szmtag Curry
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Thema: Curry

  1. #1
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    Curry

    Hallo Leute! Die letzten Monate habe ich mit Aquarellfarben und (für mich) neuen Stilen beschäftigt. Hier ein paar Ergebnisse:



    (Scherz lass nach)




    Wichtig waren für mich in dieser Zeit eine möglichst dynamische, referenzfreie Arbeitsweise. Das hat natürlich den Papierverbrauch beschleunigt, aber es hat mächtig Spass gemacht.

    Hier noch eine Skizze:
    Geändert von Kocher (11.02.2012 um 22:15 Uhr) Grund: neue URL

  2. #2
    Moderator Künstlerbereich Avatar von Fumetto
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    Ich bin der Meinung, du solltest Referenzen benutzen. Nur so lernst du Proportionen und bestimmte Körperhaltungen kennen. Denn deine Bilder wirken, was anatomische Dinge angeht, noch ziemlich unbeholfen. Dem letzten Porträt etwa, wo Nasenflügel und Mund beide nach unten rutschen und das Ohr wie ausradiert wirkt, hätte etwas 'Naturbeobachtung' nicht geschadet.
    Versteh' mich bitte nicht falsch: Du sollst jetzt nicht naturalistisch zeichnen. Aber es ist auch ein Trugschluss anzunehmen, dass man ganz ohne Referenzen auskommt (und das es womöglich weniger beschwerlich sei, ohne Referenzen zu zeichnen). Gerade die auf wenige Striche reduzierte Zeichnung verlangt ein sehr genaues Wissen darüber, welche Linien wichtig sind und wo genau sie hingehören, wenn ein bestimmter Ausdruck dargestellt werden soll. Ich nenne als Beispiel den italienischen Illustrator Dino Battaglia. Der konnte mit den allerwenigsten zittrigen Strichen und ein paar Schwarz- und Grauflächen ungeheure Atmosphären erzeugen. Wenn du allerdings seine früheren Arbeiten siehst, unterscheiden die sich nicht groß von dem naturalistischen Stil des italienischen Comics der 50er und 60er Jahre. Das heißt also: Er hat erst die handwerklichen Grundlagen des Zeichnens erlernt, bevor er angefangen hat, ohne Referenz und sozusagen intuitiv zu zeichnen. Das ist der Weg. Deshalb mein Tipp: Arbeite ruhig mal nach Referenzen.
    Ach so, und den Lichteffekt im ersten Bild hättest du noch viel stärker und eindrücklicher machen können, wenn du das durch die Fenster einstrahlende Sonnenlicht stärker und mit härteren Kontrasten vom Halbdunkel des Zimmers abgehoben hättest. So in etwa wie hier.

  3. #3
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    Hey Fumetto, Danke für deine Tipps. Du hast natürlich Recht. Anatomische Probleme versuche ich noch so viel wie möglich zu verkürzen, in dem ich gewisse Sachen einfach weglasse. Ein Trick, der nicht immer klappt und nicht alles kaschiert. Das Zeichnen mit Referenz hat mich nach den ersten 1-2 Jahren intensiveren Zeichnens nicht mehr groß weitergebracht, aber ich werde natürlich diesbezüglich am Ball bleiben. Allein schon deshalb, weil Zeichnen ein ewiges Studium ist. Am besten man vereint beides. Da ich jedoch hauptsächlich Comics machen will, und kein "Maler" bin, muss ich eben auch ohne Referenz alles zeichnen können.

    Malen ist eh so eine Nummer. Dein Hinweis mit dem Schatten, der haut natürlich hin und ich habe darüber nachgedacht, aber ich habe mich nicht wirklich getraut. Das hätte ich über die fertigen Malschichten legen müssen, und da war ich mir absolut unsicher, wie das funktionieren würde. Und mit Wasserfarben und Malerei generell habe ich noch keine großen Erfahrungen.

