Synchronisation von Animes. Synchronstudio, Redaktion und Übersetzer arbeiten jeweils eng zusammen und verständigen sich gemeinsam auf die Wahl der Sprecher, die Aussprache von Begriffen und Namen und die sprachlich adäquate Umsetzung der Originalskripte. Die Aussprache und Betonung japanischer Namen und Worte wird auch in Zukunft für jeden deutschen Sprecher eine immer wieder neue Herausforderung sein. Und last but not least spielt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Wahl des Studios eine Rolle.

    3. Warum weichen Untertitel und Synchronfassung voneinander ab?

    Untertitel unterliegen Beschränkungen. Pro Bild darf eine bestimmte Anzahl von Zeichen nicht überschritten werden, damit die Sätze lesbar sind. Deshalb müssen Untertitel manchmal verkürzt, vereinfacht und auf den Punkt gebracht werden. Unsere Untertitel sind stets so wortgetreu wie möglich. Dennoch muss zwischen wortwörtlicher Übersetzung und Verständlichkeit abgewogen werden. Für die Synchronfassung gelten andere Regeln. Was sich gut liest, hört sich nicht unbedingt gut an. Zudem muss der Text den Lippenbewegungen der Figuren angepasst und die Persönlichkeit der Figur berücksichtigt werden. Es kann darüber hinaus auch notwendig sein, Text zu strecken oder zu kürzen, weil die Satzlänge des Originals und der Übersetzung selten übereinstimmen. Deshalb sind Untertitel und Synchronfassung nicht identisch.

    4. Aussprache japanischer Begriffe

    Japanische Namen und Begriffe werden so adäquat wie möglich umgesetzt. Dabei sprechen sich Regie, Redaktion und Übersetzer miteinander ab. Die korrekte Aussprache und vor allem Betonung spezifischer Namen und Worte hängt letzten Endes aber vom Vermögen der Sprecher ab und stellt diese immer wieder vor Herausforderungen. Besonders bei Serien ist eine Vielzahl von Sprechern involviert. Daher bevorzugen wir es, uns für eine kompatible, deutsche Aussprache zu entscheiden, die auch den Hörgewohnheiten solcher Zuschauer gerecht wird, die nicht an japanische Worte gewöhnt sind. Hier muss ein Kompromiss für Puristen und „Normalhörer" gefunden werden.

    5. Synchronsprecher werden bei KAZÉ

    Wir arbeiten eng mit mehreren Synchronstudios zusammen, synchronisieren aber nicht selbst. Die Synchronstudios greifen bei einem neuen Projekt auf Ihre Sprecher-Pools zurück und casten die interessanten, passenden Stimmen. Die leiten sie dann an uns weiter und wir halten ggf. – wie bei Space Dandy – auch Rücksprache mit Japan.

    Viele Synchronsprecher leben jedoch nicht vom Sprechen alleine, sondern sind oft in der Schauspiel-Branche (Theater, Film, Radio …) unterwegs. Zudem muss man als Sprecher alle möglichen Sprech-Jobs übernehmen und kann nicht alleine Animes synchronisieren Realserie. Wenn ihr euch für diesen Beruf interessiert, empfehlen wir, eine Schauspiel-Ausbildung zu absolvieren, um ein stimmliches „Rundum-Training“ zu erhalten. Viele Synchronstudios setzen dies auch für neue Sprecher voraus. Andererseits erhalten Quereinsteiger manchmal ebenso eine Chance in die Branche einzusteigen, wie z. B. Rieke Werner oder Tobias Brecklinghaus.

    Auf den meisten Conventions gibt es übrigens Synchron-Workshops, wo ihr in diese Arbeit hineinschnuppern könnt und interessante Infos aus erster Hand erhaltet.

  6. #6
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    PRODUKTION

    1. Wie entsteht eine DVD / Blu-ray?

    Sobald der Vertrag mit dem japanischen Lizenzgeber unterschrieben ist, können wir mit unserer Arbeit beginnen.

