szmtag Max und Moritz-Preis 2010 - Publikumspreis - Seite 3
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Thema: Max und Moritz-Preis 2010 - Publikumspreis

  1. #51
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Zitat Zitat von Martin Jurgeit Beitrag anzeigen
    "In keinem einzigen Comic-Laden" dürfte stark übertrieben sein und zum anderen gibt es schließlich inzwischen zahlreiche Anlaufstellen im Internet, bei denen man sich auf dem Laufenden halten kann. Ein regelmäßiger Blick in den Freibeuter-Shop z.B. dürfte schon reichen, um sich einen (ersten) Überblick über ganz andere Comic-Welten zu verschaffen, als es die arg verengte Sicht des ICOM-Preises vermittelt.
    Das ist doch Unfug. Weder bietet der Freibeuter-Shop so viele nicht eingesandte Independent-Comics (du hast wohl nicht mitgekriegt, daß die Neuerscheinungen des laufenden Jahres nicht teilnahmeberechtigt sind), noch stehen sie der Jury damit einfach zur Verfügung (hinter dem ICOM-Preis steht kein Konzern wie Bulls Press). Und geh mal mit der Liste der eingereichten Titel zu einem Comichändler. Auch bei anerkannten Spezialisten wie T3 oder Ultra Comix wirst du nur einen kleinen Teil davon finden.

    Zitat Zitat von Martin Jurgeit Beitrag anzeigen
    So unterschiedlich ist die Ausgangslage für beide Jurys also wirklich nicht - insbesondere wenn es gerade im Vorfeld der jeweiligen Jury-Sitzungen eine bessere Vorbereitung gäbe.
    Schon das zeigt, daß du keine Ahnung hast. Es gibt keine Jury-Sitzung beim ICOM-Preis. Deshalb müssen auch die eingereichten Comics in fünffacher Ausfertigung vorliegen. Und natürlich besteht die Gefahr, daß viele Comics nicht eingereicht werden, wenn immer die gleichen Verlage (Reprodukt, Avant, Schwarzer Turm, Zwerchfell) die Preise abräumen.
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  2. #52
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Zitat Zitat von SchlechtFürDieAugen Beitrag anzeigen
    Andererseits: Ganz ohne Einengung geht’s auch nicht, sonst nennen tausend Abstimmende fünfhundert Titel, und gewählt wird dann der, der es auf fünf Nennungen bringt.
    Also, wie soll’s laufen? Das Publikum auf dem selben Level anfangen lassen wie die Jury selbst und alles zur Wahl stellen, was diese an Einsendungen bekommt? Mich dünkt, das könnte wiederum zu viel sein …
    Sinnvollerweise findet sowas in zwei Abstimmungsgängen statt: Die meistgenannten Titel einer Umfrage werden nominiert, und aus dieser Nominiertenliste (und meinetwegen werden die Juryvorschläge dazugeschmissen) werden dann die Gewinner ermittelt.
    Auch in einer Jury sollte so vorgegangen werden. Zumindest finde ich es höchst bedenklich, wenn der M+M-Preis an einen Titel geht, den von 8 Jurymitgliedern gerade mal zwei auf dem Zettel hatten (wie laut Havas auch schon geschehen).
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  3. #53
    Mitglied Avatar von zaktuell
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    Zitat Zitat von scribble Beitrag anzeigen
    Du kannst eine Stimme abgeben

    Bis dann,

    scribble
    Wieso kommt dann nach Abstimmung die Plural-Form?:
    Vielen Dank, Ihre Stimmen wurden gezählt.
    Gruss!,liver
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  4. #54
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    Weil das System für den Sondermann gebaut worden war. Da hat man mehrere Stimmen. Dass man beim MuM nur eine Stimme hat, haben wir so knapp erfahren, dass eine Änderung dieses Satzes bzw. das Abfangen dessen, dass es nur eine Stimme gibt, nicht mehr möglich war. Wir brauchen halt auch etwas Vorlauf...