  4. #4
    Mitglied Avatar von kroko_dok
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    Zitat Zitat von Kocher Beitrag anzeigen
    [...]
    Da ich jedoch hauptsächlich Comics machen will, und kein "Maler" bin, muss ich eben auch ohne Referenz alles zeichnen können.
    [...]
    Ich behaupte mal, dass auf jeder meiner Comic-Seiten die Hälfte der Panels nur durch eine Referenz wirklich gut geworden ist und auch, dass es bei anderen Zeichnern vielleicht noch mehr sind.

  5. #5
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    Zitat Zitat von kroko_dok Beitrag anzeigen
    Ich behaupte mal, dass auf jeder meiner Comic-Seiten die Hälfte der Panels nur durch eine Referenz wirklich gut geworden ist und auch, dass es bei anderen Zeichnern vielleicht noch mehr sind.
    Ich finde die Sachen von dir gut, wo man sieht, das kommt irgendwie aus dir. Wenn Du verstehst, was ich meine. Das bekommt dann automatisch etwas enorm Lebendiges. (Dann ist es auch unerheblich, ob die Zeichnungen korrekt sind.) Und ich schätze das sehr. Weil es ehrlich ist und eben lebendig.

    Richtig "gut" werden Sachen erst nach ein paar Dekaden Übung (wenn man es denn darauf anlegt), denke ich mal. Ich benutze Referenzen momentan für einzelne Sachen, wie "wie fällt das Licht", "wie funktioniert die Textur" usw.
    Ich finde eben Sachen "cool", wo man irgendwie ahnt und sieht, dass da kaum Zeit und Forschung benötigt wurde. Diese Dinger, die aus dem Arm geschüttelt werden. Die blinden Pässe in den Lauf. Klar, das benötigt viele Referenz-Übungen, aber auch ebenso viele Versuche, alleine komplette Motive und Texturen zu entwickeln.

  6. #6
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    Skizze am Abend, erquickend und labend. Ohne Ref und Radierer. Also nicht so streng sein.
    Geändert von Kocher (11.02.2012 um 22:14 Uhr) Grund: neue URL

  7. #7
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    Ich gebe Fumetto und Kroko Dok recht: Deine Zeichnungen sind sehr ausdrucksstark und dein Comic ist atmosphärisch dicht und erzählerisch überzeugend, aber deine Figuren sind anatomisch krumm und schief und – für mich und offenbar für die beiden anderen auch – stört das die Lust am Schauen und das Eintreten in deine Welt.

    Ich weiß nicht, warum und an welcher Stelle du bei deinen vorherigen Versuchen, nach Referenz zu zeichnen, nicht weitergekommen bist. Manchmal muss man sich da Hilfe holen und einen kleinen Kniff erklären lassen – und das kann einfach eine andere Form des Übens sein. Ich denke aber, dass du davon profitieren würdest, das nicht einfach aufzugeben.

    Du meinst, richtig gut zu werden bräuchte Dekaden?

    Du bist doch auf deviantART, da kennst du bestimmt Johannes Voß (algenpfleger.deviantart.com). Der hat im Frühjahr 2007 angefangen zu zeichnen. Seine ersten Versuche sind hier: http://www.conceptart.org/forums/sho...d.php?t=114449 Inzwischen arbeitet er als freiberuflicher Illustrator (zuletzt für den Playboy). Nun werden einige vielleicht meinen, Hannes hätte eben ein besonderes Talent. Ich glaube das nicht und komme auf meine Definition von Talent aus einem anderen Thread zurück: Talent ist, wenn man Freude am Üben hat.

    Hannes hat mal irgendwo geschrieben, dass er lange Schlagzeug gespielt hat und es gewohnt ist, jeden Tag mehrere Stunden hart zu üben. Du kannst ja mal sein "sketchbook" auf conceptart.org durchblättern, und du wirst mit eigenen Augen sehen, wie viel er gezeichnet hat und dass er anfangs fast ausschließlich nach Referenz gearbeitet hat – und heute die erstaunlichsten Dinge ganz ohne Referenz zu zeichnen im Stande ist.

