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  1. #1
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    DC The New 52 - Philos Reviewthread

    Guten Morgen,

    in diesem Thread will ich lose neue Hefte von DC The New 52 vorstellen. Die Zahl der Hefte wird kontinuierlich abnehmen, da ich sicher bin, eine Vielzahl nach dem Auftakt zu droppen.

    Über Feedback freue ich mich ungemein.

  2. #2
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    Justice League (2011) #1

    Justice League (2011) #1

    Puuuh... das ist also der Auftakt zu The New 52. Und für mich ein willkommener Einstieg nach meiner Comic-Abstinenz. Von Geoff Johns kannte ich bisher recht wenig (sein Flash-Run ist mir in guter Erinnerung). Dafür bin ich großer Jim Lee-Fan.

    Jim Lees Batman hat sich etwas verändert im Laufe der Jahre seit Batman: Hush. Er wirkt jünger und zorniger und seine Maske ist etwas kantiger. Geoff Johns Storytelling ist recht langsam. Für ein Auftaktheft finde ich das aber völlig okay. Die "witzigen" Dialoge zwischen Green Lantern und Batman kommen nicht ganz so salopp daher, dass sie wirklich witzig wären. Trotzdem hat mich das Heft nicht enttäuscht. Ich denke, die Neugründung einer ganzen Mythologie braucht ein paar Hefte. Die will ich dem Team gerne geben.

    Das Heft ist eine ziemliche Anti-Klimax ist zu den überbordenden Erwartungen der DC Fans in den letzten Monaten. Es will bestimmt keine ironische Retourkutsche sein. Dafür hat Johns mit Darkseid einen zu bedeutenden ersten Villain ausgewählt. Und trotzdem erinnert Johns daran, dass der Titel "Justice League" in erster Linie Action-geladene, leichtgängige Geschichten enthält und nicht neu erfunden werden sollte.

  3. #3
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    Action Comics (2011) #1

    Action Comics (2011) #1

    Grant Morrisons Auftakt "Superman versus the City of Tomorrow" zeigt einen Superhelden, der von der Regierung gejagt und den Menschen geliebt wird. Dadurch erinnert er etwas an den Vigilanten Batman. Der "neue" Superman ist eine ziemlich ambivalente Figur, auf der einen Seite roh und gewalttätig wie ein pubertierender Junge, auf der anderen Seite scharfsinnig ("intergang's influence on the dock union") und witzig. Der Mann fürs Volk trägt jetzt Worker's Pants. Großartig!

    Geradezu verstörend fand ich, dass Rags Morales es nicht schafft, ein und dieselbe Figur über mehre Panels so ähnlich zu zeichnen, dass Verwechslungen auszuschließen sind. Dem Mann gelingt es leider nicht, ein Gesicht mehrmals auf ähnliche Weise zu zeichnen (siehe den Geschäftspartner von Mr. Glenmorgan oder Inspector Blake).

    Insgesamt stellt Action Comics #1 eine gewaltige Steigerung gegenüber Justice League #1 dar. Freue mich schon auf das nächste Heft! Was will man mehr?

  4. #4
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    Batwing #1

    Batwing #1

    Puh…. Durchatmen. Nun also Batwing. Und ich dachte immer dabei handelt es sich um ein Fortbewegungsmittel für Bruce Wayne.

    Batwings Alter Ego, David Zavimbe, ist Polizist in Tinasha, eine Anspielung auf Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo. Dort geht es brutal zu. Menschenleben zählen nicht. Das westliche Bild vom geburtenreichen und lebensvernichtenden Afrika bedient Judd Winick ziemlich gut.

    Batwing ist in Afrika, um einen Mythos zu erschaffen. Dazu hat er die Rezeptur, die bereits Batman zu Weltruhm verhalf: einen Alfred, schwarz natürlich, mit Augenklappe statt Gehstock; eine Bathöhle, die auf den merkwürdigen Namen "Haven" hört und einen Batman, weil andernfalls vielleicht nicht deutlich genug würde, dass es sich um ein Batman-Spinoff handelt.