  5. #55
    Moderator COMIX ⋅ Internationaler Comic-Salon Erlangen Avatar von Martin Jurgeit
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    Zitat Zitat von Mick Baxter Beitrag anzeigen
    Weder bietet der Freibeuter-Shop so viele nicht eingesandte Independent-Comics (...)
    Ich habe nie von deinen "hunderten" Titeln gesprochen, mir würden schon zwei, drei Dutzend zusätzliche reichen, um das Bild zumindest etwas bunter zu machen.

    Zitat Zitat von Mick Baxter Beitrag anzeigen
    (...) noch stehen sie der Jury damit einfach zur Verfügung (...) hinter dem ICOM-Preis steht kein Konzern wie Bulls Press (...)
    Logisch! Man müsste dann schon noch die Herausgeber kontaktieren. Ich bin mir übrigens sicher, dass viele von diesen die Hefte dann einfach so oder gegen einen kleinen Druckkostenanteil abgeben würden. Und übrigens: Das Geld von Bulls reicht nicht einmal, um Preise und Preisverleihung des "Max und Moritz"-Preises komplett finanziert zu bekommen.

    Da du mir hier ja ständig nur "Ahnungslosigkeit" und "Unfug" unterstellst, möchte ich jetzt einfach mal folgenden Vorschlag für eine praktische Widerlegung deiner offenbar ziemlich verfestigten Vorurteile machen:

    1. Ich stelle euch Ende diesen Jahres eine Liste mit ca. zwei Dutzend Independent-Comics des Jahres 2010 inklusive aller Kontaktdaten zusammen, damit es hinterher nicht wieder heißt, von denen hätte ja niemand etwas wissen können.

    2. Und ich mache dir dann auch noch mindestens zwei Vorschläge für die Mitarbeit in der ICOM-Jury, damit auch dort vor allem etwas jüngere Semester mitvertreten sind, die einen etwas anderen Blick auf Comics haben, als wir "alte Säcke", was ich gerade bei einem Independent-Preis für sehr wichtig hielte

  6. #56
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Zitat Zitat von Martin Jurgeit Beitrag anzeigen
    Ich habe nie von deinen "hunderten" Titeln gesprochen, mir würden schon zwei, drei Dutzend zusätzliche reichen, um das Bild zumindest etwas bunter zu machen.
    Du hast sie indirekt ins Spiel gebracht:

    Zitat Zitat von Martin Jurgeit Beitrag anzeigen
    Denn schließlich krankt auch der "ICOM Independent Comic-Preis" immer mehr darunter, dass er nur noch einen sehr kleinen Bereich der Independent-Szene abbildet.
    Wenn die 50–60 Independent-Comics, die jährlich eingereicht werden, nur "einen sehr kleinen Bereich der Independent-Szene" abbilden, muß es logischerweise einige hundert andere Independent-Comics geben.
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  7. #57
    Moderator COMIX ⋅ Internationaler Comic-Salon Erlangen Avatar von Martin Jurgeit
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    Zitat Zitat von Mick Baxter Beitrag anzeigen
    (...) Wenn die 50–60 Independent-Comics, die jährlich eingereicht werden, nur "einen sehr kleinen Bereich der Independent-Szene" abbilden, muß es logischerweise einige hundert andere Independent-Comics geben.
    INSGESAMT natürlich! Mir geht es aber vor allem darum, dass möglichst alle unterschiedlichen inhaltlichen und formalen Bereiche der Independent-Veröffentlichungen zumindest erst einmal EXEMPLARISCH berücksichtigt würden. Und so würde es zum Start reichen, die wichtigsten derartigen Veröffentlichungen der Jury vorzulegen. Derzeit finden aber halt große Teile der Szene bei euch nahezu ÜBERHAUPT NICHT statt.

    Und genau dasselbe war ja auch der Ausgangspunkt der Diskussion hier um den Max und Moritz-Preis. Bei BEIDEN Preisen sollte man sich in Zukunft zumindest darum bemühen, ein möglichst breites Abbild der Szene zu erreichen. Und damit sollten wir die Nebendiskussion um den ICOM-Preis hier wirklich beenden.

