Ach Mark. Manchmal machst du einem aber wirklich etwas zu leicht.
Okay, blenden wir mal aus, daß wir in Bonn uns mehr als eine "spezialisierte Buchhandlung" sehen, denn einen Comicshop im klassischen Sinn, der Assoziationen zum Comic Book Guy der Simpsons wecken könnte.
Momentan gelingt es uns sehr gut, die aktuellen Novis aus dem FB-Bereich (Splitter, Carlsen, Ehapa, Piredda, Mosaik, Comicplus+ etc.), das komplette Panini-Comicprogramm (nebst der für unsere Klientel interessanten Romane), das Programm von CrossCult, sämtliche lieferbaren Manga-Novitäten (C, EMA, TP etc.) grossflächig anzubieten. Zusätzlich gibt es im Eingangsbereich noch einen grossen Tisch mit jenen Comicprodukten, die landläufig als "Graphic Novel" angeboten werden (und da gibt es bei uns nicht nur die üblichen Verdächtigen von Reprodukt, avant und Edition Moderne, sondern auch solche kleinerer Verlage oder die Produkte von Buchverlagen wie Knesebeck, Jacoby & Stuart etc.). Das betrifft NUR die Novitäten.
DAZU haben wir ein - und ich lobe uns wirklich nicht gerne über den Klee - nahezu jeden lieferbaren BACKLIST-Titel aus den oben genannten Bereichen vorrätig und das in den seltensten Fällen versteckt, sondern durchaus ansprechend präsentiert. Natürlich kann man die Backlist nicht perfekt anbieten (das ginge aber auch mit 500qm², die nur mit Comics gefüllt sind, nicht), sondern manche Serien teilen sich ein Fach (ausser bei den Manga, da die anders präsentiert werden, als die restlichen Comics im Laden), da sie z.B. thematisch (Steampunk, SciFi u.ä. und dort die Serie mit dem aktuellsten Band jeweils als Frontalpräsentation), nach Autor-/Zeichner (Jodorowski, Moebius), nach erschienener Menge (Einzelbände) oder ganz klar nach Verkaufserfolg zusammengefasst werden.
Denn gerade was das Backlist-"Problem" aus deiner Sicht betrifft, liegst du bei uns falsch. Uns ist die Backlist wichtig und die Kunden wissen das zu schätzen. Natürlich kann man nicht dauernd wirklich jeden Titel vorrätig haben (Titel sind durch Nachbestellung gerade im Zulauf oder gerade Einzelbände, bevorzugt die eines Zeichners/Autoren, der sonst noch nichts veröffentlicht hat, fallen bei der Menge an Novitäten auch schon mal einfach aus dem Fokus).
Zudem scheint dir auch noch nicht der Gedanke gekommen zu sein, daß sich diese Themengebiete gegenseitig "befruchten" können - ein Leser der Romane von Alan Dean Foster liest z.B. vielleicht auch ganz gerne "Aldebaran" und "Antares". Ein Kiddie, der ein Poster von Star Wars kauft, nimmt mitunter auch die Comics von Panini mit. Ein Kunde, der wegen unseres Angebots an deutschen und englischen Romanen reinschaut, entdeckt vielleicht auch den ein oder anderen Comic, der ihn anspricht.
Mal abgesehen davon, daß Comics natürlich immer noch die grösste Priorität geniessen, was den Platz bei uns im Ladengeschäft betrifft.
Warum nennst du das Kind eigentlich auch nicht beim Namen, sondern versteckst dich hinter "die Verlage", schliesslich geht es letztendlich nur um dich und deinen Verlag, da du offenbar permanent befürchtest, unterrepräsentiert zu sein und dabei dem Handel gerne mal die Schuld in die Schuhe schiebst.
Auch hier bellst du gerade bei uns den falschen Baum an. Nenne mir doch bitte noch mal ein paar Läden (gerne auch per PN), die 30+ Exemplare der "Aldebaran"-Gesamtausgabe verkauft haben oder die 15 Exemplare von "deae" als Startmenge bestellt haben, weil sie an den Titel glauben? Du kannst auch gerne bei PPM die entsprechenden Daten anfordern, was unsere Bestellmengen deiner Produkte betrifft.
