The Blacklist – 1. Staffel

Die Pilotfolge war sowas von ergreifend, ich hatte so oft feuchte Augen, das ich meinte, die Serie wäre Gold – denn Beth ist furchtbar goldig und wie Liz sich um sie kümmert, macht sie ebenso liebenswert. Ich denke, es war eine Kombination aus Beth und Liz, deren echter Vater nun in ihr Leben geschneit ist, deshalb war ich so ergriffen. Die erste Folge hatte wirklich alles. Noch bevor ich die Disc einlegte, als ich die Inhaltsangabe auf dem Backcover las, sagte ich mir selbst: „Lizzy ist seine Tochter! Darum will er sie“. Es war mehr als offensichtlich. Das er sie berühmt machen will, er jeden killt, der ihr ernstlich zu nahe kommt oder es nur zu tun gedenkt, sprach dafür. Mein Gefühl wurde stärker und stärker, je öfter sie nebeneinander standen und Gedanken austauschten. Es war, als ob ein unsichtbares Band sich langsam kittet, welches vor langer Zeit zerrissen wurde. Schön ist auch, wie er ihr Dinge zukommen läßt. Selbst als er meinte, der Freund ihres Vaters zu sein, also nur DER zu sein, hörte es sich für mich ganz anders an. Mich konnte er nicht täuschen. Es hat fast was familiäres, wenn er sämtliche Verbrecher kennt und wie er über sie spricht ^^

Manchmal kam er mir vor wie Hannibal Lecter – wie er sein essen genießt oder wie er mit Anzug und dem Hut rumstolziert, da er gewisse Dinge genauso zelebriert. Seine Bodyguards und die anderen Leute, die für Red arbeiten, sind vor allem eins: Loyal. Wenn er mal nicht da ist, weil er entführt wurde, wird nicht über einen Nachfolger nachgedacht, sondern ein Team losgeschickt, das ihn befreit. Interessant finde ich, das Red Lizzy ständig darauf hinweist, das ihr Mann Tom nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Er drängt sie aber nicht oder greift selbst ein – das muß sie selbst in die Hand nehmen bzw. daran glauben. Mr. Kaplan, die Äufräumerin, finde ich ebenso interessant. Audreys Tod war nicht so toll. Ihr wurde in den Bauch geschossen, und als die Kamera draufhielt, dachte ich instinktiv, wie schade es wäre, wäre sie schwanger. Red, von dem man behauptet, er sei egoistisch und hätte keine Freunde, was ich für ein Mythos halte, hat Ressler und Audrey wieder zusammengebracht und dann stirbt sie so einen sinnlosen Tod. Nachdem Tom unschön über Lizzy gesprochen hat, hab ich mich natürlich schon gefragt, ob er sich vor ihr ekelt.

Ich finde sie gar nicht eklig – und wie ich Red kenne, er auch nicht. Wenn sie wüßte, wo er überall hinfliegt, nur um ihr zu helfen ^^ Als hätte ich es gewußt: Die Merkel sendet ihre Spione aus, doch ausgerechnet Reds Tochter sucht sie heim – das alles nur, weil ihr Leben als Politikerin kein Kick mehr verspricht? Berlin hin oder her, dafür habe ich kein Verständnis *lach* Die Musiksequenzen sind super. Cool, jetzt findet Lizzy Tom ekelhaft *lach* Nach und nach hat mich aber etwas gestört: Nämlich dieses rumgeeiere, ob er nun ihr Vater ist oder nicht. Ich mochte von Beginn an die Vorstellung, das sie seine Tochter ist, obwohl man dem stets ausgewichen ist, vermischt mit der Geschichte aus der Pilotfolge kam alles hervorragend rüber. Aber mittlerweile ist es nur noch nervig. Ganz besonders nachdem sie ihn fragte, ihm direkt in die Augen sah und von ihm wissen wollte, ob er ihr richtiger Vater ist. Entweder weicht er aus, so wie immer, oder er sagt Nein. Diese Ungewissheit zehrte mehr und mehr an meinen Nerven, denn genauso wie Lizzy, so wollte auch ich endlich Klarheit. Ich konnte mich kaum auf die Verbrecherstorys konzentrieren, die Folge für Folge um meine Aufmerksamkeit buhlten. Kann daher nur hoffen, das in der zweiten Staffel kurzen Prozeß gemacht wird und ich endlich erlöst werde ^^