  8. #58
    Moderator Reprodukt Avatar von Christian Maiwald
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    Nach der Lektüre der Diskussion hier:
    - Immer diese destruktiven Beiträge. Langweilig.
    - Die Idee, den Auswahlmodus des Publikumspreises anzupassen, finde ich sicher diskussionswürdig, um auch Comics miteinzubeziehen, die nicht in der Juryauswahl vertreten sind.
    - Die Auswahl der Jury deckt sich mit dem, was in den letzten Monaten in der Presseöffentlichkeit an Comics wahrgenommen und positiv besprochen wurde und eben auch recht erfolgreich war. Da werden neue LeserInnen erreicht, die nicht Teil der althergebrachten Comic-Szene sind. Ich weiss, dass das nicht ganz wasserdicht ist, aber mir drängt sich der wiedersprüchliche Eindruck auf, dass einerseits über Lesergenerationen hinweg über die schlechte Wahrnehmung von Comics gejammert wurde und kaum werden die Titel nominiert, die Teil des Wandels dieser Wahrnehmung sind, wird darüber auch gemeckert.
    - Auch von mir ein Vergleich mit der Filmbranche. Bei Filmfestspielen kann man sich von ganz unterschiedlichen Auswahlen und Auszeichnungen leiten lassen: Oscars, Sundance, Cannes, Fantasy Filmfest, Kurzfilmtage Oberhausen. Diese Vielfalt gibt es bei Comics nicht. Die Jury (und der Rest des Festivals auch) haben ein bestimmtes Profil. Das muss man nicht mögen. Warum genau sollte sie jedem gerecht werden wollen?
    Geändert von Christian Maiwald (25.05.2010 um 11:08 Uhr)
    Aktuelle Infos auch auf: www.graphic-novel.info

  9. #59
    Moderator Autorenforum / Pony X Press / Katzenjammer Avatar von Spong
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    Ein Boykottaufruf ist in meinen Augen ein extremes Armutszeugnis und wirft ein SEHR schlechtes Licht auf die betreffende Person.

  10. #60
    Moderator Beatcomix Avatar von arzach
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    Zitat Zitat von Christian Maiwald Beitrag anzeigen
    - Die Auswahl der Jury deckt sich mit dem, was in den letzten Monaten in der Presseöffentlichkeit an Comics wahrgenommen und positiv besprochen wurde und eben auch recht erfolgreich war.
    Das ist ja natürlich auch kein großes Wunder, wenn Teile der Jury aus genau dem Feuilleton kommen, das für eine bestimmte Tendenz in der Comic-Berichterstattung verantwortlich ist...

    An der Auswahl der Nominierungen herumzumäkeln halte ich allerdings auch nicht für besonders sinnvoll. Selbst wenn der Jury noch 200 Titel mehr zur Beurteilung vorgelegen hätte, heißt das ja noch nicht, dass sie deswegen zu einem anderen Auswahlergebnis gekommen wäre. Die Auswahl der Jury ist ja immer subjektiv, egal wie die Jury zusammengesetzt ist. Es wird auch immer unpopuläre Entscheidungen geben. Wenn die Jury dazu steht, in Ordnung.

    ABER: Hier in diesem Thread geht es ja um den sogannten "Publikumspreis", der in diesem Jahr erstmalig und gleich auf unsinnige Weise gekürt werden soll. Das Publikum darf aus den 20 Favoriten der Jury "seinen" Liebling auswählen. Für mich sieht das aus wie der Versuch, so etwas wie eine kleine späte Legitimation vom Volk für ansonsten vielleicht doch nicht ganz so populäre Entscheidungen der Jury zu bekommen. (Und damit das Volk auch nichts falsch macht, gibt man ihm natürlich die 20 richtigen Kandidaten vor ;-)). Erinnert mich irgendwie an die DDR-Volkskammerwahl.

