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  1. #3451
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    Gänsehaut

    Ich mußte warten bis die Charaktere eingeführt waren, doch als sie zu viert (Stine, Zach, Hannah, Champ) die aus den Büchern entkommenen Monster einfangen wollen, war ich endlich mittendrin angekommen. Das die Stadt mit einbezogen wurde (wie der Supermarkt) fand ich toll, noch toller die Animationen der Kreaturen, man konnte sich sogar etwas gruseln, da die Monster immer aufdringlicher werden. Und Hannah schlug mich sofort in ihren Bann. Tante Lorraine brachte Witz rein, der auch nötig war, während die Vier ums Überleben kämpfen.

    Ein bißchen Liebe, ein bißchen Herzschmerz und viel Freude, als es am Ende doch anders kam als befürchtet (ich war nämlich zuerst genauso geknickt wie Zach). »Gänsehaut« hatte unheimlichere Momente als so mancher Horrorfilm. Am Anfang war der Vater immerzu darum bemüht, Zach von Hannah fernzuhalten, und am Schluß war’s genau umgekehrt, ts ^^ Was ich mich gefragt habe: In welchem Buch stand Hannah eigentlich vorher drin? Ein Glück, das sie wieder erschienen ist, denn ohne sie.... Amüsanter Teenager,- Schul- und Fantasy-Film.

  2. #3452
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    Contract to Kill – Zwischen den Fronten

    Wenn John Harmon austeilt oder Frauen beschützt, dann schaue ich gern zu. Weil er zu gut, zu stark ist, dauern die Kämpfe nie sehr lange, dennoch sehen seine Moves heftig und spektakulär aus. Wie eine Wand steht er da, unüberwindbar, alles prallt an ihm ab und gewinnt jeden Kampf mit Leichtigkeit. Um John muß man sich keine Sorgen machen, wenn sich die Gegner auf ihn stürzen – der wirbelt die nur so rum ^^ Zusammen mit FBI-Agentin Hayek und Drohnen-Experte Sharp gehen sie einer heiklen Mission nach, mit der ich überhaupt nichts anfangen konnte (Story und wo sie sich abspielt). Hayek ging ja noch, doch Sharp wirkte irgendwie fehl am Platz. Es gab schon weitaus bessere Actionkracher mit Steven Seagal.

  3. #3453
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    Sleepaway Camp aka Camp des Grauens, USA 1983, Regie: Robert Hiltzik
    Sleepaway Camp II: Unhappy Campers, USA 1988, Regie: Michael A. Simpson
    Sleepaway Camp III: Teenage Wasteland, USA 1989, Regie: Michael A. Simpson



    Ein Dreierpack der puren Freude aus dem Slasher-Wasteland (der großartige Untertitel von Teil 3 liefert übrigens auch den Titel für ein Buch von Justin Kerswell über dieses Subgenre).
    Teil 1 beginnt mit dem obligatorischen traumatischen Erlebnis (Familie von Wasserski-Boot zerfahren). Die Überlebende Angela und ihr Cousin, dessen entrücktes Zeug plappernde Mutter wie aus einem John-Waters-meets Christoph-Schlingensief-Film entsprungen scheint, machen sich Jahre später auf, ihre Ferien in einem dieser fürchterlichen, von täglichen "Aktivitäten" dominierten amerikanischen Ferienlager zu verbringen. Gevatter Hein geht auf die Reise. Als erstes trifft es den pädophilen Koch, den eine uns noch unsichtbare Hand mit einem Riesenkessel kochenden Wassers überschüttet. Diverse Personen, die ihre häßlichen Streiche mit der zunächst autistisch bis katatonisch wirkenden Angela spielen, segnen das Zeitliche. Das Ende ist in die Annalen eingegangen; es ist praktisch nicht zu fassen und in seiner hysterischen Präsentation wohl einzigartig. Not to be fucking believed.

