Warum? Weil es eigentlich statt 'Tuscher' 'Reinzeichner' oder 'Inker' oder 'Hauszeichner' hätte heissen müssen?![]()
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Warum? Weil es eigentlich statt 'Tuscher' 'Reinzeichner' oder 'Inker' oder 'Hauszeichner' hätte heissen müssen?![]()
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Gruss!,liver
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Fakt ist, dass Ludwig Fischer den spanischen Zeichnern SEHR detaillierte Vorzeichnungen geliefert hat, wie es in den USA die sogenannten Penciller machen. Das ist mir in dieser Deutlichkeit allerdings auch erst klar geworden, nachdem jetzt die zwei kompletten "Fischer-Scribble-Geschichten" bei Gual wieder aufgetaucht sind.
Es wird jetzt noch abschließend zu klären sein, ob diese Arbeitsteilung wirklich immer so stattgefunden hat. Ist dem so, hielte ich es für höchst problematisch, die Rolle von Ludwig Fischer weiterhin so auszublenden, wie dies bisher geschehen ist.
Was Ludwig Fischer vorgelegt hat, dürfte man heute wohl eher als Storyboard bezeichnen, nicht als Vorzeichnung die nur noch geinkt werden mußte.
Für die meisten beteiligten "Inker" dürfte dieses eher eine einschränkende Wirkung gehabt haben. Nicht weil Fischer zeichnerisch schlecht geweßen wäre, sondern weil ein zu starres Seitenlayout vorgegeben wurde. Da haben gerade die Spanier in den 70ern, wenn sie frei arbeiten konnten, deutlich modernere und ästhetisch schönere Seiten hingelegt.
Das genau solche Seiten aber vielleicht gar nicht gewünscht waren, wäre eine Frage die Herr Wiechmann vielleicht Zeit findet zu beantworten!?
Geändert von Mr.Hyde (17.12.2012 um 08:17 Uhr)
Hier gibt es natürlich eine große Bandbreite der Zusammenarbeit zwischen Vor- und Reinzeichnern, wie man sehr schön an den US-Comics sehen kann.
Wir hatten hier aber auf jeden Fall bei "Capitan Terror" nicht die Situation, dass in Spanien ein reines Textmanuskript aus Deutschland ankam, das dann völlig frei von den dortigen Künstlern umgesetzt wurde, wie wir es zum Beispiel größtenteils (auch nicht immer!) aus Frankreich kennen.
Und wie gesagt, im Detail muss eh noch geklärt werden, wie umfangreich diese deutsch-spanische Kooperation beim Artwork war.
@Horatio:
Also von "Behauptungen" kann natürlich überhaupt nicht die Rede sein. Dass das Artwork, so wie wir es aus den 1970er Jahren kennen, von insgesamt vier Parteien (Vorzeichner, Reinzeichner, Colorit-Ersteller, Kolorist) erstellt wurde, ist natürlich Fakt. Worum es lediglich noch geht, ist es, eine Gewichtung zwischen diesen Parteien vorzunehmen.
Wir sollten es uns auch hierzulande endlich angewöhnen, ALLE an solchen künstlerischen Prozessen Beteiligten angemessen zu würdigen. Nur weil man etwa die Arbeit eines Vorzeichners wie im Falle von Fischer endlich mit berücksichtigt, heißt das doch noch lange nicht, dass damit die der anderen automatisch herabgesetzt würde.
Ich kann dir unzählige Comics aus den 70ern sagen bei denen solch eine Arbeitsteilung so nicht stattgefunden hat! Auch von an Captain Terror beteiligten Zeichnern wie etwa Maroto.
Wir sollten uns daher vielmehr angewöhnen Kauka-Produktionsprozesse nicht zu verallgemeinern.
Ich habe ehrlich gesagt fast den Eindruck, das ihr da gerade mit eurer CT-Gesamtausgabe in ein ziemliches "Bunkerdenken" geraten seit. Erst diese Grauspielereien, jetzt diese merkwürdigen Verallgemeinerungen ...nein lieber Martin Jurgeit: Die Geschichte der Comics muß nicht neu geschrieben werden, weil euch ein paar Vorzeichnungen von Fischer in die Hände gefallen sind.