  11. #61
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    Zitat Zitat von Spong Beitrag anzeigen
    Ein Boykottaufruf ist in meinen Augen ein extremes Armutszeugnis und wirft ein SEHR schlechtes Licht auf die betreffende Person.
    Die betreffende Person hat inzwischen gemerkt, dass man den Publikumspreis gar nicht boykottieren kann, weil es immer irgendwelche Eifrige gibt, die bei jedem Publikumspreis mitmachen. Martin wäre aber vielleicht gut beraten, das Ding abzublasen. Könnte ja sein, dass es sonst wieder eine Menge Buhs in Erlangen gibt. Das wollen wir ja alle nicht, auch wenn's die Stimmung hebt.

    eckrt

  12. #62
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    Ich boykottiere schon alleine aus dem Grund, dass in der Liste
    "wieder" eine Publikation aus dem Hause "Bulls" auftaucht,
    die den Preis stiften und ein Mitarbeiter von Bulls in der Jury sitzt.
    Was bitte sagt mir hier in Deutschland eine Serie, die in den USA
    ganz nett funktioniert und hier so gut wie kein Ars... richtig kennt?!
    An so einem Beispiel kann ich doch erkennen, dass solche Preise
    reine Schönschminkereien von Publikationen sind, die sich ein paar Nasen
    zurechtrücken und damit etwas mehr Bekanntheit nach aussen tragen wollen.

  13. #63
    Moderator Autorenforum / Pony X Press / Katzenjammer Avatar von Spong
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    Zitat Zitat von eck@rt Beitrag anzeigen
    Martin wäre aber vielleicht gut beraten, das Ding abzublasen. Könnte ja sein, dass es sonst wieder eine Menge Buhs in Erlangen gibt. Das wollen wir ja alle nicht, auch wenn's die Stimmung hebt.

    eckrt
    Das hat jetzt aber keinen ... Subtext, no?

    Keine Ahnung, wer da jetzt buht, ich war nur bei einem MuM zugegen, und das einzige was da aufstieß, war die BAND ... ansonsten fände ich es eine sehr große und unangemessene Respektlosigkeit den Veranstaltern gegenüber. Man kann trotz aller Kritik erstmal davon ausgehen, dass hier wie dort jeder seinen Job so gut macht, wie er kann. Und ich wüßte für die Buhs keinen anderen Grund als den Frust, dass man selber und/oder die Leute die man mag, nicht dabei sind. Dafür muss man keine Veranstaltung stören ...
    Geändert von Spong (25.05.2010 um 14:46 Uhr)

  14. #64
    Moderator Splitter Forum Avatar von Yellowsam
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    Das BUHen erklärt sich daraus, wenn man bei den Film- oder Fernsehvergleichen zu bleibt:
    Man kann nicht Leute zum Public-Viewing einladen und dann "Unsere kleine Farm laufen lassen"

    Dirk

  15. #65
    Moderator Reprodukt Avatar von Christian Maiwald
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    Ich finde die Vorstellung interessant, dass sich Leute nach einem langen Arbeitstag einige Stunden in eine Veranstaltung setzen, die sie nicht mögen, in der es um Dinge geht, die sie nicht interessieren, um diese dann mit Schmährufen zu kommentieren.
    Da wäre fernzubleiben und die Diskussion zu suchen die effektivere Möglichkeit. Und die stilsicherere.
    Geändert von Christian Maiwald (25.05.2010 um 13:19 Uhr)
    Aktuelle Infos auch auf: www.graphic-novel.info

  16. #66
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    Zitat Zitat von Christian Maiwald Beitrag anzeigen
    Ich finde die Vorstellung interessant, dass sich Leute nach einem langen Arbeitstag einige Stunden in eine Veranstaltung setzen, die sie nicht mögen, in der es um Dinge geht, die sie nicht interessieren, um diese dann mit Schmährufen zu kommentieren.
    Da wäre fernzubleiben und die Diskussion zu suchen die effektivere Möglichkeit. Und die stilsicherere.
    Sägjenauso.

  17. #67
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    Nö, Christian, das ist zu pauschal. Es geht hier ja um den Publikumspreis, nicht um das ganze MM-Spektakel.