    Da dieser Irrsinn kaum mehr zu toppen war, setzten die Sequels mehr auf "Humor", d.h. beispielsweise, eine besonders promiskuitive Bitch wird in einer Art Plumpsklo buchstäblich in Scheiße ertränkt (mit zusätzlichen Blutegeln als Gesichtsdeko), ein Typ in einen Misthaufen eingegraben und mit dem Rasenmäher geköpft (s. auch Staffel 1 von Ryan Murphys Serie "Scream Queens") et cetera; der Body Count steigt ins Unermessliche.
    Hauptdarstellerin in 2 & 3 ist übrigens Pamela Springsteen (Schwester des Bruce), in 2 dabei auch Renée Estevez (Schwester von Emilio und Charlie Sheen) und in 3 Tracy Griffith (Lookalike-Halbschwester von Mel).

    Römisch 2 & 3 sind die Teile 17 & 18 der Slasher Classics Collection des britischen Labels 88 Films. Das Original ist darin nicht enthalten; da haben sie offenbar die Rechte nicht zu bekommen.

    19 ist Fred Olen Rays Totaltrash "Scalps" von 1983, den ich auch besitze, aber vor Jahren gesehen habe und wo ich mich bezüglich Wiedersehens momentan beherrschen kann. In Nebenrollen gibt es hier, get this, den Serial-Superman Kirk Alyn sowie Carol Borland aus Tod Brownings "The Mark Of The Vampire" (1935)* zu bewundern.
    20 ist der Siebziger-Jahre-Schrott "Drive-In Massacre", den ich zwar kenne, zu dem mir aber z. Z. jede konkrete Erinnerung fehlt (kein gutes Zeichen).

    Es geht in Kürze weiter mit u.a. Ulli Lommels "Prozzie". Heheh.


    *einem Remake von Brownings Stummfilm "London After Midnight" mit Lon Chaney aus dem Jahre 1927, der leider verschollen ist

  4. #3454
    Mitglied Avatar von frank1960
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    Gelöscht. Böser Spoiler.
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  5. #3455
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    Wat? Zu Sleepaway 1?

    EDIT: Ach so. Zu Borland.

    Die ist ja zumindest soweit bekannt, da sie auf einem der berühmtesten Standfotos der damaligen Horror-Klassiker abgebildet ist und damit in zig Büchern.
    Geändert von franque (28.01.2019 um 18:38 Uhr)

  6. #3456
    Mitglied Avatar von frank1960
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    Das Zeichen des Vampirs. Viele empörte Zuschauer haben mich angerufen und sich beschwert. Nun ja, nach so langer Zeit...
    Ach wär Ich doch ein Junge noch wie einst
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    Euer Frank

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  7. #3457
    Mitglied Avatar von franque
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    Alyn ist übrigens am Anfang in "Superman" von 1978, im Zug als Lois Lanes Vater, allerdings nur angeschnitten; angeblich sind da einige Szenen am Schneidetisch wieder entfernt worden.

  8. #3458
    Mitglied Avatar von frank1960
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  9. #3459
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    Chuck – Der wahre Rocky

    Und ich dachte, als ich den ersten »Rocky« sah, das es nicht trostloser geht – falsch gedacht ^^ Chucks Leben könnte verkorkster nicht sein, aber wenigstens hatte er in der Liebe Glück gehabt, wenn schon nicht als Boxer oder Champ. Rocky bekam einen Rückkampf, während er bloß Geschichten über den ersten und einzigen Kampf erzählen konnte. Erinnerungen, mehr nicht. Trotzdem, und das muß man ihm lassen, ist er in den Köpfen der Leute geblieben, muß man auch erstmal schaffen, abstürzen und dennoch präsent, vor allem beliebt bleiben.