    Wenn du was im Kopf haben willst, musst du da erstmal was reinbringen. Man kann nicht aus dem Kopf zeichnen, ohne von Vorlagen zeichnen gelernt zu haben. Sonst wirst du nach fünf Jahren Comicmachen genauso "gut" zeichnen wie vorher. Das fände ich schade, wenn du deine Begabung so vergeudest.

  8. #8
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    Ich habe doch gar nix gegen Referenzen. 'Ist nur eine Phase gerade.

    Fumetto schreibt, dass es möglicherweise beschwerlich sei mit Referenzen zu zeichnen. Ich weiss jetzt nicht, ob Du das vom Tempo meinst oder von der Zechnerei an sich, Fumetto(?) Aber ich empfinde das Arbeiten mit Referenz als das Entspannendste, was es gibt. Es ist sogar eine Art Meditation für mich, schon alleine deshalb finde ich das nicht doof.

    Ich schätze Algenpfleger in dem was er macht. Aber ich vergleiche mich nicht (gerne). Nur, weil mich Comics mehr interessieren, schiele ich lieber auf solche Leute: (Ein echtes Qualitätsgewitter

    http://www.johnpaulleon.com/home.htm

    Gerade entdeckt. Sehr zu empfehlen: "Winter Men". Ein großes Stück Kunst.

    btw: Der Mensch ist krumm und schief, wenn man genauer hinsieht. Ich kann da nix für, ich find's sogar gut. Ideale interessieren mich nur begrenzt.
    btw2: Klar, ich bin halt noch nicht da, wo ich dir eine genaue, anatomisch korrekte Zeichnung hinlegen kann, diese Feststellung ist müßig.
    Ich muss noch so viel Lernen, das mir die Haare zu Berge stehen, aber ja, ich will. Dennoch spiele ich mit der 'Schiefheit' der Menschen. Z.B. war der schiefe Mund bei der Dame in Kohle durchaus beabsichtigt und kein Zittern oder Planlosigkeit. Eher ihr rechtes Auge.
    Geändert von Kocher (13.11.2011 um 23:52 Uhr)

  9. #9
    Mitglied Avatar von zorn
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    Zitat Zitat von Kocher Beitrag anzeigen
    Skizze am Abend, erquickend und labend. Ohne Ref und Radierer. Also nicht so streng sein.
    Hi!
    Die Farben sind schön und der Hintergrund ist echt geil.

    Sollte es eine Übung sein, ein "realistisches" Gesicht zu zeichnen*, solltest du dir die Volumenverteilung am Kopf etwas genauer ansehen: Es fehlt bei dem Bildchen die "Oberaugenwulst", die bei allen, außer den klassischen griechischen Nasen zu dieser Delle zwischen Stirn und Nase an der Nasenwurzel führt, und der Überhang der Nase über die Lippe könnte auch noch ausgeführt werden, um die Perspektive zu betonen. Die Unterlippe könnte etwas weniger breit sein, aber wenn die Person volle Lippen hat, dann muss man da nichts (oder nicht viel) wegnehmen. Mir ist nicht ganz klar, wo das Licht herkommt, da könntest du vielleicht mit etwas konsequenter Licht- und Schattenführung etwas klar Klarheit reinbringen.

    Zu Fumettos "Kritik": natürlich muss nicht jeder Comiczeichner naturalistisch zeichnen, aber wo es Abweichungen von "richtig" gibt, sollte es gewollt und nicht ungekonnt aussehen, und dafür ist es wichtig, dass man die Regeln kennt, die man bricht. Für den Betrachter entsteht, wenn die Brüche konsequent und gut gemacht sind, der Eindruck "das ist der Stil" des Zeichners. Sonst kommt beim Leser statt Bewunderung für eine eigenständige Art (und Kunst) der Abstraktion eher das Gefühl auf, dass der Zeichner schlampig oder/und unfähig war - und dann verliert man den Interessten leicht. Was schade wäre, wenn die Geschichte an sich gut ist.

