szmtag Das Griechenland - Drama (Die Schuldenkrise)
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  1. #1
    Mitglied Avatar von DasKame
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    Das Griechenland - Drama (Die Schuldenkrise)

    "Die Griechen sind Betrüger, die es nicht verdienten, dass man sie rette."

    "Die Deutschen müssen zahlen, um Griechenland aus der Krise zu retten, denn die Nazis haben das Land geplündert."

    Der Krieg der Klischees ist zwischen den beiden Ländern ausgebrochen, die eigentlich die Schrecken der Geschichte hinter sich gelassen hatten, bedauert die Süddeutsche Zeitung.

    Die griechische und deutsche Regierung versuchen momentan, die besonders in den Medien spürbaren Anfeindungen zwischen den beiden Ländern zu beseitigen. Den Startschuss zum medialen Schlagabtausch gab das Nachrichtenmagazin "Focus", welches auf seiner Titelseite die Venus von Milo mit erhobenem Stinkefinger abbildete. Die Retourkutsche der empörten Griechen ließ nicht lange auf sich warten. Am nächsten Tag veröffentlichte die linke Tageszeitung "I Nikis" eine Siegessäule mit Hakenkreuz. Der griechische Vize-Ministerpräsident verwies daraufhin auf die von den Deutschen während des Zweiten Weltkrieges begangenen Plünderungen, die Griechenland ruiniert hätten. Ende letzter Woche hatte dann ein Verbraucherverband zum Boykott deutscher Waren in Griechenland aufgerufen. Die deutschen Banken ihrerseits hatten sich geweigert, griechische Staatsanleihen zu kaufen...



    Titelbild der Elefet Heros: Die Siegessäule mit Hakenkreuz statt mit Fackel



    Titelbild des deutsche Focus: Die Armlose Venus von Milo die nun doch einen Arm samt Mittelfinger bekam


    Quelle: http://www.presseurop.eu

    Wie seht ihr User das? Sind die "bösen faulen" Griechen schuld an ihrem Unglück? Oder benimmt sich Deutschland doch "wie ein altes Nazi Regime"? Wer trägt die Schuld, wie weit wird es eskalieren und wie wird es ausgehen?

    Ich finde es komplett daneben wie albern sich die Medien aufführen. Jaja deutschland war mal Naziland...aber meine güte, das ist nichtmal kreativ auf diese Situation angepasst, das ist nichtmal eine geistreiche Karikatur, das ist einfach der kleinste Agressor.

    Und die faulen Griechen die nichts tun und dann noch meckern? Ist genauso falsch, warum berichten die Medien nicht mehr wie hoch die Selbstmordrate letztes Jahr war? Das 30% aller Einzelunternehmer ihre Geschäcfte aufgeben mussten und dieses jwahr wieder sovil erwartet wird? Beide Pressen sollten sich um mehr objektivität bemühen, also meiner Meinung nach.

    Man kommt sich ja vor wie bei Bild-Überschriften bei Fußballspielen
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  2. #2
    Mitglied Avatar von Rain
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    Ehrlich gesagt, würde es nach mir gehen, würden die Griechen mittlerweile kein Geld mehr bekommen. Was sich die Bevölkerung dort erlaubt hat, ist mehr als nur unverschämt. Nach allem was die von sich gegeben haben und was sie sich erlaubt haben (z.B. brennende Deutschlandflagge), sollte man als Konsequenz die Hilfe verweigern. Die Griechen sollten dankbar sein, dass wir so viel Geld zur Verfügung stellen, obwohl sie selbst es sind, die nicht arbeiten, die keine Steuern zahlen usw.

    Ich warte nur auf die Nachricht "Griechenland wurde aus der EU ausgeschlossen".
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    Misstraue deinem Verstand, er ist der Hort niederer Gefühle. Gehorche deinem Herzen, denn dort wohnt Gott.

