szmtag Eure Lieblingslyriker und ihre Werke - Seite 2
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  1. #26
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    @ Treize Khushrenada

    Ich liebe dieses Gedicht! Als wir es im Unterricht durchgenommen haben, habe ich mich freiwillig gemeldet es vorzutragen xD
    Und ich habe ein Referat über Paul Celan gehalten.

  2. #27
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    Original von black_widow
    @ Treize Khushrenada

    Ich liebe dieses Gedicht! Als wir es im Unterricht durchgenommen haben, habe ich mich freiwillig gemeldet es vorzutragen xD
    Und ich habe ein Referat über Paul Celan gehalten.
    ich auch ^^

  3. #28
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    Meine absolute Lieblingsballade.


    Erlkönig
    Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
    Es ist der Vater mit seinem Kind;
    Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
    Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

    Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? -
    Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
    Den Erlenkönig mit Kron' und Schweif? -
    Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. -

    "Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
    Gar schöne Spiele spiel' ich mit dir;
    Manch bunte Blumen sind an dem Strand;
    Meine Mutter hat manch gülden Gewand."

    Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
    Was Erlenkönig mir leise verspricht? -
    Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind!
    In dürren Blättern säuselt der Wind. -

    "Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
    Meine Töchter sollen dich warten schön;
    Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
    Und wiegen und tanzen und singen dich ein."

    Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
    Erlkönigs Töchter am düstern Ort? -
    Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau;
    Es scheinen die alten Weiden so grau. -

    "Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
    Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt." -
    Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
    Erlkönig hat mir ein Leids getan! -

    Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
    Er hält in Armen das ächzende Kind,
    Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
    In seinen Armen das Kind war tot.

    Johann Wolfgang von Goethe

  4. #29
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    Der Schmetterling
    (Hermann Hesse)

    Mir war ein Weh geschehen,
    Und da ich durch die Felder ging,
    Da sah ich einen Schmetterling,
    Der war so weiß und dunkelrot,
    Im blauen Winde wehen.

    O du! In Kinderzeiten,
    Da noch die Welt so morgenklar
    Und noch so nah der Himmel war,
    Da sah ich dich zum letztenmal
    Die schönen Flügel breiten.

    Du farbig weiches Wehen,
    Das mir vom Paradiese kam,
    Wie fremd muß ich und voller Scham
    Vor deinem tiefen Gottesglanz
    Mit spröden Augen stehen!

    Feldeinwärts ward getrieben
    Der weiß’ und rote Schmetterling,
    Und da ich träumend weiterging,
    War mir vom Paradiese her
    Ein stiller Glanz geblieben.



    Der Tiger
    William Blake

    Tiger, Tiger, hell entfacht
    In den Waldungen der Nacht,
    Welches Gottes Aug und Hand
    Nur dein entsetzlich Gleichmaß band?

    Welcher Himmelsabgrund kennt
    Feuer, das im Aug dir brennt?
    Wessen Flügel war Bedräuer?
    Welche Hand griff nach dem Feuer?

    Welche Schulter, welch Gesetz
    Flocht dein Herz als sehnig Netz?
    Und als erstmals schlug voll Grauen,
    Welche Schreckenhand und Klauen?

    Was der Hammer? Was das Feuer?
    Und dein Hirn in welcher Esse?
    Amboß was? Wes Griff gepreßt
    Hielt dein tödlich Schreckenbild fest?

    Als die Sterne Speere schossen
    und Tränen in den Himmel gossen,
    Sah lächelnd Er Sein Werk vor Sich?
    Schuf Er, der auch das Lamm schuf, dich?

    Tiger, Tiger, grelle Pracht
    in den Dickichten der Nacht,
    Welches Gottes Aug und Hand
    Mut für dein furchtbar Gleichmaß fand?

  5. #30
    Mitglied Avatar von Koji
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    Roald Dahl hat einen herrlichen Humor. Eigentlich hab ich's mit Gedichten nicht so, besonders die zu interpretieren fällt mir schwer.

    Little Red Riding Hood and the Wolf - Roald Dahl

    As soon as Wolf began to feel
    That he would like a decent meal,
    He went and knocked on Grandma's door.
    When Grandma opened it, she saw
    The sharp white teeth, the horrid grin,
    And Wolfie said, "May I come in?'
    Poor Grandmamma was terrified,
    "He's going to eat me up!'' she cried.

    And she was absolutely right.
    He ate her up in one big bite.
    But Grandmamma was small and tough,
    And Wolfie wailed, "That's not enough!
    I haven't yet begun to feel
    That I have had a decent meal!''
    He ran around the kitchen yelping,
    "I've got to have a second helping!''
    Then added with a frightful leer,
    "I'm therefore going to wait right here
    Till Little Miss Red Riding Hood
    Comes home from walking in the wood.''
    He quickly put on Grandma's clothes,
    (Of course he hadn't eaten those).
    He dressed himself in coat and hat.
    He put on shoes, and after that
    He even brushed and curled his hair,
    Then sat himself in Grandma's chair.
    In came the little girl in red.
    She stopped. She stared. And then she said,

    "What great big ears you have, Grandma.''
    "All the better to hear you with,'' the Wolf replied.
    "What great big eyes you have, Grandma.''
    said Little Red Riding Hood.
    "All the better to see you with,'' the Wolf replied.

