Blechreder
12.11.2000, 17:17
Nachdem ich gerade auf der HP von J. Mueller (http://www.jmct.de) "Geschichten von Damals" und besonders die beiden Artikel unter http://www.jmct.de/mosaik/superknaben.html und http://www.jmct.de/mosaik/rundfunk.html gelesen habe, begann ich mal ueber den Grund meiner Begeisterung fuer die von uns allen heiszgeliebte Bilderzeitschrift nachzudenken.
Mit Bedacht habe ich dieses Thema nicht ins Digedag-Forum gestellt, da ich das Mosaik erst 1979 kennen (und lieben) gelernt habe [BTW: Schade das man hier kein Crossposting machen kann]. Deshalb werden sich meine Aeuszerungen auch hauptsaechlich auf den zweiten Kommentar beziehen, der die Abrafaxe als Thema hat.
Insgesamt kann man wohl die Aneinanderreihung von aus dem Zusammenhang gerissenen Wortgruppen und die Kritik an einer bildhaften Sprache, die dem Parteilehrjahr nicht adaequat erschien wohl mal auszen vor lassen. Der Satz "Kinder moegen Phantasie, das Abenteuer." sagt m.E. eigentlich alles ueber den anhaltenden Erfolg des Mosaik. "Das war denn auch der einzige Grund, den meine Tochter mir nennen konnte, warum sie alle in der Klasse diesen Heften hinterherjagten." Jawoll, Frau Koepp, so sind Kinder (und die, die es geblieben sind) nun mal! :D Nur auf dieser Basis lassen sich die Erfolge von Kinderliteratur als Teil der Weltliteratur erklaeren. Ismael, Robinson Crusoe, Gulliver, Din Quixote, Ivanhoe und Karl Mays Geschoepfe moegen von Grunde auf keine kindgerechten Figuren sein, aufgrund einer tief verwurzelten Sehnsucht wurden und werden sie aber v.a. von Heranwachsenden mit Begeisterung bei ihren Abenteuern begleitet. Weil in diesem Lebensabschnitt die Phantasie noch funktioniert. "Die Soehne der groszen Baerin" und Wolkows Buecher haben das auch unter sozialistischer Aegide bewiesen.
Nun aber meine Frage: Was verbindet sich fuer euch mit dem Mosaik?
Das maerchenhafte (Zeitspruenge, Alterslosigkeit u.ae.) wird v.a. von (den wenigen) Maedchen betont, der Blick ueber die Mauer v.a. von aelteren Semestern, denen die Moeglichkeit des "Selbsterlebens" genommen wurde. Was ist aber mit Leuten, wie mir? Fuer mich waren die Abrafaxe Abenteurer im klassischen Sinne, Leute (hier auch noch in kompatibler Groesze/Alter(?)) die mit einer echten Muskete auf Baeren schossen (und wenn er nur verkleidet war), mit fiesen Maechtigen zu tun hatten, die Schwachen schuetzten (Volkes Freund - wichtig!) und die fuenfzehn Jahre lang die Kleidung nicht wechselten :crazy:
Mit den Jahren und v.a. mit dem Kennenlernen aelterer Digedag-Hefte aenderte sich die Wahrnehmung des Mosaiks dann. Blicke in die Neos- und Erfinder-Serie brachten einen bis dahin wenig beachteten Apekt ans Licht, die Vermittlung von Wissen. Wie dort in einfachen Bildern und Worten die Funktionsweise von Dampfmaschinen und Eisenhuetten bzw. die Aluminiumproduktion (die Erklaerung von Polymerisation in #40 ist fuer mich in dieser Beziehung immer noch unuebertroffen :) ) oder auch die Grundlagen chinescher, japanischer oder altaegyptischer Kultur oder der Kultur des Mittelalters erklaert wurden, fasziniert(e) einfach. Aus diesem Grunde ist Brabax auch mein Liebling. (Uebrigens auch ein Feld, das sich entwickelt hat - Abrax war mein Favorit, solange er die Muskete hatte, Califax als er das Heer anfuehrte, Brabax seit ich micht selbst fuer Naturwissenschaften interessiere).