    Außerdem: Wie bei jeder Theaterpremiere sind doch auch bei der MM-Gala nicht nur Claqueure gefragt, sondern ehrliche Meinungen, oder? Ist ja schließlich keine Provinzveranstaltung, bei der die Abonnenten immer höflich applaudieren.

    eckrt
    Geändert von eck@rt (25.05.2010 um 14:56 Uhr)

  18. #68
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    Wenn bei einem Sportevent oder bei einer Aufführung gebuht wird, dann, weil die Zuschauer mit der gebotenen Leistung nicht zufrieden sind. Kann man auch drüber diskutieren. Aber wo ist die *Leistung* bei einer Preisverleihung? Die Verve der Laudatoren? Letztendlich bringen die Buh-Männer doch nur ihrem Frust zum Ausdruck, dass die Bücher die sie selbst gemacht haben und/oder toll finden, keinen Preis kriegen. Sie sind anderer Meinung und haben einen anderen Geschmack. Ist halt in meinen Augen sehr schlechter Stil, wenn man sich während der Veranstaltung lauthals darüber beschwert, dass andere Leute andere Dinge gut finden als man selber. No?

  19. #69
    Moderator Carlsen Manga
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    Ich freue mich natürlich sehr über gewisse Nominierungen der diesjährigen Max & Moritz-Jury, kann aber auch nachvollziehen, dass manche die Auswahl "zu einseitig" finden. (Obwohl mir auch so einige Titel einfallen, die keine Alben & US-Indies sind, aber ebenso eine Nominierung verdient hätten - GIPFEL DER GÖTTER von Schreiber & Leser etwa...)

    Die Jury ist aber nun mal die Jury, und auch in der Vergangenheit gab es öfter Nominierungen, die m.E. nie den Anspruch hatten, in ihrer Summe "repräsentativ" für den Comicmarkt zu sein.

    Ich find's toll, dass es einen M & M-Publikumspreis gibt und hoffe, dass er erhalten bleibt!

    Vielleicht gibt es ja bei der Verleihung noch einige Worte zur Vorauswahl von der Jury zu hören... Mal ehrlich, ich glaube, noch nie sind innerhalb von nur zwei Jahren so viele schöne und toll produzierte Comics jedweder Form auf den deutschen Markt gekommen. Fürs nächste Mal würde ich deshalb ernsthaft vorschlagen, die Vorauswahl-Liste für den Publikums-Preis auf 50 Titel zu erhöhen, das ginge problemlos - auch aus inhaltlichen Bereichen, die es dieses Jahr nicht in die Top 20 der Jury geschafft haben.

    Das von Martin Jurgeit genannte Argument mit dem Ventilatorknaben - gewinnen könne dann ein Titel mit nur ein paar Prozent der Stimmen - finde ich nicht ganz schlüssig, denn auch bei einer Top 20-Auswahl kann ja theoretisch ein Titel mit 6,5% der Stimmen den Pokal abräumen, wenn der Rest bei jeweils 4,batsch % landet...

    Außerdem möchte ich dafür plädieren: lasst uns alle mehr Comic-Auszeichnungen initiieren! Genre-spezialisierte Preise, lokale Preise, Anti-Preise... Andere Branchen machen es doch vor - man kann das gut oder schlecht finden, aber Gesprächsanlässe schaffen die meisten von ihnen, sofern sie von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.
    Geändert von Kai Schwarz (25.05.2010 um 18:16 Uhr)

  20. #70
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    Zitat Zitat von Mick Baxter Beitrag anzeigen
    , daß die Neuerscheinungen des laufenden Jahres nicht teilnahmeberechtigt sind),
    wie paßt dann Alpha von Jens Harder rein? Ist doch gerade erst erschienen und dürfte damit erst 2011 bzw. 2012 ausgezeichnet werden

  21. #71
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    Über Sinn oder Unsinn des Publikumspreises zu reden, ist eine Sache. Die mehr oder weniger schlüssigen Alternativen hat Martin ja schon sehr anschaulich dargelegt.

    Die Erlanger Juroren befinden sich aber in hervorragender Gesellschaft, wenn man sich mal die Nominierungen und Preise in Angoulême in den letzten Jahren vergegenwärtigt:

    • Alpha - directions - Prix de l'audace 2010
    • Bäche und Flüsse - Grand Prix de la Critique ACBD 2007
    • Drei Schatten - Essentiels d'Angoulême 2008
    • Hector Umbra - Sélection officielle 2010
    • Ein neues Land - Prix du meilleur album 2008
    • Meine Mutter ist in Amerika - Essentiels d'Angoulême 2008
    • Pinocchio - Prix du meilleur album 2009
    • Spirou - Porträt eines Helden als junger Tor - Cinq essentiels 2009

    Das ist eine ganz gute Quote, wenn man bedenkt, dass ein guter Teil der M&M-Preis-Nominierungen (noch) nicht in französischer Sprache erschienen ist...