  3. #3
    Mitglied Avatar von Underdog
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    RE: Das Griechenland - Drama (Die Schuldenkrise)

    Original von DasKame
    Wer trägt die Schuld, wie weit wird es eskalieren und wie wird es ausgehen?
    Schuld trägt der internationale Finanzmarkt, der die reale Wirtschaft ausbeutet und auf Grund seiner Macht, Staaten dazu zwingen kann, gegen den Willen ihres Volkes zu handeln. Es wird gar nicht "ausgehen" es wird immer weiter gehen, solange wir die Finanzmärkte und das Bankensystem nicht von Grund auf neu strukturieren und anfangen zu regulieren. Aber dazu hat momentan kein Einzelner die Macht, und die die sie haben profitieren noch zu gut an diesem System. Sowohl Deutschland als auch Griechenland sind in dem Zusammenhang nicht mehr als Schachfiguren.
    Momentan versucht man nur so gut es geht zu den alten Gewohnheiten zurück zu kehren. Niemand hat daraus gelernt.
    Doch das Prinzip der Gier ist gescheitert, die Gier ist eben nicht gut. Auf Dauer wird das nicht funktionieren und irgendwann kommen die Konsequenzen auch bei den Eliten an.
    Solange das nicht passiert wird es nicht aufhören. Dieses Mal wird Griechenland fallen, aber erst nachdem die wichtigsten Banken ihr Geld bekommen haben. Deshalb wird doch so viel Geld in Griechenland hinein gepumpt. Es ist ja nicht so, dass es dem Volk irgendwie zugutekommen würde. Aber bevor Griechenland zugrundegeht wird erst sicher gestellt, dass die Banken ihr Geld wieder bekommen. Wenn das geschehen ist, darf Griechenland pleitegehen.
    Heutzutage ist es egal ob Milliarden hungern, solange die Banken stabil sind und die Börse Gewinne macht.

    Ich finde es widerlich, wie hier die Griechen gegen Deutschland ausgespielt werden und umgekehrt, wobei der wahre Verantwortliche doch das Finanzsystem ist. Ändern wird sich aber leider erst mal nichts. Wir brauchen noch 3-4 Krisen, bevor wir endlich verstehen, dass es so nicht weiter gehen kann.

  4. #4
    Mitglied Avatar von DasKame
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    Original von Rain
    Was sich die Bevölkerung dort erlaubt hat, ist mehr als nur unverschämt. Nach allem was die von sich gegeben haben und was sie sich erlaubt haben (z.B. brennende Deutschlandflagge), sollte man als Konsequenz die Hilfe verweigern. Die Griechen sollten dankbar sein, dass wir so viel Geld zur Verfügung stellen, obwohl sie selbst es sind, die nicht arbeiten, die keine Steuern zahlen usw.
    Ist aber auch zu verallgemeinernd "Die Bevölkerung" macht garnichts, da sind TEILE der Bevölkerung, der rechten Parteien und der Medien die gegen die EU und/oder Deutschland zetern.

    Merkels Vorschlag einen Kommissar zu entsenden und Griechenland so zu einer art Strafkolonie zu degradieren war politisch auch wenig clever. Die Regierung Griechenlands hat da mehr schuld als die Bevölkerung, denn die leidet schon jetzt immens, das sollte man nicht immer ganz so einseitig sehen denke ich.
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  5. #5
    Mitglied Avatar von New-York23
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    Ich denke die Bevölkerungen werden gegeneinander ausgespielt für Poltik und Finanzwesen.

    Leider steigen viele darauf ein!

    Ich kenne Leute welche nicht mehr in griechische Restaurants gehen, weil die Griechen ihnen zu unverschämt sind und immer mehr Geld wollen, da kann ich mir nur an den Kopf fassen.

    Natürlich muss man beide Seiten betrachten, die deutsche Bevölkerung möchte nicht immer mehr von ihren Steuergeldern in Griechenland verdonnern sehen, welches hier genauso wichtig wäre, besonders da eine wirtschaftliche Erholung Griechenlands eher unwahrscheinlich ist. Würden die Griechen umgedreht hier Geld reinpumpen ohne Aussichten auf Rückzahlungen.

    Jetzt muss man die Griechen sehen, dort werden Löhne gesenkt, Renten und soziale Gelder gekürzt, viele werden aus ihren sicheren Jobs gekündigt, und haben kaum Zukunftsaussichten. Es werden immer wieder neue Abgaben von der Bevölkerung gefordert. Was würden da die Deutschen machen, wenn sie dies über sich ergehen lassen müssten.