    Die Geschichte ist schnell erzählt: Es geht darum, worum es immer geht, wenn der Blick nach Afrika geht: um Drogen-Dealer, um Leichenberge, um Massaker - höchst originell heißt der erste Villain von Batwing auch so ("Massacre"). Über diesen erfahren wir, dass er nach Blut stinkt - aber nicht nach eigenem. Und David macht im ersten Heft Bekanntschaft mit dessen Machete, was einen nicht so üblen Cliffhanger bildet.

    Das beste an dem Heft sind die photorealistischen Zeichnungen von Ben Oliver. Batwing hat ein betont technizitäres Äußeres, das in merkwürdigem Kontrast zu dem archaischen Umfeld steht, in dem die Serie spielt. Mich werden Winick/Oliver nicht zu einem Abonnenten machen. Dafür kommt die Geschichte um die Suche nach einem massenmordenden Bösewicht zu plump daher.

  5. #5
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    Batgirl (2011) #1

    Batgirl (2011) #1

    Batgirl hat es in der Auftaktstory mit einem Gegner zu tun, der Leute von einer Liste tötet, die zufällig ein Unglück überlebt haben. Dazu zählt auch Batgirls Alter Ego Barbara Gordon. Der Anschlag des Joker auf Barbara Gordon ist in diesem Reboot beibehalten worden. Was neu ist, ist, dass Barbara nach mehrjähriger Rekonvaleszenz nicht mehr an ihren Rollstuhl gefesselt ist.

    Dass Barbara Gordon wieder gehen kann, ist zentraler Gegenstand dieses Auftaktheftes. Gail Simone verwendet enorm viel Zeit dafür, zu erklären, wie der Anschlag Barbaras Leben veränderte, wie sie sich während der Zeit im Rollstuhl fühlte und wie sie heute noch unter dem Trauma leidet. Der bewusst gefühlvolle Erzählton liest sich ziemlich deutlich als Rechtfertigung für die vermutlich unpopuläre Entscheidung, Barbaras Schicksal umzukrempeln.

    Ich war nicht so zufrieden mit dem anfänglichen Storytelling. Die Geiselnahme eines Ehepaares durch eine Gruppe namens Brisby Killers fand ich ziemlich holprig erzählt. Die kurze Episode dient als Aufhänger, um Batgirls innere Krise zu illustrieren. Das Merkwürdige ist bloß, dass Barbara trotz ihrer Selbstzweifel als erwachsene Frau und nicht als Mädchen daherkommt. "Batwoman" wäre m.E. der bessere Titel.

    Die Zeichnungen von Adrian Syaf sind ziemlich scheußlich. Auf Seite 4 findet sich eine ganzseitige Darstellung von Batgirl, die an einer dünnen Schnur durch die Luft fliegt. Dabei sieht sie aus wie ein Zwerg. Ihr rechtes Bein ist höchstens 50 cm lang. Außerdem hat sie leicht glasige Augen und ein debiles Grinsen - es beschleicht einen das Gefühl, eine Cannabis-Therapie habe sie wieder gehen lassen.

    Alles in allem der nächste Bat-Titel nach Batwing, den ich nicht weiter verfolgen werde.

  6. #6
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    Detective Comics (2011) #1

    Detective Comics (2011) #1

    "Detektive Comics" #1 wartet auf mit einem frischen Neuzugang zu dem archetypischen Konflikt zwischen Batman und The Joker. Wir lernen den wichtigsten Batman-Gegner kennen beim Kampf mit einem namenlosen Mann, dessen Gesicht mit Hautfetzen überzogen ist. Wir erfahren, dass The Joker einhundertvierzehn Morde in den letzten sechs Jahren begangen hat. Wir werden von dem Katz-und-Maus-Spiel unterrichtet, dass Batman und The Joker seit Jahren führen. Und wir erfahren Batmans Motiv für seine Bemühungen: dass er sich für jeden Tod verantwortlich fühlt, wenn er The Joker nicht zu fassen bekommt.