    *sollte es was anders sein ...

  10. #10
    Mitglied Avatar von ateru
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    Zitat Zitat von 皮膚 草本 太陽 石 Beitrag anzeigen
    Ich gebe Fumetto und Kroko Dok recht: Deine Zeichnungen sind sehr ausdrucksstark und dein Comic ist atmosphärisch dicht und erzählerisch überzeugend, aber deine Figuren sind anatomisch krumm und schief und – für mich und offenbar für die beiden anderen auch – stört das die Lust am Schauen und das Eintreten in deine Welt.

    Ich weiß nicht, warum und an welcher Stelle du bei deinen vorherigen Versuchen, nach Referenz zu zeichnen, nicht weitergekommen bist. Manchmal muss man sich da Hilfe holen und einen kleinen Kniff erklären lassen – und das kann einfach eine andere Form des Übens sein. Ich denke aber, dass du davon profitieren würdest, das nicht einfach aufzugeben.

    Du meinst, richtig gut zu werden bräuchte Dekaden?

    Du bist doch auf deviantART, da kennst du bestimmt Johannes Voß (algenpfleger.deviantart.com). Der hat im Frühjahr 2007 angefangen zu zeichnen. Seine ersten Versuche sind hier: http://www.conceptart.org/forums/sho...d.php?t=114449 Inzwischen arbeitet er als freiberuflicher Illustrator (zuletzt für den Playboy). Nun werden einige vielleicht meinen, Hannes hätte eben ein besonderes Talent. Ich glaube das nicht und komme auf meine Definition von Talent aus einem anderen Thread zurück: Talent ist, wenn man Freude am Üben hat.

    Hannes hat mal irgendwo geschrieben, dass er lange Schlagzeug gespielt hat und es gewohnt ist, jeden Tag mehrere Stunden hart zu üben. Du kannst ja mal sein "sketchbook" auf conceptart.org durchblättern, und du wirst mit eigenen Augen sehen, wie viel er gezeichnet hat und dass er anfangs fast ausschließlich nach Referenz gearbeitet hat – und heute die erstaunlichsten Dinge ganz ohne Referenz zu zeichnen im Stande ist.

    Wenn du was im Kopf haben willst, musst du da erstmal was reinbringen. Man kann nicht aus dem Kopf zeichnen, ohne von Vorlagen zeichnen gelernt zu haben. Sonst wirst du nach fünf Jahren Comicmachen genauso "gut" zeichnen wie vorher. Das fände ich schade, wenn du deine Begabung so vergeudest.
    Nur mal so aus Neugierde: Bist du Manfred?


  11. #11
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    Zitat Zitat von zorn Beitrag anzeigen
    Hi!
    Die Farben sind schön und der Hintergrund ist echt geil.

    Sollte es eine Übung sein, ein "realistisches" Gesicht zu zeichnen*, solltest du dir die Volumenverteilung am Kopf etwas genauer ansehen: Es fehlt bei dem Bildchen die "Oberaugenwulst", die bei allen, außer den klassischen griechischen Nasen zu dieser Delle zwischen Stirn und Nase an der Nasenwurzel führt, und der Überhang der Nase über die Lippe könnte auch noch ausgeführt werden, um die Perspektive zu betonen. Die Unterlippe könnte etwas weniger breit sein, aber wenn die Person volle Lippen hat, dann muss man da nichts (oder nicht viel) wegnehmen. Mir ist nicht ganz klar, wo das Licht herkommt, da könntest du vielleicht mit etwas konsequenter Licht- und Schattenführung etwas klar Klarheit reinbringen.
    Das mit der Wulst stimmt. In der Schule habe ich ganze Nasen vergessen zu zeichnen. Also ich werde das mal in mein Programm einbauen. *merk, speicher* Ich weiss da zwar drum, aber irgendwie vergess ich die 90% der Fälle. Der ganze Mundbereich ist bei so einer Perspektive anstrengend. Heute hätte ich vielleicht das Kinn etwas genauer skizziert. Naja...