    Ich denke Griechenland sollte aus der EU, und ihren eigenen Weg finden, wieder ein gesundes Wirtschaftssystem aufzubauen, den Kürzungen und Einsparungen helfen da eher wenig. Dadurch wird es zwar für andere Schuldenländer schwierig werden an neue Gelder zu kommen, aber ich sehe ich der jetzigen Unterstützungen für Griechenland eigentlich nur eine Insolvenzverschleppung, die dann halt nur später kommt, und diese Zeit wird mit einer rießigen Menge Steuergeldern anderer EU Staaten erkauft, nur damit Politiker sich keine Fehler eingestehen müssen und die Banken noch Zeit haben etwas für sie zu retten.

    Für mich ist es ein Armutszeignis wie die so tolle Demokratie, anderen und dem eigenen Volk völlig ihrer Rechte und Mitbestimmung nimmt, ich habe damals zu DDR Zeiten an den Montagsdemos als 11jähriger teilgenommen, heute würde ich dies nicht mehr tun, dafür bin ich in den letzten Jahren zu sehr von der Umsetzung der Demokratie enttäuscht.

  6. #6
    Mitglied Avatar von DasKame
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    Original von New-York23
    Ich denke Griechenland sollte aus der EU, und ihren eigenen Weg finden, wieder ein gesundes Wirtschaftssystem aufzubauen, den Kürzungen und Einsparungen helfen da eher wenig.
    Ja aber das ist irgendwie auch sinnfrei: Wozu hat Europa dann eine Gemeinschaft wenn man ein problemkind sofort entfernt? Was wenn wir mal Probleme haben? Was wenn Spanien und Italien nicht aus ihren Problemen herrauskommen? Das kann schnell zu einem Domino Effekt werden.
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  7. #7
    Mitglied Avatar von New-York23
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    Die Gemeinschaft ist für so etwas aber noch nicht bereit, dafür sind die EU Länder alle zu autonom.

    Probleme die lösbar sind, sollte gelöst werden, aber es es gibt nun mal auch Probleme, wo eine Lösung kaum machbar ist.

    Ich habe eine Diskussion mit einem Topökonom (Name leider entfallen) gesehen, der Griechenland keinerlei Chance zur Überwindung der Krise gab, weil Griechenland kaum etwas wirtschaftliches zu bieten hat was andere brauchen, die Wirtschaft wird zum großteil vom Tourismus getragen, der aber zu schwach ist Griechenland aus der Krise zu führen, und durch anhaltende Streiks und Krawalle weiter schrumpfen wird. Die Industrie ist zu schwach aufgestellt, und wer sollte dort investieren, wo Gewinnaussichten schlecht sind und selbst die Griechen ihr Geld lieber ins Ausland bringen.
    (Hinzu kommt die Diskussion, ist jetzt schon ein paar Monate her, sie war zu Beginn der Krise, und genau wie er dort sagte hat sich die Lage verschlimmert, statt wie von den Regierungen erzählt wurde, gibt es keine Aussichten auf Besserung)

    Italien und Spanien haben eine viel besser ausgebaute Wirtschaft, die Industrie hat die Möglichkeit die Krise zu überwinden, sie haben Autoindustrie und viele andere Branchen welche durch Exporte wieder Geld ins Land bringt und können die Krise daher mit richtigen Management überwinden. Es ist natürlich auch nicht einfach, aber machbar. Und die Tourismusbranche haben sie auch noch, und diese beschädigen sie kaum oder nur gering.
    Länder wie Portugal, oder vorher Irland haben einen viel geringeren Geldbedarf gehabt, der durchaus tragbar ist für die EU.