    1. Material
      Zunächst müssen wir das Material für unseren Titel in Japan anfordern. Das kann manchmal recht schnell zur Verfügung stehen, weil eine Serie dort bereits lange auf DVD / Blu-ray erschienen ist. Bei Simulcasts oder sehr neuen Serien dauert es jedoch. Das liegt daran, dass diese zuerst im Fernsehen laufen. Das TV-Material wird dann von dem jeweiligen Produktionsstudio überarbeitet. Und bevor die Produkte in Japan nicht erschienen sind, dürfen wir nichts veröffentlichen. Oftmals gibt es zusätzlich noch eine Sperrfrist, die vorgibt wie viel Zeit zwischen dem japanischem und unserem Release mindestens vergangen sein muss.
      Sobald wir das Material erhalten haben, geben wir es an unsere Technik weiter. Die kontrolliert es, damit zeitnah in Japan reklamiert werden kann, wenn etwas nicht passen sollte. Währenddessen legen unsere Techniker bereits die Positionen fest, wo die fertigen Untertitel dann später hin sollen – sie „setzen“ die Untertitel. An diesem Punkt schaut bereits zum ersten Mal jemand den ganzen Film bzw. alle Episoden einer Serie durch. Eventuelle Fehler im Bild- oder Ton-Material können so bereits frühzeitig erkannt und behoben werden.
    2. Übersetzung, Redaktion & Grafikdesign
      Nach Erhalt des Materials geben wir das japanische Originalskript an unsere Übersetzer weiter. Sie erstellen eine Rohfassung der Übersetzung für das Synchronstudio, auf deren Basis der Regisseur später das Dialogbuch schreibt, sowie die Untertitel. Diese erhält unsere Anime-Redaktion dann zur Korrektur. Die Korrektur der Untertitel erfolgt in mehreren Abnahmeschritten – als Vorkorrektur ohne den Film, um etwaige Rechtschreib- und Grammatikfehler frühzeitig auszumerzen, sowie noch einmal mit der Videospur, um sicherzugehen, dass auch das Timing und die Lesbarkeit passen.
      Unsere Redaktion verfasst an dieser Stelle auch schon die Cover- und Booklettexte, sofern das Booklet nicht von einem externen Übersetzer aus dem Japanischen übersetzt wird.
      Neben dem Videomaterial liefert uns der Lizenzgeber auch das notwendige Artwork. Unsere Grafik-Abteilung kümmert sich um das Design der Verpackungen sowie der Extras. Zusätzlich entwirft und animiert sie die DVD/Blu-ray-Menüs.
    3. Synchronisation
      Sobald die Übersetzung fertig ist, geht sie an das ausgewählte Synchronstudio. Dort erarbeitet der Dialogregisseur ein Dialogbuch. Das ist das Drehbuch für die Sprecher. Dieses wird ebenfalls von unserer Anime-Redaktion auf sprachliche und inhaltliche Richtigkeit geprüft. Danach besprechen wir gemeinsam mit dem Studio – und ggf. dem Lizenzgeber – die Sprecherwahl. Mindestens zu Beginn der Synchronarbeiten ist unsere Anime-Redaktion auch im Aufnahmestudio anwesend und achtet auf die richtige Aussprache, gibt wenn nötig noch Tipps und beantwortet etwaige inhaltliche Fragen. Auch wenn die Redaktion an den Aufnahmen nicht teilnehmen kann, steht sie immer in engem Kontakt mit dem zuständigen Regisseur.
      Hat das Studio die Synchronfassung am Ende fertig gestellt, hört unsere Anime-Redaktion alles komplett ab und kann an dieser Stelle noch Korrekturen oder Verbesserungen anmerken.
    4. Approval
      Alle grafischen Bestandteile – z. B. die Verpackung, Menüs, Booklets, Postkarten – müssen zum Approval nach Japan. Hier kontrolliert der Lizenzgeber alles und merkt ggf. seine Änderungswünsche an. Sobald diese vorgenommen worden sind, gehen die korrigierten Versionen ein weiteres Mal nach Japan. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die Lizenzgeber mit dem Produkt, das auf den deutschen Markt kommt, einverstanden und zufrieden sind.
    5. Authoring
      Wenn das OK aus Japan kommt, kann es ans Authoring gehen. Dort werden alle Ergebnisse aus den vorherigen Arbeitsschritten zusammengefügt (Bildmaterial, Ton, Untertitel, Menüs) und die ersten Test-DVDs bzw. -Blu-rays gehen an unsere Qualitätskontrolle.
    6. Qualitätskontrolle
      Wir ihr sicherlich gemerkt habt, haben schon vor diesem Schritt viele Menschen mehr als einen Blick auf das Produkt geworfen. Dennoch geht es bei unserer Qualitätskontrolle nun noch einmal so richtig ans Eingemachte. Anhand eines über die Jahre stark angewachsenen Checkkatalogs werden unterschiedlichste Punkte überprüft, wie z. B.: Stimmen alle Menüs? Sind die Kapitelmarker richtig gesetzt? Passt der Ton? Diese Überprüfung erfolgt zuerst in der Originalversion (sofern vorhanden) und danach in der Synchronfassung. Mit jeder weiteren Test-Disc wird dieser ganze Vorgang wiederholt. In der Regel schauen sich unsere Qualitätskontrolleure die Titel mindestens drei Mal komplett an.
    7. Presswerk & Druckerei
      Wenn die Qualitätskontrolle ihr OK gibt, werden die Master-Daten für das Presswerk angefertigt. Dieses schickt uns dann noch einmal eine fertig gepresste Test-Disc, die wir durchchecken. Die Druckdaten der Verpackung nehmen wir vor endgültigem Druckstart ebenfalls ab und kontrollieren sie. Nicht zuletzt das fertige Produkt landet vor Auslieferung noch einmal bei uns auf dem Tisch, um sicherzustellen, dass nicht noch beim Pressen oder Verpacken etwas schief gelaufen ist. Erst danach landet es in unserem Lager – und letztendlich beim Kunden.

