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  1. #1
    Mitglied Avatar von Syllix
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    Ni Gulland - Ankunft

    Neues Meer, Tag 15 der Überfahrt

    Erst vor wenigen Stunden war die „Haglotta“ erfolgreich aus dem Roten Nebel herausgelangt. Die letzten drei Tage waren für Schiff, Besatzung und Passagiere wahrlich keine leichte Zeit. Die Wogen waren nahezu still, der Wind hauchte nur sanft und so schien das Schiff zu stehen. Nur träge bewegte es sich voran, gänzlich auf den Strömungen des Wassers angewiesen. Nicht nur der Umstand, dass der Rote Nebel das Licht der Sonne so stark zu schlucken wusste, dass man sich wie an einem dämmrigen Morgen fühlte, konnte einem Angst einflößen. Mehr noch waren es die blutenden Segel. Mit jeder Stunde änderte sich das matte Weiß der Segel in blutiges Rot. Zunächst sammelten sich die roten Tropfen und Tränen am Rand und an Nähten des Stoffes um dann einer Flechte gleich auf die noch weißen Regionen aus zu wuchern. Zuletzt war dieser rote feuchte Film auch über den Rest des Schiffes zu finden.

    Doch nun endlich erreichten die wärmenden Strahlen der Sonne wieder die „Haglotta“. Wie ein rascher Wechsel vom Winter zum Sommer hin wurde die drückende und kalte Stimmung vertrieben. Die gut 60 Passagiere trauten sich nun nach und nach wieder an Deck und große Erleichterung stand in deren Gesichtern. Sie lebten noch, und dieser verfluchte Rote Nebel war fort. Einzig das Rote Band am Horizont hinter dem Schiff und die immer noch blutroten Segel und der feuchte Film auf den Holzbrettern vermochten an diese Tage erinnern.


    Der Kapitän trat zu Tarek, der die letzten Stunden mit dem Matrosen Jullko am Ruder gestanden hatte. Als Kapitän hatte Valo Meihul die erfolgreiche Passage des Roten Nebels im Logbuch vermerkt und wollte nun mit Tarek die weitere Fahrt besprechen. Valo hielt viel auf Tarek und beide hatten gemeinsam schon viel erlebt. Doch diese Überfahrt stellte die beiden erfahren Seeleute auf eine Probe. Neben den meisten seiner gut zwanzig Mann wirkte der beeindruckende Mittvierziger kräftig und noch voller Kraft. Doch immer, wenn er neben Tarek stand, verschwand dieser Eindruck, denn Tarek überragte den Kapitän um gut einen Fuß und wirkte dank seines Körperbaus weit mehr Respekt einflössend.

    „Das Wetter scheint hier gut zu sein. Laut den Berichten der Entdecker liegt Ni Gulland zwei Tage südwestlich der Roten Nebel.“, bemerkte der Kapitän und ließ seinen Blick über die Reling, das Deck und den Hauptmast zum Ausguck hinauf wandern. Beim Anblick der Segel verzog er leicht den Mund. „Das haben sie uns aber nicht erzählt…“, kommentierte er unzufrieden die Verfärbung des Stoffes. Prüfend sah er genauer zum Ausguck. „Ist Fredrick dort oben?“, wollte er wissen. Fredrick war sowas wie das Kind der Crew und insbesondere des Kapitäns, der selber keine eigene Familie besaß. Vor sieben Jahren fand Tarek den damals 8-jährigen Knaben zwischen einigen Fässern im Frachtraum. Niemand konnte erfahren, woher der Junge kam und was ihn an Bord des Schiffes verschlagen hatte. Tarek erhielt die Aufgabe, den Jungen die nötigen Kenntnisse der Seefahrt zu lehren. Und dies tat er gewissenhaft bis heute. Anfangs nutzte der Junge wenig und war für Tarek eher eine Last. Einzig in der Kombüse oder bei der Instandhaltung des Schiffes taugte das Kind etwas. Mit der Zeit jedoch wurde er ein talentierter Matrose, der meistens im Ausguck oder irgendwo in der Takelage zu finden war. Und so war Fredrick auch die letzten Tage fast durchgehend dort oben gesessen.


    Lucani hatte die letzten Tage und Nächte fast ausschließlich an Deck verbracht. Sie konnte kaum schlafen und besonders die Zeit im Roten Nebel nagte an ihr. Immer wieder hatte sie versucht, zu ruhen und zu schlafen. Doch kaum waren ihre Sinne aus der gegenwärtigen Welt entflogen, suchten sie Bilder heim. Es war kein Traum, das wusste sie zu gut. Und doch war alles seltsam verzerrt, und sie war sich nicht sicher, wie sie diese Bilder zu verstehen hatte. Waren sie eine Warnung?

    Zuletzt hatte sie vor zwölf Stunden einen Versuch der Ruhe unternommen. Und doch war es das Gleiche wie zuvor gewesen: Sie sah sich am Bug eines Schiffes stehen. Doch anders als in ihrer ursprünglichen Vision sah sie nichts, nur grauen Nebel. Sie sah sich um, doch ihr Blick reichte keinen Schritt weit und als sie sich wieder gen Meer wandte, riss der Nebel wie von magischer Hand auf. Sie sah drei Schiffe auf sich zu kommen. Erst fern und dann immer näher. Einem Zeitraffer gleich stießen die Schiffe immer näher auf Lucani zu und mit jedem Schub konnte sie mehr erkennen: Schwarze Segel, schwarzer Rumpf und eine schwarze Flagge. Und der letzte Schub zeigte schwarze Männer, mit Säbeln in den Händen… Spätestens dann riss Lucani sich heraus aus diesen Bildern und war wieder im hier und jetzt, an Bord der "Haglotta".

    Und so erlebte sie nun mit, wie die Sonne sich endlich wieder zum Schiff und ihr selbst durchkämpfen konnte. Und doch, trotz der Wärme, die sie nun auf Ihrer Haut verspürte, nagten die Bilder in ihr.


    Anders als Lucani schien Thanim weit weniger Probleme mit dem Schlaf zu haben. Zumindest anfänglich. Erst nachdem ihm klar geworden war, dass der Schamanin, seiner Schamanin, etwas zur Last fiel, versuchte er pflichtbewusst an ihrer Seite zu sein. Auch wenn er mittlerweile die ersten Spuren des Schlafentzuges in seinem Körper verspüren mochte, so wollte er sie nicht alleine an Deck lassen und erlebte wie sie das Auftauchen der Sonne.

    Unweit von Thanim und Lucani konnte der Krieger den Kommandeur Sialfuur ausmachen. Der Kommandeur sollte in Ni Gulland irgendeine wichtige Aufgabe übernehmen. Doch, wie es für solch wichtige Leute üblich war, hatte der Kommandeur dies bereits auf der „Haglotta“ kundgetan und Ehrfurcht und Respekt eingefordert. Leider war der Kommandeur ein Anhänger des Neuen Gottes und dessen Anhänger gleich verachtete er die anderen Glaubensrichtungen. Besonders mit Lucani und Thanim schien er ein Problem zu haben:
    Kaum an Bord hatte er mehrfach darauf bestanden, dass die beiden ihre tierischen Begleiter an Land zurück zulassen hatten. Auch wenn der Maat Tarek dies unter Verweis der anderen Tiere an Bord als Blödsinnig abgetan hatte, wiederholte der Kommandeur diese Forderung mehrfach. Immer wieder suchte er auch danach augenscheinlich den Streit. Insbesondere Thanim hätte in der Folgezeit mehr wie einmal zu gerne dem Kommandeur die Stärke seines Glaubens und vielmehr noch die Stärke seines Schwertes zu spüren gegeben. Die Besatzung und besonders der Kapitän hatten jedoch bisher erfolgreich jegliche gewaltsame Auseinandersetzung im Kern ersticken können.

    Der Kommandeur blickte Thanim herablassend an. „Selbst die Ungläubigen haben diese Prüfung überstanden. Wahrlich, Xox ist ein großer Gott.“, spottete er zu seinen Untergebene, die derer ein Dutzend waren und sie alle brachen in Gelächter aus.

  2. #2
    Mitglied Avatar von Syllix
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    Kelad und seine Familie waren bereits am ersten Tag der Reise auf Jarel gestoßen. Sie waren Anhänger des alten Glaubens und fühlten sich in ihrer Heimat verstoßen, und so wollten sie in Ni Gulland eine neue Heimat finden. Trotz ihrer negativen Erfahrungen waren Sie Jarel dankbar, als dieser den kleinsten Sprössling, Hilad, davor bewahrt hatte, unbedarft über Bord zu gehen. Seit dem war Hilad Jarels besten Freund, oder vielmehr umgekehrt. Egal wohin Jarel an Bord des Schiffes ging, sein kleiner Anhänger Hilad war nicht fern. Zögerlich begann Kelad sich mit dem Lebensretter seines Sohnes zu unterhalten. Beide Männer waren ungefähr im gleichen Alter und doch waren ihre Weltbilder so verschieden. In unzähligen Gesprächen und Unterhaltungen lernten beide sich näher kennen.
    Die Zeit während des Roten Nebels hatte Jarel primär unter Deck verbracht. Doch nun, dass die Sonne wieder zum Schiff „Haglotta“ durchdrang, suchte er gemeinsam mit Hilad und seinen drei Geschwistern das Deck auf. Es war recht eng dort oben, denn nahezu ein jeder Mensch an Bord hatte sich auf das Deck begeben, um die Sonne und die frische Brise genießen zu können.

    „Die Götter waren uns hold, wie mein Vater es dir gesagt hat.“, erklärte Hilad stolz und sah Jarel an. Der Knirps mit seinen neun Jahren musterte Jarel aufmerksam, und blieb an dessen Amulett hängen. „Meinst du, dass dein Gott uns ebenfalls durch diesen Nebel gelenkt hat?“

  3. #3
    Mitglied Avatar von Shane_Gooseman
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    Jarel genoss die wärmenden Strahlen auf seiner Haut, die Tage im Nebel hatte der Mönch viel meditiert und gebetet. Außerdem hatte er begonnen eine Kopie des Buches Xox anzufertigen sowie er es schon viele Male im Kloster gemacht hatte. Dieses Exemplar wollte er Kelad und seiner Familie schenken, denn immerhin schienn wenigstens der kleine Hilad ein gewisses Interesse für Xox entwickelt zu haben.
    Und auch jetzt wieder fragte der Junge nach seinem Glauben.
    "Nein mein junger Freund ich glaube nicht nur das Xox uns durch die roten Nebel geleitet hat, ich weiß es. Den Xox ist groß. Aber er ist auch gütig und mildtätig. Er war es der mich lenkte als ich dich davor bewahrte ins Meer zu stürzen. Xox wollte nicht das du hineinstürzt."
    Nun bemerkte Jarel das sich Kommandant Sialfuur am Bug wieder einmal über ein paar Ungläubige herzog und sich über diese Lustig machte. Bedächtig näherte sich der Mönch der Gruppe Soldaten und den zwei Schamanenanhänger.
    "Wahrlich Kommandant Sialfuur, Xox ist Groß. Und wenn er dafür gesorgt hat das auch diese beiden die Prüfung der roten Nebel überstehen so hat er sicherlich noch Pläne mit ihnen."
    jarel hatte die Hände vor dem Bauch gefaltet und hatte eine unbedrohliche Haltung eingenommen und seine Stimme sprach mit einem ruhigen beschwichtigendem Ton.

  4. #4
    Mitglied Avatar von Sphinx
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    Das einzig konstante war der weiche, glatte, anschmiegsame Körper der Schlange, der sich über ihren schob, was sich am nacken sogar leicht wie eine Mischung aus kraulen und massieren anfühlte manchmal, aber nur dann wenn Lucani die Zeit hatte das auch zu genießen. Nicht wie jetzt.
    Aufrgund der Unruhe zu Beginn trug sie oft ihren Mantel, auch die Kapuze über dem geschmückten Haupt, um die Schlange Sheyla vor den bösen Blicken oder gar Übergriffen zu beschützen, denn schließlich kannte sie die Natur der meisten Menschen was Tiere anging.

    Für den Moment stand sie an der Reling, auf einem Bein, das andere aufgestellt, mit dem nackten Fuß an das Holz geschmiegt, wodurch die dunklen Beine und auch der Schmuck darauf nur zu deutlich gezeigt wurden, auch wenn der Rest unter dem Mantel verborgen lag, wie auch das Gesicht, das nur zur Hälfte einsehbra war, nur die Lippen und Nase, aber dann aus den Schatten doch auch die furchtbar hellen Augen, die gerade verklärt ins Nichts starrten. Dann aber atmete sie tief ein, es hob den zierlichen Brustkorb, bis ein Schauder durch den Körper ging und Lucani doch viel zu geistig abwesend weiter den nun endlich ersichtigen Horizont anstarrte, oder auf etwas das sie dort sah.
    Die Sorgen hatten sie schweigsam gemacht. Auch zu Thanim hatte sie seit sie an Bord waren kaum ein Wort gewechselt, er verstand es ohnehin besser sich durchzusetzen gegen diese rauhen Seemänner, sie vertraute ihm da hatte er seine Befugnisse. Im roten Nebel selbst waren ihre Worte noch mehr geschrumpt, auch weil da diese Unruhe war, die sie närrisch machte.

    Unruhig trippelten die Finger etwas unrythmisch auf der Reling herum, als die Augen zum Rufer wanderten, wo sie nachdenklich auf dem Captain kleben blieben, als die Gedanken zu der Frage wanderten ob der ihr glauben würde sollte sie ihm von dieser Ahnung berichten, aber auch sonst würde kaum einer mehr von Schiffen mit schwarzen Segeln und Männern mit Säbeln wissen.
    Ausserdem hatte sie da ja dann auch noch den gedanken wie dieses rot, der Nebel, wohl schmeckte, ob es tatsächlich Blut war, so wie es aussah und dann: Von wem?
    Am Ende noch das Blut der Welt selbst...?

    Mehr am Rande bekam sie die Stichelei mit und ihr Kopf drehte sich etwas, was ein leises Klirren durch den Schmuck im Haar mit sich brachte, dessen vereinzelte Zöpfchen auf über die Brust hinabhingen, als sie den Kommandeur kurz ansah. Doch statt sich aufzuregen forderten seine spitzzüngigen Worte nur ein Schmunzeln und schließlich ein lachendes Schnauben der Schamanin heraus, bis das leichte Kopf schütteln das folgte nur noch mehr von dem verborgenen Antlitz klimpern lies.

    °Thanim
    fragte sie leise, in ihrer Sprache und lies ihrem Beschützer Zeit sich ihr zu nähern, da er immer irgendwie in ihrer Nähe war. °Ich möchte mit dem Captain reden...° wisperte sie mit einer durchaus etwas rauchig-rauen und dennoch auf eine geheimnisvolle Art melodisch-harmonische STimme, die ähnlich klang wie das knistern des Wüstensandes unter einem lauen Windhauch.
    Geändert von Sphinx (09.03.2010 um 00:01 Uhr)

  5. #5
    Mitglied Avatar von Armisael
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    Thanim spürte die aufkeimende Müdigkeit in seine Knochen kaum, so sehr freute er sich wieder die Sonne zu sehen. Merklich erleichter erschien auch Raax zu sein, der auf Thanims Schulter seinen üblichen Platz eingeommen hatte. Dem Krieger hatte es innerlich weh getan, seinen gefiederten Gefährten so zu sehen, wie dieser die letzten Tage ängstlich in einer Nische gehockt war und immer wieder mit dem schwarzen Schnabel geklappert hatte, was für Thanim ein deutliches Zeichen dafür war, das der Rabe sich unwohl fühlte. Er konnte ihn gut verstehen!
    Doch nur war der "Blutnebel", wie er es für sich genannt hatte, vorbei und der "Rabe" und sein Vogel genossen zusammen die Aussicht.

    Sicherlich hätten sie sie mehr genossen, wenn da nicht diese Männer gewesseb wären. Diese Anhänger ihrers "einzigen Gottes", jener intoleranten Wesenheit, deren Gläubige alles fanatische und arrogante Leute waren. Diese Männer spiegelten es perfekt wieder: Lautstark, prallerisch und auf Streit aus. Und sie sahen auf ihn und auf seinen Schützling herab als wären sie selbst göttliche Wesen. Ach, er verabscheute dieser Leute!

    Er hatte an Bord, während der Fahrt durch den "Blutnebel" und während dem Gang an Deck Lucani nie aus den Augen gelassen. In jener Situation, mit dem ganzen Haufen Xox Anhänger an Bord, war es zu gefährlich für sie.
    Die Worte des Kommandeurs erregte Thanims kriegerisches Gemüt und die unter seinem dunkel Wollumhang verborgene Hand presste sich fest um den Griff seines verzierten Schwertes, bis die Knöchel schliesslich schmerzlich weiss hervortraten.
    Langsam drehte er den Kopf in Richtung der lachenden Meute und schon wollte er seinen Stimme erheben und dem Kommandeur sagen was er von seinem "Gott" halte, als Lucani ihn ansprach. Ihre Worte liessen seinen Zorn verrauchen, denn er kannte diesen Ausdruck bei der Schamanin; es war wichtig.
    °Gut, dann gehen wir am besten gleich zu ihm!° antwortete er und ging langsam in Richtung, wo der Captain stand. Dabei achtet er genau auf die Männer hinter sich, sollte der Kommandeur etwas dummes unternehmen, jetzt da sie ihm den Rücken zudrehten.

  6. #6
    Mitglied Avatar von Syllix
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    Kletus und Bandaru

    Die erste Überfahrt sollte fanstrengend für Bandaru werden. Nicht nur das Zögern des Kapitäns, einen Rattling an Bord zu nehmen, dann die Missachtung der Mehrheit der Besatzung. Doch sein Wille, etwas zu tun und der Umstand, dass er jede noch so niedere Tätigkeit gewissenhaft erfüllte, brachte Bandaru einen gewissen Respekt ein. Klar, einige sahen immer noch auf ihn herab, doch die Mehrheit war mittlerweile ganz gut mit ihm klar gekommen und er war Teil der Mannschaft.
    Während die Crew ihn also nach zögerlichem Anfang als wenn auch niederes Mitglied akzeptierte, taten sich die Passagiere in der Mehrzahl scheinbar schwerer. Einige Kinder fanden sein Erscheinungsbild noch aufregend, doch die Erwachsenen suchten Abstand zu dem Rattling.
    Die Tage im Roten Nebel hatte Bandaru primär unter Deck verbracht. Zwar durfte er sich erneut gewissen Spott anhören, doch auch die meisten anderen Gestalten an Bord waren von diesem Nebel eher eingeschüchtert.

    Nun also war der Nebel fort und Bandaru wieder an Deck. Die Reling und die Takelage waren noch mit der letzten rötlichen Feuchtigkeit überzogen, als er den Befehl bekam, im Adlerhorst Fredrick abzulösen. Noch während er auf dem Weg gen Ausguck war, füllte sich das Deck unter ihm mit den Passagieren und Matrosen.



    Es war der Kommandeur, der erstmals Kletus nach seinen Motiven für die Überfahrt befragt hatte. Doch noch eher der Kürschner seine Motivation darlegen konnte und wollte, bekundete der eitle Soldat, wie abstoßend und unwürdig er Kletus befand. Er verzog sein Gesicht und hielt sich fortan in Distanz zu ihm. „Was will ein Schwein hier an Deck?“, schimpfte der Kommandeur nun, sobald er Kletus erspähte. „Das Vieh ist unter Deck im Heck!“ Auch andere Reisende sahen eher in einer Mischung aus Verwunderung und Ekel auf Kletus herab.
    Kletus ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und versuchte sich die Zeit an Bord irgendwie zu vertrödeln. Große Gespräche fand er aufgrund der Ermangelung an gesprächsbereiten Geschöpfen nicht. Und so begann er das Schiff nebenbei zu erkunden, die Fracht und auch das Vieh zu begutachten. Auch der Rote Nebel schien ihn wenig zu beeindrucken. Lag es am Met, den er in irgendeinem der Fässer entdeckt hatte? Oder war es Heldenmut? Oder nur Wahnsinn? Er bemerkte die Verwunderung der Gestalten. Doch niemand schien den Mut aufzubringen, Kletus auf sein Verhalten hin anzusprechen und so geisterten rasch Gerüchte über Kletus unter den Passagieren.

    Erst als die Sonne wieder auf Kletus Haupt strahlte, begannen jene ehrfürchtigen Passagiere wieder aufs Deck zu strömen. Die Ruhe, welche die Tage zuvor herrschte und er genießen konnte, war dahin. Um nicht ständig angerempelt und geschupst zu werden, hatte sich Kletus an den Bug begeben.

  7. #7
    Mitglied Avatar von Lagapul
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    Wo ich grade unterkomme^^
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    Bandaru

    Bandaru war überglücklich, als er hörte der Nebel läge hinter ihnen.
    Die Sonne spiegelte sich im Meer und ließ Bandarus Herz höher schlagen. Es war draußen etwas frisch als er Frederik Gesellschaft leisten sollte. Beherzt machte sich Bandaru daran die Takelage hinaufzuklettern.
    Es war wunderbar. Die Decke der Kombüse, in der er fortwährend Gemüse schälen musste wäre Bandaru bald auf dem Kopf gefallen. Dazu das Wissen, dass draußen der rote Nebel war. Es hatte ihn wirklich belastet. Rot war ja fast gleichbedeutend mit Blut und Unheil und Nebel war etwas mystisches. Also konnte das nur etwas verfluchtes sein. Ein schlechtes Ohmen, ein verbotener Bereich der Gania...
    Doch jetzt lag der Nebel hinter ihnen. Lediglich der rote Glanz des abgesetzten Wassers schimmerte noch. Es war dem Rattling unangenehm die Taue anzufassen an denen besonders viel von dem widerlichen Wasser war. Es konnte nur Unglück bringen.
    Unter normalen Umständen hätte Bandaru vermutlich jeden Kontakt vermieden, doch er war es leid, dass alle sich über seinen Aberglauben lustig machten. Die letzten Tage im Nebel war er nicht selten das Ziel des Spotts gewesen.
    Also, beherzt ans Werk. Die Götter würden ihn beschützen, schließlich tat er sein bestes und tat nichts unanständiges. Eine leichte Briese kräuselte das Wasser und spielte mit seinen Schnurrhaaren. Der salzige Geruch des Meeres füllte wieder Bandarus Nase. Er hatte das alles vermisst. Der schwache moodrige Geruch des Bootes war unter Deck für seine sensible Nase eine Belastung gewesen, doch hier oben mehre Meter über dem Meeresspiegel war der Geruch vollkommen überdeckt von Salz, Fischen und Algen. Es war eine Wonne.

    Inzwischen war Bandaru am Adlerhorst angekommen und kletterte geschickt hinein zu Frederik. Dieser war kaum älter als er und auch "nur" einen Kopf größer. Der Rattling mochte Frederik, sie hatten zwar nicht viel mit einander zu tun gehabt, aber vielleicht reichte schon, dass sie ungefähr in der gleichen Altersgruppe waren.
    Einen flüchtigen Blick den Horizont entlang zeigte ihm, dass sie auf offener See waren, keine Küste, keine Insel in Sicht. Nur der verfluchte rote Schleier hinter ihnen.
    Dann blickte Bandaru auf das Deck und sah, dass sich viele andere jetzt auch an Deck trauten. Es waren vielerlei Gestalten. Bandarus Blick blieb bei ein paar wenigen hängen und er musterte sie interessiert mit einem verschmitzten lächeln auf den Lippen.
    Dann meinte er mit gespielter Verschwörungsmiene zu Frederik: "Und, was für zwielichtige Gestalten befinden sich hier an Bord? Hast du was interessantes beobachten können? Ach die kommen ja jetzt erst alle raus..."

    Während er sprach zog Bandaru sein Kopftuch über seine Ohren, die bei Wind leicht froren und kratzte sich ein letztes Mal ausgibig die Schnauze. Ja Sonnenlicht konnte manchmal spürbar in der Nase jucken...
    Dann hob er den Blick wieder um den Horizont genau zu beobachten, aber nicht nur den Horizont, auch das Wasser ringsum. Es konnten Riffe auftauchen oder eine schreckliche und riesige Meeresschlange.
    Es war Bandarus Pflicht diese Gefahren rechtzeitig zu registrieren und Alarm zu schlagen wenn es so wäre.

    Schon nach kürzester Zeit begann die Langweile, die mit dieser Tätigkeit einhergeht. Doch wurde er nicht nachlässig und kontrollierte alles in regelmäßigen Abständen: Horizont, Wasser, Deck... Horizont, Wasser Deck...
    Dabei dachte er an den roten Nebel und versuchte jetzt mit Abstand die genaue Bedeutung von rotem Nebel herauszufinden. Dabei wackelte er häufig mit der Schnauze und kratzte sich am Hinterkopf. Ganz in Gedanken versunken mumelte er zu Frederik: "Wie war er denn so, der Nebel?"

    Urplötzlich überkam ihn eine Lust zu schwimmen und ins Wasser zu springen. Vom Adlerhorst aus hätte er einen schönen großen Bogen springen können. Seufzend unterdrückte er den Wunsch in das schillernde Nass zu hüpfen. Er wäre doch nur wieder derjenige gewesen, auf den alle mit dem Finger zeigen und lachen. Außerdem würde er seine Pflichten vernachlässigen und er wollte seinen Teil dazu beitragen, dass sie heil zum ersehnten Land kamen. Immerhin bekam er freie Unterkunft und Verpflegung und sogar einen kleinen Lohn.
    In seinem Kopf spielte der Gedanke, dass Matrose vielleicht seine endgültige Berufung wäre. Seine Bestimmung, das was die Götter für ihn vorgesehen hatten.

    Ob er den Kapitän nach einer festen Anstellung bitten sollte? Der Blick wanderte jetzt zum Heck, an dem der Kapitän mit dem Hünen Tarek sprach, der sich ihm als Schiffsmaat vorgestellt hatte. Bandaru war jedes mal eingeschüchtert wenn er mit einem von beiden zu tun hatte. Sie waren faßt doppelt so groß wie er und es wirkte, als könnten sie ihn einfach zerquetschen. Doch waren beide immer freundlich zu ihm gewesen und Bandaru war sich gewiss, dass das auch so bliebe wenn er seiner Arbeit gewissenhaft nachging.

    Der Blick wanderte das Schiff entlang und blieb nun am Bug hängen. Sein Augenmerk lag auf dem Kommandeur. Er hatte sich noch nicht mit ihm unterhalten und wollte es auch gar nicht tun. Es war ein unangenehmer Mensch, der sich selbst über andere stellte und das einforderte was er anderen verweigerte: Respekt.
    Bandaru war von solchen Personen immer am schlechtesten behandelt worden und mied daher den Mann, der anscheinend gerade wieder über irgendjemanden herzog. Die Verspotteten waren offenscheinlich die beiden etwas wilder aussehnden Menschen (Thanim & Lucani), die Tiere mit sich führten. Bandaru hielt sie die ersten Tage für Zigeuner, doch dafür waren sie nicht lustig genug schloss er und beäugte sie immer wieder voller Neugier. Sie waren mysteriös und hatten bestimmt mehrere Geheimnisse, die es zu lüften galt. Ein feistes Grinsen machte sich in seinem Gesicht breit.
    Dann sah er erneut zu dem Kommandeur, der jetzt von dem Mönch (Jarel) angesprochen wurde, der sich auch an Bord befand. Bandaru hatte keine guten Erfahrungen mit Mönchen. Es konnte sein, dass sie freundlich waren, versuchten einem aber ihren Glauben aufzudrücken und zu überreden nur einen einzigen Gott zu verehren. Als wenn es nicht viel schlauer ist viele Götter über sich wachend zu wissen. Die anderen Mönche die er kannte waren die mit Fackel und Schwert, die die Ungläubigen wie sie es nannten erschlugen wenn sie nicht zustimmten nur noch ihren Gott zu verehren. Bandaru war ihnen immer aus dem Weg gegangen.
    Als letztes konnte sehen, dass sich der Zwerg (für Bandaru sah Kletus jedenfalls so aus) auch hinzugesellte.
    Dieser war in den letzten Tagen eine Beleidigung für Bandarus Nase gewesen. So jemand konnte nicht besonders schlau oder freundlich sein, schloss er aus dem starken Körpergeruch, das ihm fast Körperliche Schmerzen zufügte.

    Doch hoch oben über dem Deck mit den (von oben aus gesehenen) kleinen Menschen, über dem triefenden roten Segel und den Tauen und Wandten musste Bandaru nichts von dem Wesen riechen. Er musste sie auch nicht hören. Es gab nur ihn und das Meer, der Wind und die Sonne. Eine schöne Mischung.
    Geändert von Lagapul (11.03.2010 um 12:57 Uhr) Grund: Edit: Frederik ist noch oben im Horst geblieben und leistet Bandaru Gesellschaft
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  8. #8
    Mitglied Avatar von Aeonra
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    Kletus machte es sich am Bug bequem und hockte schläfrig auf einem Poller an dem das Schiff befestigt wurde, wenn es im Hafen ankerte. Er brummelte etwas unverständliches in seinen Bart, es schien ein Trinkvers zu sein, jedoch hätte es genauso gut auch ein Fluch sein können. Der Met den er unter Deck entdeckt hatte und von dem er sich immer mal wieder einen Schluck genehmigte, hielt ihn während der eher langweiligen Überfahrt zu einem grossen Teil bei Laune. Kletus schloss die Augen und lehnte sich zurück..... um genüsslich in der Nase zu bohren.

  9. #9
    SysFox (Künstler, RPGler & Wehrlose) Avatar von Foxx
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    "Wo sonst?", erwiderte Tarek auf die Frage des Kapitäns nach Fredrick und wie immer wenn der riesenhafte Seemann schmunzelte zeichnete dies für jene, die ihn nicht kannten, ein unerwartetes Bild in seine eher schroffen Züge. "Ich habe aber eben Bandaru geschickt, ihn abzulösen. Bei der Windlage wird so schnell nichts Unerwartetes am Horizont erscheinen, so dass es kein allzu geübtes Auge braucht und hier unten können wir ihn gerade nicht einsetzen." Valo wusste freilich, dass Tareks Worte nicht despektierlich gemeint waren. Sein Maat nannte die Dinge gerne beim Namen und Bandaru war nun einmal als Seemann so erfahren, wie er es auf einer ersten Überfahrt sein konnte. Er wusste aber, dass Tarek die Tüchtigkeit des Rattlings schätzte - Fleiß und Ehrgeiz zählten für ihn weit mehr als die Rasse.
    "Wenn der Wind nicht zunimmt, werden wir sicher mehr Zeit benötigen als die veranschlagten zwei Tage", merkte er nun an, während er Jullka das Steuer alleine überließ, um sich auf die Besprechung mit dem Kapitän konzentrieren zu können. "Oder wir besetzen die Ruder. Genügend Mann hätten wir."

    Als von unten Gelächter erklang, wandt er den Kopf um zu sehen, was dort geschah. Wie er vermutet hatte, kam es aus der Richtung des Kommandeurs und seinen Mannen und da die Schamanin und ihr Leibwächter unmittelbar daneben standen, war nicht schwer zu erraten, dass die beiden offenbar einmal mehr Opfer des arroganten Spotts des selbstgefälligen Funktionärs geworden waren. "Er verursacht Unfrieden", raunte er Valo zu, es war nicht das erste Mal, dass er dies ansprach. Den Kommandeur als "schwierig" zu bezeichnen, wäre einer Untertreibung gleichgekommen und die Art und Weise wie er sich an Bord gebar und mehrere andere Passagiere schon desöfteren verbal attackiert hatte, missfiel Tarek extremst. Auch machte er mit diesem Verhalten nicht unbedingt Werbung für seinen Gott, wie Tarek fand. Er selbst war aufgewachsen mit dem Glauben an Eenk und Uunk und hatte in den letzten Jahren seine Erfahrungen mit Priestern des Alten Glaubens gemacht, der (gemeinsam mit dem Aberglauben) auch unter den Seeleuten noch recht verbreitet war. Die Aggressivität und Arroganz der Anhänger dieses Neuen Gotts stieß ihm übel auf, zumal sie so oft betonten, wie überhaupt alles, das geschah, einzig sein Wirken darstellte. Tarek glaubte zwar an Götter, doch er hatte sich sein Leben lang eher auf seine eigenen zwei Hände verlassen als auf Gebete.

  10. #10
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    Valo Meihul nickte nach den Worten von Tarek. „Ja, daran habe ich auch gedacht.“ Er wog seinen Kopf ein wenig hin und her, so, als wägte er ab, welche Option sinniger wäre. „Wenn der Wind in einer halben Stunde nicht aufgefrischt hat, lassen wir die Ruder besetzen.“, beschloss er kurz und knapp. „Ansonsten gibt es keine Auffälligkeiten?“, erkundigte der Kapitän sich weiter und sah kurz auf das mittlerweile gefüllte Deck. „Alle Passagiere heil durch den Nebel gelangt?“
    Es war in Tareks Verantwortung, die Fracht und Passagiere im Auge zu behalten. In den letzten Tagen erwies sich dies als anstrengender als gewohnt. Die Leute waren unter Deck zusammengepfercht gewesen und es war dort eindeutig zu eng, so dass mögliche Verluste, Erkrankungen oder Probleme schwerer auszumachen waren. Waren es dann doch zu vielen Passagiere oder Frachten an Bord, wie es Tarek befürchtet hatte? Tarek und Valo hatten vor dem Ablegen diesbezüglich einen kleinen Disput, der letztlich an den Kapitän ging. Es war eben jener Kommandeur mit seinen Mannen, welche im letzten Moment die Planungen von Tarek über Bord warfen. Alles wurde enger, unübersichtlicher. Und die Einkünfte für diese Mehrfracht stiegen im Gegenzug ungeplanter weise deutlich.

    Während Thanim vor Lucani zum Kapitän schritt, begann das Deck sich flutartig mit Menschen zu füllen. Dadurch gebremst bahnten sich beide dennoch den Weg weiter, wobei der eine oder andere mögliche Rempler durch die anderen Passagiere vermieden wurde. Ablehnende oder weichende Blicke kommentierten die Ausweichmanöver und kaum das die beiden Fremden vorbei gegangen waren, kommentierte ein meist unfreundliches Gemurmel den beinahe Zusammenstoß. Es war immer noch so, dass einige die beiden lieber von Bord haben wollten. Der Kommandeur schien durch seine stetigen Rüpeleien gute Arbeit geleistet.
    Letztlich erreichten sie die Stufen, welche zum Oberdeck führten, wo eben ihr Ziel verweilte.
    Der Kapitän und sein erster Maat Tarek waren offensichtlich in einem Gespräch vertieft und bemerkten die beiden zunächst nicht.

    Fredrick, ein blondhaariger Junge mit ruhigen, manchmal geheimnisvollen Augen schien erfreut über Bandarus Erscheinen zu sein. Er war dem Neuling sehr aufgeschlossen, und so blickte er Bandaru nach dessen Fragen nach dem Roten Nebel ruhig an. „Ziemlich rot.“, antwortete er knapp auf Bandarus Frage. Fredrick war kein Meister der Worte. Er rümpfte die Nase. „Und stickig, irgendwie ekelhaft. Aber sonst wie jeder andere Nebel auch, einfach unheimlich.“
    Während der Rattling das Treiben auf dem Deck beobachtete, lehnte sich Fredrick rücklings an die Brüstung. Er steckte sich den Rest des Trockenbrotes in den Mund, welches er noch im Adlerhorst gehortet hatte.

    Der Kommandeur Sialfuur betrachtete Jarel von oben nach unten. Erst schien er etwas entgegnen zu wollen. Doch dann verzog er die Mundwinkel zu einem gequälten Lächeln. „Ja ja, gewiss doch.“ Er sah sich um, und sein Blick blieb an Kletus haften. „Doch sagt mir, Mönch von Xox…“, begann der Kommandeur plötzlich mit fester Stimme und blickte Jarel nun mit einem herausfordernden Blick an. „… ist es nicht der Wille von Xox, jene, die bisher abseits des wahren Glaubens wandeln, zu bekehren, und ihnen die Güte und Weisheit des Einen zu predigen?“
    Es waren Worte, die Jarel nur allzu vertraut sein dürften und der Kommandeur schien dies zu ahnen. „Und meint ihr nicht auch, dass solche Geschöpfe wie dieses SCHWEIN dort drüben erst durch die Lehre des Xox zu etwas besseren, zu Menschen wie wir werden können?“ Die Worte schnitten förmlich durch die Luft und vor allem den Vergleich mit dem Tier sprach der Soldat mit gepresstem Nachdruck heraus. Kletus würde die Worte vernehmen, aber auch andere Gestalten an Bord. „Ist es nicht gar so, dass unser Gott eben durch seine Güte und seine Fürsorge für eben jene Ungläubige es verdient, gewürdigt und respektiert zu werden?“, sprach er immer lauter werdend, so dass nach und nach die Leute verstummten und ihre Blicke auf die Gruppe um Jarel und den Kommandeur richteten. „Wie kann es also sein, dass ihr, und einige andere hier an Bord immer noch an dem Offensichtlichen zweifeln? Wo, frage ich euch, ist euer Glaube hin?!“
    Die letzte Frage kam einer Beleidigung und Provokation gleich. Aufgrund der Lautstärke dieser Worte und der einkehrenden Stille waren sie auf dem ganzem Schiff zu vernehmen, so dass scheinbar alle, Thanim und Lucani, der Kapitän und Tarek, Kletus und auch Bandaru und Fredrick der Szenerie nun gewahr wurden. Auch Hilad, Jarels persönlicher Fanclub stand mit großen staunenden Augen unweit des Mönches und sah diesen fragend und hoffend an.

    Fredrick blickte ebenfalls interessiert nach unten, kommentierte das Treiben mit „Das wird interessant…“ und warf Bandaru einen sagenden Blick zu.
    Geändert von Syllix (13.03.2010 um 18:33 Uhr)

  11. #11
    Mitglied Avatar von Lagapul
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    Die letzten beide Sätze des Komandeurs hatte Bandaru, wie wohl alle anderen, die sich an Bord befunden hatten sehr wohl gehört. Genervt von der Ignoranz des Menschen verdrehte er die Augen. Natürlich ist alles Offensichtlich und der Komandant hatte den einzig wahren Glauben, bla bla bla. Doch ein paar Dinge unterschieden die Situation von den sonstigen Hasstiraden: Erstens waren noch nie so viele Beobachter anwesend gewesen, zweitens war der Komandeur noch nie so laut geworden und drittens hatte er bislang niemanden mit dem selben Glauben angegriffen.
    Er wollte schon sagen: "Das könnte interessant werden!", doch Frederik kam ihm leider zuvor. Bandaru lachte kurz wegen des Zufalls und malte sich aus wie der Komandeur schauen würde wenn sich nun eine Möwe über ihm entleerte. Er spielte sogar kurzzeitig mit dem Gedanken etwas nach dem lauten Menschen zu werfen. Doch der Brotrest wurde gerade zwischen Frederiks Zähnen zermalen und alle anderen Gegenstände in Reichweite hätten den Komandeur ernsthaft verletzen können. So warf Bandaru also nichts. Sollte er etwas nach unten klettern um besser hören zu können was vor sich ging?
    Auch mit diesem Gedanken spielte Bandaru... Gerade wollte sich Bandaru auch schon daran machen hinunter zuklettern und sagte zu Frederik: " Halte du hier den Posten ich schau mir das mal genauer..., doch er konnte aus dem Augenwinkel etwas auf der Wasseroberfläche erkennen. Nur ganz klein und weit entfernt. Es war kein Schiff, dafür war es zu klein und bei weitem kein Land und doch war es da.
    Was konnte das sein? Bandarus Gedanken kreisten ein wenig, doch er musste zugeben, dass er auf die Distanz nicht viel ausmachen konnte. Es konnte alles Mögliche sein, angefangen von einem Wal über die Seeschlange bis hin zum Floß. Bandaru wusste nicht recht was er jetzt tun sollte und so meinte er zu Frederik, der noch immer zu dem Komandeur sah: "Frederik, sieh, mal was ist das?" Bandaru deutete auf den Fleck auf der Wasseroberfläche. Und noch bevor Frederik sich das ansehen oder eine Meinung darüber bilden konnte beschloss Bandaru sofort den Kapitän zu unterrichten. Vielleicht war auch noch immer die Angst vor einem Fluch seit dem roten Nebel mit beteiligt an dieser Übervorsicht.
    Und so rief Bandaru hinunter zu dem Kapitän und zu Tarek: "Kapitän, wir haben da etwas entdeckt, es befindet sich auf Steuerbordseite noch ziemlich weit vor uns! Ich weis nicht was es ist!"
    Das hatten wohl auch so ziemlich alle an Bord gehört. Das war eigentlich nicht Bandarus Absicht gewesen. Doch dank der eingetretenen Stille (abgesehen von den Geschehnissen die gleichzeitig auf dem Bug geschahen, Stimmen hörte Bandaru nämlich von dort, die ihm sagten, dass irgendjemand geantwortet hatte) hatten wohl alle seinen Ruf vernommen. Hoffentlich habe ich nicht zu viel Aufmerksamkeit der Passagiere erregt! dachte Bandaru bei sich. Aufmerksamkeit war selten gut. Vor allem wenn Menschen wie der Komandeur in der Nähe war. Hoffentlich interessiert sich nur der Kapitän für mich!
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  12. #12
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    Kletus schien von all dem keinerlei Notiz zu nehmen. Sein Finger steckte noch immer in der Nase. Zudem sog sein Hosenboden genüsslich die rote Flüssigkeit des Nebels in sich auf, so dass ein weiterer Fleck entstand.

    Erst als die Stille eintrat vernahm man das laute gurgelnde Schnarchen das von Kletus zu hören war. Offenbar war der Gute aufgrund des noch anhaltenden Rausches, während dem Popeln eingeschlafen. Der ganze Radau schien ihn dabei nicht zu stören. Die Beleidigungen des Kommandanten hatte er somit auch gar nicht gehört.

  13. #13
    Mitglied Avatar von Sphinx
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    Lucani's Schritte waren, angesichts der Lautstärke um sie herum sowieso, nicht zu hören, während sie selbst sich nicht ein einziges Mal die Mühe machte auszuweichen oder ihre schmale Gestalt vor einem Aufprall zu schützen. Selbst versteckt in der Kapuze des Umhangs war ihr eine gewisse unheimliche Aura zu eigen und das wusste sie, nutzte sie, war ihr von jeher zu anerzogen, weil es sich in ihrem Volk so gehörte.
    Was geschehen sollte geschah ohnehin.
    Die Worte aber liesen die Schamanin innehalten, wobei sich ihre Lippen öffneten und ihr ein viel zu unvertrauter Laut entwich, wie das Seufzten bei plötzlich einsetztender Eiseskälte in der Nacht, auch wenn es bei Lucani nichts aussergewöhnliches war das sie sich seltsam verhielt, so waren es doch zumeist Ausdrücke dessen, was sie wahrnahm und was sie spürte, wie jetzt wo ihr Herz die Kälte spürte, auch wenn sie sich nicht sicher war, das diese nur von den Worten des Schwaflers herrührten.

    "Dann tötet die Ungläubigen doch einfach und redet nicht soviel, oder seid ihr zu feige euch selbst die Hände schmutzig zu machen? Was ihr könnt ist hetzen... aber ihr seht gar nichts!" erklärte die Schamanin, sonst so still, leise, schweigsam, nun aber doch mit scharfer, lauter Stimme deren leicht rauchiger Klang ihr gerade nun, angehoben, etwas bedrohliches gab, was fast zweistimmig klang. Dabei hob sie aber weder die Kapuze vom Kopf noch veränderte sie ihre Haltung anders, bis auf den Kopf, den sie zurückgedreht hatte, der sich nun unter dem Klirren des haarschmuck wieder bewegte als der junge Mann auf den Käpitan zurannte, erst zu ihm, dann zum Horizont, der ihren Blick nun direkt magisch anzog.
    "Schiffe mit schwarzen Segeln..." flüsterte sie prophetisch vor sich her, kurz abwesend wirkend, auch gedanklich nun abdriftend, wo sie die Situation um sich herum viel zu oft vergaß und von Thanim oft an das jetzt erinner werden musste.

  14. #14
    Mitglied Avatar von Armisael
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    Thanim benutze seinen Körper wie ein Schutzschild als er vor Lucani herging. Er rempelte dabei mehr als nur eine Person an, würdigte aber denjenigen keines Blickes.
    Er konnte sie regelrecht spüren; die stechenden Blicke, die fast geflüsterten Worte und hinter vorgehaltener Hand ausgesprochenen Gedanken. So viele von ihnen waren gegen sie gerichtet. Sie sind die Fremdkörper auf dem Schiff, diese Wilden, die hier überhaupt nicht hingehören... er konnte fast wörtlich hören. Dazu brauchte es keinen Aufhetzer, der permanent aufpeitschende Reden gegen ihn, Lucani und andere schwang.

    Leicht drehte Thanim den Kopf, so dass er den Kommandeur ins Auge fassen konnte. Der Blick den er ihm zuwarf war mehr als nur tötlich. Auf seiner rechten Schulter hüpfte Raax herum und krächste Sialfuur herausfordernd an. Die letzen Worte waren mehr als nur schmerzlich gewesen. Eine langsam aufkommende Zorneswelle stieg im Inneren des Kriegers hoch.
    Lucanis Worte waren für ihn überraschend und zugleich ermutigend. Selbst die Schamanin konnte nicht immer die Ohren verschliessen.
    Doch bevor er den leichten Triumph geniessen konnte, erinnerte er sich an seine Pflicht.
    "Kapitän!" Thanims Stimme war fest und laut. "Ihr müsst der Schamanin zuhören. Es ist wichtig!" er wusste zwar nicht genau was Lucani gespürt hatte, doch ihre fast geflüsterten Worte schienen nichts Gutes zu bedeuten.
    Geändert von Armisael (18.03.2010 um 01:37 Uhr)

  15. #15
    SysFox (Künstler, RPGler & Wehrlose) Avatar von Foxx
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    Tarek schüttelte den Kopf auf die Frage des Kapitäns. Dass einer der Matrosen vor ein paar Tagen verschieden war, wusste Valo natürlich längst. Ansonsten war die "spannendste" Neuigkeit, dass jemand sich an den Vorräten zu schaffen gemacht hatte, was aber auf Überfahrten mit so vielen Passagieren keine Seltenheit war.
    "Die größte Auffälligkeit pöbelt gerade wieder mal lautstark über das Deck", schloss Tarek seinen Bericht und hob die Augenbraue als wolle er unterstreichen, dass er ja von Anfang an gewusst habe, dass dieser elende Kommandeur ihnen Ärger machen würde. Gerade wollte er sich bereit machen, einzugreifen, ehe die Situation eskalierte (zumal er ohnehin auf eine Gelegenheit wartete, den Kommandeur in die Schranken zu weisen), doch dann erklang Bandarus Rufen von oben und fast gleichzeitig verlangte der Jäger nach Gehör für das exzentrische Naturmädchen. Ersteres hatte für ihn allerdings eindeutig Priorität - Land konnten sie unmöglich entdeckt haben, also blieben als naheliegendste Alternativen ein anderes Schiff oder ein großes Meereswesen. Er deutete Valo, dass er sich anhören wollte, was die beiden Ausgucker entdeckt hatten, wenn dieser sich dann stattdessen anhören wollte, was die Schamanin loswerden wollte, war das seine Sache. Rasch griff Tarek nach dem Fernrohr und eilte zur Reling, um zu sehen, ob er erkennen konnte, wovon Bandaru sprach, in der Hoffnung, es war nicht zu weit weg, um es von Deck aus zu sehen. "Schick mir Frederick", rief er in Richtung von Bandaru. Vom erfahrenen Schiffsjungen war hoffentlich eine Beschreibung zu erwarten, die konkreter ausfiel als "ich weiß nicht, was es ist".
    Geändert von Foxx (27.03.2010 um 19:27 Uhr)

  16. #16
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    Kaum das Bandaru von seiner Entdeckung das ganze Schiff hatte wissen lassen, ging ein Raunen durch die Menge an Deck. Die Leute schienen teilweise unsicher, doch binnen Sekunden strömten viele Menschen zur Steuerbordseite und blickte mit verkniffenen Augen hinaus aufs Meer. Das Gerede des Kommandeurs schien abrupt vergessen und so blieb dieser mehr oder weniger alleine mit Jarel stehen.


    Der Kommandeur warf Lucani einen eisernen Blick zu und wollte ihr gerade auf seine charmante Art etwas entgegnen, als die Worte des Ausgucks erklangen. Er winkte stattdessen nur ab und sah zu Jarel, der noch Wortlos geblieben war.

    Mit einem zufriedenen Nicken registrierte Valo die Worte von Tarek. Natürlich war dem Kapitän das Theater des Kommandeurs nicht entgangen und er warf einen bösen Blick in dessen Richtung. Doch bevor er diesen zur Räson rufen konnte, überschlugen sich die Geschehnisse. Der Rattenjunge rief etwas vom Adlernest und der Jäger sprach den Kapitän direkt an. Gleichzeitig erwiderte diese Schamanin dem Kommandeur etwas und Tarek eilte sofort los, um die Sache mit dem Rattenjungen erledigen.

    „Was wünscht ihr?“, antwortete Valo nach einem kurzen Moment zu Thanim und bot ihm und Lucani mit einer Geste an, zu ihm hinauf zutreten. Der Kapitän wollte offensichtlich nicht in seine Kajüte entschwinden. Stattdessen warf er immer wieder Blicke zum Kommandeur und zu Tarek.


    Auf Bandarus Geheiß hin, blickte Frederik in die besagte Richtung. „Du hast Recht…“, murmelte der junge Matrose als Bandaru schon das Entdeckte quer über das Deck posaunte. Erstaunt blickte Frederik den Rattling an. „Hoffentlich kentern wir jetzt nicht.“, witzelte er und sah auf die entstandene Ungleichverteilung, welche sich nun an Deck offenbarte. „Sie können zumindest nicht behaupten, sie hätten es nicht bemerkt.“ Er grinste ihn an und sah nochmals zu dem, was da in der Ferne zu sehen war.

    Tareks Worte drangen zu den beiden in den Ausguck und Frederik sah Bandaru fragend an. „Was der wieder will?“, fragte er diesen und zuckte mit den Schultern. „Halt du die Stellung!“ Sodann begann Frederik sich auf den Weg nach unten zu Tarek zu machen.


    „Der schaut aber nicht aus wie ein Schwein!“, piepste eine Mädchenstimme. „Ist er auch gar nicht. Das ist ein Zwerg!“, erwiderte eine zweite Mädchenstimme in bestimmten Ton. „Aber der Kommandeur meinte doch, er wäre ein Schwein?!“ „Nun, ähm, vielleicht ist es ein in einen Zwerg verwandeltes Schwein?“ „Hm, meinst du wirklich??“, mutmaßten die Stimmen, welche Kletus vernehmen konnte. Die beiden Stimmen schienen vollkommen unbeeindruckt von Kletus Gehabe oder der Aufregung durch die Entdeckung des Ausguck.


    Die Menschen an der Reling gewährten Tarek furchtvoll genug Platz und Raum, so dass er problemlos durch die Masse an den gewünschten Ort an Steuerbord ankommen konnte. Nicht sofort konnte der Erste Maat das Objekt ausmachen, denn erst als Frederik keuchend neben ihm stand und mit seinen Worten ihn in Richtung Bug dirigierte, konnte er etwas ausmachen. „Kein Land, kein Schiff… Ich würde sagen Treibgut oder ein Floß.“, erklärte Frederik mittlerweile wieder erholt.

  17. #17
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    Bevor sich Frederik auf den Weg nach unten machte klopfte Bandaru ihm kameradschaftlich auf die Schulter. Er hatte den Menschenknaben inzwischen recht gern gewonnen und mochte die fröhliche Art Frederiks.
    Dann blickte er noch einmal auf Deck, wo sich die Passagiere an der Reling um einen guten Platz drängten. Ein paar blickten auch nach oben zu ihm und Bandaru zog sofort seine Schnauze zurück und wollte sich vorerst außer Blickfeld halten. Zu gut kannte er die Vorwürfe und Vorurteile, dass Rattlinge Krankheiten verbreiten, ebenso wie Lügen.
    So blickte er noch einmal den Fleck am Horizont an und fixierte ihn genau. Es war schwer zu sagen was es war. Es hatte zumindest keine klare Form. Dann aber suchte er weiter den Horizont ab. Vielleicht würden ja noch ein paar andere Flecken auftauchen, die sonst niemand bemerkt, da alle von diesem einenabgelenkt sind. Ein kurzer Blick zur blutroten Wand hinter ihnen, ein paar Wolken, die sich in der Entfernung mit dem Meer vereinten, das scheinbar endlose Meer, das sich hin und wieder leicht kräuselte, aber eben doch zu wenig um eine wirkliche Böe oder einen nennenswerten Wind anzukündigen.
    Bandaru schloss für drei Atemzüge die Augen und hielt seine Schnauze in die Luft. Es roch wunderbar. Auch wenn das ganze Land eines Tages stinken würde, das Meer hätte doch immer wieder den Duft der Algen, des Salzes. Bandaru lächelte und kratzte sich an der Schnauze. Vielleicht würde ja auch die neue Welt duften. Vielleicht wäre sie wunderschön. Ein fruchtbares, gesundes Land in dem es gute Arbeit für jeden gibt, ohne dass jemand sich zu sehr nach der Vergangenheit oder des Aussehns der Leute interssiert. Tolerant und warm. Eventuell mit großem Fischvorkommen, so dass man sich auch als Fischer gut verdienen könnte. Hunger und Armut gibt es vielleicht auch nicht.
    Seine Gedanken flogen dem Schiff voraus und malten ihm wunderbare Bilder vor dem Geistigen Auge. Doch es war nur ein kurzer verträumter Moment, dann blickte Bandaru schon wieder eifrig die Meeres Oberfläche an.
    Es war ihm nicht entgangen, dass Tarek nach Frederik verlangt hatte und nicht nach ihm, der den Fleck ja entdeckt hatte. Bandaru grübelte ein paar Momente darüber, ob das daran lag, dass er ein Rattling war. Bisher hatte Tarek sich nicht anmerken lassen, dass er andersartige nicht mochte. Sollte er doch auch zu diesen Menschen gehören? Bandaru wäre früher vielleicht sogar verletzt gewesen, dass er nicht selbst seine Entdeckung zeigen durfte, sondern jemand anderes es durfte, doch in seinem bisherigen Leben hatte der Rattling schon viel Schlimmeres erdulden müssen und so prallte es einfach an seinem dicken Fell ab.
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  18. #18
    Mitglied Avatar von Shane_Gooseman
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    Jarels graue Augen hatten den Kommandanten die gesamte Zeit über schweigend fixiert. Und als die Menschentraube um die kleine Gruppe Soldaten sich auflöste begann der Mönch mit ruhiger aber gefestigter Stimme zu dem Kommandanten und seinen Männern zu reden.
    „Kommandant ich gehe davon aus dass sie das Buch Xox kennen. Und Sie glauben doch auch das Xox Schöpfer der Welt und allen Lebens ist?“
    Es war offensichtlich dass der Mönch keine Antwort von dem Kommandanten erwartete.
    „Und nun behaupten Sie das Xox dies ohne Plan gemacht hat? DAS klingt für mich wie Ketzerei, Kommandant. Und wir wollen doch nicht dass ein so treuer Diener des einen wahren Gottes sich vor der Inquisition verantworten muss.“
    Jares Augen hatten einen härteren Ausdruck angenommen. Er drehte sich kurz von dem Kommandanten weg um die umstehenden Soldaten in Augenschein zu nehmen.
    „Wahrlich Xox ist groß. Größer als jeder von euch es zu glauben vermag. Und selbst wir Vertreter Gottes auf dieser unserer Welt wissen auch nur den Bruchteil göttlichen Wissens den Xox uns zugesteht.“
    Als Jarel von den Vertretern von Xox sprach legte er eine Hand auf seine eigene Brust mit seiner anderen Hand deutete er auf den Kommandanten.
    „Doch der Teil göttlichen Wissens den ich und meine Brüder in uns tragen ist größer als der den Ihr euch angeeignet habt. Denn wir Beziehen unser Wissen von Ihm, dem Einzigartigen.“
    Nun drehte sich der Mönch wieder dem Kommandanten zu und legte ihm eine Hand auf die Schulter nun sprach der Mönch nur noch so laut das nur der Kommandant ihn hören konnte.
    Sialfuur wagt es nicht noch einmal mir vorzuwerfen nicht den Willen von Xox zu kennen.“
    Jarel begann Druck auf die Schulter des Kommandanten auszuüben, mehr Druck als der Soldat dem schmalen Mönch zugetraut hätte.
    „Ich bin Sicher das Ihr mich nicht zum Feind haben wollt in der neuen Welt denn dort werde ich die Kirche vertreten, ich werde für euer Seelenheil verantwortlich sein und ich möchte nicht euer Feind sein. Doch werft Ihr mir noch einmal einen Fehdehandschuh, besonders vor ungläubigen, so werde ich ihn vor aller Augen aufnehmen. Denkt immer daran ich bin der Vertreter von Xox Ihr seit sein Werkzeug.“
    Mit diesen Worten ließ der Mönch den Kommandanten stehen und begab sich ebenfalls zur Rehling um zusehen was dort die Aufmerksamkeit aller erregte.

  19. #19
    Mitglied Avatar von Aeonra
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    Die fiepsigen Kinderstimmen scheinen Kletus nicht zu stören in seinem Schlaf. Fast schon röhrend erklingt sein Schnarcheln, bis... tja bis sein Finger mit dem Popel aus der Nase rutscht über seinen Bauch abrutscht und schliesslich neben ihm hängt. Durch das zusätzliche Gewicht auf einer Seite gerät Kletus, der immer noch schläft, aus dem Gleichgewicht und sein Körper neigt sich immer mehr nach rechts. Als sein Schwerpunkt schliesslich den Poller verlässt geschieht es. Kletus fällt noch immer schlafend von seiner Sitzgelegenheit und knallt auf die Planken. Umstehende können ein mürrisches Grollen von ihm vernehmen. Offenbar ist er nun doch aufgewacht. Nach einer ganzen Weile rappelt sich der voluminöse Körper hoch. Mit der Popelhand reibt sich Kletus die Stirn, die einen leichten Anflug von rot zeigt. Offenbar ist der Kürschner Kopf voran durch die rot getränkten Planken im Fallen gestoppt worden. Mit einem müden und gleichzeitig zerknirschten Gesicht schaut sich der beinahe Zwerg um und bemerkt, dass alle in eine Richtung zu starren scheinen. "Was gibt es denn da zu Glotzen, hat sich eine Meerjungfrau in eine Seeschlange verkuckt?"
    Langsam schlendert Kletus zur Reeling rüber, wischt sich das rote Zeug, das nun auch an seinen Händen klebt an seinen Hosen ab und kratzt sich schliesslich unverfrohren am Hintern, auf dem noch immer der rote Fleck vom Poller sich abzeichnet.

  20. #20
    Mitglied Avatar von Sphinx
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    Lucani's Kopf fiel etwas zur Seite, der Kopf selbst geräuschlos, doch das klirrende Schlagen der Perlen in ihrem Har aufeinander gab fast ein ähnliches Geräusch wie ein Windspiel von sich, nur kürzer und dumpfer, bis das hübsche in der Kapuze verborgene Gesicht nickte, ehe sie ohne weiteres Zögern an Thanim vorbeitrat um die letzten Stufen zum Kapitän hinaufzu treten. Sie kam ihm nicht nahe, im Gegenteil, schien selbst einen gewissen Grad höflichen Abstand zu wahren, der durchaus auch als Abschätzigkeit verstanden werden konnte.
    Von nahem konnte man nun das Reflektieren des wenigen Lichtes in dem Schatten der Kapuze sehen, das weiß der großen Augen und in ihnen der bohrende, durchdringende Blick der zu dem großen Mann aufsah, ohne Furcht oder Scheu, nicht wie andere junge Mädchen, die Augen von der schärfe und Intensität einer sehr viel älteren Frau geprägt.
    "Ich weiß nicht woran ihr glaubt, werter Herr." sprach sie, bemüht höflich, auch wenn das surren ihrer rauchigen Stimme den ernsten Tonfall unterstütze, aber die Worte auch gefährlich werden lies. "...Wir sind in Gefahr. Es werden Schiffe kommen, mit schwarzen Segeln und zahlreichen Männern mit Schwertern. Sie werden töten... Leid und Blut..." Die feste Stimme brach ein, wurde zittrig als die junge Frau etwas schwankte und sich mit zittriger Hand an die Schläfe zu fassen, wo der Schmuck heftig klimperte, die sie dann zur Faust ballte und sich ein, zweimal gegen die Schläfe klopfte, durchaus wie eine Wahnsinnige wirkend. Dann aber atmete sie scharf durch, wirkte wieder ernst und gefährlich wie zuvor. "Alle könnten sterben."

  21. #21
    Mitglied Avatar von Armisael
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    Thanim war durch den kurzen, aber heftigen Wortwechsel zwischen Sialfuur und der Gestalt, die allem Anschein nach ein Priester jener einzigen Gottheit war, kurz abgelenkt worden. Er konnte das Rascheln ihrer Kleidung und das leise Klimmpern ihres Haarschmucks zuerst hören, ehe er die Bewegung von Lucani selbst wahrnahm, die sich ruhig und leicht an ihm vorbei schlängelte und über die Treppe auf den Kapitän zutrat. Ohne zu zögren trat er auch nach oben und stellte sich genau hinter seinen Schützling. Der Seewind streifte seine Kapuze und zog sie halb vom Kopf herunter, so das er mit der rechten Hand geschmeidig nach oben griff um sie mit leichtem Druck festzuhalten.
    Er hörte die Worte der Schamanin und er hatte überhaupt keinen Zweifel das sie übertreiben oder gar Lügen würde. Und leider irrte sie sich fast nie!
    Seine Hände senkten sich leicht ihre Schultern, als sie sich selbst gegen den Kopf schlug. Doch nahm er sie nicht weg als sie sich wieder beruhigt hatte. Sein Blick fixierte den Kapitän, nicht feindselig sondern eher ernst.
    "Ihr solltet ihre Worte besser nicht als Fantasie abtun, Kapitän. Es wäre sicher im Interesse von uns allen!"

  22. #22
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    Der Kapitän schenkte Lucani seine Aufmerksamkeit und während sie ihm ihre Warnung nahe brachte, blieb sein Blick auf die junge Schamanin und deren Begleiter Thanim. Erst als beide mehr oder weniger fertig waren, veränderte sich sein Blick. Es war eine Prise Erleichterung gepaart mit freundlicher Erheiterung, welche auch aus seinen Worten klingen konnte:
    „Werte Dame, ich danke euch für eure Worte.“, bedankte er sich noch höflich. „In der alten Welt wären eure Worte wahrlich richtig. Doch Priaten… hier??“ Valo blickte nun um sich, deutete mit den Armen auf die sie umgebende See. „Ich glaube, wir sind das einzige Schiff weit und breit…“ Valo brach ab. „Es ist euch ernst.“, merkte er konsterniert und die Ernsthaftigkeit kehrte in seine Stimme und seinen Augen zurück. „Nun, ich werde euch ernst nehmen…“, erklärte er nachgebend und rief zu Bandaru hinauf: „Ausguck! Achtet auf Schiffe und anderes! Das uns nichts überrascht!“ Seine kräftige tiefe Stimme erschallte bis zu Bandaru hinauf.
    Er wandte sinen Blick zu Lucani und Thanim zurück. „Zufrieden??“

    Jarels Worte verfehlten nicht sein Ziel. Der Kommandant, sonst aufbrausend und immer einer Antwort gewiss blickte den Mönch wortlos an. Ohne auch nur im Ansatz etwas zu sagen wandte sich der Kommandant seinen Mannen zu und begann ein anderes Gespräch. Hilad, der dies mit großen Augen beobachtet hatte, folgte Jarel an die Reling und gesellte sich neben diesen. „Bist du mächtiger als der Kommandant?“, fragte der Junge den Mönch, in einer Mischung aus Neugierde und Ehrfurcht.

    Es waren die piepsigen Stimmen, welche Kletus antworteten. „Hihi, nein…“, begann ein braunhaariges Mädchen. „Da draußen scheint was zu treiben.“, fuhr sogleich ein zweites Mädchen daneben fort. Beide schienen Schwestern zu sein, wobei die Letzter ein wenig größer wirkte. Sie waren jedoch beide höchstens sechs oder sieben Jahre alt. Beide musterten Kletus mit großen Augen und die kleinere fragte dann: „Wie kann eine Meerjungfrau sich in eine Seeschlange vergucken?“ Die andere zuckte nur mit den Schultern. „Ja, wie?“. Beide blickten den Kürschner erwartungsvoll an. Es schien sie dabei nicht im Geringsten zu stören, wie Kletus aussah, roch oder ähnliches.

    Tarek hatte das Treibgut weiter beobachtet, und sich kurz mit Frederik unterhalten, bevor sie beide zum Kapitän gingen. Sie erreichten ihn, als dieser gerade Bandaru die Befehle gab. „Und?“, fragte Valo sogleich Tarek. „Treibgut, Fässer, Kisten, Bretter, vielleicht auch Überlebende.“, berichtete Tarek während Lucani und Thanim immer noch anwesend waren. „Wir liegen gut in der Zeit. Wer weiß, was wir davon gebrauchen können. Legt einen Kurs auf das Treibgut!“, befahl der Kapitän Tarek und unerwartet sah er Lucani nochmals an: „Keine Sorge, hier gibt es keine Piraten.“, wiederholte er seine Worte und sah dann zuversichtlich aufs Deck.

  23. #23
    Mitglied Avatar von Sphinx
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    Lucani hatte Valo's Worten sehr aufmerksam gelauscht, während ihre Augen konstant auf seinen geheftet hatten, auf eine raubtierhafte, bohrende Weise, diese hellen Augen aus dem Schatten der Kapuze, die beinahe schon unangenehm penetrant waren. Eben diese bewegten sich nur Seite, wo nun der Zurückkehrende betrachtet wurde, bis die erneute Aussage, dass es keine Piraten hier gab sie seicht schmunzeln lies.
    Er wirkte amüsiert und doch irgendwie bedrohlich, auch der eine Ton der an ein Lachen erinnerte und aus ihrer Kehle kroch, bis sie mit funkelnden Augen erneut zu dem Kaptain sah.
    "Ein Kind, dass einen Erwachsenen nicht respektiert aufgrund seines Wissens und seiner Erfahrung, das würde jeder unhöflich nennen." stellte sie - auf den ersten Deut - zusammenhanglos fest und lächelte dann doch sehr verschlagen. "Es ist nicht direkt mein Leben das ich in Gefahr sehe, Kapitän. Es war nur ein Rat." erklärte sie ruhig und neigte dann etwas den Kopf ehe sie sich doch sehr abrupt umdrehte, was einen Schwall an kristallinem und blecherndem Klingen nach sich zog. Sie stand nun direkt vor Thanim, doch ihr Blick glitt an ihm vorbei, dorthin wo diese Reste über das Meer wabberten und in ihren Augen sah sie wieder die schwarzen Segel. Alles EInbildung, nicht?

  24. #24
    Mitglied Avatar von Armisael
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    Die Worte des Kapitäns waren laut und durchdringend. So wie er die Befehle verteilte, hätte es gut sein können das er sie beide nicht für voll nahm, doch Thanim konnte in der Art der Stimme hören, das sein Befehle durchaus ernst gemeint waren. Es beruhigte den Krieger durchaus etwas.
    Lucani stand nun mit dem Gesicht zu ihm, sehr nahe sogar. Kurz wusste Thanim nicht wie er nun reagiern sollte, da er hier an der Treppe nicht gerade viel Platz hatte um auf die Seite zu gehen. Die Schlange der Schamanin streckte ihm zischelnd ihren Kopf entgegen, was Raax auf seiner Schulter dazu brachte mit den Fügel zu schlagen und krächzend aufzuhüpfen. Um seinen Raben zu beruhigen, schritt Thanim schliesslich vorsichtig rückwärts, ehe er sich umdrehte und langsam die Treppe wieder nach unten ging.

  25. #25
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    Kletus gähnte und kratzte sich am Kopf. "Naja das weiss keiner so genau" antwortete er auf die Frage der Kinder, dann drehte er sich in Richtung der Reeling. Die schaulustigen Passagiere versperrten Kletus die Sicht, also drückte er sich zwischen sie, bis er an der Reeling angelangt war um einen Blick auf das zu werfen worauf alle zu starren schienen. Hämische Blicke oder angeekeltes Ausweichen der Passagiere ignorierte er weiterhin, schliesslich tat er das nun schon seit das Schiff abgelegt hatte.

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