    Griechenland dagegen hat einen viel zu hohen Geldbedarf und zuwenig ausbaufähige Wirtschaft um dauerhaft für die EU tragbar zu sein, und es macht wenig Sinn, das die ganzen EU-Länder über Jahre Geld reinstecken, nur um die Krise des Landes zu verschleppen. Natürlich besteht die Gefahr einen Dominoeffekt für andere Krisenländer auszulösen, der Dominoeffekt kann aber genauso gut einsetzen, wenn Griechenland in ein paar Jahren pleite geht, und bis dahin schon Billionen in das Land fließen, die kann man dann für Krisenländer nutzen, wo noch Hoffnung besteht.

    Man kann Griechenland keine unmöglichen Sparpläne aufzwingen, bei schrumpfender Wirtschaft und Tourismusbranche, die Einnahmen werden weiter zurück gehen, die Ausschreitungen größer werden, und sofern eine Wahl kommt, wählen die Bürger eine Partei die sich gegen die Sparpläne stellt, und schon kippt die Finanzhilfe und der Staatsbankrott.

    Es macht keinen Sinn dort weiterhin das Geld zu verbrennen, um das unabwendbare hinauszuzögern, auf Kosten aller anderen EU Staaten.
    Hinzu kommt das auch andere Länder in Schieflage kommen, auch Deutschland ist davor nicht gefeit, wer soll dann noch zahlen, und die ganze EU wird in die Wirtschaftskrise gerissen. Das Geld aus dem EU Rettungsschirm muss dort eingesetzt werden, wo noch was zu retten ist.

  8. #8
    Dreamhafter SysOp Avatar von Minerva X
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    Das Thema ist ja gerade dank der wiederholten Griechenland-Wahl aktuell. Derzeit sieht es auch noch nach patt zwischen konservativ und links aus. Ich denke das besiegelt dann die Handlungsunfähigkeit Griechenlands nur weiter.

    Scheint mir nicht so, als würden sie da wieder rauskommen. New-York hat ja schon schön aufgelistet, woran es hapert: Zu wenig eigenständige Industrie (sie haben effektiv nix), abhängig vom Tourismus, der wiederum abhängig von der Währung ist und einer stabilen Lage (die es nicht gibt). Und dazu kommt, dass Griechenland halt derzeit wenig Verständnis erhält, weil es sich in die Währungsunion reinschmuggelte.
    Und das, was bei den meisten Leuten hängen blieb von Griechenland, ist, dass viele das System ausgenutzt haben. Extrem hoher Beamtenanteil, Gehälter gut...und das bei zu vielen Ausgaben. Und die Griechen verschlimmern die Lage, indem sie ihr Geld ausser Landes schaffen und die Steuern noch hinterziehen.

    Langsam frage ich mich auch, wie das enden soll...
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  9. #9
    Mitglied Avatar von Zauberland
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    Im Prinzip ist die "Griechenland-Krise" die neoliberale, eierlegende Wollmilchsau.

    Da wird ein Land an die Wand gefahren aus einer Mischung aus den Auswirkungen des unverantwortichen (oder sollte ich schreiben: asozialen?) Verhaltens der internationalen Finanzmärkte, der Selbstbedienung der vermögenden Griechen in der Staatskasse und dem ungesunden Import/Export-Ungleichgewicht innnerhalb der EU (von dem vor allem deutsche Multis und Banken profitieren).

    Als "Medizin" wird den Griechen dann (ausgerechnet von den Deutschen) dann ein Sparkurs aufgezwungen bei dem keine strukturellen, sondern lediglich schuldenmildernde Massnahmen die Krise beseitigen sollen. Finanzieren dürfen dass die "Armen" (in Griechenland wie in Deutschland) denen staatliche Transferleistungen gekürzt oder gestrichen werden und gleichzeitig die Möglichkeit zur Selbsthilfe genommen wird, da in Griechenland die Wirtschaft schrumpft und in Deutschland die Wirtschaft boomt, jedoch dies finanziert wird durch seit vielen Jahren sinkende Reallöhne (speziell im unteren Quartil).

    Und damit niemand auf die Idee kommt sich dagegen aufzulehnen und die Party in den Vorstandsetagen der Finanzinstitute und Firmenmultis, welche auf unsere Kosten gefeiert wird, zu beenden werden regelmässig die Völker von Scharfmachern auf beiden Seiten aufeinandergehetzt. Und viele fallen darauf rein und glauben die Märchen unserer Einheitspresse.

