szmtag [ALLGEMEIN] Boys Love Reviewthread (Mangas, Novels, Movies, etc.) - Seite 2
Seite 2 von 5 ErsteErste 12345 LetzteLetzte
Ergebnis 26 bis 50 von 113
  1. #26
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    I'll be your Sklave

    Manga Oneshot von Miki Araya - US Ausgabe von Digital Manga June Imprint



    Inhalt:

    Moriya ist bei einer Modellagentur angestellt und erhält den Auftrag für eine Werbekampagne ein perfektes Modell zu finden. Als ihm zufällig der junge Itsuki Ouno über den Weg läuft steht für Moriya fest - dieser oder keiner. Es gelingt ihm, Itsuki unter Vertrag zu nehmen. Doch dieser erweist sich in jeder Hinsicht als verwöhnte Diva. Zu seiner Überraschung stellt Moriya fest, dass es ihn keineswegs stört, dem neuen Supermodell jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Im Gegenteil. Es scheint so als hätte er den eigentlichen Sinn seines Lebens gefunden, welcher darin besteht, den kühlen Itsuki auf Händen zu tragen und ihm in jeder nur erdenklichen Weise zu Diensten zu sein.

    Bewertung des Inhalts:

    Anfangs war ich mehr als skeptisch, weil ich für gewöhnlich starke, dominante Seme bevorzuge. Davon ist Moriya hier jedoch so weit entfernt wie man(n) es nur sein kann.

    Die Geschichte wird im Wesentlichen aus Sicht von Moriya erzählt. Von Itsuki und seinen Gefühlen und Motiven erfährt der Leser deutlich weniger, was vermutlich so beabsichtigt war, um seinen "Status" als angebetete Diva zu unterstreichen.

    Interessant dabei ist, dass Itsuki all die Dinge, die Moriya für ihn tut, zwar als selbstverständlich annimt, sie jedoch niemals selbst verlangt. Einzige Ausnahme bildet der Sex. Diesen Gefallen fordert Itsuki ein. Doch da Moriya nur zu gern bereit ist, mit ihm zu schlafen und die Sache mindestens genauso geniesst, kann man darüber hinwegsehen, dass dies streng genommen sexuelle Nötigung darstellt. Abgesehen davon handelt Moriya bei allem aus völlig freiem Antrieb - sofern man einmal davon absieht, dass es ihm dermaßen gefällt, Itsiki zu bedienen und zu verwöhnen, dass man fast von einer zwanghaften Obsession sprechen kann.

    Diese Thematik hätte man durchaus auch sehr viel dunkler darstellen klönnen, so wie es von vielen Manga auch getan wird, inklusive massivem SM Einschlag. Zum Glück geschieht dies hier jedoch nicht. Denn dieser Manga ist eine luftig-fluffige Comedy reinster Güte. Master & Slave mit umgekehrten Vorzeichen jedoch ohne SM und dafür mit einer extra Kelle Humor und Ironie.

    Nicht jeder mag über die Thematik und deren Umsetzung lachen können, doch mir hat diese lockere Herangehensweise sehr gefallen. Natürlich wird eine solche Konstellation niemals zu meinen persönlichen Favoriten gehören, weil ich ein umgekehrtes Machtgefälle reizvoller finde.

    Doch dies einmal beiseite gelassen ist I'll be your Sklave ein unterhaltsames Werk mit einem gewissen Seltenheitswert innerhalb des BL-Bereich, der für gewöhnlich derartige Beziehungen weitaus düsterer und bevorzugt mit SM verbindet.

    Bewertung des Artworks:

    I'll be your Slave ist eines der älteren Werke von Miki Araya. Die Zeichnungen sind noch nicht so ausgereift und teilweise ein wenig skizzenhaft. Die Gesichstausdrücke sowie insbesondere die Ausdrücke in den Augen spiegeln teilweise zu wenig Emotionen wieder. Insofern hinkt das Artwork hinter späteren Arbeiten der Mangaka zurück.

    Abgesehend von diesen Mankos ist es jedoch insgesamt frisch und modern und schön anzuschauen.

    Fazit:

    Wer einmal Lust auf eine etwas andere Master & Sklave Story hat, kann es einmal mit diesem Manga versuchen

    Bei amazon kann man einen legalen Blick in dieses Werk werfen

    http://www.amazon.de/Ill-Your-Slave-...5296309&sr=1-2

    Die US Ausgabe von Digital Manga June Imprint liegt übrigens im schicken Großformat mit einem Hochglanzschutzumschlag vor.

  2. #27
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Lilientod

    Manga Serie von Martina Peters

    abgeschlossen mit drei Bänden - deutsche Produktion Carlsen



    Inhalt:

    Als Kronprinz könnte Arin eigentlich ein unbeschwertes Leben führen. Aber als eine grausame Mordserie das Land in Atem hält, beschließt er, auf eigene Faust zu ermitteln. Er begibt sich auf die Suche nach dem mysteriösen Attentäter, der seine Opfer ausschließlich aus der adligen Oberschicht auszuwählen scheint. Doch seine nicht ungefährliche Suche führt ihn an den Rand eines dunklen Geheimnisses - und geradewegs in die Arme des Attentäters (Klappentext Band 1)

    Band 2 - Lilientod: Rosenkönig knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an und baut basierend auf den dortigen Ereignissen einen neuen spannenden und intrigenreichen Arc um feindliche Bedrohungen von innen durch Revolutionäre und außen durch kriegerische Invasionen auf. Dieser Band endet mit einem Cliffhanger.

    Band 3 - Lilientod - Vergissmeinnicht führt die offenen Handlungsfäden zusammen und bringt die Geschichte zum Abschluss.

    Bewertung des Inhalts:

    Das Setting in einem historischen Phantasieland - jedoch ganz ohne Fantasy - igefiel mir und die beiden Protagonisten haben einen interessanten Background.

    Die Story mag nicht bis in den letzten Zipfel ausgefeilt sein, aber sie ist gut durchdacht und aufgebaut - vor allen Dingen, es gibt sie. Viele Manga aus dem BL-Bereich, zumindest jene, die hier erscheinen, kranken ja daran, dass sie keine Story haben bzw. keine, die sich nicht erkennbar darauf beschränkt, die Protagonisten ins gemeinsame Bett zu kriegen. Bei Lilientod ist das anders, und das ist ein ganz großer Pluspunkt.

    Da der erste Band ursprünglich als Einzelwerk konzipiert war, gibt es an einigen Stellen Änderungen in den Motiven eines Charakters, wovon jedoch die beiden Protagonisten Prinz Arin und Fürts Valthior nicht betroffen sind. Diese Abweichnungen/Änderungen waren zwar zunächst ein wenig seltsam, aber sobald man sich daran gewöhnt hatte, dass hier ein wenig gefeilt worden war, um den betreffenden Charakter dem weiteren Verlauf der Story besser "anzupassen", störte es nicht mehr und im positiven Gesamteindruck fällt dieses kleine Manko nicht weiter ins Gewicht.



    Die Spannungskurve steigt im letzten Band noch einmal ordentlich an. Persönlich hätte ich mir einen anderen Ausgang gewünscht, doch obwohl mir der Schluss so überhaupt nicht gefiel, muss ich zugeben, dass er in sich stimmig ist. Er passt zum Stil des Mangas und führt dazu, dass sich letztlich der (erzählerische) Kreis der Ereignisse schliesst. Mehr kann und darf man von einem Schluss nicht erwarten - so sehr man sich selbst auch etwas anderes erhofft.

    Die Yaoi Szenen sind selten und dezent, zwar steht das Liebespaar im Mittelpunkt, jedoch nicht die Beziehung an sich - ebenfalls eher ein Novum im Genre. Diesbezüglich hätte ich mir definitiv etwas mehr gewünscht.

    In Sachen Yaoi hält insbesondere der letzte Band den Ball für meinen Geschmack zu flach, was in Anbetracht des Storyverlaufs, der sich bereits im Vorband abzeichnete, allerdings zu erwarten war. Immerhin gibt es zumindest etwas minimalen Fanservice in Form einer kleinen Rückblende, die ganz offensichtlich eingebaut wurde, damit die geneigte Leserin wenigstens ein bisl was zum Gucken hat, auch wenn die Szenen wie gehabt eher dezent sind.

    Bewertung des Artworks:

    Die drei Farbcover finde ich von der Bildkomposition her herausragend gut gelungen. Insbesondere das Erste ist einfach toll.

    Die Innenillustrationen gefallen mir ebenfalls.

    Martina Peters Zeicehnstil zwar ein wenig "gröber" aber persönlich empfinde ich es erfrischend, nicht immer nur typischen verspielten Shojostil zu sehen und ich schätze es sehr, wenn eine Mangaka sehr individuell zeichnet, denn das ist in meinen Augen ihr Markenzeichen. Zudem sind die Zeichnungen von Martina Peters für mein Empfinden schön anzusehen. Männer wirken wie Männer und nicht wie Frauen in Hosen, und es gefällt mir besonders gut, dass die verschiedenen Charaktere sich untereinander nicht so sehr ähneln, das man Schwierigkeiten hat sie zu unterscheiden. Letzteres ist ja leider ein Manko sehr vieler japanischer Mangakas, was sich negativ bemerkbar macht solange mehr als zwei Personen vorkommen.



    Die Zeichnungen wirken im ersten Band teilweise noch sehr statisch und vermittelten oftmals zu wenig Bewegung. Zudem sind die Panels relativ schlicht gestaltet. Beides verbessert sich in den Folgebänden 2 und 3 jedoch deutlich. Insbesondere in Band 3 gibt es eine erhebliche zeichnerische Steigerung, was sich insbesondere bei der Panelaufteilung und den Perspektiven positiv bemerkbar macht.

    Mir hat bereits das Artwork im ersten Band gefallen, doch ließ es anfangs einen gewissen kreativen Schwung missen, so als hätte die Mangaka sich erst langsam an ihr Potenzial herangezeichnet. Bei einem professionellen Manga ist es verständlich, dass ein Zeichner eine gewisse Scheu davor hat, zeichnerisch aus sich herauszugehen, denn Kreativität birgt halt immer auch das Risiko, dass eine Zeichnung misslingt, etwas, das man angesichts von Abgabeterminen eher zu vermeiden versucht.

    Doch von Band zu Band ist die Mangaka mit wachsender Sicherheit erkennbar risikofreudiger geworden und beschert uns damit ein überaus gelungenes Artwork. Positiv anzumerken ist hier zudem der sehr individuelle Zeichenstil. Nicht jeder wird die wenig shojomäßige, kräftige und teilweise eher kantige Strichführung mögen, aber mir gefällt das klare Artwork, bei dem Männer nicht wie kleine Mädchen aussehen, außerdem mag ich es, wenn eine Mangaka einen eigenen, unverwechselbaren Stil hat, anstatt einfach nur austauschbar gefällig zu sein.

    Fazit:

    Mir hat diese Manga Serie sehr gut gefallen.

    Wer Manga nur akzeptieren kann und will, die entweder aus Japan kommen oder sich darum bemühen den typischen japanischen Stil (sofern man es so nennen kann, da die Mangaka aus Japan durchaus sehr unterschiedliche Stile haben) nachzumachen, wer es weich und niedlich bevorzugt und ohne Herzchen, Blümchen & Co. nicht leben kann, für den dürfte Lilientod wohl eher nichts sein.

    Wer gerne einmal einen BL-Manga lesen möchte, der anders ist als das was man hierzulande an Veröffentlichungen gewöhnt ist, dem rate ich, ruhig einmal einen Blick zu riskieren.

    Persönlich würde ich die ganze Serie empfehlen, aber wer nur einmal reinschnuppern möchte, kann getrost auch nur den ersten Band kaufen, der ursprünglich als Einzelband gedacht war und somit ohne weiteres auch eigenständig ohne die beiden Folgebände gelesen werden kann.

  3. #28
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Café Latte Rhapsody

    Manga Oneshot von Toko Kawai - deutsche Ausgabe erschienen bei Tokyopop



    Inhalt:

    Der kleine quirlige Serizawa arbeit in einer Buchhandlung. Diese wird regelmäßig vom schüchternen Keito aufgesucht, dessen enorme Körpergröße und extrem helle Augenfarbe anderen Kunden sowie den Mitarbeitern des Geschäfts regelmäßig Schauer der Furcht über den Rücken jagen und einigen auch Anlaß zum heimlichen Spott gibt.

    Als Serizawa an einem verregneten Abend auf dem Heimweg Zeuge wird, wie der "unheimliche Riese" als einziger Passant Mitleid mit einigen ausgesetzten Kätzchen zeigt, bietet er ihm spontan seine Hilfe dabei an, für die hilflosen Kleinen ein neues Zuhause zu finden. Dies ist der Beginn einer Freundschaft, die sich bei gemeinsamen Café Lattes rasch vertieft und aus der sich nach und nach gegenseitige Gefühle entwickeln, die weit darüber hinausgehen.

    Bewertung des Inhalts:

    "Café Latte Rhapsody" ist die sensible und zutiefst berührende Geschichte zweier Außenseiter.

    Denn auch wenn der kleine quirlige Uke auf den ersten Blick vor Frohsinn zu sprudeln scheint, zeigt sich im Verlauf der Geschichte, dass er innerlich nicht minder einsam ist als der schüchterne Seme, der wegen seiner enormen Körpergröße ausgegrenzt wird.

    Gefühlvoll und warmherzig zeigt Toko Kawai wie diese beiden liebenswerten Menschen zueinander finden und gemeinsam ihre äußere und innere Isolation überwinden.

    Neben den beiden Protagonisten spielt eine Jugendfreundin von Keito noch eine zentrale Rolle, was mir sehr gut gefallen hat. Toko Kawai hat mit ihr eine sympathische und starke zentrale Frauenfigur geschaffen, welche die Geschichte wunderbar ergänzt und mitträgt.

    Die niedlichen Kätzchen sind für mich natürlich ein besonderer Bonus, und ich fand es anrührend, wie die Freundschaft von Serizawa und Keito in einer Tat ihren Anfang nimmt, die von Herzen meine vollste Zustimmung findet. Die Szenen, in denen Keito sich der kleinen, hilflosen Kätzchen annimmt, während andere achtlos an dem aufgeweichten Karton vorbeigehen und das klägliche Maunzen ignorieren, sind einige der bewegendsten des Mangas. Ja, ich gestehe es offen ein, sobald es um Tiere geht, gibt es bei mir kein Halten mehr. Menschen, die gut zu Tieren sind, haben stets meine Zuneigung. Deshalb flog mein Herz gleichsam mit dem von Serizawa dem mitfühlenden Keito zu. Da spielt es dann auch absolut keine Rolle, ob einiges in diesem Manga rosarot verkitscht ist oder ob typische BL-Klischees bedient werden. Sofern all dies auf solch liebenswerte Weuse geschieht, bin ich damit vollends einverstanden.