    He sat there watching her and smiled.
    He thought, I'm going to eat this child.
    Compared with her old Grandmamma
    She's going to taste like caviar.

    Then Little Red Riding Hood said, "But Grandma,
    what a lovely great big furry coat you have on.''

    "That's wrong!'' cried Wolf. "Have you forgot
    To tell me what BIG TEETH I've got?
    Ah well, no matter what you say,
    I'm going to eat you anyway.''
    The small girl smiles. One eyelid flickers.
    She whips a pistol from her knickers.
    She aims it at the creature's head
    And bang bang bang, she shoots him dead.
    A few weeks later, in the wood,
    I came across Miss Riding Hood.
    But what a change! No cloak of red,
    No silly hood upon her head.
    She said, "Hello, and do please note
    My lovely furry wolfskin coat.''

  6. #31
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    Blauer Schmetterling

    Flügelt ein kleiner blauer
    Falter vom Wind geweht,
    Ein perlmutterner Schauer,
    Glitzert, flimmert, vergeht.
    So mit Augenblicksblinken,
    So im Vorüberwehn
    Sah ich das Glück mir winken,
    Glitzern, flimmern, vergehn.



    Im Nebel
    Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Einsam ist jeder Busch und Stein,
    Kein Baum sieht den anderen,
    Jeder ist allein.

    Voll von Freuden war mir die Welt,
    Als noch mein Leben Licht war,
    Nun, da der Nebel fällt,
    Ist keiner mehr sichtbar.

    Wahrlich, keiner ist weise,
    Der nicht das Dunkle kennt,
    Das unentrinnbar und leise.
    Von allen ihn trennt.

    Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Leben ist einsam sein.
    Kein Mensch kennt den anderen,
    Jeder ist allein



    Das waren noch zwei kleine Gedichte von Hermann Hesse...

  7. #32
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    Was ich ja auch sehr schön finde, ist "Die Vergeltung" von Droste-Hülshoff. Ich mag die Ironie am Ende... Batavia....

    Die Vergeltung

    I.

    Der Kapitän steht an der Spiere,
    Das Fernrohr in gebräunter Hand,
    Dem schwarzgelockten Passagiere
    Hat er den Rücken zugewandt.
    Nach einem Wolkenstreif in Sinnen
    Die beiden wie zwei Pfeiler sehn,
    Der Fremde spricht: »Was braut da drinnen?«
    »Der Teufel«, brummt der Kapitän.

    Da hebt von morschen Balkens Trümmer
    Ein Kranker seine feuchte Stirn,
    Des Äthers Blau, der See Geflimmer,
    Ach, alles quält sein fiebernd Hirn!
    Er läßt die Blicke, schwer und düster,
    Entlängs dem harten Pfühle gehn,
    Die eingegrabnen Worte liest er:
    »Batavia. Fünfhundertzehn.«

    Die Wolke steigt, zur Mittagsstunde
    Das Schiff ächzt auf der Wellen Höhn,
    Gezisch, Geheul aus wüstem Grunde,
    Die Bohlen weichen mit Gestöhn.
    »Jesus, Marie! wir sind verloren!«
    Vom Mast geschleudert der Matros',
    Ein dumpfer Krach in aller Ohren,
    Und langsam löst der Bau sich los.

    Noch liegt der Kranke am Verdecke,
    Um seinen Balken fest geklemmt,
    Da kommt die Flut, und eine Strecke
    Wird er ins wüste Meer geschwemmt.
    Was nicht geläng' der Kräfte Sporne,
    Das leistet ihm der starre Krampf,
    Und wie ein Narwal mit dem Horne
    Schießt fort er durch der Wellen Dampf

    Wie lange so? er weiß es nimmer,
    Dann trifft ein Strahl des Auges Ball,
    Und langsam schwimmt er mit der Trümmer
    Auf ödem glitzerndem Kristall.
    Das Schiff! - die Mannschaft! - sie versanken.
    Doch nein, dort auf der Wasserbahn,
    Dort sieht den Passagier er schwanken
    In einer Kiste morschem Kahn.