    Auch in Griechenland scheint der Mummenschanz noch immer zu funktionieren, wie man an den Wahlergebnisse vom Wochenende sieht.

  10. #10
    Dreamhafter SysOp Avatar von Minerva X
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    Aber das Problem ist doch allgemein vorhanden. Einerseits finde ich es völlig unverständlich, wie die "normale" griechische Bevölkerung sich das auch von den "weiter oben" gefallen lässt. Denn es ist ja bekannt, dass die reichen Griechen gerne wenig Steuern bezahlen, genug Vermögen haben und das Vermögen zur Seite geschafft haben.
    In Deutschland ist es doch ähnlich: Da regen sich alle auf, wenn Hartz4-Empfänger quasi genug zum Leben haben und verlangen Kürzungen...aber höhere Löhne bei diversen Beschäftigungen zu verlangen, darauf kommen sie nicht.

    Also da wie dort geht es doch immer auf Kosten der Mittel-Armen. Die sich das gefallen lassen und ihre Feindbilder in Fremdenhass, Unterschichten-Drücken etc. suchen. Dazu gibt's die internationalen Geflechte von Land zu Land und Institut zu Institut...Lobbyarbeit und die Frage, wie man sinnvoll aus Schulden rauskommen kann, die nur mehr werden können. Das System baut darauf auf - und Geschichtlich kollabiert es halt dann irgendwann in sich (weil jeder an jedem hängt).

    Griechenlands grösstes Problem war aber schon mitverschuldet - die haben sich in die EU reingemogelt, um Vorteile daraus zu beziehen. Der Nachteil der nicht mehr abwertbaren Währung dürfte aber gerade für Tourismus recht offensichtlich sein.
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  11. #11
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    Ich finde die Griechen sollten die Drachme wieder einführen. Sie könnten ein billiges Urlaubsland werden wodurch erst einmal wieder Geld in die Kasse kommt. Als nächstes müssten sie sich auf 20 oder 30 Jahre verpflichten die Drachme günstig zu halten. Dadurch würden sie für Investoren interessant. Die EU kann ihnen ja weiterhin Geld zur Förderung der Wirtschaft geben, nur eben an sinnvolle Projekte gebunden. Griechenland kann ja volles EU Mitglied bleiben auch ohne den Euro. England hat ihn ja auch nicht.
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  12. #12
    Mitglied Avatar von Sush
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    An dieser aktuellen Krise sieht man doch eindeutig, was Kapitalismus bedeutet, diejenigen, die sich 40 Stunden in der Woche ausbeuten lassen können noch gut in Wirtschaftsdingen mithalten, diejenigen, die ab 13 Uhr auf ihre Siesta bestehen und mit 59 schon in Rente gehen wollen hinken hinterher....

  13. #13
    Dreamhafter SysOp Avatar von Minerva X
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    @Sush: Du meinst die, die sich 40 Stunden ausbeuten lassen und dann nen Kredit aufnehmen müssen, weil irgendeine Kleinigkeit kaputt geht? Und in der Pension dann jeden Cent umdrehen müssen und keine Wohnungen finden, die sie sich leisten können? Oder die, die wegen der guten Wirtschaftslage ihren Job verlieren - und keinen finden, weil es keine gibt?
    Kapitalismus bedeutet, dass am Ende eben wenige viel haben und viele wenig. Und die wenigen die Macht innehalten. Am Ende bläht sich das System doch immer so auf, dass es kollabieren muss. Kapitalismus ist halt genauso anfällig und hinkend wie viele andere Formen.