    Es ist schade lediglich, dass es sich nur um einen Einzelband handelt. Der Stoff hätte durchaus für einen Zweiteiler gereicht, was der Geschichte ermöglicht hätte, noch etwas mehr in die Tiefe zu gehen. So kommen manche Entwicklungen leider ein wenig zu rasch.

    Trotzdem ist "Café Latte Rhapsody" ein schönes Werk, das einem ans Herz geht.

    Bewertung des Artworks:

    Toko Kawai hat eine sehr feine, sanfte Strichführung, die wunderbar zu dieser herzerwärmenden Feelgood Story passt.

    Fazit:

    "Café Latte Rhapsody" weicht ein wenig von anderen Mangas von Toko Kawai ab, sowohl was den Grundtton als auch den Yaoi Faktor angeht, der hier mehr oder weniger nicht vorhanden ist, und auch die Zeichnungen sind noch einen Tick sweeter als von ihr gewohnt. Insbesondere der Uke schaut mit seinem Haaren und den Sommersprossen femininer aus als es die Ukes normalerweise in ihren Werken sind.

    Das unterstreicht für mich die Vielseitigkeit der Mangaka, die eben nicht immer und immer wieder ähnliche Geschichten mit auswechselbaren Protagonisten erzählt.

    Mir ist durchaus bewusst, dass es etliche Leser geben wird, denen dieser Manga zu niedlich ist. Doch soweit es mich betrifft, liebe ich ihn einfach, weswegen er wohl dauerhaft einen Platz unter meinen persönlichen Einzelband Favoriten einnehmen wird.

  4. #29
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Same Difference

    Manga One Shot von Nazumu Hiiragi - US Ausgabe von Digital manga June Imprint.



    Inhalt:

    Ozaki und Tsuburaya haben viele Gemeinsamkeiten. Sie arbeiten in derselben Firma - wenn auch in verschiedenen Abteilungen. Sie sind beide erfolgsorientiert und stehen jeweils an der Spitze ihres Arbeitsbereichs - und sie sind beide absolute Alphamännchen, die von ihren weiblichen Kolleginnen umschwärmt werden wie Motten das Licht.

    Solange beide sich nur vom Hörensagen kennen ist alles im grünen Bereich. Man(n) ignoriert die Existenz des unbekannten Rivalen und sonnt sich gleich einem eitlen Pfau in der eigenen Überzeugung, der Bessere und Erfolgreichere zu sein.

    Doch eines Tages kommt es wie es kommen muss. Ozaki und Tsuburaya treffen aufeinander und diese Begegnung bleibt nicht ohne Folgen.

    Gegen ihren Willen voeinander angezogen sind sich Beides rasch einig, dass sie wie für einander geschaffen sind, eine sexuelle Beziehung zu führen.

    Wäre da halt nur nicht jener titelgebende "kleine Unterschied", den dummerweise Beide haben.

    Bewertung des Inhalts:

    Diese Büro Romanze ist einfach zu göttlich.

    Die Tatsache, dass der andere dem eigenen Geschlecht angehört stellt zu keinem Zeitpunkt ein Hindernis da - zumindest keines im klassischen Sinn. Für keinen der Beiden ist der Gedanke, mit einem anderen Mann zu schlafen, irgendein Problem. Grundsätzlich ist man(n) sich einig, dass man(n) sich will. Doch wie stets steckt der Teufel im Detail bzw. im besagten kleinen Unterschied.

    Selbstredend ist keiner bereit, seine Position als dominantes Alphamännchen aufzugeben. Wenn einer unten zu liegen hat, dann gefälligst der andere. Die Folge ist ein ebenso hartnäckiges wie witziges Ringen der beiden Kontrahenten darum, wer von ihnen in der angestrebten sexuellen Liason den weiblichen Part übernehmen soll.

    Es heisst nicht umsonst, im Krieg und in der Liebe wären alle Mittel erlaubt. Getreu diesem Motto ziehen beide jedes Register, um sich bei diesem Gerangel um die männliche Position des Semes gegenseitig zu überrumpeln und auszutricksen. Attacken und Gegenattacken, Angriff und Rückzug - der Einfallsreichtum der Beiden kennt keine Grenzen, wo es um (die eine) sache geht. Man(n) scheut dabei auch keineswegs davor zurück, die eigene Unschuld eines gewissen Körperteils notfalls mittels eines gezielten rechten Hakens zu verteidigen.

    Bis zum Schluss dieser hinreißenden Comedy bleibt unklar, wer von Beiden den hart umkämpften Sieg davon trägt. Letztlich war ich sogar ziemlich überrascht, da ich insgeheim auf die umgekehrte Variante getippt hatte.

    Es gibt diverse sexuelle Annäherung - da aber wie gesagt, erst ganz zum Schluss die Entscheidung fällt, wer oben bzw. unten liegt, enden sämtliche vorherigen Begegnungen zwangsläufig stets bevor es richtig zur Sache geht.

    Bewertung des Artworks:

    Die Zeichnungen sind sehr ansprechend. Zwei attraktive Bishonen in Anzügen mit Kravatte, wer braucht da schon detailreiche Hintergründe, die es hier daher auch gar nicht erst gibt.

    Fazit:

    Es ist lange her, dass ich mich beim Lesen eines Manga derart köstlich amüsiert habe.

    Wer ein Faible für Bürosettings hat und/oder mal eine etwas andere Romanze zwischen zwei Kollegen erleben möchte, die ohne eine BL-typische Seme-Uke Konstellation auskommt, dem kann ich diesen Manga wirklich nur ans Herz legen.

  5. #30
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Was zum Naschen

    Manga Oneshot von Yaya Sakuragi - deutsche Ausgabe von Carlsen



    Inhalt

    LIEBE GEHT DURCH DEN MAGEN? Für den sanften, schüchternen Yuzuru gibt es nichts Schöneres, als seinen Kindheitsfreund Issei mit leckeren Lunchboxen zu verwöhnen. Schließlich hat der ihn schon immer verteidigt und vor Hänseleien der Mitschüler beschützt. Doch eines Tages muss Yuzuru mit ansehen, wie Issei eine Lunchbox von einem fremden Mädchen geschenkt bekommt. (Klappentext)

    Bewertung des Inhalts:

    "Was zum Naschen" ist ein wirklich liebenswerter, warmherziger feel good Manga. Charmant und humorvoll erzählt Yaya Sakuragi die Geschichte zweier Freunde, die seit frühester Kindheit wissen, dass sie füreinander bestimmt sind.

    Auf den ersten Blick erscheint der Inhalt ein wenig oberflächlich. Aber hier werden - wenn auch in reichlich Zuckerwatte verpackt - durchaus ernste Probleme und Ängste angesprochen, die Teenager oftmals quälen, wie mangelndes Selbstbewusstsein und Unsicherheiten in einer Beziehung.

    Die Geschichte wird aus der Sicht des Ukes erzählt, der unter anderem zutiefst verzweifelt darüber ist, dass er seinem Freund über den Kopf gewachsen ist. Darüberhinaus hält er sich für zu dick und überhaupt in jeder Hinsicht für zu unzureichend, um einen so tollen Mann wie seinen Freund zu verdienen. All dies sind Gedanken, in die sich so ziemlich jeder Mensch hineinversetzen kann, wenn er an seine Jugend und an seine erste Liebe erinnert.

    Es gibt sogar ein wenig Yaoi light - quasi das Sahnehäubchen auf diesem rundherum gelungenen äußerst sweeten Manga.

    Bewertung des Artworks:

    Yaya Sakuragi hat einen unnachahmlichen Stil, den ich überaus schätze. Ihr Artwork besticht durch eine kräftige Strichführung mit vielen dunklen Flächen, detaillierte Hintergründe und aussdrucksstarke Protagonisten.

    Fazit:

    Man muss bereit sein, unter all dem Zuckerguss tiefer zu sehen und zwischen den Zeilen zu lesen, dann erkennt man, dass dieser Manga durchaus eine tiefere Story zu erzählen hat, die vielleicht nicht weltbewegend ist, aber gewiss alles andere als banal.

    Der Uke verhält sich in diesem Manga allerdings durchweg wie ein Mädchen es in seiner Lage (ausgehend vom vorherrschenden Klischee) wahrscheinlich tun würde, wer so etwas nicht mag, der ist hier falsch.

  6. #31
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Sakura Gari von Yuu Watase

    Manga Serie abgeschlossen mit drei Bänden deutsche Ausgabe von EMA



    Inhalt:

    Tokio 1920. Der Schüler Masataka Tagami kommt in die Hauptstadt, um auf eine höhere Schule zu gehen und später zur Universität. Um das zu finanzieren nimmt er eine Anstellung bei der Adelsfamilie Saki an. Er wird dem jungen Herrn und Erben Soma als Diener zugewiesen.

    Doch schon bald muss Tagami sich nicht nur der obsesssiven Leidenschaft seines Herrn erwehren, auch den Launen von Soumas jüngerer Schwester Sakurako ist er hilflos ausgeliefert. Welches düstere Geheimnis verbirgt sich hinter den Mauern des alten Landsitzes und welche Rolle spielt der undurchschaubare Doktor Katsuragi, Leibarzt der Familie, in dem bizarren Spiel, das die Geschwister mit Tagami treiben?

    Bewertung des Inhalts:

    Sakurai Gari ist das, was man allgemein als "Sittengemälde" bezeichnet.

    Es geht nicht um Romantik oder Zärtlichkeit.

    Es geht um moralischen und sittlichen Verfall, um vertuschte Verbrechen hinter verschlossenen Türen und den hohen Mauern, die den weitläufigen Landsitz der Adelsfamilie Saki umgeben.

    Es geht um Opfer, die zu Tätern werden und sich damit in einem scheinbar ewig währenden Teufelskreis bewegen, es geht um Vergeltung, Sühne und Vergebung für andere und auch für sich selbst.



    Der Leidensweg des jungen Masataka Tagami wird schonungslos dargestellt. Er erlebt und durchlebt sämtliche emotionalen Stadien eines Opfers: Furcht, Demütigung, Wut, Hass und Verachtung, die sich sowohl gegen seinen Peiner als auch gegen sich selbst richten, und der auf diesem Weg zu einer innerlichen Größe reift, die es im ermöglicht, seinem Peiniger zu vergeben und für ihn und sich Erlösung zu finden.

    Es gibt etliche detaillierte Szenen, in denen der Missbrauch von Tagami dargestellt ist

    Im Nachwort des dritten Bandes erfährt der Leser, wie schwer es der Mangaka gefallen ist, diese Missbrauchsszenen zu zeichnen, wie viel Kraft es sie gekostet hat, und dass sie teilweise unterbrechen musste, weil ihr davon so übel war, dass sie sich übergeben musste. Dennoch hat sie sich überwunden, weil es ihr darum ging, Vergewaltigung und Missbrauch gerade NICHT zu romantisieren, sondern genauso widerlich und brutal zu zeigen, wie sie es sind, um jedem damit begreiflich zu machen, dass Missbrauch verabscheuungswürdig ist.

    Bewertung des Artworks:


    Die schlichte Schönheit des Artwork steht in krassem Gegensatz zum Inhalt. Die Zeichnungen sind realistisch, die Hintergründe detailliert, die Panelführung geradelinig. Insgesamt vermittelt das Artwork gewollt den Eindruck, keine fictionale Geschichte zu lesen, sondern eine Dokumentation von Ereignissen, welche so oder ähnlich tatsächlich stattgefunden haben.

    In jedem Band gibt es zudem eine doppelseitige Farbseite, welche die Entwicklung der Beziehung zwischen Tagami und Soma symbolisiert.



    Fazit:

    Yuu Watase möchte mit Sakurai Gari den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen anklagen. Sie hat in diesem Dinge verarbeitet, die teilweise auf wahren Begebenheiten beruhen, welche ihr bei ihrer jahrelangen Recherche zu Ohren gekommen sind.

    Mich hat Sakura Gari zutiefst erschüttert. In ausdrucksstarken, klaren Zeichnungen von schlichter Schönheit frei von unnötigen Schnörkeln berichtet die Mangaka beinahe dokumentarisch von schrecklichen Zuständen und Ereignissen. An keiner Stelle rutscht das Werk in Kitsch ab.

    Schonungslos brutal wird gezeigt, wie der junge Masataka zum Objekt der Begierde seinen Herrn wird, daran beinahe zerbricht und schliesslich in einer Weise innerlich reift, die es ihm möglich macht, sein eigenes Leid als Fortführung des Leides seines Peinigers zu erkennen und eine menschliche Größe zu entwickeln, die ihn über sich selbst hinauswachsen lässt.

    Sakura Gari ist alles andere als leichte Kost und ganz gewiss nichts, das man zur Unterhaltung liest. Diese Manga Serie ist anspruchsvoll, aufwühlend und zutiefst bewegend.

    Meiner Ansicht nach sollte jeder wenigstens einmal gelesen haben.

  7. #32
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    I.D.O.L

    Manga Oneshot von Dany & Dany US Ausgabe von Yaoi Press



    Inhalt:

    Auf einer Party lernt der berühmte Maler David den Callboy Adam kennen. Von dessen Aussehen und Ausstrahlung fasziniert heuert er ihn an, um ihm für ein besonderes Porträt Modell zu stehen.

    Doch schon bald genügt es David nicht mehr, Adam lediglich zu malen. Er beginnt eine leidenschaftliche Beziehung mit dem Callboy und verstrickt sich dabei zunehmend in seine Gefühle und seine Eifersucht auf Adams andere Kunden.

    Bewertung des Inhalts:


    Dieser Manga ist ausgesprochen düster. Humor sucht man hier vergeblich. Die Protagonisten zelebrieren förmlich die Schwere des Daseins, ohne dass es dafür irgendeinen echten Grund gibt.

    Der Künstler David muss Bilder malen, die ihm nicht gefallen, weil jene, die er mag bei den Kritikern und den Käufern gleichermaßen out sind. Ein wahrlich "hartes Los", für Werke, die man nicht mag berühmt und dank ihrer wohlhabend tzu sein und es sich leisten zu können, privat all das zu malen, was man selbst liebt.

    Der Callboy Adam hat jede Menge reiche Stammkunden und offenbar ohne weiteres die Möglichkeit, sich seinen Lebensunterhalt auf andere Weise als Prostitution zu verdienen

    Was er am Ende dann ja auch wohl tut.

    Es ist ein "schweres Schicksal", seinen Geliebten im Bett zurücklassen zu müssen, um zu einem Kunden zu eilen, zu dem man genau genommen gar nicht gehen müsste.

