Hallo,
nachdem es derzeit ja sehr lange hell ist und man das Gemetzel zwischen Portugal und Holland nicht mit ansehen konnte

, habe ich da mal tief ins Bücherregal gegriffen und einen LTB-Band aus den Achtzigern herausgefischt. Diesen habe ich mir in den letzten Tagen nach langer Zeit wieder zu Gemüte geführt, und hier ist das Resümee:
LTB 106 - Donald der Tausendsassa
Ich habe da einen Nachdruck von 1989, bei dem bereits alle Seiten farbig sind, aber noch der ursprüngliche blaue Cover drauf ist, auf dem Donald mit einer Limo in der Hand auf dem Liegestuhl recht verträumt drein schaut. Ähnlich verschlafen wie das Cover ist auch der Inhalt, wie sich gleich zeigen wird.
- „Das dreiköpfige Ungeheuer“ ist für mich noch die beste Duck-Geschichte dieses Bandes. Donald und seine Neffen werden wieder einmal von seinen Nachbarn und Gläubigern verfolgt und suchen daraufhin eine neue Wohnung. Am Stadtrand finden sie eine alte Villa, die überraschenderweise sehr billig vermietet wird.
Trotz anfänglicher Skepsis mieten sich die Ducks ein, und der Haken für den günstigen Preis taucht alsbald auch auf: Nachts raubt wildes Geheule allen den Schlaf. Zunächst denkt man an Flucht, doch da die Miete bereits im Voraus bezahlt war, bleibt man hart und sucht - zusammen mit einem Hund, den sich Donald als "Verstärkung" ausgeliehen hat - nach den Ursachen der nächtlichen Ruhestörung. In einer Grotte an der Küste unweit der Villa finden sie dann ein dreiköpfiges Ungeheuer, welches sich später als der maskierte Hund einer kriminellen Gangsterbande entpuppt, die sich dadurch Schnüffler vom Leib zu halten erhofften. Für die Ergreifung und Beseitigung der Ruhestörer belohnt der Vermieter Donald dann damit, dass er ein Jahr lang umsonst in der Villa wohnen darf, allerdings muss er sich um die ganzen Hunde kümmern ...
Die Story ist grafisch und strukturell ganz ordentlich umgesetzt und kann unterhalten, ohne dass dabei Fragen beim Leser aufkommen. Dazu trägt sicherlich auch die gelungene Schlusspointe bei. Leichte Abzüge gibt es für die Kürze (24 Seiten), da hätte man noch ein wenig mehr daraus machen können.
- Weiter geht es mit
„Räuber und Gendarm“. Überraschenderweise haben wir hier bereits trotz dem Buchtitel "Donald, der Tausendsassa" die erste Maus-Geschichte vor uns. Und die überrascht wirklich, denn Micky kommt hier nur in einer Nebenrolle vor, die eigentlichen Hauptkandidaten sind Mack und Muck, die durch Zufall (Ball ist beim Spielen in den Garten der Gräfin geflogen) einen Einbruch mit bekommen und auf sehr kuriose Art und Weise die Einbrecher (Schnauz mit einem Kumpel) zu überlisten versuchen.
Die Geschichte kann überzeugen; einzig der Umstand, dass ausgerechnet Sergio Asteriti mit seinem etwas "zerquetschten" Zeichenstil den Plot umgesetzt hat, verhindert ein Sehr Gut.
Doch damit haben wir die Höhepunkte dieses Buches bereits hinter uns, der Rest ist nur noch Mittelmaß bis unterer Durchschnitt.
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„Das Ducksche Kurzentrum“ handelt von der Idee Dagoberts, eine Art Thermalbad mit Heilschlamm zu eröffnen. Diese Geldquelle wäre gar nicht mal so schlecht gewesen, hätte Dagobert nicht Donald beauftragt, den Heilschlamm in Italien zu besorgen. Donald wird da natürlich von einigen zwielichtigen Herren sogleich übers Ohr gehauen und bekommt anstatt Heilschlamm ein simples Sumpfgebiet ohne jegliche Wirkung angedreht, mit dem Ergebnis, dass das Geschäft in einem Fiasko endet und sich Donald vor Onkel Dagobert mal wieder in Sicherheit bringen muss ...