Auch jeden DEINER Titel nehmen wir ins Programm auf (auch wenn wir uns bei Titeln wie "SpaceCraft" oder "Damien und Alexander" bisweilen drüber ärgern, weil wir bis heute mit gut Glück vielleicht 1 Exemplar verkauft haben) und auch deine Titel finden sich nahezu alle in unserer Backlist (und die Titel, bei denen du dich immer beschwerst, daß zu wenig umgesetzt wird, liefen bei uns z.B. gut bis sehr gut ("Bob Morane"-GA, "LieblingsSünden"). Aber es ist ja immer der Handel schuld. Leg doch bitte einfach mal eine andere Schallplatte auf.
Du kannst übrigens auch gerne mal bei uns im Laden vorbeischauen und dich vom Wahrheitsgehalt meiner Worte überzeugen.
Vielleicht kann man dann ja auch ein Konzept ausarbeiten, bei dem du die Differenz der jetzigen Miete zu neuen Miete bezahlst und wir fragen mal beim örtlichen Karstadt an, ob die nicht zumachen wollen, damit wir in das Gebäude können, wo es dann natürlich auch eine eigene Epsilon-Ecke geben würde.![]()
Ergebnis 26 bis 50 von 427
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24.08.2011, 18:22 #26
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24.08.2011, 18:25 #27
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24.08.2011, 18:51 #28
na ja, ehapa ist nicht gleich egmont köln.
efwe
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24.08.2011, 18:56 #29
Ich würde mal behaupten ein fehlendes oder falsches Konzept ist der grösste Feind.
Ich hab schon genug Comicläden gesehen, die mit dem Konzept "Springen wir mal auf den Treden X (Superhelden/Heftchen/Manga) auf" an den Start gingen und es mit viel Glück zu einem 2jährigen Bestehen gebracht. Entweder gingen die sonst unter oder wurden zu Läden, die Card Games verkaufen (und teilweise auch nur noch die).
Der Fairness halber muss man allerdings auch sagen, daß es ohne Buchpreisbindung vielleicht noch eine Handvoll Comicläden gäbe. Denn wenn die geneigten Leser ihre Alben, Graphic Novels und Manga zu einem erheblich günstigeren Preis bei der Amazone erwerben könnten, blieben uns bei einem gleichbleibenden Markt nur noch die Hefte und die Alben von Panini, die nicht über den Buchhandel vertrieben werden (Marvel Exklusiv, 100%, MAX, FF, Hulk etc.) als Vorteil gegenüber den preisdrückenden Ketten wie Thalia oder halt Amazon. Beim Rest wäre man auch zum einem Teil von der Treue der Kunden abhängig. Das kann funktionieren, muss aber nicht.
Und werben kann man auch mit Produkten (hier natürlich auf weit kleinerem Niveau als Saturn & Co.), die nicht der BPB unterliegen. Es ist schon erstaunlich, welches Entgegenkommen man bisweilen kriegt, wenn über die Jahre hinweg ein gutes Verhältnis zu Vertrieben und Herstellern entstanden ist und mal mal ein Konzept ausbaldowert, bei dem vielleicht beide Seiten profitieren.
Die Kurzfassung: Junges Publikum = Manga (und wenige, aber wirklich ganz wenige Ausnahmen) und mit ein paar Abstrichen diverse aus Film- und Fernsehen bekannte Comics (Yakari, Spider-Man, Star Wars, Simpsons etc.). Aber das solltest du ja bereits alles wissen (weil schon x-mal erwähnt), aber es ist ja auch nicht die Antwort, die du gerne hättest.
Die Antwort "Junges Publikum = 48 seitige HC-Alben mit Fadenbindung ab €13 aufwärts" wirst du allerdings höchstens mal in einer Paralleldimension kriegen.