    Um das Ganze noch "tiefgründiger" zu machen, gibt es eine Reihe von SM Szenen, denn natürlich ist der einzige Stammkunde von Adam, von dem man als Leser etwas mehr erfährt ein reicher Sadist, alles andere wäre vermutlich schlicht zu leicht und locker gewesen für den selbstgesetzten Anspruch dieses (Melo)Dramas.

    Bewertung des Artworks:


    Die Zeichnungen sind in Ordnung, sofern man auf androgyn-feminime Männer steht, die beide langes Haar und Schmollmünder haben.

    Die Panels sind indessen relativ klein und gedrängt, und alles ist passend zum triesten Grundton der Story reichlich dunkel geraten.

    Dazu kommt ein seltsam schwammig wirkender Druck, wodurch alles aussieht, als würde man es durch einen Weichzeichner betrachten. Ob dies tatsächlich am Druck liegt oder ob das Artwork von vornherein bereits so gestaltet war, kann ich nicht beurteilen. Persönlich empfand ich diesen "Nebelfilter" als unangenehm.

    Fazit:

    Dies ist mein erster Manga des italienischen Zeichner Duos Dany & Dany - und ich muss leider sagen, dass er mir nicht sonderlich gefallen hat.

    Ich mag ernste Themen und eine düstere Stimmung durchaus sehr gern, aber nur dort, wo es passend ist. Bei I.D.O.L. wirkt alles zu bemüht, zu aufgesetzt und zu verkrampft. Die Leiden der Protagonisten wirken zu konstruiert und die Umsetzung zu übertrieben pathetisch und zu ersichtlich gewollt tiefgründig.

    Es wird Leser geben, die so etwas (gerade) gut finden. Doch ich gehöre nicht dazu.

  8. #33
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Devil's Infirmary von Aco Oumi

    Manga Oneshot - US Ausgabe von 801 Media



    Inhalt:

    Dieser Manga enthält zwei Storys.

    In der ersten längeren Titelstory überrascht der Oberschüler Higurashi den charismatischen Schularzt Asakura als jener sich gerade von einem Mann mit dem Mund befriedigen lässt. Nur zu gern würde Higurashi diese brisante Neuigkeit überall in der Schule herumerzählen, um Asukara, den er nicht ausstehen kann, öffentlich bloßzustellen.

    Zu dumm nur, dass Asukara seinerseits ein Druckmittel in Form eines delikaten Schnappschusses in der Hand hält, um dafür zu sorgen, dass Higurashi den Mund hält.

    Doch diese Patt Situation genügt Asakura nicht, da er schon seit längerem ein Auge auf Higurashi geworfen hat.

    Die zweite Story heisst Lover from a secret Land handelt von einem japanischem Oberschüler, der sich während eines Urlaubs versehentlich in ein unbekanntes Land verirrt, das auf keiner Karte steht und dessen Gesetze vorschreiben, Fremde zu töten um zu verhindern, dass sie anderen von der Existenz dieses Landes berichten können.

    Doch zum Glück für den jungen Fremdling verliebt der Herrscher jenes Reiches sich auf den ersten Blick unsterblich in ihn und beschliesst, ihn stattdessen zu seiner Konkubine zu machen.

    Bewertung des Inhalts:

    Die Titelstory bedient zwar jede Menge typischer BL-Klischees, aber diese werden so humorvoll und erotisch umgesetzt, dass sie einfach nur richtig Spaß macht.

    Asakura ist ein dominanter Seme, der genau weiß was bzw. wen er haben will und wie er es bzw. ihn bekommt. Da mag Higurashi sich anfangs auch noch so gegen die Vorstellung sträuben a) mit einem Mann und b) ausgerechnet mit diesem Mann Sex zu haben. Gegen die ebenso hartnäckige wie leidenschaftliche Dominanz mit welcher Asukara ihn von der Sache überzeugt, kann er nicht viel ausrichten.

    Anfänglich bewegt die Beziehung sich im Graubereich zu non-con. Der Sex an sich geschieht zwar letzlich einvernehmlich, da Higurashi den Verführungskünsten Akusaras erliegt. Doch die Möglichkeit, Higurashi überhaupt in eine Situation zu bringen, in welcher er ihn durch Körpereinsatz verführen kann, bietet sich Akusara anfangs nur dank seines Druckmittels.

    Im späteren Verlauf gibt es non-con, das nicht mehr Graubereich ist, jedoch nicht von Akusara ausgeht.

    Die Yaoi Szenen sind sehr explizit und unzensiert.

    Die zweite Story hat eine originelle Grundidee und ein schönes exotisches Setting. Zudem enthält ebenfalls jede Menge Humor und einiges an Yaoi, das hier jedoch etwas weniger explizit ist als in der ersten Story.

    Bewertung des Artworks:

    Mir gefällt Aco Oumis Zeichenstil sehr. Er ist weich, jedoch nicht zu verspielt. Ihre Protagonisten haben zwar sanfte Gesichtszüge, sehen jedoch trotzdem nicht wie Mädchen aus. Hintergründe gibt es wenige, der Fokus liegt auf den agierenden Personen.

    Fazit:

    Mir hat Devi'l Infirmary sehr gut gefallen. Er bietet genau die richtige Mischung aus Humor, Handlung und Sex sowie genau die Art von charismatisch-dominantem Seme, die ich persönlich besonders schätze.

    Wer Probleme mit non-con im Graubereich hat und/oder sich gewisse Körperteile und Flüssigkeiten lieber denkt als sie zu sehen, sollte zu einem anderen Manga greifen.

    Allen anderen kann ich diesen Yaoi Titel nur wärmstens empfehlen.


    Wer unentschlossen ist kann bei amazon ganz legal einen Blick in diesen Manga werfen:

    http://www.amazon.de/Devils-Infirmar...5378709&sr=1-1

  9. #34
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Beast & Feast von Akira Norikazu

    Manga Oneshot US Ausgabe von Digital Manga June Imprint



    Inhalt:

    Der Police Detective Kazuha trifft im Rahmen einer Mordermittlung seinen früheren Schulkameraden Hyoudou wieder. Dieser ist mittlerweile zu einem führenden Mitglied einer berüchtigten Yakuza Organisation aufgestiegen.

    Hyoudou bietet Kazuha Informationen, die helfen würden, den Fall zu lösen und weiteres Blutvergießen zu verhindern. Doch bekanntlich ist nichts im Leben umsonst - und als Preis für seine Kooperation verlangt Hyoudou, dass Kazuha sich ihm eine Nacht lang hingibt.

    Anfänglich nicht ganz so bereitwillig entflammt Kazuha rasch für Hyoudou und das Ganze entwickelt sich zu einer Romeo und Julia Beziehung, die weder auf Seiten der Polizei noch in Yakuza Kreisen auf Akzeptanz stößt.

    In einer kleinen Bonusstory wird erzählt wie Kazuha und Hyoudou sich einst in der Schule kennen gelernt haben.

    Bewertung des Inhalts:

    Dieser Manga ist in jeder Hinsicht perfekt. Zumindest finde ich absolut nichts, das ich daran auszusetzen hätte.

    Die Story ist spannend und die Umsetzung sehr dynamisch. Kazuha und Hyoudou müssen nicht nur ihre inneren Konflikte bewältigen, sondern ihre Liebe im wahrsten Sinne des Wortes gegen diverse Angriffe von außen verteidigen.

    Um die Romanze herum werden noch andere Handlungsfäden aufgegleist, die für einiges an Action sorgen, und ab und an wird ein wenig wohldosierter Humor eingestreut.

    Bei allem bleiben die Gefühle jedoch nicht auf der Strecke. Es gibt einige bewegende Momente, die glücklicherweise nicht vor übertriebendem Pathos triefen. Vieles läuft auch subtil ab, durch kleine Gesten, Blicke sowie durch die die Bereitschaft sich jeweils für den anderen zu opfern, sollte es nötig werden.

    Hyoudou ist ein Seme par Excellence - dominant und selbstsicher. Kazuha steht ihm darin in nichts nach. Er ist weit von den typischen schwächlichen kleinen Ükchen entfernt, von denen es im BL Bereich für gewöhnlich nur so wimmelt. Er ist tough auch wenn er gelegentlich hier und da auch einmal errötet.

    Bis zur letzten Konsequenz zieht die Mangaka dieses Charakterdesign zwar nicht durch, denn

    Kazuha gerät gegen Ende in eine Situation, aus der er in klassischer Manier von seinem Seme gerettet wird

    Aber insgesamt betrachtet weicht Kazuha erfreulich vom gängigen Klischee ab.

    Die Yaoi Szenen sind explizit, wenn auch weniger offenherzig als bei Werken wie Finder oder Black Sun.

    Die Bonusstory ist sehr sweet und rundet die Geschichte glänzend ab.

    Bewertung des Artworks:

    Die Qualität der Zeichnungen stehen jener der Story in nichts nach. Sie sind einfach nur gelungen. Die Protagonisten sehen attraktiv und männlich aus. Auf detaillierte Hintergründe wird weitestgehend verzichtet. Ab und an mal eine Skyline, ein Auto oder ein schemenhaftes Gebäude. Die Mangaka konzentriert sich im Wesentlichen auf die Protagonisten, deren Emotionen sie wunderbar einfängt.

    Zum Cover muss man im Grunde nicht viel sagen. Das Motiv und vor allen Dingen die wundervolle Farbkomposition aus weiß und den dunklen "erwachsenen" Tönen statt poppig quietschebunt sprechen da meines Erachtens für sich.

    Fazit:

    Beast & Feast ist ein Manga, den ich uneingeschränkt jedem empfehlen kann, sofern er nichts gegen das Thema Yakuza und einen damit verbundenen gewissen Grad an Gewalt hat und/oder keine expliziten Szenen mag.

    Dieser Manga gehört zu denen, die ich mir von Herzen für eine Veröffentlichung auch auf Deutsch wünsche.

  10. #35
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Royal Financé von Saeko Kamon

    Manga Oneshot - deutsche Ausgabe von EMA



    Inhalt:

    Der Oberschüler Kairi wurde von seinen Eltern mit einem Berg von Schulden zurückgelassen. Als nun auch noch seine Schulleiterin, die ihn bei sich aufgenommen hat, schwer erkrankt und eine kostspielige Operation benötigt, bricht Kairi schweren Herzens die Schule ab um eine ihm angebotene Stellung als männlicher Haushalter bei einer reichen Familie zu übernehmen.

    Indessen stellt sich zu seiner Verblüffung heraus, dass dieses Jobangebot lediglich ein Vorwand war. In Wahrheit wurde er auserkoren Prinz Sho, den Thronerben des exotischen Landes Eclatant zu ehelichen. Denn die Gesetze jenes Landes erlauben eine Hochzeit unabhängig vom Geschlecht, schreiben dem Thronerben jedoch vor, denjenigen zu heiraten, der ihm von seinem Vorgänger auf dem Thron ausgesucht wird.

    Um das für die Operation seiner Ziehmutter nötige Geld zu bekommen, ist Kairi auch mit dieser unerwarteten Wendung einverstanden - umso mehr als sich sein Zukünftiger als ehemaliger Schulkamerad entpuppt, zu dem er sich heimlich hingezogen fühlte.

    Prinz Sho wiederum willigt ein, lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass er Kairi zutiefst verachtet und in ihm nichts weiter als einen gekauften Bräutigam sieht, dessen Daseinszweck sich darin erschöpft, ihm nach der Hochzeit zu Willen zu sein.

    Muss Kairi sich mit diesem Los begnügen oder gelingt es ihm, Shos Herz für sich zu gewinnen?

    Bewertung des Inhalts:

    Royal Financè hat es tatsächlich geschafft, mich überaus positiv zu überraschen.

    Denn die Story kommt zwar auf den ersten Blick märchenhaft romantisch daher, doch die Vorgänge, mit denen der junge Kairi umgehen muss, nachdem man ihn zum Verlobten des unnahbaren Prinzen Sho erklärt hat, sind alles andere als zuckersüß.

    Sho behandelt ihn kalt und grausam. In der Hochzeitsnacht vergewaltigt er ihn und auch danach nimmt er keinerlei Rücksicht auf die Gefühle seines ihm Angetrauten. Er macht ihm immer wieder klar, dass sein einziger Daseinszweck darin besteht, ihn jederzeit gehorsam und willig zu befriedigen.

    Natürlich gibt es dafür Gründe - so wie es immer welche gibt.

    Missverständnisse, Verletzungen, Unsicherheiten - die gesamte Palette rauf und runter. Kein BL Klischee wird ausgelassen.

    Die Story an sich ist zudem unlogisch von vorn bis hinten und erkennbar nichts als Kulisse und Rahmen, um zwei Jungs miteinander ins Bett zu kriegen. Aber dennoch konnte ich mich dem Zauber dieses Manga nicht entziehen, insbesondere, weil ich für ein solches Machtgefälle inklusive der sich daraus ergebenen Folgen eine ziemliche Schwäche habe.

    Bewertung des Artworks:

    Die Zeichnungen sind hinreißend - ich konnte mich kaum satt sehen. Das fängt schon beim Cover an, das wunderschön ist. Innen geht es in dieser Weise weiter. Es wimmelt nur so von attraktiven Männern, dazu die detailverliebten traumhaften Kleider und Hintergründe. Hier ist wirklich visuelles Schwelgen pur angesagt. Dis gilt auch für die Hochglanzfarbseite ganz am Anfang.

    Letzlich fand ich sogar die viel zu feminine Darstellung des kleinen Ükchen verzeihlich, da sie hervorragend zu seinem Charadesign sowie der Story passt.

    Fazit:

    Anspruch sollte man hier besser nicht suchen und Humor gibt es auch nur äußerst begrenzt - dafür jede Menge schöne Männer und einige ziemlich explizite Szenen, die ich so nicht erwartet hatte, einschliesslich non-con, welches für mich so auch nicht mehr lediglich im Graubereich stattfand.

    Man sollte sich daher davor hüten, diesem Manga allein wegen des märchenhaften Settings und des verspielten Artworks das Etikett süß und niedlich aufzukleben - denn hinter all dem sweeten steckt einiges an Härte.

  11. #36
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Secretary's Job von Miki Araya

    Manga Story Sammlung - US Ausgabe von Digital Manga June Imprint



    Inhalt:

    Secretary's Job enthält insgesamt drei Stories sowie zwei Bonusstorys.

    Die ersten zwei sind lose miteinander verbundene, da sie in derselben Firma spielen und die Hauptprotagonisten jeweils auch als Nebencharas in der anderen auftauchen.