    Zu Fumettos "Kritik": natürlich muss nicht jeder Comiczeichner naturalistisch zeichnen, aber wo es Abweichungen von "richtig" gibt, sollte es gewollt und nicht ungekonnt aussehen, und dafür ist es wichtig, dass man die Regeln kennt, die man bricht. Für den Betrachter entsteht, wenn die Brüche konsequent und gut gemacht sind, der Eindruck "das ist der Stil" des Zeichners. Sonst kommt beim Leser statt Bewunderung für eine eigenständige Art (und Kunst) der Abstraktion eher das Gefühl auf, dass der Zeichner schlampig oder/und unfähig war - und dann verliert man den Interessten leicht. Was schade wäre, wenn die Geschichte an sich gut ist.
    Ich wollte das Comic einfach nicht liegen lassen trotz Stress, deswegen sind die letzten Episoden aus dem Ruder gelaufen. Unter der Druck zeichnen ist eine unangenehme Nummer. Man kürzt eine Menge weg, so dass es dann nach Schlamperei aussieht. Zudem sind Comics extrem anstrengend, zumal ich wirklich alles alleine mache. Das sind bestimmt 10 Arbeitsschritte, wenn man da in Zeitnot kommt... Boing.

    Heutige abendliche Übung. Leicht verdrehter Torso, keine Referenz, den Radierer musste ich aber schwingen.



    Aye, Aye!

    *Diesmal habe ich wohl die u.a. die Hüfte ignoriert.
    Geändert von Kocher (11.02.2012 um 22:13 Uhr)

  12. #12
    Mitglied Avatar von zorn
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    wenn ich dazu was sagen darf (zur Hüfte ) - nö, hier finde ich, dass es sehr stimmig wirkt. Okay, die Hüfte ist nicht 100% wie aus dem Anatomielehrbuch, aber das ganze Bild, Farbe, Highlight, Figur, Darstellung wirkt (für mich) sehr geschlossen. Zudem wirkt die Frau so schön "normal" mit ihren breiten Hüften, nicht wie so ein Magermodell. Wenn ich sagen sollte, was mich hier überhaupt stört, dann würde ich sagen: der Kringel auf ihrer Brust . Und ich denke, wenn das alles ist, dann kann man das auch einfach nicht sagen, weil das Bild nämlich total niedlich ist

  13. #13
    Mitglied Avatar von Coffeehouse
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    Zitat Zitat von 皮膚 草本 太陽 石 Beitrag anzeigen

    Du bist doch auf deviantART, da kennst du bestimmt Johannes Voß (algenpfleger.deviantart.com). Der hat im Frühjahr 2007 angefangen zu zeichnen. Seine ersten Versuche sind hier: http://www.conceptart.org/forums/sho...d.php?t=114449 Inzwischen arbeitet er als freiberuflicher Illustrator (zuletzt für den Playboy). Nun werden einige vielleicht meinen, Hannes hätte eben ein besonderes Talent. Ich glaube das nicht und komme auf meine Definition von Talent aus einem anderen Thread zurück: Talent ist, wenn man Freude am Üben hat.
    Ja, Algenpfleger ist super, aber einen großen Teil der Credits muss man auch seiner Freundin Jana geben. Die war schon super als Hannes noch nix konnte. Mit so einer Mentorin im Rücken lernt es sich auch schneller und man wird besser motiviert. Die beiden ähneln sich heute im Stil sehr und machen sogar Magic the Gathering Karten zusammen. Hab noch nie vorher ne MTG Karte gesehen, auf der 2 Künstlernamen standen.