Sowohl zeichnerisch als auch vom geschichtlichen Werdegang ist diese Story nur Mittelmaß, da sie sehr vorhersehbar ist.
- Auf den
„Rosa getupften Wal“ hat das Entenhausener Aquarium ein Preisgeld ausgewiesen, das sich natürlich weder Dagobert noch Klaas Klever entgehen lassen wollen. Auf ziemlich banale und teils brutale Art und Weise versuchen beide Parteien, den Wal einzufangen, was schließlich Dagobert mit Klaas Klevers Schiff auch gelingt. Im Entenhausener Hafen stellt sich dann heraus, dass der Wal für das Entenhausener Aquarium viel zu groß ist (haben sich die Professoren nicht vorher informiert, wie groß ein Wal ist??), somit verweigern die Herren die Annahme des Tieres und die Millionäre müssen es auf eigene Kosten wieder zurück ins Meer bringen.
Der Plot mutet ziemlich konfus an, ist auch ziemlich schlampig umgesetzt und das barsche Ende lässt den Leser relativ verdattert zurück.
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„Seltene Dschungelpflanzen“ müssen Micky und Goofy diesmal im Amazonas im Auftrag des Botanischen Gartens von Entenhausen finden. Nach langer Suche stoßen die beiden im Dschungel plötzlich auf eine ganze Plantage von diesen seltenen Pflanzen, was Micky sogleich stutzig macht. Es stellt sich heraus, dass Kater Karlo die Pflanzen anbaut, um daraus als Deckmantel Parfum zu gewinnen. Doch warum Karlo dies tut, bleibt lange Zeit auch für Micky und Goofy im Verborgenen.
Nach längerer Spionage stellt sich heraus, dass Karlo illegal Diamanten abbaut und diese im Deckel der Parfüm-Flaschen nach Hause schmuggelt.
Die Geschichte wurde von Perego gut umgesetzt und weiß über weite Teile zu unterhalten. Dennoch gilt auch hier das bereits bei der ersten Geschichte Gesagte: Etwas kurz geraten, hätte man mehr daraus machen können.
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„Daisys lange Leitung“ ist ein mäßig amüsanter, aber von Al Taliaferro sehr schön umgesetzter Zweiseiter.
- Weil Herr Düsentrieb auf seinen ganzen Erfindungen sitzen bleibt, hat Donald die Geschäftsidee,
„Erfindungen nach Maß“ zu produzieren. Donald sieht sich in der Stadt um, was die Leute brauchen, und Herr Düsentrieb entwickelt dann etwas Passendes. Natürlich entpuppt sich hier an jedem Gerät ein kleiner Haken, der das ganze floppen lässt ...
Der Plot ist vom Ansatz her ganz nett, wirkt aber auf mich zu unausgereift, um mich zu überzeugen.
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„Der neue Star“ soll Goofy werden, der zufällig von einem Filmemacher entdeckt wurde. Zusammen mit Micky und Minni reist er in den Dschungel, wo der Abenteuerfilm gedreht werden soll. Bei den Dreharbeiten läuft jedoch allerhand schief, und so kommt es, dass letztlich nicht Goofy, sondern ein Affe der Hauptdarsteller des Films wird.
Nett zwar, mal eine Micky-Geschichte ohne kriminelle Handlungen zu lesen, aber der Plot dreht sich irgendwie nur im Kreis, und Sergio Asteritis Zeichnungen tun ein Übriges, um diese Geschichte schnell wieder vergessen zu machen.
Interessant übrigens, dass in meinem Inhaltsverzeichnis auf Seite 3 diese Geschichte mit der Ballon-Wettfahrt vertauscht wurde; die Ballon-Geschichte sollte laut Register an dieser Stelle zuerst kommen.
