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04.01.2006, 23:08
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#1
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Mitglied
Registriert seit: 07.2005
Ort: Schweiz
Beiträge: 1.367
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LTB 144 - Phantomias und Bubble Billy
Ich hoffe, Ihr seid alle gut ins 2006 gerutscht. Mein erster Beitrag dieses Jahr ist diese Rezension zu LTB 144. Der Band ist noch immer lieferbar.
Viel Spass beim Lesen – über eventuelle Reaktionen Eurerseits freue ich mich wie immer!
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Die Storys:
-„Phantomias und Bubble Billy“ (60 Seiten): Die Titelgeschichte haut mich nicht gerade vom Hocker – zu viele Ungereimtheiten und Schwachstellen vergällen den Spass.
Phantomias wird von einem mysteriösen Kaugummi-Klauer öffentlich der Lächerlichkeit preisgegeben. So sehr er sich anstrengt, er kriegt den zunächst unsichtbaren Dieb nicht zu fassen. Ganz Entenhausen spottet schon über seinen „einstigen“ Helden. Als er von dem Unbekannten dann auch noch mittels Kaugummi handlungsunfähig gemacht wird, scheint Phantomias’ gloriose Zeit vorüber zu sein.
Doch dann schlägt „Bubble Billy“, der Kaugummidieb, sich auf die Seite unseres Helden…
Was diese abrupte Wandlung bewirkt, steht allerdings in den Sternen und bleibt kaum nachvollziehbar. Ebenso unglaubwürdig ist die Erkenntnis von Daniel Düsentriebs Analysiermaschine: Aus einer Kaugummiprobe leitet sie nicht nur die Zusammensetzung des Kaugummis ab, sondern gleich auch noch Bubble Billys ausserirdische Herkunft und die Tatsache, dass Billy Kaugummis in jede beliebige Form blasen kann. Na, ja – diese Geschichte, mittels Airbrush-Technik ganz schön gezeichnet von Giulio Chierchini (von dem auch der Text stammt) ist keine grosse Errungenschaft…
Storycode: IS TL 1707-A
-„Der Geist des Mandarins“ (43 Seiten): Micky, Minni und Goofy werden auf dem Heimweg durch Chinatown Zeuge einer Geistererscheinung und erfahren darauf von einem dort ansässigen Antiquitätenhändler, dass der eben erschienene Geist die meisten anderen Händler in die Flucht getrieben hätte. Das kommt Micky, der nicht an Geister glauben mag, verdächtig vor. Mit Hilfe von Minni, Goofy und Kommissar Hunter kommt er einem raffinierten Trickbetrüger auf die Spur…
Die von Sisto Nigro geschriebene und von Giampiero Ubezio gezeichnete Geschichte lässt keine rechte Begeisterung aufkommen – zu schnell hat man als Leser die Sache durchschaut. Und die Art, wie Micky den Bösewicht schnappt (Seite 102), ist ein kompletter Blödsinn. Dass der Gauner da keinen Verdacht schöpft und nicht wieder schnellstens entwischt ist vollkommen unglaubhaft. Solch billige Lösungen würde man in einem heutigen "Topolino" nicht mehr finden.
Einzig die Tricks des Betrügers sind aber teilweise recht gut in Szene gesetzt und halten einen einigermassen bei der Stange.
Storycode: I TL 1730-D
-„Das japanische Juwel“ (28 Seiten): Auch hier ist nur Durchschnitt zu vermelden. Allerdings diesmal etwas gehobener als in den beiden vorhergehenden Geschichten. Als der bekannte japanische Großindustrielle Tai-Fun nach Entenhausen kommt, schreibt der Bürgermeister einen (allerdings etwas seltsamen) Wettbewerb aus: Wer dem Gast einen gebührenden Empfang bereitet, wird mit 10000 Talern belohnt. Sofort entbrennt ein Wettstreit unter den Bürgern, wer das schönste Gärtchen für das „Juwel“ Tai-Funs (eine seltene Eiche) errichte. Dabei gerät Donald in erbitterte Konkurrenz mit seinen drei Neffen – und es ist klar, wer da gewinnt!
Einige schöne Gags, aber sonst nichts besonderes… Text: Fabio Michelini, Zeichnungen: Alessandro Gottardo.