    Zitat Zitat von 皮膚 草本 太陽 石 Beitrag anzeigen
    Wenn du was im Kopf haben willst, musst du da erstmal was reinbringen. Man kann nicht aus dem Kopf zeichnen, ohne von Vorlagen zeichnen gelernt zu haben. Sonst wirst du nach fünf Jahren Comicmachen genauso "gut" zeichnen wie vorher. Das fände ich schade, wenn du deine Begabung so vergeudest.
    Ich seh es so: wenn man zeichnen können will ohne Vorlagen, sollte man ohne Vorlagen zeichnen und nicht mit.
    Was in den Kopf rein muss, ist eh schon drin, weil du jeden Tag Anatomie im Leben siehst.

    Bei mir funktioniert der Ansatz besser sich keine Referenzen zu leisten, weil ich dann in meinem Rahmen das, was ich zeichne auch stringenter in anderen Posen, Blickwinkel usw. übertragen kann und in letzter Instanz (wenn ich mal weiter übe) auch schneller und geschlossener zu einem Ergebnis komme. Ich bilde mir ein, dass mich ohne Referenzen bisher weiter gebracht hat.

    Und abschließend: Vergleicht doch mal Kochers erste Beiträge, mit den Arbeiten von jetzt, da ist schon eine große Entwicklung passiert. Das sollte auch mal gesagt werden.

  14. #14
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    Nur zur Korrektur: Die MtG-Karten mit Jana entstanden vor ein, zwei Jahren. Seit einem Jahr arbeitet Hannes nicht mehr mit Jana zusammen sondern ausschließlich alleine. Ansonsten hast du sicher recht, dass er von ihr viel gelernt hat. Aber eben nicht vom gucken, sondern vom mit- und nachmachen. Das ändert nichts an meiner Übungshypothese. Man könnte höchstens hinzufügen: Suche dir Lehrer, von denen du auch was lernen kannst. Generell sind Bücher sicher weniger hilfreich als guten Zeichnern beim Zeichnen zuschauen, weswegen ich auch Videos bevorzuge.

    Dass man jeden Tag Anatomie im Leben sieht ist richtig und falsch. Bevor man zeichnen kann, muss man erstmal auf die richtige Weise sehen lernen. Das zeigt Betty Edwards in ihrem Buch sehr schön, und ich will das hier jetzt nicht wiederholen. Wenn du so sehen kannst, dann musst du nicht unbedingt beim "Kopf anfüllen" auch gleichzeitig zeichnen. Ich denke trotzdem, dass es hilft, wenn man das tut, gebe aber zu, dass ich in diesem Punkt letztlich unentschieden bin.

    Da ich deine Zeichnungen nicht kenne, kann ich schlecht beurteilen, ob ich deinen Ansatz erfolgreich finde oder nicht.

  15. #15
    Mitglied Avatar von Coffeehouse
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    Zitat Zitat von 皮膚 草本 太陽 石 Beitrag anzeigen
    Dass man jeden Tag Anatomie im Leben sieht ist richtig und falsch. Bevor man zeichnen kann, muss man erstmal auf die richtige Weise sehen lernen. Das zeigt Betty Edwards in ihrem Buch sehr schön, und ich will das hier jetzt nicht wiederholen. Wenn du so sehen kannst, dann musst du nicht unbedingt beim "Kopf anfüllen" auch gleichzeitig zeichnen. Ich denke trotzdem, dass es hilft, wenn man das tut, gebe aber zu, dass ich in diesem Punkt letztlich unentschieden bin.
    Was Betty Edwards macht ist das sie dir alle kognitiven Prozesse ausschalten möchte und dich im Übertragenen Sinne geistig eindimensional macht. Es bleibt nichts haften sondern man lernt nur Gesehenes auf ein Blatt Papier zu übertragen. Ihr Methode funktioniert aber man lernt über Anatomie überhaupt nichts. Man soll ja sogar bekanntes ignorieren und vergessen.

    Das ist in meinen Augen nicht zielführend für Character Designer oder Comiczeichner, die möglichst ohne Referenzen auskommen wollen.