    @eckart: Eine Provokation, um zu polarisieren und eine Diskussion loszutreten, finde ich ja eine gute Sache. Aber trotzdem vermisse ich einen konstruktiven Ansatz. Wie könnte denn eine Alternative aussehen?

    Wenn ich mich recht entsinne, haben die Top 10 des "Comic des Jahres" doch immer in etwa den Nominierungen bei den Max & Moritz-Preisen entsprochen, oder nicht? Ich will jetzt keine vollständige Liste aufführen, aber auf die Schnelle habe ich das gefunden:

    • Comic des Jahres 2003 / M&M 2004 (Nominierung Beste deutschsprachige Publikation): "5 ist die perfekte Zahl"
    • Comic des Jahres 2004 / M&M 2004 (Beste deutschsprachige Publikation, Import): "Persepolis"
    • Comic des Jahres 2007 / M&M 2008 (Bester Manga): "Vertraute Fremde"

    Was stellst du dir denn vor?
    Geändert von Dirk Rehm (25.05.2010 um 19:42 Uhr)

  22. #72
    Mitglied Avatar von Sambir
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    also ich sitze hier gerade am pc, versuche verzweifelt, eine kritik zu ALPHA DIRECTIONS zu schreiben (diesem album also irgend etwas sinnvolles abzugewinnen), und entdecke beim nachlesen auf der carlsen-website den publikumspreis. dass ALPHA auf dieser liste steht, ist unvermeidlich - anspruch ohne ende, da kann keine jury nein sagen. aber gleichzeitig ist dieses album so bar jeglichen unterhaltungswerts, dass - würden die titel der liste wirklich vom publikum vorgeschlagen - dieses album es nicht mal unter die ersten 100 geschafft hätte.

    und das ist schon das ganze dilemma dieses preises und der frage, ob ja oder nein, und wenn ja, wie. ich kann in der liste einige titel entdecken, die ich klasse finde, und einige, die ich nicht drauf gesetzt hätte. aber es fehlen einfach zu viele - vor allem in der breite und unterschiedlichkeit, da gebe ich den meisten kritikern hier recht. es ist inhaltlich zu einseitig.

    die alternative? keine ahnung. ein publikumspreis, in dem das volk sich etwas von dem auswählen darf, dass die herren juroren für würdig befunden haben, ist kein publikumspreis, sondern ein witz, da gebe ich eckart recht. würde man aber lediglich das publikum vorschlagen und abstimmen lassen, bin ich sicher, das der hundertfünfundsiebzigste asterix-aufguss gewählt würde. am sinnigsten fand ich noch den vorschlag, die liste auf 50 titel zu erhöhen. ich befürchte nur, dass die INHALTLICH kaum anders, nur eben länger wäre, wenn sie wieder ausschließlich von der jury käme.

    vielleicht wäre es am einfachsten, wenn jeder besucher in erlangen einen zettel mit dem titel seines lieblingsalbums aufschreibt, den zettel in bereit stehende zettelkästen wirft, und man die dinger am letzten tag auswertet? es wäre sicher nicht uninteressant, zu sehen, ob und wie sich das ergebnis von dem unterscheidet, was die jury so vorschlägt. und bei dem publikum in erlangen müsste man auch nicht die befürchtung haben, dass sie nur asterix lesen.
    Mein Weblog mit aktuellen Rezensionen von Autorencomics und Graphic Novels: http://comickunst.wordpress.com

  23. #73
    Mitglied Avatar von Mick Baxter
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    Zitat Zitat von Kai Schwarz Beitrag anzeigen
    Die Jury ist aber nun mal die Jury
    Genau! Sie ist eben nicht das Publikum. Und wenn man einen Publikumspreis will, muß man diesem erstens freie Hand lassen und akzeptieren, daß dann Asterix oder Naruto ständig gewinnen.