    In der Titelstory geht es um den Sekretär Takase, dem der Ruf vorauseilt, dass jeder, dem er als Assistent zugewiesen war, infolge seiner Unterstützung und Motivation beruflich aufgestiegen ist. Daher hofft der Firmenchef, dass eben dies auch bei seinem Sohn Honjoh geschieht. Jener scheint keinerlei Ehrgeiz zu besitzen und schlägt lieber die Zeit geruhsam in seinem Büro tot als sich ins Zeug zu legen und dem Vorbild seines Vaters zu folgen.

    Anfangs ist Honjoh alles andere als angetan, ständig von Takase umgeben zu sein und von diesem zwar liebenswürdig jedoch nicht minder hartnäckig zur Arbeit angetrieben zu werden. Doch mit der Zeit gewöhnt Honjoh sich an die Gesellschaft des lebhaften Takase und eher er sich versieht sind plötzlich unerwartete Gefühle mit im Spiel.

    Die zweite Story mit dem Titel "I'll make you my Prisoner" dreht sich um den homosexuellen Angestellten Monma, der zum Ärger seiner Kolleginnen so viel forschen Charme versprüht, dass sogar die heterosexuellen Männer in der Firma von ihm angezogen werden wie die Motten vom Licht. Der neue Sekretär Setoguchi wiederum ist zwar ebenfalls eine Frohnatur, scheint es aber nicht einmal zu bemerken, dass ihm eine Kollegin Avancen macht. Die Ignorierte wettet um ein feudales Abendessen mit Monma, dass Setoguchi seine Annäherungsversuche ebensowenig bemerken würde wie die ihren. Tatsächlich erweist der junge Sekretär sich allen Flirtversuchen Monmas gegenüber als überaus resistent - zumindest anfänglich ...

    Die dritte Story heist "Falling in Love with you". Sie handelt von dem Studenten Tokuno, der seit seiner Kindheit daran gewöhnt ist, bei den Mädchen der mit Abstand beliebteste und umschwärmteste Mann zu sein. Daher weckt die Tatsache, dass der scheue Kanbe dank seines Aussehens nicht minder soviel Aufmerksamkeit und Anbetung bei seinen Kommilitoninnen erregt, Tokunos Ärger. Er beschließt, sich mit dem unerwünschten Rivalen anzufreunden, mit dem Ziel irgendwelche schmutzigen Geheimnisse über diesen herauszufinden und ihn auf diese Weise zum Gespött zu machen.

    Zum Schluss gibt es noch zwei kleine Bonusgeschichten, die sich um Takase und Honjoh dem Paiting aus der ersten Story drehen.

    Bewertung des Inhalts:

    Die erste Story ist sehr sweet. Allerdings finde ich es ein wenig störend, dass der Uke hier (obwohl älter als der Seme) nicht nur deutlich kleiner, zierlicher und zudem sehr jung ausschaut, sondern wie so oft mit seinen großen Kulleraugen viel zu sehr an ein Mädchen erinnert. Abgesehen von diesem Manko ist die Geschichte jedoch wirklich charmant und sehr humorvoll und beweist, dass es eben oftmals nur der richtigen Motivation bedarf, um aus einem Schlawiner einen ehrgeizigen Erfolgsmanager zu machen. Ob diese Entwicklung tatsächlich so erstrebenswert ist, wie sie hier dargestellt wird, sei dabei allerdings dahin gestellt.

    Die Idee, welche der zweiten Story zugrunde liegt, ist alles andere als neu. Genaugenommen ist sie einer der Klassiker bei romantischen Verwicklungen. Die berühmte Wette, dass Person A es schafft Person B flachzulegen, bzw. in diesem Fall sich flachlegen zu lassen, die natürlich zwangsläufig dazu führt, das A sich unsterblich in B verliebt. Entgegen meiner Erwartung blieb hier indessen der meistens bei so einer Konstellation folgende Schritt drei aus, dass

    Person B von der wette erfährt just als Person A es ernst meint und sich erbost und enttäuscht von Person A abwendet, welche nun verzweifelt um das gerade gewonnene und sogleich wieder zerronnene Glück kämpfen muss

    Insofern gab es diesbezüglich dann doch noch eine kleine überraschende Abweichung vom typischen Klischee. Dank der charmanten Umsetzung versteht es dann auch diese eher abgedroschene Idee am Ende gut zu gefallen.

    Die dritte Story hinterließ bei mir leider einen unangenehmen Beigeschmack. Für gewöhnlich komme ich durchaus auch mit egoistischen und rücksichtslosen Semes zurecht, und sofern sie aufrichtig bereuen bin ich nur zu gern bereit, ihnen gemeinsam mit dem Uke zu verzeihen. Doch in diesem speziellen Fall empfand ich die Motivation von Tokuno als dermaßen bösartig, dass er meines Erachtens Kanbes Vergebung und Liebe nicht verdient. Vielleicht wäre es anders, wären die Motive Tokunos umfassender beleuchtet worden, was angesichts der Kürze der Story jedoch unterblieb. So wirkt er auf mich wie ein etles, selbstbezogenes Kind, das lieber einem Schmetterling die Flügel ausreißen würde als zu dulden, dass dieser ihm etwas von der allgemeinen Aufmerksamkeit und Bewunderung seiner Umgebung nimmt. Solche Menschen lehne ich zutiefst ab, weswegen Tokuno hier bei mir absolut in keinster Weise punkten konnte.

    Die beiden Bonusstories sind niedlich, aber eben nicht mehr als ein winzig kleiner Zusatz.

    In allen Stories gibt es Yaoi Sznen, wobei diese teilweise erstaunlich explizit und zudem nicht zensiert sind.

    Bewertung des Artworks:


    Die Zeichnungen sind sehr gelungen. Es gibt gegenüber älteren Werken von Miki Araya eine deutliche Steigerung, die sich insbesondere in den emotionalen Ausdrücken in den Gesichtern und den Augen deutlich zeigt.

    Lediglich Takase ist seltsamerweise davon ausgenommen - und er ist auch der einzige der drei Ukes, der so klischehaft klein und feminin gezeichnet ist. Die Ukes aus den anderen beiden Geschichten sehen jeweils viel erwachsener männlicher aus.

    Fazit:

    Die ersten beiden Stories haben mir sehr gut gefallen. Sie sind luftig leicht mit liebenswerten Charakteren und einer ordentlichen Portion Humor, was sie trotz der teilweise weniger originellen Ideen äußerst unterhaltsam macht.

    Die dritte Story war weniger mein Fall, doch das ist eher mein subjektives Problem mit diesem speziellen Menschenschlag.
    Geändert von Sujen (19.08.2012 um 22:15 Uhr)

  12. #37
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Games with me

    von Tina Anderson (Autorin) und Lynsley Brito (Illustratorin)

    Manga Oneshot US Komplettausgabe des zweiteiligen Online Mangas als Printversion vom Gyncrat Ink Verlag



    Inhalt:

    San Francisco 1869, inmitten von Chinatown.

    Der ehemalige Militärarzt Dr. George Callahan leidet unter traumatischen Erlebnissen in seiner Jugend. Diese bescheren ihm Albträume, denen er mit Hilfe von Opium zu entfliehen versucht.

    Nur wenige Straßen entfernt lebt der junge Chinese Jun in einem Bordell, wo er Nacht für Nacht Männern sexuell zu Diensten sein muss. Geistig auf der Stufe eines Kindes stehend hadert Jun nicht mit seinem Schicksal, ja bemerkt nicht einmal, in welcher traurigen Lage er sich als rechtloses Eigentum des Bordellbesitzers befindet. Jun kennt kein anderes Leben. Er weiß nicht viel von der Stadt und noch weniger, dass es jenseits ihrer Mauern ebenfalls eine Welt gibt. Für Jun ist alles ein Spiel - entweder mit den buntbemalten Eisenbahnwagen und Lokomotiven, an denen sein Herz hängt, oder mit Männern, die mit ihm Liebesspiele spielen.

    Welches Geheimnis ist es, das diese beiden so unterschiedlichen Menschen verbindet?

    Bewertung des Inhalts:

    Games with me ist die Printversion eines überaus erfolgreichen Online Mangas.

    Rein objektiv betrachtet ist es für mich nachvollziehbar, wieso dieses Werk derart viele Fans und Leser auf sich vereinen konnte, dass es schliesslich sogar in gedruckter Form erschienen ist.

    Die Geschichte ist - zumindest im BL-Genre - ziemlich ungewöhnlich.

    Das fängt bereits beim historischem Setting in Chinatown von San Francisco nur kurz nach Ende des amreikanischen Bürgerkriegs an. Dieses Setting ist sehr reizvoll, wenn auch für die eigentliche Geschichte ohne echte Bedeutung. Denn diese hätte auch zu einer anderen Zeit so funktioniert.

    Der geistige Zustand von Jun hingegen ist hier ein erzählerischer Imperativ. Juns kindliches Gemüt ist Dreh- und Angelpunkt sowohl des Inhalts als auch der gewählten Umsetzung.

    Leider, wie ich sagen muss. Denn ausgerechnet dieser Umstand ist das, was mir an diesem Werk persönlich außerordentlich missfällt.

    Sexuelle Ausbeutung ist per se ein schwieriges Thema - und wenn der Ausgebeutete sich durchweg wie ein Kind verhält, fängt es an unangenehm zu werden. Es spielt keine Rolle, dass Jun nicht aussieht wie ein kleines Kind, sondern wie ein junger Mann. Indem er wie ein Kind redet, sich so benimmt und ganz offensichtlich fühlt wie ein Kind, nimmt man ihn als Leser auch genau so wahr. Das weckt unerfreuliche Assoziationen zur Kinderprostitution.

    Selbst wenn man diesen Aspekt beiseite lässt und sich energisch sagt, dass Jun zwar ein kindliches Gemüt hat, aber körperlich kein Kind ist, bleibt immer noch die Tatsache, dass die Yaoi Szenen zwischen Jun und Callahan als Folge von Juns Verhalten absolut unerotisch ja geradezu abstoßend sind. So als würde man einem Erwachsenen dabei zuschauen wie er mit einem Kind schläft.

    Da kann der Rest der Story noch so interessant und ihre Umsetzung noch so spannend sein. Dieses Manko wird dadurch für mich nicht wettgemacht.

    Bewertung des Artworks:

    Die Autorin Tina Anderson hat bei diesem Werk mit der Illustratorin Lynsly Brito zusammengearbeitet. Deren Zeichenstil ist ausgesprochens westlich und etwas gröber als das phantastische Cover vermuten lässt. Sie hat eine kräftige Strichführung und schafft es, allen Charakteren ein sehr individuelles Aussehen zu verleihen.

    Das Buch hat ein Grossformat, dessen Maße sogar noch etwas größer sind als die alten großformatigen Manga Ausgaben von Digital Manga. Normalerweise finde ich so etwas sehr gut. Doch dem ohnehin schon gröberen Artwork hätte ein kleinesres Format hier vermutlich besser getan. So wirkt es teilweise zu grobkörnig so wie wenn man ein digitales Bild, das eine zu geringe Pixelzahl hat, zu stark vergrößert.

    Die Leserichtung ist westlich von links nach rechts.

    Fazit:

    Wer gerne mal einen BL Manga lesen möchte, der völlig anders ist als das, was diesbezüglich hierzulande so in der Regel erscheint und keine Probleme mit einem Uke hat, der geistig zurückgeblieben ist, kann es einmal mit diesem Werk probieren.

    Im Gegensatz zur zweiteiligen Online Variante liegt es in gedruckter Form komplett mit einer stattlichen Seitenzahl von 288 vor und ist gemessen an dieser Seitenzahl für einen relativ humanen Preis erhältlich.

    http://www.amazon.de/Games-Me-Lynsle...5402943&sr=1-1
    Geändert von Sujen (19.08.2012 um 22:14 Uhr)

  13. #38
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Honey Darling von Akira Norikazu

    Manga Oneshot US Ausgabe von SuBlime



    Inhalt:

    Chihiro lässt sich ziellos durchs Leben treiben. Er wechselt die Jobs ebenso rasch wie seine Freundinnen, getrieben von innerer Unruhe, Unzufriedenheit und der Abneigung dagegen Verantwortung zu übernehmen. Letzteres lässt ihn im ersten Moment auch fast an dem Karton vorrübereilen, in dem ein junges Kätzchen jämmerlich miaut. Doch eben nur fast. Am Ende siegt sein mitleidiges Herz. Er nimmt die junge Katze bei sich auf, gibt ihr den Namen Shiro, und ehe er sich versieht ist sie der Mittelpunkt seines Lebens.

    Dementsprechend gross sind seine Angst und sein Entsetzen als Shiro ernsthaft erkrankt und mit dem Tode ringt. Verzweifelt macht Chihiro sich mitten in einer verregneten Nacht mit Shiro im Arm auf die Suche nach einem Tierarzt - und begegnet dem brummigen Dr. Kumazawa.

    Da Chihiro kein Geld hat, um die Rechnung zu bezahlen - und es nicht minder schlecht um seine Miete steht, bietet Kumazawa ihm an zu ihm ins Haus zu ziehen und gegen freie Kost und Logis für seine Katze und sich seinen chaotischen Junggesellen-Haushalt zu schmeißen.

    Bewertung des Inhalts:

    Honey Darling erzählt auf sehr warmherzige Art eine unglaublich und sweete Geschichte von zwei liebenswerten Protagonisten und einem entzückendem Kätzchen. Als diesem entwickelt sich im Verlauf des Mangas eine wunderschöne stattliche Katzendame, so wie sich aus der anfänglichen Zweckgemeinschaft von Chihiro und Kumazawa eine echte Freundschaft entwickelt, die schliesslich allen inneren Zweifel zum Trotz zu einer tiefen aufrichtigen Liebe reift.

    Auf dem Weg dorthin gibt es einige Hindernisse zu bewältigen, von denen das wohl Größte in der sehr unterschiedlichen Art der Beiden besteht, sich ihrer Umgebung mitzuteilen. Ein extrovertiertes Plappermäulchen, das gelegentlich schneller redet als es denkt und ein introvertierter Brummbär, der davon ausgeht, das andere seine minimalistische Ausdrucksweise schon irgendwie (richtig) verstehen. Da ist es kein Wunder, dass es anfänglich gewisse Probleme bei der Kommunikation gibt, die natürlich nicht ohne Konsequenzen bleiben.

    Missverständnisse, gegenseitige Verletzungen - doch am Ende siegt die Liebe über alle Schwierigkeiten. Selten wurden die typischen Klischees schöner und herzergreifender verpackt.