    Der Konflikt zwischen Batman und The Joker ist zeitlos und hervorragend geeignet für einen Auftakt, der "etwas zählen" soll. Gerade im Vergleich zu "Batman and Robin" schneidet er sehr viel besser ab. Doch nicht nur der Gegner hat eine andere Kragenweite. Auch andere wichtige Batman-Spezifika werden in diesem Heft untergebracht: Bruce Wayne ist ein Playboy, der die Frauen versetzt; Batman unterhält eine besondere Freundschaft zu Commissioner Gordon, der ihn mit dem Bat-Symbol erreichen kann; Bat-Cave, Batmobile und Ro-Bat werden eingeführt - insgesamt schafft das Heft, einsteigerfreundlich zu sein.

    Mich beschlichen während des Lesens Erinnerungen an Frank Millers "Dark Knight Returns" wegen des Sisyphoshafen von Batmans Bemühungen. Insbesondere während des Dialogs mit Commissioner Gordon auf dem Dach vom Gotham City Police Department stellte sich mir unweigerlich die Frage, was wohl passiert, wenn die Figur altert.

    Die Close-Ups, die Schnitte, die Details erinnern an das meisterhafte Storytelling von Quitelys WE3

    Der Cliffhanger ist - wenn es stimmt, was zu vermuten ist - ungemein faszinierend. Hoffentlich hält die Serie das Niveau, das sie im Debütheft fährt. Pflichtkauf!

  7. #7
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    Green Arrow (2011) #1

    Green Arrow (2011) #1

    Bei "Green Arrow" erwartet den Leser eine kräftige Modernisierung des klassischen Robin-Hood-Charakters. Oliver Queen ist jetzt steinreicher Besitzer eines in Seattle angesiedelten "fancy" Unternehmens namens "Queen Industries", dessen Abteilung "Q-Core" "Q-Pads" (wtf?) und andere Gadgets für ein besseres Leben entwickelt. Derweil verfolgt Oliver Queen lieber als Green Arrow luxusverwöhnte europäische Bösewichter, auf die er aufmerksam wurde, weil sie ihre Schandtaten - begangen unter anderem auf der Mailänder Fashion Week (wtf?) - auf YouTube (wtf?) verewigt haben. Während Green Arrows Oracle-Substitut "Naomi" ihn anzustiften versucht, die Bösewichter kaltblütig zu ermorden (wtf?), belässt es Green Arrow beim bewährten Ärsche versohlen. Das dauert seine Zeit. Und als die Übeltäter im Hochsicherheitsgefängnis auf ihre gerechte Strafe warten, werden sie von einem unerwarteten Schurken-Team befreit, das als Nächstes Green Arrrow den Garaus machen möchte.

    Ich habe Kevin Smids Green Arrow-Run geliebt. Er hat es verstanden, Green Arrow als einen gestrigen und romantisierenden Verfechter von traditionellen Werten darzustellen. Damit ist jetzt Schluss. Der neue Green Arrow mag zwar auch keine Waffen, die mehr Leid zufügen als unbedingt erforderlich. Aber ansonsten geht im jedes Ideal ab.

    Warum ein Autor für ein Debütheft drei völlig nichtsagende Gegner wählt namens Dynamix, Doppelgaenger und Supercharge, seine Titelfigur über viele Seiten stumpf mit diesen kämpfen und schließlich sagen lässt: "You are not villains. Hell, you're not even badasses. You're punks.", und damit die Berechtigung für deren Auftritt abspricht, wird wohl J.T. Kruls Geheimnis bleiben.

    Die Serie kommt leider gar nicht in Betracht.