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24.08.2011, 22:32 #30Moderator Epsilon Forum
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Okay, wenn das so ist, zog ich voreilige Schlüsse mangels differenzierter Einblicke und nehme alles zurück. Das ist vorbildlich, da bleibt mir nur noch

Nein, ich blicke schon über meinen Horizont hinaus und sehe, dass das wachsende Angebot aller Verlage vom Handel nicht mehr aufgenommen werden kann und insgesamt automatisch zu sinkenden Auflagen führt, wenn der Handel nicht mitwächst oder neue Handelswege erschlossen werden. Comicläden gibt es zu wenige, von denen nicht alle vorbildlich sind, Buchhandlungen haben zu wenig Platz und Zeitschriftenhandel vernichtet zu viel. Das führt zum nächsten Punkt:
Die Antwort "Junges Publikum = 48 seitige SC-Alben um 5 Euro" hätte ich gerne. Inhaltlich und stilistisch jugendaffine Stoffe gäbe es zuhauf. Nur fehlt der Handel, der die dafür erforderlichen Absatzmengen anbieten wollen würde. Günstige Manga im Fachhandel gibt es nur, weil es sie auch im Buchhandel gibt. Dort günstige Alben zu positionieren, wo diese Form bereits verbrannte Erde ist und der Trend zum teuren Hardcover geht, scheint utopisch.Alle Angaben ohne Gewähr
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25.08.2011, 07:27 #31
Also was den Wachstum das Comicmarktes im Fachhandel angeht, glaub ich so wie efwe, dass dieser sich neben den Stammkunden eher um den Nachwuchs kümmern muss. Die Neueinsteiger über GN's gehen wohl eher in eine Buchhandlung.
Desalb wäre es interessant, ob irgendwo ein Comicshop besteht, der sich dieses Konzept vorgenommen hat. ich kenne jetzt die Alles Anbieter (siehe zB die beiden im Bericht), die verrauchten Ramschladen und teilweise die Läden, die sich auf Alben und GN's spezialisieren.
Kann irgendjemand einen Laden nennen, der ein eher "junges Konzept"-was auch immer das ist- verfolgt?
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26.08.2011, 13:04 #32
Ah ein Selbstdarstellerthread - prima!
Junges Konzept, keine Ahnung, aber ich verkaufe sehr viele Comics für, aber nicht an Kinder. Unsere Kunden sind meisten Eltern, die sehr genau hinschauen, was sie für ihre Kinder kaufen. Das ist dann eher Yoku Tsuno als Dragonball.
Vor ein paar Wochen gabs ein Händlertreffen in Berlin, da meinte jemand, dass man ihm als Comichändler ja seitens der Eltern garnicht die Kompetenz zutrauen würde, Bücher für Kinder zu empfehlen oder zu verkaufen. Das kommt ev. auch auf den Laden und dessen Ausrichtung an, bei uns läuft das mal richtig super. Dauerbrenner sind natürlich die FB Klassiker T+S,A,LL,Yak, aber auch Sachen wie die Enthologien, Bone, die Kinderbücher von Frau Kreitz oder Sfar etc.. Aber ich bin auch so ein Laden, der (fast) kein Merch verkauft. Merchfrei und Spaß dabei.
Kinder selbst kaufen sich meistens eher die niedrigpreisigen Titel, Simpsons, Naruto etc., ich hab aber auch zwei junge Kundinnnen, die sich die YokoTsuno GA's ersparen und kaufen.
Vollsortimentslagerhaltung - führe ich ein, sobald es generelles Remissionsrecht gibt, oder wenn die Verlage aufhören, C-Ware in den Markt zu pumpen. Solange wird selektiert. Der zufällige Laufkunde ist eh. mit 100 Comics schon überfordert, für den braucht man das nicht. Und Stammkunden bestellen auch mal einen Titel.
Und zum Thema "nimm 3, bezahl 2", da herrscht wohl Unkenntnis über die Handelsmarge. Das können sich ev. andere Einzelhandlesparten leisten, die 130% Marge haben. bei Büchern ist "3 für 2" eine Nullrunde.
Schönen Gruß aus dem Paralleluniversum!Geändert von Fr4nk (26.08.2011 um 13:15 Uhr)
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27.08.2011, 07:00 #33
Die Handelsmargen dürfte ich wahrscheinlich besser als viele andere hier kennen.
Aber auch die Dumpingangebote bei grossen Märkten sind Nullnummern, um Kunden anzulocken, in der Hoffnung, dass diese dann auch normalpreisige Produkte kaufen.
Efwe
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27.08.2011, 09:31 #34
Ach Du warst das!

Naja ich wollte es nur noichmal klarstellen, damit nicht alle Mitleser jetzt in den Comicläden nach 30% Rabatt fragen
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27.08.2011, 16:05 #35
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28.08.2011, 20:49 #36Auf eigenen Wunsch gesperrt
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Ist ja offensichtlich ein Haifischbecken hier, das lockt geradezu, sich darin zu tummeln.