    In diesem Manga wimmelt es nur so von wundervollen, anrührenden Momenten. Als Leser kann man nicht anders, als diesen beiden auf ihre Art jeweils schwierigen Menschen von Herzen zugetan zu sein und ihnen alles Glück der Welt zu wünschen.

    Inmitten der vielen bewegenden Situationen nimmt die Mangaka sich immer wieder Zeit für Szenen, in denen man je nach Veranlagung schmunzeln oder herzhaft lachen muss. Chihiros Kampf mit den Tücken der Haushaltsführung ist so humorvoll umgesetzt, dass es wirklich Spaß macht ihn dabei zu beobachten.

    In Form einer netten älteren Praxishilfe gibt es eine überaus sympathische weibliche Nebenfigur, deren Interaktionen mit dem neuen Hausgehilfen immer wieder Anlaß zum Schmunzeln gibt.

    Die Yaoi Szenen sind spärlich, aber explizit. Leider sind sie jedoch - wie so oft - in Form von weißen Flecken bzw. Aussparungen an den entscheidenten Körperstellen zensiert. Dies ist dann auch der einzige Minuspunkt, der das Vergnügen mit diesem tollen Manga ein wenig trübt. Da diese indessen der geänderten gesetzeslage in Tokyo und Osaka geschuldet sein dürfte, kann die Zensur dem Werk nicht negativ angelastet werden.

    Bewertung des Artworks:

    Akira Norikazu hat einen Sil, der sich auf das Wesentliche konzentriert. Kitsch und überflüssige Schnörkel gibt es nicht, und ihre Männer sehen erfreulicherweise auch wie Männer aus. Der Seme trägt sogar ein kleines Bärtchen, was im BL Bereich eher eine Seltenheit ist.

    Fazit:

    Honey Darling ist ein Manga, der mich in jeder Hinsicht begeistert hat und den ich wirklich jedem uneingeschränkt empfehlen kann, der sich auch nur ansatzweise für die Thematik BL interessiert.

  14. #39
    Moderator Like a Dream Avatar von Koriko
    Registriert seit
    12.2000
    Ort
    Wiesbaden
    Beiträge
    2.767
    Nachrichten
    0
    @ Sujen:
    Der Wahnsinn, was du alles hier vorstellst und rezensierst.

    Daher will ich an dieser Stelle anfragen, ob du nicht Interesse hättest, auch für LaD Mangas (insbesondere englischsprachige) zu rezensieren? Ich suche immer wieder Leute, die Lust haben BL oder auch GL Mangas/Animes/Romane/Filme zu rezensieren und zuverlässig sind (ich habe einige Mitarbeiter, die es schlichtweg vergessen, dass sie mich unterstützen wollen).
    Ich könnte wirklich Hilfe gebrauchen, da ich seit knapp anderthalb Monaten mit meinen Romanen bei einem Verlag unter bin und meine Zeit für Rezensionen tendentiell nach unten geht. Momentan konzentriere ich mich auf meine Projekte, was LaD mal wieder zu spüren bekommt. Die Seite will ich dennoch nicht aufgeben, aber es ist halt ungünstig, dass nur alle 3-4 Monate ein Update kommt. Daher meine Frage.

    Bei Interesse melde dich bei mir, okay?
    Take a look:



    Wünsche:
    BL: Super Lovers, Honto Yajuu, Rutta to Kodama, Hidoku Shinaide, Kuroneko Kareshi no Asobikata, Warui Series, Maiden Rose, Aijin Incubus, Puchitto Hajiketa, Sex Therapist, Tight Rope, Asterisk, Koori no Mamono no Monogatari
    Allgemein: 1/2 Prince, Hell's Kitchen, Sougiya Riddle, Tenkyuugi - Sephirahnatus, Number, Lucky Dog, Durarara!, Togainu no Chi

  15. #40
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    @Koriko:

    Vielen Dank - habe dir eine PN geschickt.

  16. #41
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    The Kiss of Blood von Makoto Tateno

    Manga Oneshot - deutsche Ausgabe von EMA



    Inhalt:

    The Kiss of Blood enthält drei lose miteinander verbundene Stories um Vampire, die gemeinsam in einer alten Villa wohnen.

    In der ersten Story (Act I) taucht einer von ihnen in dem Blumenladen auf, in dem der junge Riku arbeitet, um einen Strauß roter Rosen zu kaufen. Riku liefert sie auftragsgemäß in der Villa ab. Doch fortan plagen ihn Albträume, in denen sich ihm ein Unbekannter sexuell nähert, und am Morgen duftes es in seinem Zimmer stets schwach nach Rosen.

    Die zweite Story (Act II) handelt von einem Bibliothekar, der infolge eines besonderen Gens von Vampiren nicht manipuliert werden kann. Dies weckt das Interesse eines Vampirs. Jener findet Gefallen daran, die Umgebung des Bibliothekars so zu beeinflussen, dass sie blind und taub dafür ist, dass er ihn regelmäßig in aller Öffentlichkeit sexuell erniedrigt und missbraucht.

    Die dritte Story (Weiße Lilien) umfasst lediglich einige wenige Seiten. Sie dreht sich um einen Jungen, dessen Mutter im Krankenhaus liegt und der er mit der Hilfe eines geheimnisvollen Unbekannten Lilien ins Zimmer bringt.

    Bewertung des Inhalts:

    Vampire und Yaoi, das ist eine Kombination, die nicht nur in Japan einer der Klassiker schlechthin ist. In der westlichen Welt gilt der geheimnisvolle Blutsauger spätesten seit Dracula als der Verführer par Exzellence. Der Biss in den Hals der Jungfrau symbolisierte in früheren Filmen oftmals zugleich einen sexuellen Akt.

    Natürlich geht es in einem Yaoi nicht um Jungfrauen, doch das Prinzip ist das Gleiche. Allerdings wird jegliche Symbolik in The Kiss of Blood ausschliesslich verwendet, um den Mythos des Vampirs als altersloses Wesen, welches Menschen manipulieren, durch die Luft fliegen sowie noch diverse andere Dinge kann, die den Sterblichen versagt sind, zu bedienen und zu pflegen.

    In Bezug auf sexuelle Akte beschränkt sich der Manga nämlich keineswegs auf (subtile) Symbolik, sondern liefert überaus harte nackte Tatsachen - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

    Es gibt sehr viele Yaoi Szenen. Mehr habe ich in keinem anderen Manga von Makoto Tateno bisher gefunden.

    Doch damit nicht genug.

    The Kiss of Blood ist selbst für Makoto Tateno, die ein offensichtliches Faible für non-con Situationen hat, sehr hart, ja geradezu brutal, geraten.

    Die ersten beiden Stories bestehen praktisch aus fast nichts anderem als massiven sexuellen Übergriffen auf Opfer, die sich dagegen nicht wehren können, weil sie entweder in Trance versetzt werden oder aber schlicht und ergreifend der körperlichen Kraft eines Vampirs als schwacher Mensch nicht gewachsen sind.

    Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, ich habe mit derartigen Stories kein Problem. Im Gegenteil. Im fictionalen Bereich schätze ich sie persönlich sogar außerordentlich. Daher hat mir dieser Manga nicht nur sehr gut gefallen, sondern er ist von allen hierzulande erschienenen Titeln von Makoto Tateno mit Abstand der, den ich am liebsten mag.

    Indessen finde ich es immer wieder irritierend, wenn im Zusammenhang mit diesem Werk in Foren oder anderen Rezis wiederholt Begriffe wie süß, niedlich oder gar romantisch verwendet werden.

    Natürlich verlieben sich Riku und der Bibloithekar letzten Endes in ihre Peiniger - schliesslich ist dies ein Yaoi Manga, in dem romantisiertes Non-Con quasi zum guten Ton gehört. Dagegen habe ich prinzipiell auch gar nichts einzuwenden. Aber das ändert nichts daran, dass die beiden Vampir Semes ihre Ukes auf dem Weg zum Happy End durch die Hölle schicken.

    Riku

    wird nächtelang unter Drogen gesetzt und missbraucht. Als er sich zur Villa begibt, um den Grund für seine Albträume herauszufinden, wird er gefangen genommen, eingesperrt und über einen Zeitraum von vielen Tagen immer wieder vergewaltigt.

    Der arme Bibliothekar ist nicht minder übel dran.

    Er muss sich vor den Augen seiner Arbeitskollegen, der Besucher der Bibliothek, einschliessßlich kleiner Kinder, dem Vampir in diversen Positionen hingegen und sich zutiefst erniedrigen.

    Die Tatsache, dass seine Umgebung nichts davon wahrnimmt, macht es für ihn da nur minimal besser.

    Man kann an solchen Stories Gefallen finden - ich tue es auch. Aber solche Szenen sind ganz gewiss weder süß noch niedlich oder gar romantisch.

    Ob die den Stories zugrunde liegenden Ideen besonders originell oder eher abgedroschen sind, kann ich nicht beurteilen, da ich bisher zu wenig Yaoi Manga gelesen habe, in denen Vampire im Zentrum stehen. Soweit es mich betrifft fand ich sie interessant und spannend umgesetzt.

    Bewertung des Artworks:

    Makoto Tateno hat weltweit eine riesige treue Leserschaft, und selbst Diejenigen, die ihre Werke nicht mögen (und davon gibt es durchaus auch recht viele), kommen nicht umhin einzuräumen, dass sie eine Star Mangaka ist.

    Persönlich zähle ich mich zwar nicht zu ihren Die-Hard-Fans, aber ich gehöre auf jeden Fall zur Gruppe derer, die ihren Stil sehr mögen.

    Das gilt gleichermaßen für ihren Erzählstil als auch für ihren Zeichenstil. Mir gefallen ihre Protagonisten, ihre elegante Strichführung und vor allen Dingen ihr Panel Aufbau außerordentlich gut. Zudem mag ich ihre Art, Yaoi darzustellen wirklich gern, zumal ich besagte oben bereits erwähnte Schwäche von ihr für gewisse Situationen teile ...

    Man kann über ihr Artwork denken, was man will, aber eins ist sicher. Makoto Tateno gehört zu den Mangakas, deren Stil so unverwechselbar ist, dass man nur einen einzigen Blick auf eine Zeichnung werfen muss, um ihre Tuschefeder zu erkennen.

    Natürlich ist sie nicht die einzige. Es gibt andere Mangakas, deren Arbeiten ebenfalls einen unnachamlichen Wiedererkennungswert haben. Doch dies schmälert Makoto Tatenos Ruhm in keinster Weise.

    Fazit:

    Für Makoto Tateno Fans ist The Kiss of Blood ein absolutes Muss.

    Darüberhinaus kann ich diesen Manga allen Yaoi Fans der etwas härteren Gangart empfehlen, vorausgesetzt sie reihen sich nicht zufällig in die Linie dere ein, die Makoto Tatenos Werke nicht ausstehen können.

    Momentan ist dieser Manga zwar verlagsvergriffen, aber es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis EMA ihn nachdrucken lässt.
    Geändert von Sujen (20.08.2012 um 19:55 Uhr)

  17. #42
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Deeply Loving a Maniac von You Higashino

    Manga Oneshot - US Ausgabe von 801 Media



    Inhalt:

    Der Oberschüler Takashi Morita ist ein Otaku wie er im Buche steht. Einst galt seine Besessenheit gut gebauten Heldinnen aus Manga Animees. Doch seit er seinem Klassenkameraden Junpai Sakura mit Haut und Haar verfallen ist, trägt jeder seiner Gedanken ausschliesslich dessen Namen - und gilt in jeder freien Wachminute dessen Körper.

    Sofern Morita sich nicht ohnehin schon in realiter mit Sakura in den Laken und/oder auf dem Boden tummelt verliert er sich in erotischen Tagträumen, in denen er den Mann seiner Begierde in jeder nur erdenklichen Weise vernascht.

    Bewertung des Inhalts:

    Gell, das klingt schräg?

    Ist es auch. Dabei ist dieser Band sogar betreffend Moritas Dasein als Otaku im Vergleich zum Prequel noch zahm. Letzteres war so, nennen wir es einmal, ungewöhnlich, dass Digital Manga auf eine Veröffentlichung verzichtet hat und gleich zum Sequel übergegangen ist.

    Wobei dies allerdings durchaus auch darin begründet sein kann, dass Morita sich im ersten Teil nicht nur wie ein Otaku benahm, sondern auch genau so aussah, wie man sich ausgehend vom typischen Klischee einen solchen Menschen vorstellt, der seine Zeit mit nichts anderem verbringt, als vollbusigen Animee Girls am PC Bildschirm nachzuhecheln.

    Das Ende des ersten Teils brachte mit der erwachten Leidenschaft für einen real existierenden Menschen eine drastische äußerliche Verwandlung vom übergewichtigen und muskular (mit Ausnahme einer Region) dauerhaft erschlafften Typen mit Hängeschultern und strähnigem Zottelhaar in eine durchtrainierte 1A Männer-Sahneschnitte mit sich. Dieser Typ Otaku ist natürlich weitaus vorzeigbarer - nicht nur in den Augen von Sakura, sondern auch in denen der weiblichen Leserschaft.

    In Anbetracht des Inhalts des Manga war es somit eine durchaus weise Entscheidung von Digital Manga sich auf die Veröffentlichung des Sequels zu beschränken.

    Denn dieses läßt sich im Wesentlichen in einem einzigem Wort zusammenfassen: HOT

    Vom Grad der Explizität steht Deeply Loving a Maniac den Werken von Ayano Yamane in nichts nach. Im Gegenteil, es setzt diesbezüglich sogar noch einen drauf.

    Ich habe ja schon einige Yaoi Manga gelesen - aber von allem, was mir bislang vor die Augen gekommen ist, ist dieser mit Abstand "the most dirty" - und alles absolut unzensiert.

    Handlung?

    Wer benötigt eine Handlung, auf die man sich hier angesichts all der explizit-massiven Ablenkung ohnehin nur äußerst schwer konzenrieren könnte.

    Wer eine Handlung sucht, sollte sich anderswo umsehen. Dieser Manga findet seine gewollt-beabsichtigte Existenzberechtigung nicht darin, den Geist zu anzuregen, sondern eher die tieferen Regionen.

    Scherz beiseite. Es gibt tatsächlich eine Handlung. Zwar besteht sie im Wesentlichen darin, die Protagonisten von einer Yaoi Szene zur nächsten zu geleiten, doch das macht sie für mein Verständnis richtig gut. Natürlich werden einmal mehr diverse BL-Klischees bedient, aber die Thematik Otaku ist - zumindest bei den in einer für mich verständlichen Sprache - erscheinenden Manga ziemlich ungewöhnlich nicht nur hoch erotisch, sondern zudem auch recht humorvoll umgesetzt.