    Zitat Zitat von Dirk Rehm Beitrag anzeigen
    Die Erlanger Juroren befinden sich aber in hervorragender Gesellschaft, wenn man sich mal die Nominierungen und Preise in Angoulême in den letzten Jahren vergegenwärtigt
    ...
    Wenn ich mich recht entsinne, haben die Top 10 des "Comic des Jahres" doch immer in etwa den Nominierungen bei den Max & Moritz-Preisen entsprochen, oder nicht?
    Hier werden in der Verärgerung natürlich zwei Dinge vermischt: Die gewohnt einseitige Auswahl der Jury und die völlig undurchdachte Ausrichtung des Publikumspreises.
    Natürlich war der "Comic des Jahres" auch eine Jury-Auswahl (teilweise von identischen Juroren), da sind Überschneidungen nicht wirklich überraschend.
    Wenn man aber einen Publikumspreis will, so muß der auch seine Legitimation haben: Es müssen viele Leute abstimmen (ein Preis mit 70 Votings wäre lächerlich) und er darf auf keinem Fall auf einer Jury-Auswahl basieren.
    Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, daß hier einige die Grundsätze einer Demokratie nicht verstanden haben. Bei einem Volksentscheid darf die Regierung ja auch nicht die möglichen Alternativen festlegen.
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  24. #74
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    Zitat Zitat von Dirk Rehm Beitrag anzeigen
    Die Erlanger Juroren befinden sich aber in hervorragender Gesellschaft, wenn man sich mal die Nominierungen und Preise in Angoulême in den letzten Jahren vergegenwärtigt
    Na, ob die Gesellschaft nun so hervorragend ist... In Angouleme herrscht ein ähnliches Problem - der Kontakt der Jury zur Gesamtheit der Verlage stellt sich in den Nominierungen als sehr einseitig dar (Glenat z. B., einer der größten Verlage mit Top-Autoren, geht sicher nicht mit der Erwartung nach Angouleme, dort jemals einen Preis zu bekommen, wird aber in den Zelten vom Publikum umlagert). Genau das sollte nicht das Vorbild sein.

    Wie könnte denn eine Alternative aussehen?
    Wir reden hier über den Publikumspreis und dass dem Publikum eine sehr homogene Auswahl aufgedrückt wird, von einer - ich sag's mal vorsichtig - "hochspezialisierten" Jury. Bevor das geneigte Publikum merkt, dass es verarscht wird, sollte man diesen Preis jetzt sofort abblasen und sich bis zum nächstenmal was Schlaueres ausdenken.

    eckrt

  25. #75
    Verstorben Avatar von hipgnosis
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    Ich frage mich die ganze Zeit, warum sollte das Publikum keinen Titel aus dem Mainstream wählen dürfen?
    Möchte man nun wirklich mit aller Macht der Audience beibringen was "Qualität" ist und sie nicht selbst über ihre "Lieblingscomics" entscheiden lassen?
    Warum sollte nicht ein "reines" Unterhaltungscomic dem Leser am besten gefallen haben, rückblickend auf das Jahr?

    Nix gegen einige der hier vorgestellten Comics - grossartige Sachen dabei - aber auch welche, die nur einen "Bruchteil" der Comicleser ansprechen dürften.

    Nun andere Preise hier dagegen zu stellen, die diese Comics irgendwo abräumten ist nicht ganz fair - denn es sind sicherlich auch oft Jury- und Genrepreise und da haben sie sicherlich zu Recht gewonnen.

    Ohne zu unken - ich könnte mir sehr gut vorstellen, daß gäbe es ein Kästchen auf der o.g. Liste der Probanten, wo man "keines dieser Comics" ankreuzen dürfte, würde dies wohl die Mehrheit der Stimmen des "normalen Comicvolkes" bekommen!


    Ich finde übrigens, das man überhaupt keine Angst vor Topsellern wie Asterix usw. haben muss bei einer Publikumswahl.
    Die Leute können schon sehr gut die Stärken und Schwächen eines Comics bewerten - und Asterix hat schon lange den Zenit überschritten.

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