Also zum Schlusz noch mal (falls die Frage in diesem Konvolut untergegangen ist :rolleyes:): Was ist fuer euch das Besondere am Mosaik, weshalb lest und sammelt ihr es und diskutiert sogar darueber?
Mit Bedacht habe ich dieses Thema nicht ins Digedag-Forum gestellt, da ich das Mosaik erst 1979 kennen (und lieben) gelernt habe [BTW: Schade das man hier kein Crossposting machen kann]. Deshalb werden sich meine Aeuszerungen auch hauptsaechlich auf den zweiten Kommentar beziehen, der die Abrafaxe als Thema hat.
Insgesamt kann man wohl die Aneinanderreihung von aus dem Zusammenhang gerissenen Wortgruppen und die Kritik an einer bildhaften Sprache, die dem Parteilehrjahr nicht adaequat erschien wohl mal auszen vor lassen. Der Satz "Kinder moegen Phantasie, das Abenteuer." sagt m.E. eigentlich alles ueber den anhaltenden Erfolg des Mosaik. "Das war denn auch der einzige Grund, den meine Tochter mir nennen konnte, warum sie alle in der Klasse diesen Heften hinterherjagten." Jawoll, Frau Koepp, so sind Kinder (und die, die es geblieben sind) nun mal! :D Nur auf dieser Basis lassen sich die Erfolge von Kinderliteratur als Teil der Weltliteratur erklaeren. Ismael, Robinson Crusoe, Gulliver, Din Quixote, Ivanhoe und Karl Mays Geschoepfe moegen von Grunde auf keine kindgerechten Figuren sein, aufgrund einer tief verwurzelten Sehnsucht wurden und werden sie aber v.a. von Heranwachsenden mit Begeisterung bei ihren Abenteuern begleitet. Weil in diesem Lebensabschnitt die Phantasie noch funktioniert. "Die Soehne der groszen Baerin" und Wolkows Buecher haben das auch unter sozialistischer Aegide bewiesen.
Nun aber meine Frage: Was verbindet sich fuer euch mit dem Mosaik?
Das maerchenhafte (Zeitspruenge, Alterslosigkeit u.ae.) wird v.a. von (den wenigen) Maedchen betont, der Blick ueber die Mauer v.a. von aelteren Semestern, denen die Moeglichkeit des "Selbsterlebens" genommen wurde. Was ist aber mit Leuten, wie mir? Fuer mich waren die Abrafaxe Abenteurer im klassischen Sinne, Leute (hier auch noch in kompatibler Groesze/Alter(?)) die mit einer echten Muskete auf Baeren schossen (und wenn er nur verkleidet war), mit fiesen Maechtigen zu tun hatten, die Schwachen schuetzten (Volkes Freund - wichtig!) und die fuenfzehn Jahre lang die Kleidung nicht wechselten :crazy:
Mit den Jahren und v.a. mit dem Kennenlernen aelterer Digedag-Hefte aenderte sich die Wahrnehmung des Mosaiks dann. Blicke in die Neos- und Erfinder-Serie brachten einen bis dahin wenig beachteten Apekt ans Licht, die Vermittlung von Wissen. Wie dort in einfachen Bildern und Worten die Funktionsweise von Dampfmaschinen und Eisenhuetten bzw. die Aluminiumproduktion (die Erklaerung von Polymerisation in #40 ist fuer mich in dieser Beziehung immer noch unuebertroffen :) ) oder auch die Grundlagen chinescher, japanischer oder altaegyptischer Kultur oder der Kultur des Mittelalters erklaert wurden, fasziniert(e) einfach. Aus diesem Grunde ist Brabax auch mein Liebling. (Uebrigens auch ein Feld, das sich entwickelt hat - Abrax war mein Favorit, solange er die Muskete hatte, Califax als er das Heer anfuehrte, Brabax seit ich micht selbst fuer Naturwissenschaften interessiere).
Also zum Schlusz noch mal (falls die Frage in diesem Konvolut untergegangen ist :rolleyes:): Was ist fuer euch das Besondere am Mosaik, weshalb lest und sammelt ihr es und diskutiert sogar darueber?