    Dank eines bösen Bubens, der ebenfalls ein gieriges Auge auf den schnuckeligen Sakura geworfen hat, gibt es sogar ein wenig non-con Lack und Leder-SM-Cosplay inklusive Bondage. Die dazu gehörende Szene ist auch in anderer Hinsicht sehr interessant, da sie erstaunliche Einblicke in das Innenleben eines Otakus gewährt, in dem wilde Fantasien mit echter Liebe ringen.

    Bewertung des Artworks:

    Das Cover ist ein wenig mißglückt, da es dem Talent von You Higashino nicht gerecht wird.

    Das Artwork innen ist absolut gelungen. Hier sehen Männer wie Männer aus. Der Zeichenstil ist kräftig jedoch zugleich auch sanft, aber ohne verspielt oder gar kitschig zu sein. Ich finde die Zeichnungen schlicht grandios und würde sie persönlich in die gleiche Liga einordnen wie die von Ayano Yamane.

    Fazit:

    Diesen Manga sollte man besser nur lesen, wenn man ein Die-Hard-Yaoi Fan ist.

    Ich zähle mich dazu und ich habe jede einzelne Seite überaus genossen.

    PS:

    Diesen Sakura Schlüsselanhänger im sexy cosplay Outfit täte ich auch mit Kusshand nehmen
    Geändert von Sujen (20.08.2012 um 22:38 Uhr)

  18. #43
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Saihôshi the Guardian! von Studio Kosen

    Manga Oneshot von Studio Kosen - deutsche Ausgabe vom Cursed Side Verlag



    Inhalt:

    Guardians dürfen nie unehrenhaft agieren, sonst werden sie von ihrer Gilde zum Tode verurteilt. Sastre, der Guardian des Nordens, soll Prinz Anel während dessen Reise ins Nachbarland vor dem Zugriff der Rebellen beschützen. Doch nicht nur Sastre begleitet den Prinz. Auch sein engster Vertrauter und Diener Kaleth ist mit von der Partie. Warum keimen in Sastre beim Anblick von Kaleth plötzlich ungewohnte Gefühle auf? Und kann Sastre seine Mission erfüllen, den Prinzen sicher zu seiner Braut zu geleiten? Denn ihm gegenüber stehen nicht nur die Rebellenarmee, sein alter Feind Riot, sondern auch der wahnsinnige Guardian des Ostens, Yinn, genannt 'der Dämon'. (Klappentext)

    Berwertung des Inhalts:

    Die Story ist jetzt nicht der absolute Bringer, da sie doch recht einfach gestrickt ist. Doch sie ist solide und vor allen Dingen vorhanden, und das ist mehr als manches Yaoi Werk von sich behaupten kann.

    Die Geschichte geht durchaus blutig zu Werke, nimmt sich aber größtenteils nicht bierernst und dafür mächtig auf die Schippe. Die SD Zeichnungen, derer es recht viele gibt, sind einfach nur Kawai und es gibt jede Menge Szenen, bei denen ich einfach nur laut lachen musste.

    Der gesamte Manga steckt voll Anspielungen auf gängige Klischees im BL Bereich.

    So gibt es unter anderem eine Szene, in welcher der böse Schurke

    dem gefangenen Prinzen ankündigt, ihn zu vergewaltigen, bis er redet

    = dicke Anspielung auf Finder und gängige Klischees.

    Dann

    fängt der Schurke an und der Prinz jammert: „Bitte nicht, bitte nicht“ und dann ganz laut, so dass alle es bis draußen hören "Bitte nicht aufhören!!!"

    Durch die Art der visuellen und textlichen Darstellung parodiert Studio Kosen das BL-Klischee, wonach der Uke dergleichen trotz anfänglichem Widerstand in Wahrheit letztlich genießt. Studio Kosen geht bei der Übertreibung soweit, dass [/SPOILER]der Uke es sogar genießt, obwohl der Seme genau das Gegenteil erreichen will.[/SPOILER]

    Das war ein absolut treffender liebevoll ironischer Seitenhieb, nach dem Motto - egal wie non-con det och allet sein mag, der kleene Uke geniesst det immer, basta, punkt, finito. Denn so funzt BL halt. Jawoll, det is genau det, wat de Fans von dem BL-Kram genauso und nich anders haben wollen, ganz gleich, ob det realistisch is oder nich, und wenn det dem Seme nich passt, nu, det is dann halt sein persönliches Pech in diese Situation, wah ..."

    Dem setzt Studio Kosen mit der anschließenden Unterhaltung zwischen dem frustriertem Schurken und seiner rechten Hand sogar noch eins drauf:


    Schurke:"Ich habe ihn in jeder möglichen Variante vergewaltigt, doch er weigert sich zu sprechen. Mir fällt nichts mehr ein, wie ich ihn zum Reden zwingen kann."
    Seine rechte Hand: "Vielleicht solltet Ihr ihm damit drohen, ihn NICHT mehr zu vergewaltigen."

    Alles klar, in einem typischen BL-Manga leidet ein Uke nicht unter der Vergewaltigung, sondern darunter, dass der Schurke ihm NICHT an die Wäsche geht.[SPOILER]Da steckt so viel Wahrheit über das Klischee drin, und das wird so trocken witzig verpackt.

    Bis zum Schluss hagelt es solche Anspielungen, mit denen die BL-Fans liebevoll veralbert werden.

    Die Yaoi Szenen sind nicht allzu explizit, doch sehr schön anzuschauen.

    Der Schluss war zwar etwas kurz, gefiel mir aber sehr, und die Jahre später Bonus SD-Manga setzen dem Ganzen die Krone auf.

    Der Guardian hat sein Schwert aufgegeben, um mit seinem Geliebten zusammen zu sein. Eigentlich ist er der Seme, aber in der Nacht zuvor kam es offenbar zu einem Switch, und nun zieht der bisherige Uke ihn damit auf, dass er meint, nun, wo er der Mann in der Beziehung wäre, müsste er unbedingt ein Schwert kaufen und kämpfen lernen, damit er seine (doppelt so große und muskulöse) "schwache Frau" jetzt fortan auch richtig beschützen kann. Denn weil der Seme ja nun auch Uke sei, könne er sich, da weiblich geworden, nicht mehr selbst verteidigen.

    Das war ein so herrlich ironisches auf-die-Schippe-nehmen der BL-Fans, die meinen, dass man(n) das tun muss, damit beide gleichberechtigt sind.

    Bewertung des Artworks:

    Die Zeichnungen sind eine Mischung aus westlichem Comic Stil und Manga und wunderschön anzuschauen.

    Die Cursed Side Ausgabe ist sehr hochwertig, mit einem etwas größerem Format, gutem Papier und einer doppelten Farbseite, die wie ein Centerfold gemacht ist und ein Motiv hat, bei dem das Herz von Yaoi Fans höher schlägt.

    Fazit:

    Wer gerne BL mit einem Augenzwinkern liest, sollte ruhig einmal einen Blick in diesen Manga werden.

    Hinweis:

    Die Leserichtung ist westllich links nach rechts.

    Bei der US Ausgabe von Yaoi Press war die Geschichte auf zwei Bände verteilt, sie liegt in der deutschen Ausgabe jedoch erfreulicherweise komplett in einem Band vor, was auch preislich günstiger kommt.
    Geändert von Sujen (23.08.2012 um 13:25 Uhr)

  19. #44
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    A Gentlemen's Kiss von Shiri Fuwa

    Manga Serie, abgeschlossen mit zwei Bänden - US Ausgabe von Digital Manga June Imprint



    Inhalt:

    Die beiden zukünftigen Nachfolger zweier rivalisierender Yakuza Vereinigungen sind ein heimliches Liebespaar. Während der besonnere der Beiden, Homura Yasobe, das Geheimnis um jeden Preis wahren möchte, versucht sein Liebhaber Touji Karasuma einen Weg zu finden, der es ihnen ermöglicht, ihre Beziehung ganz offen zu leben.

    Bewertung des Inhalts:

    Diese Serie handelt von der Geschäftsseite der Yakuza. Es gibt Gewalt, doch sie hält sich in Grenzen. Hier stehen nicht Killer etc. im Vordergrund sondern Businessmänner in Anzügen. Mir persönlich hat das sehr gefallen (auch wenn ich etwas mehr Action bei Yakuza Themen vorziehe).

    Die Idee ist nicht gerade neu - Romeo und Julia in der Yakuza Geschäftswelt, jedoch glücklicherweise mit keinem tragischen Ende. Der Fokus liegt auf dem Paar sowie einem jungen Callboy, der für einen Club der Yakuza Fraktion von Homura Yasobe arbeitet. Dieser ist in seinen Boss verliebt und versucht ihn mit allen Mitteln zu bekommen.



    Die Erzählweise ist größtenteils sehr ruhig, zum Ende hin gibt es dann ein wenig Action, die vorrangig dazu dient, endlich klare Verhältnisse zu schaffen.

    Es gibt einige wenige sehr dezente Yaoi Szenen, und man hätte mit einer rascheren Erzählweise die Geschichte vermutlich auch in einem Einzelband erzählen können.

    Bewertung des Artwork:


    Die Zeichnungen sind wunderschön (besser als man anhand der Cover vermuten kann) wenn auch teilweise ein klein wenig statisch geraten. Doch die Männer sind allesamt überaus ansehnlich.

    Die Digital Manga Ausgabe kommt zudem sehr hochwertig daher. Großformat, gutes Papier und vernünftige Bindung sowie Hochglanz Schutzumschläge.

    Fazit:

    Mir hat diese Serie sehr gut gefallen. Sofern man Yakuza nicht automatisch mit jeder Menge Action gleichsetzt und einen Erzählstil mag, der sich im wesentlichen auf die Protagonisten und die Entwicklung ihrer Beziehung konzentriert und das Ganze mit ein wenig Action anreichert, kann ich diese Serie nur wärmstens empfehlen.

  20. #45
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Geliebter Raufbold von Junko

    Manga Oneshot, deutsche Ausgabe von Tokyopop



    Inhalt:

    Der Band enthält insgesamt drei Stories.

    Da wäre zunächst die Titelstory. Diese dreht sich um die beiden Freunde Naaoto und Hajime. Letzterer ist in Naaoto verliebt, doch dummerweise hasst dieser Homosexuelle, weil er wegen seines mädchenhaftens Aussehens ständig in überfüllten Zügen von Kerlen belästigt wird.

    Die zweite Story "All about my Brother" handelt von zwei Stiefbrüdern, sich ein Appartment teilen und so kommt es wie es kommen muss.

    Die dritte Story trägt den Titel "Piano Lesson". Ein Junge kehrt nach vielen Jahren der Abwesenheit nach Tokyo zurück und trifft in seiner Klasse auf einen früheren Sandkastenfreund, mit dem er gemeinsam Klavierstunden hatte. Nur ist der ganz anders als er ihn in Erinnerung hatte - oder vielleicht doch nicht?

    Bewertung des Inhalts:

    Junkos Erzählweise ist flott, gelegentlich direkt burschikos, frech, direkt und überaus humorvoll.

    Der Band enthält zudem einiges an Yaoi. Das hätte ich angesichts des eher auf niedlich gemachten Covers und des Titels nicht erwartet, bin jedoch als Yaoi Fan davon überaus positiv überrascht und selbstredend hocherfreut.

    Die erste Story hat mir sehr gut gefallen. Sie erinnert etwas an eine Kurzfassung von "Verliebter Tyrann" von Hinako Takanaga.

    Die zweite Story finde ich am schwächsten. Es geht wirklich extrem rasch zur Sache und die familiäre Beziehung der Protagonisten ist nicht unbedingt eine, die ich so bevorzuge. Doch zum Ausgleich ist der Yaoi Anteil hier am höchsten.

    Die dritte Story gefällt mir am besten. Sie hat eine originelle Grundidee und wird sehr gefühlvoll erzählt. Da es hier weniger Yaoi als in den anderen Beiden gibt, haben die Charaktere mehr Zeit sich zu entwickeln. Diese brauchen sie auch im Gegensatz zu den anderen Stories, wo die Protagonisten bereits in bestehenden Beziehungen stecken - einmal eben zwei Freunde und dann zwei Stiefbrüder - während sie sich in der dritten erst einmal nach langen Jahren der Trennung neu entdecken müssen.

    Bewertung des Artworks:

    Junko hat eine kräftige Strichführung und verwendet sehr viele dunkle Flächen. Die Aufteilung der Panels ist großzügig und die Zeichnungen relativ groß. Das Artwork gefällt vermutlich nicht jedem, ich persönlich fand es sehr schön.

    Glücklicherweise sehen die Protagonisten im Manga zudem einen Tick erwachsener aus als auf dem Cover, wo sie extrem kindlich rüberkommen. Im Band selbst sieht man ihnen dann schon an, dass sie so um die 16/17 sind, was mich sehr erleichtert hat.

    Fazit:

    Dies ist mein erster Manga von Junko, und er wird hoffentlich nicht mein letzter bleiben.

    Das Rad wurde hier nicht neu erfunden, und da der Band drei Stories enthält und zudem eben einiges an Yaoi wird auf eine langsame Entwicklung nicht unbedingt allergrößten Wert gelegt.

    Aber dennoch hat Junko es verstanden, mich zu beigeistern.

    Man sollte sich jedoch nicht vom niedlichen Cover täuschen lassen und einen keuschen Shonen Ai in der Art von Only the Ringfinger erwarten oder gar erhoffen. Denn dann dürfte die Enttäuschung (und bei manchem womöglich sogar ein Schock) vorprogrammiert sein. Dieser Manga ist 16+ und wird eingeschweisst verkauft - und das aus gutem Grund, da der Band wie gesagt einige ziemlich explite Yaoi Szenen enthält, inklusive Blowjobs und Finger reinstecken. Zumindest gibt es hier aber nirgends non-con, auch nicht in der Weise, dass der Uke vom Seme massiv bedrängt wird - nichts, was in den Graubereich fällt.

    Wer einen reinen Shonen-Ai ohne Yaoi bevorzugt und explizite Szenen nicht mag und/oder eine Wichtung zugunsten der Handlung haben will, sollte vielleicht dennoch lieber zu einem anderen Titel greifen.

    Allen, die ganz gerne auch mal einen Manga lesen, in dem es nicht tiefgründig zugeht, dafür aber eben ordentlich zur Sache und der Humor auch nicht zu kurz kommt, kann ich empfehlen, es einmal mit diesem Werk zu probieren.
    Geändert von Sujen (21.08.2012 um 11:12 Uhr)

  21. #46
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Seven Days

    Manga Serie von Venio Tachibana (Autorin) und Rihito Takarai (Illustratorin)

    abgeschlossen mit zwei Bänden, deutsche Ausgabe von Tokyopop



    Inhalt:

    Der Schüler Seryo wird von allen Mädchen angehimmelt. Er hat es weder nötig eine um ein Date zu bitten noch sich für eine zu entscheiden, da alle mit ihm ausgehen möchten. Niemals weist er ein Mädchen ab, das ihn am Montagmorgen fragt, ob er ihr Freund sein möchte. Er trifft sich jeweils genau eine Woche lang mit ihr, um am Sonntagabend Schluss zu machen.

