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  1. #51
    Mitglied Avatar von Sac
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    Aegis lachte. "Klingt nach einem netten Familientreffen. Warum hast du das Schlitzohr nicht mitgebracht? Weiß er, wo unser geliebtes Schiff abgeblieben ist?" Er nickte zu Trakis hinüber, "wir sind eine sensible Bande, was diesen einen Kapitän angeht." Vor sich hinsinnend nahm er einen Schluck Wein, "Lerne erst einmal das Leben auf der Margareta Negra kennen und jeder Hafen ohne sie wird dir ein schales Gefühl hinterlassen."
    Geändert von Sac (06.02.2011 um 17:45 Uhr)
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  2. #52
    Mitglied Avatar von Armisael
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    Trakis hört aufmerksam zu. Die beiden kannten sich wohl schon länger, in der Art wie sie miteinander umgingen. Und Telemachos` Rat hatte etwas für sich. Er könnte es doch mal versuche und auf einem Schiff anheuren. Aus taktischer Sicht garnicht mal so schlecht.
    Da ging ihm eine Gemeinsamkeit auf, die er sowohl in ihrem gespräch als auch vorhin schon vernommen hatte.
    Trakis räusperte sich kurz und wandte sich dann an Telemachos und Aegis gleichzeitig.
    "Verzeiht ihr beide. Aber ich höre diesen Name an diesem Abend mindestens schon zum dritten mal. Was ist diese Margareta Negra?"

  3. #53
    SysFox (Künstler, RPGler & Wehrlose) Avatar von Foxx
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    Cherek seufzte enstspannt, während er die letzten Reste des Alptraumes abschüttelte und rieb sich die Augen, um sich den "Sand" daraus zu wischen. Er horchte auf, als Chrys von ihrem Traum erzählte und eine Kette erwähnte; anscheinend hatte sie die Ereignisse des Abends unmittelbar im Schlaf verarbeitet. Doch dem Ägypter war nicht danach, dieses Thema anzuschneiden. Ein anderer Aspekt der Erzählung aber zog seine Aufmerksam auf sich. Wohl wusste er, dass Chyrs von ihrem Vater reiß aus genommen hatte, als dieser sie hatte verheiraten wollen. Ihre Mutter aber hatte sie bislang nie erwähnt und die jetzigen Worte legten nahe, dass sie Gutes mit ihr verband. Erinnerungen an seine eigene Mutter kamen ihm und unbewusst fuhr seine Hand an das Lederband, das um seinen Hals hing und das er auch zum Schlafen nicht ablegte. Seine Finger tasteten nach dem daran befestigten Silberring, fanden ihn auf Höhe des Brustbeins und begannen behutsam damit zu spielen.


    "Seit wann hast du deine Mutter nicht mehr gesehen?", fragte er.
    Geändert von Foxx (29.10.2010 um 10:16 Uhr)

  4. #54
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    'Affen§#*+%' dachte sich Maristos. Zwar hatte er noch schnell in Erwägung gezogen, die Sachen aus der zweiten Kiste in die erste zu stopfen und sich dann selbst in die zweite zu legen oder eben doch Platz am Waschtisch zu suchen. Doch all das war nun zu spät. Die Tür öffnete sich.
    Da es außerhalb des Raums ebenso finster schien wie hier drinnen, bestand eine geringfügige Chance, dass Maristos nicht gleich gesehen wurde. Also sprang er hinüber zur Tür und verbarg sich dahinter (so gut es halt ging). Würde Maristos' Plan aufgehen, so könnte er sich rausschleichen, ohne dass die beiden Turteltauben ihn bemerkten. 'Aaaah', wenn er diesen Telemanos in die Finger bekäme ....
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  5. #55
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    Masterpost

    Taverne

    “Shhhht, Fremder, nennt nicht diesen verfluchten Namen!” Eine Gestalt in schwarzem Umhang, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, hatte sich unbemerkt ihrem Tisch genähert und fiel nun Trakis ins Wort. „Dieses Schiff, von dem ihr sprecht ist mehr als nur eine düstere Legende. Ihr wisst nicht, was ihr heraufbeschwört!“ Nur die leuchtenden Augen des Fremden waren zu erkennen, wie sie nun von dem Assassinen zu Aegis und Telemachos wanderten. „Die Mannschaft dieses Schiffes besteht aus rauen Gesellen, die rauben und morden. Ehre kennen sie nicht! Der Kapitän ist ein Mann, so grausam, dass der Hades ihn wieder ausgespuckt hat und so hässlich, dass niemand sein Gesicht je sah ohne zu verzweifeln…“ Nun blickte die Gestalt um sich, wie gehetzt, so als erwarte sie jeden Moment von besagtem Kapitän erkannt und erdolcht zu werden. Dann beugte er sich weiter über den Tisch, in die Mitte und flüsterte verschwörerisch „Man sagt jedoch, dass der Kapitän eine Schwäche hat. Vor sechs Monden hat jemand das Herz aus seiner Brust gerissen und nun irrt er über die Meere, schlitzt auf der Suche nach seinem Herz jeden Mann auf, der ihm begegnet, doch jener, der das Herz hält, hält die Macht! Auch hat er sein Schiff an einem einsamen Strand zurück gelassen… Mutige Seefahrer könnten dort vielleicht einen Hinweis finden, Schätze oder gar die Macht das Schiff zu kontrollieren. Ich könnte euch eine Karte anbieten…“ letzter Satz war fast in einem geschäftigen Ton gesprochen.

    Hütte

    Als Chrys unter ihr Hemd fuhr und nach dem Geschmeide griff, spürte sie eine schrecklich vertraute Form und Wärme durchfuhr ihren Körper dort, wo das Schmuckstück sie berührte. Sie wusste, würde sie es hervorziehen sähe sie erneut das Auge des Polyphem welches für solchen Kummer gesorgt hatte. Als Cherek den Ring seiner Mutter berührte, flossen erneut Erinnerungen wie ein Traum durch ihn, auch wenn er sicher war, dass er wachte. Seine Mutter, krank, geschwächt… ein kleines Mädchen, welches ihre Mutter suchte und dann plötzlich sein Leben forderte und dann Megairas Augen, als sie ihm aufhalf, ihn mitnahm, verspottete und ihm schließlich ihr Vertrauen und seine Freiheit schenkte. Augen, grüne, blaue, schwarze, hasserfüllte, zornige, traurige Augen schienen den Raum zu bedecken und selbst die Augen seiner Freundin, die immer noch vor ihm in der Hütte saß wechselten ihre Farbe und waren oft nicht die ihren, so als sei der Ägypter immer noch in einem Traum gefangen. Schuldgefühle krochen durch seinen Geist, auch wenn er in jenem Augenblick keinen genauen Grund dafür wusste.

    Zimmer

    Zunächst schien es, als sei Maristos frommer Wunsch in Erfüllung gegangen, als die beiden Betrunkenen in den Raum taumelten, zu sehr mit sich selbst beschäftigt um ihn wahrzunehmen. Doch dann drehte die Frau sich um und flüsterte lauthals „Wir sollten die Türe schließen!“ Sie kicherte, als ihr Begleiter zur Türe schritt und diese mit einem unbeholfenen Schwung zu schließen versuchte. Dann sah er den Schelm hinter, der sich verborgen hatte. „Oh… Kamerad, ichhhhhhhhhhhh howe wir ham dich nich jewecht…. Also mein Mäschen und ichhh… würdest vielllllleicht nen kleinnnnnnnn Schpaziergang machen?“ Maristos sah die Hoffnung in den Augen des Fremden. „Wirlich… nurn kleines Weilschen?“
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  6. #56
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    "Aha!" Trakis starrte den Fremden schräg an. Er war zwar nicht ungläubig, doch jetzt gerade so, per Zufall kommt ein Fremder daher und erzählt eine Geistergeschichte zu dem Schiff. Und dann hat er auch noch so ganz Zufällig eine ominöse karte dabei, die er einem anbieten will.
    Der Spartaner liess seinen Blick zu Telemachos und Aegis wandern. Wie würden sie wohl darauf reagieren.

  7. #57
    Mitglied Avatar von Shane_Gooseman
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    Gerade als Telemachos zu einer Antwort für Aegis und Trakis ansetzten als diese merkwürdig verhüllte Gestalt an den Tisch getreten war und maßlose Übertreibungen über den Kapitän und die Mannschaft der Margareta Negra. Amüsiert hob er die Augenbrauen und sah Aegis belustigt an als die Mannschaft als blutrünstige Gesellen beschrieben wurden und als der Kapitän als hässlich und männlich beschrieben wurde spuckte er fast den Wein wieder aus den er gerade getrunken hatte. Ja natürlich war mach einmal Mann verzweifelt als er Megs Gesicht gesehen hatte aber meistens deshalb weil sie den betreffenden einfach in die Wüste geschickt hatte.
    Und dann nahm die Geschichte wahrlich die Qualität einer Lagerfeuergeschichte an. Wenn dem Kapitän wirklich das Herz herausgerissen worden wäre so würde sie jetzt im Elysium oder im Hades wandern und nicht auf See anderen das Herz herausschneiden. Und dann kam das unausweichliche. Der Kerl wollte etwas verkaufen.

    „…wo wir genau diese Schätze, das Schiff und die Macht finden. Richtig?“ beendete Telemachos den Satz des Verhüllten. Dann sah er ihn ernst an.
    „Ich weiß nicht wie meine Kammeraden hier das sehen. Aber ich kaufe nichts von einem Mann dem ich nicht ins Gesicht sehen kann, also wie wär es wenn du deine Kapuze nach hinten wirfst damit wir dich sehen können.“
    Telemachos sah von dem Verhüllten zu Aegis und Trakis. „Oder was sagt Ihr zu diesen Schauermärchen?“

  8. #58
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    Chrys schluckte, als er die Kette berührte. "Sie ist es es", flüsterte er ungläubig. "Meine Mutter hat mir die Kette gegeben..." Chereks Frage schreckte ihn auf und er ließ die Kette wieder los, dann räusperte er sich leise und antwortete: "Sie starb, als ich vier Jahre alt war." Auch wenn das Gefühl von Verlust und Schmerz im Laufe der Jahre dumpfer, weniger präsent, geworden war, in solchen Momenten flackerte es immer wieder auf und ließ Chrys das Herz schwer werden. "Sie war sehr krank... Sie war immer lieb zu mir. Früher wollte ich so sein wie sie, aber... das ist vorbeigegangen." Er hob den Kopf und sah Charek verloren an. "Und jetzt ist sie zurückgekommen, um mir die Kette zu geben."

  9. #59
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    Aegis lehnte sich vor zu dem Fremden. "Ich habe munkeln hören, alter Mann, dass einige der mordenden Schurken momentan das Festland durchstreifen. In so manchem Hafen fanden sich durchschlitzte Kehlen. Doch dies wiederfuhr nur denen, die ein gnädiges Schicksal bekamen. Die weniger glücklichen fanden sich wieder, ohne Zunge, ohne Augen, ohne Ohren, um fortan nichts zu sagen, nichts zu sehen, nichts zu hören. Um nimmermehr in der Lage zu sein, die Besatzung der Margareta Negra zu verleumnen und ihren Namen zu beschmutzen. Gerüchte besagen, ein paar besonders düstere Typen befänden sich momentan genau an diesem Ort."
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  10. #60
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    Maristos musste sich sammeln. Offenbar gab es keine Notwendigkeit hier zu verschwinden. Also tat Maristos das für ihn naheliegendste. "Hmm ..." sagte er und kniff die Augen zusammen. "Eigentlich wollte ich mich gerade hinlegen" log er und wie zur Bestätigung gähnte und streckte er sich ausgiebig. "Aber vielleicht vertrage ich ja vorher noch einen kleinen Schlummertrunk ... oder 4 oder 5." Mit immer noch müdem Gesicht aber wachem Geist streckte Maristos dem Fremden die offene Hand hin.
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  11. #61
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    Ein Stöhnen entkam Chereks Kehle, als ihn abermals Traumbilder ereilten. Er hörte nicht, wie Chrys leise vor sich hin flüsterte, als dieser erkannte, was er unter dem Gewand trug, er nahm fast nur mehr diese Augen war, die er nicht sehen wollte ...

    Was bei allen Göttern geschah mit ihm, träumte er noch immer? Hatte ein Fieber ihn gepackt? Er schüttelte sich, als könne er diese Visionen so abschütteln. Chrys hatte etwas gesagt, sie ... was? Etwas von ihrer Mutter. Ja richtig, er hatte selbst danach gefragt. Wie er selbst hatte Chrys seine Mutter verloren .... doch, halt, was sagte sie noch?

    Der letzte Satz bohrte sich wie eine Nadel in Chereks Gehör, sein Blick klärte sich. Furcht lag nun darin, da er bereits ahnte, wovon die Freundin sprach.

    "Welche Kette?", fragte er und es wollte ihm nicht gelingen mit fester Stimme zu sprechen.

  12. #62
    Mitglied Avatar von Armisael
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    "Dem stimme ich zu!" antwortete Trakis auf Telemachos`s Frage. "Er soll erstmal sein Gesicht zeigen, bevor er solche Angebote macht!" Trakis hörte was Aegis dem Mann sagte er sich zu dem Fremden rüberbeugte. Es klang zwar wie eine Art von Drohung, doch der Gesichtsausdruck des Seemannes war weder belustig noch ungläubig. Irgendwas wusste Aegis, oder hatte es zumindest schon mal gehört, soviel war sich der SPartaner sicher.

  13. #63
    Fledermaus SysOp & Mod Batman-Forum Avatar von Felicat
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    Chrys senkte den Blick, ahnend, daß das Cherek nicht gefallen würde. Er zog die Kette unter seinem Hemd hervor, sodaß der sie sehen konnte. "Ich weiß, du magst sie nicht, aber... aber sie ist von meiner Mutter. Ich möchte sie behalten, wenigstens solange, bis ich weiß, warum ausgerechnet ich sie haben soll. Meine Mutter sagte, ich würde ihre Gabe empfangen... Ich muß wissen, was sie damit gemeint hat, Cherek. Ich muß einfach! Mir ist so wenig von ihr geblieben", erklärte er und lehnte seinen heißen Kopf gegen die kühle Wand. Ja, er mußte es wissen... Er wollte so gerne verstehen, was mit ihm geschah, denn er selbst konnte es sich kaum mehr erklären.

  14. #64
    SysFox (Künstler, RPGler & Wehrlose) Avatar von Foxx
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    Cherek saß mit einem Mal hellwach und kerzengerade auf seiner Schlafstatt - jedwede noch so hartnäckige Heimsuchung aus seinen Träumen war gewichen. Alles in ihm wollte protestieren, schimpfen, schreien gar. Doch gleichzeitig schnürten Chrys' Worte ihm die Kehle zu, weit enger und schmerzhafter als es die Heiserkeit tat. Er verstand, dass es für die liebe Freundin um viel mehr ging als um das Schmuckstück und dass er ihr keinesfalls würde begreiflich machen können, dass dieses Amulett nicht von ihrer Mutter kam sondern einer anderen Frau ... wie auch immer diese es vollbracht hatte.

    Er nickte, zunächst stumm, dann schließlich doch mit brüchiger Stimme erwidernd: "Du hattest sie vorhin ins Meer geschleudert, nicht wahr?" Den Gedanken, dass ein Zauber oder Fluch das Amulett zurück zu ihnen gebracht hatte, wollte er nicht laut aussprechen. Chrys' Wunsch war ihm so vertraut, er wagte nicht daran zu rühren, wagte nicht anzuzweifeln, dass es ihre Mutter gewesen war, die sie im Traum gesehen hatte. Er wusste, dass er nicht anders reagieren könnte, hätte er einen solchen Traum gehabt.
    Geändert von Foxx (03.02.2011 um 23:50 Uhr)

  15. #65
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    Zimmer

    „Ne Tracht Prügel kannste haben!“ Knurrte der Fremde und packte Maristos mit beachtlichem Geschick am Kragen um ihn zu sich heran zu ziehen. Die freundliche Trunkenheit schien mit einem Mal wie weggeblasen. Süßlich stinkender Atem wallte dem Dieb entgegen als der Seemann ihn aus trüben Schweinsäuglein anblinzelte. „Einen Mann um sein wohlbezahltes Vergnügen bringen wollen…“ Das Mädchen hatte sich bereits kichernd in die hintere Ecke des Zimmers verzogen. „Na, will mal nicht so sein… Aber scher dich weg!“ Er schob Maristos einen kleinen Gegenstand zu, der für ungeübte Finger wie eine gewöhnliche Münze wirken müsste. Doch den geübten Diebeshänden fiel sofort die merkwürdige Prägung auf.

    Taverne

    “Ich sehe du hast dein Herz noch am rechten Fleck, mein Junge!” Kameradschaftlich legte der Fremde seine Hand auf Aegis Schulter, während er mit der anderen die Kapuze zurückzog und ein vernarbtes Gesicht entblößte, an das ihr euch nur zu leicht zurückerinnern könnt: Raidos. Er beugte sich zwischen dem ehemaligen Schiffsjungen und Telemachos nach vorn und legte die Karte auf den Tisch. „Ich will kein Geld, ich brauche tapfere Männer die mit mir kommen. Das Schiff verrotten zu lassen ist eine Schande! Außerdem ist Ereos auf seine alten Tage eigentümlich geworden. Er glaubt tatsächlich, dass man den Kapitän zur Vernunft bringen kann, wenn man das richtige Mittel hat. Und wir haben eine Ahnung, wo dieses gerade steckt…“ Er richtete sich wieder auf und blickte Trakis an „Wäre doch gelacht, wenn stattliche Männer wie ihr es seid vor einer Mähr zurückschrecken! Offenbar denkt ihr, ich hätte zu viel Rum getrunken, doch die hier…“ er fuhr mit seinem Messer eine Narbe nach die sich quer über sein Gesicht zog „Hab ich einst von des Kapitäns linker Hand erhalten. Nur zu gern würde ich mich für dieses Geschenk revanchieren! Aber wenn ihr lieber trockenen Fußes reist… dann müssen wir die Beute nicht teilen!“ er schlug die Kapuze zurück, zog sie tief in sein Gesicht und murmelte „und vergesst nicht einen Schiffsbauer aufzutreiben, wenn ihr mitkommen wollt soll das euer Beitrag sein. Morgen bei Sonnenaufgang am Fuße des Gebirges…“

    Hütte

    Als Chrys die Kette anhob um sie dem Freunde zu zeigen, sah sie für einen Augenblick Cherek durch den klaren Kristall. Der junge Ägypter war leicht verschwommen, doch eindeutig zu erkennen und um ihn herum drängten sich Schatten, Augen lauerten hinter ihm. Dann pendelte der Anhänger zur Seite und der Raum hinter Cherek war leer. Noch immer war die Nacht draußen um die Hütte schwärzer als gewöhnlich, kein Stern weit und breit, kein Mond und auch nicht das Schimmern von Heras Feuern. Nur undurchdringbare Dunkelheit und eine Kälte die durch die Ritzen der Holzbretter zu ihnen hereinkroch.
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  16. #66
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    Ein breites Grinsen entblößte Aegis' Zähne, als er sich zurücklehnte und nachlässig seine Schienbeine übereinander kreuzte. "Na, du hast deine unangenehmen Begegnungen schon hinter dir", quittierte er das genarbte Gesicht vor ihm. "Für eine Schandtat bin ich bereit. Und wenn der Kapitäin nur wiederkommt, um uns das Fell zu verschönen. - Aber auch, wenn du kein Geld willst, ich kann die Moneten gut gebrauchen", sprach er fröhlich das Thema Bezahlung an.
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  17. #67
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    Maristos musste stark an sich halten, seinem süßlich stinkenden Gegenüber nicht den eigenen Gallensaft entgegenzuspeien und beließ es somit bei einem unterdrückten Würgelaut. Behende löste er sich aus dem Griff des Lustmolchs, zwinkerte noch schelmisch der Holden in der Ecke zu und entschwand danach zur Tür. Draußen angekommen versicherte er sich zügig, dass er alleine war und warf dann einen prüfenden Blick auf die Münze. Was war das gleich für eine Prägung?!
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  18. #68
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    "IHHRrr sucht einen Schuiffsbauer?" eine vom Wein schwere Zunge grollte quer durch den halben Schankraum. "IHrr habt ihn gefunnn... gefuunn....den!" An einem Nebentisch in der nähe einer tanzenden Dirne erhob sich Erasmos. Der dickbäuchige Säufer, so musste er für viele wirken, erhob seinen halbvollen Becher und prostete ihnen zu. Dabei verzog er das Gesicht ganz seltsam bei dem Versuch zu zwinkern. "EEsch gibt kaainnen besseren als misch!" Ein lautes Rülpsen folgte der Behauptung um diese noch zu untermauern. Unbeholfen schwankend schob sich Erasmos zwischen den Bänken, Tischen und Stühlen zu der Gruppe durch und tatschte im vorbeischwanken einem Mädel an den Hintern.

  19. #69
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    Trakis hatte der Enthüllung, die von der Kapuzengestalt jetzt gegeben wurde, aufmerksam zugehört. Anscheinden ging es also um ein Schiff, auf dem die Leute am Tisch allesamt mal gedient hatten. Und der Kapitän schien auch nicht gerade von der zarten Seite zu sein. Aber er war ein Soldat von Sparta. Er wusste wie gut er war, und kein so ominöser Schiffsbesitzer würde ihn im Kampf ausstechen können.
    Und nein, er hatte keine Angst vor einer Mär. Und leider stimmte die Tatsache, das er knapp bei Kasse war.
    "Nun, wenn sich die Beute lohnt. Und wenn wir schon beim Thema sind; von wieviel reden wir den so überhaupt?" fragte er bestimmt aber nicht zu laut. Es sollte doch nicht jeder hören.

  20. #70
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    Telemachos war sichtlich überrascht als der Fremde seine Kapuze zurückschlug. Er kannte den Mann. Wenn er sich nicht irrte gehörte er ebenfalls zur ehemaligen Besatzung der Margaretha Negra. Und Aegisschien sich mit dem Gedanken anfreunden zu können mit Raidos auf die Suche nach dem Kapitän und ihrem Schiff zu gehen.
    Der Krieger aus Ithaka hatte auch nichts dagegen aber bevor er sich Gedanken darüber machen konnte wo man um diese Zeit noch einen Schiffszimmermann auftreiben könnte, schienen die Götter es gut mit ihnen zu meinen. Nun ja wohl die Göttin Tyche.
    Denn wenn der Betrunkene der gerade an den Tisch gewankt kam wirklich ein Schiffszimmerman oder Schiffsbauer war dann stand dieses Vorhaben wohl unter einem guten Stern.
    Auch Trakisschien einverstanden, nur fragte dieser nach der Höhe der in Aussicht gestellten Beute.
    Telemachosschlug dem Spartaner ein weiteres Mal freundschaftlich auf die Schulter wie er es an diesem Abend nicht das erste Mal tat.
    „Von der letzten Heuer konnte ich mein Elternhaus wieder aufbauen und meiner armen mutter einen geruhsamen Lebensabend verschaffen, Ich glaube es ist genug um ein paar Jahre davon leben zu können mein Freund. Und was dich angeht.“
    Telemachos deutete auf Erasmos wenn Du morgenfrüh so nüchtern bist das du uns begleiten kannst dann sei in unserem Bunde der fünfte Mann.“
    Im Hinterkopf hatte er immer noch Maristos der ja in diesem Moment seinen Rausch ausschlief. So wie Telemachos ihn in Erinnerung hatte würde er sicherlich Geld brauchen und währ für ein Abenteuer zu haben.

    Außerdem hatte Telemachosso wieder Gelegenheit nach IHM Ausschau zu halten, dem Mann den er seit langer Zeit suchte.

  21. #71
    Mitglied Avatar von Aeonra
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    Nachdem Erasmos von dem Mädel mit Schwung eine gewatscht bekommen hatte (er war im Suff einfach zu langsam ausgewichen), erreichte er den Tisch mit einer rot pulsierenden Wange, die er sich leicht rieb. "Hicks!" ein Schluckauf setzte ein, der Erasmos Bauch jeweils ins Wabbeln brachte. "So ein...Hicks!... . Darlauf noch einen!...Hicks!" Als ob er den Schluckauf wegtrinken wollte hob er den mitgebrachten Becher an die Lippen und leerte sich den Wein in den Rachen. Kurzerhand setzte er sich an den Tisch der anderen. "Man neehnt... Hicks!... mich Erasmos...Hicks!"

  22. #72
    Fledermaus SysOp & Mod Batman-Forum Avatar von Felicat
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    "Ja, das habe ich. Ich habe es auch Platschen gehört", antwortete Chrys leise. Seine Mutter mußte das Geschmeide wieder aus dem Meer geholt haben, aus dem Meer, auf dem sie in seinem Traum getanzt hatte. Er hob den Kristall hoch, damit Cherek in der düsteren Hütte besser sehen konnte und erschrak selbst, als er der schemenhaften Gestalten mit Raubtieraugen gewahr wurde, die sich um Cherek versammelten. Der Kristall schwang zur Seite und Chrys blinzelte, aber das Bild von eben war fort.
    Er dachte wieder an die Vision von vorhin und auf einmal wurde ihm unsagbar kalt. Alles war so dunkel und niemand, außer den Göttern, wußte, was für Schrecken sich in den Schatten verbargen.
    Unwillkürlich schlang Chrys die Arme um seinen dünnen Körper und wiegte sich wie ein Kind hin und her, um Angst und Kälte zu vertreiben. "Bitte, paß auf dich auf, Cherek", wisperte er und schenkte seinem Freund einen flehenden Blick.

  23. #73
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    Auf der Straße

    Im fahlen Licht, welches durch ein Fenster der nahen Taverne nach draußen fiel konnte Maristos erkennen, dass die Münze zwar dünn doch aus Gold gefertigt war. Die Prägung zeigte das Gesicht eines Knaben mit ungewöhnlichen Zeichnungen auf den Wangen und der Stirn. Er hatte schon Legenden von Völkern gehört, die ihre Gesichter mit Mustern schmückten und jenseits des Meeres lebten.
    Dann ging die Tür der Taverne, wenige Schritte von ihm entfernt auf und ein paar Trunkenbolde wurden vom Wirt vor die Tür gesetzt. Sollte er einen Blick durch das Fenster werfen, würde er an dem zerfetzten Tuch vorbei seine alten Gefährten entdecken.

    Taverne

    Nachdem Raidos sich verabschiedet hatte, blieb den Gefährten noch etwa eine Stunde um ihre nächsten Schritte zu besprechen. Danach ließ der Wirt die Taverne endgültig räumen und jeder der am nächsten Morgen nüchtern sein wollte fand es höchste Zeit sich zur Ruhe zu begeben.

    Hütte

    Während die beiden so da saßen, spürten sie, wie die Kälte immer weiter in ihre Knochen kroch. Auch die Dunkelheit schien in die Hütte einzudringen, denn der ohnehin schwache Schein welcher von dem letzten bisschen Glut ausging wurde trüber und eine kleine Flamme züngelte und erstarb. Mit einem Mal fühlte Chrys sich unendlich erschöpft. Ihre Augen schienen mit zunehmender Dunkelheit schwerer zu werden. Auch Cherek spürte diese neu aufwallende Müdigkeit, noch waren die Eindrücke seines Traums und der wiedergefundenen Kette genug um sie zu verdrängen. Draußen war es nun so pechschwarz, dass sie nichts mehr erkennen konnten.

    ***

    Nicht viel Neues, sorry. Aber ich wollte euch noch die Möglichkeit zur Interaktion geben, bevor es dann in nicht allzu ferner Zukunft am nächsten Morgen weitergeht. Ich hoffe einfach, dass euch der Master zu Schreiben motiviert!
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    Douglas Adams


  24. #74
    Mitglied Avatar von Sac
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    "Na, dann, Jungs", Aegis streckte seine langen Beine von sich. "Hoffen wir, der Kerl weiß, was er tut." Doch die Munterkeit in seiner Stimme ließ bezweifeln, dass er sich tatsächlich sorgte. "Wo war noch gleich der Treffpunkt für morgen früh?" Er fischte bereits nach einer Münze in seinem Beutel, um das Wenige zu zahlen, das er getrunken hatte.
    Totgesagte leben länger.

  25. #75
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    Wenn man den Bemühungen des Wirtes Glauben schenken wollte, dann würde er die Taverne gleich schließen. Telemachos zückte seinen Geldbeutel und ließ ein paar Münzend, klingend auf die Tischplatte fallen um seine Zeche zu begleichen. Auch der üppigen Schankmaid, die sich den gesamten Abend um ihren Tisch gekümmert hatte, drückte er eine großzügige Trinkgeldsumme in die Hand und zwinkerte ihr dabei zu.
    Dann richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf seine Tischgenossen.
    „Wen meinst du Aegis? Diesen Trunkenbold von einem Schiffszimmermann oder Raidos? Oder meinst du gar beide?“
    Telemachos leerte seinen letzten Becher Wein und stellte ihn geräuschvoll ab.
    „Wir treffen uns am Fuße des Berges, so meinte es Raidos und ich glaube wir sollten uns so langsam zur Ruhe begeben wenn wir morgen Früh ausgehruht sein wollen. Außerdem glaube ich kaum das noch eine weitere Taverne geöffnet hat.“
    Der Mann aus Ithaka wollte schon aufstehen als ihm etwas Einzufallen schien.
    „Habt Ihr eigentlich Unterkünfte? Oder müsst ihr euch erst noch einen Schlafplatz suchen?“

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