  8. #8
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    Swamp Thing (2011) #1

    Swamp Thing (2011) #1

    Dr. Alec Holland verdingt sich als Bauarbeiter, um seine psychotischen Swamp Thing-Erfahrungen zu verarbeiten. Zur gleichen Zeit geschehen merkwürdige Phänomene: Fossile Knochen setzen sich zu einem urzeitigen Lebewesen zusammen, Vögel fallen vom Himmel, Fliegenstiche verwandeln Menschen in Zombies. Die Welt, die Scott Snyder für Swamp Thing entwirft, ist "creepy"; sie stellt die Bedrohung durch die Natur in den Vordergrund.

    Der Serienauftakt ist heftig. Holland wird als komplexer Charakter eingeführt, der noch immer von seiner Verbindung mit der Natur traumatisiert ist. Die Geschichte zieht den Leser sofort in seinen Bann. Wie die beiden Mitarbeiter vor ihrem Zombie-Kollegen zu flüchten versuchen, lässt das Herz pochen. Yannick Paquette setzt die ganze Bandbreite der Geschichte von organischen Naturschilderungen über Horrorelementen bis zu der hellen Superman-Erscheinung grandios um. Dieser Band ist der bisher beste der New 52!

  9. #9
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    Batwoman (2011) #1

    Batwoman (2011) #1

    "Batwoman" verfolgt eine als Geist verschrieene Erscheinung, die Kinder entführen und ertränken soll. Zu Beginn des Stoyarcs "Hydrology" schildern zwei Eltern Detective Maggie Sawyer vom Gotham P.D. die Entführung ihrer Kinder und das erfolglose Dazwischentreten Batwomans. Im Anschluss trifft Detective Sawyer auf Batwoman und der Leser wird Zeuge einer - zärtlichen - Lesben-Liaison zwischen einer anderen Blondine und Batwoman. Das dürfte wohl auch der Grund sein, warum sich Batwoman so dagegen sperrt, dass die Blondine ihr neuer Sidekick wird. Später wird ein (ebenfalls weiblicher) Agent Chase im Department of Extranormal Operations, N.Y. von jemandem, der aussieht wie der Skull, auf Batwoman angesetzt. Und schließlich erfährt der Leser, dass Batwoman seit geraumer Zeit mit ihrem Vater gebrochen hat, weil vor zwanzig Jahren ihre Zwillingsschwester im Hafen von Gotham ertrank, der Verlust ihr immer noch nahe geht und sie ihre Vater dafür verantwortlich macht. Diese "Daddy Issues" sind vielleicht das Motiv ihrer Homosexualität?!

    Das wars auch schon. Die Geschichte kommt sehr konfus daher. Sie ist (für mich ohne Vorbildung hinsichtlich Batwomans Familiengeschichte) nicht nachvollziehbar. Es werden derart viele Kleinigkeiten in Batwomans Leben angerissen, dass man die Figur in den letzten Jahren schon sehr genau verfolgt haben muss, um nicht abgehängt zu werden. Aber das ist nicht mein einziger Kritikpunkt: Die Haupthandlung um den Kinder-raubenden Wassergeist ist so dahingeklatscht, dass aber auch so gar keine Lust aufkommen will, zu erfahren, wie es denn weitergeht. Ade!

  10. #10
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    Batman and Robin (2011) #1

    Batman and Robin (2011) #1

    "Batman and Robin" hinterlässt gemischte Gefühle bei mir. Vorab: Durch meine Comic-Abstinenz in den letzten Jahren ist die Geschichte um Bruce Waynes Sohn Damian vollständig an mir vorbeigegangen. Ich habe auch das Team-Up Dick und Damian nicht gelesen.

    Die hier erzählte Geschichte hat einige "flaws": Allem voran nervt die Sache mit dem Atomkraftwerk und dessen Versiegelung. Selbst bei völligem Fehlen von naturwissenschaftlichen Kenntnissen bleiben gehörige Zweifel, wie Bruce die Gefahr bannen konnte.