    Kam Linda ins Spiel, wurde es richtig interessant. Sie gab sich unnahbar und antwortete frech, vielleicht hat ihm genau das gefallen. Ich konnte es nicht erkennen ^^ Denn die anderen Mädels gaben sich ihm einfach hin, Linda nicht. Hätte ich auch toll gefunden. Die 70er wurden toll präsentiert und das Original-Bildmaterial verschmilzt optimal mit jenem aus dem Film. Zuerst hört man ein ganzes Leben lang nichts von Chuck Wegner und dann gleich in zwei Filmen und das auch noch hintereinander (hier natürlich und schließlich in »Bullet Head«).

  10. #3460
    Mitglied Avatar von franque
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    Zitat Zitat von franque Beitrag anzeigen
    [Mein Körper für ein Pokerspiel/Lina Wertmüller]Das ist übrigens einer der ganz, ganz wenigen Western jemals, die von einer Frau gedreht wurden. Mir fällt im Augenblick nur noch Kelly Reichardts "Meek's Cutoff" ("Auf dem Weg nach Oregon") von 2010 ein, mit sehr interessanten Parts für Michelle Williams, Zoe Kazan und Bruce Greenwood; das ist allerdings eher "Berliner Schule" in der Prärie als ein typischer Genre-Beitrag.
    Jetzt auch noch der exzellente "The Rider" von Chloé Zhao (USA, 2017), auf den ich über die Jahrescharts von Sight & Sound gekommen bin; ein ähnlich fabelhaftes Porträt von Midwestern-Tristesse wie seinerzeit "Brokeback Mountain".
    Außerdem letztens gesehen "Western" von Valeska Grisebach (Deutschland/Bulgarien/Österreich, 2017), ihr zweiter Film und zweites Meisterwerk, aber natürlich nur im übertragenen Sinne ein Western.


    Noch ein Hinweis: Auch "The Rider" ist kein richtiger Western, aber sozusagen ein moderner, der in der Gegenwart spielt. Wenn mich nicht alles täuscht, war Peckinpahs "Junior Bonner" ja auch in Hembus' Westernlexikon enthalten.
    Geändert von franque (01.02.2019 um 10:06 Uhr)

  11. #3461
    Mitglied Avatar von Bücherwurm77
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    Soweit ich weiß, war diese Lina Wertmüller auch an dem Dreh von "Brutale Stadt" mit Bronson beteiligt. Ferner hatte ich in ihrer Filmografie von zwei Filmen mit Giancarlo Giannini gelesen, bei welchen Lina Regie führte...

  12. #3462
    Mitglied Avatar von franque
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    Giannini ist mindestens in 8 Wertmüllers, darunter die vielleicht berühmtesten, "Swept Away" und "Sieben Schönheiten". Für letzteren wurde nicht nur Giannni für den Hauptdarsteller-Oscar nominiert, sondern auch Wertmüller als erste Frau überhaupt für Regie (siebzehn Jahre später kam dann Jane Campion für "Das Piano", dann Sofia Coppola für "Lost In Translation" als erste Amerikanerin; die erste Gewinnerin wurde dann Kathryn Bigelow).

  13. #3463
    Mitglied Avatar von Filmfreak
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    Chatter Box!

    Penelope ist ein braves Mädchen, das als Friseurin arbeitet. Ihre sprechende Vagina – Plaudertasche Virginia – ist alles andere, nur nicht brav, denn sie hält mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Ein vorlautes Ding ^^ Penelope konsultiert den Psychiater Dr. Pearl. Er erkennt die Goldmine zwischen ihren Beinen. Sie wird über Nacht zum Weltstar. Eine sprechende Vagina, die Idee alleine fand ich schon sehr interessant, um nicht zu sagen: Grandios. Doch warum singt Virginia, kann sie keine Debatten führen? Und was will Penelope mit dem Langweiler Ted? Mit einer ansprechenderen Handlung und einem Abenteuer, wo beide mehr zusammenarbeiten als gegeneinander, hätte es wirklich was werden können. So aber nicht.