    2. Fehler trotz Qualitätskontrolle?

    Wir legen besonderen Wert auf die Qualitätskontrolle. Bevor eine DVD/Blu-ray ins Presswerk geht, durchläuft sie mehr als zehn Schritte der Überprüfung. Dazu gehören Tests der Untertitel, der Tonspuren und der Funktionalitäten sämtlicher Menüs sowie darüber hinaus mehrfache Korrekturläufe sämtlicher Cover, Booklets und Labels. Trotzdem sind wir auch nur Menschen. Deshalb kann es dennoch passieren, dass uns ein Fehler durchschlüpft. Wir arbeiten jedoch daran, unsere Prozesse zu optimieren und die Fehlerquote zu minimieren.

  7. #7
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    UNSERE PREISE

    Die Preise werden anhand verschiedener Aufwände, wie zum Beispiel Lizenz-, Synchronisations- und Produktionskosten, kalkuliert.

    Der Markt in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist im Vergleich zu Japan, den USA und sogar Frankreich verhältnismäßig klein. Am besten nachvollziehbar wird dies an einem Vergleich der Convention-Besucherzahlen: Die Anime-Expo in den USA hat 2014 an vier Tagen rund 220.000 Besucher verzeichnet, die Japan-Expo in Paris an ebenso vielen Tagen sogar 240.000 Besucher. Demgegenüber waren bei der AnimagiC in diesem Jahr an drei Tagen nur circa 15.000 Besucher. Unverkennbar sind Animes in Deutschland bisher nicht in gleicher Weise massenkompatibel. Aus diesem Grund erreichen unsere Anime-Titel niemals Auflagen wie in den USA oder Frankreich und schon gar nicht wie die eines Hollywood-Blockbusters, der im Elektronikfachmarkt um die Ecke irgendwann für 9,99 Euro (oder weniger) angeboten wird. Bezogen auf die einzelne Box, die beim Händler im Regal steht, ist der Anteil der Produktionskosten erheblich höher als zum Beispiel bei einem amerikanischen Superheldenfilm. Und diese Kosten muss der Verkaufspreis decken.

    Daneben möchten wir als Unternehmen natürlich auch Gewinne erzielen. Letztlich sind wir ein privatwirtschaftlich organisiertes Unternehmen und betreiben dieses Geschäft nicht nur aus Liebhaberei. Und im Gegensatz zu anderen Publishern sind Animes unsere Haupteinnahmequelle. Damit wir in Zukunft neue Lizenzen kaufen und eine hochwertige Produktion vorfinanzieren können, brauchen wir Gewinne. Außerdem decken wir darüber unser unternehmerisches Risiko ab und fangen eventuelle Flops, wie zum Beispiel Michiko & Hatchin, auf.

    Wer sich jetzt fragt, warum es trotzdem immer wieder zu unterschiedlichen Preisen je nach Händler kommt … Bei Animes (bzw. DVDs und Blu-rays generell) gibt es keine Preisbindung, wie zum Beispiel bei Büchern, sondern nur eine „unverbindliche Preisempfehlung“ des Herstellers. Dementsprechend obliegt es den Händlern, ihren Preis individuell nach eigener Kalkulation festzulegen.

    Mehr Informationen zum Thema liefert ein Podcast bei Otaku Times. Dort reden Dirk Remmecke von KAZÉ und Christoph Lamprecht von Nipponart rund eine Stunde lang über Preise und Lizenzen: http://otakutimes.de/podcast/1359/. Außerdem war unsere Marketingleiterin Andrea Baumgarten zu Gast bei J-Mag und hat dort ebenfalls über das Thema Lizenzen/Preise gesprochen: http://www.myvideo.de/webstars/watch...0_2_3_19_06_13 (ab Min. 19:00).

  8. #8
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    1. Arbeiten bei KAZÉ

    Wer bei uns in welchen Bereichen arbeitet, könnt ihr am besten in der Rubrik „Über uns“ nachlesen. Dort stellen wir alle unsere Mitarbeiter vor.

    Wenn wir offene Stellen haben, geben wir das ebenfalls in dieser Rubrik bekannt. Ausschreibungen findet ihr zu diesem Zeitpunkt aber auch in diversen Jobbörsen oder den Sozialen Medien.

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