    Zweitens empfand ich es als billigen Trick, den neuen Bösewicht dadurch einzuführen, dass der Moskauer Batman gehörig die Fresse poliert bekommt. Ich freue mich immer, wenn Bösewichte so klug sind, dass sie gleich auf den eigentlichen Gegner zielen - von wegen Überraschungsmoment und so.

    Die hier erzählte Geschichte hat aber auch ihre Stärken: Bruce überwindet seinen Schmerz hinsichtlich der Ermordung seiner Eltern. Seine Gefühlswelt wird von Tomasi sensibel und unprätentiös zugleich dargestellt. Es ist gerade noch so vor der Kippe zum Salbungsvollen und kitschig Mildtätigen. Damian ist ein widerlicher Junge, ein richtiger Satansbraten. Viel zu klug für sein Alter. Seine Charakterisierung bringt einen frischen Wind in die Batman-Welt. Ich sehe bloß die Gefahr, dass so eine Figur auch schnell nerven kann.

    Der unbekannte Bösewicht hat coole Gimmicks: Er kann sich tarnen und trägt eine Styler-Maske und ein Bat-Abzeichen. Das sind seit jeher gute Zutaten für eine spannende Bat-Story.

    Alles in allem finde ich den Auftakt mittelmäßig bis solide. Als Abo ein Wackelkandidat ohne bereits nach dem Auftakt disqualifiziert zu sein.

  11. #11
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    Deathstroke (2011) #1

    Deathstroke (2011) #1

    Deathstroke ist ein Charakter, auf den ich mich besonders gefreut habe. Seit er in "Identity Crisis" seine strategischen Fähigkeiten gegen die JLA unter Beweis stellen durfte, ist er für mich einer der interessantesten Figuren des ganzen DC Universums.

    Die Serie "Deathstroke" konzentriert sich auf den Söldner Deathstroke. Sie zeigt einen leicht ins Hintertreffen geratenen Slade Wilson, der bloß noch Leibwächter-Aufgaben verrichtet. Um sein Image aufzupolieren, soll er einem jungen Trio von Wannabe-Söldnern helfen, einen deutschen Wissenschaftler und Waffenhändler zu ermorden. Bei der Ausführung stellt sich heraus, dass Deathstroke Einzelgänger und auf die Hilfe der Greenhorns nicht angewiesen ist. Bei der anschließenden Feier der erfolgreichen Mission entledigt er sich seiner neuen Kollegen dann auch folgerichtig.

    Die Serie ist ungemein voraussetzungslos. Gleich im ersten Panel erfährt man, was man augenscheinlich wissen muss, nämlich dass "Deathstroke the scariest badass on the planet" ist. Mit dem Ende von Heft #1 weiß man dann auch, dass Deathstroke ein Psychopath ist. Mich stört diese Voraussetzungslosigkeit etwas. Was bei "Batwoman" zu viel ist und deshalb Neuleser verschreckt, ist hier zu wenig. Charaktertiefe weißt der Neuentwurf von Deathstroke nicht auf. Klar muss bei einer Serie wie "Deathstroke" die Action im Vordergrund stehen. Und die kann hier durchaus gefallen: Deathstroke kapert in der Luft das Flugzeug, in dem sich der Wissenschaftler befindet und kämpft sich durch zwei genmanipulierte Ghouls zum Ziel seiner Mission. Bevor dieses stirbt, offenbart es Deathstroke, dass der in seinem Besitz befindliche Koffer eine Nachricht für Deathstroke sei. Einzig der Inhalt des Koffers wird im Auftaktheft nicht enthüllt.

    Abseits der Action bleiben Fragezeichen. Wieso verhält sich Deathstroke, wie er es tut? Wie erlangte er seine Fähigkeiten? Der vorliegende Auftakt macht deutlich, dass Voraussetzungslosigkeit und Einsteigerfreundlichkeit nicht dasselbe sind. Ob bei der sonstigen Oberflächlichkeit der Serie das Mysterium um den Kofferinhalt genügen wird, damit der Leser bei Heft #2 wieder reinzuschaut, wage ich zu bezweifeln.

