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Der kleine Blog eines kleinen Jungen

Warum ich Manga als pädagogisch wertvoll erachte

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Liebe Leser*innen,

bevor ich Euch alle noch völlig mit meiner Mangasammlung langweile, habe ich beschlossen einen ersten, richtigen Blogeintrag zu verfassen. Ich persönlich, da bin ich sicher nicht allein, höre oft, dass Mangas für Kinder seien, Kinderbücher. Da gebe ich, oberflächlich gesprochen, auch völlig recht - entgegen der eingefleischten Mangaleser, welche eine solche Aussage teils als Beleidigung auffassen. Jedoch sollte bedacht werden, dass Manga wie auch Comic nur Überbegriffe über ein bestimmtes Medium sind. Hier: das japanische Comicbuch.
Natürlich stimme ich zu, dass nicht grundsätzlich alle Mangas für die jüngere Leserschaft publiziert werden. Das würde bereits auch aus ökonomischer Sicht sicher nicht realisierbar sein - der Inhalt bleibt an dieser Stelle nicht näher erwähnt.
Die Frage, weswegen Kinderbuch nun als Beleidigung aufgefasst wird, liegt - simpel gesprochen - in der eigenen Liebe zu diesen japanischen Büchern. Dazu spielt ein etwas abwertiger Wortlaut oder die abwertig wirkende Intonation des Gegenüber ebenfalls sicher dem persönlichen Eindruck wenig entgegen. So kommt es häufig, dass man selbst vergisst, dass Manga eigentlich doch für Kinder sind und versteift sich selbst auf diese Meinung. Im folgenden werde ich daher einen Einblick in meine Gedankenwelt geben, in welcher ich Manga längst als pädagogisch erachte. Natürlich muss ich auch an dieser Stelle noch einmal klarstellen, dass ich nicht für die Gesamtheit aller Manga spreche und insbesondere mich auf das Shounen- und Shojo-Segment in diesem Eintrag fokussiere. Den diese beiden genannten Segmente sind auch an das jüngere Publikum ursprünglich gerichtet. Dabei zielen sie auf eine junge, männliche [auch: Shōnen] bzw. eine junge, weibliche Leserschaft [auch: Shōjo] ab. Das ich diese Bezeichnungen in der heutigen Zeit nicht unbedingt gutheiße, ist ein Thema für einen anderen Blogeintrag.

Viele der heutigen Erwachsenen sind mit Serien wie Captain Future, Kimba, der weiße Löwe, Heidi oder später Mila Superstar und Sailormoon aufgewachsen. Häufig blieb diesen dabei unbekannt, dass es sich dabei eigentlich um japanische Produktionen handelt, wenn auch teilweise im Auftrag von westlichen Unternehmen. Die wenigsten heutigen Erwachsenen werden sagen, dass sie diese Serien in schlechter Erinnerungen haben. Dennoch kommt immer wieder die Debatte auf, dass die fernöstlichen Einflüsse unsere Kultur töten würden - um es direkt zu formulieren. Natürlich sollten auch die Ursprünge einer solchen Aussage beleuchtet werden, welche häufig von politisch nationalen getroffen werden. Aber es existieren, leider Gottes, auch viele nicht-politisch motivierte Ablehner dieser fernöstlichen Kunst, die wir alle so lieben. Natürlich möchte ich an dieser Stelle niemanden seiner Meinung berauben, aber sehr gerne neue Denkanstösse bieten.

Viele Kritiker der Manga- und Animeszene erklären, dass die Kinder durch diese japanische Kunst ein Gefühl für die Realität verlieren würden. Belegen tun sie ihre Aussage mit Bildern von bunten Haaren, großen Augen und schmalen Hüften, welche so natürlich nicht existieren. Dabei wird vergessen, dass es - wie auch westliche Comics - Kunst ist, die in erster Linie unterhalten soll. Natürlich existieren keine natürlichen pinken Haaren, aber warum den Kindern nicht ein wenig Fantasie schenken, ein Stück - für sie - unbekannte, fabelhafte Welt.

In meiner Überschrift postuliere ich, dass Manga pädagogisch wertvoll seien. So, woher nehme ich diese Annahme? Es ist der Inhalt der Manga, und zwar jener, welcher nicht unbedingt direkt von dem jüngeren Publikum erfasst wird. Insbesondere Shounen- und Shojo-Vertreter vermitteln wertvolle Werte an die junge Leserschaft. In Shounen-Manga wird so häufig die Bereitschaft zu Teamarbeit, der Mut als edle Eigenschaft und eine gewinnbringende Kameradschaft thematisiert. Im Vordergrund steht ein (männlicher) Protagonist, mit welchem sich jenes junges, männliches Publikum identifizieren soll. Ich halte es für wichtig, gerade in der Zeit der nähernden Pubertät, diese Werte zu vermitteln. In der späteren Gesellschaft sollen Menschen stehen, die sich für einander einsetzen und nicht nur auf eigenen Vorteil bedacht handeln. Natürlich kann auch ein Elternteil versuchen Werte wie Kameradschaft und Engagement dem Schützling näherzubringen, aber ich halte es für deutlich erfolgversprechender, wenn das Kind diese selbst anstrebt indem es seinen Held zu imitieren versucht - und das tun Kinder: Lernen durch Imitation.