Zwei Probleme sehe ich:
1) Comicläden (so es denn noch welche gibt), müssen überleben können. Für Verlage, die nicht nur zu Amazon beten, ist das wohl selbstverständlich. Jeder Comicladen wird entsprechend seiner Erfahrung versuchen, gut über die Runden zu kommen, jeder hat sein eigenes Rezept.
2) Verlage brauchen nicht nur Verkaufsstellen, sondern in diesen Läden auch eine Präsentation, um wahrgenommen zu werden. Durch den Ausstoß von Splitter und Panini haben die Händler weder den Platz noch die Finanzen, kleine Verlage wie Epsilon oder auch uns (comicplus+) angemessen (d. h. über einen Zeitraum, der mehr als zwei Tage umfasst und in einer Stückzahl, die größer als 1 pro Titel ist) zu präsentieren.
Um zurechtzukommen, stützen (nicht stürzen) sich die Händler auf die Umsatzbringer. Völlig okay, aber katastrophal zum einen für Kleinverlage und zum anderen für die Zukunft, denn es könnte dazu führen, dass Kleinverlage in absehbarer Zeit über die Klinge springen (weil Amazon allein eben nicht reicht), dass aber auch der gesamte Markt wegbricht, wenn einer der Großen in die Knie geht (man hat schon Pferde kotzen sehen, und das wünsche ich keinem Pferd).
Wir haben zur Zeit im Comicbereich einen Scheinmarkt. Keiner gesteht ein, dass es eine Überproduktion gibt, weil jeder hofft, dass die Überproduktion neue Aufmerksamkeit (Graphic Novels) und neue Absatzmärkte (Buchhandlungen) schafft. Rechnet wirklich einer damit, dass sich die derzeit produzierten Mengen gegen die Konkurrenz anderer Geldabzocker (Freizeitangebote) behaupten? Ich komme gerade aus Italien zurück und habe mit Bestürzung festgestellt, dass Comics (selbst Manga) dort kaum noch präsent sind. Wenn es bei uns so weiterläuft wie in letzter Zeit, werden sich Splitter und Panini selbst Konkurrenz machen und unrentabel werden. Die kleinen Verlage werden nur überleben, wen sie rechtzeitig trainieren, die Luft anzuhalten. Ich falle lieber aus einer Höhe von comicplus+ runter als aus einer von Splitter.
eck
rt
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28.08.2011, 21:00 #37
und wie sieht die Lösung aus?
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28.08.2011, 21:03 #38Auf eigenen Wunsch gesperrt
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Die kommt schon von alleine. Nicht immer so neugierig sein.
eck
rt
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29.08.2011, 08:26 #39Mitglied
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Meiner Meinung nach ist das Problem:
a. Die Comics fast nicht mehr am Kiosk bzw. Trafik präsent sind! (Bei uns in Ösiland heißt der Kiosk Trafik, nur so zur Info)
b. Die Comicpreise schon so überzogen sind das man extrem selektieren muß, damit man sich noch ein neues Comic kaufen kann. Was kostet ein Micky Maus? 3 Euro ? Hättet ihr damals 6 Mark oder 40 Schilling für ein Heft gezahlt? Mit Sicherheit nicht! Oder ein Asterix 5,50 Euro sind 11 Mark oder 75 Schilling, das müßt ihr euch mal auf der Zunge zergehen lassen! Das haben wir damals fast im Comicladen für ein Rick Master von Carlsen bezahlt! Um wie viel sind die Löhne gestiegen?
c. Das Interesse der Kids nur mehr auf Computerspiele(Siehe die letzte Spiele Messe wo die Massen Schlange gestanden sind) und Fernsehen ausgelegt ist! Sie nicht mal mehr für Sport, geschweige denn für Comics zu begeistern sind. Was hatten wir in unserer Jugend? Schwarz weiß Fernsehen war sicher keine alternative und Gameboy hatten wir auch nicht, da waren die Comics schon eine super Abwechslung.
Der Comicmarkt wird so für ca.10 Jahre noch präsent sein, dann wir es schön langsam und generell aus werden und Comicsammler werden Exoten (sind wir ja teilweise jetzt schon!)