  16. #16
    Mitglied Avatar von zorn
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    Jungs! Die Diskussion haben wir schon mal gehabt, es gibt dafür einen eigenen Thread. BITTE.... bitte! Nicht schon wieder. Es führt ja zu nichts.
    Wenn man Coffeehouse' Thesen zu diesem Thema lesen möchte, man findet sie hier: http://www.comicforum.de/showthread.php?t=114085

  17. #17
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    Meines Erachtens verwechselst du da was.

    Das Problem, das viele Menschen beim Zeichnenlernen haben, ist doch, dass sie erkennend sehen, nicht bewertungsfrei und genau. Das ist im Alltag ja auch richtig so: Es interessiert eben nicht, ob Wolfgangs Nase nun 1/3 der Kopfhöhe über dem Kinn aufhört, sondern nur, dass der Mensch dort überhaupt Wolfgang ist. Und bei dieser Wahrnehmung sind bestimmte Merkmale mental überrepräsentiert, weil sie für unsere Orientierung wichtig sind: das Gesicht, weil die Mimik uns Informationen über die Befindlichkeit unseres Gegenübers gibt, die Hände, weil wir damit kommunizieren. Deshalb zeichnen viele Menschen auch Gesicht und Hände proportional zu groß und die Füße zu klein. Füße sind eben für die Mehrheit von uns nicht wichtig im Alltag.

    Und diese Art der Orientierungswahrnehmung muss man sich abgewöhnen und stattdessen lernen, die Proportionen, das Licht, die Farbe usw. genau und bewusst wahrzunehmen. Das will Betty Edwards uns beibringen.

    Ich habe Edwards' theoretische Ausführungen nicht mehr genau im Kopf, aber ihre Übungen haben nichts damit zu tun, dass man kognitive Prozesse ausschalten soll. Du meinst vermutlich nicht kognitive Prozesse im Unterschied zur Steuerung vegetativer Funktionen, sondern Verstand im Unterschied zu den Emotionen. In der Kognitionspsychologie sind auch Emotionen zum Teil kognitive Prozesse (der andere Teil sind Körperwahrnehmungen), ebenso wie unbewusste Informationsverarbeitung. Ohne kognitive Prozesse gäbe es keine bewusste Wahrnehmung, und gerade die will Edwards trainieren: die bewusste Wahrnehmung dessen, was deine Sinne aufnehmen, statt der alltagsmäßigen heuristischen Verarbeitung von Sinneseindrücken zu Konzepten (also nicht "Das ist Wolfgang." sondern "Diese Nase fängt hier an und biegt sich dann so-und-so.").

    Was das Eindimensionale und Verstandfreie anbelangt: Es bleibt dir belassen, diese genaue Wahrnehmung, wenn du sie denn einmal erlernt hast, durch entsprechende vernünftige Überlegungen zu begleiten und weiterzuverarbeiten. Betty Edwards' Programm ist ja nicht als Endpunkt einer künstlerischen Entwicklung gedacht, sondern bestenfalls als der Anfangspunkt einer zeichnerischen Ausbildung. Danach kommt noch der ganze Rest.

  18. #18
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    Zitat Zitat von zorn Beitrag anzeigen
    Jungs! Die Diskussion haben wir schon mal gehabt, es gibt dafür einen eigenen Thread. BITTE.... bitte! Nicht schon wieder. Es führt ja zu nichts.
    Wenn man Coffeehouse' Thesen zu diesem Thema lesen möchte, man findet sie hier: http://www.comicforum.de/showthread.php?t=114085
    Alles wurde irgendwo im Web schonmal diskutiert. Wenn man nicht nochmals und selbst denken und schreiben darf, dann kann dieses und jedes andere Forum sofort geschlossen werden.

    Ich nehme mir das Recht, nicht nachzulesen, denn dann erübrigt sich jeder Austausch zwischen Menschen.