    Yuzuru, der eine Klasse höher ist, beobachtet dieses seltsame Verhalten zunächst nur aus der Ferne. Doch als ihm Seryo zufällig an einem Montagmorgen über den Weg läuft, fühlt er sich plötzlich provoziert und fragt ihn, ob er sich wirklich mit jedem verabreden würde, selbst mit ihm, obwohl er ein Junge ist.

    Zu Yuruzus Überraschung erklärt Seryo sich ohne Zögern bereit, ihn in der anstehenden Woche zu daten.

    Band 1 umfast die Zeit von Montag bis Donnerstag. Band 2 die Zeit von Freitag bis zum Sonntagabend.

    Bewertung des Inhalts:

    Die Autorin Venio Tachibana, die hier mit der Mangaka Rihito Takarai zusammengearbeitet hat, erzählt auf schlichte und zugleich sehr einfühlsame Weise wie zwei, die ganz offenbar füreinander bestimmt sind, zueinanderfinden.

    Diese Idee an sich ist nicht neu. Tatsächlich drehen sich sehr viele BL-Manga genau darum. Doch die Verpackung des Ganzen ist es, die den berühmten entscheidenden Unterschied ausmacht, welcher Seven Days überaus eindrucksvoll aus der Masse der BL-Typischen Schulromanzen hervorstechen lässt.

    Der Manga konzentriert sich allein auf die beiden Protagonisten. Nebenfiguren tauchen lediglich am Rande auf und es werden keine parallelen Handlungsstränge aufgegleist. Dies hat zur Folge, dass Seryo und Yuzuru in einer Tiefe beleuchtet werden, die bei einem zweiteiligem BL-Manga eher selten vorkommt. Der Leser erfährt viel über die Gefühle der Beiden in Bezug auf andere und auch sich selbst.

    Ihre Beziehung entwickelt sich langsam, wodurch sie enorm an Glaubwürdigkeit gewinnt. Dem Leser vermittelt sich der Eindruck, dass Seryo und Yuzuru nicht lediglich Figuren in einem fictionalen Werk sind, sondern echte Menschen aus Fleisch und Blut, die genau dieselben Wünsche und Träume haben wie jeder andere auch. Lediglich der Weg dorthin ist anders als die meisten ihn beschreiten.



    Erscheint Seryo im ersten Moment unnahbar und gelangweilt, ja direkt gefühlskalt, zeigt sich im Verlauf der Story, dass er alles andere als das ist. Im Gegenteil. Seine Motive sind vielschichtig, tiefgründig und überaus sensibel. Zugleich basieren sie auf einer Logik, die so schlicht und zutreffend ist, dass man als Leser beeindruckt ist, solche Überlegungen bei einem Jungen seines Alters zu finden.

    Diesbezüglich könnten sich im real Life manche deutlich Älteren eine dicke Scheibe Einfühlungsvermögen und Weisheit abschneiden. Vielleicht würde dann die Rate der Trennungen/Scheidungen zurückgehen.

    Yaoi gibt es in diesem Manga nicht. Das hätte auch nicht zum Inhalt bzw. der Umsetzung gepasst.

    Bewertung des Artworks:

    Rihito Takarai verbindet klassische Shojo Bishonen Elemente mit einem sehr modernen Zeichenstil. Ihre Protagonisten sind lang und schlank gebaut und haben die typischen schmalen Gesichter mit spitzen Nasen und Kinns. Doch die Mangaka verzichtet vollständig auf jegliche Form von Verspieltheit. Ihre Strichführung ist elegant, jedoch eher kantig denn weich und nirgends gibt es Blumen oder Ähnliches.

    Obwohl mir ihre Jungs an den Nasen und um die Kinnpartie zu spitz geraten sind, finde ich das Artwork in der Gesamtbetrachtung sehr schön und gelungen.

    Für mich symbolisiert es in gewisser Weise den künstlerischen Übergang vom älteren BL-Zeichenstil hin zu jenem neuen, moderneren, der bei heutigen Werken vorherrscht.

    Fazit:

    Seven Days ist ein Manga, der ein klassisches Thema auf neue, ungewöhnliche Art und Weise erzählt. Er enthält viele Momente, die ich persönlich sehr anrührend fand, umso mehr als sie sehr einfach und schlicht dargestellt werden, ohne Kitsch und Pathos.

    Seven Days verströmt eine ganz besondere Atmoshäre, und wer willens ist sich darauf einzulassen, dem kann ich dieses Werk nur allerwärmstens empfehlen.

    Es hat meines Erachtens das Zeug dazu, zu einem zeitlosen Klassiker zu werden.
    Geändert von Sujen (21.08.2012 um 15:46 Uhr)

  22. #47
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Entangled Circumstances

    Manga Oneshot von Kikuko Kikuya, US Ausgabe von Digital Manga June Imprint



    Inhalt:

    Der Angestellte Shibui mag seine Arbeit als Angestellter im Sales Department des Magazins Cupido. Wäre da nicht Himeko aus der Abteilung Projektplanung. Sechs Jahre ist es her, dass sie beide gemeinsam studierten und die besten Freunde waren. Bis zu jenem Tag, an dem Himeko aus heiterem Himmel Shibui küsste.

    In seinen schlimmsten Albträumen hätte Shibui sich nicht ausmalen wollen, dass ausgerechnet Himeko, zu dem er damals den Kontakt abbrach, nach dem Studium genau in derselben Firma arbeiten könnte.

    Doch er tut es. Schlimmer noch, er sich benimmt als wäre ihre Freundschaft nie zerbrochen und sucht ständig Shibuis Gesellschaft, während er nebenbei die gesamte Firma mit seinem sprühendem Charme um den kleinen Finger wickelt.

    Wie kann man jemandem klarmachen, dass man keinerlei privaten Kontakt mit ihm haben möchte, wenn man selbst nicht einmal genau weiß, was man wirklich will, geschweige denn fühlt und jede Begegnung einen weiter in Verwirrung stürzt?

    Bewertung des Inhalts:

    Entangled Circumstances zeigt zu keinem Zeitpunkt irgendeine Ambition mehr sein zu wollen als eine locker-leichte Romanze. Die Tatsache, dass man(n) sich jahrelang nicht gesehen hatte, weil einer mit den Gefühlen des anderen sowie auch seinen eigenen nicht klarkam, wird nicht unnötig weiter thematisiert oder gar dramatisiert. Sie bietet lediglich den Aufhänger für eine vertrackte Ausgangslage und diverse Momente, die für den armen Shibui höchst peinlich, für den geneigten Leser indessen ungemein vergnüglich sind.

    Himeko hat sich während der Trennung zum Charmeur entwickelt, der genau weiß, was er will. Daher verwundert es kaum, dass er nicht bis zum Schluss des Manga benötigt, um Shibui rumzukriegen, und auch danach schafft er es - notfalls durch kleine Tricks - Shibui dazu zu bringen, Dinge zu tun, die diesem nie in den Sinn gekommen wären (zB ein kleiner Blow Job).

    Bei so einem Protagonisten besteht stets die Gefahr, dass er unsympathisch wirkt. Wer mag schon Menschen, die andere unter Einsatz ihres Charmes bewusst manipulieren?

    Kikuko Kikuya indessen gelingt das Kunststück, bei diesem Drahtseilakt nicht die Balance zu verlieren. Zu keinem Zeitpunkt kann man dem liebenswerten Trickser Himeko ernsthaft grollen. Schliesslich nutzt er sein Talent nicht, um anderen zu schaden.

    Zugegeben die Sache mit dem bewussten Blow-Job ist vielleicht nicht gerade die feine Englische. Aber wenn frau bedenkt, dass es allein Himekos Charmeattacke auf die Chefin des Magazins zu verdanken ist, dass

    Shibui nach einem groben Fehler nicht gefeuert wird

    relativiert sich das in der großen Waage des Lebens irgendwie gleich wieder.

    Zudem ist die Umsetzung schlicht zu humorvoll, um irgendetwas in diesem Manga so bitter ernst zu nehmen, es einem der Protagonisten nachzutragen.

    Es gibt mehrere Yaoi Szenen, die aber von einigen Ausnahmen abgesehen nicht übermäßig explizit sind.

    Bewertung des Artworks:

    Die Zeichnungen sind vergleichsweise schlicht.

    Die Protagonisten entsprechen nicht unbedingt dem Idealbild eines BL-Bishonen. Runde Gesichter bei denen die Züge bisweilen ein wenig unfertig wirken. Münder, die beim Sprechen oftmals nur als größere Kleckse dargestellt werden.

    Insgesamt betrachtet finde ich das Artwork jedoch sehr sweet, und es passt meiner Meinung nach ausgezeichnet zum fluffigen Inhalt und der witzigen Grundstimmung dieses Manga. So sieht Shibui zum Beispiel die ganze Zeit so aus, als wäre ihm sein Anzug eine Nummer zu gross, wodurch seine naive Tollpatschigkeit optisch betont wird.

    Wer sich ein Bild davon machen möchte, kann dies dank der Leseprobe der Kindle Edition hier bei amazon tun:

    http://www.amazon.de/Entangled-Circu...5570809&sr=1-2

    Fazit:

    Entangled Circumstances ist gewiss kein Manga, den man unbedingt gelesen haben muss. Doch wer Bürosettings und/oder einen humorvollen Stil mag, der sich selbst nicht allzu ernst nimmt, dürfte mit diesem Werk nicht viel falsch machen.

    Mich hat dieser Manga auf jeden Fall ziemlich gut unterhalten und ich werde ihn bestimmt sehr gern wieder einmal zur Hand nehmen.
    Geändert von Sujen (21.08.2012 um 21:05 Uhr)

  23. #48
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Thirsty for Love

    Manga Oneshot von Satosumi Takaguchi (Autorin) und Yukine Honami (Illustratorin)

    US Ausgabe von Digital Manga June Imprint



    Inhalt:

    Der Oberschüler Orie Nakano liebt seine Freundin Yuka leidenschaftlich. Umso größer ist sein Schock als sich herausstellt, dass er nicht der Einzige in ihrem Leben und in ihrem Bett ist. Tatsächlich hat Yuka neben ihm noch ein Verhältnis mit dem zynischen Tatsumi sowie ausgerechnet mit Suguru, dem Trainer des Basketballteams der Schule, den Orie, der selbst in der Mannschaft spielt, schon immer als sein großes Idol betrachtet hat.

    Der nächste, noch unbegreifliche Schock stellt sich ein, als Yuka einer schweren Krankheit erliegt, von der Orie nicht einmal wusste, dass sie diese hatte und er sich unvermittelt dem Hass Sugurus ausgesetzt sieht. Denn dieser kann und will Orie nicht vergeben, dass er der Letzte war, mit dem Yuka schlief, bevor sie starb, und auch Tatsumi steckt seinen Verlust weitaus weniger gut weg als es den Anschein hat.

    Bewertung des Inhalts:

    Diese Zusammenarbeit zwischen der Autorin Satsumi Takaguchi und der Zeichnerin Yukine Honami und ergab einen durchweg ernsten und ziemlichen ungewöhnlichen BL Manga.

    Genau genommen bin ich mir nicht einmal sicher, ob man dieses Werk überhaupt dem BL Genre zuordnen kann. Denn obwohl es im Verlauf des Manga zwischen allen drei Jungs zum Sex kommt, ist dieser in keinster Weise durch romantische Gefühle füreinander motiviert. Tatsächlich gibt es nicht einmal eine echte körperliche Anziehung.

    Sex ist hier lediglich Mittel zum Zweck die Erinnerung an das Mädchen heraufzubeschwören, das alle Drei geliebt haben. Da Orie der Letzte war, mit dem sie schlief, dient er dabei quasi als eine Art Ersatz. So als würde Yukas Aura ihn umgeben, während Tatsumi und Suguru mit ihm schlafen - und das am Ende sogar gleichzeitig.

    Diese bizarre Menagé à Troi wird dabei anfänglich sogar von massiver non-con begleitet, als

    Tatsumi Orie Festhält, während Suguru ihn missbraucht, um ihn dadurch dafür zu bestrafen, dass er ihm einen Teil von Yukas Liebe stahl.

    Dies ist eine zentrale Szene, die im Manga relativ lang ist und aus der auch das Cover Artwork stammt.

    Daneben gibt es noch andere Ereignisse und Szenen, die ich verstörend finde. So geht Suguru in seinem Hass auf Orie so weit

    diesen durch Mobbing in den Selbstmord treiben zu wollen. Ja, er fordert Orie tatsächlich auf, sich als Sühne dafür umzubringen, dass er (ohne es zu wissen!!) mit Yuka schlief obwohl Suguru sie liebte. Suguru terrorisiert Orie und erklärt ihm, dass er es nicht verdienen würde zu leben und er Yuka in den Tod zu folgen hätte etc. etc.

    Ich finde die gesamte Storyline höchst befremdlich.

    Bewertung des Artworks:

    Yukine Homanis Zeichnungen sind von hoher Qualität. Ihre zarte, skizzenhafte Strichführung ist immer wieder ein visueller Genuss. Ihre Protagonisten sind sehr attraktiv und unterscheiden sich optisch voneinander, was im BL Bereich ja nicht unbedingt selbstverständlich ist. Die Yaoi Szenen sind grafisch, jedoch in Bezug auf die maßgeblichen Körperteile nicht sionderlich explizit.

    Yukine Honamis ästhetisches Artwork steht für mich in krassem Gegensatz zum verstörenden Inhalt dieses Manga.

    Fazit:

    Dieser Manga ist als faszinierte Studie menschlicher Abgründe zweifellos mehr als geeignet, und auch BL Fans, die ein Faible für diese Art von Stories haben und vor non-con nicht zurückscheuen, dürften dieses Werk durchaus interessant finden.

    Ich für meinen Fall habe daran keinen Gefallen gefunden

    Sex ohne Gefühle wäre für mich ja noch zu verschmerzen gewesen. Persönlich bevorzuge ich zwar Manga, in denen die Protagonisten sich (zumindest am Ende) lieben, aber wenn es dann nicht sein soll, bin ich durchaus mit reiner körperlicher Begierde (und entsprechenden heißen Yaoi Szenen) zufrieden.

    Aber was bitte haben ausgiebige Heterosexszenen in einem BL Manga verloren?