  12. #12
    Mitglied Avatar von Starocotes
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    Zitat Zitat von Philos Beitrag anzeigen
    Batwoman (2011) #1
    Diese "Daddy Issues" sind vielleicht das Motiv ihrer Homosexualität?!
    Deine Interpretation oder wird das im Heft erwähnt? Wenn zweiteres wäre das ein schlechtes Zeichen. Das jemand homosexuell ist muss nicht immer erklärt werden, im Gegenteil, in diesem Fall wäre das so das man versucht zu erklären warum sie "anders" ist, so als wäre Homosexualität etwas das ausgelöst werden "muss".

    Bitte nicht. Es gibt Leute die sind homosexuell. Punkt! Da braucht es keinen "Auslöser" für.

  13. #13
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    Ausdrücklich wird das Motiv für Kate Kanes Homosexualität nicht genannt. Es handelt sich um eine zaghaft formulierte Frage, die ich aus dem Geschehenen abgeleitet habe. Vielleicht habe ich dies durch die Benutzung von "vielleicht" und "?!" nicht deutlich genug gemacht.
    Dass der Vater von Kate Kane bei dem Streitgespräch mit seiner Tochter deren Freundin wegschicken möchte, ließ mich auf die Möglichkeit kommen.
    Kühneres und Expliziteres dürfte sich in einem Bat-Titel wohl nicht finden lassen.

  14. #14
    Mitglied Avatar von Starocotes
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    Zitat Zitat von Philos Beitrag anzeigen
    Ausdrücklich wird das Motiv für Kate Kanes Homosexualität nicht genannt. Es handelt sich um eine zaghaft formulierte Frage, die ich aus dem Geschehenen abgeleitet habe. Vielleicht habe ich dies durch die Benutzung von "vielleicht" und "?!" nicht deutlich genug gemacht.
    Dass der Vater von Kate Kane bei dem Streitgespräch mit seiner Tochter deren Freundin wegschicken möchte, ließ mich auf die Möglichkeit kommen.
    Kühneres und Expliziteres dürfte sich in einem Bat-Titel wohl nicht finden lassen.
    Ich habe das Heft nicht gelesen, soviel vorweg.

    Kann es sein das der Vater ein Problem mit Kates Homosexualität hat und das dies dargestellt werden soll?

    Der Versuch oder auch nur die Andeutung das es einen "Grund" für die Homosexualität gibt halte ich ernsthaft für ein großes Problem. Das hat für mich immer den Geschmack von "das ist nicht normal, da muss es einen Grund für geben" so als ob Homosexualität ein Fehler wäre der immer einen Auslöser haben muss.

  15. #15
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    Für das Heft würde ich auch kein Geld mehr ausgeben. Aber das weißt Du wohl schon, weil Du meine Rezension gelesen hast.

    Ich verstehe Deinen Unmut nur zu gut: Homosexualität braucht keine Erklärung. Homosexualität ist genauso wie Heterosexualität eine Möglichkeit, sein Leben zu gestalten. Mir ist es egal, warum jemand das eine oder das andere bevorzugt.

    Bei "Batwoman" fand ich bloß eine merkwürdige Koinzidenz zwischen dem deutlich homosexuellen Unterton und dem Streit zwischen Kate und ihrem Vater. Vielleicht ist es auch Zufall. Aber ich hab auch nicht behauptet, dass eine Ursache-Folge-Kette vorhanden ist.

  16. #16
    Alligator SysOp Avatar von tillfelix
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    Keiner von Euch hat die Detective-Comics-Ausgaben von Rucka und Williams gelesen, deren direkte Fortsetzung diese Batwoman-Serie ist, oder?