Auch Mädchen wird im Manga ein Vorbild geboten. Sie sollen zu Mädchen heranwachsen, die offen und ehrlich sind, sich ihren eigenen Wertes bewusst sind und wissen, dass ein perfektes Aussehen nicht der wahre Segen im Leben ist. Im Shojo-Manga wird den Mädchen der Blick auf Optimismus vermittelt sowie ein gesundes Selbstbewusstsein, meiner Meinung nach. Gefühle wie Neid und Eifersucht führen niemals zu ihrem Ziel, so vermitteln es ebenfalls Manga aus diesem Segment. Ebenso wird ein fröhliches Miteinader und der Kontakt zu anderen Menschen hervorgehoben. Das das nicht immer realisierbar ist, ist uns als Herangewachsenen bewusst. Aber ein gesundes Streben nach gesellschaftlichen Werten kann dieser nicht schaden.

Wir alle oder zumindest viele von Euch sind mit diesen Werten aufgewachsen und sicher können einige auch behaupten, dass die für die Gesellschaft einen Beitrag leisten indem sie auch im alltäglichen Leben versuchen einen angenehmen Umgang zu bewahren. Ob dieser von der hauseigenen Erziehung oder dem Einflussfaktor Manga und Anime stammt, ist natürlich nur schwierig - wenn nicht gar unmlglich - nachzuvollziehen. Dennoch bin ich überzeugt, dass niemand behaupten kann, dass Manga oder Anime der eigenen Entwicklung geschadet haben. Selbst Geldsparen Selbstbeherrschung lernt man dadurch oder hat zumindest dazu eine Möglichkeit, auch wenn die deutschen Verlage dies zunehmend erschweren. :schaem:

Durch die Darstellungsweise, in welcher Bilder den Text überwiegen, ist ein Manga ideal als Buch für Kinder geeignet. Zudem erleben diese die Möglichkeit ihre Anime-Helden in gedruckter Form zu erleben. Gleichzeitig wird eine Brücke in die Welt der Novels und Bücher gegeben. Ich möchte damit nicht andeuten, dass Manga nur ein Übergangsmedium zu traditionellen Büchern ist, aber es erleichtert den Weg in die wunderbare Welt der Wörter und Sprache zu finden, welche nicht nur in Manga, sondern auch vielen anderen Medien, wie z. B. Büchern, geboten wird.

Inhaltsbezogen ist natürlich stets auf die geistige Reife des Schützlings zu achten, aber dies betrifft neben Manga auch anderen Medien wie Film und Fernsehen. Eine Altersempfehlung des Verlages ist, im Normalfall, der Rückseite des Bandes zu entnehmen oder ist so tief angesetzt, dass diese nicht gesondert vermerkt ist.

Je nach Interesse und voran meiner eigenen Lust und Motivation, möchte ich die Werte von Shounen- und Shojo-Manga gerne noch einmal genau untersuchen und ggf. auch gegenüberstellen. Für einen ausführlichen Vergleich in diesem Beitrag, wird die maximale Zeichenanzahl leider nicht ausreichen, weswegen ich das aufschiebe. Aber: aufgeschoben, ist nicht aufgehoben.

Mir ist bewusst, dass dies ein starker, wohl auch nicht gänzlich unbekannter Input ist und eine große Textwand, aber es ist für mich eine Herzensangelegenheit. Über weiterführende Diskussionen in den Kommentaren freue ich mich natürlich, dass der Eintrag nicht ganz so einseitig ist.

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Aktualisiert: 19.03.2018 um 21:33 von CC-Oversight

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Kommentare

  1. Avatar von Dekaranger
    Ob nun alle Manga pädagogisch wertvoll sind weiß ich nicht. So pauschal würde ich es zumindest nicht behaupten. Einige sicher, einiger sicher nicht. Je nachdem. Denke in erster Linie soll man aber unterhalten werden. Einige Manga sind aber auch sicher Kinderbücher. Weil eben die Zielgruppe kleine Kinder sind. Das ist eigentlich nix beleidigendes finde ich. Einige Manga sind auch nur für Erwachsene. Man sollte hier etwas differenzieren denke ich. ^^
  2. Avatar von CC-Oversight
    Zitat Zitat von Dekaranger
    Ob nun alle Manga pädagogisch wertvoll sind weiß ich nicht. So pauschal würde ich es zumindest nicht behaupten. Einige sicher, einiger sicher nicht. Je nachdem. Denke in erster Linie soll man aber unterhalten werden. Einige Manga sind aber auch sicher Kinderbücher. Weil eben die Zielgruppe kleine Kinder sind. Das ist eigentlich nix beleidigendes finde ich. Einige Manga sind auch nur für Erwachsene. Man sollte hier etwas differenzieren denke ich. ^^
    Natürlich muss man den Einzelfall abwägen. Doch dürfte die Intention des Autors, inhaltlich bezogen, neben der Unterhaltung auch bei der angesprochenen Wertevermittlung liegen.

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