    Die Griechen haben sich die Suppe schon miteingebrockt - aber sie hatten dabei tüchtige Mithilfe von Banken bei der Bilanz"frisur" - die dafür nie belangt wurden. Von denen, die überall die Finger drin hatten...sicher nicht selbstlos. Und jetzt ist auch noch die perfekte Situation ein bisschen zu spekulieren. Ein paar gute Wetten platzieren, böse Gerüchte verbreiten, Regierungen vielleicht ein bisschen lenken (mit "Expertentipps") und schon hat man eine Menge Geld am Spielmarkt (Aktienmarkt) gewonnen.
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  14. #14
    Mitglied Avatar von Sush
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    Konnte dir jetzt im Bezug zu meiner Aussage nicht richtig folgen. Meine Aussage war jedenfalls darauf bezogen, dass wir in Deutschland z.B. zwar 40 Stunden arbeiten gehen müssen, im Gegenzug unsere Wirtschaft aber recht rund läuft. Sozusagen jeder in unserem Sozialstaat trägt dazu bei, einen gewissen Gesamt-Lebensstandart zu gewährleisten, aber mit der Bezahlung, 40 Stunden zu arbeiten, und das zum Teil für Niedriglöhne.

    Menschen in Griechenland oder Italien z.B. aber haben zum Teil eine andere Mentalität (ala siesta), die auf Roboter-Deutschland eben nicht zu trifft. Nur die kapitalistische Weltwirtschaft braucht eben Roboter die brav ihre Arbeit machen und nicht aufmucken, und am Besten erst ab 70 Jahren in Rente gehen. Nur lässt das im Moment die griechische Sozialstruktur und Mentaliäten eben nicht zu, eben ZUM Beispiel, dass diese Menschen nicht einsehen, bis 60 noch zu arbeiten oder zu 40 Stunden in die Robotermentalität verfallen...

    Ich meine stell dir vor es wäre andersrum, und da kommt so´n wirtschaftgeiles Land und sagt dir indirekt: Arbeite nach UNSEREN Vorstellungen und es wird euch besser gehen!
    Ich meine, der Sinn des Euro sollte meines Erachtens nicht nur in der Erstarkung der Wirtschaft liegen, sondern auch eine Einheit begünstigen.

    Ich meine, ich hab nun nicht sooo eine genau Ahnung von Materie, aber ich habe oft das Gefühl, dass die Dinge immer zu einseitig behandelt werden. Wirtschaft funktioniert nicht nur durch Wirtschaft, sondern auch durch Menschen die sich darauf einlassen. Die einen können das eher oder werden indirekt dazu gezwungen (wie wir), die anderen können es weniger und sehen den Sinn des Lebens eben nicht durch eine strikte Vorgabe was sie systematisch zu ja zu machen haben.

    Ich wünsche mir irgendwie eine gesunde Mischung zwischen Plan-und Kapitalistischer Wirtschaft...fragt mich aber nicht, wie das funktionieren könnte. Reiner Kapitalismus, so wie er jetzt ist, unterdrückt meines Erachtens nach auch eine gewisse Freiheit der Menschen. Na egal, Marx hat dazu ja ein ordentliches Buch geschrieben...
    Ich denke, wir befinden uns momentan einfach in so einer heiklen Übergangsphase, die irgendwann auch überstanden sein wird und dann gibt es ein Einheits-Europa.....die Globalisierung war nur der Auslöser.
    Geändert von Sush (20.06.2012 um 22:04 Uhr)

  15. #15
    Mitglied Avatar von KTobi
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    Zitat Zitat von Sush Beitrag anzeigen
    Menschen in Griechenland oder Italien z.B. aber haben zum Teil eine andere Mentalität (ala siesta), die auf Roboter-Deutschland eben nicht zu trifft. Nur die kapitalistische Weltwirtschaft braucht eben Roboter die brav ihre Arbeit machen und nicht aufmucken, und am Besten erst ab 70 Jahren in Rente gehen. Nur lässt das im Moment die griechische Sozialstruktur und Mentaliäten eben nicht zu, eben ZUM Beispiel, dass diese Menschen nicht einsehen, bis 60 noch zu arbeiten oder zu 40 Stunden in die Robotermentalität verfallen...
    Nein, das sind alles Vorurteile, die 2 Minuten googlen nicht standhalten. Aber gut, hindert die Bild-Zeitung in der Regel ja auch nicht. Hier ein kurzer Artikel von vor der Krise über Arbeitszeiten pro Woche: http://www.news.at/articles/0450/30/...her-europaeern Griechen an zweiter Stelle mit 44 Wochenstunden, Deutschland 41. Und eine Spiegel-Grafik zur Rente (http://www.spiegel.de/fotostrecke/st...e-68206-2.html) zeigt, dass das tatsächliche Renteneintrittsalter in beiden Ländern identisch ist.