  17. #17
    Junior Mitglied Avatar von irgendeine Userin
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    Batwoman #1 und das Unbehagen der Leserin

    Zitat Zitat von Philos Beitrag anzeigen
    Batwoman (2011) #1

    "Batwoman" verfolgt eine als Geist verschrieene Erscheinung, die Kinder entführen und ertränken soll. Zu Beginn des Stoyarcs "Hydrology" schildern zwei Eltern Detective Maggie Sawyer vom Gotham P.D. die Entführung ihrer Kinder und das erfolglose Dazwischentreten Batwomans. (...)

    Das wars auch schon. Die Geschichte kommt sehr konfus daher. Sie ist (für mich ohne Vorbildung hinsichtlich Batwomans Familiengeschichte) nicht nachvollziehbar. Es werden derart viele Kleinigkeiten in Batwomans Leben angerissen, dass man die Figur in den letzten Jahren schon sehr genau verfolgt haben muss, um nicht abgehängt zu werden. Aber das ist nicht mein einziger Kritikpunkt: Die Haupthandlung um den Kinder-raubenden Wassergeist ist so dahingeklatscht, dass aber auch so gar keine Lust aufkommen will, zu erfahren, wie es denn weitergeht. Ade!
    Du bist der erste, den ich lese, der ein gewisses Unbehagen der Geschichte gegenüber aufbringt.

    Zwar lassen sich so manche Punkte erklären, wenn die Geschichte nicht als Reboot, sondern als Fortsetzung auch von Elegy gelesen wird. Manches wurde schon dort angelegt: Kates Auseinandersetzung mit dem Vater, Kates Bekanntschaft mit Maggy Sawyer. Die Blondine, die Batwomans Sidekick ist, ist Kate Kanes Cousine.
    Kates Zwillingsschwester ist vermeintlich bereits vor 20 Jahren in einem Kugelhagel verstorben, was sich aber als nicht richtig herausstellt. Und Kates Vater wusste davon.
    Batwomans neue Gegnerin Alice ist Kates verlorengeglaubte Schwester. Bei einem Kampf stürzt Alice von großer Höhe ins Wasser. Und ist (vermeintlich) tot...


    Dennoch muss auch ich sagen, dass irgendwas mich am Heft stört. Genauso wie es mich störte als ich Heft #0 las. Irgendwas stimmt nicht.

    Ich habe vorerst nur die erste Erklärung, dass versucht wird, Ruckas Schreibstil zu imitieren. Aber dieses Imitieren funktioniert nicht. Die Geschichte liest sich schief.
    Ich muss noch weiter darüber nachgrübeln, was es ist, was in mir das Unbehagen auslöst.
    Geändert von irgendeine Userin (19.09.2011 um 13:30 Uhr)

  18. #18
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    Ganz richtig, mir fehlen die Hintergründe zu Batwoman. Die Serie und den Charakter habe ich zuvor nie zu Gesicht bekommen.

    Womöglich erklären die - mich störenden - vielen Bezüge zu Batwomans Vergangenheit die Begeisterung vieler Leser für die Serie. Aber davon abgesehen, kann doch die Haupt-Geschichte nicht ernsthaft jemanden hinter dem Ofen hervorholen, oder?

    Mein Unbehagen rührt weniger vom Schreibstil als von den Plot-Pfeilern.

  19. #19
    Junior Mitglied
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    Zitat Zitat von Starocotes Beitrag anzeigen
    Ich habe das Heft nicht gelesen, soviel vorweg.

    Kann es sein das der Vater ein Problem mit Kates Homosexualität hat und das dies dargestellt werden soll?