Geändert von Mr.Hyde (18.12.2012 um 08:44 Uhr)
Ja, aber du hast in Post #108 von "Artwork wie wir es aus den 70er Jahren kennen" gesprochen, also verallgemeinert.
Aber ich finde auch gerade diese Kauka-Produktions-Prozeße sehr spannend, und hoffe im Begleitmaterial eurer CT-Bände darüber mehr zu erfahren. Warum hielt man diese "Vorzeichnungen" überhaupt für notwendig?
Nein, das war sogar konkretisierend gemeint, da ich auch noch die Koloristen aufführte, ich mich also ausdrücklich auf das Erscheinungsbild von "Capitan Terror" in PRIMO und ZACK bezog und nicht auf die Version, die wir jetzt veröffentlichen.
Bitte interpretiert nicht in bestimmte Äußerung Sachen rein, die dort gar nicht stehen. Das hier ist ein "Capitan Terror"-Thema und da geht es natürlich um diese Serie und nichts anderes!
@ Martin Jurgeit:
Ich stimme mit Mr. Hyde überein, dass Fischers Vorzeichnungen allenfalls Storyboard-Charakter haben, aber nicht als Pencils im klassischen Sinne betrachtet werden können. Dazu ist der Unterschied zum fertig geinkten Artwork ganz einfach viel zu groß.
Ein Kauka-Produktionsprozess ist nicht automatisch gleichbedeutend mit dem eines spanischen Zeichners, auch nicht innerhalb eines Zeichenstudios wie damals "Bardon Art", über das wohl die Kauka-Aufträge seinerzeit liefen. Auch hier stimme ich mit Mr. Hyde überein.
Es sind Storyboards von Fischer zu zwei Andrax-Geschichten bekannt. Martin, nicht im Traum würde es mir einfallen zu behaupten, Bernet wäre - um deine Worte zu verwenden - "nur der Tuscher" von Fischers Vorzeichnungen gewesen!
Es ist mMn einfach ein dicker Hund, zu sagen: Maroto, Sola, Gual waren bei CT "nur Tuscher"!
Selbst wenn es tatsächlich Fischer-Storyboards zu fertigen CT-Geschichten gab (naheliegend ist es, wenn auch bisher nicht erwiesen), dann ist ganz offensichtlich, dass die fertigen Seiten mit völlig neuen Bleistiftvorzeichnungen entstanden sind!
Ob bei Bardon Art nun z. B. Maroto selbst seine Lapizes getuscht hat oder ein Anderer - das weiß ich nicht.
Geändert von Horatio (18.12.2012 um 23:11 Uhr)
Horatio
Dazu muss man einen direkten Vergleich zwischen Vor- und Reinzeichnung vornehmen. Zeigt sich dann, dass die Panelaufteilung, die Anordnung des Inhalts in den Panels, die vorgegebenen Figurinen (besonders wichtig!) des Vorzeichners größtenteils übernommen wurden, so würde ich die Rolle des Vorzeichners wirklich nicht zu gering ansetzen wollen.
Allein am Strich der Reinzeichnung, die dann natürlich eindeutig die Handschrift des jeweiligen Reinzeichners trägt, kann man so etwas meiner Meinung nach nicht vornehmlich festmachen. Gerade jüngst habe ich etwa den Sammelband einer Vertigo-Serie gelesen und glaubte plötzlich, dass "der Zeichner" gewechselt hätte. Tatsächlich hatte "nur der Tuscher" Steve Leialoha für ein Heft ausgesetzt.
Gut. Dann machen wir die Probe aufs Exempel.
Vergleichen wir die Seiten 107, 108, 110 und 111 aus "Andrax" Band 2 "Im Labyrinth der Zeit" (Cross Cult) mit den vier Scribble-Seiten von Fischer, die in der Sprechblase 210 auf den Seiten 30 und 31 abgedruckt sind.
Horatio
Was haben Vertigo und Steve Leialoha mit Capitan Terror zu tun?