    Armsel'ge Lade! sie wird sinken,
    Er strengt die heisre Stimme an:
    »Nur grade! Freund, du drückst zur Linken!«
    Und immer näher schwankt's heran,
    Und immer näher treibt die Trümmer,
    Wie ein verwehtes Möwennest;
    »Courage!« ruft der kranke Schwimmer,
    »Mich dünkt ich sehe Land im West!«

    Nun rühren sich der Fähren Ende,
    Er sieht des fremden Auges Blitz,
    Da plötzlich fühlt er starke Hände,
    Fühlt wütend sich gezerrt vom Sitz.
    »Barmherzigkeit! ich kann nicht kämpfen.«
    Er klammert dort, er klemmt sich hier;
    Ein heisrer Schrei, den Wellen dämpfen,
    Am Balken schwimmt der Passagier.

    Dann hat er kräftig sich geschwungen,
    Und schaukelt durch das öde Blau,
    Er sieht das Land wie Dämmerungen
    Enttauchen und zergehn in Grau.
    Noch lange ist er so geschwommen,
    Umflattert von der Möve Schrei,
    Dann hat ein Schiff ihn aufgenommen,
    Viktoria! nun ist er frei!

    II.

    Drei kurze Monde sind verronnen,
    Und die Fregatte liegt am Strand,
    Wo mittags sich die Robben sonnen,
    Und Bursche klettern übern Rand,
    Den Mädchen ist's ein Abenteuer
    Es zu erschaun vom fernen Riff,
    Denn noch zerstört ist nicht geheuer
    Das greuliche Korsarenschiff.

    Und vor der Stadt da ist ein Waten,
    Ein Wühlen durch das Kiesgeschrill,
    Da die verrufenen Piraten
    Ein jeder sterben sehen will.
    Aus Strandgebälken, morsch, zertrümmert,
    Hat man den Galgen, dicht am Meer,
    In wüster Eile aufgezimmert.
    Dort dräut er von der Düne her!

    Welch ein Getümmel an den Schranken! -
    »Da kommt der Frei - der Hessel jetzt -
    Da bringen sie den schwarzen Franken,
    Der hat geleugnet bis zuletzt.«
    »Schiffbrüchig sei er hergeschwommen«,
    Höhnt eine Alte: »ei, wie kühn!
    Doch keiner sprach zu seinem Frommen,
    Die ganze Bande gegen ihn.«

    Der Passagier, am Galgen stehend,
    Hohläugig, mit zerbrochnem Mut,
    Zu jedem Räuber flüstert flehend:
    »Was tat dir mein unschuldig Blut?
    Barmherzigkeit! - so muß ich sterben
    Durch des Gesindels Lügenwort,
    O, mög' die Seele euch verderben!«
    Da zieht ihn schon der Scherge fort.

    Er sieht die Menge wogend spalten -
    Er hört das Summen im Gewühl -
    Nun weiß er, daß des Himmels Walten
    Nur seiner Pfaffen Gaukelspiel!
    Und als er in des Hohnes Stolze
    Will starren nach den Ätherhöhn,
    Da liest er an des Galgens Holze:
    »Batavia. Fünfhundertzehn.«

  8. #33
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    Ich bin vor kurzem über ein Gedicht von Berthold Brecht gestolpert und es
    hat mich erschüttert, verwirrt und ich krieg es nicht mehr aus dem Kopf...

    Über die Verführung von Engeln(1948)

    Engel verführt man gar nicht oder schnell.
    Verzieh ihn einfach in den Hauseingang
    Steck ihm die Zunge in den Mund und lang
    Ihm untern Rock, bis er sich naß macht, stell
    Ihn das Gesicht zur Wand, heb ihm den Rock
    Und fick ihn. Stöhnt er irgendwie beklommen
    Dann halt ihn fest und laß ihn zweimal kommen
    Sonst hat er dir am Ende einen Schock.

    Ermahn ihn, daß er gut den Hintern schwenkt
    Heiß ihn dir ruhig an die Hoden fassen
    Sag ihm, er darf sich furchtlos fallen lassen
    Dieweil er zwischen Erd und Himmel hängt —

    Doch schau ihm nicht beim Fi*ken ins Gesicht
    Und seine Flügel, Mensch, zerdrück sie nicht.

  9. #34
    Mitglied Avatar von Melange
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    Eigentlich mag ich Lyrik nicht so, aber Theodor Storm hats mir angetan. Ich weiß nicht, ob er der ist, der mir von allen am besten gefällt, aber er schreibt die schönsten Sachen, die ich kenne.


    Die Nachtigall

    Das macht, es hat die Nachtigall
    Die ganze Nacht gesungen;
    Da sind von ihrem süßen Schall,
    Da sind in Hall und Widerhall
    Die Rosen aufgesprungen.

    Sie war doch sonst ein wildes Blut;
    Nun geht sie tief in Sinnen,
    Trägt in der Hand den Sommerhut
    Und duldet still der Sonne Glut
    Und weiß nicht, was beginnen.

    Das macht, es hat die Nachtigall
    Die ganze Nacht gesungen;
    Da sind von ihrem süßen Schall,
    Da sind in Hall und Widerhall
    Die Rosen aufgesprungen.

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