  14. #3464
    Mitglied Avatar von franque
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    Candice Rialson kenne ich als Hauptdarstellerin der Satire "Hollywood Boulevard" (1976) von Joe Dante & Allan Arkush, eine Produktion von Roger Cormans New World, in der der Hollywood-B-Film sich selbst auf die Schippe nimmt. Vor "Chatterbox" wurde ich allerdings eindringlich gewarnt.

  15. #3465
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    Das erstaunliche Leben des Walter Mitty

    Unglaublich, was er wegen eines Bildes mit der Nummer 25 auf sich nimmt – oder wegen seines Jobs. Während des Trips dachte ich mir, das er das nicht mehr träumt, sondern es wirklich erlebt ^^ Das Walter findet, was er sucht, ist ein Erfolg der für ihn spricht und worauf er echt stolz sein kann. Er fand Sean und als dieser ihm sagt, wo das verschollene Bild ist, schwang bei ihrem Gedankenaustausch stets Freundschaft mit, obwohl sie sich in den 16 Jahren, in denen sie sich bereits kennen, noch nie persönlich begegnet sind. Offen gesagt, beeindruckte mich das, sie harmonierten auf einer Ebene, die man im Leben nur einmal erreicht und die man so nicht erzwingen kann, darum mochte ich die Szenen mit den beiden sehr.

    Ebenso toll: Auch wuchs er auf seinen Reisen über sich hinaus, denn er lädt Cheryl auf ein Date ein. Total bewegt hat mich aber das mit dem LIFE-Cover, es war sowas wie das Tüpfelchen auf dem i. Wirklich gut, das das Cover erst in den letzten Sekunden präsentiert wurde, so hatte es die größte Wirkung (es ließ nämlich meine Augen feucht werden). Es zeigte tatsächlich Freundschaft, aber auch deren gemeinsames Vermächtnis. Sean hat ihn „gesehen“ und was er sah gefiel ihm, genauso wie mir, wenn Walter zum Überflieger wird.


    8/10

  16. #3466
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    The Employer

    James, Sandra, Keith, Mike und Billie ergattern jeweils ein Vorstellungsgespräch für eine begehrte Stelle bei der Carcharias Corporation, einem mächtigen Industriekonzern, dessen nebulöse Geschäftspraktiken strenger Geheimhaltung unterliegen. Am letzten Tag des Bewerbungsverfahrens werden alle fünf hochqualifizierten Kandidaten über Nacht entführt und wachen in einem Raum auf, aus dem es keine Fluchtmöglichkeit zu geben scheint. Rückblenden der Bewerbungsgespräche sowie der einzelnen Entführungen bringen Licht ins Dunkel.

    Hochqualifiziert fand ich da keinen, das war auch gar nicht beabsichtigt, denn der Arbeitgeber sucht was ganz anderes. Der schaut nicht auf die Noten *lach* Hab jetzt nicht wirklich raushören können, wer sein Favorit war. Vor allem hatte ich James nicht auf der Rechnung, das gerade er sich durchsetzt, damit hätte ich nicht gerechnet. Mike konnte man leicht provozieren, Keith, das das spürte ich sowas von deutlich, spielte Spielchen. Der Boss wird von Malcolm McDowell verkörpert, er ist dermaßen gerissen und kommt deshalb super rüber.

    Gar kein schlechter Indie-Film.

  17. #3467
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    Gesehen jetzt u.a., in der 88 Films Italian Collection, des Exploitation-Wüsthauers Andrea Bianchi extra-degoutantes Splatter-Gestolper "Le Notti Del Terrore"/"Die Rückkehr der Zombies" (1981), in dem Mariangela Giordanos von einem Kleinwüchsigen gespielter Sohnemann ihr als wandelnder Ödipus-Komplex gelegentlich à la "Little Britain" an der Brust saugt und diese nach Zombifizierung abbeißt. Irritierend ist für diese Darstellung durch "Peter Bark" gar kein Ausdruck.
    In der famosen Slasher Classics Collection ging's dann auch mal weiter:

    (21) Prozzie aka Olivia - Im Blutrausch des Wahnsinns, USA 1981, Regie: Ulli Lommel

    Der reißerische Titel ist hier irreführend. Nicht dass die Bundesprüfstelle das gejuckt hätte; die Indizierung der Videocassette erfolgte wahrscheinlich aufgrund des deutschen (Fantasie-)Untertitels und eines blutigen Standfotos auf der Coverrückseite. Die Überprüfung der hiesigen "Schicksale" solcher Filme liefert ohnehin die ganze Zeit einen erschreckenden Einblick in die deutsche Zensurhistorie. Aber wie sagte schon Adorno: Es gibt kein wahres Leben im falschen.
    "Prozzie" war also Lommels Nachfolger zu dem erfolgreichen Spinn-Kabinett "The Boogey Man" und lieferte ein nur gelegentlich durch Sleaze-Abstecher aufgelockertes, schaumgebremstes Drama um die Engländerin Olivia (wieder Suzanna Love), die als Kind mitansehen musste, wie ihre Mutter von einem Freier ermordet wurde. Als Erwachsene versucht sie sich selber kurz als Rachegöttin auf dem Strich, doch als sie sich in den amerikanischen Architekten (Breitkopf Robert Walker jr., Charlie X in "Star Trek") verliebt, kommt es zu einem rätselhaften Bruch. Jahre später trifft Walker in den USA auf eine Maklerin, die ihn gewaltig an Olivia erinnert. Das ist also für Lommel-Verhältnisse ein Psychodrama und wird von manchen für seinen besten Film neben "Zärtlichkeit der Wölfe" gehalten. Wenn man bedenkt, dass Lommel möglicherweise das fehlende Bindeglied zwischen Ed Wood und Uwe Boll darstellt, bekommt man vielleicht eine vage Ahnung, was für einen Fiebertraum filmischer Dissonanz "Prozzie" darstellt. Ein schmutziges Blutgerinnsel undefinierbarer Irrlichterei, allerdings wie gesagt weit von "Nightmares In A Damaged Brain"-Territorium entfernt.


    (22) The First Power aka Pentagramm - Die Macht des Bösen, USA 1990, Regie: Robert Resnikoff

    Es darf gelacht werden. Verrückter Serienmörder (Jeff Kober, ist hier wirklich Zucker) wird gefasst, in der Gaskammer hingerichtet und... kehrt zurück, in dem er sich durch diverse Wirtskörper teleportiert. Denn der Herr sprach: I am the resurrection. Und deswegen: The first power is the power of resurrection. Und offenbar Teleportation und vom zigsten Stock auf die Straße springen etc.
    Im Vorjahr hatte Wes Craven in "Shocker" einen Serialkiller auf den elektrischen Stuhl geschickt und anschließend durchs Stromnetz rauschen lassen. Bekloppter ging's nimmer, insofern sollte man Milde walten lassen. Es ermitteln Lou Diamond Phillips als Cop und Tracy Griffith (Melanies Halbschwester aus der Spaßbombe "Sleepaway Camp 3: Teenage Wasteland") als Medium.


    (23) Intruder aka Bloodnight (for the grammatically-challenged), USA 1989, Regie: Scott Spiegel

    In Deutschland zum Schnittmassaker mutiertes Debüt von Spiegel ("Hostel 3") und dem späteren Tarantino-Produzenten Lawrence Bender. Im Supermarkt, nach Ladenschluss, geht der Sensenmann um und treibt dabei allerlei neckische Spiele mittels Fleischerhaken, Stichsägen (!) usw. Ist es der zu Beginn aus dem Store geflogene, zum Stalker gewordene Exfreund von luvverly Kassierin Jennnifer (Elizabeth Cox), der die Sau abgibt, oder eher doch nicht?
    Auf der Shitlist u.a.: Renée Estevez (die Sheen-Schwester ist uns ja schon bekannt aus "Sleepaway Camp 2: Unhappy Campers"), beide Raimis (Sam und Ted, zwischen "Evil Dead 2" und "Darkman"), Bruce Campbell dann gleich dazu, Emil Sitka aus den "Three Stooges"-Filmen sowie Eugene Glazer (optische Kreuzung aus Jeremy Irons und David Cronenberg; Operations in "La Femme Nikita"). In Deutschland hatten wir derweil Tana Schanzara und "Rita, watt kosten die Kondome?".
    Geändert von franque (08.02.2019 um 16:33 Uhr)