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29.08.2011, 08:59 #40Moderator Cross Cult Forum
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Wie sähe der Markt denn derzeit ohne Panini und Splitter aus? Es gäbe nur eine sehr dünne Auswahl an US-Comic-Novitäten und eine ebenso sehr überschaubare Anzahl an FB-Novitäten. Und ohne ein recht großes Angebot an interessanten Neuerscheinungen kann kein Comicshop überleben, geschweige denn neue Kunden für das Medium erreichen.
Klar, der Ausstoß von Panini und Splitter ist schon erstaunlich groß und man macht sich dann und wann Sorgen um die beiden ...
Aber für die Shops und die Leser und die Szene als Ganzes ist das schon positiv zu betrachten. Auch früher gab's ja die US- & FB-"quasi Monopolisten" Ehapa und Carlsen, heute sind eben andere Verlage in die Bresche gesprungen.
Auch wenn der große Ausstoß von Panini uns zu schaffen macht und euch der von Splitter: Das Medium Comic braucht "starke" Verlage, damit es in der öffentlichen Wahrnehmung nicht verschwindet, damit es in den Buchhandlungen und am Kiosk präsent bleibt. Kleinverlage können das nur bedingt leisten.http://www.cross-cult.de· Comicshop-Verzeichnis · Online-Shop · Leseproben · aktuelle News
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29.08.2011, 09:06 #41Auf eigenen Wunsch gesperrt
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29.08.2011, 10:15 #42Moderator Epsilon Forum
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Die Überproduktion von Literatur, Film und Musik ist viel größer und die Märkte auch. Gäbe es in jedem Ort, wo es eine Buchhandlung und ein Kino gibt, auch einen Comicladen, hätten wir keine Überproduktion.
Ist die Literatur ausgestorben, als das Kino erfunden wurde? Ist das Kino ausgestorben, als das Fernsehen erfunden wurde? Ist das Fernsehen ausgestorben, als das Internet erfunden wurde?
Es wird immer genug Verrückte geben, die Comics aus Liebhaberei auch dann produzieren, wenn sie sich nicht rechnen.
Dann gäbe es nur noch 90 statt 150 Neuerscheinungen im Monat. Das wäre immer noch ein großes Angebot und die Auflagen könnten sogar steigen. "Überschaubar" wäre eher ein Vorteil.
Die Gefahr bei einer Überproduktion liegt in den sinkenden Auflagen pro Titel. Das mussten schon Carlsen und Ehapa schmerzlich erfahren. Das Beispiel zeigt aber auch, dass das erfolgende Gesundschrumpfen nicht funktioniert. Denn daraus entstanden angesichts unvermeidlicher Einstellungen mehr unzufriedene Stammkunden als neue Kunden und letztlich auch die vielen Kleinverlage. So haben die Großverlage sich ihre Konkurrenz praktisch selber geschaffen. Wenn also jemand versucht Überproduktion abzubauen, entsteht nur eine Marktlücke, die automatisch von anderen wieder gefüllt wird.
Das ist also ein klassisches Dilemma, aus dem es kein Entkommen gibt. Ich möchte nicht in deren Haut stecken, in meiner aber auch nicht.Alle Angaben ohne Gewähr
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29.08.2011, 10:41 #43
Ist es wirklich so einfach? Ich würde mir ja wünschen das es bei uns im Ort ein Comicladen gibt aber das lohnt sich einfach nicht.
Für lange Zeit war der nächster Comicladen für mich das Corola in Siegen, aber die haben auch dicht gemacht. Man kann nicht einfach Bedarf schaffen in dem man ein Angebot schafft, beides bedingt sich gegenseitig.Mein Blog: http://blog.starocotes.de
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29.08.2011, 10:55 #44Das ICOM-Heft zum Gratis Comix Tag jetzt herunterladen (7,3 MB)!
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29.08.2011, 11:21 #45Moderator Cross Cult Forum
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Comics sind aber normalerweise schon erheblich teurer als DVDs, Games oder "normale Bücher". Besonders, wenn man Nutzzeit und Kaufpreis in Relation setzt. Das macht es nicht einfacher. Lässt sich aber wohl auch nicht großartig ändern, denn unsere Comics sind auch recht teuer, aber wenn wir sie billiger anbieten würden, würde gar nichts mehr beim Verlag hängen bleiben. Das ist halt die Crux der recht kleinen Szene und Leserschaft und damit kleinen Auflagen. Deshalb sind die Preise hoch - und wegen der hohen Preise fehlt der Nachwuchs. Man kann jetzt aber auch nicht "mit Gewalt" alle Preise halbieren und auf höhere Verkaufszahlen hoffen, weil man dann als Verlag spätestens nach einem halben Jahr "tot" ist.