    Dass nicht nur im Euro-Raum, sondern auch in Griechenland selbst einiges nicht gut läuft, wird ja niemand bestreiten. Aber der Faktor "Faulheit" oder "Mentalität" spielt dabei keine Rolle.

  16. #16
    Mitglied Avatar von Sush
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    Hmmm gut zu wissen, dass es eben doch recht anders ist, dennoch denke ich schon, dass da unterschiedliche Mentalitäten mitunter auch eine (wenn vielleicht auch kleine) Rolle spielen.

  17. #17
    Mitglied Avatar von Black Sheep
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    Was eben auch gerne vergessen wird: Deutschlang ging es ebenfalls mal Jahrelang sehr schlecht - eben aufgrund des Euros. Das fing schon 1995 an, als klar war, dass der Euro eingeführt wird. Deutschland war seitdem immer Schlusslicht, was das Wirtschaftswachstum betrifft. Die "rote Laterne" war ein stetiger Begleiter. Außerdem war Deutschland von hoher Arbeitslosigkeit geplagt und sinkenden Löhnen. Das ganze führte auch dazu, dass zu Zeiten der Regierung Schröder das Sozialsystem umgekrempelt und das heute bekannte Hartz IV eingeführt werden musste.
    Und dann zur Wirtschaftskrise hat sich das Blatt gewendet. Den Deutschen geht es langsam besser und jetzt müssen sie, obwohl sie sich noch von den vergangenen Jahren erholen müssten, für die anderen blechen. Ich verstehe das nicht. Abgesehen davon: Geht es Deutschland tatsächlich besser? Gut, es mögen jetzt mehr Leute Arbeit haben und die Löhne steigen eventuell auch, aber für welchen Preis? Deutschland hat einen Exportüberschuss. Klingt sicher erst mal toll - ist es aber nicht. Erst recht nicht, wenn die exportierten Güter in nicht wettbewerbsfähige Länder (wie eben z.B. Griechenland) geliefert werden. Im Grunde können sich diese Länder nicht leisten die Güter zu bezahlen. Daher gehen an die Länder Transferleistungen und Kredite. Es ist nichts anderes als eine Subventionierung der Exportindustrie.
    Geändert von Black Sheep (26.06.2012 um 10:33 Uhr)

  18. #18
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    Naja, hart gesagt profitiert Deutschland von der Krise, während dafür eben andere verlieren müssen. Deutschland als Exportnation ist eher von mindestens gemässigten Wechselkursen abhängig (Euro weniger wert->Importe für andere Länder günstiger...). Sieht man ja an der Schweiz, die inzwischen schon etwas an den hohen Kursen leidet oder es extrem tun würde, wenn sie den Kurs nicht hielten.
    Und gerade durch die ganzen Massnahmen (Hartz4, jammern über die hohen Gehälter) hat Deutschland es perfektioniert, die Löhne effektiv zu drücken. Damit ist es dann gleich noch interessanter, besonders auch, weil die Qualität höher als in einschlägigen Billiglohnländern sein dürfte. Ich nehmen an, die Förderungen für Firmen sind auch nicht zu verachten.
    Ich denke die niedrigen Zinsen für Deutschland, die geringeren Kosten und höheren Fiskaleinnahmen und die Tatsache, dass nicht Deutschland allein für die Transferleistungen aufkommt, dürfte dazu führen, dass Deutschland am ganzen verdient. Sie exportieren ja eher wenig nach Griechenland...

    Am Ende verdienen dann halt wieder die Reichen etwas mehr und die Armen leiden. In Griechenland haben doch auch gleich alle mit etwas Geld ihr Geld fröhlich am Fiskus vorbeigeschleust und ins Ausland geschafft. Und der Gesetzgeber sorgt halt auch dafür, dass die Reichen wenig zahlen (weil, wenn man mehr verlangt, dann könnten die ja woanders hin gehen - die Argumentation hört man zu Hauf).
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