  18. #3468
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    (24) Mountaintop Motel Massacre aka Motel Massaker, USA 1986, Regie: Jim McCullough

    Die olle Evelyn hat nicht alle Tassen im Schrank, wie anfangs unschwer zu erkennen ist, als sie ihre Tochter killt, nachdem diese einen Fluch über sie ausspricht, weil Mama ihr Karnickel beim Salatstechen enthauptet hat. Jahre später: Evelyn ist als geheilt entlassen zurück in ihrer kleinen Welt, einer Ansammlung von Bruchbuden, Mountaintop Motel genannt. Als ein Schneesturm die Straßen unpassierbar macht, darf der grimme Schnitter eine turbulente Nachtschicht fahren. Zunächst beglückt Evelyn ihre Gäste über ein unterirdisches Tunnelsystem mit allerlei Getier aus ihrer umfangreichen Menagerie, d.h. einer wird während des Liebesakts mit seiner Freundin von einer Giftschlange gebissen, ein anderer hat die Ratten in seinem Bett tanzen und der gute Crenshaw wacht von Kakerlaken bedeckt auf ("I guess they should call this the Roach Motel"). Doch dann ist Schluss mit lustig und wird die Sichel ausgepackt...
    War damals sicher schon Quatsch, aber wirkt heute noch quätscher. (frei nach Herbert Wehner)



    (25) Return To Horror High, USA 1987, Regie: Bill Froehlich

    Oha, ein konkreter Vorläufer der "Scream"-Reihe und speziell von "Scream 3" (2000) mit seiner Film-im-Film-Struktur und erweiterten Meta-Ebene.
    Der Plot von "Return To Horror High" verläuft grundsätzlich auf drei Ebenen, die nicht immer sofort auseinanderzuhalten sind (Postmoderne-Alarm):
    1) Die Polizei wird zu einem Tatort gerufen. Ein fürchterliches Massaker hat an einer High School stattgefunden; den Cops dreht sich der Magen um (außer Maureen McCormick aus dem "Brady Bunch", die von all dem Blut und den umherliegenden Eingeweiden offenbar angetörnt ist - ja, es ist tendenziell eine Komödie).
    2) Die Opfer sind ein Filmteam sowie einige Laiendarsteller, darunter ein Cop und Überlebende von
    3) einem realen Highschoolmassaker am selben Ort Jahre zuvor; der Mörder wurde nie gefasst. Hmm.

    Nach allerhand Sturm und Drang im Wendekreis des Killers (der sogar ähnlich aussieht wie die Edvard-Munch-Visage aus der Craven-Reihe) wird das Geheimnis gelüftet. Man glaubt nicht, wie die Demaskierung vonstatten geht, aber das ist noch nicht alles, denn - Vorsicht: Doppelspoiler mit Bezug auf anderen Film -

    am Ende erheben sich die zerstückelten Opfer aus ihren Leichensäcken und fahren mit ihren Filmcrew-Vans davon; die ganze Abschlachterei war nur ein Fake für die Kamera, der echte Mörder von damals wurde aber jetzt von den Cops gefasst. Dies ist damit wohl einer wenigen Slasher/Horrorfilme, in denen sich (zumindest das meiste) Geschehen am Ende als Illusion/Trick/Streich entpuppt. Ein anderer wäre "April Fool's Day"/"Die Horror-Party", USA 1986, Regie: Fred Walton.