Horatio
Ich behaupte hier ganz direkt: Die vergleichsweise steifen und kruden Scribbles von Ludwig Fischer haben keinen Eingang in das endgültige Capitan-Terror-Artwork gefunden, ebenso wie sie keinen Eingang in das endgültige Andrax-Artwork gefunden haben.
Es finden sich in CT von Maroto, Sola und Gual keine stilistischen Eigenheiten der Fischer-Scribbles wieder. Nicht im Seitenaufbau, nicht im Mise-en-scène.
Die einzige CT-Geschichte, die zeichnerisch qualitativ abfällt, ist "Die Katze zeigt die Krallen". Sie ist als wohl einzige weder von Maroto noch Sola oder Gual. Nur bei dieser wäre es für mich denkbar, dass sich der Zeichner an einem Fischer-Scribble orientiert hat. Doch ohne ein zum Vergleich heranziehbares Scribble ist das nicht nachzuweisen.
Übrigens: Selbst bei einer von Vince Colletta getuschten Seite erkennt man noch die ursprünglichen Stilelemente von Kirby oder Colan.
Geändert von Horatio (19.12.2012 um 21:30 Uhr)
Horatio
Der Produktionsprozess scheint folgendermaßen abgelaufen zu sein:
1. Es entstand ein Exposé in Textform.
2. An Stelle eines detaillierten Skripts (à la: Seite 1, Bild 1: Halbtotale. CT steht an der Reling. Text: "Am frühen Morgen ..." usw.) erstellte Fischer daraus ein Storyboard.
3. Dies diente (zusammen mit einer spanischen Übersetzung des Exposés) quasi als Skript-Ersatz in gezeichneter Form dem jeweiligen Zeichner für das Erstellen der Bleistiftvorzeichnungen.
4. Und die wurden dann getuscht, vom gleichen Künstler oder einem anderen.
5. Dann kam das Kolorit.
Dazu kommen dann noch Erstellen der Texte für die Druckfassung und die Montage.
*
Fischer fertigte keine Bleistiftvorzeichnungen, die dann "nur noch" getuscht zu werden brauchten.
Horatio
Niemand versucht hier, eine Beteiligung Fischers an der Capitan-Terror-Produktion zu negieren. Es geht um die Rolle, die er dabei spielte.
Selbstverständlich muss Ludwig Fischer, soweit es sich belegen lässt, unbedingt erwähnt werden! Und ich bin davon überzeugt, dass Peter Wiechmann Fischers Beitrag zur CT-Produktion mindestens auf den redaktionellen Seiten auch entsprechend würdigen wird.
Fischer hat nachweislich zu einzelnen CT-Geschichten Storyboards gefertigt. Zu allen? Wir wissen es (noch) nicht.
Die Frage ist leider, ob und wie weit sich nach über 35 Jahren noch rein aus der Erinnerung heraus belegen lässt, zu welchen Stories Fischer (oder vielleicht auch mal jemand anders?) Scribbles/Storyboards gemacht hat, wenn entsprechende Unterlagen nicht mehr gefunden werden. Ich fände es fragwürdig, ohne Nachweis beispielsweise pro forma zu allen CT-Geschichten zu schreiben: Storyboard: Ludwig Fischer.
Wir können froh sein, dass diese zwei Fischer-Scribbles vorliegen, wenn auch zu nie fertiggestellten Geschichten. So werden wir bei der CT-GA in den Genuss zweier Bonus-Geschichten kommen. (Zumindest nehme ich an, dass sie ebenfalls komplett abgedruckt werden.)
Horatio
Hier schon einmal die endgültigen Covers (rechts die Sonderausgabe):
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Eigentlich fies, so gut sehen die Cover aus, da müsste man sich ja fast schon beide Bände zulegen![]()
Gruß Derma
Bin sehr auf Band 1 gespannt, auch wie die "Grauflächentechnik" bei mir ankommt.
Freue mich auch auf die Sonderausgabe von Band 1, obwohl ich bisher von seiten JNKs seit Anfang September keine Informationen über meine Bestellung/Vorauszahlung erhalten habe ...
Kampf der verderblichen Schundliteratur
Da sind wir schon 2!
Weder wann noch wie der Band kommt....
Killer Loop - Moments before Detonation
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