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„Zuviel verlangt!“ ist wiederum ein von Al Taliaferro umgesetzter Zweiseiter, der zur Auflockerung zwischendurch okay ist.
- Auf die
„Die Ballon-Wettfahrt“ hat sich Donald eingelassen, und weil es da mal wieder etwas zu gewinnen gibt, ist auch Dagobert mit von der Partie. Merkwürdigerweise sind genau im selben Moment, als Dagobert auftaucht, auch die Panzerknacker mit einem "gepanzerten" Ballon zur Stelle (wie haben die es denn fertig gebracht, dass das Trum fliegt?) und versuchen alles, um die Ducks bei der Ballonfahrt aufzuhalten. Die Ducks haben dem nicht viel entgegenzusetzen, vielmehr hängt ihr Glück davon ab, dass der Ballon der Panzerknacker von Wildgänsen "abgeschleppt" wird.
Die Geschichte hat mir zu viele unlogische Fehler und ist ähnlich schwach wie das Wal-Abenteuer.
Laut Inhaltsverzeichnis müsste hier die Goofy-Geschichte "Der neue Star" kommen.
„Begehrte Bio-Produkte“ baut Donald in seinem Garten an. Weil das Gemüse im Laden zu viele Schadstoffe enthält, wird Donalds Garten nachts von Dieben heimgesucht. Überdies verursacht Donald tagsüber bei der Gartenarbeit zu viel Lärm und nervt seine Nachbarn. Weil ihn die Diebe auch noch hinterlistig austricksen, endet die Geschichte damit, dass Donald am Schluss all sein mühevoll angebautes Gemüse zertrampelt...
Über diese Story gibt es nicht viel zu sagen, außer "Schnell weiterblättern".
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„Der Polo-Pokal“ wurde gestohlen, und weil Kommissar Hunter und Inspektor Issel mal wieder im Dunkeln tappen, müssen Micky und Goofy herausfinden, wer das getan hat. Interessanterweise wird der Täter (Kater Karlo) schon bald ermittelt, doch man hat keine Beweise, um ihn dingfest zu machen. Die Beschaffung der Beweise wurde ganz raffiniert eingefädelt, indem man noch Pluto und Trudi in die Story eingearbeitet hat, was für einiges an frischem Wind in der Handlung sorgt.
Die Geschichte bekommt ein knappes "Gut"; hätte man einen anderen Zeichner als Asteriti genommen, wäre das Urteil über die Geschichte noch etwas besser ausgefallen. Solche klassischen Detektiv-Storys wünsche ich mir in den heutigen LTB's wieder!
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„Düsentriebs Düsen-Dauer-Drops“ sind eine Erfindung von Bonbons, die man ewig lutschen kann. Dagobert und der Inhaber einer weiteren Bonbonfabrik (interessanterweise einmal nicht Klaas Klever) wittern darin ein Geschäft und tun alles, um Daniel Düsentrieb die Drops-Maschine und das Rezept abzujagen. Als Dagobert das endlich geschafft hat, stellt sich heruas, dass Düsentrieb für die Herstellung der Bonbons Platin benutzt hat, wodurch die Produktion der Dinger für Dagobert natürlich unwirtschaftlich wird.
Die Geschichte ist nur Mittelmaß, was sicherlich auch an der Länge (18 Seiten) liegt.
Dieser Band zeigt, dass auch in den 80er-Jahren schon viel Stuß abgedruckt wurde, auch wenn hier die richtigen Flops (Katastrophen-Dussel und Kaschperl-Micky) glücklicherweise noch nicht vorhanden sind. Für vorübergehende Unterhaltung kann dieses Buch sorgen, aber richtige Begeisterungswellen kann man mit dem Schmöker nicht ernten.
Nun bin ich mal auf Eure Meinungen zu diesem Band gespannt; interessant wäre auch zu erfahren, ob bei Euren Büchern die beiden Geschichten "Ballon-Wettfahrt" und "Der neue Star" gemäß Inhaltsverzeichnis auch vertauscht sind.
Viele Grüße
SG