Storycode: I TL 1719-A
-„Die Welt der Spione“ (56 Seiten):Ein wenig weiter aufwärts geht’s hier mit der Qualität der Geschichten – doch „Die Welt der Spione“, geschrieben von Bruno Conchina, und gezeichnet von Marsal schafft’s auch nicht ganz in der grünen Bereich, obgleich die hier aufgetischte Agentenparodie zeitweise ganz witzig und unterhaltsam über die Bühne geht. So richtig originell wird sie aber nie, und Marsals Zeichnungen werten sie eher ab. DeVita oder Cavazzano hätten zweifellos mehr daraus gemacht…
Micky soll in einer Spionageaffäre den Lockvogel spielen und mit einer Agentin 0013 verreisen. Dabei gerät er zwischen die Fronten, denn natürlich tauchen Gegenspione auf. In dieser Geschichte weiss Micky ausnahmsweise mal überhaupt nicht, worum’s eigentlich geht und was von wem gespielt wird.
Stoycode: IS TL 1738-A
-„Minnesängers Freud und Leid“ (17 Seiten): Es geht weiter leicht bergauf – doch auch hier ist noch kein Grün in Sicht!
Donalther von der Daune, durchlebt in dieser leider viel zu kurzen Geschichte im wahrsten Sinn „Minnesängers Freud und Leid“ – allerdings in umgekehrter Reihenfolge. Die Story aus dem finsteren Mittelalter, geschrieben und gezeichnet von Giovan Battista Carpi, ist leider viel zu kurz, um ihren durchaus vorhandenen Witz und Drive richtig entfalten zu können. Schade!
Storycode: I TL 1569-B
-„Jäger des verlorenen Tempels“ (54 Seiten): Und endlich, zu guter Letzt, die beste Geschichte dieses LTBs. Es handelt sich dabei um das allererste Abenteuer mit Indiana-Goof. Geschrieben wurde es von Bruno Sarda, gezeichnet von Maria Lisa Ugetti.
Goofy erhält Besuch von seinem Vetter Indiana-Goof, der in den Sümpfen vor Entenhausen einen Aztekentempel suchen will. Dr.Krantz erfährt von Indianas Vorhaben und entlockt dem arglosen Goofy die nötigen Informationen mit einer simplen Lüge. Derweil schlägt sich Micky mit Indiana durch die gefährlichen Sümpfe – unnötigerweise, wie sich später herausstellt. Der Tempel wird gefunden, aber Dr.Krantz ist zuerst am Ziel…
Die Handlung ist hier völlig zweitrangig, entsprechend nichtssagend hört sie sich an. Das Schöne an dieser Story ist ganz klar die Figur des Indiana-Goof und die herrlich absurden Situationen, die er durch sein etwas, äh…besonderes Verhalten heraufbeschwört.
Eine bestens gelungene Parodie auf Spielbergs Indiana-Jones!
Immerhin eine grüne Geschichte in LTB 144…
Storycode: IS TL 1724-A
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Fazit: Ein Langweiler von einem LTB. Erst in den letzten beiden Geschichten kommt Freude auf, der große Rest ist Durchschnitt, der sich nicht wirklich lohnt. Daraus folgt (für mich zumindest): Die alten LTBs waren auch nicht immer besser als die vielgeschmähten aktuellen.
Ausblick: Als nächstes schaue ich mir LTB 68, „Alles Gute, Donald“ genauer an.
Bis dann: alles Gute, Forumsmitglieder!
Michael
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05.01.2006, 00:48
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#2
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Mitglied
Registriert seit: 08.2001
Ort: 74177
Beiträge: 874
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Zitat:
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Zitat von Silly Symphony
Die alten LTBs waren auch nicht immer besser als die vielgeschmähten aktuellen.
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Unter "die alten" versteht man in der Regel die Nummern unter 100, oder höchstens bis Nr 118. Die 144 ist schon mindestens die zweite Generation. Aber auch da gab es bessere, da hast du schon recht.
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05.01.2006, 09:32
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#3
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Mitglied
Registriert seit: 07.2005
Ort: Schweiz
Beiträge: 1.367
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Zitat:
Zitat von Mabuse
Aber auch da gab es bessere, da hast du schon recht.
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Sicher! Einige davon hatte ich in meinen Rezensionen hier auch schon lobend erwähnt (z.Bsp. 141 oder 135).
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06.01.2006, 17:35
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#4
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Mitglied
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 1.985
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Eine Kleinigkeit möchte ich noch zur Geschichte "Der Geist des Mandarins" loswerden: bei den Zirkusszenen mit Zappo (S.97f) hat Ubezio eindeutig Anleihen bei Barks genommen - was in Maus-Geschichten prinzipiell ungewöhnlich ist! Man kann hier einige Posen ausmachen, die unzweifelhaft aus "Die Jagd nach der Brosche" (TGDD 24) abgekupfert wurden. Auch der Name "Zappo" erinnert sehr an den dort vorkommenden "Zippo".
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15.02.2008, 22:52
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#5
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Junior Mitglied
Registriert seit: 02.2008
Beiträge: 23
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Zitat:
Zitat von Silly Symphony
-„Minnesängers Freud und Leid“ (17 Seiten): Es geht weiter leicht bergauf – doch auch hier ist noch kein Grün in Sicht!