    Der Versuch oder auch nur die Andeutung das es einen "Grund" für die Homosexualität gibt halte ich ernsthaft für ein großes Problem. Das hat für mich immer den Geschmack von "das ist nicht normal, da muss es einen Grund für geben" so als ob Homosexualität ein Fehler wäre der immer einen Auslöser haben muss.
    Danke, das wollt ich auch selbst grad schreiben. Ich bekomm bei solchen Ausflügen in freudsche Gefilde immer so einen Hals. Das hat immer was von "was ist falsch gelaufen", was einfach Bullshit ist.
    Und nein, sie mag ihren Vater nicht wegen bereits besprochener Geschichte. Die Freundin ist auch nicht ihre Liebhaberin sondern ein Sidekick und er will die Geschichte eigentlich lieber mit ihr allein bereden, ohne Zuhörer, das ist alles - wohl auch, weil ihm die Angelegenheit sehr unangenehm ist - so les ich das zumindest.

    Zum Thema: fand die Story auch etwas konfus und mir ist Batwoman etwas zu blass (wörtlich genommen, fand sie in 52 hübscher) aber ich mag den Stil unglaublich gern. Meiner Meinung nach ein angenehmer Kontrast zwischen der doch eher unheimlich anmutenden Story und der sehr weichen Darstellung der Figuren.
    Geändert von Neo-Paladin (25.09.2011 um 20:02 Uhr)

  20. #20
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    DC New 52 - Week 4

    Für DC New 52 - Week 4 habe ich Besprechungen für die Ohren aufgenommen. Zu finden bei Holzauges Lounge im iTunes Store oder per Direktdownload.

    In dem Podcast spreche ich über folgende Hefte:

    1. All Star Western
    2. Aquaman
    3. I, Vampire
    4. Voodoo
    5. Flash

  21. #21
    Junior Mitglied
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    Na, jetzt bin ich aber gespannt. Batwoman hatte ich bisher ja gar nicht auf der Liste, aber nachdem so ziemlich alle Reviews, die ich gelesen habe, das Heft inhaltlich wie künstlerisch als eines der absoluten Highlights anpreisen, habe ich es mir für (rel.) teures Geld nachgeordert. Hoffentlich bereue ich das nicht

  22. #22
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    Batwoman (2011) #2

    Batwoman (2011) #2

    Die Ausgabe gefällt mir deutlich besser. Die Erzählung ist viel flüssiger und die Dialoge viel prägnanter. Es gibt einen sehr charmanten Plausch zwischen Maggie Sawyer und Kate Kane in einem Nachtclub. Das anschließende "Kommst Du noch mit hoch für einen Kaffee"-Gespräch offenbart Humor. Überhaupt ist die Ausgabe humorvoller als die erste. Und das steht der Serie verdammt gut. Der Hauptplot um den Wassergeist, der in der spanischen Gemeinde von Gotham City Kinder entführt, ist nach wie vor uninspiriert; die letzte Seite, auf der Batwoman selbst sein Opfer zu werden scheint, lässt aber hoffen, dass es damit vorangeht.

  23. #23
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    Hat schon jemand Justice League #2? Mein Heft kommt hoffentlich am Freitag!

  24. #24
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    ja, war ganz ok.

    Barry tritt endlich auf, man bekommt den nächsten schritt zu cyborgs erschaffung mit und batman ist wirklich klasse.

    aber ansonsten... barry allen war endlich mal für mich akzeptabel. die chemie zwischen ihm und batman stimmt. mir zeigts nur, dass ich barry als charakter nicht interessant genug finde um eine eigene serie mit ihm zu lesen.

    für DEN titel des relaunches geht mir trotzdem alles noch immer viel zu langsam.
    Ja, ich bin pädagogisch wertvoll.

  25. #25
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    Hey,

    habs auch gelesen. Fande es auch sehr spannend und wirklich gut. Batman ist wirklich hervorragend in JLA. Wie ist seine Serie? Genau so gut?

    Dass es Dir zu langsam geht kann ich nicht nachempfinden. Es ist doch gerade deswegen so spannend - ich würde wenn ich könnte sofort den #3 lesen!

    Kann es sein dass es ein Fehler gibt? In der verlassenen Druckerei (STAR Labor) sagt Superman "I can´t see through it to tell". Daraufhin fragt ihn Flash "You can see through things?".

    Was habe ich daran nicht verstanden?!

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