    Als Heldin glänzt Lori Lethin aus dem makabren Mörderkinder-Schocker "Bloody Birthday" und in einer Nebenrolle ist George Clooney mit von der Partie.
    Gute Textzeile von Lori als Filmteam-im-Film-Hauptdarstellerin Callie Cassidy nach einer verpatzten Sexszene: " Well, would you care to walk around in the scene with your schlong hanging out? Only in your case, darling, it would be a *schlort*."

  19. #3469
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    Dem Himmel so nah

    Victoria befindet sich auf dem Weg zum Weingut ihrer Familie. Sie erzählt Paul, das sie schwanger ist, von ihrem Freund daraufhin verlassen wurde und in diesem Zustand nicht heimkommen kann. Nicht ohne Mann. Er bietet ihr seine Hilfe an und hat die rettende Idee, für einen Tag ihren Mann zu spielen, um am nächsten Morgen wieder zu verschwinden. Zum Dahinschmelzen, wenn er sagt, das er es auch für das Baby macht – für sie trickst er und hat sogar Ringe parat ^^ Durch den Umstand, das sie sich gleich gefunden haben, vergaß ich schnell, das dies bloß ein Trick sein soll. Sich einfach auf und davon zu machen, stellte er sich einfacher vor, aber da hat er die Rechnung ohne den Großvater, Don Pedro, gemacht *lach*

    Immer wenn er sich davonstehlen will, ist er zur Stelle und weiß einen Grund, wieso Paul doch noch bleiben sollte. Das war witzig und gleichzeitig so toll, auch weil er ihn als einziger sofort als Familienmitglied akzeptiert hat. Was Paul bestimmt gut getan hat, dieses familiäre, da kümmern sich wildfremde Leute besser um ihn als seine eigene Frau. Zum ersten Mal eine Familie, muß sich gut angefühlt haben. Victoria und Paul lieben sich, doch als er nebenbei erwähnte, das er verheiratet ist, fiel ich aus allen Wolken. Diese Frau, die ich am Anfang sah, die nicht mal bei seiner Rückkehr zugegen war, hatte nichts von einer liebenden Ehefrau. Im Gegensatz zu Victoria – man möchte, das die zwei zusammenkommen.

    Doch keiner von ihnen traut sich den ersten Schritt zu machen. Die Drehbuchschreiber wollen es mir nicht leicht machen *lach* Dann kam der Kniff und alles war wieder gut. Bei der Weinlese, wenn 16 Frauen auf den Trauben rumstampfen und sich benehmen, als wären sie beim Schlammcatchen, wurde sowohl fürs Auge als auch was fürs Herz geboten. Solch eine ausgelassene Stimmung ist hier selten, deshalb genoß ich jene Szenen sehr. Das Schicksal ließ sie doch noch zueinander finden. Denn er hatte keine gute Frau und sie keinen Mann, zusammen sind sie wunderbar, und das seit dem ersten Zusammenstoß. Es wirkte wirklich so, als wären Victoria und Paul füreinander bestimmt. So wie die sich dauernd ansehen ^^

    Ein Film wie sein Titel: Himmlisch.


    8/10

  20. #3470
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    Dom Hemingway

    Brillant, sein Schwanz-Monolog und dann diese coole Wut, als er aus dem Knast kommt. Dom ist nicht auf den Mund gefallen und sagt direkt seine Meinung, auch wenn’s unangebracht ist, aber er kann reden und reden und hört nicht mehr auf ^^ Es wird vor allem dann verdammt lustig, wenn er die Leute vor den Kopf stößt und sie extremst beleidigt. Dickie war ein echt guter Freund, der sich von Dom nicht hat vergraulen lassen. Ich dachte, Dom kommt mit Melody zusammen -__- Das Ende kam ein bißchen plötzlich. Man bräuchte da einen 2. Teil.

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