  19. #19
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    Zitat Zitat von zorn Beitrag anzeigen
    wenn ich dazu was sagen darf (zur Hüfte ) - nö, hier finde ich, dass es sehr stimmig wirkt. Okay, die Hüfte ist nicht 100% wie aus dem Anatomielehrbuch, aber das ganze Bild, Farbe, Highlight, Figur, Darstellung wirkt (für mich) sehr geschlossen. Zudem wirkt die Frau so schön "normal" mit ihren breiten Hüften, nicht wie so ein Magermodell. Wenn ich sagen sollte, was mich hier überhaupt stört, dann würde ich sagen: der Kringel auf ihrer Brust . Und ich denke, wenn das alles ist, dann kann man das auch einfach nicht sagen, weil das Bild nämlich total niedlich ist
    Dankö. Ich war auch in einer niedlichen Stimmung. Der Kringel war als Stütze gedacht wegen dem Licht und Schattenspiel dort.

    Ergebnis der heutigen Malstunde:



    Mit Referenz: http://www.mytrend.co/MyDaily/wp-con...s/Ladytron.png

    (Ist ein scheynes Band-Foto, oder?)

    Ich fand die Farbkombination so "geil". Ich habe ein paar Farbmischungen probiert.

    Wegen Referenz und so. Ich finde dieses Entweder / Oder nicht ganz schlüssig. Beides ist wichtig.
    Geändert von Kocher (11.02.2012 um 22:13 Uhr)

  20. #20
    Mitglied Avatar von Coffeehouse
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    Zitat Zitat von 皮膚 草本 太陽 石 Beitrag anzeigen
    sondern "Diese Nase fängt hier an und biegt sich dann so-und-so.").
    Was sie dir bei bringt ist, das da irgendeine Form ist, die so und so aussieht.
    Sie will gerade nicht, dass du es eine Nase nennst oder es so empfindest.
    Du sollst gar nichts über Nasen lernen oder Anatomie sondern dein Wissen darüber vergessen und nur Gesehenes darstellen.

    Ich fand das Buch erst super, bis ich gemerkt habe, das man dadurch nicht lernt frei zu arbeiten.

    Für unseren Bereich ist das Studium von Anatomie und Perspektivbüchern sinnvoller als Betty Edwards Methode.

  21. #21
    Mitglied Avatar von zorn
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    Zitat Zitat von Kocher Beitrag anzeigen
    Dankö. Ich war auch in einer niedlichen Stimmung. Der Kringel war als Stütze gedacht wegen dem Licht und Schattenspiel dort.

    Ergebnis der heutigen Malstunde:



    Mit Referenz: http://www.mytrend.co/MyDaily/wp-con...s/Ladytron.png

    (Ist ein scheynes Band-Foto, oder?)

    Ich fand die Farbkombination so "geil". Ich habe ein paar Farbmischungen probiert.

    Wegen Referenz und so. Ich finde dieses Entweder / Oder nicht ganz schlüssig. Beides ist wichtig.
    Sehr, sehr cool und sehr ausdrucksvoll

  22. #22
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    Danke, Zorn!



    2 Panel-Skizzen nach der Inspiration: http://lh5.ggpht.com/-GP5NPXS6c2E/S8...4/_MG_5353.JPG

    (Die gute, alte (Dreckschleuder) Il-62.)
    Geändert von Kocher (11.02.2012 um 22:12 Uhr) Grund: neue URL

  23. #23
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    kurze idee zum warm zeichnen. trotzdem kalt und ungemütlich: beton-apparatschiks im november.

    Geändert von Kocher (11.02.2012 um 22:07 Uhr) Grund: neue URL

  24. #24
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    Ein Paletten und Licht-Experiment.
    Geändert von Kocher (11.02.2012 um 22:07 Uhr) Grund: neue URL

  25. #25
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    Kleine Zeichnung zum Jahresausklang.
    Guten Rutsch!
    Geändert von Kocher (11.02.2012 um 22:06 Uhr) Grund: neue URL

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