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29.08.2011, 12:56 #46Mitglied
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29.08.2011, 13:47 #47Mitglied
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29.08.2011, 13:56 #48
Sehr drastisch ausgedrückt.

Aber dass es in der letzten Dekade einen Kaufkraftverlust gab, ist statistisch bewiesen. Die Teuerungsrate der Güter übersteigt den Nettolohnzuwachs deutlich. kann mir nicht vorstellen, dass die Kids da noch ne höhere Steigerungsrate haben.
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29.08.2011, 14:39 #49Moderator Carlsen Manga
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Kaufkraftverlust hin, Teuerungsrate her: Natürlich wirken sich diese (ebenso wie Geburtenraten etc.) auch auf die Comic-Verkäufe aus, aber eben nicht auf alle Arten von Comics. Es kommt nicht zuletzt auf die konkreten Inhalte (zu denen ich die Gimmicks bei Presseobjekten mal absichtlich mitzähle) an, die Format-/Preisgestaltung, und v.a. ob die konkret existente bzw. angepeilte Zielgruppe den Comic/Manga/Whatever für interessant bzw. kaufenswert erachtet. Man kauft ja nicht einfach irgendwelche Comics, weil es Comics sind, sondern ganz bestimmte, weil man die Figuren und Geschichten gut findet (oder, beim Erstkauf, sie einem zum Antesten interessant erscheinen).
Ende der 90er waren es bei uns ja z.B. die Comichefte (Superhelden, SIMPSONS & Co.), die den Markt neu belebt und viele neue Comicleser "geschaffen" haben, und ein paar Jahre später - bis heute - die Manga. Um's mal platt zu sagen, damals ist ja niemand von CORTO MALTESE auf SPAWN gewechselt, sondern SPAWN hat neue Leser in den Markt gezogen, die vorher entweder gar nicht da waren oder die zuvor nicht mit adäquaten Stoffen versorgt wurden.
In bestimmten Teilsegmenten des Comic- & Manga-Marktes gibt es meiner Meinung nach z.B. schon eine Überproduktion, die Kannibalisierungseffekte erzeugt (zuviele ähnliche Titel für eine ähnliche Leser-/Käuferschaft) - aber deswegen pauschal über alle Comics hinweg zu sagen, es gäbe halt zuviele Titel, deswegen gingen alle Comic-Auflagen runter: das zumindest stimmt so ja nicht.
Zumindest in diesem Thread möchte ich also für Differenzierung werben...
Geändert von Kai Schwarz (29.08.2011 um 15:10 Uhr)
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29.08.2011, 15:10 #50
Wobei ich das mit den Einführungsangeboten ja auch immer vertreten habe. Eine gewisse Schicht an Kundenpotezial lebt nunmal von niedrigen Preisen. Die muss man auch beliefern. Nur so wandern sie vielleicht mal ins höherpreisige Segment.
Gerade die Mangas haben ja gezeigt, dass es Poetnzial gibt. Oder halt Superhelden Hefte als es damals den Weschwel zu Dino gab. Die hätten damals schon breiter streuen müssen, so wie es unter dem label Panini derzeit geschieht. Bei Mangas läuft ja auch das Experiment mit edlerer Verarbeitung, HC, etc.. Mal sehen wie das funktioniert.
Bei GN's ist das wieder was anderes. Die leben vom Motto" ich will ein Buch mit bildern sein". Da findet sich eher die Buchleserschaft bis hin zur Künstlerebene und wohl auch zu größeren Teilen im Buchhandel.
Naja und schließlich bleibt der Albenmarkt. Ja, die Tendenzen zur Überproduktion sehe ich da auch und es wird ein Gesundschrumpfen geben, Fragt sich nur zu wessen Lasten. Die Albenleibhaber können gar nicht mehr alles kaufen.
in dem Sinne könnte man sich auch fragen, wie kann sich ein Comicladen vomAngebot zum Buch- und Internethandel unterscheiden?
Hefte und das Billigsegment, Merchandising, Backlist, alte Hefte im Sonderangebot etc...


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