    Schlimmer noch, was haben drei Kerle in einem BL Manga zu suchen, die allesamt eine Frau so leidenschaftlich lieben, dass sie miteinander ins Bett gehen, um sich dabei an sie zu erinnern?

    Da kann die Grundidee objektiv noch so interessant sein und die DM Ausgabe noch so ein tolles Großformat mit HHochglanzschutzumschlag haben.

    BL-technisch betrachtet ist das nach meinem Verständnis schlicht und ergreifend einfach nur völlig daneben - von den pschycho Parts in Bezug auf die Bußen, die Orie abverlangt werden, gar nicht erst zu reden.
    Geändert von Sujen (22.08.2012 um 19:36 Uhr)

  24. #49
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    On Bended Knee

    Manga Oneshot Storysammlung von Ruri Fujikawa

    US Ausgabe von 801 Media



    Inhalt:

    On Bended Knee ist eine Sammlung von fünf Yaoi Oneshots, die jeweils zwei Kapitel haben.

    Die Titelstory dreht sich um den Erben einer chinesischen Mafiafamilie und seinen japanischen Leibwächter.

    Die zweite mit dem Titel "Slight Fever" handelt von zwei Ärzten, die ein Verhältnis miteinander haben. Einer kann nicht einmal im Krankenhaus, in dem sie beide arbeiten, die Finger von dem anderen lassen, was ihre Beziehung belastet.

    Story Nummer drei heisst "I won't lose you to the Sun." Hier stehen ein privater Tutor und sein Schüler im Mittelpunkt.

    In der vierten Story mit Namen "Cinderellas Lure" geht es um ein männliches Nachwuchsmodell, das nur arbeiten kann, wenn sein Manager und Geliebter beim Shooting anwesend ist.

    Die letzte Geschichte "Your Chef" spielt in einem Restaurant und dreht sich um den jungen Küchenchef, der in den Servicemanager verliebt ist, welcher indessen nichts von den leidenschaftlichen Gefühlen zu ahnen scheint, die er für ihn hegt.

    Bewertung des Inhalts:

    Trotz der Kürze sind alle Stories mehr als bloße Momentaufnahmen. In jeder von ihnen gibt es eine Entwicklung, die entweder die Situation, in der die Protagonisten sich befinden, verändert oder ihre Beziehung zueinander.

    Zwei Stories zeigen, wie sich Beziehungen anbahnen.

    Wobei hiervon diejenige um den Tutor und seinen Schüler die interessantere ist. Infolge des deutlichen Altersunterschied, der sich auch im Äußeren zeigt, liegt über dem Ganzen ein Hauch von Shota. Ich sage bewusst nur Hauch, da der Tutor die Avancen seines Schülers solange zurückweist, bis jener alt genug ist, um nicht mehr unter die Rubrik Shota zu fallen.

    In drei Stories gibt es bereits bestehende Beziehungen.

    In zwei Fällen geht es darum, dass diese genauer beleuchtet werden und die Protagonisten ein bestimmtes Verhalten überdenken und letztlich ändern.

    In der Titelstory liegt der Fokus indessen nicht ausschliesslich auf der Romanze. Vielmehr wird hier eine zusätzliche Actionhandlung um Mordanschläge auf den jungen Erben aufgegleist. Diesen zweiten Erzählstrang fand ich sehr gelungen, und insgesamt hat mir diese Story von allen am besten gefallen.

    Es gibt es jede Menge Yaoi Szenen, doch diese sind bei weitem nicht so explizit wie das Cover und der vielversprechende Titel vermuten lassen. Insbesondere wurden die maßgeblichen Körperstellen durch Aussparungen zensiert, was für einen Yaoi Fan natürlich stets ein Ärgernis ist.

    Bewertung des Artworks:

    Die Zeichnungen sind ausgesprochen schön und vergleichsweise realistisch. Die Protagonisten sehen männlich aus und ausnahmsweise sogar einmal halbwegs ihrem Alter entsprechend, was insbesondere in der Geschichte um die Tutor/Schüler Beziehung wohltuend ins Auge sticht.

    Gerade Beziehungen, in denen ein Uke noch sehr jung und sein Seme im Verhältnis dazu deutlich älter ist, neigt die Branche dazu, dies dadurch optisch zu verschleiern, dass der Seme - obwohl 10 oder mehr Jahre älter - optisch genauso jung dargestellt wird wie der Uke. Darauf hat die Mangaka hier glücklicherweise erzichtet.

    Fazit:

    On Bended Knee liefert einige unterhaltsame und durchaus auch abwechslungsreiche Stories, einen Haufen attraktive Männer und jede Menge ästhetisches Yaoii - wenn auch kein absolutes Hard Core und auch keinerlei non-con, auch nicht im Graubereich. In diesem Manga geschieht alles absolut einvernehmlich.

    Somit ist dieser Band sehr gut für Yaoi Einsteiger sowie für alle diejenigen geeignet, denen schon der winzigste Hauch von non-con wie er in so vielen BL-Manga vorkommt, zuwider ist.

  25. #50
    Mitglied Avatar von Sujen
    Registriert seit
    05.2012
    Beiträge
    7.759
    Nachrichten
    0
    Blog-Einträge
    98
    Das Spiel von Katz und Maus

    Manga Serie von Setona Mizushiro abgeschlossen mit zwei Bänden

    deutsche Ausgabe erschienen beim Carlsen Verlag.



    Inhalt:

    Der Büroangestellte Kyoichi ist daran gewöhnt, ein angepasstes Leben zu führen und sowohl beruflich als auch privat stets den Weg des geringsten Widerstands zu gehen. Da die Frauen ihn mögen und sich immer wieder eine findet, welche die Initiative ergreift, hatte er schon einige Freundinnen und mittlerweile sogar einen Ehering am Finger. Der ihn indessen keineswegs daran hindert, auf Avancen der Damenwelt einzugehen. Als seine Frau einen Privatdetektiv beauftragt, der Beweise für seine Untreue finden soll, drohen all die kleinen Seitensprünge aufzufliegen.

    Doch wie der Zufall spielt stellt der Privatdetektiv sich als Kyouichis ehemaliger Kommilitone Imagase heraus. Dieser ist schwul und schon seit der Studienzeit heimlich in Kyouichi verliebt. Nun nutzt er die Chance, die sich ihm so unverhofft bietet, um Kyouichi ein unmoralisches Angebot zu machen. Er ist bereit sämtliche Beweise verschwinden zu lassen und Kyouichis Ehefrau zu bestätigen, dass ihr Gatte ihr stets treu war - vorausgesetzt Kyouichi ist bereit, sich mit ihm zu treffen und sich küssen zu lassen - und zwar nicht nur auf den Mund.

    Bewertung:

    Das Spiel von Katz und Maus ist einer der besten BL Manga, die ich bislang gelesen habe.

    Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, dieses besondere Werk mit wohlverdientem Lob zu überschütten.

    Die Handlung ist überaus komplex. Die Beziehung zwischen Kyouichi und Imagase ist nicht die Einzige, welche hier eingehend beleuchtet wird. Die Geschichte wird im Wesentlichen aus dem Blickwinkel von Kyouichi erzählt. Sie geht dabei insbesondere der Frage auf den Grund, wieso er mit so vielen Frauen zusammen war, obwohl er offensichtlich keine von ihnen genug geliebt hat, um sie glücklich zu machen. Dabei wiird sein schwacher Charakter Stück für Stück offenbart. Bequemlichkeit, die Unfähigkeit zu erkennen, was er will oder gar eigene Entscheidungen zu treffen sowie die Angst davor irgendwo anzuecken oder anders als andere zu sein - all das ist es, was Kyouichi ausmacht. Er ist ein Schwächling und ein Feigling - und gerade diese Eigenschaften sind es, die ihn ungemein menschlich machen.

    Er lässt sich auf den Deal mit Imagase ein, um das Scheitern seiner Ehe zu verhindern, die ohnehin nur noch auf dem Papier extiert, und als seine Frau sich dennoch von ihm trennt, lässt er Imagase bei sich wohnen und sich von ihm trösten - auch sexuell. Doch nur bis zu einem gewissen Punkt, denn natürlich ist er ein normaler heterosexueller Mann und nicht schwul. Deshalb trifft er sich weiter mit Frauen und wenn eine ihn will, schläft er mit ihr.

    Imagase ist genau das Gegenteil von Kyouichi. Er weiss was er will und steht unbeirrt zu sich und seinen Gefühlen. In seinem Leben gibt es nur eine einzige Schwäche, und das ist seine Liebe zu Kyouichi, an der er festhält, ganz gleich wie viele seelische Verletzungen ihm durch die halbherzige Zurückweisung und die Unentschlossenheit des Mannes, den er liebt, zugefügt werden.

    Er verwöhnt Kyouichi in- und außerhalb des Bettes ohne dafür Zärtlichkeit oder gar Liebe von ihm zu erhalten, ja er darf nicht einmal mit ihm schlafen, damit Kyouichi sich nicht eingestehen muss, dass er vielleicht doch schwul sein könnte. Er muss mitansehen, wie Kyouichi sich immer wieder aufs Neue von Frauen verführen lässt, während er sich selbst nach dessen Aufmerksamkeit verzehrt und nur verzweifelt klagen kann: "Ich wünschte, ich wäre als Weib geboren worden."

    Der Weg zueinander ist für beide schwer und steinig.

    Kyouichis Unvermögen zu erkennen, was er fühlt und vor allen Dingen für wen, lassen Ihn und Imagase gleichermaßen leiden, und sie stürzen ihn in innere Konflikte aus denen er sich erst befreien kann, als es schon fast zu spät ist.

    Erst nachdem er Imagase verloren hat, wird ihm klar, was er an ihm hatte und wie viel er für ihn empfindet - und zum ersten Mal in seinem Leben ist er es, der eine Entscheidung trifft, anstatt sie anderen zu überlassen.

    Bis dahin reiht sich eine starke, mitreißende Szene an die andere.

    Besonders hervozuheben sind dabei die verschiedene Begegnungen zwischen Imagase und Kyouichis Exfreundin aus Unizeiten, Natsaki, die ihn immer noch liebt, die Sache mit dem alten Feuerzeug, der symbolträchtige Aschenbecher voller Zigarrettenstummel sowie das hochemotionale Finale des ersten Bandes.



    Der erste Band war ursprünglich als Oneshot geplant. Doch aufgrund des großen Erfolgs entstand ein Sequel, das nahtlos an die Ereignisse von Band 1 anknüpft.

    Obwohl Imagase und Kyouichi mittlerweile ein Paar sind, fällt es Letzterem schwer, seine Verhaltensmuster abzulegen. Die alten Unsicherheiten und Ängste melden sich zu Wort und

    als ihm das Schicksal in Form einer Frau, die an ihm interessiert ist, die Möglichkeit bietet wieder zu einem normalem Leben als angepasster heterosexueller Mann zurückzukehren, greift er ohne nachzudenken spontan zu.

    Imagases Verzweiflung geht unter die Haut, und wenn er sich schliesslich sogar soweit erniedrigt

    Kyouichi anzuflehen, ihn nach seiner Heirat wenigstens als Geliebten zu behalten und ihm unter Tränen verspricht, keinerlei Ansprüche an ihn zu stellen und zufrieden und dankbar zu sein, sollte er sich gelegentlich seiner entsinnen und ihn heimlich treffen, um sich von ihm befriedigen zu lassen, sollte seine Frau gerade keine Zeit für ihn haben

    Ist man als Leser selbst den Tränen nah und hat einen Kloss im Hals, an dem man zu ersticken droht.

    Die emotionale Achterbahnfahrt durch alle Höhen und Tiefen dieser Liebe schüttelt und beutelt die Seele ganz gewaltig, zumal der Ausgang bis zum Schluß - welcher hier selbstredend nicht einmal in einem Spoilerkasten verraten wird - völlig offen ist

    Es gibt in beiden Bänden überaus explizite Yaoi Szenen, die nicht nur völlig unzensiert sind, sondern sich in grundlegenden Dingen von den üblicherweise geltenden BL-Regeln unterscheiden.

    Imagase nötigt Kyouichi nicht, mit ihm zu schlafen - obwohl dessen Unentschlossenheit ihm gemäss des BL-Klischees eine "Rechtfertigung" liefern würde, ihn mittels Leidenschaft zu "überzeugen", dass er es im Grunde ja eigentlich will. Stattdessen hört er sogar in einem Moment auf, in dem Kyouchi anfängt von sich aus nachzugeben, weil er nicht möchte, dass dieser nur mit ihm schläft, weil es einfacher ist, einzuwilligen als deutlich nein zu sagen.

    Das ist ein Novum, so wie so ziemlich alles an diesem Werk im BL Bereich ein Novum ist, da es in jeder Hinsicht von den typischen BL-Klischees abweicht.

    Die Protagonisten leben in einer realen Welt, die von Frauen und heterosexuellen Männern bevölkert ist und in der nicht jeder attraktive Mann per se schwul ist oder ein Mann, der bislang heterosexuell ohne weiteres begeistert die Seiten wechselt. Frauen teilen sich nicht in eiskalte Biester oder Mütter und Schwestern ein. Sie werden als normale Menschen dargestellt - und es gibt davon einige in diesem Manga.

    Die Dialoge sind sehr natürlich und zugleich auf einem deutlich höherem sprachlichem Niveau als man es normalerweise in einem BL Manga findet.

    Bewertung des Artworks:

    Setona Mizushiro hat einen klaren, schnörkellosen Stil. Ihre Protagonisten sind auf ihre eigene individuelle Art attraktiv, ohne dass sie dabei Ähnlichkeit mit den typischen BL-Bishonen aufweisen. Insbesondere Imagase mit seinen ausdrucksvollen Blicken scheint von einer Aura umgeben zu sein, die ihn überaus anziehend macht.

    Mir gefällt das Artwork ausnehmend gut und es passt perfekt zum Inhalt und zum eindringlichen Erzählfluss dieser Geschichte..

    Fazit:


    Das Spiel von Katz und Maus hat mich emotional aufgewühlt und tief berührt.

    Es werden Themen auf zwischenmenschlicher Ebene angesprochen, die viel Wahrheit und teilweise sogar Weisheit in Bezug auf die menschliche Natur mit all ihren Vorzügen und zugleich eben auch ihren Schwächen und Fehlern enthalten.

    Dies ist definitiv ist kein Manga, den man einfach nur nebenbei zur Unterhaltung liest, um ihn fortzulegen und zu vergessen sobald man die letzte Seite umgeblättert hat.
    Geändert von Sujen (22.08.2012 um 22:19 Uhr)

Seite 2 von 5 ErsteErste 12345 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •