12.09.2009, 18:55
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Lars Wilhelm in der Animania 07/2009 über „Bis in den Himmel” von Jiro Taniguchi:
Zitat:
Im April 2009 erschien bei Shodoku, dem Manga-Label von Schreiber & Leser, mit dem Einzelband Bis in den Himmel der nunmehr vierte Jiro-Taniguchi-Titel des Verlages – übrigens erstmals gespiegelt in westlicher Leserichtung nach Art der Taniguchi-Releases von Carlsen Manga. Der Meister der leisen Töne nimmt diesmal einen tragischen Verkehrsunfall zum Ausgangspunkt für eine weitere seiner psychologisch ausgefeilten Charakterstudien. Wie ein Wilder braust der Teenager Takuya Onodera auf seiner Honda Enduro durchs nächtliche Tokio. Seine Spritztour findet ein jähes Ende, als er mit seiner Maschine frontal in einen entgegenkommenden Lieferwagen rast.
Sowohl Takuya als auch Kazuhiro Kubota, der Fahrer des Transporters, werden daraufhin schwerverletzt in die Notaufnahme eingeliefert. Dort erwacht der Junge nach einem über drei Wochen andauernden Überlebenskampf aus dem Koma. Allerdings erkennt er weder Familie noch Freunde wieder. Er besitzt nun sogar völlig andere Erinnerungen und hält sich für Kazuhiro, der in dem Moment verstarb, in dem er selbst erwachte ...
Jiro Taniguchi erkundet in Bis in den Himmel Kazuhiros Seelenleben: Gefangen in Takuyas Körper versucht der Familienvater, sich in das private Umfeld seines „Gastgebers“ einzufinden und muss gleichzeitig an seine Frau und Tochter denken, die er zuletzt völlig vernachlässigt hatte. Während Takuyas Bewusstsein langsam wieder zurückkehrt, versucht Kazuhiro mit seiner Familie ins Reine zu kommen, solange ihm die Zeit dazu bleibt. Mit gewohnter Eindringlichkeit erzählt der Ausnahme-Manga-ka diese ungewöhnliche Geschichte in seinem realistischen, detailreichen Zeichenstil und liefert damit einmal mehr wunderschönen Lesestoff der anspruchsvolleren Art ab.
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