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Das Schöne an Meinungen ist, dass sie soweit auseinander gehen können.  Bis auf das leidlich gelungene Einflechten von Rock'n'Roll und Popkultur gen Ende konnte ich an dieser Story so wirklich gar nichts Witziges finden. Situationskomik ergibt sich auch eher selten, dafür ist das alles viel zu konventionell gestrickt. Es ist eine Donald-Geschichte wie aus dem Baukasten, die einfach ins Mittelalter verlegt wurde. Inklusive Namensverwurstung und schon tausendfach durchgenudelten Plot-Ideen, die der Schnitt der Donald-Geschichten so aufweist. Die Comics aus dem Maus-Universum scheinen mir in diesem Band klar die besseren, wobei "Das japanische Juwel" auch recht nett ist . Bleibt noch Indiana Goof. Der fehlt mir noch. Ansonsten wohl in der Tat kein Highlight der LTB-Reihe.
Übrigens ist im Inhaltsverzeichnis des Nachdrucks "Die Welt der Spione" nicht aufgeführt.
Geändert von Svenc (15.02.2008 um 23:03 Uhr)
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16.02.2008, 09:11
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#6
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Mitglied
Registriert seit: 12.2001
Ort: 100km östlich von München
Beiträge: 529
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Zitat:
Zitat von Svenc
Bleibt noch Indiana Goof. Der fehlt mir noch.
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Das hört sich jetzt so negativ an! Lieg ich da richtig?
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mfg, Gerhard
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17.02.2008, 11:39
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#7
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Junior Mitglied
Registriert seit: 02.2008
Beiträge: 23
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Zitat:
Zitat von Edgar Allan Maus
Das hört sich jetzt so negativ an! Lieg ich da richtig? 
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Eigentlich war eher gemeint, dass ich die Geschichte noch nicht gelesen habe. D.h. jetzt hab ichs. Ganz amüsant, vor allem die erste Hälfte. Mir gefiel "Die Welt der Spione" am besten.
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17.02.2008, 12:01
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#8
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Mitglied
Registriert seit: 07.2005
Ort: Schweiz
Beiträge: 1.367
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Zitat:
Zitat von Svenc
Das Schöne an Meinungen ist, dass sie soweit auseinander gehen können. 
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So weit gehen unsere Meinungen hier gar nicht auseinander. Ich fand einfach, dass diese Story im Vergleich mit den restlichen schwachen Geschichten einen leichten Fortschritt darstellt. Schwach find ich sie aber trotzdem.
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15.03.2010, 12:56
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#9
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Mitglied
Registriert seit: 02.2010
Beiträge: 62
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Ich kann Silly´s Rezension nicht ganz zustimmen. Die Titelstory "Phantomias und Bubble Billy" ist aus heutiger Sicht etwas ungewöhnlich, allerdings kann sie durch ihren Humor und ihre (für eine LTB-Geschichte) ungewöhnliche Colorierung überzeugen. Außerdem enthält die Geschichte einige Sprüche, die mir bis heute im Gedächtnis haften geblieben sind, z. B.: "Der Erste, der es wagt den Namen Phantomias auszusprechen, spült solange ab, bis er Volljährig ist!" ;-)
"Der Geist des Mandarins" ist eine spannende Detektivgeschichte, im Stile von Fantasie-Filme der 80er Jahre, etwas ungewöhnlich, aber immer noch besser als D-Code Mickys!
Absolutes Highlight des Bandes ist für mich allerdings "Minnesängers Freud und Leid"! An anderer Stelle wird diese Story mit "Auch die Meister lagen mal daneben..." betitelt, zeichnet sich dorch Carpi für diese Geschichte verantwortlich. Diese Meinung kann ich nicht teilen, diese Geschichte weiß mit Wortwitz und fast cartoonesker Situationskomik zu begeistern, die ungewöhnliche Colorierung trägt dazu wesentlich bei. Und auch kommt der eine oder andere Kultspruch zu Tage ("Mit guten Manieren erreicht man eben alles").
Die schwächste Story des Bandes ist da auch schon die mit Indiana Goof. Den ersten Auftritt dieser Figur find ich noch sehr bemüht, von den schlechten Zeichnungen mal gar nicht zu sprechen! Erst durch De Vita nimmt diese Figur bessere Struktur an!
Fazit: LTB 144 gehört zu meinen liebsten Kindheitserinnerungen, deswegen spielt natürlich der Nostalgie-Faktor eine grosse Rolle, wenn ich dieses LTB bewerte, trotzdem würd ich es nicht zu einem Langweiler abstempeln, wenn ich es Objektiv betrachten würde. Top!
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